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Amazing Readers Music: Manfred Miersch „Subharchord Favourites“

10. April 2021

"Die CD ist ein komplexes Gebilde"

Manfred Miersch "Subharchord Favourites"

Manfred Miersch „Subharchord Favourites“

Mit Manfred Miersch hatten wir bereits 2018 ein wunderbares Interview geführt, in dem er uns das Subharchord vorstellte, das erstmals 1962 fertiggestellt wurde. Manfred Miersch selbst ist Jahrgang 1961 und ist wohl einer der wenigen, die Zugriff auf dieses außergewöhnliche Instrument haben.

Der in Westberlin lebende Klangforscher und multimediale Künstler hat dem Subharchord eine eigene CD gewidmet, die wir euch in dieser Ausgabe unserer AMAZING READERS Serie vorstellen wollen.

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Subharchord Favourites by Manfred Miersch from x mm x on Vimeo.

Anders als bisher üblich, haben wir aber kein klassisches Interview geführt, sondern mehr oder weniger Manfred nur Stichworte gegeben, auf die er umfangreich eingegangen ist.

Viel Spaß beim Lesen,
Eure AMAZONA.de-Redaktion

AMAZONA.de:
Warum hast du dich bei der Produktion „Subharchord Favourites“ für das Format der CD entschieden?

Manfred:
Die CD stirbt aus, das ist klar, dazu muss man nur auf die Zahlen schauen, die den permanent wachsenden Marktanteil von Musik-Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music, Tidal oder Deezer veranschaulichen. Die Streaming-Dienste sind ja so eine Art virtueller Jukebox, mit dem Unterschied, dass die gute alte analoge Vinylscheiben-Jukebox das Nutzerverhalten nicht analysiert hat und als Datensatz verwertet und weiterverkauft hat.

Es ist natürlich schön, wenn man sich mittels subjektiver Auswahl und dem Streaming rauf auf die Abspiel-Hardware sein ganz persönliches Set an Lieblings-Tracks zusammenstellen kann. Das ist allerdings nichts Neues: In meiner Jugend benutzte man dafür einen Cassettenrecorder, der mit dem Radio verbunden war. Der „Download“ der Lieblingsmusik aus dem Radioprogramm oder vom Plattenspieler auf die „Kompaktkassette“ war kostenlos und Kassetten waren nicht teuer …

Interessant wäre es zu wissen, ob die Kompaktkassette in den nächsten Jahren ein Revival erfährt, so wie es mit der Schallplatte passierte.

Manfred Miersch Fotoportrait vor Radios 2010

Wozu also die CD? Meine ganz subjektive Antwort: Die CD ist (wie die Schallplatte) ein komplexes Gebilde mit Reihenfolgen, Zeitabläufen und Pausen, was bewirkt, dass hier ein viel umfassenderer Werkcharakter gegeben ist, als bei einem einzelnen gestreamten Audiotrack. Wenn ich von Werkcharakter rede, meine ich nicht das Urheberrecht, sondern die Gesamterscheinung einer künstlerischen Arbeit, innerhalb derer mit formalen und inhaltlichen Gegebenheiten zusammenhängend argumentiert wird. Am Deutlichsten bei sogenannten „Konzept-Alben“; das berühmteste Beispiel dieser Gattung dürfte „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles sein, ein anderes berühmtes Beispiel ist „Tommy“ von The Who. Mein persönliches Lieblings-Konzeptalbum der letzten beiden Jahrzehnte ist „Monoliths & Dimensions“ von Sunn O))).

Mit anderen Worten: Bei einer CD, einer 12 Zoll Vinyl-LP, einer EP oder einer 7 Zoll Single ist die jeweilige Spieldauer wie eine Art Rahmen oder wie eine begrenzte Leinwandfläche mit vorgegebenen Maßen, auf der ein Bild entstehen kann.

