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Backstage-Stories: Marcus Grube – der Vollblut-Pianist und das Stagepiano

Zwischen Tasten, Theater und Testberichten und was es mit der Mundharmonika in der Kokosnuss auf sich hat

28. Juni 2025

Stagepiano Marcus Grube Interview AMAZONAHeute stellt sich Marcus Grube dem Interview in den Backstage-Stories bei AMAZONA.de. Der Vollblutpianist dürfte eingefleischten AMAZONA-Fans schon bekannt sein. Mit viel Gespür für Klang, kritischem Blick und einer guten Portion Humor testet er seit einiger Zeit Keyboards und digitale Pianos für unser Online-Musikermagazin.

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Vom Theater zur AMAZONA-Redaktion

Wir bei AMAZONA lieben es, Musik zu machen und uns darüber auszutauschen. Mit Testberichten, Workshops, Features und Interviews versorgen wir alle Musikliebhaber mit Informationen zu ihrem Lieblingsthema. Doch wer sind eigentlich die Menschen hinter den Artikeln unseres Online-Musikermagazins? In unserer neuen Reihe möchten wir euch die Leute vorstellen, die als Redakteure und Autoren dafür sorgen, dass der AMAZONA-Community der Gesprächsstoff nicht ausgeht.

Hinter den Texten von Marcus steckt weit mehr als nur technisches Know-how. Er ist Musiker mit Herz, Bühnenmensch, Barpianist, Theaterautor und Klangliebhaber. In diesem Interview nimmt er uns mit auf eine persönliche Reise durch seine musikalische Entwicklung, verrät, warum eine Mundharmonika in jede Kokosnuss passt, wie er zum AMAZONA-Team gestoßen ist – und warum es manchmal wichtiger ist, nicht zu spielen. Ein Gespräch über Leidenschaft, Reduktion, kreative Freiheit – und den Soundtrack zum Sonnenuntergang.

Sonja:
Wie und wann bist du Teil des AMAZONA-Teams geworden?

Marcus:
Meinen ersten Test für Amazona habe ich vor zwei Jahren geschrieben. Ich arbeite hauptberuflich am Theater und habe Peter Grandl (aka Tyrell) kennengelernt, weil mich ein Theaterverlag gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, eine Bühnenfassung von Peters Krimi „TURMSCHATTEN“ zu schreiben. Bei einem unserer Treffen haben wir uns auch über Musik unterhalten und unsere gemeinsame Liebe entdeckt für Synthesizer, jede Form von Tastengedöns und alles, was blinkt, brummt und MIDI kann.

Peter erzählte von Amazona und sagte, dass sie sich immer wieder über Zuwachs von Autoren freuen würden und bot mir an, für Amazona einfach mal einen Test zu schreiben. Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig auf Koffein! Meinen Spaß am Schreiben mit meiner Neugier für neue Instrumente auf dem Markt verbinden zu können, war ein Glücksfall für mich. Endlich konnte ich gegenüber meiner Frau rechtfertigen, warum der Paketbote schon wieder mit einem großen Paket von Musikhändler vor der Tür steht. Wenige Wochen nach dem Treffen mit Peter ging es los.

Kindheit zwischen Klavier, Bratsche und Blockflöten-Massaker

Sonja:
Magst du uns etwas über deine musikalische Entwicklung erzählen?

Marcus:
Meine Kindheit war voll von Musik – und das nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz wörtlich: In unserer Wohnung saß oder stand ständig irgendwo jemand und spielte irgendein Instrument. Da gab es das alte Harmonium meines Urgroßvaters, der Kirchenmusikdirektor in Erlangen war, ein Klavier, eine Geige, eine Bratsche (später noch eine Trompete und diverse Gitarren). Je nachdem, welches Familienmitglied gerade übte (oder zumindest so tat), klang, kratze, hupte und tönte es im Haus.

Marcus Grube Straßenmusik

AMAZONA-Autor Marcus Grube liebt die Musik und macht sie gerne auch einfach mal auf der Straße.

