Blue Box: Akai AX80, AX60, Vintage-Synthesizer

25. November 2017

Polyphon, Analog und von AKAI.

Geschichtlicher Überblick

Ein Jahr bevor AKAI-PROFESSIONAL mit dem S612 seine legendäre Erfolgsgeschichte als „Sampler-Hersteller“ zündete, versuchte sich der japanische Hi-Fi-Konzern, der vor allem zu jener Zeit für seine Tonbandgeräte bekannt war, 1984 mit dem AKAI AX80 ein vollkommen neues Marktsegment zu erobern. Den Markt der Musiker.

Ein Jahr zuvor hatte der Yamaha DX7 für frischen Wind in der Welt der analogen Klangerzeuger gesorgt. Die Zeit der Analog-Boliden von Oberheim, Moog und Co. war vorüber. Kleinere und preisgünstigere „Analoge“ rangen um die Marktherrschaft der übermächtigen, digitalen DX-Reihe.

Für die Hersteller gab es damals quasi nur zwei Möglichkeiten (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Entweder in Lizenz von Yamaha den FM-Chip zu erwerben oder weiterhin auf „analog“ zu setzen. AKAI entschied sich für Letzteres, versuchte dem AKAI AX80 aber den Look & Feel eines „Digitalen“ zu verpassen. Statt Fader zeigten leuchtende Balken den Parameter-Status an und die Eingabe geschah zum Großteil über Folientasten, wie sie der DX7 hatte. Für uns heute kaum nachvollziehbar, aber die Markenstrategen bei AKAI waren offensichtlich vollends überzeugt, dem Erfolg des DX7 nur so nacheifern zu können.

Sie irrten sich. Der AKAI AX80 und auch sein kleinerer Bruder AX60 wurden an Markt kaum wahrgenommen und floppten. AKAI wendete sich dann im Anschluss dem Thema Sampling zu, hatte seinen Einstand mit dem AKAI S612 und seinen ersten Durchbruch mit dem Keyboard-Sampler X7000 im Jahre 1986. In diesem Jahr kam übrigens ein letztes Mal der AKAI AX80 marketingtechnisch ins Spiel. Der AKAI X7000 Sampler ließ sich über ein spezielles Kabel (DD-X1513) direkt mit dem AKAI AX80 (aber auch AX60, VX90) verbinden, um für die Editierung der 12 Bit Sample-Sounds die komplette Nachbearbeitung des AKAI AX80 einsetzen zu können. Selbst aus heutiger Sicht, eine extrem spannende Kombination.

Der Artikel wurde nochmals um einige Informationen, Videos und vor allem neue Bilder vom AKAI AX80 ergänzt, die unser Leser Michael Rudolph extra für diesen Report erstellt hat. Ein dickes Dankeschön dafür!!!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Blue-Box Report von Moogulator.

Blockkraft

Der AX80 ist recht klassisch aufgebaut. Seine Struktur ähnelt der des Roland JX8P und bietet ähnliche Funktionen, jedoch gibt es mehr als ein paar Details, die ihn von diesem unterscheiden.

Das Gehäuse ist schlank und sogar noch für heutige Augen recht modern. Es fehlt weder der Fußschalter zum Weiterschalten der Klangprogramme noch alle anderen üblichen Anschlüsse. Die MIDI-Buchsen sind jedoch nicht allein, es befinden sich auch Kassetten-Anschlüsse an Bord. Der Grund dafür ist, dass der AX80 keine System-Exklusiven MIDI Informationen versteht und daher seine Klangprogramme per Audiosignal „Hardbitrock“, wie man das von Heimcomputern kennt, auf ein Medium sichert. Das lässt sich heute mit einem Audiosequencer (DAW), einem Smartphone oder jedem anderen Audiogerät erledigen.

