Der Teisco Jupiter
Nachdem wir letzte Woche am Vintage-Samstag schon einen Teisco Synthesizer vorgestellt hatten, folgt nun der Teisco SX-400. Er ist ein vierstimmiger, analoger Synthesizer mit einem Oszillator pro Stimme, der zusätzlich auch monophon im Unisono betrieben werden kann. Jede der vier Stimmen verfügt über einen VCO, der durch eine klassische analoge Signalarchitektur (VCF, VCA, 2x ADSR) geführt wird. Das Keyboard umfasst vier Oktaven und ist mit Aftertouch ausgestattet, was selbst zu dieser Zeit keineswegs selbstverständlich war.
Inhaltsverzeichnis
Rückblick und ein wenig Geschichte
Der Teisco SX-400 ist ein Synthesizer, der im Rückblick fast zwangsläufig zwischen alle Stühle fällt. Zu spät für den großen Ruhm der frühen polyphonen Klassiker, zu eigenständig, um als bloße Kopie durchzugehen und von einer Marke stammend, die man damals eher mit Gitarren als mit ambitionierten Analogsynthesizern in Verbindung brachte.
Und doch steht hier ein Instrument, das 1981 mit bemerkenswertem Selbstbewusstsein auftrat: groß, silbern, schwer, technisch ernst gemeint und klanglich alles andere als zurückhaltend. Vier analoge VCOs, diskrete 24 dB Kaskadenfilter nach Moog-Art, Aftertouch, Chorus, Presets, Speicherplätze und CV/Gate – das Datenblatt liest sich auch aus heutiger Perspektive respektabel.
Besonders pikant ist ein historisches Detail, das dem SX-400 eine Sonderstellung sichert: Er war ein Jahr vor dem Memorymoog der erste polyphone Synthesizer mit diskretem Moog-Kaskadenfilter. Das allein macht ihn nicht automatisch zu einer Legende, rückt ihn aber in ein anderes Licht. Der SX-400 ist kein Kuriosum, sondern ein ernstzunehmender Versuch, im Haifischbecken der frühen Achtziger mitzuschwimmen. Ob das gelungen ist, zeigt sich erst beim genaueren Hinsehen.
Teisco war zu diesem Zeitpunkt längst kein unbekannter Name mehr, allerdings primär im Gitarrensektor. Nach der Übernahme durch Kawai in den 70er-Jahren erweiterte das Unternehmen sein Portfolio um Keyboards und Synthesizer. Die sogenannte „silberne Linie“ – darunter der monophone S-60F, der zweistimmige S-110F mit Filterbank und eben der SX-400 – zeigte deutlich, dass man sich technisch nicht verstecken wollte.
1981 kam der SX-400 auf den Markt, zu einem Zeitpunkt, an dem der Roland Jupiter-4 bereits etabliert war und neue polyphone Konzepte am Horizont auftauchten. In dieser Rolle wirkt der Teisco wie ein verspäteter Herausforderer. Vieles, was er bietet, kannte man bereits. Dennoch brachte er Details mit, die ihn von seinen Wettbewerbern abhoben. Historisch betrachtet blieb ihm der große Erfolg verwehrt, was weniger an seinen Fähigkeiten als an Marktmechanismen und Markenwahrnehmung lag. Heute macht ihn das zumindest für Vintage-Sammler interessant.
Hardware, Verarbeitung und Anschlüsse
Physisch ist der SX-400 ein echtes Statement. Das Gehäuse ist massiv, die silberne Frontplatte wirkt industriell, fast schon martialisch. Die Regler, Kippschalter und Taster vermitteln Solidität, nichts fühlt sich billig oder fragil an. Die Tastatur ist hochwertig und spielt sich angenehm, inklusive Aftertouch – ein klarer Pluspunkt.
Anschlussseitig zeigt sich der SX-400 pragmatisch. Stereoausgänge, Kopfhöreranschluss, CV/Gate-Eingang für alle vier Stimmen gleichzeitig und ein Expression-Pedal-Eingang für den VCA decken die wichtigsten Anforderungen ab. Besonders der CV/Gate-Eingang ist hervorzuheben, da er im Gegensatz zu manch anderen Polyphonen nicht nur eine einzelne Stimme anspricht. Das macht den SX-400 auch für externe Steuerungen interessant.
