Vernachlässigter Klassiker
Audio Damage AD-202 emuliert den Klassiker von Roland
Audio Damage AD-202 ist ein Single-Oszillator-Monosynth im Stil der kleinen grauen Kästchen der frühen 1980er Jahre – als vollständig modernes Plug-in für Mac, Windows, Linux und iOS.
- VCO mit vier Fußlagen (16′, 8′, 4′, 2′): aliasfreier Sägezahn und Zweisägen-Puls ohne DC-Offset bei beliebiger Pulsbreite; Pulsbreite manuell oder per LFO/Hüllkurve modulierbar
- Sub-Oszillator: Flipflop-Teiler vom Haupt-VCO – eine Oktave tiefer, zwei Oktaven tiefer oder 2-Oktav-Puls; gefiltert und DC-geblockt wie im Hardware-Original
- Quellmixer mit Pre-Filter-Sättigung: unabhängige Pegel für Säge, Puls, Sub und Rauschen; Summe läuft in einen Softclipper; Pre-Filter-Sat-Regler treibt bis zu achtfach ins Clipping ohne Makeup-Gain
- 24-dB-Leiterfilter: ein resonanter 4-Pol-Tiefpass mit eigenem Drive-Regler, Softclipping im Feedback-Pfad und Gain-Kompensation; Modulation durch Hüllkurve, LFO, Keyboard-Tracking und Velocity (je mit eigenem Betrag)
- Eine gemeinsame ADSR-Hüllkurve: exponentielle Segmente, Retriggern vom aktuellen Hüllkurvenstand (wie beim Original); VCA wahlweise per Gate oder Hüllkurve
- LFO mit Delayed Onset: Dreieck, Rechteck, gestufte Zufälligkeit und S&H-Rauschen; 0,1–30 Hz oder Hosttempo-synchron; Delay-Regler rampt die Tiefe über bis zu 4 Sekunden nach Gate-Eingang an; optionales Per-Note-Retriggern
- Drei Triggermodi: Gate (tiefste Note, Voice wiederverwendet), Gate+Trig (letzte Note, Hüllkurve retriggert), LFO-Retrigger (Hüllkurve einmal pro LFO-Zyklus)
- Portamento: bis zu 5 Sekunden Glide; Auto-Modus (nur bei überlappenden Noten); Feinstimmung ±50 Cent
- Mono oder 8-stimmig polyphon: gleicher Voice-Algorithmus, achtstimmig alloziert; Equal-Power-Panning über das Stereofeld per Spread-Regler
- Age: per Voice zufälliges, bei jedem Plug-in-Start neu gewürfeltes Drift über Pitch, Pulsbreite, Cutoff, LFO-Rate und Mixer-Pegel – zwei Instanzen im selben Projekt klingen nie identisch
- Ausgangsstufe (MODS-Panel): Post-VCA-Distortion und bipolare Tilt-EQ (Pivot 1 kHz)
- MPE und Aftertouch: vollständiges MPE mit Per-Note-Pitchbend und -Druck; vier Aftertouch-Ziele; separates Attack-/Release-Smoothing für Drucksignal
- MTS-ESP-Mikrotuning: kontinuierliches Retuning pro Note und Voice, auch während Portamento
- Velocity: unabhängige, subtraktive Beträge für Verstärker und Filter
- Demo: vollständig funktionsfähig, 20-Minuten-Session-Timer, Speichern deaktiviert; zusätzlich Live-Demo direkt im Browser spielbar (kein Install, kein Account)
Verfügbarkeit
Audio Damage AD-202 ist für alle gängigen Desktop- und Mobile-Plattformen verfügbar. Unter Windows 10 oder neuer (64-Bit-DAW) erscheint das Plug-in in den Formaten CLAP, VST3 und AAX. Unter macOS 10.13 oder neuer (Intel/Apple-Silicon) kommen CLAP, VST3, AAX und AudioUnit (AU) hinzu. Linux-Anwender (Ubuntu 20 oder neuer) erhalten CLAP, VST3 und LV2.
Für iPhone und iPad (iOS 12 oder neuer) ist AD-202 als AUv3 im App Store erhältlich. Alle Desktop-Versionen sind ausschließlich als 64-Bit-Build ausgeführt.
Aktuell ist AD-202 zum reduzierten Preis von 34,95 EUR erhältlich. Der reguläre Preis wird ca.45,- EUR betragen.
