Apple iPhone SE 2020: Was leistet es für Musiker?

16. April 2020

Neuauflage des Volks-iPhones

Apple iPhone SE 2020

Bisher hatten wir das iPhone aus unseren Apple Produktvorstellungen für Musiker außen vor gelassen, doch seit iOS 11 und AUv3-Plugins hat sich auch die Anzahl der Musik-Apps für iPhone drastisch erhöht. Das sah vor der Einführung von AUv3 noch ganz anders aus. Tatsächlich stellen die Musik-Apps, die nur auf dem iPad laufen, mittlerweile die Minderheit dar. Ob von Korg, Steinberg, Audio Damage, Bram Bos, 4Pockets, VirSyn und Apple sowieso, das iPhone wird breit unterstützt. Also nehmen wir mal das Erscheinen des neuen iPhone SE zum Anlass, hier expliziter darauf einzugehen.

Das iPhone SE stellt in der iPhone-Produktreihe etwas Besonderes dar. Es ist quasi die ideale Schnittmenge aus Eigenschaften und Preis und bietet das Wichtigste zum Musikmachen: Speicher und CPU-Leistung. Auf überflüssige Luxus-Gimmicks wie Face-ID, Haptic-Touch und tolle Weitwinkelkamera wird dabei verzichtet und muss daher auch nicht mitbezahlt werden. Apple hatte mit dem iPhone 5C zwar auch schon ein „Lowcost-Produkt“, aber das fühlte leider sich auch so an.
Das erste iPhone SE vom März 2016 mit einem A9 lag damals mit dem nur geringfügig älteren Spitzenprodukt, dem iPhone 6s Plus, leistungsmäßig auf gleicher Höhe und kam in einem viel taschen- und handfreundlicheren Format daher – Stichwort „Einhandbedienung“. Viele Nutzer meinten, dass für sie das SE erstmals einen Sinn ergab, als sie es in der Hand hielten und es wurde ein Renner. Da das iPhone SE auch meine erstes iPhone war, schätzte ich den Formfaktor zwar auch, aber auch erst richtig, als ich notgedrungen auf ein größeres iPhone 7 umsteigen musste, weil 16 GB Speicher dann doch zu wenig waren, um die ganzen Music-Apps vernünftig zu testen. Ansonsten würde ich es heute noch benutzen, außerdem erhält es immer noch Software-Support von Apple!

Das neue 2020er iPhone SE ist mit den Maßen 67,3 x 138,4 x 7,3 mm je um 0,2 mm kleiner als das iPhone 7. Allerdings hat das SE 2020 auch kein Retina-Display, sondern ein IPS-Display mit gleicher Bildschirmdiagonale von 4,7“ (11,9 cm) bei einer Auflösung von 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi. Das größere Display ist zwar besser für die Augen, aber der perfekt dimensionierte Hosentaschenfaktor des Vorgängers ist nun leider dahin.

Multi-Touch ist geblieben. Auf Haptic-Touch muss man zwar verzichten, aber das ist auch für das Musikmachen eh kein relevantes Feature, da es nicht mal von einem halben Dutzend Apps unterstützt wird und meistens nur für iOS-Systemfunktionen verwendet wird. Der Grad der Unterstützung wird sich vielleicht ändern, wenn Haptic-Touch bei den iPads eingeführt wird. Allerdings scheint der Home-Taster noch der echte klasssiche Druckknopf (mit Touch-ID) zu sein, wie beim alten iPhone SE und nicht der haptische Touch-Sensor, der ab dem iPhone 7 zum Einsatz kam.

Das kantige Design des 2016er iPhone SE ist auch abgerundetem Glass-Alu-Design des iPhone 7 und dessen Nachfolgermodellen gewichen und unterstützt daher auch kabelloses Qi-Charging. Das ging mit dem iPhone 6 noch nicht.
Leider hat das neue Design auch den Kopfhöreranschluss zum Opfer gefordert und es gibt nur noch den Lightning-Anschluss, wie bei allen anderen iPhones auch.

Die verbaute CPU ist der A13 Bionic, der auch im den aktuellen iPhone-Flaggschiffen iPhone 11 und 11 Pro verwendet wird und ebenso mit iOS 13 ausgeliefert wird. Damit ist also schon einmal genug Leistung auch für die anspruchvollsten Apps vorhanden. Ob der Arbeitsspeicher gegenüber den Vorgängen von 2 auf 3 GB wie beim iPhone XR oder gar auf 4 GB aufgestockt wurde, ist noch nicht bekannt.
Die Laufzeit des Akkus wird mit „wie beim iPhone 8“ angegeben, was 13 Stunden Bingewatching gleichkommen soll.

An Konnektivität wird zeitgemäßes TD-LTE sowie WiFi 6 und Bluetooth 5.0 unterstützt. Auch GPS und iBeacon und der U1-Ultrabreitband-Chip für räumliches Bewusstsein sind vorhanden.

Natürlich wird auch der Apple USB3-Lightning-Adapter unterstützt, über den man jedes USB-klassenkompatible Audio- oder MIDI-Gerät anschließen kann und zum Musikmachen mit iOS essentiell ist. Das schließt leider auch den iPod Touch 2019, der immerhin mit einer A10 Fusion-CPU daherkommt, leider aus, denn der Lightning-Adapter ist nicht kompatibel.

Die Kamera ist eine unaufgeregte 12 M-Pixel Kamera mit ƒ/2.2 Blende, die aber auch 4k-Aufnahmen mit zeitgenössischen 60FPS schafft und sogar Smart HDR bietet. Die Kamera im iPhone 7 schaffte nur 30 FPS bei 4k-Auflösung. Gute Bilder lassen sich mit dem SE daher sicher machen und gut genug für AR-Spielereien ist die Kamera des neuen SE auch.

