Die Klangkönigin
Der Aelita ist ein monophoner analoger Synthesizer mit subtraktiver Synthese. Das Gerät wurde in der Sowjetunion entwickelt und produziert.
Aelita
Hersteller: sowjetischer Synthesizer
Baujahr: 1980 – ca. 1987
Tastatur: 44 Tasten, kein Aftertouch und kein Velocity
Klangerzeugung: monophoner Analogsynthesizer, 3 Oszillatoren mit Pulse, Saw und Square
Filter: 24-dB-Tiefpassfilter mit Resonanz bis zur Eigenschwingung
LFO: 1 mit mehreren Schwingungsformen (mischen mit Tricks möglich), ein weiterer LFO mit fester Geschwindigkeit (Stringmode)
ENV: Zwei ADSR-Hüllkurven fix mit VCA und VCF verknüpft, Decay und Release nicht getrennt regelbar
Besonderheit: Eigenständiger Unisono-Modus, eigene Art von Oszillator-Synchronisation
Preis am Gebrauchtmarkt: nicht bekannt
Inhaltsverzeichnis
Aelita, wer ist das?
Aelita ist der Name eines Romans von Tolstoi und eines auf diesem basierenden gleichnamigen Science-Fiction-Film aus den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Aelita ist eine auf dem Mars lebende Königin, die im Laufe der Geschichte einerseits die Revolution der marsianischen Sklaven gegen den König unterstützt, aber anschließend die Ideale dieser Revolution verrät, indem sie sich nach ihrem Erfolg selbst zur Herrscherin machen und die Sklaven inhaftieren lassen will. Sie stirbt schließlich einen tragischen Tod.
Obwohl die Romanfigur sehr wahrscheinlich namensgebend für den hier getesteten Synthesizer ist, ist das Gerät keinen tragischen Tod gestorben und funktioniert glücklicherweise noch (zumindest in weiten Teilen). Klanglich kann dem Aelita eine majestätische Größe bescheinigt werden und gleichzeitig auch ein gewisser roher Charme.
Informationen zu dem Gerät sind sehr rar. Immerhin finden sich im Netz Schaltpläne, die im Servicefall hilfreich sind. Das Gerät wurde in den 1980ern in der sowjetischen Stadt Murom gebaut. Bezüglich des genauen Herstellungszeitraums gibt es unterschiedliche Angaben. In Peter Forrests „A-Z of Synthesizers“ wird z. B. lapidar „late seventies, early eighties“ angegeben. Wikipedia hingegen gibt konkret 1980-1986 an. Allerdings scheint, wenn richtig interpretiert, die Seriennummer meines Gerätes auf Ende 1987 zu verweisen. Was den Stand der Technik angeht, entspricht das Gerät definitiv eher einem Gerät der Ende der 70er-Jahre.
Ich habe mein Gerät vor bald 20 Jahren von einem guten Bekannten und ehemaligen Kollegen erworben. Er hatte es von einem russischen Musiker bekommen, mit dem er sich einen Proberaum geteilt hatte. Der äußere Zustand des Gerätes war damals schon so wie jetzt, es funktionierte aber technisch immer gut. Leider liegt seit Kurzem aber ein sporadischer Defekt in der Filtersektion vor, sodass bald eine Reparatur ansteht.
Das Äußere des Aelita Synthesizers
Der Aelita kommt in einem einigermaßen stabilen Gehäuse daher. Sämtliche Bezeichnungen sind in kyrillischen Buchstaben aufgedruckt. Das Besondere am Aufbau ist, dass sich das Gerät zusammenklappen lässt. Bedienfeld und Klaviatur liegen dann übereinander und schützen sich gegenseitig im Falle eines Transports.
Im geöffneten Zustand sind die Bedienelemente im rechten Winkel zur Klaviatur angeordnet. Das ist praktisch und sieht auch schick aus.
Das Gehäuse ist bei normalem Umgang ganz robust, gleichzeitig ist die Mechanik zum Umklappen aber doch ein wenig klapprig. Das Gerät sollte daher für den weiteren Transport, z. B. im Falle einer Tour, unbedingt noch zusätzlich geschützt werden.
