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Black Box: Sequential Drumtraks, Drumcomputer

Die Stunde der Bastler

Nicht selten werden Drumtraks angeboten, auf deren Bedienoberfläche sich zahlreiche kleine Schalter befinden. Auf eBay stand über längere  Zeit ein Exemplar zum Verkauf, das mit Schaltern nur so zugepflastert war und dessen Provenienz der Berliner Techno-Band Toktok zugeschrieben wurde. Solche modifizierten Drumtraks sind das Ergebnis von mehr oder minder professionellen Basteleien. Mehrere Bassdrums, Snares etc. werden regelrecht gestapelt, um zwischen ihnen dann durch einfaches Umlegen der Schalter hin- und herzuwechseln. Auf Gearslutz habe ich dazu einen Eintrag gefunden, der das plastisch schildert:

„We soldered eproms one over each other and connected some eprom legs to hardware switches.
With either one, two or three switches I was able to switch between 4 different BD, 6 SN (with alternativ Rim or Noise Burst), 2 Hat, 3 Tom/Conga and finally choose between Claps/Tamb or Clave/Agogo. The downside of our construction was that the Drumtraks was incredibly hot!
But it worked well for several years as long as I used it and it still works today quite well with only a few failures sometimes.“

So sieht es aus, wenn sich in der Drumtraks die Eproms stapeln. (Quelle: Matrixsynth)

Es mag verlockend sein, die Wechselsounds unmittelbar zuschalten zu können. Aber natürlich sind diese Konstruktionen fehleranfällig. Statt eines aufgeräumten Innenlebens hat man es plötzlich mit einem Wust an Eproms und zusätzlichen Kabeln zu tun. Dazu viele zusätzliche Lötstellen, die Drumtraks wird zum Heizkraftwerk und so richtig schön sehen die Zusatzschalter auf der Drumtraks auch nicht aus.

Die Sequential-Familie auf einer ganzseitigen Anzeige des Keyboard Magazine vom Dezember 1984. Der T-8 als damaliges Flaggschiff, der Six-Trak, der Prophet-600 und die Drumtraks. (Mit freundlicher Genehmigung von Retrosynthads)

 

Mein Fazit: Doch keine LinnDrum für Arme, sondern eine ausgezeichnete Drummachine, mit der sich sehr kreativ arbeiten lässt.

Mein Fazit: Doch keine LinnDrum für Arme, sondern eine ausgezeichnete Drummachine, mit der sich sehr kreativ arbeiten lässt

Sequential Drumtraks Soundbeispiele

Ein kleiner Querschnitt durch die Soundvielfalt der Drumtraks. An zwei Beispielen versuche ich zu zeigen, wie man sich dem Sound der 80er Jahre-Hits annähern kann. Prince erzeugte den Ping Pong-Sound bei „When Doves cry“ mit einem tiefergestimmten Rimshot. Das funktioniert bei der Drumtraks so leider nicht (der Sound geht nicht tief genug), die Clapsounds sind aber ein relativ guter Ersatz. Bei „Mama“ haben Genesis die LinnDrum durch einen Gitarren-Amp gejagt. Mit einer Simulation habe ich wenigstens versucht, die Bassdrum etwas anzuzerren.

Mathias Brendel (u.a. Drummer der kanadischen Sängerin und Performerin Peaches) war so nett, für mich ein paar Beats zu programmieren, weil ich beim Rhythmus eher zu den schlichten Gemütern zähle. Mit der Hilfe von Mathias kann ich auch Triolisches und etwas modernere Beats anbieten. Manches davon habe ich durch diverse Amp-Simulationen gejagt, um zu zeigen, wie die Drumtraks „processed“ klingen kann. Die Pattern von Mathias sind mit MB gekennzeichnet.

