Was gibt's Neues bei der kostenlosen DAW?
Abseits der großen DAWs gibt es weiterhin einige kostenlose Varianten, so u. a. auch Ardour. Die unter macOS, Windows und Linux einsetzbare Digital Audio Workstation ist ab sofort in einer neuen Version erhältlich. Was bietet Ardour 9?
Ardour 9 – kostenlose Digital Audio Workstation
In der ab sofort erhältlichen Version Ardour 9.0 sind laut Hersteller mehrere Funktionen eingeflossen, die von Nutzern bereits seit Langem gefordert wurden. Hierzu gehören u. a. Region FX, Clip-Aufnahme, eine berührungsempfindliche Benutzeroberfläche, Pianoroll-Fenster sowie eine Clip-Bearbeitung. Hier eine Übersicht der wichtigsten neuen Features:
Pianoroll-Windows
Ab sofort reicht ein Doppelklick auf einen MIDI-Bereich aus, um ihn in einem eigenen Fenster oder in einem Bereich am unteren Rand des Hauptfensters anzuzeigen und zu bearbeiten. Die Bearbeitung erfolgt dabei fast genauso wie im Hauptfenster. So lassen sich u. a. MIDI-Daten wie Velocity, CC-Parmeter etc. bearbeiten und auf Wunsch automatisieren.
MIDI und Audio Cue Editing
Auf der Cue-Seite können nun die Inhalte von MIDI-Cues (für Live- und Bitwig-Anwender „Clips“) direkt bearbeitet werden. Es öffnet sich ein Pianoroll-Bereich, in dem genau dieselben MIDI-Bearbeitungen wie in der Editor-Timeline möglich sind.
Cue Recording
Das Update auf Ardour 9 ermöglicht es, nun direkt in Cue-Slots aufzunehmen, so dass die kostenlose DAW dadurch zu einem Art Looper wird – diese Funktion erinnert an Live oder Bitwig. Die Aufnahmedauer lässt sich vorab festlegen (bspw. 4 oder 8 Takte) und man kann danach so lange per Overdub aufnehmen wie man möchte.
Region FX
Ähnlich wie bei der Funktion Region Gain lässt sich mit Region FX ab sofort nur ein bestimmter Teil eines Audiobereichs mit einem Plug-in bearbeiten. Der Effekt und die zugehörige Automatisierung bleiben mit dem gewählten Bereich gekoppelt, auch wenn dieser auf der Zeitachse verschoben wird.
Das gleiche Ergebnis lässt sich zwar auch mit Channel-Strip-Plug-ins im Mixer erzielen (mithilfe der Bypass-Automatisierung), doch die direkte Anwendung von Effekten auf Bereiche auf der Zeitachse ist für viele Arbeitsabläufe einfach praktischer. Der jeweilige Effekt wird offline angewendet, wenn der Bereich von der Festplatte gelesen wird, und verursacht keine zusätzliche DSP-Belastung.
Analyzer
Ab sofort gibt es in Ardour 9.0 nun einen Analyzer, der das Live-Spektrum mehrerer Signale/Spuren visualisiert. Neben der Anzeige einzelner Spuren lassen sich auch zwei oder alle Spuren grafisch darstellen, so dass schnell erkennbar ist, welche Spuren sich ggf. gegenseitig stören.
Note Brushing
Auf Wunsch lassen sich nun Noten-Muster durch Drücken der Umschalttaste und das Ziehen mit der Maus erstellen. Je nach Raster- und Noteneinstellung „zieht“ man so im Handumdrehen bspw. ein Viertel- oder Achtelrhythmus. Durch Drücken der Alt-Taste wird nur jede zweite Note eingefügt.
Mixer Strips Importing and Exporting
Mixer-Strips lassen sich nun von einer zum anderen Ardour-Session exportieren und importieren.
Ardour 9 steht ab sofort zum kostenlosen Download auf der Website des Herstellers zur Verfügung. Als Systemvoraussetzung geben die Entwickler macOS 10.13 (oder neuer), Windows XP (oder neuer) bzw. Linux mit X11-Support an.






































Hätte ich gerne mal ausprobiert, da ich jetzt auch zusätzlich noch einen Linux-Rechner habe, aber nach dem Lesen der FAQ ist mir das Interesse auch gleich wieder abhanden gekommen.
@ukm Wenn Du eine Windows-DAW und Windows-Plugins gewöhnt bist und keinen Leidensdruck hast, bringt ein Wechsel nichts. Das Web ist voll von Leuten, die unter Linux ihre gewohnten Windows-Plugins zum Laufen bringen wollen – zwar mit deutlich mehr Erfolg, als wenn einer seine Linux-Plugins auf Windows zum Laufen bringen will, aber was hat man davon?