Die Klaviatur ist nicht anschlagsdynamisch und auch nicht von übermäßiger Qualität, macht ihren Job aber ganz passabel. Die Tasten neigen über die Jahre zur Vergilbung, die zu allem Überfluss auch noch pro Taste variiert. Das daraus resultierende Farbspiel kann mit gutem Willen als Besonderheit im Design interpretiert werden.
Die weiteren Bedienelemente sind Schalter und Schieberegler bzw. neudeutsch Fader (oder wenn man so mag, ganz korrekt: Flachbahnregler). Die Schalter sind von guter Qualität. Sie rasten bei Druck mit einem spürbaren Klick ein. In einigen Fällen lösen sie sich gegenseitig aus. So kann z. B. nur immer eine der drei Schwingungsformen ausgewählt werden.
Die Fader arbeiten trotz des Alters meines Gerätes elektrisch noch gut, lediglich bei einem musste ich nach vielen Jahren mit einem Poti-Spray einem permanenten Krackeln entgegenwirken. Der Rest läuft ohne Probleme. Mechanisch haben sie allerdings mit der Zeit etwas gelitten. Teilweise sind sie ein wenig schwergängig, manche sind leicht oder stärker verbogen und der Lautstärkeregler war sogar schon abgebrochen, als ich das Gerät bekam.
Die Fader sind mit farbigen Kappen versehen, die ein wenig Übersichtlichkeit in die Oberfläche und ein wenig Farbe ins triste Studio bringen. Die Kappen haben eigentlich Führungsstifte, die wahrscheinlich ein Verbiegen der Fader verhindern sollen. Mit zunehmender Alterung des Gerätes neigen die Stifte aber leider dazu abzubrechen. Ein weiteres Wort zu den Faderkappen: Bei meinem Gerät fehlten die Kappe des Netzschalters, des Mastertune- und des Lautstärkereglers für den Sub-Oszillator. Hier sind daher silberne Kappen als Ersatz aufgebracht.
An Anschlüssen bietet das Gerät lediglich eine Audiobuchse. Diese ist im für diese Zwecke veralteten 5-poligen DIN-Format ausgeführt. Für die jüngere Leserschaft: Auch wenn dieser Typ Buchse heute auf MIDI verweist, so etwas wurde früher u. a. auch für Stereoanlagen verwendet, hier also bitte kein MIDI-Gerät anschließen und dann wundern, wo der Line-Ausgang ist.

Der 5-polige DIN-Anschluss dient nicht der MIDI-Verbindung, sondern als Audioausgang (Foto: Leo Solter)
Wie oben schon angemerkt: Bei dem mir vorliegenden Gerät ist der Fader für die Ausgangslautstärke abgebrochen. Dieser wurde dann von einem der Vorbesitzer überbrückt und direkt ein Kabel mit Klinkenstecker angelötet. Nicht elegant, aber praktisch, da es mir das Hantieren mit Adaptern erspart.
Klangerzeugung im Überblick
Der Aelita verfügt über:
- 3 Oszillatoren
- ein Filter mit Resonanz
- zwei Hüllkurven jeweils fest mit Lautstärke und Filter verknüpft
- einen LFO fest mit Tonhöhe und Filter verknüpft
- einen zusätzlichen Vibratomodus mit eigenem festen LFO
- eine Art Chorus- bzw. Unisono-Modus mit einem in diesem Modus aktivierten Sub-Oszillator
Die Klangerzeugung des Aelita: die Oszillatoren
Da in der Leserschaft nicht jeder die kyrillische Schrift zu lesen vermag, gehe ich die Bedienelemente des Aelita, soweit sinnvoll, von links nach rechts durch. Wir beginnen mit der Oszillatorsektion.
Ganz links befindet sich ein Regler für die Gesamtstimmung des Gerätes. So lässt sich ein einmal gefundener Klang über einen einzelnen Fader komplett verstimmen (Mastertune) und es muss nicht an den einzelnen Oszillatoren herumgefummelt werden. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, jedoch gibt es hie und da Synthesizer, die dies nicht können.