Peaches-Drummer Mathias Brendel hat auch ein paar Beats in die Drumtraks programmiert

Ich habe auch mal ein paar Instrumente durchgetunet. Die Bassdrum, die Toms, die Claps und das Crashbecken (das wie ein Gong mit Lunker im Guss klingt). Andere Beispiele zeigen ein paar Perkussionsinstrumente (Timbales und Slap Conga) oder auch etwas exotischere Klänge wie die einst überstrapazierten Orchester-Hits sowie Pauken und Scratch-Effekte (Beispiel Drumtraks Weird Percussion).

Ein ganz wichtiger Vorzug der Drumtraks liegt für mich in ihrer leichten und vielfältigen Synchronisierbarkeit. Deshalb gibt es jeweils ein Beispiel, in der die Drumtraks den Sequencer des MiniBrute (MIDI) und die Arpeggiatoren des J-4 und des OB-8 steuert (via MIDI und Metronome Out). Die Synthesizer-Parts in Muddha, Möwentränen und 4 to the floor sind alle mit dem OB-8 eingespielt. Nicht ganz so fett wie der Ob-Xa, aber auch typisch Oberheim ;-)

Drei Tracks sind Filmmusiken zu den TV-Features „Von der Seine bis an die Spree – die französische Schutzmacht in Berlin“ (1988) und „Von Insel zu Insel – die britische Schutzmacht in Berlin“ (1989). Die Originalaufnahmen entstanden mit einem Studiomaster 8/4 und einem Fostex Achtspurtonband. Gemastert wurde auf eine Zwei-Spur-Teac. Bei den Beispielen handelt es sich allerdings um eine Überspielung auf Kassette, wobei der alte Luxman Rekorder längst den Weg allen Irdischen gegangen ist. Leider weichen die Dolby-Einstellungen bei meinem derzeitigen Denon Rekorder ab, so dass ich die Rauschunterdrückung komplett deaktiviert habe. Was nicht weiter schlimm ist, da es meistens sowieso volles Rohr zur Sache geht. Das ist also meine gute alte Drumtraks, die von Michael Gerlach voll „linnifiziert“ worden war. Ansonsten hört man einen OB-Xa und einen DX-7. Bei dem Song, der ein britisches Landungsmanöver an der Havel illustrierte, triggert die Drumtraks den Arpeggiator des Polysix. Ergänzende Percussion-Fill-Ins stammen von der Korg M1. Bei dem ruhigen Stück, das einen Kudamm-Bummel französischer Soldaten untermalte, stammen bis auf die Drumtraks sogar alle Sounds von der M1 (plus ein DX-Rhodessound). Für die Panflöte entschuldige ich mich hier noch mal in aller Form ;-) Die Drumtraks wird hier mehr wie ein richtiges Schlagzeug behandelt mit Tamburin-Intro, Patternwechseln und subtilerer Beckenarbeit.

Die heimgekehrte Drumtraks oder auch: Never say never again.

Die heimgekehrte Drumtraks oder auch: Never say never again

Fazit

Wer heute „moderne“ Drumgrooves programmieren will und nicht ohnehin dafür NIs „Studio Drummer“ oder eine ähnliche Software benutzt, greift vermutlich zur TR-808 oder 909 und den entsprechenden Derivaten. Sample-basierte Drummaschinen gelten heute als hoffnungslos „dated“. Wer aber genau die musikalische Ära wiederbeleben will, in der Linn, DMX und Drumtraks ihren Höhepunkt erlebten, hat fast keine Alternative. Denn nun Samples der Samples einzusetzen, ist wirklich nur das halbe Vergnügen und würde einen um den Genuss der „elastic grooves“ bringen. Innerhalb der Gattung ist die Linn sicher das Gerät mit dem größten Kultfaktor. Die Drumtraks wiederum präsentiert sich als ausgetüfteltes „Best of“-Instrument mit hervorragender Bedienbarkeit, Flexibilität und einem Klasse-Sound, der – wenn gewünscht – noch kräftig gepimpt werden kann: Einmal über die Wechsel-Eproms und dann auch über die Einzelausgänge mit allen Möglichkeiten das Signal mit Kompressoren und Equalizern nachzubearbeiten. Mit den zahlreichen Synchronisationsmöglichkeiten inklusive MIDI passt sie noch heute in jedes Studio-Setup und hat sich ein klares „Sehr gut“ verdient. Der später erschienenen Sequential Tom würde ich die Drumtraks jederzeit vorziehen, da diese zwar die Möglichkeit der Step-Programmierung bietet, aber keine Einzelausgänge besitzt und die Tom auch soundmäßig einen Rückschritt darstellt.