Audio Damage AD-202 auf YouTube
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iOS momentan 5,99
naja, bei solchen geräten die stark vom sequencer leben ist halt eine Softwareversion weniger interessant
@Numitron Ja verstehe auch nicht weshalb da kein Sequenzer an Board ist. Für mich eh uninteressant.
Habe mit meiner 101 eine sehr gute Alternative.🙂
@Numitron Der Sequencer der 202 soll nicht unbedingt das Highlight sein, und die Synth-Seite ist mit dem 101 fast identisch, von dem es ja bereits den einen oder anderen Klon in Soft und Hard gibt. IMHO gewinnt der 101- / 202-Sound ungemein durch einen zweiten VCO, den hätte man hier ruhig spendieren können. Die Polyphonie wäre für mich eher kein Argument, dann lieber gleich was Juno-esques.
@chardt eben, weil es ja schon so viele 101 Klone gibt.
@Numitron Das hängt schon stark davon ab, wie du Musik machst. Mich interessieren Sequenzer in Plugins in den wenigsten Fällen. Genau gesagt, fast nur, wenn sie als Modulation für den Klang verwendet werden können. Würde ich die 5,99 ausgeben, dann nur wegen der Tonerzeugung. Denn die Sequenzer Funktionen in der DAW sind meist stark überlegen. Jetzt könnte jemand noch argumentieren, dass die spezielle Art und Weise wie ein Sequenzer eingesetzt wird, ein anderes musikalisches Ergebnis gibt. Das ist nicht falsch, aber definitiv nicht mein Ansatz. Kommt nichts vernünftiges raus, liegt der Fehler bei mir. Du kennst ja den Spruch: die Badehose ist schuld, wenn der Bauer nicht schwimmen kann.
@Tai Dann wären da ja noch die VST-Sequencer…
ICH benutzte seit einigen Jahren das Ensemble „Akkord“ in Reaktor- das bietet eine Funktionalität, die ich noch nirgendo anders gefunden habe…das ist ein Pattern-orientierter Chord-Sequencer, mit dem man wirklich viel anstellen kann!
Das reicht für komplette Songs (außer die Drums)…
@mort76 Ich weiss, es gibt interessante Ansätze auch zu Sequenzern. Meine Tendenz ist allerdings seit einigen Jahren immer weniger Drittanbieter-Software zu verwenden. Gerade NI ist so ein Wackelkandidat, bei dem ich nicht abschätzen kann, was da in der Zukunft passiert. Reaktor ist allerdings auch die interessanteste App in deren Portfolio.
Lediglich bei iOS kaufe ich immer wieder mal Apps, wenn sie interessant oder unterstützenswert erscheinen, produktiv eingesetzt werden sie allerdings selten.
@mort76 Den sequencer finde ich zudem nicht schlecht:
https://marionietoworld.com/harmony-bloom/
@Tai „Mich interessieren Sequenzer in Plugins in den wenigsten Fällen. Genau gesagt, fast nur, wenn sie als Modulation für den Klang verwendet werden können.“
Das geht mir ähnlich. Warum sollte ich einen Sequencer nutzen der nichts anderes macht, als die DAW? Außer dass ich mich mit einem weiteren Sequencer-Workflow auseinandersetzen muss. Nee, dann lieber direkt die DAW nehmen. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Sequenz bzw die Midi-Noten im Projekt gespeichert sind und nicht abhänging vom Plugin sind.
Wenn der Sequencer vom Plugin aber auch die Soundparameter ändern kann, ist es natürlich was anderes. Aber für Noten nutze ich die DAW-Mittel.
@ollo „Das hat außerdem den Vorteil, dass die Sequenz bzw die Midi-Noten im Projekt gespeichert sind und nicht abhänging vom Plugin sind“
X Akt. Geht das PlugIn mal nicht mehr, kann ich es einfach durch ein anderes ersetzen
@Tai eine 202 ist halt Recht limitiert.
aber jeder soll natürlich verwenden, was er mag.
Irgendwie ist das völlig strange. Ich arbeite seit den 90ern gerne und viel mit Synths, habe ein paar, die ich bis ins Detail kenne und blind bedienen kann und bin damit recht glücklich und produktiv. Von den ganzen Plug-Ins kenne ich vielleicht von 5% die Originale, von vielleicht 10% habe ich mal gehört und der ganze Rest sind böhmische Dörfer. Viele Songs der 80er und ein paar der 90er finde ich cool- wegen des Gesangs, der Melodien und Harmonien. Bei vielen finde ich die Synths suboptimal. Und gerade auch die Drums.