Die drei Oszillatoren des Aelita sind identisch aufgebaut:
- Über die waagerecht platzierten Schieberegler ist ein Verstimmen der einzelnen Oszillatoren möglich. Von der Mittelstellung ausgehend sind es nach unten 7 Halbtöne, nach oben 6.
- Es folgt eine Reihe von sich gegenseitig auslösenden Schaltern, mit denen sich die jeweilige Oktavlage wählen lässt.
- Als Schwingungsformen stehen Rechteck, Puls und Sägezahn zur Verfügung. Auch diese Tasten lösen sich gegenseitig aus, die Schwingungsformen lassen sich leider nicht gleichzeitig aktivieren. Die Pulsschwingung hat einen festen Wert und ist nicht modulierbar.
- Rechterhand verfügt jeder der Oszillatoren noch über einen Schalter zur Aktivierung der Tonhöhenmodulation durch den LFO, sprich Vibrato. Die Intensität des Vibratos ist dann nur für alle Oszillatoren gemeinsam über einen Schieberegler stufenlos einstellbar. Für meinen Geschmack könnte da in Maximalposition allerdings noch mehr gehen.

Schalter zur Wahl der Oktavlage und der Schwingungsformen der drei Oszillatoren, drunter der LFO herum (Foto: Leo Solter)
Die Signale der drei Oszillatoren lassen sich in der zentral positionierten Mixersektion im Pegel einstellen und bei Bedarf auch schnell einzeln stummschalten. Hier ein paar Klangbeispiele nur mit den Oszillatoren und Vibrato, ohne Einsatz des Filters oder anderer Tricks. ACHTUNG: Die Klangbeispiele dienen nicht der musikalischen Erbauung, sondern sollen lediglich die klanglichen Möglichkeiten der Oszillatorsektion aufzeigen.
Spezielle Oszillator-Modi des Aelita
Soweit, so nützlich, aber auch etwas unspektakulär. Allerdings gibt es auch noch ein paar kleine Schmankerl, die die klangliche Bandbreite des Aelita auf der Oszillatorebene noch ein wenig erweitern. Zum einen – nicht übermäßig spektakulär – gibt es einen Schalter, der ein Vibrato für zwei der drei Oszillatoren aktiviert, das aber unabhängig vom LFO arbeitet. Es stellt quasi einen eigenen LFO mit fester Frequenz bereit. Mit Hilfe dieses Schalters lassen sich sehr leicht Schwebungen erzeugen und Lebendigkeit ins Klangbild bringen.
Das Ergebnis klingt dann so:
Unter den Vibratotasten der Oszillatoren gibt es einen mit „1*3“ beschrifteten Schalter. Dieser aktiviert eine Interaktion der Oszillatoren 1 und 3. Im Netz wird die Funktion des Schalters mit FM, Cross-Modulation und Ringmodulation erläutert. Nach meinem Dafürhalten kommt er aber Oszillator-Sync am nächsten. Leider kann Oszillator 3 nicht via Hüllkurve moduliert werden. Typische Sync-Klänge bleiben daher außen vor, aber das Ergebnis fügt der Oszillatorsektion noch einmal eine andere Klangfarbe hinzu.
Das Highlight schließlich ist ein Modus, der mit dem mittleren Schalter unter den drei Tune-Fadern aktiviert wird. Was hier genau passiert, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Die Bezeichnung des Schalters ist „Unison“, trotzdem ist das Ergebnis ein anderes, als es mir von anderen Synthesizern mit einer Unisono-Funktion bekannt ist.

in der Mitte der heimliche Star: Der Unisono-Modus, rechts der Stringmodus, links lässt sich die Release-Phase abschalten (Foto: Leo Solter)
Es handelt sich von der Wirkung her um eine Art Unisono-Modus, bei dem die Oszillatoren in mehreren Oktaven gleichzeitig erklingen. Es lassen sich hiermit auch Supersaw-artige Klänge erzeugen.