Bei allen diesen Beispielen wirkt Zeit als musikalischer Parameter und eben nicht nur innerhalb der Struktur einer Komposition, also nicht nur als immanente Dimension des musikalischen Verlaufs. Innerhalb der Zeitdauer des Tonträgers können durch die Reihenfolge der Stücke, durch deren Länge und durch die Länge der Pausen dazwischen, Signifikanz und Sinn und Spannung geschaffen werden. Die Stille zwischen den Stücken kann wichtig sein; über die Bedeutung der Stille als musikalisches Element gibt es längst einen Konsens, spätestens seit dem legendären Stück 4’33“ von John Cage. Die Dauer eines Stückes pro CD oder Vinyl-LP-Seite kann über die musikalischen Faktoren hinaus sogar als politisches Statement zum Musikbusiness genutzt werden. Man denke z.B. an die Alben der Berliner Psychedelik-Krautrocker der 1970er-Jahre, wo ein einzelnes Stück eine LP-Seite füllt, oft als plakative Demonstration gemeint für die damals beliebte bewusst antikommerzielle Haltung der Musiker.

Interessant wäre es, nebenbei bemerkt, das Stück „ORGAN²/ASLSP“ von John Cage, in der Version, wie sie in der Sankt-Burchardi-Kirche in Halberstadt präsentiert wird, als Download anzubieten, den das Stück dauert 639 Jahre.  ;-)

Wenn ich mit meinen Subharchord-Veröffentlichungen auf die CD setze, dann auch deswegen, weil ich, über die vorgenannten Gründe hinaus, die kleinen Scheiben mag, weil sie nette kleine und leicht transportable Objekte sind, die die Gelegenheit bieten, eigene Gestaltungsideen umzusetzen und so mit einer alten, lang gewohnten Produkt-Konvention zu spielen. In ihrer Kompaktheit sind das kleine Visitenkarten für das Subharchord und seinen Erfinder Ernst Schreiber. Ihm ist meine neue CD Subharchord-Favourites gewidmet.

AMAZONA.de:
Reale Objekte und welche Rolle spielt die künstlerische Ausbildung dabei.

Manfred:
Das Produzieren und Herausgeben von Tonträgern betrachte ich als tradierte, klassische Form der Herausgabe von Multiples, wie sie im Kunstkontext seit langer Zeit üblich ist. Mit dem Begriff „Multiples“ werden Auflagenobjekte von Künstlerinnen und Künstlern bezeichnet und genau das trifft den Sachverhalt: Ich betrachte mich ja nicht als konventioneller Musiker, sondern als Bildender Künstler, der Musik macht (oder mit Sound experimentiert). In der Zeit meines Studiums an den Kunsthochschulen in Berlin und Hamburg gab es immer drei Dinge, die mich interessiert haben: die Objektkunst und die Performance und die Konzeptkunst. Parallel habe ich mich immer auch mit Klangkonstruktion beschäftigt. Beides habe ich oft gedanklich verknüpft.

Meine starke konzeptuelle Herangehensweise, bzw. Denkweise möchte ich anhand von drei kurzen Beispielen erläutern:

Anlässlich eines Kompositionsauftrags vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in 2007 habe ich ein halbstündiges Stück produziert, das in einem Planetarium präsentiert wurde. Ich hatte nun keine Lust, klischeegemäß eine erneute Variante von Planeten- oder Sphärenmusik nach Hans Cousto oder Johannes Kepler zu fabrizieren oder eine Art „Star-Trek“-Soundtrack, sondern bezog mich eher auf den realen Raum des Gebäudes des Planetariums: Aus den aufgezeichneten Geräuschen von Menschen, die sich in einem vergleichbar großen Gebäude bewegten, habe ich simple Steuerspannungen und Trigger- und Gate-Signale generiert und mit Hilfe dieser Signale das aufgezeichnete Klangmaterial wieder modulieren lassen.

Der Raumbezug hat mich damals allgemein interessiert. Im Berliner Mies van der Rohe Haus habe ich ein Jahr später einen Dialog mit der „Tonart des Gebäudes“ versucht. Ausgangsbasis waren meine Überlegungen, nachvollziehbare Analogien zwischen dem Proportionsverhältnis der sichtbaren Formen der Architektur von Mies van der Rohe und den festgelegten Intervallen der Töne zu bilden.