Ein weiteres ungewöhnliches Detail findet sich ebenfalls auf der Rückseite: ein Kippschalter, der einen Referenzton von 440 Hz ausgibt. Das erleichtert das Stimmen erheblich und zeigt, dass hier jemand an den Studioalltag gedacht hat. Gleichzeitig birgt der Schalter eine kleine Falle, da ein versehentliches Umlegen den Synthesizer anscheinend stummschaltet.
Polyphonie und Spielmodie
Der SX-400 bietet mehrere Spielmodi, die seinen Charakter maßgeblich prägen. Im MONO-Modus arbeitet er klassisch vierstimmig polyphon, ein VCO pro Stimme. Im DUAL-Modus erklingen zwei Stimmen gleichzeitig, während im QUAD-Modus alle vier Oszillatoren im Unisono zusammengeschaltet werden. SOLO schließlich reduziert das Instrument auf eine monophone Stimme mit einem VCO.
Gerade der QUAD-Modus ist klanglich beeindruckend. Vier Oszillatoren, die sich unabhängig in der Fußlage von 16’ bis 2’ einstellen und gegeneinander verstimmen lassen, liefern ein massives Klangbild. Hinzu kommt die Möglichkeit, den SX-400 per CV/Gate extern zu spielen, was gerade im Unisono-Betrieb äußerst reizvoll ist. Hier zeigt sich eine Stärke, die der Roland Jupiter-4 so nicht bietet.
Filter, Envelopes, VCA, LFO
Im Zentrum der Klangerzeugung steht ein klassisches 24 dB Lowpass-Filter in diskreter Bauweise. Frequency, Resonance und Keyboard-Tracking lassen sich direkt regeln. Die Modulation erfolgt wahlweise über zwei LFOs oder über eine Filterhüllkurve, die sowohl normal als auch invertiert arbeiten kann. Innovativ ist das nicht, aber funktional und klanglich überzeugend. Ein manuell einstellbares Highpass-Filter ergänzt den Signalweg sinnvoll.
Die Hüllkurven sind überraschend schnell und knackig. Zwar erreichen sie nicht die legendäre Perkussivität eines Roland Jupiter-4, setzen sich aber deutlich von vielen zeitgenössischen Polyphonen ab. Gerade im Vergleich zu manchen Oberheim-Modellen wirkt der SX-400 hier erstaunlich agil.
Der VCA verfügt über eine eigene ADSR-Hüllkurve und lässt sich zusätzlich per LFO modulieren. Das eröffnet klassische Tremolo-Effekte, auch wenn diese eher im traditionellen Rahmen bleiben.
Die beiden LFOs sind funktional, aber klar begrenzt. Ihre maximale Frequenz liegt bei etwa 20 Hz, womit sie ausschließlich im klassischen Modulationsbereich arbeiten. Für Vibrato und Wah-Wah reicht das aus, für radikalere Effektsounds oder Audio-Rate-Modulationen jedoch nicht. Hier bleibt der SX-400 klar hinter seinem Roland-Vorbild zurück.
Controller, Portamento & Glissando
Die Controller-Sektion links neben der Tastatur ist übersichtlich und praxisnah gestaltet. Pitchbender, Modulationssteuerung und diverse Zuordnungen sind logisch angeordnet. Ein besonderes Merkmal ist der integrierte Keyboard-Touch-Sensor, also Aftertouch. Dieser steuert beim SX-400 die Tonhöhe, ist jedoch untrennbar mit dem Bender verknüpft. Eine unabhängige Zuordnung ist nicht möglich, was den praktischen Nutzen stark einschränkt.
Portamento und Glissando sind vorhanden und erweitern das Spielgefühl sinnvoll. Hinzu kommt ein Transpose-Schalter, der den effektiven Tonumfang auf nahezu fünf Oktaven erweitert. Gerade live ist das ein nicht zu unterschätzender Komfortgewinn.
Specials (Kippschalter auf der Rückseite)
Chorus Effekt
Der integrierte Chorus ist Stereo ausgelegt und verleiht dem SX-400 zusätzliche Breite. Klanglich bewegt er sich im klassischen Analograhmen und ergänzt die ohnehin voluminösen Sounds sinnvoll. Gerade im Unisono-Betrieb trägt der Chorus erheblich zum Eindruck von Größe und Tiefe bei.
Presets und Speicher
Der SX-400 bietet acht Presets und acht frei belegbare Speicherplätze. Die Qualität der Werksounds ist gemischt, einige sind brauchbar, viele eher Mittelmaß. Entscheidend ist jedoch die Möglichkeit, Presets zu editieren und erneut abzuspeichern – eine Funktion, die sich 1981 endgültig durchgesetzt hatte und die den SX-400 deutlich aufwertet.
