Black Box: Yamaha RX5, RX7, RX8, RX11, RX15, RX21

1988: YAMAHA RX7

Nach einigen stark abgesteckten Varianten (siehe weiter unten) der RX5 bot Yamaha mit RX7 ein extrem spannendes Produkt, welches eher ambitionierte Homerecording-Studios ansprechen sollte.

Yamaha RX7

Yamaha RX7

In einer Zeit, in der sich viele Sampler und Drumcomputer über die Größe ihres Sample-Speichers definierten, legte Yamaha für den RX7 die gewaltige Zahl von 100 Sample-Sounds in die Waagschale. Das war schlechtweg unfassbar. Und das zu einem deutlich niedrigeren Preis als die RX5 kostete. Die Soundqualität und Sampleauflösung (12 Bit) war dabei vollkommen identisch mit der des großen Bruders, auch wenn man in der Szene munkelte, die Sounds wären kürzer geloopt oder hätten eine niedrigere Sampling-Rate. Beide Gerüchte sind aber definitiv nicht zutreffend.

Offensichtlich wollte Yamaha aber seinem Platzhirschen RX5 noch keine echte Konkurrenz machen, und so sind die inneren Werte des RX7 zwar etwas umfangreicher ausgefallen als beim RX5, die Hardware wurde aber so markant eingeschränkt, dass die RX7 den Sprung in professionelle Studios nie schaffen konnte.

Yamaha RX7 12

Im Detail – zunächst die Goodies der RX7:

Die RX7 bot bereits von Werksseite 100 unterschiedliche Samples im ROM an. Für damalige Zeiten eine schier unglaubliche Anzahl. Yamaha gelang ein hervorragender Mix aus den RX5 Werksounds sowie den besten Sounds aus den eigenen Cartridges.

Die Soundeditierung wurde durch einen LFO ergänzt. Bei hohen Frequenzen konnte man selbst aus einer Bassdrum einen extrem abgefahrenen Effektsound programmieren.

Yamaha RX7 8

Ein STEREO DELAY erlaubte ansprechende Delay-Effekte, wenn auch diese Funktion zu Lasten der Polyphonie ging (also keine DSP-Funktion). Bis zu vier Wiederholungen ließen sich einstellen. Jede Wiederholung konnte in drei Parametern verändert werden: Tonhöhe, Lautstärke und Panorama. Der Clou: Stellte man die Delay-Zeit auf „0“, arbeitete diese Funktion wie eine Chord-Triggertaste, bei der jede Note frei im Stereopanorama platzierbar war.

Statt drei komplette Soundset konnte die RX7 nun fünf Sets mit je 24 Sounds abspeichern.

Die Nachteile der RX7 gegenüber der RX5

Wie bereits erwähnt, wurde der Rotstift vor allem bei der Hardware angesetzt.

Der 12-Kanal Mischer mit den 12 Fadern fehlte komplett, ebenso wie die 12 Einzelausgänge. Für Profis die wohl markanteste Einschränkung, da man z.B. externes Equalizing und Effekte nur noch auf alle Sounds gemeinsam anwenden konnte. Die Bassdrum wuchtiger machen und auf die Snare einen Hall legen, ist bei der RX7 somit vollkommen unmöglich.

Yamaha RX7 18

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Martin Tauchen

    Durchdacht,flexibel,multitimbral…unheimlich gut !
    Was auch immer sich die Ingineure bei Yamaha dabei
    gedacht haben,sie haben ihren Job gut gemacht !!!
    Einige Funktionen sind zeitlos,einige zeitgebunden wie zum
    Beispiel die Tapesynchronisation und nebenbei hat er
    auch noch Drumsounds…

    Gab es jemals einen opulenteren Rhythmusknecht ?
    Ich bin mir sicher !!! Nein…

  2. Profilbild
    DietmarB  

    Den stichhaltigen Beweis für die 12Bit Auflösung der RX11 liefert deren Schaltplan, denn da sieht man den DAC mit Namen YM3010 (wahrscheinlich wieder so ein Standardteil mit Yamaha-Label), welcher auch entsprechend angeschlossen ist.

