Black Box: Roland R-8M, Drumexpander

17. März 2007

Drumexpander mit 80er Sound

HISTORY

1988 schuf ROLAND mit der R8 Drum-Machine den letzten großen Klassiker unter den reinen Klopfgeistern.

Bedienung und Klangqualität konnten damals überzeugen. 68 fest im Rom-Speicher verankerte 16 Bit Samples dienten als Basis für realistische Grooves.

Anfang 1990 gab es für die immer größer werdende Software-Sequenzer-Fangemeinde quasi eine 19″ Version unter der Bezeichnung R-8M.

DER Drum EXPANDER ROLAND R-8M

Die Drumsounds waren zur Desktop-Box 100% identisch und liesen sich ebenfalls über Soundkarten Steckplätze erweitern.

Ein paar Features hat der R-8M allerdings mehr als die R8.

Der Expander bietet 4 Karten-Steckplätze statt nur 2 sowie die Feel-Patches (siehe unten).

Etwas unverständlich bleibt allerdings, warum der Studioexpander 2 Ausgänge weniger hatte als die Tisch-Variante. Der R8M bietet neben einem Stereoausgangspaar nur noch 6 Einzelausgänge.

Die Programmierung erfordert gegenüber dem R8 außerdem etwas Übung und ist selbst für eingefleischte Midi-Profis ohne dem Handbuch kaum zu bewältigen.

FEEL PATCHES

Auf Grund des fehlenden Drum-Sequenzers, hat man sich bei ROLAND ein anderes, sehr nettes Feature einfallen lassen:

Der Expander R8M erlaubt die Programmierung von Human-Feel Parametern. Eingehende Midi-Signale werden dann nach diesen Parametern minimal verändert. Selbst ein extrem starr programmierter Drumloop beginnt damit zu leben. Die Möglichkeiten gehen dabei weit über irgendwelche Swing-Parameter hinaus, sondern beziehen sich auch direkt auf den Klang. z.B. ob eine Becken mehr am Rand oder in der Mitte angeschlagen wird.

16 Feel-Patches lassen sich im internen Speicher ablegen.

MIDI / MULTI-MODE

Midi-technisch war das Gerät auf der Höhe seiner Zeit, wenn auch einige Mitbewerber (EMU Procussion) hier die Nase besser im Wind hatten.

Der R-8M verfügt quasi über einen 5fachen Multimode, allerdings lässt sich nur ein Midikanal mit einer gesamten Drumbelegung versehen, während man auf den 4 weiteren Kanälen jeweils nur einen Drumsound spielen kann. Dies 4 Kanäle dienten vor allem dazu gestimmte Sounds wie Bässe, Marimbas etc. melodisch spielen zu können.

SOUND-KARTEN

Elektronische Drumsounds waren nicht die Stärken des r8 und des R-8M. Bis heute bleibt auch unbegreiflich, warum ROLAND nur einen TR808 Sound (Clap) und keinen einzigen TR909 Sound implementiert hatte. Zum Glück wurde dieses Manko durch die sehr gut programmierten Soundkarten wieder aufgehoben. Besonders die Elektronik-Sound-Karte SN-R8-04 sowie die Dance-Sound-Karte SN-R8-10 sind daher unter Sammlern extrem begehrt und äußerst selten.

Features

  • Sounds: 68 (16 Bit / 48 kHz)
  • Polyphonie: 12 Stimmen
  • Drumsets: 32
  • Feel-Patch: 16
  • Display: 2 Zeilen mit je 16 Zeichen
  • Ausgänge: Stereo L/R plus 6 Einzelausgänge
  • Kopfhöreranschluss
  • Maße: 482 x 358 x 45 (mm)
  • 3 Schächte für Sound-ROM Karten
  • 1 Schacht für Speicher-RAM Karte

Fazit

Die Drumsounds der R8 / R-8M sind sicher bis Mitte der 90er Jahre in zahlreichen, namhaften Pop-Produktionen gang und gebe gewesen. Der Sound dieser beiden Units hatte trotz der AKAI und EMU Sampler in vielen Studios etabliert – und wurde auch als Sample-Sound-Disketten für alle Sampler angeboten.

Auch heute ist eine R-8M im Sequenzerverbund eine feine Sache. Vor allem wenn man zwischen Modul und Mixer z.B. einen analogen Filter hängt, wie z.B. den DAF-1 von Vermona.

Die R-8M klingt druckvoll und hat auch unten rum Wucht. Bei einem Gebrauchtmarktpreis von unter 100,– Euro auch im Jahr 2007 eine runde Empfehlung!!!!

Und noch eine wichtige Kleinigkeit. Das Teil arbeitet ohne externes Netzteil sondern mit einem fest verbundenen Stromkabel :-) !!!!

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Schade, etwas kurz, dieser Bericht. Ein paar Soundbeispiele, besonders die "Human-Feel" Parameter betreffend, hätten auch nicht geschadet…

  2. Profilbild
    soundinett

    Die „Human Feel“ Funktion hatte das Tischgerät auch. War ja der große USP der Roland Drummies damals. Selbst der kleine Bruder des R8, der R5 konnte mit dem Human Feel aufwarten.

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    Sudad G  

    Einer der besten Drum-Expander der 90er neben dem Alesis D4!
    Zum Gebrauchtpreis eines Lowcost-Plugins immer noch eine Empfehlung und bei 16bit / 48 kHz Samplingrate braucht sich das Modul auch heute nicht zu verstecken.

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