Wie der Tonabnehmer den Sound deiner Gitarre prägt
Tonabnehmer (oder engl.: Pickups) bestimmen den Klang einer E-Gitarre maßgeblich – und dennoch ranken sich um sie bis heute zahlreiche Mythen. In diesem Teil der AMAZONA Gitarren-Akademie werfen wir einen Blick unter die Abdeckung und erklären verständlich, wie Pickups funktionieren und warum ihre Bauart den Sound so stark beeinflusst.
Worum geht es? Im zweiten Teil der AMAZONA Gitarren-Akademie erklären wir die Grundlagen von Tonabnehmern (Pickups), ihre Funktionsweise und ihren Einfluss auf den Klang einer E-Gitarre.
- Grundlagen: So funktionieren Tonabnehmer und warum elektromagnetische Induktion den Gitarrensound erst möglich macht.
- Pickup-Typen: Single-Coil, Humbucker und P90 im Vergleich – Aufbau, Klang und typische Einsatzgebiete.
- Praxis: Warum Pickup-Position und -Höhe den Klang stärker beeinflussen können, als viele vermuten.
- Wissen: Spannende Hintergründe zum Quack-Sound, Humbucker und weiteren Mythen rund um Pickups.
- Ausblick: Die Gitarren-Akademie führt euch Schritt für Schritt durch alle wichtigen Themen rund um die E-Gitarre.
Inhaltsverzeichnis
- Was macht ein Tonabnehmer überhaupt?
- Warum klingt nicht jeder Pickup gleich?
- Single-Coil-Pickups – klar, offen und brillant
- Humbucker – zwei Spulen gegen das Brummen
- Der P90 – die goldene Mitte?
- Aktiv oder passiv?
- Vintage-Output oder High-Output?
- Die Position macht den Sound
- Pickup-Höhe – ein unterschätzter Faktor
- Was beeinflusst den Klang stärker: Holz oder Pickup?
- Ausblick
Nachdem wir uns im ersten Teil der Gitarren-Akademie mit Aufbau und Funktionsweise der E-Gitarre beschäftigt haben, geht es diesmal an eines ihrer wichtigsten Bauteile: den Pickup.
Kaum ein anderes Thema wird unter Gitarristen so leidenschaftlich diskutiert. Single-Coil oder Humbucker? Vintage oder High-Output? Aktiv oder passiv? Oft wird dabei über den Klang gesprochen, ohne zu verstehen, warum sich verschiedene Tonabnehmer überhaupt unterschiedlich anhören.
Genau das ändern wir heute. Wir schauen uns an, wie ein Pickup funktioniert, warum seine Bauweise den Klang beeinflusst und weshalb bereits wenige Millimeter Höhenunterschied den Sound deutlich verändern können.
Was macht ein Tonabnehmer überhaupt?
Der Tonabnehmer – auf Englisch Pickup – wandelt die Schwingungen der Gitarrensaiten in elektrische Signale um. Das funktioniert komplett ohne Mikrofon oder Lautsprecher. Stattdessen macht sich der Pickup ein physikalisches Prinzip zunutze: die elektromagnetische Induktion.
Im Inneren des Tonabnehmers befindet sich ein Magnet, um den mehrere Tausend Windungen dünnen Kupferdrahts gewickelt sind. Der Magnet erzeugt ein Magnetfeld, das die Stahlsaiten der Gitarre umgibt.
Sobald eine Saite angeschlagen wird, bewegt sie sich also innerhalb dieses Magnetfeldes. Dadurch verändert sich das Magnetfeld ständig und in der Kupferspule entsteht eine kleine elektrische Spannung. Genau dieses Signal gelangt anschließend über das Gitarrenkabel zum Verstärker. Je stärker die Saite schwingt, desto größer wird das elektrische Signal.
