Black Box: BOSS DR-110 Dr. Rhythm, Analog-Drumcomputer

1. Oktober 2016

Silversurfer im TR-END

DR-110 geoffnet in Hülle

Historie – Dr. Rhythm BOSS DR-110

Mit dem neuen Drumcomputer „BOSS DR-110 – Dr. Rhythm GRAPHIC“ aus dem Hause BOSS erblickte ab 1983 eine wirklich besondere Maschine das Licht der Welt. Inklusive voll analoger Klangerzeugung, genau wie bei ihrem Vorgänger DR-55 von 1980,  betrat sie die Musikszene im völlig überarbeiteten Design.

Was manche vielleicht nicht wissen: BOSS war schon damals die Budget-Marke von Roland, unter der man Roland Technologien preiswert verpackt hat, um auch finanzschwache Musiker zu erreichen. Die BOSS DR-110 könnte also auch ebenso gut TR-110 heißen.

Ein gefälliges Äußeres, klar strukturierter Aufbau und auffälligstes Merkmal das großes LC-Display, 4 Sounds plus Accent mussten damals reichen. Alles chic in einem tragbaren Gehäuse.

Die rein analoge Klangerzeugung der DR-Serie war zu dieser Zeit ein absolutes Standardfeature, deren Programmierbarkeit grundsätzlich sehr einfach gehalten. Das Label BOSS stand ja seit jeher vorrangig für Musikerprodukte aus der Gitarrenfraktion. Eine Vielzahl an BOSS Effektpedalen sorgte gerade in dieser Szene für Furore. Es erweiterte sich BOSS‘ Marktsegment mit dem Erscheinen der DR-Geräteserie damit also grundlegend.

Was war nun neu an der BOSS DR-110? Ihre Oberfläche erlaubte ein schnelles übersichtliches Erstellen von Drum-Pattern. Was war damit geboren? Vielleicht die wichtigste Darstellung Pattern-orientierter Graphiken dieses Planeten.

Eine ROLAND TR-707, R8 übernahmen fast zur Gänze deren Display-Layout. Klanglich erinnert die DR-110 sehr stark an ROLANDs TR-Linie und das war natürlich kein Zufall. In den Charts hörte man den Roland Sound in vielen Songs. Die TR-808 in „Sexual Healing“, eine CR-78 in „IN THE AIR TONIGHT“, ROLAND Drum-Maschinen fanden sich in legendären Songs wieder.

Die BOSS DR-110 konnte seinerzeit in dieser Größenordnung keinen Ruhm und auf sich verbuchen, darf aber trotz allem nicht unterschätzt werden. Ihr Preis lag mit ihrem Erscheinen bei tief angelegten ca. 300 USD und damit die Zielgruppe eindeutig abseits des Profilagers. Fehlende Einzelausgänge, ihre minimalen klangliche Eingriffsmöglichkeiten, sie sprachen ein klares „PERHAPS“ zum Studioeinsatz.

Die Frage nach BOSS Absatzstrategie stellt sich prompt. War die BOSS DR-110 eventuell als Begleitpartner des Gitarristen/Bassisten gedacht? Offensichtlich, denn auch die TB-TR-Produktlinie war ursprünglich Begleitinstrument für Tanzmusiker.

Klangbeispiele
Forum
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    wrywindfall  

    Günstig? Teilweise werden da inzwischen Preise für aufgerufen…
    Habe meine mit DIN-Sync nachgerüstet, absolute Empfehlung! Seitdem lässt sie sich viel besser integrieren!

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    Dalai Galama  

    „Ein großer Sprung in die Zukunft war das „Abschreiben“ von Oberflächen damals immer noch die Tagesordnung.“
    Was ist das für ein Satz? Welche Semantik soll vermittelt werden? Fehlt vielleicht nur ein Komma oder doch schon ein ganzes Wort? Sorry, aber der ganze Artikel strotzt vor solchen gezwirbelten Satzungetümen, deren Sinn man teilweise nur erahnen kann. Ab der zweiten Seite war für mich Schluss. Ich bin besseres von Euch gewöhnt.