Die 64 Sounds sind per MIDI zu sichern und die Aussicht auf einen Editor sind damit leider unmöglich gemacht worden. Typisch für die Zeit des AX80 ist das Prinzip der Eingabe von Parameterwerten. Man hat sich jedoch optisch und funktional über das etwas behäbige Konzept von Konkurrenten wie dem Roland JX8P, den Korg Poly- und DW-Serien sowie dem Oberheim Matrix-6 als auch dem Crumar/DBE Bit Serie abgehoben. Das Display zeigt sehr übersichtlich jeden Wert als Balken an. Welcher Wert gemeint ist, wird über 32 Folientaster vom Typ „alter brauner DX7“ vorgewählt. Anschließend kommt das klassische Prinzip, den Wert über ein Eingabepoti festzulegen. Mit ihm werden alle Werte eingestellt. Die Taster sollten beim eventuellen Kauf auf Funktion geprüft werden. Generell ist die Bedienung nicht so umständlich, wie es seinerzeit üblich war, jedoch sie auch nicht ganz so flüssig wie ein Gerät mit ausreichend Bedienelementen. Die Balkenanzeigen befinden nicht exakt unter den Tasten. Die Bedienung ist somit akzeptabel und die angenehme Balkenoptik hilft dabei, ältere Klänge im Überblick zu halten. Es handelt sich in jedem Falle um einen Kompromiss.

Struktur und Aufbau

Zum Einsatz kommen zwei Oszillatoren mit Rechteck und Sägezahn. Das Rechteck hat eine Pulsbreitenmodulation direkt innerhalb des Oszillatorbereichs selbst, es handelt sich dabei um einen LFO, der diese steuert und einen eigenen „Speed“-Parameter dafür anbietet. Sägezahn und Rechteck lassen sich stufenlos mischen. Dies ist vergleichbar mit dem Oberheim Matrix-6 „Wave“-Konzept. Eine Besonderheit stellt der Suboszillator dar, den so die Konkurrenz nicht anbot. Dieser Suboszillator ist nämlich ungewöhnlich umgesetzt, denn die Pulsbreitenmodulation wirkt sich auch auf ihn aus. Der zweite Oszillator beherbergt die harte Synchronisation oder alternativ die Crossmodulation zwischen den beiden Haupt-Oszillatoren. Damit ist er mit allen Standards der Synthesizerbaukunst ausgerüstet.

Das Filter ist ein 24 dB pro Oktave Tiefpassfilter mit Resonanz. Das Keytracking erlaubt dank seiner scharfen und in höheren Einstellungen zu leichten jedoch angenehmen Verzerrungen neigenden Charakteristik ein tonales Spiel des oszillierenden Filters – ohne die Oszillatoren. Sehr von Roland beeinflusst ist das statische Hochpassfilter. Es hilft, den Klang im Bassbereich auszudünnen. Auch wenn diese Funktion heute leicht aus der Mode gekommen sein mag.

Dem Filter ist eine eigene ADSR-Hüllkurve zugewiesen, ebenso der Lautstärke. Die dritte Spalte für eine scheinbar weitere Hüllkurve dient dazu, in einem Arbeitsgang beide Hüllkurven einstellen zu können. Interessant ist, dass die Hüllkurven auch ein eigenes Keytracking haben, sie erlauben unterschiedliche Zeiten, abhängig von den Notenwerten.

Die Hüllkurven können auch die Tonhöhen der Oszillatoren steuern, um Sync und Crossmodulation dynamisch zu beleben. Die Wahl der Hüllkurve für die Tonhöhen befindet sich in der Oszillator-Sektion. Um die jeweilig benötigte Hüllkurve anzusprechen, wird die entsprechende Folientaste entsprechend oft betätigt. Genau so funktioniert auch die Einstellung der LFOs. Es gibt jedoch in deren Fall wirklich drei LFOs, die jeweils den Oszillatorenfrequenzen sowie dem Filter zugewiesen sind. Drei LFOs waren seinerzeit eine Menge! In diesem Falle sind es sogar vier, da ja der Pulsbreiten-LFO auch an Bord ist, jedoch nur der Oszillatorsektion zu finden ist. Der Oszillatoren-LFO hat nur eine feste Schwingungsform, während die drei Haupt-LFOs Sägezahn, Rechteck sowie Dreieck zur Verfügung stellen. Auch eine Einschwingzeit ist vorgesehen. Nicht möglich ist hingegen die Zufallsmodulation (Sample & Hold oder Random). Die Anschlagdynamik steuert direkt das Filter oder die Lautstärke an. Andere Bereich können von der Dynamik nicht gesteuert werden.