Die Initialzündung war, dass mein älterer Bruder Klavierunterricht von unserem Großvater bekam – und da war klar: Ich will das auch! Mit fünf Jahren saß ich also am Klavier, spielte ehrgeizig die C-Dur-Tonleiter und fühlte mich wie Mozart, den ich im Kindergarten ein Jahr zuvor an Fasching gespielt hatte. Dann kam die unvermeidliche Blockflöte in der Grundschule. Und mit ihr: Konzerte mit 50 Kindern. Das Schicksal teilen viele und jeder weiß: 50 Grundschüler mit Blockflöten, das ist ein fröhliches Pfeifmassaker, rhythmisch ambitioniert, tonal frei.

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Seitdem ist mein Verhältnis zur Flöte… sagen wir: angespannt. Meine C-Flöte liegt aber noch heute in meinem Bücherregal. Aus pädagogischen Gründen. Und zur Abschreckung.

Immerhin blieb ich dem Klavier treu. Und ich hatte Glück. Es gab keine pädagogischen Brüche, keine Lehrkräfte, die mir den Spaß verdarben. Ich hatte durchgehend Unterricht – bis zum Zivildienst. Erst im Studium wurde es zeitlich enger. Nebenbei versuchte ich mich mal auch an der Trompete. Zwei Jahre lang. Dann gewann am Ende die Erkenntnis: Man muss nicht jedes Instrument erobern.

Als gebürtiger Franke war der frühe Freitagabend reserviert für eine Stunde vor dem Radio: die Bayern3-Hitparade. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die musikalische Sozialisation in den 80ern bedeutete, zu lernen, mit Schulterpolstern im Herzen und Synthesizern im Ohr zu leben. Also entschied ich mich, meine Sterne am Musikhimmel woanders zu suchen.

Als ich im Fernsehen an einem der langweiligen Sonntage den Film „HELP!“ sah, war ich wie paralysiert. Die Beatles, das war meine Musik, auch wenn ich dafür zwanzig Jahre zu spät kam. Deshalb wollte ich irgendwann im Klavierunterricht unbedingt „Ob-la-di ob-la-da“ spielen. Meine Lehrerin ließ mich gewähren – und das war mein Einstieg in die Popmusik. Fortan gab es am Ende jeder Stunde einen kleinen Ausflug ins „Beatles Complete“-Songbook. Mit den Jahren ging ich mit auf die musikalische Reise, die die Beatles im Laufe ihrer Karriere vollzogen haben, vom „Yeah Yeah“ zum orchestral-psychedelischen Klanguniversum und Popvisionen.

Heimstudio Roland Stage Piano

Im Heimstudio liebt Marcus es, auf dem Roland RD-2000 EX zu spielen.

Als für mich die ersten Popakkorde auf den Klavier erklangen, begann ich auch, ganze Nachmittage in einem lokalen Musikgeschäft zu verbringen. Dort standen unter dem warnenden Schild „Don‘t play JUMP!“ Synthesizer – und ich stand davor oder saß davor und spielte stundenlang. Das Personal hatte Geduld oder Mitleid. Leisten konnte ich mir das ohnehin nicht.

Mit 14 kam dann die Gitarre. Damals verkauften die Händler in Erlangen ab und zu B-Ware von Höfner und so kam ich zu meiner ersten Gitarre: ein Modell mit einem charmanten Mosaikfehler. Mit Platten von Reinhard Mey und viel Geduld brachte ich mir das typische „Mey-Picking“ bei.

Schlaggitarre war mir zu langweilig. Aber das Klavier blieb immer mein Hauptinstrument. Mein Zuhause. Mein musikalisches Gravitationszentrum. Die Klavierliteratur bewegte sich langsam von Bach, Beethoven und Brahms in Richtung jazzigerer Töne: Bela Bartok, George Gershwin, Scott Joplin …

Bühnenauftritte und Barpiano-Einsätze bei Firmenfeiern

Und dann war ich plötzlich 17 und hatte meine erste Band. Eine krude Mischung aus christlichem Pop und Deutschrock. Klanglich vielleicht kein Meilenstein, aber hey, es brachte vor allem Praxiserfahrung. Ich selbst war bei Auftritten kaum zu sehen, denn ich thronte hinter einer dreistöckigen Keyboard-Burg.