Geht es Euch anderen auch so? Niemals würde Ich mir irgendeine Emulation von irgendeinem solchen alten Dings kaufen. Eher was, was dem modernen Stand der Technik entspricht und die Rechenleistung vernünftig benutzt- und nicht dazu, analoge Notlösungs-Bauteile – evtl noch gealtert- zu emulieren. Das ganze grenzt an Realsatiere. Die Beatels z.B. höre ich verdammt gerne. Nicht wegen, sondern zrotz de beschissenen Sounds.
@Eisenberg Ganz deiner Meinung, Eisenberg. Ich wüsste keinen Grund, wieso ein Synth aus der Kreidezeit oder die Kopie davon irgendwie besser sein sollte als heutige.
@Tai Ich habe mir damals das eine oder andere Plug In besorgt (Sylenth, Dune, div. Ipad-Dinger) und mich mit dem Freeware-Scheiss der damaligen „Beat“ Magazine völlig zugemüllt. Die Dinger sind Presetschleudern geblieben und verstauben nun auf der Platte, da mir die Presets schlussendlich doch nicht gefallen und ich keinen Spass dran habe, am Rechner selbst irgendwas zusammenzuschrauben. Es fehlt das „Mojo“. Und vielleicht bin ich einfach zu blöd dazu.
Bin ich Dinosaurier und kein“Digital-Native?“
Je mächtiger die Rechner und je größer die Möglichkeit, desto weniger Bock habe ich drauf. Und wenn ich sehe, dass unbedarfte Omas mit KI charttaugliche Songs zusammenschustern, desto lieber schnappe ich mir Tin Whistle und vielleicht mal meine XoxBox mit der Behringer 606.
Von der Aufbruchstimmung und dem Kribbeln der frühen 90er ist nichts mehr da, und ich habe so eine Idee, wo man sich den ganzen Plug In Mist hinschieben kann.
@Eisenberg Ja, die Säger und Jammler Falle ist gefährlich. Tappe ich rein, glaube ich mit jedem neuen Synth, egal ob virtuell oder Hardware, meine Musik würde danach besser werden. Fast immer besteht die Gefahr, dass das Gegenteil eintritt. Obwohl ich vermutlich deutlich mehr Dino bin, mit den Rechnern und ihren Möglichkeiten komme ich gut zurecht. Aber inzwischen sind mir einfache Instrumente lieber. Dieser hier könnte passen, wenn ich nicht schon ein paar analog Subtraktive hätte.
@Eisenberg mit ki kann ein Hund einen hit basteln..
ist hoffentlich kein Kriterium! 😀
@Numitron DEN Hund zeigst du mir…DEN will ich sehn 😂
@Eisenberg beschissen? 😀 viele Synthnerds stehen auf diese Sounds. und neuere klingen halt nicht 100% danach. aber immerhin haben dir seit etwa 15 Jahren eine schöne Auswahl and analogen und jetzt auch wieder and digitalen und preislich für fast jeden was dabei.
lustigerweise Grad auf einen alten sequencer.de Threads gestoßen.
weil ich mir das schon öfters gedacht habe.
in den 80s zb wollten viele noch realistisch klingende sounds. „wo ist der Piano Sound?“ 😎
jetzt gibt’s beides leicht verfügbar.
die (meisten) Musiker von damals sind froh über realistische Sound, viele nerds (mich eingeschlossen) lieber die alten 😅
also du magst auch lieber digitale Sounds?
@Eisenberg „Niemals würde Ich mir irgendeine Emulation von irgendeinem solchen alten Dings kaufen.“
Die Plugins von DSP56300 sind sozusagen 4free und klingen 1:1. Also nicht alles verteufeln.
Im übrigen bin ich der Meinung, das es ziemlich egal ist, ob man HW oder SW verwendet. Der/die eine mag HW und ist damit erfolgreich, und der/die andere mag SW und ist damit erfolgreich. Beide haben ihre Vor-und Nachteile.
Am Ende zählt ja doch immer nur das Ergebnis 😎
@Eisenberg Einspruch. In den 60ern war schon recht akzeptabler Sound möglich, es hat eben nur mehr Mühe gekostet bzw. Ahnung erfordert. In den 70ern war die Technik dann schon recht weit, was die Audio-Qualität betrifft, und Alben wie z.B. Dark Side …, Led Zep IV oder Tubular Bells haben für meine Ohren schlicht einen großartigen Klang.
Was sind die wesentlichen Entwicklungen seitdem?