Hier zeigt sich dann auch deutlich, warum E-Gitarren diese an den Fingerkuppen schmerzenden Stahlsaiten benötigen. Nylon- oder Bronzesaiten würden mit einem magnetischen Pickup kaum oder gar nicht funktionieren.
🔬 Technik erklärt
Der Pickup erzeugt selbst keinen Ton. Er wandelt lediglich die Schwingung der Metallsaiten über elektromagnetische Induktion in eine elektrische Spannung um, die anschließend vom Verstärker verarbeitet wird.
Warum klingt nicht jeder Pickup gleich?
Obwohl alle magnetischen Pickups nach demselben Prinzip arbeiten, unterscheiden sie sich in vielen Details. Einfluss auf den Klang haben unter anderem:
- Magnetmaterial
- Anzahl der Wicklungen
- Drahtstärke
- Bauform
- Position auf der Gitarre
- Abstand zur Saite
Schon kleine Änderungen an nur einem einzigen dieser sechs Punkte können hörbare Auswirkungen auf Lautstärke, Dynamik und Frequenzgang haben.
Single-Coil-Pickups – klar, offen und brillant
Der klassische Single-Coil besteht – wie der Name bereits erahnen lässt – aus nur einer einzigen Spule. Bekannt wurde dieser Pickup-Typ vor allem durch die Firma Fender mit ihren Modellen Stratocaster und Telecaster und prägt seit den 50er-Jahren unzählige Aufnahmen aus Rock, Blues, Country, Funk und Pop.
Seine Stärken liegen vor allem in einer sehr direkten Ansprache sowie einer hohen Transparenz. Die typischen Eigenschaften sind:
- brillante Höhen
- straffe Bässe
- sehr gute Saitentrennung
- hohe Dynamik
Dadurch wirken Single-Coils oft lebendig und reagieren äußerst sensibel auf die Spielweise.
Das klingt ja jetzt schon so, als wäre der Single-Coil so ziemlich alles, was wir brauchen. Aber alles hat seine Schattenseiten, so auch diese Bauform des Tonabnehmers. Die Dinger brummen nämlich. Und wer schon mal mit einer Strat im Übungskeller unter der Neonröhre gestanden hat, der weiß sehr gut, was ich meine. Der Grund ist einfach: Eine einzelne Spule funktioniert gleichzeitig wie eine kleine Antenne.
Netzteile, Neonröhren oder Computer erzeugen elektromagnetische Störungen, die als das bekannte und gefürchtete 50-Hz-Brummen hörbar werden lassen. Dieses Nebengeräusch gehört praktisch zum Charakter klassischer Single-Coils und es gibt Gitarristen die behaupten, dass etwas, was nicht brummt, auch nicht gut klingen könne. Nun ja …
💡 Schon gewusst?
Warum brummt ein Single-Coil?
Ein Single-Coil arbeitet nicht nur als Tonabnehmer, sondern leider auch als kleine Antenne. Dadurch empfängt er elektromagnetische Störungen aus der Umgebung, etwa von Netzteilen, Leuchtstoffröhren oder Computermonitoren. Das bekannte 50-Hz-Brummen war in den 1950er-Jahren so störend, dass Gibson-Ingenieur Seth Lover den Humbucker entwickelte. Dessen zwei gegensinnig gewickelte Spulen löschen die eingestreuten Störsignale weitgehend aus – daher auch der Name „Humbucker“, also „Brumm-Unterdrücker“.
Humbucker – zwei Spulen gegen das Brummen
In den 1950er-Jahren entwickelte Gibson eine clevere Lösung gegen das Brummen. Anstatt nur eine Spule zu verwenden, wurden zwei Spulen miteinander kombiniert. Dabei sind sie elektrisch gegensinnig verschaltet und besitzen entgegengesetzte Magnetpole. Dadurch löschen sich die eingestreuten Störgeräusche gegenseitig aus. Daher stammt auch der Name Humbucker, frei übersetzt also „Brumm-Unterdrücker“.