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Kawai CA-901 B
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Kundenbewertung:
(5)

Dass weniger auch in der Musik oft mehr ist, war für mich damals noch ein eher theoretisches Konzept. Zum Glück wurden mit den Jahren die Bands besser und das Equipment weniger. Als ich im Studium Geld brauchte, spielte ich dann Barpiano auf Firmenfeiern, Geburtstagen, in Hotels, Bars, Kneipen. Es war die große Welt des gepflegten Hintergrundklangs.

Manchmal bedeutete das vier Stunden öffentliches Üben mit erstaunlich guter Bezahlung. Und je besser das Hotel, desto besser das Honorar. Ein Umstand, der mich nachhaltig für das Gastgewerbe eingenommen hat. Von diesem Geld konnte ich mir endlich anständiges Equipment leisten.

Das Roland JV-80 und ein Korg M1 – mein ganzer Stolz

Mein ganzer Stolz: ein Roland JV-80 und ein Korg M1 – damals nicht nur mein heiliger Gral, sondern der aller Tastenträumer. Ich war nie der große Klangschrauber, sondern eher ein überzeugter ROMpler-User: Preset, Play, Pray. Gesucht habe ich nicht den futuristischen Synth-Sound, sondern das möglichst authentische Klavier. Verglichen mit heute waren die Sounds damals wirklich äußerst rudimentär.

Mit der Zeit wich die Keyboard-Burg einem einzigen Stagepiano oder Stage-Keyboard. Von den 250 Sounds blieben vielleicht fünf übrig: Klavier, E-Piano, Orgel. Und manchmal – ganz mutig – ein Pad oder ein Solo-Lead. Bläserersatz? Nein, danke.

Roland RD-2000 EX

Ich habe irgendwann beschlossen, dass man den Band-Sound nicht wirklich besser macht, indem man ihn als Keyboarder mit Instrumenten zupflastert. Oder besser gesagt: Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, dass man als Keyboarder nicht alles spielen muss – man muss das Richtige weglassen.

Dann kam der Klassiker: Aus beruflichen Gründen hatte ich keine Zeit mehr für Bands. Also landete ich im Homestudio – allein mit meiner Workstation und der tröstlichen Gewissheit, dass ich von MIDI keine Widerworte bekomme. Hin und wieder begleitete ich eine Sängerin, machte kleine Projekte, ein paar Auftritte in kleiner Besetzung. Alles ohne Druck, ohne Deadline, aber auch ohne echten Flow.

Sonja:
Und heute?

Marcus:
Bin ich wieder in einer Band. Mit guten Leuten, gutem Humor und keiner Ambition außer: Spaß haben. Kein Technik-Wettrüsten, kein Arrangement-Wahnsinn – nur Musik. Und das reicht.

Ein Piano kann Orchester, Rhythmusgruppe und Therapiestunde in einem sein

Sonja:
Dementsprechend finden wir dich in welchem Bereich bei AMAZONA?

Marcus:
Bei den KEYS. Das Piano ist und bleibt mein Hauptinstrument. Es entspannt mich, es fordert mich nach all den Jahren immer noch heraus und es kann Orchester, Rhythmusgruppe und Therapiestunde in einem sein.

Die Entwicklung der letzten dreißig Jahre im Blick, bin ich immer noch fasziniert von neuen Instrumenten, deren technischen Möglichkeiten und echten Innovationen. Und natürlich bin ich anspruchsvoller geworden, sowohl was den Sound als auch die Tastaturen oder das Bedienkonzept angeht.

Dabei bin ich auch immer wieder überrascht, wie oft einem im Bereich der elektronischen Musikinstrumente alter Wein in neuen Schläuchen präsentiert wird. Umso wichtiger sind Tests mit ehrlicher Meinung!