    Gruß, Dietmar

  3. Profilbild
    Sepia

    Zitat zum RX7: „Die Sounderweiterung über Cartridges ist ebenfalls nicht mehr möglich.“

    Soweit ich erkennen kann, hat der RX7 hat ebenfalls einen Slot für Ram Cartridges.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 143

      Korrekt, aber eben nur RAM. Neue Sample-Sounds (ROM) wie bei der RX5 möglich, liesen sich damit nicht füttern.

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    Marko Ettlich  RED

    ach ja die RX-5, :) einer meiner ersten Drumcomputer überhaupt. Die Kiste war echt nicht schlecht und wurde nicht zu Unrecht von einigen namhaften Größen verwendet. Erst als die Roland R-8 auf den Markt kam wurde es langsam wieder stiller um die gute alte RX-5.

  5. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hi Peter,

    schick, eine Würdigung an die alte RX 5, ist hier auch eingemottet, sollte ich vielleicht mal wieder auspacken?

    Ganz irre ist an dem Ding, natürlich neben den Einzelausgängen und den Editiermöglichkeiten, ist die freie Taktwahl. So ist es möglich, z,B, einen 8/6tel Takt zu programmieren. Braucht man´s? Naja, in meiner Experimentierphase habe ich das schon mal benutzt, um Drummer in den Wahnsinn zu treiben :-)

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    Andreaz Vogel

    Zwei von den RX5 hab ich hier bei mir, und ich hole sie immer wieder gerne hervor und bastel stundenlang mit Ihnen rum. Es ist wirklich unglaublich, wie unterbewertet diese Kiste ist.
    Ich finde, jeder sollte eine haben, und zum Glück sind ja auch noch genug am Markt :)

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    falconi  RED

    Der RX5 funktioniert offenbar so, wie es Gregor Scherer auf der Seite 3 seines lesenswerten Beitrages zum Akai S900/950 beschrieben hat:

    http://www.....sampler/3/

    Siehe auch:
    http://www.....f/rx5.html

    Es gibt im RX5 also ganze zwölf 12bit D/A-Umsetzer mit variabler Taktrate. Das Summensignal entsteht durch analoge Mischung und ist – wie die Einzelausgänge – taktratenunabhängig immer vergleichsweise arm an digitalen Artefakten.

    Der RX7 summiert die Stimmen bereits digital und hat daher nur einen Summenausgang. Das entspricht prinzipiell dem Stand der heutigen Digitaltechnik. Die Samples und der Pitchbereich sind identisch (bei deutlich mehr Samples), allerdings ist anzunehmen, dass bei extremen Tonhöhenvariationen digitale Artefakte zu hören sind, die durch die Rechenoperation des Resampling entstehen.
    Bei der Wiedergabe mit der nominellen bzw. „originalen“ Samplerate (die ich nicht kenne…ich vermute, sie liegt zwischen 22 und 32kHz) klingt er vermutlich etwas sauberer.

    Es gibt im Netz diverse Posts von Circuit Bendern, die den RX7 bevorzugen; dem RX5 sind keine interessanten digitalen Artefakte zu entlocken.
    Aus technik-historischer Sicht ist der RX5 mit seiner hybriden, digital-analog Bridge- (oder Krücken-) Technologie aber sicher der spannendere Sampleplayer…

  8. Profilbild
    gaffer  AHU

    Aber Armin! Kann man doch kürzen: 4/3 :)

    Was immer mal wieder vergessen wird ist die Tatsache, dass erstens die Yamahas damals höher angesehen waren als die Rolands und auch eine bessere rhythmische Auflösung hatten. Ich leistete mir eine RX 15 für schlappe 1500. Die Sounds erkenne ich heute noch bei Grace Jones

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