AMAZONA.de Autoren: Ingo Barsekow

18. August 2006

Ingo Barsekow

Name: Ingo Barsekow
Geburtsdatum: 30. Juli. 1967
Autor für den Fachbereich: Software/Recording

AMAZONA Autor seit: 2003

AMAZONA:
Erzähl unseren Lesern zunächst doch einmal etwas über Dich.

Ingo
Eigentlich bin ich Sauerländer, wurde aber im zarten Alter von einem Jahr nach München verzogen, was ich meinen Eltern bis heute nicht verziehen habe,-). In Bayern habe ich dann den ganz normalen Werdegang durchlaufen: Schule, Abitur, Studium. Auch wenn ich gerne Musik studiert hätte – BWL war auch nicht ganz umsonst. Erste Berufserfahrungen hatte ich dann 1992 in einem kleinen Ingenieurbüro, das Tonstudios und Radios ausrüstete. In dieser Zeit habe ich die Umstellung von analog auf digital intensiv mitbekommen. Die grossen Otaris und Studer wurden durch kleine DA-88 ersetzt. Leider hat damals keiner – ich auch nicht – daran gedacht, die alten Teile zu kaufen. Jeder wollte nur noch digital… Danach ging es dann weiter als Produktmanager in diversen Ton – und Medienfirmen. Der große Break kam 2003, als ich mich entschloss, komplett auf eigene Verantwortung zu arbeiten. Der Grund war sicher die immer wiederkehrende Routine in den Jobs, ein Verlagsvertrag mit der UFA als auch der nagende Hintergedanke: Vieles kannst Du auch selbst machen. Auch wenn es finanziell ein heftiger Break war – ich lebe noch und nicht so schlecht mit Kind und Kegel in der Nähe von München.

AMAZONA:
Verdienst Du mit Deiner Musik schon Geld oder finanzierst Du damit vielleicht schon Deinen Lebensunterhalt?

Ingo:
Ja, ich habe schon während meiner Angestelltenzeit produziert und finanziere heute meinen Lebensunterhalt allein dadurch. Hinzu kommen noch DVD Produktionen, die ich in Kooperation mit Dritten herstelle. So circa 40% kommt mit eigener Musik (GEMA) herum, während der Rest durch Fremdproduktionen gedeckt wird. Ganz von der eigenen Musik zu leben ist sehr schwer, aber der Anteil wächst. Zu Beginn meiner Selbständigkeit konnte ich mich nur durch Gigs in Coverbands und Auftragsproduktionen über Wasser halten. Da wäre ich fast gescheitert.

Neve

Neve

AMAZONA:
Wie bist Du zur Musik gekommen?

Ingo:
Klar durch die Eltern: Mit fünf begann ich das Klavier zu malträtieren und hatte so bis 18 Jahren Unterricht. In der kompletten Zeit schrieb ich lieber eigene Songs als mir den Bach zu geben. Mit 14 kaufte ich mir mein erstes Schlagzeug – ein Aria für 1.400 DM. So begann meine Karriere als Dauergast in sämtlichen Musikgeschäften – sei es um die neuesten Synthesizer, FX und Drums anzutesten oder den Verkäufern ein Ohr abzukauen. Andere gingen zum Baden, mit ihrer Freundin aus – ich in den ‚Musicshop’. Musikmesse war Pflicht. Gott sei Dank hatte ich recht früh Jobs als Mucker, die mich finanziell in die Lage versetzten, auch während der Schule eine ganz ordentliche Palette an Hardware anzuhäufen – was irgendwann natürlich auch ziemlicher Blödsinn war, denn Du musst ja auch einmal ‚Musik’ machen – etwas, das sich der Technik immer mehr unterzuordnen schien.

AMAZONA:
Welche Art von Musik hat Dich am meisten begleitet, inspiriert und letztendlich beeinflusst?

Ganz schwierige Frage – das ist ein riesiges Gemisch an verschiedenen Stilen und es hat sich immer wieder geändert. Am Anfang viele Vinylplatten meines Vaters, der selbst Bassist in einer Jazzcombo war und auch heute noch spielt. Das Standardprogramm für mich zu Hause begann irgendwo Mitte der 70er mit 60’ties Jazz-, Soul- und Gospelplatten, zu denen ich auf Kissen mitklopfte, wo es ging. Natürlich kamen dann viel Disco und Schlager-Zeugs auf meine Grundig-Bandmaschine und weil meine Mum ein Faible für Klassik hatte (nette Diskrepanzen in der Ehe, nicht wahr?), ging auch dieser Kelch nicht spurlos an mir vorüber. Allgemein gesagt, hat mich alles angesprochen, was sich für mich musikalisch zeitlos gut, groovig und irgendwie auch perfekt produziert anfühlte. Als Drummer mit Klavier lag der Interessensschwerpunkt erst mehr in keylastigen Genres, was die 80er Jahre eigentlich auch ausfüllten. Gitarren waren in diesen Tagen nur Schmuck, aber nicht ernsthaft gefährlich. Hier wären Depeche-Mode, Erasure, FGTH, Stock Aitken Waterman Produktionen und die ganze englische Synthie-Pop-Sippe zu nennen. Ab den 90er beeindruckten mich mehr sparsame Arrangements von kühl produziertem Pop a la Lisa Stansfield. Daneben alles, was extrem tanzbar war. Acid, House, Dance im weitesten Sinne. Hip Hop aber auch Grunge konnten mein Herz erwärmen. Bei Nirwana wurde mir klar, das sich eine Produktion einfach und ehrlich anhören sollte, aber in Wirklichkeit extrem ausgefeilt sein muss.

Kurz: wie zu jeder Zeit umgibt mich die Musik, die alle umgibt und die Zeit wird zeigen, welche Musik mich heute am meisten beeinflusst hat.

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