Sonja:
Hobby, semiprofessionell oder professionell – wie können wir uns deine Aktivitäten im Bereich Musik vorstellen?

Marcus:
Was als harmloses Hobby begann, ist mittlerweile zu einem kleinen musikalischen Nebenerwerb mutiert. Allerdings ohne Businessplan, dafür mit viel Leidenschaft. Neben meinen Stunden am Barpiano gab es über die Jahre immer wieder kleine Auftritte und später Musik fürs Theater – mal im Rampenlicht, mal im Orchestergraben, oft irgendwo dazwischen.

Und es ist schön zu merken, dass es sich irgendwann auszahlt (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn man ein paar Mal etwas komponiert hat und auch noch GEMA-Mitglied ist.

Ich würde sagen: Ich bewege mich auf der langen Strecke zwischen semiprofessionell und professionell. Nennen wir es: im Graubereich mit gutem Stil. Mein Anspruch ist auf jeden Fall professionell, aber meine Übungszeit macht da nicht immer mit. Trotzdem reicht es für solide Einsätze und gelegentliches Schulterklopfen – von mir selbst oder von Leuten, deren Klangkompass ab Werk leichte Abweichungen aufweist.

Kawai CA 901, Roland RD-2000EX und andere Setup-Schätze

Sonja:
Wie sieht dein Setup aus?

Marcus:
Aus Platzmangel zu Hause habe ich mein Equipment in den letzten Jahren extrem eingedampft. Ich habe ein Digitalpiano von Kawai, ein CA901, dessen Tastatur ich sehr mag. Als Bühneninstrument und Homestudio-Zentrale habe ich im Moment ein Roland RD-2000EX, arbeite aber auch mit Native Komplete am Mac, wo ich als DAW Logic verwende.

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Roland RD-2000 EX
Roland RD-2000 EX
Kundenbewertung:
(4)

Weil ich mir für Auftritte keinen Bruch heben will, nutze ich das RD-2000EX nur bei Auftritten, bei denen ich keine langen Wege habe. Sonst halte ich mir immer noch ein weiteres zusätzliches Instrument in der Hinterhand. Das wechselt, je nachdem, was gerade auf dem Markt Interessantes geboten wird: Im Moment ist das ein Viscount Legend One 73. In dem Bereich habe ich alles Mögliche ausprobiert. So richtig angekommen bin ich noch nicht …

Außerdem habe ich ein Korg Pa5X, das ich ab und zu für schnelle Ideen, einen Drumtrack zum Üben und kleine Arrangements aus dem Case hole. Von den Gitarren ist mir auch nur eine geblieben, eine Godin Fairmount Composer, die leider viel zu selten zum Einsatz kommt.

Die Mundharmonika in der Kokosnuss

Sonja:
Welche drei Instrumente/Geräte würdest du auf eine einsame Insel (mit Stromversorgung) mitnehmen?

Marcus:
Ganz klar: eine Mundharmonika, ein Klavier und eine Gitarre. Wenn beim Insel-Casting offenbar die Stromversorgung dabei ist, nützt das ja nicht viel ohne WLAN. Und weil es für „ein Stück Musik von Hand gemacht“ keine Effektgeräte, keine DAW und keinen USB-Anschluss braucht, sondern nur zehn Finger, ein paar gute Akkorde und einen gelegentlichen Lagerfeuermoment (wahlweise auch imaginär, falls kein Feuerholz vorhanden ist).

Zum Üben ist ja dann endlich wieder massig Zeit. Die Mundharmonika ist klein und handlich, passt in jede Kokosnuss und klingt nach Freiheit und Fernweh – und man kann damit wunderbar melancholisch den Sonnenuntergang untermalen.

Stagepiano

Während es auf einer einsamen Insel auch eine Mundharmonika, ein Klavier und eine Gitarre tun müssen, setzt Marcus live doch lieber auf sein Roland Stagepiano

Die Gitarre ist für die Romantik, die ich dann ja leider nicht teilen kann, weil ich ja allein bin – aber hey, dann bin ich eben mein bestes Publikum.