Kostenlos trifft es ja nicht wirklich. Man bekommt den Source Code kostenlos und muss selber gucken, was man damit macht. Und bei einigen Linux Varianten ist Ardour auch dabei.
Aber ansonsten muss man es ja bezahlen, ab 45$ wenn ich das richtig lese. Erst wenn man auf Download klickt, kommt man überhaupt erst in den Bereich, wo es um Demos, Abos und Kaufversionen geht. Finde ich unglücklich gelöst, das sollte doch am Besten direkt als Allererstes auf der Seite zu sehen sein.
https://community.ardour.org/download
@ollo Selbst für Windows kannst du jeden beliebigen Betrag wählen, wie bei einem Hutkonzert.
So werden Menschen aus ärmeren Ländern oder mit knappen finanziellen Möglichkeiten nicht ausgeschlossen. Das finde ich gut.
Für alle die nicht Windows sondern z.B. Linux nutzen reicht ein „apt-get install ardour“ oder ähnliches in der Konsole – völlig kostenlos.
@uchris Stimmt, das habe ich beim ersten Lesen wohl falsch verstanden. Also kann man bezahlen wie viel man möchte und bekommt die aktuelle Version bis zur nächsten glatten Versionsnummer.
Ich muss es wirklich mal bei Gelegenheit auf meinem Linuxrechner ausprobieren, da selbst Windows XP noch unterstützt wird, sollten die Hardwareanforderungen ja eher gering sein.
@ollo Das Einzige, das mir bei Ardour immer einfällt, ist eine ältere ressourcenfressende Version. War allerdings eine Mac Version, ist aber Jahre her
@ollo In den meisten Distributionen ist Ardour enthalten. Einfach über die Standardwerkzeuge installieren und gut.
Ob die neue 9er-Version es schon in die Repositorys der Distributionen geschafft hat, ist dann die Frage.
Für mich war das Editieren von MIDI-Clips nur in der Spur im Hauptfenster (bis Version 8) nichts, daher bin ich bei Qtractor gelandet. Außerdem gibt es einen Konflikt zwischem dem vom Ardour-Team modifizierten gtk2-Toolkit und dem „normalen“, was Probleme bei der Darstellung der GUI meiner geliebte CALF-Plugins gibt.
@bluebell Was hier Region-FX genannt wird ist exakt das was ich mir seit langem wünsche, nämlich partbasiertes Mixing, unabhängig davon wo und auf welcher Spur der Part liegt. Jetzt noch mehr als 1 Instrument/Part für Layers, Round Robin oder Splits und wir haben gefühlt eine Revolution. So wie ich das verstanden habe, gilt das hier nur für die FX eines Parts auf der selben Instrumentenspur, immerhin!
Wie groß war damals die Freude über die Ableton-Clips aber danach folgte Stillstand. Selbst Clips sind immer noch nicht in jeder DAW zu finden, weil „Anwender“ dies angeblich nicht wollen oder das „Profil“ der DAW ein anderes ist. Alles falsch! Kaum ein Semi-Pro sitzt noch am Mischpult, fast alle haben einen Clip-Launcher irgendwo stehen, da liegt es doch nahe dem Clip/Part endlich alle Macht zu geben und den Track nur noch als virtuelle und universelle Timeline zu verstehen.
Elektron kann über Parameter-Locks einen Track/Sound jede 16tel umkrempeln, warum schafft eine DAW sowas nicht?
@Kazimoto Region-FX ist eine Komfortfunktion und würde mir wenig bringen. Um z.B. nur auf das letzte Wort einer Strophe ein Echo zu legen, automatisiere ich den Send zum Bus mit dem Echo-Plugin.
Jeder hat halt einen anderen Workflow.
@bluebell Kann man machen, ist halt ein Workaround. In Bitwig hast du dafür Selector, Layer und Group-Tools, die lassen kaum Wünsche offen. Ich muss mal einen multitimbralen Superordner-Track basteln, in dem alles mögliche drin ist, den ich anschließend mit speziell definierten Parts ansteuern kann, ähnlich wie Parameter-Locks. Mal schauen ob sowas geht, ist ja Wochenende.
@Kazimoto Es gibt ein neues Plugin namens SnappySnap, da kann man verschiede Zustände eines weiteren Plugins laden und dann kontrolliert hin und her springen oder morphen. Geht auch mit Presets die man sogar per Midi wechseln kann. SnappySnap kann alles modulieren und randomisieren, klasse. Zufällige neue Presets erstellen geht damit auch.
@ollo Schau ich mir an. Mit Bitwig geht schon einiges aber auch nicht alles. Danke!
@uchris 👍+1