Plus

  • MIDI In/Out
  • Möglichkeit, Sounds über EPROMS auszuwechseln
  • intuitive Bedienbarkeit
  • Detuning sehr einfach
  • Trigger Out für Synthesizer der Vor-MIDI-Ära
  • sechs Einzelausgänge plus Mono-Mixout
  • Kopfhörer kann an Ausgang angeschlossen werden
  • programmierbarer Tempowechsel
  • Spaßfaktor 100%

Minus

  • jeweils nur ein Ausgang für Toms und Percussion
  • Original-Toms fehlt der Punch
  • begrenzte Editiermöglichkeiten der Sounds
  • Klangcharakter kann evtl. als "dated" empfunden werden

Preis

  • 500,- bis 800,- Euro je nach Zustand und Zubehör (Wechsel-Eproms, Originalhandbuch)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Zitat: Mit Ausnahme der Ride- und Crashbecken sitzen die übrigen Sounds auf Wechselsockeln. Mit dem Finger oder einem Schraubendreher drückt man die Sicherungs-„Nubsies“ an den Seiten leicht nach oben und kann nun den jeweiligen Eprom leicht entnehmen.

    Das stimmt nicht, richtig ist aber, dass die Eproms gesockelt sind und somit ein Austausch möglich ist, sofern dieser sorgfälig ausgeführt wird. Linn Eproms wurden von uns (wie bei der Ausführung von Michael Gerlach) eingesetzt – uns stand das komplette Linn Angebot an Eprons zur Verfügung, für das wir DM 10.000 hingelegt hatten.
    Sehr interessante Sounds entstanden, wenn man bewusst ein oder mehrere Beinchen eines Eproms fälschlicherweise ohne Kontakt einsetzte.

    Zur Ergänzung der Promi-Nutzer: Auf Kraftwerks Album Electric Cafe kommt das Gerät besonders zur Geltung. In Fan-Foren wird dann fälscherweise davon gesprochen, dass sie eine Linn LM-1 genutzt haben. Stimmt nicht, war anwesend.

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      costello  RED

      Danke für den Kraftwerk-Hinweis. Da muss ich mir Electric Cafe direkt noch mal daraufhin anhören :-) Das Auswechseln der gesockelten Eproms ist wirklich kein Hexenwerk, wenn man beim Einsetzen des neuen Eproms von oben draufguckt und nicht irgendwie versucht, das Ganze „mit links“ reinzuwurschteln ;-) Zu den Spezialeffekten: Wenn man z.B. einen Percussion-Chip mit Clap und Cabasa auf den Snare-Platz steckt, werden beim Triggern beide Sounds zeitlich versetzt abgespielt.

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      iggy_pop  AHU

      Die Information, daß es sich bei Electric Café um eine LM-1 gehandelt habe, wurde Anfang der 1990er u. a. von Stefan Ingmann verbreitet sowie von Karl Bartos selbst, der laut eigenem Bekunden auch noch eine LM-1 besitzt. Da ich ihn nie daheim besucht habe, kann ich das nicht bestätigen.
      .
      Wenn eine Drumtraks einer LM-1 mit den entsprechenden EPROMs an Bord das Wasser reichen kann, sollte ich vielleicht mal diese Variante ins Auge fassen — dann brauche ich meiner LM-1 nicht mehr hinterher zu trauern (die sowieso öfter in Werkstatt als im Musikzimmer stand).
      .
      Beim EPROM-Tausch empfiehlt sich ein Erdungsarmband, um keinen Schaden anzurichten mit statischer Aufladung.