Ist der besagte Modus aktiviert, sind sämtliche Schwingungsformschalter ohne Funktion. Auch die Oktavierungsschalter funktionieren nicht. Die Oszillatoren klingen dann alle mit einer Rechteckschwingung und auch den Oktaven darunter.
Über die Fader in der Mixersektion lassen sich nun verschiedene Lagen einblenden. Der Fader von OSC 1 mischt Klänge in der höchsten Lage, OSC 2 in der mittleren und OSC 3 in der tiefsten Lage hinzu. Das ist auch rechts neben den Mixer-Fadern an den orgeltypischen Angaben „2’“, „4’“ und „8’“ erkennbar. Es ist aber eben für jede Lage nicht nur ein Oszillator zu hören, sondern derer mehrere.
Die Stimmung der Oszillatoren ist weiterhin über die entsprechenden Fader veränderbar. Allerdings sind Änderungen in z. B. OSC 3 aber auch hörbar, wenn laut der Mixersektion eigentlich nur OSC 1 hörbar sein müsste.
In diesem Unison-Modus wird außerdem ein Sub-Oszillator, beschriftet mit „’16“aktiviert. Dieser lässt sich über einen Fader in der Mixersektion stufenlos zumischen. Der Sub-Oszillator hat eine feste Oktavlage, die sich in der Tonhöhe am Mastertune-Regler orientiert.
Ebenfalls weiterhin hörbar, wenn auch in der Wirkung anders, ist der Sync-Modus der Oszillatoren 1 und 3 (1*3). Die Ergebnisse sind doch ziemlich brachial:
Filter und Modulationsquellen des Aelita
Nach der Mixersektion geht es in das wohlklingende Filter. Das Filter verfügt über zwei Schalter für verschiedene Grade von Keyfollow.
Sind beide Keyfollow-Schalter aktiviert, ist der Effekt am stärksten. Allerdings öffnet sich das Filter dann zwar mit zunehmender Tonhöhe weiter, aber leider nicht weit genug, um es bei voller Resonanz oktavrein spielen zu können.
Unter den Keyfollow-Schaltern gibt es einen weiteren Schalter, mit dem sich die Modulation durch den LFO deaktivieren lässt. Unter der Filtersektion gibt es dann noch einen Regler für die Intensität der LFO-Modulation.
Es folgen die üblichen Regler für Cutoff und Resonance. Das Filter lässt sich erfreulicherweise auch in Eigenschwingung versetzen, so dass auch Filter-Zapp-Percussions möglich sind.
Mit dem folgenden Regler lässt sich die Intensität der Filterhüllkurve einstellen. Die letzten drei Regler stellen dann die Werte der Hüllkurve ein.
Die Hüllkurven weisen eine Besonderheit auf: Die beiden Hüllkurven (Filter und VCA) sind zwar vierstufig, Decay und Release lassen sich aber wie beim Minimoog nur gemeinsam regeln. Die Release-Phase lässt sich bei Bedarf über den Schalter links unter den OSC-Tune-Reglern deaktivieren. Für Attack und Sustain hingegen stehen eigene Regler bereit.
Die Regler für die VCA-Hüllkurve befinden sich nicht im oberen Bedienfeld, sondern links unten neben der Klaviatur.
Bleibt als Modulationsquelle noch der LFO. Dieser kann auf Tonhöhe und Filter-Cutoff einwirken, leider aber nicht auf den VCA. Vier Schwingungsformen stehen zur Modulation zur Verfügung: Dreieck, Rechteck sowie steigender und fallender Sägezahn.
Die Geschwindigkeit des LFOs reicht von schön langsam bis zu leider nicht in den Audiobereich hineinreichend schnell. So rutschen Klänge während des Spiels aber auch nicht versehentlich in FM-Gefilde. Audioratenmodulation ist zwar mit einem Trick möglich, wenn steigender und fallender Sägezahn gleichzeitig aktiviert sind (was keine offizielle Einstellung ist und etwas Überwindung kostet, da die Tasten sich eigentlich gegenseitig auslösen wollen), allerdings hat der Temporegler dann auch eine nur noch sehr unmerkliche Wirkung.