Klangeigenschaften

Die Geschwindigkeiten der Modulationsquellen (Hüllkurven, LFOs) entsprechen den Anforderungen der damaligen Mainstream-Welt und erreichen keine Rekordwerte. Dennoch sind perkussive Klänge in Zusammenarbeit mit der Filterresonanz, denn sie reagiert sehr intensiv und „schnappig“. Somit ist das Filter im Resonanzverhalten eher wie ein Waldorf Microwave 1 als ein Oberheim oder Roland einzustufen. Im Gegensatz zu denen klingt das Filter insgesamt deutlich weicher und harmonischer als die Waldorfs. Das ist in Tateinheit mit den sehr obertonreichen Oszillatoren eine sehr erfrischende Mischung. Sie dürfte etwas weniger polarisieren als die Waldorf’sche Härte.

Bestenfalls die Studio Electronics Synthesizer kann man in Hinblick auf den brillanten Grundsound als Vergleich heranziehen. Auch diese Information sollte als positive Eigenschaft gelesen werden. Die Audiobeispiele verdeutlichen die Modulationsmöglichkeiten, die zwar vielfältig sind. Durch ihre fest verdrahteten Ziele können jedoch zwei oder drei LFOs nicht alle gleichzeitig dem Filter zugeordnet werden. Dies hätte komplexere Modulationsmuster zur Folge. Dennoch ist die Fähigkeit der Modulationsbereiche eher oberhalb von Klassikern vom Schlage des AX, der Roland JX-Serie und ähnlichen Synthesizern der Zeit zu Beginn der Achtziger angesiedelt.

Der Klang erscheint durchaus dem damaligen „Keyboard-Typus“ entgegen kommen zu wollen und hat kaum Einstellungen, die unangenehm klingen könnten. Das ist allerdings nicht so übertrieben wie bei den damaligen Roland Synthesizern der Juno-Reihe oder allem, was nach der Jupiter-Serie erschien. Das liegt nicht zuletzt an den strahlenderen Grundeigenschaften der Akai-Oszillatoren sowie dem gut klingenden Filter. Eigentlich müsste man von einem erstaunlich gut klingenden Verzerrungsverhalten des Filters sprechen, denn genau das ist der Schlüssel des Grundsounds. Die Beispiele beleuchten genau diese Aspekte und sind bewusst nicht als „fertige Musik“ zu bewerten. Der Klang erscheint zeitloser als mancher Kandidat aus der Epoche.

AX heute noch interessant?

Sicher gibt es Einschränkungen. Beispielsweise ist die Filtereckfrequenz (Cutoff) durch direkte Veränderung erst beim nächsten Tastendruck zu hören. Die anderen Parameter arbeiten in Echtzeit. Die Steuerung des Filters muss daher über die „Spielhilfen“ erfolgen. Das Modulations- und Tonbeugungsrad kann unabhängig von einander dem Filter oder der Lautstärke zugeordnet und in seiner maximalen Stärke justiert werden. Dafür hat der AX80 auf der linken Seite einige bunte (rote) Tasten. Hier finden sich auch sehr praktische Funktionen wie eine Haltefunktion. Das Keyboard muss nicht lange berührt werden, wenn eigentlich nur ein Akkord lange gehalten gespielt werden soll.

Der Clou ist die Chord Memory Funktion. Mit ihr können leicht housige Filter-Staccato-Akkorde mit nur einem Finger gespielt werden. In der Musikhistorie zu finden ist diese Möglichkeit bei unzähligen Minimal-Electro/House-Tracks aus der Clubwelt, wie etwa denen von Basic Channel. Der Akkord muss lediglich ein Mal vorgespielt werden und kann jederzeit verändert werden. Über diese Möglichkeit insgesamt lässt sich der AX auch dynamischer spielen und leichter umregistrieren, denn die Zuweisung der Modulation ist heute oft in Menüs versteckt und nicht explizit direkt zugänglich. Das Dateneingabe-Poti für die Werteeingabe hat keine Mittenrastung und ist wirklich ein Potentiometer. Es hat deshalb keine Endlos-Funktion. Es lässt sich jedoch flüssig damit arbeiten.