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      THEXCEE  RED

      Oh ja DALAI GALAMA – für manches an Satzgetüm muß ich mich wirklich entschuldigen – aber wir E-Musiker, wir sind oft hoch emotional – da geht ab und zu schon mal etwas mit uns durch.

      …also bitte am besten durchhalten und weiterlesen ;)

      Greez Euer thexcee

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    Son of MooG  AHU

    Diese Maschine war mir noch recht unbekannt, danke für den Artikel. Mir kam sofort wieder meine erste Drum-Machine Soundmaster SR-85 in den Sinn, und heute schließt sich der Kreis mit dem Akai RhythmWolf. Was seltsame Satzgebilde angeht, ist mir das schon öfters bei verschiedenen Autoren aufgefallen. Ein Gegenlesen durch eine unabhängige Person würde da schon einiges bringen.

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      Tyrell  RED 2

      Wir hatten versucht den Text so zu lektorieren, dass die Identität des Autors erhalten bleibt. In der Regel gelingt uns das sehr gut, in diesem Fall werden wir aber nochmals nachbessern :-) Viele Grüße, Peter Grandl / Chefredakteur

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    A.Vogel  AHU

    Nettes Maschinchen, ohne Frage; ich mag ebenfalls die Claps, und die HiHats noch ein wenig mehr.
    Die Kick ist (wie leider auch bei der TR606) etwas pappig und schwach auf der Brust und benötigt daher deutlich externe Nachbearbeitung.
    Ich habe jahrelang mit meiner 606 (mit nachgerüsteten Einzel-Outs) und dem Boss HC-2 Handclapper sehr gerne rumgewuselt.
    Mittlerweile ist alles verkauft (sogar der Handclapper musste dieses Jahr wegen mehr als 10jähriger Untätigkeit gehen), denn diese kleinen Klopfer, die keinen unmittelbaren Zugang zur Klangformung bieten, kann man halt recht einfach durch Samples ersetzen.
    Aus nostalgischen Gründen kann man an den Dingern festhalten, aus musikalischen dann eher doch nicht.
    Meine 3,142 Ct..

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      Atarkid  AHU

      Und wenn man dem Verstand nachgibt, Dinge verkauft, kommt es immer wieder vor dass es schmerzt. Der verdammten Nostalgie wegen… Den DR 110 vermisse ich allerdings kein Stück, denn ohne die entsprechenden Mods ist diese Kiste unbrauchbar, auch wenn sie Potential hätte.. Diese Klangerzeugung in den massiven Gehäusen eines Rhythm Wolfs mit dem auch guten Sequenzer der Akais, das wär eine Überlegung wert ^^…

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    Marko Ettlich  AHU

    Die kleine Rappelkiste ist nicht schlecht und groovt schön. Der Klang ist ähnlich der TR-606. Trigger out ist auch vorhanden, das viel gibt Spass.

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    lightman  AHU

    Die DR-110 hatte ich vor etlichen Jahren als Samplefutter im Studio, nettes Maschinchen, vor allem mit nachgeschaltetem Filter und ein bißchen EQing kann man damit richtig was losmachen. Gekauft habe ich sie dennoch nicht, weil meine 606 ihren Arbeitsbereich gut abdeckt und mir insgesamt wegen der direkten Bedienung und Features (nicht aber wegen der schrecklichen Plastetasten) besser gefällt.

    Dennoch, in manchen Lagen schaffte es die DR-110, die Ahnung eines Gänsehautsmoments der alten Zeiten wegen bei mir auszulösen, schließlich waren es genau solche billigen kleinen Kisten, mit denen sich von Beginn der 80er an die kleinen Studios aufmunitionierten, um später die Techno- und House-Revolution loszutreten. Zwei, drei solche Boxen, ein Ensoniq Mirage, ein Mischer und Tonbandgerät, und dahinter die Unendlichkeit…

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    Stephan Güte  RED

    Mit dem Teil zusammen hab ich mir damals auf der Gitarre die Finger wund geübt :) Das war ein LUXUS Metronom (!!)

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