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        Dirk Matten  RED

        Nachdem Bartos aus Schusseligkeit die Sync-Spur zu Technopop auf Band gelöscht hatte, haben mein Mitarbeiter und ich diese mittels Dr. Click, Mini Doc und seiner Drumtraks wieder hergestellt. Eine LM-1 habe ich im Studio nie gesehen und ich war seit 1974 nicht nur 1x vor Ort.

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          iggy_pop  AHU

          In dem Zusammenhang würde es mich interessieren, mit welchem Klopfgeist zu Zeiten der „geleakten“ Demos von „Techno Pop“ und „Sex Objekt“ gearbeitet wurde — eine Drumtraks kann es wohl nicht sein, weil die Demos angeblich von 1983 stammen.
          .
          Wer das wohl geleakt hat?

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          costello  RED

          „Aus Schusseligkeit die Sync-Spur zu Technopop auf Band gelöscht“. Super! Passiert halt auch einem Herrn Bartos mal. Da habt ihr ja wirklich was gerettet. So sieht perfekter Support aus.

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            Dirk Matten  RED

            Ja, haben wir, sonst wäre die ganze Produktion für die Tonne gewesen. Als Danke-schön gab’s einen Credit auf dem Album.

  2. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Welcher Hype damals von Drummachines der Firmen Linn, Oberheim und Sequential ausging, mag man daran erkennen, dass die Verkäufe dieser Geräte rund ein Drittel des Gesamtumsatzes meiner Firma betrugen.

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      costello  RED

      Damals gab es ja auch wirklich Befürchtungen bei vielen Schlagzeugern, durch die Maschinen über kurz oder lang ersetzt zu werden. Clevere Schlagzeuger wie Phil Collins haben die Drumcomputer dann einfach in ihre Songs eingebaut. Um dann auf der Klimax des Songs mit echten Drums einzusteigen (siehe „In the Air tonight“, siehe „Mama“).

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        Dirk Matten  RED

        Die Schlagzeuger Dicky Tarrach, Curt Cress und Willi Ketzer kauften bei mir je eine LinnDrum, letzter sogar 3 Stück, die jeweils in den Studios verblieben, in denen er er Studiomusiker Schlagzeug spielte. Als er zum dritten Mal zu mir in den Laden kam und fragte: „Hast du noch eine?“, habe ich mich erst einmal hingesetzt und Luft geholt.

  3. Profilbild
    Tyrell  RED 3

    Lieber Costello, bei so wunderen Artikeln wie diesem, bin ich „nur noch „Leser. Danke für diesen hervorragend aufbereiteten BLACK BOX Report. Ich finde, gerade die Mischung aus technischer Beschreibung und persönlichen Erlebnissen, macht diese Serie so einzigartig. Ich wünsche Dir noch ein schönes Wochenende, Peter.

    • Profilbild
      costello  RED

      Danke Peter! Die Drumtraks lag mir besonders am Herzen. Warum, das versteht man, wenn man in die rauschenden Featuremusik-Mitschnitte vom Ende der 80er reinhört. Da fühlte ich mich wirklich wie ein Bonsai-Faltermeyer :)) Dir auch ein schönes Wochenende!

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    AMAZONA Archiv

    Danke für diesen tollen Beitrag und die schönen Beispiele dazu. Artikel wie dieser sind immer eines der Highlights des Wochenendes. Bitte weiter so!

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      costello  RED

      Hi DanielT, wenn das Wetter bei Dir so bescheiden ist, wie gerade hier bei mir in Berlin, hat man sogar Zeit und Muße, sich so einen Report reinzuziehen ;-) Danke für Dein nettes Feedback!

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    AMAZONA Archiv

    Kann mich des Lobes nur im vollen Umfang anschließen. Perfekte MIschung aus historischen und techischen Informationen, eigenem Erleben und klasse Klangbeispielen. Erweckt beim Leser sofort Gelüste auf das Dingen. Besser geht nicht. Hehehe, und nebenher ist es auch interessant zu hören, welchen musikalischen Zeitgeist du da in den späten 80ern für das Fernsehen bedient hast.

