Blue Box: ARP Pro Soloist, Analogsynthesizer

10. März 2018

Instant Genesis

ARP SOLOIST

Der ARP Pro Soloist ist ein Stück praller Synthesizer-Geschichte. Genesis-Keyboarder Tony Banks versetzte mit dem Preset „Fuzz Guitar 1“ beim Solo von „In the Cage“ die Fans regelmäßig in eine Klimax der Verzückung. Tangerine Dream fuhren auf „Fuzz Guitar“ und „Country Guitar“ so ab, dass sie sich die Sounds sogar polyphon auf ihre Mellotron-Bänder aufspielen ließen. Billy Preston – der fünfte Stone – stürmte 1973 mit „Space Race“ die R&B-Charts. Das Funky Trompetensolo spielte er mit dem ARP Pro Soloist ein. Und der nicht ganz so stimmstabile Vorgänger ARP Soloist (noch ohne das „Pro“ im Namen) brachte Donald Fagen immerhin so aus der Fassung, dass er das Gerät erst zertrampelte und anschließend noch abfackelte. So oder so: Der ARP sorgt für Emotionen. Er ist auf alle Fälle mehr als eine Preset-Schleuder für Banks-Epigonen.

Das Preset Fuzz Guitar hat Rockgeschichte geschrieben.

Presets wie Fuzz Guitar und Country Guitar haben Rockgeschichte geschrieben.

Was bringt der Report?

Zur schnellen Orientierung hier ein kurzer Überblick über den Inhalt:  S. 1: Einführung, Klangcharakter, Gary Numan, S. 2: Einschränkungen aus heutiger Sicht und Äußeres, S. 3: Presets und Klangformung, S. 4: Aftertouch und Vorläufer Soloist, S. 5:  Steely Dans Feuerspiele und Soloist Mk II, S. 6: Technischer Überblick, S. 7: Der Nachfolger Pro/DGX, S. 8: Erfolg des Pro Soloist, Antithese zum Modularsystem, S. 9 u. 10: Tony Banks und der ARP Pro Soloist, S. 11: Eigene Erfahrungen und Maintenance (Wiederbelebung durch Stromkur), S. 12 und 13: Anmerkungen zu den Klangbeispielen, S.13: Fazit und Links

So wunderschön traurig

Was das Instrument noch heute begehrenswert macht, ist sein wunderschöner Klang. Druckvoll und warm zugleich. Die Brass-Sounds sind von erster Güte. Die Flöte ist spektakulär, der Bass klingt richtig nach Holz. Violine, Cello – einfach nur nice. Und dann sind da die Sounds, die den ARP Pro Soloist berühmt gemacht haben wie die Fuzz Guitar, Telstar und die Steel Guitar. Was den Grundklang des Synthesizers besonders auszeichnet, ist eine gewisse Melancholie. Diese Qualität entdeckte auch Gary Numan für sein drittes Nummer 1-Album in Folge: Telekon aus dem Jahr 1980.

Neben den für ihn so typischen Minimoog- und Polymoog-Sounds setzte Numan erstmalig auch den Arp Pro Soloist ein. Keyboarder Denis Haines erinnert sich: „Gary found one particular sound on it which was very moody, more an emotional sound as opposed to electronic. It was very weepy, a sugary sweet sound and he decided he wanted to put a bit more emotion into the music so he used it in quite a few different ways on the album.“ (Liner Notes zu „Telekon“ von Steve Malins)

Der ARP Pro Soloist kam 1973 auf dem Markt und löste den nicht ganz ausgereiften Vorgänger Soloist ab.

Der ARP Pro Soloist löste 1973 den nicht ganz ausgereiften Vorgänger Soloist ab.