Acht Speicherplätze sind nicht viel, reichen aber angesichts der überschaubaren Klangstruktur aus. Der SX-400 lädt ohnehin eher zum direkten Schrauben als zum exzessiven Preset-Wechsel ein.
Der Sound des Teisco SX-400
Klanglich liefert der SX-400 genau das, was man von einem ernstzunehmenden Analogsynthesizer erwartet – und das in überzeugender Qualität. Breite, warme und tief reichende Bässe gehören klar zu seinen Stärken, ebenso tragfähige Mitten für Sequencer-Läufe und weiche Leads mit dezenter, klassischer Vibrato-Modulation. Der Grundsound ist kraftvoll, rund und angenehm dicht. Gleichzeitig bleibt das Klangspektrum jedoch bewusst konservativ. Exotische Texturen oder radikale Modulationen sind nicht seine Domäne. Die LFOs sind zu langsam, um wirklich extreme Effekte zu erzeugen und das fehlende VCF-IN setzt der klanglichen Experimentierfreude zusätzliche Grenzen.
Ich selbst besitze den Roland Jupiter-4 und würde definitiv nie wechseln wollen, aber nachdem ich mal einen SX-400 unter den Fingern hatte, muss ich gestehen, er wäre schon ein Ersatz für den legendären Roland und dürfte am Gebrauchtmarkt derzeit auch deutlich günstiger sein.
Der Teisco SX-400 auf YouTube
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Toller Synth! Ist aber auch im Jupiter-4-Preissegment angesiedelt.
Also etwas für Sammler.
Für mich als 15-jähriger war das damals nur eine Experimentierwiese.
Ein Gerät nach dem anderen wurde für kleinstes Geld auf dem Gebrauchtmarkt angeschafft, ausprobiert und wieder verramscht oder getauscht.
@PaulusS Und was es für geile Unterschiede bei der Hardware und Software zu erforschen gibt… Der Hammer, wie unterschiedlich die Herangehensweisen der einzelnen Hersteller sind.
Trotz der vielen Jahre Synthesizer finde ich immer wieder Neuerungen, die ich nie erwartet hätte.
😎
Also Technik, die begeistern kann.
wo grabt ihr jetzt diese Teiscos alle raus?
Oder wächst da ein Vintagebaum zum selber pflücken..🙂
Keine Angst, Teisco (ausser den 210) überlasse ich Euch.
Braucht mir da nicht auf die Finger zu haun.🙂
freundlichst netter Gruß🙂
@Viertelnote Oh ja, diesen Vintagebaum möchte ich haben – wenigstens einmal im Jahr zu Weihnachten 😂
@SynthNerd Jedes Jahr nur einmal?… Da zeigst Du Dich aber bescheiden🙂
..ach ja: In welcher Höhe, so als Kostenpunkt, soll es denn da sein?
@Viertelnote Ob es Bescheidenheit, Vernunft oder Platzmangel ist – wer weiß das schon?
Beim Preis ist die Antwort einfacher: am liebsten geschenkt 😉
@Viertelnote im Wunderland bei Alice.
„Alice, Alice WHO the fxxk ist Alice?“
😄
@Numitron dann aber laufe ich „unter“ dem Regenbogen durch.
Denn wenn ich ein schweres T. Case auf dieses
schöne Meisterwerk, des Lichts und den vielen Regentropfen, auch nur vorsichtig abstelle,
dann bricht der womöglich zusammen😒
ne… ich schaue mal über mir – im Moment ist da nix los, alles ruhig-
@Viertelnote Judy und Marusha waren sich da einig: „somewhere OVER the rainbow“. 😉
@SynthNerd ja so ist es🙂
@Viertelnote Vielleicht will Peter uns was flüstern? 😄 Ich fand Teisco als Vorläufer von Kawai schon immer interessant, nur sind die Dinger wirklich Einhörner. Du bekommst sie selten und dann kennt sich keiner damit aus. Muss hart sein auf so Dingern zu sitzen, während der restliche Vintage-Markt voll abgeht.
@Kazimoto das muss ja auch, so man viel „besitzt“, ordentlich gewartet werden.
Ich mein da jetzt nicht das Staubtuch, sondern Komponente, wie Chips, die rar
sind. Gilt aber für alles, was Vintage ist.