An Speichergrößen geht es los mit 64 GB für 479 Euro, geht über 128 GB für 529.- und endet 256 GB für 649.- Euro in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Das ist quasi die Hälfte der Preise, die Apple für die iPhone 11er Serie verlangt, ohne einschneidende oder bedeutsame Nachteile.

Sicher, nur zum Musikmachen wird sich wohl kaum jemand ein iPhone kaufen, aber wenn gerade ein Neukauf ansteht, ist das iPhone SE 2020 gegenüber der (über-) teuren 11er-Serie eine hervorragende Option und wenn man nicht alles permanent auf dem iPhone lagert und nur 4k-Videos dreht, sind 64 GB auch völlig ausreichend.

Das iPhone SE 2020 ist ab dem 17. April bestellbar.

Preis

  • iPhone SE
  • 64 GB für 479,- Euro,
  • 128 GB für 529.- Euro
  • 256 GB für 649,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Ich habe das 6Plus und 8Plus. Und setze die als Klangerzeuger und Notizbuch ein. Was wirklich gut funktioniert. GB hat da schon die sinnvollen Features und diverse Klangerzeuger stehen zur Verfügung und lassen sich entweder in GB oder in die DAW Desktop Umgebung einbinden. Der Kopfhörer Anschluss, ich vermisse ihn eigentlich nur wenn ich über ein angeschlossenes Zoom U24 einen Ton zum Film aufnehme, dann kann ich das prozessierte Signal abhören. Der Lightning Headphone Adapter ist etwas zu pingelig und geht halt auch nicht am Multiport Adapter. Aus praktischer Sicht spricht für mich nichts dagegen mit dem iPhone Musik zu machen. Ist sogar livetauglich. Ipad hostet den TAL Juno 60 und das iPhone hostet den RE-1 Effekt. Instant Nils Frahm ;-)

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    mdesign  

    auf dem iphone unterwegs ein bisschen musik machen funktioniert. allerdings hat das SE 2020 ein zu grob aufgelöstes display, um aktuelle GUIs akzeptabel darstellen zu können. die auflösung entspricht nur der hälfte eines full HD-displays, das zB mein uraltes 6S+ bereits hat.

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      Markus Schroeder  RED

      Also aus dem direkten Vergleich zwischen meinem SE 2016 und den 7er mit Retina kann ich das nicht bestätigen. Sicher, es ist keine ganz so scharfe Darstellung, aber der empfundene Qualitätsunterschied liegt zwischen minimal und unerheblich.

      Vielleicht wirkt es sich bei dem größeren Display de SE 2020 aus, aber der „Darstellungsverlust“ liegt ganz bestimmt nicht bei 50%.

      :)

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        mdesign  

        das ’normale‘ 7er hat dieselbe display-auflösung wie das SE. nur das 7 plus hat full HD.

        klar, solche unterschiede werden subjektiv empfunden. mich stört pixelige darstellung sehr.

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      ctrotzkowski  

      …good point, ich hatte bis letzten Monat zwei Jahre lang ein SE als Dienst-Handy von meinem Arbeitgeber. Der Akku war (neben dem dann doch viel zu winzigen Display) in der Tat ein echter Schwachpunkt. Zumindest mein Modell hatte selbst bei nur sporadischer Nutzung (als Telefon) keinen ganzen Business-Tag durchgehalten – auch als Auto-Navi war nach max. 2h Schicht – 10 Kreuze daß ich es los bin…

      Bleibt die Hoffnung daß das SE 2020 der edlen Apfel-Marke eher zum Ruhme reicht…

  3. Profilbild
    glain  

    Hallo, ich finde es gut. Apple scheint sich wieder etwas auf die kleineren Konsumenten zu beziehen, nachdem sie eine zeitlang nur sehr hochpreisige Geräte angeboten haben. Natürlich sind die Geräte nicht billig, aber wieder einigermaßen bezahlbar. Und ich finde, Geräte sollten immer was kosten.

    Zu letzt auch mit dem neuen MacBook Air, was auch gut sein soll. Dann natürlich das IPad 2018 und folge Modelle und jetzt das SE. Dazu im Mobilen Bereich das tolle iOS 13 mit seiner eigenen Ipad Ableger.

    Und ich bin für meine Bedürfnisse beim Musik machen bzw recorden fast komplett auf iOS umgestiegen mit Cubasis inkl. Wave Apps, dem großartigen Drambo und co. Selbst Videoschnitt mache ich jetzt auf den Geräten. Und ich hoffe der Tal-uno kommt auch noch für das Iphone. Jetzt brauch ich nur noch einen anständigen Lightning USB Adapter, weil mein jetziger nicht gut parallel lädt.

  4. Profilbild
    gaffer  AHU

    Inzwischen ist bekannt, es hat 3 GB RAM. Ich habe auch noch das 2016er SE, musikalisch lässt es sich am besten am Mac einsetzen. Eine SynthApp gestartet und mit Lightning zu USB mit Logic verbunden. Das ist dann so wie früher die externen Synths. Zum Wechseln der Presets ok, Sounddesign mache ich, falls ich Lust dazu habe, am iPad. Die Sounds werden gemeinsam verwaltet. Und mit dem A13 und Musik kommt endlich mal die wahre Stärke der iPhones zum Tragen: ProzessorPower, da kommen auch die Spitzen Androiden nicht annähernd hin. Dafür geht dann das Display um die Kante. Das Billig iPhone hiess nicht 5S, sondern 5C. Das 5S war das Spitzenmodell in 2013. Nur so nebenbei ;)

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