Neben den geringeren Nebengeräuschen verändert diese Konstruktion gleichzeitig aber auch in recht wohltuender Art und Weise den Klang. It’s magic. Oder schlicht: Wissenschaft.
Die typischen Eigenschaften des Humbuckers im Vergleich zum Single-Coil sind:
- kräftigere Mitten
- mehr Ausgangspegel
- wärmerer Klang
- weniger brillante Höhen
- leicht komprimierte Dynamik
Deshalb sind Humbucker besonders beliebt für Rock, Hard-Rock und Metal, funktionieren aber auch genial für Blues oder Jazz.
💡 Schon gewusst?
Ein moderner Humbucker besteht häufig aus mehr als 5.000 Windungen Kupferdraht pro Spule. Wickelt man den Draht eines Humbuckers vollständig ab, kann er mehrere Kilometer lang sein. Es gibt auch Humbucker im Single-Coil-Format, damit man problemlos einen Wechsel vornehmen kann.
Der P90 – die goldene Mitte?
Der P90 wird häufig mit einem Single-Coil verwechselt. Tatsächlich besitzt er ebenfalls nur eine Spule, diese ist jedoch deutlich breiter aufgebaut. Der Name „P90“ ist übrigens eine ganz pragmatische Bezeichnung der Gibson-Techniker, die das Ding entwickelt haben. Das „P“ steht für Pickup, die 90 war einfach gerade dran, als das Teil eine Nummer bekommen musste.
Durch seine Bauart sollte so ein P90 also das Beste aus beiden Welten darstellen, oder?
- druckvoller als ein Single-Coil
- offener als ein Humbucker
- sehr mittenbetont
- rau und direkt
Der Klang wird gern als besonders organisch und dynamisch beschrieben. Allerdings übernimmt der P90 auch den größten Nachteil des Single-Coils: Er brummt. Höllisch. Aber ein kleiner Italiener erklärt hier kurz und knapp den Unterschied zwischen Humbucker und P90 und am Ende des Videos hört ihr den Unterschied sehr schön heraus:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
🎵 Hör-Tipp
Falls ihr schon eine eigene E-Gitarre habt: Vergleicht einmal den Hals- und den Steg-Pickup eurer Gitarre über denselben Verstärker mit identischen Einstellungen. Achtet dabei besonders auf Attack, Mitten und Sustain – ihr werdet überrascht sein, wie groß der Unterschied allein durch die Position des Pickups ist.
Aktiv oder passiv?
Die meisten Gitarren besitzen passive Pickups. Hier entsteht das komplette Signal ausschließlich durch Magnet und Spule, da ist sonst kein zusätzlicher Strom nötig. Aktive Pickups dagegen arbeiten ebenfalls mit Magneten, besitzen zusätzlich aber einen integrierten Vorverstärker, der über eine Batterie versorgt wird. Dadurch ergeben sich einige deutliche Unterschiede:
Passive Pickups
- natürliche Dynamik
- reagieren stark auf Anschlag und Volume-Poti
- große Klangvielfalt
Aktive Pickups
- höherer Ausgangspegel
- geringeres Eigenrauschen
- sehr klarer Klang und definierter Bass
- oft etwas komprimierter Klang, der von Kritikern gern als seelenlos bezeichnet wird.
Besonders im Metal-Bereich sind aktive Pickups seit vielen Jahren sehr beliebt, Kirk Hammett etwa hat seine eigenen Signature-Pickups von EMG, Steve Lukather hat bis zum Erscheinen der dritten Version seiner Music Man Gitarre ebenfalls EMG-Pickups gespielt. Sogar David Gilmour hatte auf seiner roten Strat ein eigens für ihn designtes Set. Ich bin selbst auch großer Fan vom klaren Klang aktiver Pickups, man muss diesen aber einzusetzen wissen.
Vintage-Output oder High-Output?