Und das Klavier – nun ja … das ist vermutlich beim Bootstransport ein logistischer Albtraum – aber musikalisch für mich einfach nicht verhandelbar. Ich meine: Wenn man schon strandet, dann bitte mit Stil.

Sonja:
Welches Instrument/Gerät hättest du unheimlich gerne?

Marcus:
Einen Bösendorfer Imperial-Flügel. Aber das wird wohl nix mehr in diesem Leben …

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Musik kann berühren, erzählen, verändern

und manchmal einfach nur alles andere für drei Minuten vergessen machen

Sonja:
Erzählst du uns etwas über das Erlebnis, das dich in deinem Leben als Musiker am meisten beeindruckt hat?

Marcus:
Anfang der Neunziger habe ich zwei Konzerte besucht, die bei mir mehr ausgelöst haben als jeder Musikunterricht vorher: erst Billy Joel mit der „Stormfront“-Tour, kurz darauf Peter Gabriel – ich glaube, es war die Tour zum Album „Us“. Zwei völlig unterschiedliche Typen – der eine mit schnellen Fingern, Piano, Punchline sowie guten Melodien und Texten, der andere mit Kunstnebel und Gänsehaut und unfassbar interessanten Einflüssen der Weltmusik.

Beide haben mich, jeder auf seine Art, ohne Umweg mitten ins Herz getroffen. Kein großes Nachdenken, kein Abwägen – wie der Schlag einer Bassdrum, wenn du direkt vor einer Konzert-PA stehst. Das hat massiv den Wunsch in mir bestärkt, meine eigene Musik zu machen. Nicht, um auf der Bühne zu stehen (okay, vielleicht manchmal), sondern weil mir noch einmal klargeworden ist, was banal klingt: Musik kann berühren, erzählen, verändern – und manchmal einfach nur alles andere für drei Minuten vergessen machen.

Sonja:
Wie hat deine Arbeit für AMAZONA dein Leben als Musiker beeinflusst?

Marcus:
Es ist einfach toll zu erleben, wenn die Community auf Tests oder Artikel Rückmeldungen gibt. Klar, es gibt auch hier ab und zu mal die Nerds, die rummäkeln – geschenkt! Die Foren von Musikern sind leider immer noch voll von Leuten, die besser über Musik reden als Musik machen können.

Pianist Test

Bei den Tests für AMAZONA.de ist volle Konzentration gefragt, denn hier geht es um eine fachliche und ehrliche Einschätzung der Testgeräte

Aber ich habe den Eindruck, dass gerade AMAZONA besonders unter echten Musikern einen hohen Stellenwert genießt und dass die Leute deswegen auch nicht in das übliche Foren-Gequassel oder gegenseitiges Bashing verfallen. Es geht meist um die Sache. Das erweitert den eigenen Horizont. Mein eigener Blick hat sich dadurch verändert und geweitet.

Sonja:
Was würdest du den Leserinnen und Lesern von AMAZONA gerne sagen?

Marcus:
Ich kann hier schreiben, was ich denke. Ohne Ansagen von oben, ohne Druck von Herstellern, ohne PR-Floskeln im Nacken. Hier zählt der eigene, der persönliche Eindruck, der sich mit meiner Erfahrung verbindet – nicht die Pressemeldung. Natürlich wissen wir alle: In Zeiten von „Sponsored Content“ und „Produktplatzierung light“ vermuten viele Leser und Leserinnen auch hier hinter jedem Testbericht eine herstellergestützte Kaufempfehlung.

Aber genau deshalb ist AMAZONA so wichtig – weil hier eben niemand gekauft wird. Weder meine Meinung, noch die Sternewertung. Wir schreiben ehrlich. Und wenn ein Gerät nicht hält, was es verspricht, dann steht das auch da. Und diese Unabhängigkeit ist kein Bonus – sie ist aus meiner Sicht das Konzept. Und ja: Das kann man nicht oft genug sagen.