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      costello  RED

      Danke Wellenstrom! Die Drumtraks kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen. Wenn Du die zum vernünftigen Preis angeboten bekommst – zuschlagen! Tja, und wenn ich mir heute mit Abstand die Sachen von damals nochmal anhöre, kann ich nur feststellen, welchen enormen Einfluss Axel F. und eben Miami Vice auf mich hatten. Wobei die Schnellboote der Briten auf der Havel wirklich wie eine Verfolgungsjagd von Crocket und Tubbs wirkten. Auf Schilfbrüter wurde da eher weniger Rücksicht genommen. Unglaublich – und im gleichen Jahr als Film und Musik entstanden, fiel die Mauer.

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    dilux  AHU

    als ich mir ende der 90er in berlin einen prophet 600 für schlappe 800,- DM zulegte, gabs die drumtraks vom verkäufer obendrauf und obwohl sie damals in der house/techno-szene ein eher unbeschriebenes blatt war, haben wir sie doch regelmässig eingesetzt. vor allem die so schön schlürfenden hihats und der clap waren fast immer irgendwie dabei, ausserdem haben wir unsere 808 damit über midi gesynct.
    respekt für diesen sauber recherchierten report, mehr geht nicht! achja und danke für deine erwähnung der twins, als berliner synth-lover war man in den 80ern ja sowas von proud auf die boys ;)…die hätten eigentlich auch mal ein feature verdient.

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      costello  RED

      Hi dilux, buy one get one free! Ja, das waren die 90er, da konnte man Analog-Gear vom Feinsten für kleines Geld einsammeln. Und richtig: Die Twins waren für alle Synthi-Popper in Berlin das große Vorbild. Die hätten tatsächlich mal eine Story verdient.

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    psv-ddv  AHU

    Was für ein super geschriebener Artikel. Die Lektüre hat diesen verregneten Samstagmorgen in Wohlgefallen gebadet. Danke dafür!
    Sehr schön auch die Klangbeispiele der Filmmusiken, die mich an die Zeit erinnern, als man bei Wohnzimmerproduktionen noch mit erheblichen technischen Einschränkungen umgehen musste und das auch konnte.
    Die Vergleiche zur Linn kann ich so aber nicht bestätigen. Selbst bei identischen Eproms und Runterstimmen klingt die Drumtraks ganz erheblich schmalbrüstiger und dünner als die Linndrum. Als die LM-1 sowieso. Muss ja nicht immer schlecht sein.
    Erstaunliche Übereinstimmungen gibt es allerdings beim grundsätzlichen Aufbau (Gehäuse, etc.) der Hardware. Da hat Sequential ganz offensichtlich ordentlich bei Linn abgeschrieben.

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      costello  RED

      Danke für die Blumen :) Und völlig klar: Eine Linn ist eine Linn. Das ist die Königsklasse der Drumcomputer. Die Drumtraks mag dünner klingen. Meine Klangbeispiele sind allerdings völlig ohne Kompression aufgenommen (wo Effekte dabei sind, ist es angegeben). Also da geht durch die Einzelausgänge mit gutem Outboard noch einiges mehr ;-)

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        Tyrell  RED 3

        Der Vorschlag von Dirk klingt spannend. Eine Linndrum sowie einen Oberheim DX könnte ich gerne für so einen Vergleich zur Verfügung stellen, aber sind das nicht ganz andere E-Proms?

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          costello  RED

          Man müsste den jeweils gleichen Epromsatz (Bass, Snare, Toms) in den verschiedenen Maschinen testen. Die Bass und die Snare der Linn galten halt als besonders fett. Deshalb haben sich viele diese Eproms für ihre Drumtraks geholt. Ich vermute aber, der Gesamtsound einer Drummachine wird sicher noch durch andere Faktoren bestimmt. Ähnlich verschiedenen Synthesizern, die CEM-Chips benutzen, durch unterschiedliche Beschaltung aber trotzdem einen unterschiedlichen Klangcharakter haben.