Nicht jeder Pickup liefert gleich viel Pegel. Vintage-orientierte Pickups besitzen meist weniger Wicklungen. Dadurch entstehen mehr Dynamik, mehr Transparenz und ein geringerer Ausgangspegel.
High-Output-Pickups dagegen besitzen dagegen mehr Wicklungen. Daraus folgt konsequenterweise ein stärkeres Signal, kräftigere Mitten und etwas weniger Dynamik. Mehr Output bedeutet also nicht automatisch besseren Klang, es bedeutet lediglich, dass der Verstärker anders angesteuert wird und so schneller ein verzerrter Sound erzeugt werden kann. Was das nun genau ist, wird in einer der nächsten Folgen der Amazona Gitarren-Akademie erklärt.
🤔 Mythos oder Wahrheit?
„Je höher der Output eines Pickups, desto besser klingt er.“
Mythos. Ein höherer Ausgangspegel sorgt lediglich dafür, dass der Verstärker stärker angesteuert wird. Ob ein Pickup besser klingt, hängt vielmehr von seiner Konstruktion und davon ab, ob sein Klangcharakter zum Instrument und zur Musik passt.
Die Position macht den Sound
Mindestens genauso wichtig wie der Pickup selbst ist seine Position. Je näher sich der Tonabnehmer am Hals befindet, desto größer ist die Schwingung der Saite, die vom Pickup aufgenommen wird. Der Klang wird voller, wärmer und bassreicher.
Am Steg schwingt die Saite deutlich weniger. Dafür entstehen mehr Höhen, mehr Attack (Reaktion auf den Anschlag) und eine höhere Durchsetzungskraft. Deshalb klingen selbst zwei völlig identische Pickups an unterschiedlichen Positionen völlig verschieden.
💡 Schon gewusst?
Der berühmte „Quack“-Sound war ursprünglich gar nicht geplant.
Als Leo Fender die Stratocaster 1954 entwickelte, besaß sie lediglich einen 3-Wege-Schalter. Viele Gitarristen entdeckten jedoch schnell, dass sich der Schalter zwischen zwei Rastpositionen klemmen ließ. So waren plötzlich zwei Pickups gleichzeitig aktiv und es entstand der charakteristische glockige, drahtige Klang, der später als „Quack“ bekannt wurde. Erst Ende der 1970er-Jahre führte Fender den heute selbstverständlichen 5-Wege-Schalter serienmäßig ein und machte die beliebten Zwischenpositionen 2 und 4 offiziell zugänglich.
Pickup-Höhe – ein unterschätzter Faktor
Ein Pickup lässt sich in seiner Höhe einstellen und bereits ein einziger Millimeter verändert den Klang deutlich. Ist der Pickup zu weit von den Saiten entfernt, sinkt der Pegel und der Klang wirkt dünner.
Ist er dagegen zu nah an den Saiten, können die Magnetkräfte die Saitenschwingung beeinflussen und so das künstliche, frühzeitige Absterben des Sounds herbeiführen. Intonation und Schwingungsverhalten leiden auch darunter. Eine der bekanntesten Diagnosen in Gitarristenkreisen neben der Sehnenscheidenentzündung ist die sogenannte Stratitis.
Das Magnetfeld (meist des Hals-Pickups, denn hier schwingt die Saite ja am größten) beeinflusst den Klang dann dergestalt, dass besonders beim Spiel in den höheren Bünden oder auf den tiefen Saiten ein unsauberer, schwebender, verstimmt wirkender Klang entsteht. Die optimale Einstellung erfolgt daher immer nach Gehör und nicht ausschließlich nach Millimeterangaben.
🎸 AMAZONA-Tipp
Schon wenige Millimeter Unterschied bei der Pickup-Höhe können den Klang deutlich verändern. Bevor ihr neue Pickups kauft, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Einstellung der vorhandenen Tonabnehmer. Oft steckt darin mehr Klangpotenzial, als man vermutet.