Man muss jedoch etwas mehr kurbeln. Besonders nahe der H-iFi-Welt der teureren Kategorie ist die Auswahl der Oszillator-Frequenzen geregelt. Ihr Balken verwandelt sich in eine in Halbtonschritten skalierte Anzeige, die an ein Radio erinnert. Das macht die Bedienung nicht schwerer oder leichter, es ist jedoch eine spaßige optische Besonderheit, denn schließlich sieht der AX80 mit den Balkengrafiken sehr ansprechend und elegant aus. Da er leider mangels SysEx-Funktionalität keine indirekte Steuerung per MIDI zulässt, muss alles in Echtzeit am Gerät oder über die Handräder erfolgen. Mit acht Stimmen und seinem für damalige Zeit modernen und kompakten Aufbau passt er recht gut in viele heutige Umgebungen, sofern man eine gewisse Affinität zu Analogsynthesizern hat und nicht zu extravagante Vorstellungen von Modulationsmöglichkeiten verlangt.

AKAI AX80 vs. AKAI AX60 und Ausblick

Der AX80 hat noch einen reich mit Bedienelementen ausgestatteten kleineren Bruder mit sechs Stimmen, den AX60. Dieser lässt sich zweifelsohne direkter bedienen, dank kompletter Knopfausstattung. Dafür hat er allerdings nur einen Oszillator zu bieten. Man kann ihn zwar in einem Double-Mode betreiben, um 2-Oszillatoren-Klänge zu simulieren. Das Ergebnis ist jedoch sicher weniger differenziert und Funktionen wie Sync und Crossmodulationen sind deshalb auch nicht möglich. Als Alternative dazu bietet er Filter-FM an. Dabei handelt es sich um die Modulation des Filters durch den Oszillator. Da dieser in Audiogeschwindigkeit arbeitet, können damit metallische Klänge erzeugt werden. Dafür wird stets eine beträchtliche Menge an Resonanz benötigt, um die Wirkung zu entfalten. Beim AX80 ist das bereits auf Oszillator-Ebene möglich und somit ist das Filter bei ihm frei für die üblichen Oberton-Anpassungen des Klanges.

Dafür hat der AX80 keine Filter-FM im Gepäck. Übrigens gilt diese Einschätzung auch den Modellen AX73 und dessen Rackversion VX90. Diese haben allesamt ebenfalls einen brillanten Klang, jedoch sind sie etwas weniger „breit“ und voluminös im Grundsound, auch wenn die Dopplung aktiviert ist. Im Gegensatz zum AX80 haben diese jedoch einen 13-poligen Spezialeingang für die Akai Sampler S612, X7000, S900 und S950. Das Signal der Sampler wird durch das Filter geführt und bildet dann so immerhin einen Sampler mit analogem Filter. Auch die Triggersignale für die Hüllkurven werden übertragen, weshalb sie als Retro-Sound-Kombination durchaus interessant wirken.

Allerdings haben die sechsstimmigen Synthesizer weniger LFOs (einer für Tonhöhen/PWM, ein weiterer für allgemeine Zwecke). Auch der AX60 hat 2 Hüllkurven und ist dennoch eher dem Korg Polysix oder dem Roland Juno-6/60/106 ähnlich, da er nur einen Oszillator anbieten kann. Allerdings bietet er wegen der beschrieben Funktionen durchaus schon mehr als die Rolands/Korgs, besonders weil es die Filter-FM gibt, womit metallische Klänge durch die Hintertür hergestellt werden können. Für mehr bräuchte man FM oder Ringmodulation zwischen den Oszillatoren. Gegen den AX80 ist jedoch kein anderer Akai Synthesizer, inklusive dem VX600, in der Lage, mehr Klangfett auf die Waage zu bringen.

Mehr Modulationsmöglichkeiten sind eindeutig beim VX600 zu finden. Ihre Fans haben die „kleinen“ Akais dennoch. Aus damaliger Sicht ist der AX durchaus auf neuestem technischen Stand gewesen, wenn man mal vom DX7 absieht. Er könnte auch der eigentliche Killer der Akai-Synthesizer gewesen sein. Analog war seit 1983 bereits für einige „veraltete Technologie“. Wie man das heute beurteilt, muss sicher nicht extra erwähnt werden. Der AX80 hatte bereits Curtis Chips an Bord, die mehr als nur eine Baugruppe in sich vereinte und daher die kompakte Bauweise erst ermöglichte. Retro-Freaks werden jedoch bemerken, dass die früheren Curtis-Chips auch oft „voluminöser“ klangen, so wie etwa der Unterschied zwischen einem Oberheim Matrix-6 zum deutlich höher integrierten Matrix-1000 oder dem noch mit VCOs ausgestatteten Xpander.