Hier ein paar Klangbeispiele mit Filter und LFO. ACHTUNG: Die Klangbeispiele dienen nicht der musikalischen Erbauung, sondern sollen lediglich die klanglichen Möglichkeiten der Filtersektion und des LFOs aufzeigen!
Der Klang des Aelita
Der Klang der Aelita ist großartig! Drahtige Bässe lassen sich ebenso leicht realisieren wie schöne Leadsounds. Mithilfe des Unison-Modus gehen auch brachiale 90er-Rave-inspirierte Supersaw-Klänge.
Das mir vorliegende Gerät hat einen etwas geringen Ausgangspegel. Da es aber auch eine Modifikation aufweist (ein langes Klinkenkabel führt direkt aus dem Inneren des Gerätes heraus), mögen Geräte im Originalzustand möglicherweise einen höheren Pegel ausgeben.
Leider weist mein Gerät seit Kurzem auch einen Defekt in der Filtersektion auf. Es tritt zuweilen ein Rauschen auf, so dass der Eindruck entsteht, das Gerät hätte einen Burst oder Rauschgenerator. Zum Glück tritt der Fehler nur sporadisch auf und war während der Klangbeispiele nahezu abwesend.
Das Gerät muss trotzdem mal zur Reparatur und dann wird es auch Zeit für einen neuen Lautstärke-Fader. ACHTUNG: Alle Klangbeispiele dieses Artikels sind keine Kompositionen und dienen nicht der musikalischen Erbauung, sondern sollen lediglich die klanglichen Möglichkeiten des Aelita aufzeigen!
Die drei Oszillatoren lassen sich natürlich auch so stimmen, dass sich Akkorde, atonale Cluster oder typische House-Chords realisieren lassen.
Der Aelita-Synthesizer in der Praxis
Die Bedienung der Aelita ist eigentlich selbsterklärend. Der Signalfluss OSC->Mixer->Filter ist von links nach rechts angeordnet, unten links mit einem Lautsprechersymbol gekennzeichnet, befindet sich die VCA-Hüllkurve.
Eine Einstiegshürde für viele Mitteleuropäer stellt womöglich die Beschriftung in kyrillischen Buchstaben dar. Hier sind rudimentäre Russischkenntnisse doch sehr hilfreich. Sind die Buchstaben erst einmal gelesen, bedürfen die Bezeichnungen oft keiner Übersetzung oder lassen sich mit etwas Phantasie gut ableiten. So heißt z. B. „Vibrato“ auch Vibrato und Attack wird mit „Ataka“ bezeichnet. „Tremolo“ heißt zwar Tremolo, wirkt allerdings nicht auf den VCA, sondern auf das Filter. „Kontrol ot Klaviaturi“ entspricht dem englischen Keyfollow, bezeichnet also den Einfluss der auf dem Keyboard gespielten Tonhöhe auf den Filter-Cutoff. Auch das lässt sich aus der Bezeichnung ohne tiefere Vokabelkenntnisse gut ableiten.
Die Schwingungsformauswahl heißt „Tembr“, was sich gut mit Timbre, also Klangfarbe, übersetzen lässt. Schwieriger wird es mit einem Begriff wie „Saturchanije“, dieser zum Beispiel steht als Fader für Decay und schaltet als Schalter auf der rechten Seite die Release-Stufe der Hüllkurven ab.
Sind die Parameter identifiziert, fällt hie und da auf, dass die meisten Werte „andersrum“ auf den Fadern liegen. Heißt, der Maximalwert ist nicht oben, sondern unten. Filter-Resonanz erhöhen heißt Fader nach unten ziehen! Lautstärke anheben? Fader ganz nach unten! Ausnahme ist dann die Filter-Cutoff, diese öffnet sich wie zu erwarten nach oben hin, die Hüllkurvenintensität nimmt hingegen nach unten hin zu, das ist erst einmal verwirrend.
