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Blackbox: Korg DDD-1, DDD-5, Rhythmusmaschinen


Drummaschine mit eingebauten Schulterpolster-Sakkos

 

In Zeiten von Zillionen Loop-Sammlungen und Samplern mag es verwundern, dass vor 25 Jahren eine Unmenge digitaler Rhythmusmaschinen den Markt füllten. Nach Linn und Oberheim konnte es sich kein Hersteller leisten, kein Gerät dieser Gattung anzubieten. Selbst Gitarreneffekte-Hersteller wie MXR hatten einen Klopfgeist mit digitalen Klängen im Angebot. Heute können diese Geräte kaum noch reizen. Während die meisten Hersteller erst mit dem Digitalboom bei den Rhythmusmaschinen einstiegen, blickte Korg auf lange Erfahrungen mit Drumcomputern zurück, als sie die DDD-Serie lancierten.

Zunächst sollte man wissen, dass die DDDs nicht die ersten digitalen Drumcomputer aus dem Haus Korg waren. 1984 gab es schon den DDM-110 mit Schlagzeug-Sounds und den DDM-220 mit Percussion-Instrumenten. Die Klänge waren nicht veränderbar und außer einer Akzentstufe gab es auch nichts, was an Dynamik erinnerte. Die Bedienung war leidlich ok. Für die anvisierte Zielgruppe der Amateurmusiker und angesichts des niedrigen Preises waren die DDMs nicht schlecht (Genaueres im Bericht von Stefan Merk).

Korg DDD1 A

DDD-1

Mit dem 1986 eingeführten DDD-1 wandte Korg sich an eine deutlich anspruchsvollere Klientel. Die gebotenen Ausstattungsmerkmale waren auf einem viel höheren Niveau als bei den Vorgängern: Für die 14 dynamischen Pads hat man 18 fest installierte Klänge zur Verfügung. Zudem gibt es vier Kartensteckplätze, mit denen man die Klangpalette erweitern kann, sowie einen Steckplatz für eine RAM-Erweiterung, um mehr als die 100 Patterns bzw. 10 Songs abspeichern zu können. Die Klänge sind in einem komprimierten 12 Bit Sample-Format abgespeichert (wie auch bei Linn, Sequential Drumtraks und Oberheim DMX).

Die vier Slots für die Soundkartenerweiterungen, rechts der Steckplatz für das RAM

Sampling

Als Option, die man extra für teures Geld kaufen musste, gab es eine Sampling-Karte, auf der man zwei sehr kurze Samples aufnehmen kann. Die grundlegende Hardware für das Sampling wie Audioeingang, Triggereingang und Bedienelemente waren aber bereits im Basismodell vorhanden.

Hinweis der Red: Im Anschluss an diesen Artikel finden Sie einen ausführlichen Bericht von Peter Grandl zur Sampling-Funktion des Korg DDD-1.

Auf der Rückseite wird die Sampling-Platine eingeschoben

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Klangbeispiele

Leser-Stories zu diesem Produkt

  1. Profilbild
    Armin Bauer RED

    In einer meiner ersten Bands hatte der Keyboarder die DDD-1. Glücklich wurden wir damit nicht, die Sounds waren einfach zu pappig und wenig durchsetzungsfähig.
    Da war die Yamaha RX5, die ich mir später holte, ein ganz anderes Kaliber.

    • Profilbild
      Florian Anwander RED

      Seltsam. Ich empfand die Yamaha Drummaschinen immer als „flach“. Zumindest war die RX5 deutlich besser als die 11er und 7er. Aber weder Korg noch Yamaha oder Roland oder MXR konnten gegen eine Linn anstinken. Einzig die Drumtraks hatte das gleiche „Pfund“ (kein Wunder: wie man heute weiß, waren es ja auch die gleichen Samples),

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        gaffer AHU

        Ich hatte mich ja schon öfter als Yamaha Drumcomputer Fan geoutet. Und im Gegensatz zu Dir, Florian, freut es mich heute noch die RX 11 Grooves auf Grace Jones‘ Platten zu hören. Bei mir reichte es nur zu einer 15, aber auch die liebte ich, später RY 30.

        Ach ja, es ging ja um DDDs…. gar nicht meines. Ich arbeitete zu jener Zeit im Verkauf dieser Instrumente, hatte alle zum Vergleich da und fand es einen kompletten Schuss in den Ofen.