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            psv-ddv  AHU

            Ja, das wäre in der Tat mal ein spannender Vergleich.
            Eine Linndrum hätte ich da und Costello wohnt um die Ecke ;-)

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      Dirk Matten  RED

      Besitzt du alle 3 Geräte und kannst du freundlicherweise bei identischem Eprom und identischer Einstellung Klangbeispiele liefern? Würde mich brennend interessieren.

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    lena  

    bin auf den Geschmack gekommen, aber reicht es nicht, die Samples aus einer TR-8S abzufeuern? (die hatte ich nämlich ins Auge gefasst)

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      AMAZONA Archiv

      Klar „reicht“ das. Da mach‘ dir mal keinen Kopp. Auf Soundebene ist da natürlich bei weitem mehr drin als bei den ollen Kamellen, die wir aber alle mögen. Samples aus dem Drumtraks wirst du vermutlich massenhaft kriegen – egal, ob One Shots oder Loops.

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      costello  RED

      Mit der von Dir vorgeschlagenen Lösung kann man sich sicher an den Klang annähern. Ob’s aber genauso klingt, wie eine alte Drumtraks? Da hätte ich doch meine Zweifel.

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      TobyB  RED

      Hallo Lena,

      Wenn du die TR8S analog triggerst könnte das was werden. Die Kollegen zeichnen hier ja Möglichkeiten auf. Ansonsten ist am 20.5. in der Batschkapp Musikerflohmarkt. Soweit ich weiß, soll da auch Zeug aus dem Jam und Spoon Studio verkauft werden. Wenn ichs noch im Kopf hab, war da da auch ne Drumtraks dabei.

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    TobyB  RED

    Costello, sehr geil :-) Knallt gut :) Die Sounddemos erinnern mich an ein SFB Jugendmagazin aus den Achtzigern :D Ich glaub das ist so gewollt ;-)

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      costello  RED

      Danke TobyB, ich finde auch, dass die Drumtraks schön knallt :)) Wobei ich meine ersten journalistischen Schritte nicht bei SF-Beat, sondern beim RIAS-Treffpunkt gemacht habe.

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    TobyB  RED

    Hallo Costello,

    was schon ein Unterschied ist ;-) Die SFB Sendung hiess 45 Fieber :-D Ich hab das eigentlich nur im Kopf wegen der Comedy die dort immer zum Ende lief, „Die vier aus der Zwischenzeit“.

  11. Profilbild
    lightman  AHU

    Exzellenter Artikel und tolle Soundbeispiele, ich bin begeistert! Der Drumtraks ist eine der wenigen Trommelkisten, die tatsächlich nur in Originalform Sinn machen. Ich habe zwar diverse Samplesets der Werksklänge, die ich mir seinerzeit anfertigte, als ich die Maschine im Studio zu stehen hatte, aber den schön schrägen Sequenzer kriegt man nicht nachgebildet, und der reißts echt raus. Ich hab damals stundenlang nur mit dem Drumtraks und meiner 202 gejammt, einerseits wegen der tollen Sounds, aber auch wegen der elastischen Grooves, die ich so mit keiner anderen Kiste hingekriegt habe. Wirklich empfehlenswertes Teil, sofern man es für einen guten Preis kriegt.

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      costello  RED

      Danke lightman für Dein nettes Feedback und auch für Deine klare Aussage zur Frage: Original oder Samples. Wer Deine Posts auf amazona.de kennt, weiß, dass Du nicht zu denen gehörst, die die Philosophie „kaufen, kaufen, kaufen“ um jeden Preis vertreten. Bei der Drumtraks würde ich aber auch zum Original raten, wenn der Preis stimmt. Es macht halt einfach einen Riesenspaß mit der Maschine zu arbeiten. Das hat schon echten Suchtcharakter ;-)

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    Tolayon  

    Wenn es um moderne „Imitationen“ geht, möchte ich mal den eigentlich „saubilligen“ Volca Sampler von Korg ins Spiel bringen. Der arbeitet zwar mit 16 Bit, aber beim Transponieren vor allem nach unten zerbröselt der Sound auch fast so schön wie bei den alten 8-Bit-Kisten. Wenn man nun deren Sound in den Volca sampelt, könnte man ihnen damit im Endeffekt vielleicht sogar noch näher kommen als bei teureren Instrumenten mit Sample-Optionen.