Abgesehen davon sind die Bedienelemente sinnvoll angeordnet und z. B. die Oktavwahlschalter der Oszillatoren echt praktisch. An die invertierten Werte der Fader gewöhnt man sich schnell und das Schrauben (oder Schieben) von und an Klängen macht am Aelita wirklich Spaß und geht extrem schnell von der Hand.
Der Aelita muss übrigens gespielt werden, Anschlüsse für CV, Gate stehen ja nicht zur Verfügung. Wenn das stört, können Lieblingsklänge natürlich gesampelt und dann sequenziert werden. Der Aelita ist ein sehr ergiebiges Futter für Sampler. Dann ist auch mehrstimmiges Spiel möglich.
Alternativen zum Aelita
Eine Alternative zum Aelita im normalen Oszillatormodus bilden erst einmal sämtliche Synthesizer mit drei Oszillatoren und 24-dB-Filter. So z. B. ein Minimoog. Was der Aelita da kann, können auch andere. Die Besonderheit des Gerätes ist allerdings der spezielle Unisono-Modus und damit fiele der Minimoog zum Beispiel raus. Fiese verstimmte Unisono-Klänge können dafür andere Synthesizer auch sehr gut. Aber ein in allen Belangen direkt mit dem Aelita vergleichbares Gerät ist mir nicht bekannt.














danke für test!🙂
schönes klangbild hast du mühe gemacht.
russian instruments es ist schade sie kommen nicht an.
wurden sie wenig gebaut teuer.für musiker nicht zu bezahlen.okay damals.
heute ebay.
ich hab elektronika em25. andere sache ist stringmachine.
sound ist er aber auch diffuse. ich denke der sound ist unique.
jeder tastendruck ist anders.eigenleben.
component tolerances / Bauteiltoleranzen sie werden mit einwirken.
defekt:braucht man guten technicer aber ist machbar.
klang ist gut aber königin nicht. gentlewoman😜sie ist ohne anspruch aber eitel.🙂
@Viertelnote vielleicht eine Blume aus dem gemeindebau, wie es ein Lied von Peter Cornelius sagt.
😎 Gemeindebauten sind in Österreich günstigere Sozialwohnungen, die aber gut durchmischt sind..👍
@Numitron 👏ja blume.man beachtet sie nicht gleich.aber blühen und sie ist wunderschön.
@Viertelnote genau !
@Numitron Ich verstehe den Satz nicht. Hilf mir bitte mal auf die Sprünge😟
@MPC-User sozusagen eine unscheinbare Frau, die aber toll ist wurde ich sagen 😂
mehr oder weniger
oder hier ein underrated oder sleeper Synth?
😉🤘
@Numitron ist junost oder keytar mini ist es gleiches bild.
keys klappert aber kann man metalschiene filzgleither kleben.
knallt es nicht so.kurze unterbrechen von strom und preset
klingt anders.lustig.auch mod geht.klein aber nutzt es
@Numitron Man würde wohl Mauerblümchen sagen, wenn man eine versteckte Schönheit beschreiben wollte.
Das Lied „Die Blume Aus Dem Gemeindebau“ ist allerdings von Wolfgang Ambros und 1977 als Single erschienen. Es war auch auf der LP Z-A enthalten.
Hier gibt es das Lied auf YouTube:
https://youtu.be/NcJN0U2QBiY
nachtragen: keys ist gelb weiß grau mosaik
ist bei mir auch so.bei mir rauchen.
sonst sonnenwirkung.
@Viertelnote Ja witzig. Sollte eigentlich durchgehend vergilbt sein. Ich denke da wurden schon Keys ausgetauscht.