– Quantisierung für rhythmische Präzision statt Leben
– Autotune für stimmliche Perfektion statt Leben
– Bässe und Höhen statt Mitten (weil da das Leben drin steckt)
– 27 Autoren / Komponisten und 46 Produzenten für einen Hit – statt ein oder zwei Menschen, die von ihrem Leben erzählen. (Hat nichts mit dem Klang zu tun, erklärt aber, warum so viele der aktuell erfolgreichen Lieder so belanglos sind.)
Mir gefällt aus genau diesen Gründen vieles aus den 60ern / 70ern besser, gerade auch vom Klang her. Was ist Dein Klangideal? Ich mag Synthies, die eben auch kräftig klingen können, mit starken (unteren) Mitten statt dem „schlanken“ Sound, der heute angesagt ist. Falls Dir letzterer lieber ist, dann hast Du natürlich Recht damit, die Finger von alten Synths und ihren Klonen zu lassen.
Und was 101 und 202 betrifft: Die durften nicht viel kosten und mussten daher mit nur einem VCO auskommen -> „schlank“. Ist aber zugegebenermaßen für Bass- und Sequenzer-Sounds ganz praktisch.
@chardt Ich wollte nicht polemisch sein und schon gar nicht das Können der Fachleute anzweifeln, auch wenn ich tatsächlich verbal etwas entgleist bin.
Mein Punkt war im Wesentlichen, dass die nun emulierten Gerätschaften in den Händen der richtigen Fachleute sicherlich magische Ergebnisse bringen können.
Aber wer von uns hat den wirklich das Fachwissen, die Dinger richtig einzusetzen?
Ich würde eher zu „modernen“, intuitiven, durchschaubaren und den gegenwärtigen technischen Möglichkeiten entsprechenden Plugins greifen, wonich mich auf das designen von Klängen, Melodien etc. konzentrieren kann und danach ein brauchbares Ergebnis bekomme, was sich hören lässt, weil mir der Rechner EQs, Kompressoren etc. Optimiert. Auch in Sachen Synths wäre am ehesten etwas in Richtung Arturia Origin cool, wo man verschiedene Oszillatoren, Hüllkurven und Filter kombinieren kann, gerne auch mit nem Wavetable- Oszillator, akustischen Instrumenten, die sich mit Waveshapern velocityabhängig leicht „anschmutzen lassen etc.pp. Aber das ist natürlich ein anderes Thema.
@Eisenberg Was „intuitiv“ betrifft: Also was intuitiveres als nen 101 / 202 zu finden dürfte schwer sein. Gerade das macht für mich den Reiz der klassischen subtraktiven Synths aus: Das lässt sich leicht verstehen, und ich kann ganz gut vorhersehen, wie sich der Klang verändern wird wenn ich hier drehe. (Bei FM z.B. komme ich da ganz schnell an meine Grenzen, das ist mir zu abstrakt.) Der Minilogue hat für mich unbrauchbare Presets, aber der ist so übersichtlich, dass ich im Handumdrehen meinen Sound einstelle. Probier’s einfach mal aus, Du musst wirklich kein magischer Fachmensch sein.
Ich habe auch einen Minifreak für die modernen und „den gegenwärtigen technischen Möglichkeiten entsprechenden“ Soundvarianten, aber der ist dann eben weniger intuitiv – wenn auch noch beherrschbar, ich muss halt mal etwas Zeit zum Kennenlernen reinstecken.
Das mit dem Auswählen von verschiedenen Oszis und Filtern war für mich damals der Grund, ein kleines Eurorack zusammenzustellen: MFB OSC-2 plus Doepfer A-120 geht in Richtung Moog, mit A-122 geht’s dann Richtung Oberheim, usw. Auf dem PC hatte der Reaktor leider nicht diese Auswahl an verschieden klingenden VCO und VCF :(
@chardt Bei meinen Aussagen ging es eher um digitale Reinkarnationen von betagtem und ruhmreichen und speziellem Studio-Eqipment. Sich so einen reduzierten subtraktiven Synth wie diesen hier mit dieser altbackenen Bedienoberfläche auf die Platte zu ziehen ist – ohne jemandem nahe treten zu wollen – völliger Schwachsinn.
Da holt man sich tatsächlich doch lieber einen Echten oder baut sich ein kleines Eurorack. Oder nimmt einen virtuell- analogen, dessen Möglichkeiten dann zeitgemäß sind und der wegen mir AUCH wie ein verstaubter Roland-Bolide klingen kann, wenn man denn will.