Ich gebe jetzt alles ab, was mich in Kosten stürzen würde, die ich nicht übernehme (oder übernehmen möchte). Weißt Du, da ich den Vorbesitzer kenne und generell nur
nach Rücksprache die Sachen rausgebe, bin ich da schon beruhigt.
Aber so richtig krachen beim drücken vom PowerKnopf kann es leider immer, gerade
bei längerer Lagerung. Glaskugelblick hat ja keiner.
Aber was erzähl ich dir da, du kennst das (bestimmt) länger als ich (Erfahrungsmäßig mein ich da, das Alter ist nicht gemeint🙂)
schönen Sonntagabend Dir und allen anderen🙂
@Viertelnote Meine ersten und letzten „Analogen“ waren geliehen und das zu einer Zeit als sie nichts gekostet haben. Ein Yamaha CS-15, an dem ich erst 5 Minuten alle Regler „einüben“ musste, wurde mir im Proberaum geklaut, einen Moog Prodigy habe ich selber vom Sperrmüll und ist nur Deko. Derzeit sind hier nur Bass Station und Korg Monotron Delay, das gibt mir fast alles an Vibes die ich vermisse. Ein originaler Tonus ARP2600, den hätte ich gerne, kein Nachbau. Der ist reparierbar aber für unter 4000€ fast nie zu bekommen. Ein eher günstiger Korg MS-20 ebenso, die zwei Träume pflege ich noch.
Mein teuerstes Unterfangen in Sachen Reparatur war meinen Ensoniq DP4+ zu retten, das hat mich etliche Platinen, viel Geld und eine lange Zeit beim Techniker gekostet, bis eines Tages die Erkenntnis kam, alle DP4+ sind irgendwann Kernschrott. Der normale DP4 soll besser sein aber ich bin zu traumatisiert. 😄 Der DP4 kommt außerdem bald als 100% Emu von The Usual Suspects, kurz TUS. Da freue ich mich drauf.
https://www.youtube.com/watch?v=SB8WCt5Ay-E
Der ist ungefähr so alt wie ich.
@Kazimoto Das ist äußerst schade weil es gibt so viele schöne neue analoge Schätzchen auf dem Markt. Also kaufen sagt dir der gesellige ‚Prophet‘ namens ‚Bob‘ mit seiner Frau ‚Erica‘ aus ‚Vermona‘. 😅
@Filterpad eine symphatische Familie, die wohl ihre Ansprüche hat.🙂
Aber geht nichts über guten Geschmack und Stil
@Kazimoto „… ungefähr so alt“..sehr guter Zug in Taki🙂
@Kazimoto Leider richtig. Ich hatte mal (vor 20 Jahren) die Wahl, entschied mich aber für einen Jupiter 4.
@Tyrell Entschuldige Tyrell, daß ich ungefragt reingehe.
Also ich habe gerade mit meinem Vater telefoniert.
Er hat den Jupiter-4 mal gehabt. Er hat mich aber zuerst gefragt, was ich denn
so von dem Jupiter erwarte (heute aus meiner Sicht)
Ich habe ihm geantwortet und er hat meine Träume in „Fakten“ zerstört.🙂
Also: „Das Orgeldesign ist nun mal so-damit muß man klarkommen.
Die Tastatur, mittlerweile ein Klappergerüst, war nie die beste.
Polyfon an einen Jupiter 8 oder gar Juno zu denken, zero…
Kurz: Sequencersounds liegen ihm göttlich. 4-stimmige Strings mit Chorus, ja
geht, aber ist nicht Domäne, Fettness polyfon nein, monofon ja.
Man braucht Geduld und Zeit, denn stimmstäbil oder in tune, wie man gern
sagt, ist er nicht, 4 Voicecards, die man aber von außen justieren kann, und
genau da liegt der Vibe oder Reiz.“ Zitat Ende
Kannst Du das so bestätigen oder ganz anders beschreiben?
freundlichst netter Gruß🙂
@Viertelnote Verrätst du uns mal, warum deine Posts alle schrecklich verdreht und ungelenk klingen. Schreibt die eine KI für dich, oder lässt du die übersetzen? Wirklich ernst gemeinte Frage.
@Bax.M1 Da Du mich offen fragst möchte ich Dir auch
offen antworten.
Wenn meine Posts auf dich schrecklich, verdreht, ungelenk klingen, dann ist das Dein Problem.
Dir fallen bestimmt mehr Worte ein, das überlasse ich Dir.