Manfred Miersch im Mies van der Rohe Haus 2008

An die Auftragskompositionen, die ich für den Film „Grève ou crève“ von Jonathan Rescigno fertiggestellt habe (präsentiert im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin, 2020), bin ich ganz anders herangegangen, hier interessierte mich vor allem das Moment der Bewegung im Film: der Nebel, der durch die leeren nächtlichen Strassen zieht oder die Bewegung der Protestzüge der demonstrierenden Arbeiter. Ich habe versucht, das nicht zu illustrieren, sondern gegenläufige musikalische Bewegungen zu bilden, als eine Art Meta-Ebene parallel zur Handlung.

Die Art, wie ich mit Klängen arbeite, hat immer einen Bezug zu meiner Arbeitsweise als Künstler. Vermutlich ist das auch an den Instrumenten ablesbar, die ich umgebaut oder aus Teilen vorhandener Instrumente zusammengesetzt habe.

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Das habe ich schon zu meiner Zeit als Gitarrist gemacht …

Manfred Miersch Portrait mit Selbstbau-Gitarre 1984

… und mache das immer noch, z. B. bei meinem wie ein Pult gestalteten Synthi. Die verkabelten Stricknadeln, die ich in der Hand halte, sind flür, äh, für das Anschlagen der silbernen Pads.

Manfred Miersch Portrait mit Selbstbau-Synthi 2019

Zu der Zeit, als ich noch Gitarre spielte und in der mittlerweile legendären und vielbeschriebenen Szene Westberlins der 1980er Jahre in diversen Punkband-Formationen dilettierte und transpirierte, hatte ich auch erstmals flüchtigen Kontakt mit der Geschichte subharmonischer Klänge, denn die erste Veröffentlichung meiner Band wurde exakt in dem Raum eingespielt, in dem Oskar Sala jahrelang an seinem Trautonium saß: im Dachgeschoß im alten Gebäude der damaligen Berliner Hochschule der Künste (jetzt „Udk“) in der Fasanenstrasse 1B. Das war mal die „Hochschule für Musik“.

Zur Zeit der Aufnahmen dort mit meiner damaligen Punkband (noch analog auf einer Studer 24-Spur Bandmaschine!) ahnte ich nicht, wie mich das Thema der subharmonischen Mixturen später mal jahrelang beschäftigen sollte …

AMAZONA.de:
Stichwort „Raumbezug“: In was für einem Raum arbeitest du und wie sieht Dein Studio aus?

Manfred:
Das Foto von der Rückseite des Covers der LP „Empfange neue Signale“ meiner Band „atelierTheremin“ entstand in meiner Studio-Fabriketage

atelierTheremin – Empfange neue Signale – LP-Cover-Rückseite

Wer einen filmischen Eindruck von dem Ort erhalten möchte, der kann sich den Video-Clip anschauen, den ich für Promotion-Zwecke produziert habe. Im Film sind außer mir noch die beiden Mitmusiker meiner Band atelierTheremin zu sehen: Slyder und Arne Paul Neumann.

AMAZONA.de:
Welche konzeptuellen Überlegungen spielten bei deiner neuen CD „Subharchord Favourites“ eine Rolle? Was hat es beispielsweise mit dem Layout des Covers auf sich?

Manfred:
Das Cover ist eine Hommage an die vielen Schallplatten, mit Titeln wie „Hammond Evergreens”, „Golden Hammond Organ Favourites”, „The Magic Hammond Organ”, „The Mighty Hammond Organ” etc., die aufgrund des Erfolgs der Hammond-Orgel veröffentlicht worden sind.