Was beeinflusst den Klang stärker: Holz oder Pickup?
Diese Diskussion wird vermutlich niemals enden, obwohl sie physikalisch schon längst gelöst ist. Fest steht jedoch, dass der Pickup das erste Glied der elektrischen Signalkette ist. Er entscheidet also darüber, welche Informationen überhaupt bis zum Verstärker gelangen.
Holz, Konstruktion, Hardware und Saiten haben natürlich ebenfalls Einfluss auf den Klang. Ein Wechsel des Pickups verändert den Sound deiner E-Gitarre jedoch deutlich stärker als viele andere Modifikationen.
Ausblick
Deine Reise hat gerade erst begonnen. In den nächsten Teilen der AMAZONA Gitarren-Akademie widmen wir uns Verstärkern, Lautsprechern, Effekten, Pedalboards, Saiten, Setups, Gitarrenpflege und vielen weiteren Themen rund um die E-Gitarre. Schritt für Schritt entsteht so ein umfassendes Nachschlagewerk. Verständlich erklärt, praxisnah und mit vielen Tipps aus dem Musikeralltag.
































Bin zwar jahrzehntelanger Synthie-Fan – aber aufgrund noch längerer Arbeit im Bereich Audio-Electronic gelegentlich (wie derzeit) auch involviert in die Reparatur von Gitarren-Equipment.
Und genau als Techniker würde ich hier und in den folgenden Themen dieser sicher hoch-interessanten ‚Gitarren-Akademie‘ sehr gerne auch technische Aspekte und Daten sehen, die einem Gitarre-Spieler helfen können, sein Equipment besser zu verstehen und eben die technischen Aspekte zu kennen und Nutzen hieraus zu ziehen (z.B. für Wartung, Reparatur etc.).
Dies betrifft in dieser ersten Folge – die sich mit Tonabnehmern befasst – z.B. auch deren elektrischer Innen-Widerstand (Impedanz) … zumal der ja für den ganzen Anfang der Signalkette bis hin zum Lautsprecher verantwortlich und für die im diesem ersten Betrag genannte Empfindlichkeit gegenüber Brumm-Einstrahlungen) aus z.B. Netzteiltransformatoren und anderen ‚Brummherde‘ verantwortlich) ist.
Der elektrische Widerstand eines Tonabnehmers lässt sich mit Hilfe selbst des einfachsten Multimeters auch leicht messen – was ja sehr eine einfache Funktionsprüfung darstellt, ohne den Pick-up in eine Gitarre einzubauen und die Saiten darüber zu spannen . . .
Klar, nicht jeder Gitarrist will/braucht technische Grundlagen seines Equipments – aber für solche, die eben erweitertes Interesse haben oder sich weitere technische Grundlagen (z.B. auch für Modifikationen ihres Sets) aneignen wollen, sind technische Aspekte & Daten und deren Grundlagen sicher sehr sinnvoll.
@Nvelope Da bin ich absolut bei dir, so etwas wird‘s geben, versprochen. Ich möchte aber nicht in jedem Artikel alles nur anreißen sondern jedem wichtigen Thema eine eigene Plattform geben. Die Akademie ist ja noch jung 😃
@Jan Steiger Danke für die schnelle Antwort. Das sieht sehr gut aus und wird dann sicher vielen Gitarristen helfen, ihr Instrument und die benutzten Geräte besser zu verstehen.
Diese Serie ist eine sehr gute Idee – ich ich warte gespannt auf die Folgethemen, die sicher auch mir als Techniker viel weiteres Wissen und Verstehen bringen werden!
danke🙂
Sind es tatsächlich „… mehrere Tausend Windungen dünnen Kupferdrahts …“ ?
Bei den Abbildungen der Single Coils sind es ca. 15 Windungen – sicherlich nur zur Veranschaulichung. Aber mehrere Tausend?