YT-DEMOS

Ein YT-Video ist uns ganz besonders ins Auge gestochen. Der Vergleich zwischen einem AKAI AX80 und einem Virus TI:

Und die Videos von „Jexus“ aus Polen kennt der ein oder andere vielleicht schon. Sie zeichnen sich vor allem durch echt schräge Szenen aus, die den unterschiedlichen Demo-Sounds zugeordnet sind. Irgendwie „anders“ und „kultig“ finden wir:

Nachtrag:

Seit kurzem gibt es nun doch ein neues OS für den AKAI AX80 von einem Drittanbieter mit dem Namen TAUNTEK:

Auf Gearslutz.com gibt es dazu einen eigenen THREAD mit jeder Menge Infos – HIER KLICKEN:

Fazit

Der AX80 ist besonders in klanglicher Hinsicht ein zeitloser Vertreter, der in vielen Musikstilen noch heute frischen Grundklang liefern kann. Er ist sicher nicht so flexibel und entspricht auch nicht heutigen Bedienstandards von Analogen wie Behringer DeepMind 12 oder virtuell Analogen.

Positiv lässt sich festhalten, der AKAI AX80 hat er ein sehr lebendiges Filterverhalten und besticht auch optisch. Allerdings sind besonders der AX60 und schließlich auch der AX80 ziemlich selten, denn sie konnten waren seinerzeit nicht besonders erfolgreich. Die Gebrauchtmarktpreise steigen aber trotz allem nur sehr langsam, vor allem im Vergleich zu Vintage-Synthesizer von Roland, Moog oder Sequential. Hat man Glück, kann man durchaus für aktuell ca. 800,- Euro einen gut erhaltenen AKAI AX80 am Markt erwerben.

Rolands Name klingt noch heute für viele attraktiv, während Akai im Synthesizerbereich eher einen Kenner- oder Exotenstatus genießt. Die Grundversorgung mit Analogsounds beherrscht der AKAI AX80 gut, wer mehr will, sollte in dieser Kategorie allerdings auch nicht suchen. Da muss es dann schon eine Modulationsmatrix sein. Bislang war es nur schade, dass Klang-Editoren für die komplette AX Serie nie möglich waren, da alle Akai AX-Synthesizer leider allesamt kein MIDI-SysEx verstehen. Nun scheint aber Licht am Horizont sein, denn der Drittanbieter TAUNTEK hat ein neues OS mit SysEx-Impementation entwickeln. Aber ansonsten gibt es ja noch die altmodischen Kassetten-Speicherung, mit der man auch klarkommen kann, wenn man damit auch keine Klänge verwalten kann.

Plus

  • schöner klarer obertonreicher Klang
  • Optik
  • Dank Tauntek Firmware neues OS mit SysEx-Feature

Minus

  • Zugriff auf Parameter leicht umständlich à la Korg Poly-800

Preis

  • laut Syntcheles-Liste 11/2017
  • ca. 800,- Euro für AX80
  • ca. 450,- Euro für AX60
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für den schönen Test. Endlich geht es mal wieder um Synthesizer. Mehr 80er kann ein Synth nicht mehr aussehen. Alleine dafür alle Daumen hoch. Bestimmt kommt bald auch eine neue Firmware für Sysex-Daten. Mittlerweile wird ja fast jeder Synth geupgradet. Mein Traum: Ein Sequential Max :)

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    Codeman1965  

    Ja, danke für den Bericht, das weckt Erinnerungen…!
    Ich habe seinerzeit (lang ist’s her) den AX 80 einige Male unter meinen Fingern haben dürfen, und ich mochte ihn sehr.
    OK, die Tastatur fand ich nicht gigantisch, und auch die Wheels waren nicht so griffig. Aber er klang sehr gut, vor allem, wenn man den Sound noch leicht mit Delay veredelt hat. Das war schon klasse, was er geboten hat…
    Was mir persönlich aber bis heute im Gedächtnis geblieben ist, war sein Design! Ich stehe heute noch auf Folientaster (bin ich der Einzige?), und eine dadurch umständlichere Bedienung ist für mich kein Weltuntergang. Das Gehäuse mit der angeschrägten Rückseite sieht schon ziemlich elegant aus. Und die vielen leuchtenden Balken im Display setzten dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf…!
    Damals konnte ich mir leider keinen eigenen AX 80 leisten. Aber im Hinterkopf spukt er immer noch herum. Soundmäßig lockt man mit ihm sicherlich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Aber er ist einfach ein Schmuckstück, welches nicht verloren gehen sollte…