Mit dem Cover von „Subharchord Favourites” wird imaginiert, wie es wohl gewesen wäre, wenn das Subharchord eine ebenso große Popularität wie die Hammond-Orgel erlangt hätte …

Im Umfeld des Erfinders Ernst Schreiber, der vor der Konstruktion des Subharchords eine elektronische Orgel gebaut hatte,  die „Toccata EKI 1“ (mit über 1100 Germanium-Dioden und 250 Röhren!), hätte man sich das gewünscht.

AMAZONA.de:
Bei einigen Stücken knistert und knackt es aus den Lautsprecherboxen. Ist da was beim Abmischen schiefgegangen?

Manfred:
Nein. Die wegen des Alters des Subharchords auftretenden Nebengeräusche (Knacken, Knistern, Rauschen etc.) wurden nicht beseitigt, sondern von mir gezielt als kompositorische Elemente einbezogen und verwendet. Vermutlich werde ich bei meiner übernächsten Subharchord-Produktion die wegen meines eigenen Alters auftretenden Nebengeräusche (Husten, Keuchen, schweres Atmen etc.) ebenso einbeziehen … ;)

AMAZONA.de:
Was hat es mit dem gesprochenen Text in „Kahlschlag-Plenum 65” auf sich, der inspiriert ist durch Reden von Erich Honecker, Konrad Naumann und Walter Ulbricht auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED der DDR, vom 15. – 18. Dezember 1965, wie auf dem Cover zu lesen ist?

Manfred:
Im Jahr 1964 erschien die Schallplatte „Experimentelle Musik” („Klangkunst mit dem Subharchord“) und im März des Jahres 1965 wurde der Subharchord-Prototyp auf der Leipziger Messe präsentiert.

Mit dem sogenannten „Kahlschlag-Plenum” wurde eine Verschärfung in der Kulturpolitik der DDR eingeleitet, die alles Experimentelle in der Kunst, Musik, dem Theater und der Literatur als schädlich und als „ideologische Verwilderung” brandmarkte.

Die nachfolgende kulturpolitische Eiszeit trug dazu bei, dass die Entwicklung und Produktion des Subharchords nach 1968 nicht mehr weitergeführt wurde. Die Produktion von Werken autonomer elektronisch basierter Musik endete dort bereits in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre.

AMAZONA.de:
Was hat es mit dem Titel „Kontakte, verkadmet“ auf sich?

Manfred:
In der Elektronik werden in der Regel alle wichtigen Kontakte in höherwertigeren Geräten vergoldet. In der DDR musste aus Gründen der Kostenersparnis spätestens um 1965 darauf verzichtet werden; mit der Folge, dass versilbert oder verkadmet wurde, auch „vercadmen“ oder „kadmieren“ genannt, d. h. mit Kadmium (Cadmium) überziehen – das ist die schlechteste Variante. Sie führt bei Geräten zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit und einer verkürzten Lebenszeit.

Der Titel bezieht sich auf diesen Sachverhalt und ist gleichzeitig eine ironische Hommage an Karlheinz Stockhausens berühmte Komposition „Kontakte”, entstanden 1958-60.

Der Titel des Stückes „Fanfare für den gewöhnlichen Oszillator“ ist ein Verweis auf das Stück „Fanfare for the Common Man” von Aaaron Copland und speziell eine Hommage an die bekannte Interpretation der Band „Emerson, Lake and Palmer” aus den späteren 1970er-Jahren. Keyboarder Keith Emerson spielte dort einen Yamaha GX1, einen ca. 400 kg schweren polyphonen analogen Synthesizer von 1975 im Design einer Elektronik-Orgel.

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Forum
  1. Profilbild
    mort76  

    „Die Streaming-Dienste sind ja so eine Art virtueller Jukebox, mit dem Unterschied, dass die gute alte analoge Vinylscheiben-Jukebox das Nutzerverhalten nicht analysiert hat und als Datensatz verwertet und weiterverkauft hat.“

    Die Platten-und CD-Verkaufzahlen wurden auch von der Industrie verwertet.

    • Profilbild
      teofilo  

      Ein „paar mehr“ Daten fallen beim Streaming schon an;o)
      (Und wer sie hat, weiß, auf was für Daten die Apps noch zugreifen dürfen.)