@MPC-User ja micha wurden getauscht.denke ich es auch.
kennst du bei doctor diese holzsstäbe.wo er in hals schaut.?
sieht hier so aus.mein tag wird😂thx:)
@Viertelnote Zungen-Spatel…
@mort76 Einen Zungen-Spatel nenne sich das? Man lernt wirklich nie aus und ja: Die Tasten erinnern kurioserweise tatsächlich daran wegen der okernen Farbe und der abgerundeten Vorderkannte. Abgesehen davon klingt dieser Synthesizer echt fantastisch und besaß zudem schon einen Unisono-Modi! Auch der Polyvox, ebenfalls Sowjetunion, klingt mega! Fettgehalt maximal! Ob die Geräte schön anzusehen sind weiß ich nicht. Interessant ist auch, dass beim Polyvox ebenfalls die Bedienelemente, in dem Fall die Kippschalter, im Vergleich zum Gehäuse nicht das Gelbe vom Ei sind, sprich: Gehäuse panzermäßig, Bedienelemente stets fragil. Aber soundtechnisch hatten es die Sowjets zweifelsohne drauf. Zu sehen an Alisa, Polyvox, Estradin und der hier vorgestellte Aelita. Soundtechnisch muss sich selbst ein Moog warm anziehen.
@Filterpad Wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich noch anmerken, daß du den „Polyvoks“ meinst…
@mort76 100 Punkte.
@mort76 dankeschön!🙂
@MPC-User ja, hab ein Alesis Masterkeyboard. da Waren immer die gleichen tasten zb. das „c“ in allen Oktaven vergilbt 😁 aber eben nicht so durcheinander wie hier.
Sehr schade, dass weder Arturia noch NI noch andere große VST-Hersteller wie GForce oder Softube sich mit den alten sowjetischen und französischen Synths ernsthaft beschäftigen: Ondes, Ondioline, Polivoks und Maestro – so viele unendlich futuristisch-nostalgische Klänge!
@Urfin Juice wohl wahr.
statt dem 8000. Jupiter oder jp 8000😊😊
@Urfin Juice Cherry Audio – Atomika ist nach Vorbild Polyvox. Ist auch nicht sehr teuer.
@Urfin Juice Cherry Audio ist seriös, spezialisiert auf Vintagesynthis als Softwaresynthesizer und relativ bezahlbar. In der Regel immer unter 100€ Der Atomika kostet beim Thomann 49€. Auch das GUI ist inspiriert dessen. Ich besitze tatsächlich nichts von der Firma weil ich kann nicht alles besitzen! Ich habe aber von Cherry Audio noch nie etwas schlechtes gehört. Von Cherry Audio gibt es auch noch den Filtomika. Das ist der Polyvox-Filter als Effektplugin. Falls du es noch günstiger möchtest. Den kann man dann auf jedes beliebige DAW Stock-Plugin klatschen. Der kostet etwa nur die Hälfte (grob irgendwas um die 20€). Besser geht’s nicht mehr hätte ich mal gesagt für Vintage-Sowjetfeeling und das dementsprechende Klangerlebnis. 🙂
@Filterpad Danke für den Tipp! Mal mitgenommen. 👍
@Urfin Juice https://www.sssrlabs.com/products/vst/
@WOK Hab mich schon gefreut Aelita als VST gefunden zu haben, und dann gesehen, dass es 32bit ist – Pech für MacOS 27 Benutzer. 😢
Also doch hoffen und auf Arturia & co. warten.
@Urfin Juice Ondioline wäre echt ein Wahnsinn. Würd ich sofort kaufen
was für ein wertvoller artikel! danke dafür
der synth hört sich genau so an, wie man sich einen synth aus dieser zeit und der region vorstellt: brutal, einfach, ehrlich
@FUJISOUND Hallo Fujisound, freut mich, dass Dir der Artikel zusagt :-) Und die Klang-Attribute sind auch ganz passend. Man könnte auch sagen: roh und direkt…
Danke für den Bericht. Der Synth klingt schon fett. Der „veraltete 5-polige DIN-Anschluss“ war meines Wissens damals jedoch zumindest im Ostblock Stand der Technik.
Wer z.B. noch Tonbandgeräte oder Plattenspieler aus dieser Zeit kennt oder besitzt, weiß das.
@silence supporter Hallo silence supporter, gern geschehen :-) Und ja- die Anschlüsse waren verbreitet und hatten durchaus auch Vorteile. In Kombination mit einem Tapedeck brauchtest du nur ein Kabel um vier Signale zu übertragen (Playback L/R, Aufnahme L/R) statt vier Cinchkabel, das war schon praktisch.