  2. Profilbild
    Ashatur

    Mein erster Drummy :-) Ein Korg DDD 1 ein Roland D-10 und ein Poly 800 damit hat bei mir alles begonnen :-)

  3. Profilbild
    Tyrell RED

    Meine erste Drummachine war eine Korg DDD5. Die habe ich in meinen Songs rauf und runter verwendet. Ergänzt habe ich die Drumabteilung durch einen Casio FZ1. Beides zusammen war für mich perfekt. Auch heute bekomme ich noch wehmütige Gefühle, wenn ich diese Sounds höre. Später wechselte ich zu einer RX7, trotzdem vermisste ich dann meine DDD5, vor allem wegen der Soundkarten von Metrasound (Linn, 808, Simmons etc.).

  4. Profilbild
    richard AHU

    Die DDD-1 war meine erste reine Drummaschiene, hatte ich damals mit 4 Karten gekauft. Leider war sie für meine Zwecke kaum verwertbar. Zum Electro Sound der frühneunziger, den ich damals machen wollte, passte sie so gut wie gar nicht. Allerdings gab sie einen ganz guten Old-Skool Sound von sich wenn man die Hihat und die Snare (das einzige was ich einsetzte) mit kurzem Decay spielte.

  5. Profilbild
    Supremeja

    Ein sehr Interessanter Punkt wurde nicht erwähnt. Die Parameter wie den Pegel, Panorama-Position, Tonhöhe, die Decay-Zeit konnte man über den Schieberegler verändern und in der Sequenz aufzeichnen.

    Das war für damalige Verhältnisse echt mega. So konnte man aus der Kiste noch recht interessante und äusserst lebendige Beats rauskitzeln. Denn unterm Strich, da schließe ich meinen Vorrednern an, waren die Sound nicht besonders toll.

    PS: Die DDD-1 war auch meine erste Drummachine. Aber sie konnte nicht den Zweck erfüllen, den ich für Electro benötigte. Erst mit der Roland R8 kam ich dem näher. Schlussendlich deckte damals die Novation Drumstation meinen Bedarf ab.

  6. Profilbild
    Stephan M. RED

    Sehr schöner Bericht! Den DDD-1 konnte ich fast auswendig bedienen, mein Cousin hatte ihn mir inklusive Erweiterungskarte mit 6 E-Bässen längere Zeit geliehen. Bei meinen Experimenten legte ich acht unterschiedlich gestimmte Cowbells auf acht Tasten und konnte dadurch melodisch programmieren – ein Beispiel hatte ich mal auf SoundCloud hochgeladen. Die Sache mit den austauschbaren Frontblenden erklärt vielleicht, warum er um die 90er ständig in Volksmusik-Stücken aufgetaucht ist. Das Bedienkonzept hat man ja häufig heute auch noch und finde ich ganz sinnvoll strukturiert. Das macht eine blinde Bedienbarkeit zumindest fast vollständig möglich. Patterns und Songs konnte man übrigens auch beschriften und die Buchstaben dafür durchfahren, das Display war ja schon grafisch. Beim DW-8000 und DDM-Modellen gab es noch Segmentanzeigen.

  7. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Klingt irgendwie immer noch so furchtbar, wie ich sie in Erinnerung habe.
    Die erste Drum Machine, deren Sound nach Davidoff riecht.

  8. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Meine Electribe EMX-1 hat die wesentlichen Samples der DDD-1, wobei der Sequencer der EMX-1 um einiges leistungsfähiger ist. Hier kann ich bis zu 128 Steps verbraten und die Sounds lassen sich auch noch etwas tweaken, ganz zu schweigen von den Synth-Parts. Ich denke, wer diese Maschine schon hat, braucht nicht unbedingt eine DDD-1. Selbst deren Sampling-Option macht sie nicht zu einem Must-Have; da gibt es genug Alternativen…
    Eine RX-15 konnte ich mal zusammen mit einem TX81Z für insgesamt 50,-DM auf einem Flohmarkt ergattern. Deren Claps und HiHats über einen resonanten Phaser kamen schon gut, aber mit der EMX-1 wurde sie obsolet und hiberniert nun in einer Schublade…
    Übrigens: mein erster Drummie war ein Sound Master SR-88. Kennt den noch jemand?

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Korg DDD-1 mit Samplingoption

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