Special: Allen&Heath Qu-16, AR2412, ME-1, Digital Mixer

Vollständig parametrisiert ist auch der Compressor. Neben dem Threshold wären das RATIO für die Kompressionsrate, GAIN zum Ausgleich des Pegels, ATTACK und RELEASE zur Einstellung der Hüllkurve. Dazu lässt sich noch HARD- und SOFT KNEE und vier verschiedene Compressor Typen anwählen. Für die beiden AUTO-Typen stehen Attack und Release logischerweise nicht zur Verfügung. Auch hier ist die grafische Kontrolle für Pegel und Kompression vorhanden, somit ist auch hier schnell und gut zu arbeiten. Klanglich bietet der Compressor viele Möglichkeiten, die beiden Manual Typen sind am universellsten, AUTO SLOW OPTO funktioniert sehr gut bei getragenen Gesangspassagen oder Streicherensembles, AUTO PUNCHBAG fügt dem Signal ein organisches Pumpen hinzu, welches gerne für Drumbeats eingesetzt wird. Hier gilt aber, ausprobieren und nehmen was gefällt.

Abgeschlossen wird die Einheit mit dem PAN-Regler, der seine Einstellung mittels eines 7-stelligen LED-Kranzes anzeigt. Das ist für live ausreichend, für Studioanwendungen hätte ich mir eine genauere Darstellung im Display gewünscht.

Auch die 12 Ausspielwege können auf vielfältige Eingriffsmöglichkeiten zugreifen. Hier vorhanden sind INSERT und DELAY, der parametrische EQ, der Compressor und ein 28-bandiger grafischer Equalizer.

Graphic EQ

Graphic EQ

Dieser wird über die Kanalfader eingestellt, der FADER FLIP schaltet vom tiefen Band auf die hohen Frequenzen um. Das ist recht einfach und übersichtlich zu bedienen, falls man in Touchscreen nicht mehr auf der GEQ Einstellung ist, wird die ausgewählte Bank immer noch in der kleinen Übersicht angezeigt und die Frequenzen sind an den Fadern angeschrieben. Etwas tricky wird es allerdings, falls man den internen Real Time Analyzer des Pults benutzen will, dann zeigt nämlich nichts mehr die gewählte Bank an, wir müssen uns also die Faderstellung merken. Ich bin nun kein großer Freund von Analyzern, ich höre lieber mit den Ohren als mit den Augen und bin da durch zahlreiche Monitorjobs auch entsprechend geschult, ich könnte mir aber vorstellen, dass eine übersichtlichere Verzahnung von GEQ und RTA für manchen Nutzer durchaus von Vorteil wäre.

Abzuhelfen ist hier natürlich mit der frei und kostenlos verfügbaren Qu-Pad, die iPad App zur Steuerung des Qu-16. Hier kann das Pult in vielen Funktionen ferngesteuert  werden und es ist eine schöne Übersichtsseite vorhanden, die Meters und RTA zusammenfasst.

Wo wir nun bei den Fadern angelangt sind, machen wir doch auch gleich hier weiter. Jedem der sechzehn 100 mm Kanalfader ist eine dreistellige LED-Aussteuerungsanzeige beigegeben. Darüber sitzt ein Button-Trio für MUTE, SELECT zur Anwahl und PAFL zum Vorhören. Die Buttons unterscheiden sich in Form und Farbe, für so manchen wird das etwas wirr aussehen, mir gefällt das Konzept, es lässt sich selbst in dunklen Clubs zuverlässig bedienen.

Am linken Rand sind den Select-Buttons noch PRE FADE und ASSIGN zugeordnet. Durch Drücken von PRE FADE bei gleichzeitiger Anwahl eines Pre Fade geschalteten Mixes leuchten alle SELECT-Buttons auf und können nun durch Anwahl in den Post Fade Modus gebracht werden. Durch Drücken des SELECT-Tasters im Master Strip geschieht dies für alle Input-Kanäle gleichzeitig. Mit der gleichen Verfahrensweise funktioniert das mit ASSIGN, hier wird der Kanal ganz aus dem Mix entfernt. Das ist eine ganz schicke Funktion, so kann z.B. zu Testzwecken mal kurz der Bass aus dem Drumfill des Schlagzeugers entfernt werden, ohne ihn auf allen Wegen komplett zu muten. ASSIGN ist auch auf den Main Out anwendbar.

Forum
  1. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Auf der Homepage von A&H ist zu lesen, dass das Pult jetzt auch als Recording-Interface für Windows zu nutzen ist.
    Finde ich klasse – könntest du das für den zweiten Teil des Testes noch ausprobieren? (Treiberstabilität, Latenz)

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      Armin Bauer  RED

      Hallo Naemi,

      der gesamte Test wurde natürlich am Stück durch geführt, war nur zuviel, es auf einmal zu veröffentlichen.

      Auf meinem Testpult war die Rev. 1.4 noch nicht drauf, der Vertrieb hat mir aber die Neuerungen kurz zusammen gefasst, ist am Ende des zweiten Teils angefügt.

      Da ich reiner Mac-User bin, wäre eine Windows-Beurteilung sowieso schwer für mich geworden.

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      Armin Bauer  RED

      Hi Naemi,

      freut mich natürlich, dass du da so fieberhaft drauf wartest.

      Leider haben wir Autoren keinen Einfluss auf den VÖ-Termin, geplant war von der Redaktion wohl der letzte Freitag, scheint was Aktuelles dazwischen gekommen sein.

      Ich frage nochmals nach.

  2. Profilbild
    ukm  

    Bis auf die Beschränkung auf 48kHz Samplerate (96kHz konnte sogar schon mein dbx Quantum von 1999, wenn auch nur 2-kanalig) und die fehlenden Gruppen scheint das Qu-16 ja ein feines Gerät zu sein.
    wenn das alles reibungslos so funktioniert, wie in der sehr guten Bedienungsanleitung beschrieben, wäre das Teil nicht nur für live interessant.

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