Deutsch ist nicht meine Hauptsprache und da kommen wir zu Punkt 2 deiner Einschätzug oder Vermutung. Ja, ich benutze, in Teilen, einen Übersetzer. Warum? Weil ich ihn einfach benötige. Und ich gebe auch gern zu, daß meine Grammatik nicht die beste ist. Muß ich mich jetzt dafür schämen? Meine Fragen hier im Forum sind auch alles ernst gemeinte Fragen. KI ist eine Beleidigung mir gegenüber, das
sehe ich Dir aber nach. Soll ich jetzt Deiner Meinung nach das Feld hier räumen?
@Bax.M1 Lass doch alle schreiben, wie sie möchten und können. Der Ton macht die Musik, und das gilt nicht nur für dich oder mich gerade, sondern für alle Kommentierenden hier. Von Viertelnote habe ich noch nie einen falschen Ton wahrgenommen. Bei dir hingegen soeben leichte Intonationsungenauigkeiten. 😉
@Viertelnote Es gibt ja den einstimmigen Promars. Beim Oszillator gibt es, glaube ich, beim Jupiter 4 keinen Sub-Oszillator.
Der Promars kann eine bestimmte Art von Bässen, die habe ich so von keinem anderen Synth je gehört.
@Apfelstern Danke🙂
Der Promars war mir nicht bekannt.
Habe den mir aber auf YT eben angehört.
Ja Bässe klingen rund aber auch trocken knochig.
Der Juno gefällt mir in den Bässen aber besser, Baustelle anders,
aber der kommt ja auch aus den 80ern.
lg
@Viertelnote Ich habe einen Promars hier. Den Bass, den ich damit geschraubt habe, gibt es nicht auf Youtube.
Das ist bei Demos allgemein so eine Sache: Der Eindruck von Klangdemos ist erstmal nicht schlecht, aber nicht selten ist der Eindruck dann doch ein ganz anderer, wenn man selbst am Synthesizer (hard oder software) spielt und den Sound ändert.
Ich hatte den Juno 106. Die Hüllkurven finde ich im Vergleicht zur SH 101 für kurze Bässe nicht so gut. Der Juno 60 klingt anders und Alpha Juno 1 und 2 klingen nochmal ganz anders.
Der Juno 6 könnte interessant sein, weil er keine digitale Steuerung hat, somit nahtlose Parameteränderungen ohne MIDI-Auflösung.
@Apfelstern Ja, man muss vorsichtig sein bei den ganzen Synthesizervideos: Nicht selten sind externe Effekte (insbesondere Hall) dabei, damit es sich voller anhört und bei einem Video vom Novation Summit hatte ich sogar den Eindruck, dieser Klang stammt nicht von diesem Gerät und es wurde ein anderer Tranceklang verwendet, um es „geiler“ wirken zu lassen. – Beweise fehlen mir allerdings. Aber die erstgenannte Tatsache mit den externen Effekten ist leider allgegenwärtig (bevorzugt bei Hardware). Man kann auch selten feststellen, ob es sich um Werkpresets oder Eigenkreationen handelt. – Findet man nervig! Ich schaue viel lieber Klangdemos von Synthesizern ohne Gequatsche an als Youtuber wie Dr. Mix oder Look Mum n. C. Besonders mit erstgenannten kann ich nichts anfangen. Zu verdreht (wie ein Smoothiemaker) und musikalisch ist er auch nicht! Nur sein Equipment ist beneidenswert. Look Mum ist wenigstens kreativ und macht auch Tourneen.
@Filterpad Im Mix dann sind die Effekte ja Pflicht, zumindest weniger oder mehr. Bei einem Instrument wo der Effekt den Klang-wesentlich-
mit entscheidet würde so allerdings die Seele fehlen. (Juno Chorus). Was dem Instrument fehlt, fehlt mir somit auch.😒
Aber du sprichst sicherlich von Reverb oder Delay, das kann eine
Suppe ergeben, gewollt oder nicht.
Effekte im allgemeinen sind schon spannend. Experimentierfeld.
🙂
@Viertelnote Vollkommen richtig. 🤟
@Filterpad Ja, Dr. Mix ist ein netter Typ. Aber er präsentiert die Produkte mit seiner typischen Begeisterung und wird sicher nicht bezahlt, dafür daß er kritisch ist.
Bzgl. der Aussagekraft von Sounddemos ist bei mir nicht teilweise so, daß die Synths einen besseren Eindruck machen, wenn ich selbst was damit mache verglichen mit den Demos anderer. Beim Softube Juno 106 zB. war ich skeptisch. Als ich es selbst ausprobiert habe, wusste ich in 10 Sekunden, daß ich den kaufe.