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    Wellenstrom  AHU

    Gibt immer mal wieder Klassiker, die an einem vorbeizogen. Das ist so einer. Wirklich schön, gerade für Retrostyle Sachen.

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    swissdoc  RED

    Zitat „Retro-Freaks werden jedoch bemerken, dass die früheren Curtis-Chips auch oft „voluminöser“ klangen, so wie etwa der Unterschied zwischen einem Oberheim Matrix-6 zum deutlich höher integrierten Matrix-1000 oder dem noch mit VCOs ausgestatteten Xpander.“

    Der Unterschied zwischen Matrix-6 und Matrix-1000 liegt nicht am Curtis Chip, der ist bis auf die Gehäusebauform (Wide-Body vs. Narrow Body) der gleiche. Es liegt an der unterschiedlichen Erzeugung der Clocks, die via Teiler die Freuquenz der DCOs/Waveform-Konverter bestimmen. Beim 6er sind das 3 hochfrequente Schwingkreise, beim 1000er ein Quartz.

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      drbach  

      Genau, Der Unterschied zwischen M1000 und M6 ist meiner Meinung nach marginal (habe beide hier), der M1000 ist halt immer in tune, der M6 kann etwas driften. Ich gehe eher davon aus, dass die grössten Klangunterschiede bei Curtis-Synths eher von der externen Beschaltung der Chips ausgeht, beim M6 und M1000 ist aber auch da kaum ein Unterschied festzustellen (ausser der Clock, wie erwähnt)

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      moogulator  AHU

      absolut richtig, die Beschaltung ist extrem wichtig, der VX600 hat den gleichen CEM wie Xpander und nicht halb so „gut“ im Sinne von „gut“ ;)

      Es gibt so viele Fraktionen, die dem CEM viel zu schreiben, die Puristen sagen böse weil nur diskret (ohne Chips) klingt und andere reden ewig lang über DCOs ..

      Es ist einfach so, dass die Beschaltung mehr eine Rolle spielt und deshalb muss man einfach jeden Synth extra bewerten, das kann man auch rein technisch tun, aber das wäre dann das härteste Nerdgeschoss was man finden kann.

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    untergeek

    Kleiner Hinweis, der hoffentlich nicht zu werblich rüberkommt: es gibt eine überarbeitete Firmware von Bob Grieb, die unter anderem die fehlende Sysex-Implementierung nachrüstet – und zudem CC-Steuerung der Parameter zulässt.

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    polyaural  AHU

    Einer der best-aussehendsten Synthesizer die ich je erlebt habe. Zum Glück klingt er auch noch gut. Ich wünschte, ich hätte einen …

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      Violator  

      kleines Veto meinerseits.
      Wenn es einen Preis für den best aussehensten Synthesizer geben sollte, dann würde ich diesen an den Yamaha DX11 vergeben.
      Ich kann es dir beim besten Willen nicht sagen warum genau, aber ich finde, daß die Designer bei Yamaha beim DX11 alles richtig gemacht haben.

      Das ist eigentlich „Käse“ darüber zu diskutieren, aber – warum denn nicht!?!?!?!