@Ragutini Der Draht ist nur etwa 0,06 mm dick, bei einem Single-Coil kommt man da schnell auf 7.000 bis 10.000 Wicklungen. Der Durchschnitt liegt glaub ich irgendwo bei 8.000 Wicklungen. ✌
@Jan Steiger Vielen Dank für die Erläuterungen. Solch dünnen Kupferdraht präzise und mit konstanter Qualität zu verarbeiten – da steckt mehr Können und Fertigungstechnik hinter, als ich mir bisher bewusst gemacht habe.
@Ragutini Das ist ein KI-generiertes Bild (danke an den Autor für den Hinweis in der Unterzeile des Fotos) … und ganz so ’schlau‘ ist die KI ja nun doch nicht!
Diese noch fehlende Intelligenz sieht man ja auch am TRS- (genannt auch Stereo-)Klinkenstecker im gleichen Bild – und zwischen dem Pick-up und dem Stecker ist ja klar en zweipoliges Kabel zu sehen, welches eben den ‚Ring‘ im TRS-Stecker gar nicht benötigt!
Dazu kommt, dass das Kabel aus zwei identischen (farblich unterschiedlich ‚isolierten‘) Einzel-Litzen zu sein scheint – obwohl in der Realität ja nur EIN (Innen-)Leiter notwendig ist … und um diesen herum eben die unabdingbare (Einstrahlungen verhindernde!) Abschirmung.
Auch im unteren Block des Bildes “Single-Coil vs. Humbucker“ sind Fehler – so die Stummel-Gitarre in der linken unteren Ecke … und auch der Pfeil HIN zum Gitarrensignal des Humbuckers … anstatt einem Pfeil von der Gitarre rechts hin zum Symbol in der Mitte.
Dies zeigt, dass die heutige KI immer noch Detail-Fehler produzieren kann, die – wie in deinem Fall – doch tatsächlich echte Fragen und (wie hier) technische Nachfragen aufwerfen.
Aber sicher arbeitet die KI schon an der Verbesserung von KIs … (Satire aus).
@Nvelope Die KI trainiert sich selbst, das ist ja das Gruselige. Aber zum Erstellen solcher Schema-Zeichnungen ist das schon ziemlich praktisch. So lange kritische Nachfragen kommen, mach ich mir um die natürliche Intelligenz unserer Leser keine Sorgen 😀
@Jan Steiger Absolut richtig … das kann man nicht besser ausdrücken!
@Ragutini Solche magnetischen Tonabnehmer sind sehr hochohmig (= haben einen hohen elektrischen Widerstand, der in Ohm bzw. kOhm oder MOhm gemessen wird).
Deswegen erfordern sie auch Eingangsimpedanzen von > 500 kOhm oder noch höher in den nachfolgenden Geräten (Effekte/Verstärker) …
Wären es nur ganz wenige Windungen, dann wäre der Ausgangswiderstand eines solchen Pick-ups bei sehr wenigen Ohm (sicher unter einhundert).
Schon der hohe Widerstand eines solchen Tonabnehmers im 2-stelligen kOhm-Bereich sagt folglich, dass es sehr sehr viele Windungen eines sehr dünnen Drahtes sein müssen.
Der Draht in Lautsprecher-Schwingspulen ist dramatisch dicker, da er ja teilweise hohe oder gar sehr hohe Verstärkerleistungen aushalten und über den Magneten in Membran-Schwingungen umsetzen muss. Lautsprecher haben aber in aller Regel 8 Ohm Impedanz (mit Multimetern gemessener DC-Widerstand etwa 5…6,5 Ohm) – was eben auf überschaubar wenige (einige Dutzend) Windungen eines dicken Drahtes hinweist.
@Nvelope Vielen Dank für die detaillierte Erklärung!
Je dünner der Draht, desto höher der Widerstand. Stimmt, hätte ich selbst drauf kommen können – hatte ich ja schon mal im Physikunterricht gehört.