      • Profilbild
        mort76  

        Wenn ich bedenke, daß man früher entweder mit der Radioauswahl zufrieden sein mußte oder das ganze Taschengeld in Platten investieren mußte, um ein wenig Auswahl zu haben, würde ich glatt sagen, daß das kein schlechter Deal ist.

  2. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Schöner Artikel über Spielarten der elektronischen Musik, die abseits vom Mainstream stattfindet. Gerne mehr davon. Ich ganz persönlich subjektiv kann zwar nicht behaupten, dass mir das gefällt, was ich bisher an Kompositionen mit dem Subharchord gehört habe.

    Nun, da bin ich gleich bei einer Kritik, die ich bei allem Respekt vor den Ansichten vom Herrn Miersch bezüglich der CD äußern muss (die Ansichten teile ich übrigens voll und ganz und habe diese auch schon im Interview mit dem großartigen Herrn Land wieder entdeckt). Bei allem Respekt vor dem Produkt »Compact Disc« als Kunstform … aber gar keine Kostproben aus dem Album anbieten? Da mir Amazon mehr und mehr zuwider ist, forsche ich gerne nach den herausgebenden Labels und deren Shops. Da bin ich auf »Hey!Blau Records« gestoßen, wo das Album offenbar verlegt wird:

    https://heyblau-records.com/

    Die haben wiederum keinen eigenen Shop, sondern überlassen das – sehr zu meiner Freude – Bandcamp. Dort kann man die CD also auch bestellen.

    Allerdings – sehr zu meinem Bedauern – ohne dort die Tracks vorhören und ohne sie als FLAC oder in einem anderen Format herunter laden zu können. Stichprobenartig nachgeprüft gilt das offenbar für alle Alben von Hey!Blau.

    Wie gesagt und bei allem Respekt: Aber man muss nicht unbedingt auch die Vorteile der Internet-Technologien ignorieren (Download, vorhören).

    • Profilbild
      Robocob11  

      Stimme Dir voll zu, wer will schon die Katze im Sack kaufen? Gerade bei so spezieller Musik, würde einVorhören die Absätze sicher nach oben treiben :)

      • Profilbild
        Bernd-Michael Land  

        Ich habe soeben „die Katze im Sack“ bestellt und lasse mich gerne positiv überraschen.
        Warum auch nicht?
        Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon in einer fremden Stadt erstmals in einem Restaurant zum Essen war, das ein Vielfaches als den läppischen Preis einer CD gekostet hat. Konnte ich dort von jedem Menü vorher ein Probierhäppchen bekommen?
        Nein, ganz sicher nicht.

        Welches Risiko gehe ich denn ein?
        Im schlimmsten Falle höre ich das Album nur ein einziges mal an und es landet dann für die nächsten 20 Jahre ungespielt im Regal.
        Klar, das wäre doof, aber auch nicht schlimmer, als nach 20 Minuten ein Rockkonzert wieder verlassen zu müssen, weil die Musik total laut und die Akustik grottenschlecht ist.

        Ich bin außerdem fest davon überzeugt, das Manfred Miersch ziemlich genau weiß was er da macht.
        Wäre die Musik für mich dann trotz allem so unerträglich für mich, was ich nicht glaube, so bliebe mir doch wenigstens Eines: Ich habe einen kreativen Künstler unterstützt, Jemanden aus unserer Mitte, der andere Wege geht und jeden Support von der Allgemeinheit gut brauchen kann.
        Und die Kunst und Kultur in den heutigen Zeiten zu unterstützen, das ist ja auch schon mal was.