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    teeemey

    Optisch eine wirklich schöne Kiste, aber ich bin zufällig auf die Vst Vlinn (Vprom) gestoßen die nach eigenen Angaben die Eproms der alten Klassiker lesen kann. Nach fast zwei Wochen des direkten Vergleichs mit dem Plugin waren mir der Platz und das Geld (500-700€€ vs 40€) doch zu schade und ich verkaufte sie weiter.
    Es Fiel mir nicht leicht ohne die Augen zu hören und mir das einzugestehen.
    Fand den sound der DT einfach zu muffelig und zu schwach.
    Diese abartige 80er Jahre Knackigkeit die sofort zum Tanzen verleitet habe ich auch nie wirklich empfunden.
    Hab mir dafür die supertighte und vorallem vom Preis her sehr faire RX11 geholt und liebe ihren Sound und ihre Simpelheit (Sequenzer ist auch bei weitem fortgeschrittener als die DT). Als Midi Sequenzer in Kombination mit alten Samplern wie der s950 usw. oder auch einfach mit ner DAW bekommt man seine ”Vintage Haptik”. Die RX11 ist für mich neben der RX15 mit die unterschätzteste Drum Maschine der 80er.
    Nichtsdestotrotz würde ich glaube ich (fast) jede Summe für ne LM-1 zahlen :)
    Liebes Amazona Team, vielleicht wollt ihr mal die Vprom by Aly James Lab testen??

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      costello  RED

      Hallo teeemey, Yamahas RX-Family ist klasse, keine Frage. Wenn Du etwas nach oben scrollst, findest Du den Amazona-Bericht zu RX5, RX11& Co. Dank 12-Bittechnik klingt die Yamaha sicher auch etwas crisper. Die 8-Bit-Maschinen könen da sicher eher etwas „muffled“. Aber da nehmen sich Drumtraks, DMX oder Linn nicht viel. Die Vprom wäre sicher mal einen Test wert :-)

  14. Profilbild
    L. Lammfromm  

    Costello, ich bin auch voller Bewunderung!
    .
    Eigentlich wollte ich den Artikel an der Seite liegen lassen, aber mich haben die Soundbeispiele dann sofort eingefangen. Tolle Arbeit!!!

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Lammfromm, vielen Dank für Dein Lob. Ich gebe Dir aber völlig recht: Alles schafft man beim besten Willen nicht zu lesen. Allein auf amazona buhlen ja jeden Tag viele interessante Artikel um die Gunst des Lesers. Freut mich aber, dass ich Dich doch „einfangen“ konnte ;-)

  15. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Die Drumtraks hatte ich vor der Linndrum. Eine wirklich tolle Kiste. Ich war blöd, dass ich sie verkauft habe. :D

    Sehr schöner Bericht. :)

    • Profilbild
      costello  RED

      Danke Marko :-) Ich denke, wenn man eine echte Linn sein eigen nennt, muss man sich um die Drumtraks nicht grämen. Und Du hast ja immer noch die schöne Drumtraks-Seite auf Deiner Website, mit allem was man braucht.