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        Codeman1965  

        Hallo Violator, hier ein kleines Veto MEINERseits ;-)
        Nein, es ist kein „Käse“, darüber zu diskutieren! Es zeigt doch ganz deutlich, daß vielen Musikern eben diese „sinnliche“ Erfahrung bei ihrem Tun wichtig ist. Ich habe in den 80ern angefangen, da saß der Geldbeutel zwar locker, war aber sehr klein. Im Nachhinein habe ich mir fast alle Synths, von denen ich damals geträumt habe, gekauft, sie gespielt, gewartet, gepflegt usw. Ich habe sie letztendlich auch alle wieder verkauft (bereue ich heute bei Einigen). Aber ich musste sie erstmal haben, vor allem, weil mir neben dem Klang etwas Anderes im Gedächtnis geblieben ist: das Design, die Haptik, die schiere Präsenz des Instruments!
        Es ist schwierig, das mit Worten zu beschreiben, aber es wird wohl so etwas wie ein Faible für „alte Ästhetik“ sein…
        Und um noch mal kurz drauf einzugehen: Für den DX-11 (wenn’s geht mit der Tastatur vom Kawai K-11) würde ich ohne zu überlegen mein Konto belasten. Und für einen Korg DW-8000 in ladenneu würde ich töten.
        Also, Yamaha und Korg, überlegt Euch mal etwas… :-)

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        Cornel Hecht  

        Was soll bitte an einem DX11 schön sein? Die Wheels liegen über der Tastatur, die Taster dominieren das ganze UI. Und die Streifen über dem Keyboard zeigen eher eine Orientierung Richtung eines Anrufbeantwortes. Dagegen ist der AX80 wirklich schön und gelungen.

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    dilux  AHU

    es gibt so einige synthesizer, die ich hauptsächlich wegen ihres sexy looks und weniger wegen ihres klangs unbedingt besitzen möchte, neben dem ax80 sind das z.b. der korg trident und der oberheim matrix 6, bei dem ich noch nicht einmal sagen kann, was mich so betört, aber jedesmal, wenn ich einen sehe, wird mir so flau im magen…

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      costello  RED

      Hi dilux, das Gefühl kenne ich gut ;-) Mir geht es so mit dem OB-Xa und OB-8. Dieses mitternachtsblau/schwarze Streifendesign mit den Holzseitenteilen, diese Überdimensionierung, wo jeder Poti gefühlte 20 qcm Platz hat. Nur geil! (Der Trident hat auch was)

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      Codeman1965  

      Ein Glaubensbruder!!! :D
      Geht mir ganz genauso wie Dir. Bei mir käme noch ein Jupiter-8 dazu, den hätte ich so gerne mal unter meinen Händen…
      Mein uneingeschränkter Neid gehört all Denen, die eines dieser Schmuckstücke ihr Eigen nennen dürfen…!

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    costello  RED

    Sieht auf den ersten Blick wirklich wie ein DX-7-Clone aus. Die Displays oberhalb der Taster verleihen dem Gerät allerdings schon eine besondere Aura. Aber das Timing war damals wohl tatsächlich schlecht gewählt. Bei mir fiel das Gerät genau in die „Anschaffungspause“ zwischen Polysix und DX-7 und dann der ersten Workstation M1. Danke für den tollen Bericht, der bei mir eine Lücke schließt. Exzellente Klangbeispiele: Das Filter ist der Hammer!

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    Violator  

    Da ich sonst immer kritisiert werde, daß ich hier nur rumnörgle, möchte ich jetzt mal ein Lob aussprechen.
    Es ist toll, einen wirklich aussagekräftigen und gutgeschrieben Beitrag zu lesen, über einen Synthesizer, der mal nicht in aller Munde ist, vielleicht den der ein oder andere gar nicht kennt.
    Ich wünschte, ich könnte einen AX80 mein eigen nennen, leider ist mir nur ein VX90 gegönnt, wobei mir dieser kleine 2HE Expander enorm viel Freude bereitet. Während ich mit den Samplern von AKAI so gut wie überhaupt nichts anfangen kann, finde ich ihre Synthesizer dagegen genial.
    Sehr eigenständiger Klang, und es müssen nicht immer 2 oder mehr Oszillatoren sein um brauchbare Klänge zu erschaffen – Akai zeigt in diesem Fall wie es geht! Also wer so ein Teil bekommen kann – zugreifen.

    Ebenso der 9,5″ Expander SG-01v. Sehr unscheinbares Teil, aber mit einem Hammer Sound.

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    AMAZONA Archiv

    So sehr ich den Deepmind nicht leiden kann, würde ich mir lieber diesen für einen ähnlichen Preis kaufen als diese olle Akai Gurke für 800. Zum Glück besitze ich alles was ich brauche.