Im besten Fall noch eins: Nehmt die Tests hier als Denkanstoß und als Folie für die eigenen Gedanken. Denn wie immer gilt: hören, fühlen, entscheiden – selbst ist der Nerd! Musik beginnt bekanntlich da, wo Worte aufhören. Das Gleiche gilt für Tests!

Vielen lieben Dank für dieses tolle und leidenschaftliche Interview. Es war wirklich eine wahre Freude!

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Über den Autor
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Sonja (Team DelayDude) RED

Sonja ist seit ihrer Jugend dem Bass verfallen. Im Jahr 2018 machte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihre Leidenschaft für Musik zum Beruf und betreibt seither mit DelayDude.de einen Blog und einen Shop für Gear-Reparaturen und Custom-Effektgeräte. Dementsprechend findet man sie auch bei AMAZONA vermutlich in der Guitar&Bass-Sparte. Als verantwortliche Redakteurin in der PEOPLE-Redaktion ist sie zudem immer auf der Suche nach spannenden Gesprächspartnern aus der Musikbranche.   

Forum
  1. Profilbild
    Atarikid AHU

    Auch wenn das alles nicht so ganz meine Welt ist, finde ich es immer geradezu berauschend, auf Menschen und Künstler zu treffen, die ihr Instrument tatsächlich beherrschen. Und in solchen Momenten kann ich dann auch begeistert zuhören. Das mit der Musiziererei auf der Straße ist extrem sympathisch (und warscheinlich bald der einzige Weg, echte Musik zu hören und zu erleben).

  2. Profilbild
    Filterpad AHU

    Für einen richtig guten Musiker bzw. Pianist sind die Monitore ansich und vor allem dessen Position äußerst fragwürdig. 😂

    • Profilbild
      Marcus Grube RED

      @Filterpad Man lernt nie aus: Ich wusste gar nicht, dass die Fähigkeiten als Musiker bzw. Pianist vor der Position und Qualität der Monitore abhängt. Da sitzt man jahrelang am Klavier und übt – und keiner sagt einem das … Danke für die Erleuchtung! Ich kauf mir jetzt einfach n ordentliches Paar Monitore, dann muss ich auch nicht mehr üben – ist mir ohnehin lästig …

      • Profilbild
        Markus Galla RED

        @Marcus Grube Lieber Marcus (mit c),

        ich freue mich sehr, dich im Team zu haben – allein schon aufgrund des sehr ähnlichen Werdegangs.

        So viele Punkte, die du angesprochen hast, entsprechen auch meiner Erfahrung: Gerade das Verkaufen alter Ideen und die Tatsache, dass man als Keyboarder in einer Band früher oder später feststellt, dass man eigentlich mit maximal fünf Sounds auskommt. Weniger ist viel mehr. So ist auch mein Nord Electro 5D viel öfter mit mir unterwegs als der Roland Fantom oder der Jupiter 80.

        Man kann Zuhörer mit einem Piano-Sound und einer Fläche stundenlang fesseln oder mit Dutzenden Synthesizer Sounds und wildem Layering zu Tode langweilen. Es hängt am Ende alles weniger vom Sound ab als von dem, was man daraus macht.

        So viele Klangfarben wie man in einem gut interpretierten Chopin Nocturne am Flügel findet, besitzt kein Synthesizer. Ähnlich geht es mir mit der Hammond B3. Nicht umsonst sind beide bis heute unverzichtbar in einem Großteil der Rockmusik, wie ich gerade erst wieder bei Bruce Springsteen in Gelsenkirchen erleben durfte.

        Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dir. Lass uns demnächst mal neue Tests planen.

        • Profilbild
          Marcus Grube RED

          @Markus Galla Lieber Markus, schön, dass ich Teil des Teams sein darf! Die nächsten Gelegenheiten für Tests kommen bestimmt! Ich freu mich drauf!
          Beste Grüße! Marcus

  3. Profilbild
    Spectral Tune AHU

    Tolles Interview ! Musste immer wieder schmunzeln.
    Locker und ambitioniert muss sich nicht ausschließen, die Kombination hat Freude im Blut 🙂, was für mich im Text sehr gut nachfühlbar war.

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