Spätestens, als mir damals ein Transistor-Stereoverstärker verschmort ist wegen der falschen Lautsprecher-Impedanz wurde mir klar, dass Ohm-Angaben mindestens so wichtig sind wie Volt und Ampere. :-)
@Ragutini Nun – Transistor bzw. Halbleiter-Verstärker sind da schon noch etwas tolerant gegenüber einer ohm’schen Fehlanpassung – etwas nach unten (also niedrigere Lastimpedanz – solange man nicht eine hohe Leistung abruft, tolerieren Halbleiter-Verstärker schon noch etwas) … aber insbesondere nach oben: ausnahmslos jede höhere Last-Impedanz als der minimale Wert des Verstärkers gefährdet absolut nicht den Verstärker; also 32 Ohm Lautsprecherlast an einem 4-Ohm-Ausgang ist null Problem! Macht nur eine geringere Ausgangsleistung des Verstärkers und somit weniger Lautstärke …
Bei Röhren-Verstärkern sieht das dann aber völlig anders aus: eine Fehlanpassung im Lautsprecherausgang führt sehr schnell zur Überlastung des Verstärkers und des Übertrager-Trafos … und zu einem in aller Regel kapitalen Schaden der Endstufe.
Aber darauf wird dann sicher Jan Steiger innerhalb dieser Serie ‚Gitarren-Akademie‘ sehr klar eingehen …
Also ich finde die Formulierung „ein kleiner Italiener erklärt hier kurz und knapp den Unterschied zwischen Humbucker und P90“ ganz schön daneben…
@xArtVandelayx Da geb ich dir recht, da ist mein kirmesbandgeschädigtes Schlagerhirn mit mir durchgegangen 😅
Ich hab das eigentlich auch nur gedacht, war mir gar nicht bewusst, dass meine Finger meinen Gedanken auch folgen könnten 🫣
… und zuguter letzt ist auch die Qualität des Pickups nicht zu vernachlässigen. Ob nun Humbucker, P90 oder Single Coil so ist die Materialauswahl doch ein ganz entscheidener Punkt.
Namhafte Hersteller wie z.B. Fender, diMarzio, Seymour Duncan usw. setzten auf hohe Qualitätsstandarts, im Gegensatz zu den No-Name Pickups.
Nicht umsonst unterscheiden sie sich im Preis. Klar auch No-Name Pickups können für den einzelnen User durchaus gut sein, es liegt hier am eigenen Geschmack wie eine Gitarre klingen soll.
Wer aber eine günstige Gitarre hat, sollte einfach mal hochwertige Pickups antesten. Sie einzubauen ist kein Hexenwerk, und viele werden dann den „WOW Effekt“ erleben.
Desweiteren könnte man auf diesem Wege auch seine Gitarre sehr nah an die großen Hersteller heranbringen.
Harley Benton hat sehr gute und preiswerte Gitarren die sich auf dienem Wege (Austausch der Pickups) richtig „aufpimpen“ lassen.
Und so ganz nebenbei wärer dieser Weg auch nachhaltig 😉
Nebenbei bemerkt: Letzte Woche ist mir seit langem wieder bewusst geworden, wie sehr der Klang einer E-Gitarre auch abhängig ist von dem Material, mit dem die Saiten in Schwingung versetzt werden – obwohl die Schwingung doch nur Strom induziert und keinen Schall weitergibt.
Seit Jahrzehnten zupfe und schrammel ich auf meiner E-Gitarre nur mit den Fingernägeln der rechten Hand, wie ich’s von Nylonsaiten gewöhnt bin. Bei Thomann hatte ich nun die dAndrea Pro Plec Picks 330 (1,5 mm) entdeckt und aus Neugier bestellt. (John Lennon soll ja ähnliche verwendet haben.)
