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AHU-Interview Michael Hauter alias Wellenstrom


Über die AMAZONA.de-AHU-Aktion stellen wir euch nach dem Motto „10 Fragen – 10 Antworten“ regelmäßig unsere treuesten Leser vor.

AHU? Das steht für AMAZONA HEAVY USER und ist quasi der Ritterschlag für Leser, die uns mit Kommentaren und Leserbeiträgen unterstützen. Wer mehr dazu wissen möchte, klickt einfach HIER.

Heute sprechen wir mit Michael H. Ein echter Autodidakt, der ganz nach dem Motto „Art for art’s sake“ betreibt. Hier geht’s direkt zu seinem AMAZONA-Profil.

Amazona.de:
Erzähl uns doch zunächst etwas über dich.

Michael:
Da gibt es nicht viel. Normaler Typ, Mittvierziger, der irgendwann mal auf den Trichter kam, Musik zu machen. Autodidakt, der sich eher von den Instrumenten beherrschen lässt, als dass er sie beherrscht. Beruflich nicht in der Musikbranche aktiv, was auch gut für mich ist, um im Lot zu bleiben.

Ich bin Jahrgang 1971 und habe meine prägendsten Jahre im Herzen des Ruhrgebiets erlebt.  Die Industriearchitektur, die schlichte, rationale Zweckbezogenheit der dortigen Stadtbilder und die bauliche Tristesse werden wohl von klein auf den eigenen Sound und die Vorstellung von Klanggebilden mitgeprägt haben. Wäre ich an der  See oder in den Alpen aufgewachsen,  wäre ich wohl heute ein Mitglied im Shanty Chor oder ein begeisterter Schuhplattler.  ;-)

Musikalisch gefördert von Haus aus wurde ich nicht, das kam irgendwann aus eigenem Antrieb heraus. Bin auch eher ein Spätstarter.

Das Projekt Wellenstrom erklärt im Namen schon alles. Im Wesentlichen ist/war es elektronische, „stromgenerierte“ Musik, die ihren Anfang direkt in einem Heimstudio an der Weser, auf die ich blicken konnte, nahm. Auch die Weser ist bekanntlich ein Strom. Strom, Wasser, Welle. Auf Begriffe wie Wellenformen und Schallwellen muss ich nicht weiter eingehen. Dieser Projektname ist  sozusagen eine Melange aus subjektiver Wahrnehmung der Flusslandschaft am (damaligen) Studio und physikalischer Begrifflichkeiten, die sich aus Musikelektronik und Akustik zusammensetzen. Nach und nach kamen Gitarre und Bass mit rein, was sich vielleicht durchaus bereichernd auf das Songwriting ausgewirkt haben mag.

Amazona.de:
Wann hast du angefangen, selbst Musik zu machen?

Michael:
Mitte/Ende der Achtziger ‘ne Tischhupe geholt. Erste MIDI Spielereien mit Klangerzeugern im MIDI Verbund, später mit ersten Audioprogrammen im ATARI ST rumprobiert. Ernsthaft Musik gemacht aber erst irgendwann in meinen Zwanzigern. Erste Aufnahmen mit Kumpel und einem Mehrspurrekorder gemacht und mit diesem dann in ‘ner Spaßcombo (Rock oder so was ähnliches mit deutschen Fun-Texten), gemukkt. In den 90ern hatten wir sogar ‘nen kleineren Kultstatus in Ostwestfalen. Nach der ersten Studio CD bin ich ausgestiegen. Die Bühne war nie wirklich mein Ding, es war für mich sogar eher befremdlich, mich vor Leuten zu produzieren. Außerdem stand mir nie der Sinn nach Proben, Üben und so’n Zeugs. Hab‘  da auch heute noch diese Punkeinstellung. Musik wird nur gemacht, wenn ich spüre, dass sich wieder so viel angesammelt hat, dass ein neuer Track dabei rauskommt.

Wichtig war mir immer der kreative Prozess des Klangschraubens, der Beatprogrammierung, des  Songwritings, nie das Reproduzieren eines Songs auf der Bühne, weil das meiner Auffassung  nach  eine reine Verkaufs- und Promotätigkeit ist. Daran war ich nie interessiert. Auf einer Bühne wäre ich nicht mehr ich selbst, nur eine  Reflektion der Bedürfnisse und Erwartungen Anderer.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    4finger

    Sehr schönes Interview. Ich mag solche Einblicke in das Leben anderer. Jedoch endet das Ganze für meinen Geschmack zu vorschnell. Ich hätte mir sowas wie ein persönliches Schlusswort gewünscht.

  2. Profilbild
    Wellenstrom AHU

    Hi, 4finger! Freut mich, dass Dich das nicht zum Einschlafen gebracht hat. :-)

    „Ich hätte mir sowas wie ein persönliches Schlusswort gewünscht.“

    Ehrlich gesagt, wäre mir vermutlich keines eingefallen. Mein Leben besteht eh nur aus Zwischenfaziten. Man lernt nie aus, bis zum Ende…. erst dann werde ich klüger sein.
    Aber dann kann man nix mehr mitteilen, was man als Schlusswort mitgeben könnte. ;-)

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