  16. Profilbild
    Florian Anwander  RED

    Hallo Costello, feiner Artkl!
    .
    Man sollte anmerken, dass im Drumtraks ein Achtel-Swing arbeitet.
    Ich nenne das gerne „Shuffle“: die off-Achtel werden verzögert. Der Klassiker ist hier „Don‘ Waste my Time“ von Status Quo. An modernen Tracks kenne ich nur „Aaron“ von Paul Kalkbrenner, bei dem die Gitarrenfigur Achtel-shufflet.
    „Swing“ arbeitet mit verzögerten off-Sechzehnteln. Quasi die komplette House-Musik und eben früher der Funk basieren darauf.
    .
    Die andere Sache ist: nach meiner Erinnerung stammen sämtlich Samples von Linn, Oberheim und Sequential aus der selben Quelle – von Roger Linn (Leider fällt mir gerade nicht ein, wo ich das gelesen habe, aber ich glaube es war John Bowen auf der Analog Heaven Mailliste). Tom Oberheim hatte wohl seine Drummaschine fertig und hatte keine guten Sounds, und fragte dann einfach in seiner Verzweiflung Roger Linn, ob er ihm seine leihen für eine Vorführung könne.
    Später hat das dann auch „Synthasy“ aka Chris Strellis auf gearslutz bestätigt: https://www.gearslutz.com/board/electronic-music-instruments-and-electronic-music-production/509211-burning-my-own-eproms-sci-drumtraks-2.html
    Der einzige Unterschied im Klang liegt in der Nachbearbeitung durch die SSM-Filter im Sixtrak, welche beim DMX und Linn-Drum fehlen
    .
    Gruß
    Florian

    • Profilbild
      costello  RED

      Hallo Florian, viel Dank für Deine detaillierten Anmerkungen. Das mit dem Achtel-Swing wusste ich nicht, erklärt aber den Groove der Maschine. Erklärt aber vielleicht auch, warum die hohen Shuffle-Werte dann eindeutig zu viel des Guten sind. Bei Punkt 2 bin ich nicht so voll überzeugt, wobei ich zur Oberheim nichts sagen kann. Aber die mit Smiley garnierte Bemerkung von Chris Strellis, dass Dave, Roger und Tom sich halt gut kennen, beweist für mich noch nicht, dass da die gleichen Sounds am Werke sind. Es hätte ja damals auch nie einer 100 DM für einen Eprom ausgegeben, wenn die Drumtraks-Bass oder Snare genauso fett wie die Linn-Eproms geklungen hätte. Die unterschiedlichen Eproms klingen in der Drumtraks tatsächlich anders, unabhängig von der SSM-Filterung. Das weiß ich noch von meiner ersten Drumtraks, wo ich das Linn-und das Drumtraksset zum Wechseln hatte. Crash und Ride sind wie gesagt sogar bei Drumtraks besser mit mehr Ausklingest, wie Warren Cann damals schon in seinem Test registrierte. Ob allerdings Tom Oberheim sein DMX-Kit bei Roger abgekupfert hat, vermag ich nicht zu sagen.

  17. Profilbild
    citric acid  RED

    Super Bericht, danke. Habe grade just eine Drumtraks bsorgt, quasi zeitgleich zum Bericht.
    Ich nutze auch schon lange eine Oberheim DX mit dem ein oder anderem Linn Eprom.
    Bin sehr gespannt. Habe mir einen Eprom brenner besorgt und werde mal eines der unzähligen images auf eprom brennen.

    Ich suche noch für die Drumtraks das Manual zur OS 0.5. Konnte es im netzt nicht finden. Hat noch jemand ein PDF dazu ?

    • Profilbild
      costello  RED

      Hallo citric acid, die Arbeit mit dem Eprom-Brenner bringt bestimmt ordentlich fun :-) Ich glaube nicht, dass es ein eigenes Manual zur OS 0.5 gibt. Meinem Handbuch war einfach ein fotokopiertes Blatt „0.5“ beigelegt, auf dem relativ ausführlich die Nutzung des Keyboards für Lautstärke und Tonhöhekontrolle via MIDI erklärt wurde.

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        citric acid  RED

        Noch was lustiges. Habe meinem Kumpel Freddy Fresh in den USA , Deinen Bericht gesendet. Er fand deinen Spruch sehr sehr cool ;)

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