Der hat mir schon immer gefallen… allerdings ist mir nie einer über den Weg gelaufen.
Oder zu Preisen, die man nicht mehr bezahlen möchte.
Der Klang ist wirklich gut…
Aber ich mag ja eh vor allem Gerätschaften ohne Menü-Diving.
Der „Vintage-Samstag“ ist bei mir zur festen Institution geworden. Danke überhaupt für diese tollen Reports. Die Synths von Teisco fand ich vor allem vom Design her immer sehr ansprechend. Und der SX-400 konnte ganz besonders im Unisono-Mode so richtig punkten. Polyphon fehlte ihm halt der zweite Oszillator pro Stimme.
Es gibt einen interessanten Clip von Alex Ball zum Thema Teisco Synthesizer. Kann ich nur empfehlen, ist sehr kurzweilig.😉
https://www.youtube.com/watch?v=f4LQU73Ilxo
@MadMac Vielen Dank 🙏.
Vielen Dank für den schönen Artikel.
Ich habe den Namen schon mal gehört. Jetzt mal ein Bild dazu…
Generell ist man mit Vintage groß geworden.
Aber aus heutiger Sicht kommt mir sowas nicht mehr ins Haus.
Danke
Gehen wir zurück zu den Anfängen. Nach den modularen Synthesizern am Anfang der Synthesizer-Geschichte suchte man nach einer polyhonen Ergänzung jenseits einer herkömmlichen Orgel, um entsprechend Musik mit modernen Klängen zu machen. So auch Interessenten, die von Klaus Schulze und Tangerine Dream schwärmten. Solina String Ensemble, das lag durchaus im Bereich, den man sich leisten konnte, der danach erschienende Polymoog kam nicht infrage. Dann der Korg PS-3100, das war schon ein richtiger Synthesizer, verfügte jedoch nur über einen Oszillator pro Stimme, der Preis ging aber in Ordnung – immerhin 38 Stück fanden bei mir einen neuen Besitzer. Dann Roland Jupiter-4, lediglich vierstimmig, aber auch nur ein Oszillator, klang aber richtig gut. Teisco zog mit dem SX-400 nach, der fand in meinem Laden einige Interessenten. Und dann der Sequential Circuits Prophet-5, der änderte alles und wurde zur Blaupause nachfolgender Synthesizer. Mit über DM 10.000,- zwar eine Ansage, aber inzwischen wurden Synthesizer nicht nur von den „Verrückten“ als erstzunehmende Instrumente erachtet. Synthesizer erreichten den musikalischen Mainstream.
@Dirk Matten ohne wieder gleich missverstanden zu werden.
Im analogen polyfonen Bereich waren der Jx3p und der Juno-106
die ersten Volkssynthesizer? also erschwinglich, weil Du ja im Vertrieb warst?
Das müßten ja die Zahlen auch so bei Dir ergeben haben, als Verkaufsmenge.
lg🙂
@Viertelnote Roland Juno-6. Danach Roland Juno-60 und Korg Polysix, deren Parameter speicherbar waren, dennoch lediglich über einen Oszillator pro Stimme verfügten. Und im Bild zu bleiben: Wer sich kein Auto leisten konnte und trotzdem einigermaßen vorwärts kommen wollte, fuhr mit dem Moped. Ich hatte ja etwas von Blaupausen geschrieben, daran mussten sich alle Hersteller messen, die ein Instrument mit weitreichenden klanglichen Möglichkeiten bieten wollten. CEM- und SSM-Chips machten es möglich, das mit überschaubarem technischen Aufwand zu realisieren. Dennoch blieb die DM 10.000 Marke lange unangetastet. Wir haben die dann mit dem Banana kurz und schmerzlos eingerissen. Das Gerät hatten wir Tom Oberheim in Lizenzfertigung angeboten, davon hielt er nichts. Fehler, wie mir Russ Jones, Marketing und Sales Manager von Oberheim mitteilte. Ja – und Cheeseburger verkaufen sich auch. Ist halt wie immer eine Frage der Klientel. Unsere Kundschaft bewegte sich langsam, aber stetig hin zu professionellen Anwendern und Tonstudios.
@Dirk Matten Ja da muss man viele Faktoren miteinrechnen. Der User
sieht das manchmal zu einseitig.
Vielen lieben Dank!
@Viertelnote Dafür bin ich ja da, bin Zeitzeuge.