  3. Profilbild
    the_sequencer

    Cooles Interview mit einem sympathtischen Klangforscher. Mußte sofort an Oskar Salas Konzert damals beider Zeil Galerie Eröffnung in Frankfurt auf dem Trautonium denken (1993). Ich war damals dabei und außer ein paar Klangfans konnte wohl keiner der Zuschauer etwas mit Oskars Trautonium Improvisationen anfangen. Laut Wikipedia ist das Trautonium ja wohl ein Vorbild vom Subharchord gewesen. (Cooles Youtube Video gibt´s von diesem seltenen Auftritt . Oscar spielte mit viel Vibrato, das war noch Aftertouch…..
    (Oskar Sala – Zeilgalerie in Frankfurt, 1993)

    Wobei das Trautonium, ja völlig anders gestaltet als das Subharchord war.
    Beim Trautonium war das Vibrato direkt mit der Metallschiene an der Saite über den Tasten erzeugbar.

    Faszinierend was alles außerhalb des Mainstream Musikgeschmackes möglich ist.

    Zum Streaming, finde die positiven Vorteile der eigenen Playlists und die Möglichkeit ungekannte Klangperlen zu finden überwiegt die Nachteile.

    Sehe den Vorteil von Vinyl und CD nur noch in der Haptik und das tatsächlich immer noch viele, nicht Mainstream Produktionen gibt, wo Labels pleite gingen oder unklare Rechte sind. Diese wirds wohl nie oder nur selten im Streaming zu finden sein.

    Kassette, ehrlich??? hab noch ca200 unten im Keller und kann mich seit 20Jahren nicht aufraffen, diese zu digitalisieren…..

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Geiler Sound. .keine Ahnung was das Viech..ist..es ist gewaltig…wenn interessiertes ….ja mich geil,…weiter so ..lg

  5. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    Sehr interessantes Maschinchen.
    Habe mir das neue Album bestellt und jetzt komplett durchgehört.
    Das ist mal wieder etwas völlig Anderes, als das was man so kennt.
    Gut gemacht.

  6. Profilbild
    liquid orange  AHU

    Eine CD ist für mich auch nur ein charakterloser Datenspeicher der mir – in meinem Alter – meist zu kleine Informationen auf Papierzettelchen in einer Plastikverpackung anbietet. Da die Stücke jederzeit skipbar sind, sehe ich kaum einen Unterschied zu Files die auf meinem Computer sind, die Infos kann ich im Netz sogar auf Altersgrösse zoomen. Das Teil ist so kalt, dass man es fast sorglos in einen Player reinwerfen kann, da geht jede musikalische Erotik von Anfang an verloren.
    Ich liebe es mich mit Vorfreude auf eine Platte vorzubereiten, erst das Cover ansehen, liebevoll und mit Sorgfalt die Platte „auszuziehen“, auf den Plattenspieler zu legen, sie zu reinigen und die Nadel vorsichtig ab zu setzen. Dieser Vorgang ist das „musikalische Vorspiel“ und ich bin bereit mich voll und ganz der Musik hinzugeben.

    Vinyl ist Sex pur, alles andere musikalische… Ich überlasse Euch jetzt die Fantasie ;-)

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      Das kann man so sehen, trifft aber nicht immer zu.
      Ein paar Gründe, warum ich trotz der Nachfrage nicht auf Vinyl release:

      1. Die Spielzeit auf Vinyl ist viel zu kurz. Besonders Ambienttracks in die man sich „hineinträumt“ sind meistens etwas länger.
      Ich habe noch nie ein Album mit einer Spielzeit unter 73 Minuten produziert.

      2. Meine Mischungen mit breitem Stereopanorama sind auf Vinyl technisch so nicht möglich und die Musik würde dann sehr viel von ihrer Faszination verlieren.

      3. Nur weil eine CD nicht rauscht, kratzt oder knistert, ist die Musik darauf ja nicht kalt.

      4. Man kann das Einlegen einer CD ebenso zelebrieren, wie das Auflegen einer Vinylscheibe, das macht keinen Unterschied. Niemand muss Tracks skippen, auch wenn man es könnte.

      5. Meine Booklets haben oft 28 Seiten und die Schrift ist gut lesbar. Hier finden sich mehr Informationen, als auf einem Vinylcover.

      6. Der völlig überzogene Preis der Produktion macht Vinyl von der kaufmännischen Seite her total uninteressant.

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