Was für ein Unterschied im Klang bei Solo und Rhythmusspiel, rund und voll. Und auch deutlich anders – nicht besser, eben anders, als der Klang mit den halb so dicken Plektren, die ich lange unbeachtet in einem Kästchen verwahrt habe.
Erstaunlich, selbst bei subjektiv gleich starker Amplitude eines sauber angeschlagenen einzelnen Tones, solche Klangunterschiede.
@Ragutini Falls Jan Steiger bisher vielleicht noch nicht genug Sub-Themen zu dieser “Gitarren-Akademie“ sammeln konnte – HIER in den Kommentaren kann er gleich 1:1 mitschreiben . . .
Eine sehr gute Serie sehe ich da kommen – und für viele Saitenzupfer wohl längst überfällig!
@Nvelope Der Stift glüht … 😁
Ohne KI geht es wohl gar nicht mehr?
Auf dem ersten Bild wirken die vor der Strat postierten PUs so als seien diese 30 cm lang bzw. die Strat dahinter nur 50 cm!
KI: Das wird noch Spaß werden in den nächsten Jahren. Total ververzerrte Wirklichkeit.
Neulich landete ich bei YOUTUBE auf einer Seite, die nacheinder hyperreal John Lennon, Frank Zappa und Bob Dylan im Schlamm von Woodstock zeigte. Totaler Fake. Keiner der Drei war 1969 am Ort des Festivals.
Wenn jedes Artikel KI Bilder statt echt Fotos hat, bin ich mir auch langsam sicher das kein einziges Wort in einem Artikel von einem Menschen sondern von einer KI „geschrieben“ worden ist.
@PossumVla Sehr empfindliches Thema. Wir haben uns in der Redaktion darauf verständigt, dass unsere Texte selbstverständlich ausschließlich von natürlicher Intellektuelligenz (😁) geschrieben werden. Alles andere wäre unseren Lesern gegenüber unfair.
Was die Erstellung von erläuternden Grafiken angeht, sieht das natürlich anders aus. Warum soll ich diese Technik nicht anwenden, wenn sie optisch ansprechende Ergebnisse bietet. Ob da eine Gitarre nun merkwürdig gestaucht aussieht oder nicht, ist für den Informationsgehalt einer Grafik ja nun absolut unerheblich. Würde ich das selbst zeichnen, wäre das Ergebnis vermutlich ähnlich witzig. Du wirst in unseren Testberichten außer bei den Titelbildern sonst keine KI-generierten Bilder finden, sondern von den Autoren teilweise selbst geschossenen Fotos.
@Jan Steiger Hallo Jan. Im Audiobereich, also der Tonerzeugung mit allen immanenten Nuancen und Details, versucht AMAZONA stets, teils sogar akademisch, akkurat zu sein.
Auch wenn es für den Informationsgehalt irrelevant ist: Warum soll dies dann nicht auch für das Visuelle gelten anstatt eine fotoähnliche Darstellung zu verwenden, die das Auge beleidigt? Solche Fälle einer KI bezeichne ich als KD: Künstliche Dummheit. Oder wird das in Zukunft der Standard wie bei Youtube-Titelbildern? Wie z.B. Mike Tyson fightet gg. Jemanden der 5m groß zu sein scheint. Beste Grüße. Max
@jmax Hey Max,
Ich nehme eure Anregungen gerne auf und werde das mal mit ins Redaktionsmeeting nehmen. Die KI ist tatsächlich noch weit davon entfernt, wirklich intelligent zu sein. Aber im Gegensatz zu bisherigen Lösungen gibt’s da wenigstens ne Lernkurve. Und ich denke, je genauer ich die Prompts formuliere, desto besser ist das Ergebnis und die zukünftigen Grafiken. Witzigerweise finde ich es ganz erfrischend, wenn ich KI-Grafiken anhand solcher Fehler schnell und zielsicher identifizieren kann und ich mag sogar den Stil 😅
Aber ich bin eh komisch (sagen die anderen 😬)