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    lightman  AHU

    Ich mag den AX80, er hat einen eigenen Klang und viele Klangformungsmöglichkeiten, die über den Standard rausgehen. Außerdem ist das Interface der Killer, trotz der damals zeitgemäßen Folientasten-Geschichte läßt sich der Synth gut bedienen und sieht für mich sehr ansprechend aus. Echt spacig. Wenn ich die beiden Teile für je 800 Steine angeboten kriegen würde, würde ich mich ziemlich sicher für den AX80 entscheiden.

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    Marko Ettlich  AHU

    Zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Wäre ja schlimm, wenn alle auf das gleiche abfahren würden. Ich finde den auch sehr schön, aber den Klang mochte ich nicht so. Und natürlich sind nicht die Curtis Chips entscheidend, sondern vorallem die Beschaltung dieser. Nur ein Beispiel: Prophet-5 und Oberheim OB-Xa sind CEM-technisch praktisch identisch bestückt, aber der Klangcharakter ist extrem unterschiedlich.

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    AMAZONA Archiv

    Verfügt der AX80 eigentlich auch über Aftertouch?

  14. Profilbild
    TobyB  RED

    Hi Mick,

    sehr schön. Die Soundbeispiele gehen gut in Richtung Detroit und Chigaco. Find ich gut! Im übrigen finde ich nicht das der Statische Hochpass aus der Mode gekommen ist, wenn man mit mehr als einem Basslauf in einem Song arbeitet, freut man sich über dieses kleine Detail.

  15. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Folientaster sind nicht so sehr mein Ding; da schätzte ich die Buttons meines DX-100 mehr. Davon abgesehen ist der AX80 ein toller Synth (optisch wie akustisch), der leider zur denkbar schlechtesten Zeit herauskam. Die Idee, Synth und Sampler miteinander koppeln zu können, fand wohl auch nicht den verdienten Anklang und wurde daher auch nicht weiter geführt, was ich sehr schade fand. Übrigens, der SG-01v, der in der Tat sehr gut klingt, ist ein Preset-Rompler mit Samples von allen möglichen analogen Schätzen, die sich in Grenzen auch editieren lassen. In der Bucht werden immer wieder welche zu moderaten Preisen verkauft…

  16. Profilbild
    gaffer  AHU

    Die Vorführung des Synths auf der Messe F machten damals drei asiatische Girls, daran kann ich mich noch gut erinnern :))

  17. Profilbild
    Theo Möbus  

    Wenn ich mir meine AX80-Aufnahmen aus dem Jahr 2000 anhöre, habe ich am Grundklang des AX80 (Oszillatoren und Filter) auch heute nichts auszusetzen. Dennoch hat er meinen Gerätepark aufgrund seiner Schwachpunkte noch im selben Jahr wieder verlassen, diese sind neben den im Test erwähnten: 1.) keiner der 4 LFOs kann den VCA modulieren, 2.) die Tiefe (oder Stärke) der Pulsbreitenmodulation ist nicht regelbar, lediglich die Geschwindigkeit (hat er übrigens mit dem Kawai SX-240 gemeinsam). Kann man sich mit abfinden, muss man aber nicht, wenn andere Synthesizer mehr bieten. 3.) laut Handbuch lässt sich die „Crossmodulation“ umschalten von OFF auf „Soft Synch“ oder „Hard Synch“ (dort steht wirklich „Synch“). Aber was hat Sync mit Crossmodulation zu tun? Das ist bei anderen Synthesizern unzweideutig und klingt auch besser. Die Tastatur verfügt über kein Aftertouch. Insgesamt lässt sich der AX80 sehr dynamisch spielen. Hierzu sollte man neben den im Test beschriebenen Spielhilfen die programmierbare Anschlagdynamik der Tastatur (logo) und unbedingt auch das Eingaberad als gleichwertige Spielhilfe nutzen. Das Design ist Geschmackssache und spricht mich heute nicht mehr an, die Balkenanzeige finde ich nach wie vor originell.

  18. Profilbild
    The-Sarge  

    hah, den kannte ich gar nicht und auf der Suche was hinter manchen UVI-Libs steckt ihn hier gefunden (dort UVX80)
    schöner Klang, bereue den UVI-Kauf nicht, denn der HW-Preis wäre mir dafür immens zu hoch

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