Players Instrument

Tatsächlich ist der ARP ein Schatzkästchen – ein echtes Players Instrument. Ganz im Sinne seines Namens ist er für den Solisten da, der ohne Knöpfchendrehen und Einsatz von Sequenzern einfach nur loslegen will. Die ausgefuchste Aftertouch-Sektion verhilft zu einem ungemein ausdrucksstarken und lebendigen Spiel. Ob Funky Licks, abgefahrene Jazz-Soli oder Prog-Linien, die ein wenig trippy klingen – dafür ist dieses Instrument einfach nur genial.

Der Musikjournalist Gordon Reid, ein bekennender ARP-Fan, gerät regelrecht ins Schwärmen: „It comes as no surprise, then, that it doesn’t sound good – it often sounds fantastic…the real secret of the Pro Soloist undoubtedly lies in the filter.“ („ARP Pro Soloist, Korg Sigma and Roland SH2000″, Music Technology 08/1991)

Gut zu wissen - das ist keine Orgel.

Gut zu wissen – das ist keine Orgel.

Klangbeispiele
Forum
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    Dirk Matten  RED

    In meinen damals kleinen Tante-Emma Synthesizerladen kamen vormittags zwei Herren, ein älterer großer, stattlicher und offenbar sein Sohn, Kollege Wiechers war zur Post unterwegs.

    „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“
    Der Vater: „Wir hätten gerne den ARP.“
    „Ach so, DEN ARP …“ es gab ja damals, lasst mich nachdenken, sechs, vom Axxe bis zum 2500.
    „Ja, den wir auch im Studio haben.“
    „Im Studio, ah ja …“ Ich wollte sie schon rauswerfen.
    „Cornet in Köln.“
    „Wie sieht der ARP denn aus?“

    Es folgte ein Beschreibung, es musste sich um den Pro Soloist handeln.

    „Sowas habe ich nicht hier, kauft keiner, kann ich aber bestellen, sagen Sie mal Namen und Telefonnummer, ich rufe Sie dann an.“
    Nach dem Preis wurde nicht gefragt.

    Kollege Wiechers kam zurück.

    „Da waren gerade zwei Typen da, die wollten diesen Soloist haben. Gietz, Heinz Gietz habe ich aufgeschrieben.“
    „Gietz? Der große Gietz? Der Entdecker der Valente?“

    Ich kannte mich in dem Metier nicht aus. Sein Sohn war später Stammkunde: Alex Gietz. Er meinte, er habe die tiefe Stimme im Refrain von „Das Lied von Manuel“ gesungen. Dann hat er immer nur „Asche, Asche, Asche“ gesagt.

    Da machste was mit.

    Heinz Gietz: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Gietz
    Das Lied von Manuel:
    https://www.youtube.com/watch?v=aWJfLstlWxg

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      digital-synthologie  AHU

      Tja, hätteste mal lieber schnell den Namen gegoogelt. :-)
      Deshalb ist man immer zu allen Kunden freundlich. Auf seine Art hat jeder Kunde immer irgendwie recht.

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        Dirk Matten  RED

        Was aus der Verbindung Cornet Studio, Gotthold Meyer, Wolfgang Hirschmann, Korg PS 3100, Oberheim, OBX, Hans Schulz, Andy Borg, Heino, Jean Frankfurter, Hans Blum/Henry Valentino alles entstanden ist, gerne bei passender Gelegenheit.

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          TobyB  RED

          Morsche Dirk,

          Jean Frankfurter wurde gestern 70. Zu seiner Tätigkeit brauch ich nur meine Muddi fragen. Da gibts dann Nachhilfe, Helene Fischer, Kristina Bach, Bata Illic, Claudia Jung, Michelle, Die Flippers. Und diverse andere Künstler. In Summe nicht meine Musik aber wenn ich Chauffeur spiele, wird das schon mal angemacht.

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      costello  RED

      Ich glaube in euren Nerd-Laden hätte ich mich damals gar nicht reingetraut. Da galt der Pro Soloist vermutlich abträglich fürs Image zwischen den ganzen Buchlas und Moog Modular-Systemen. Jochen Stocks Sound and Drumland war da weniger elitär. Den 2600er hatte er natürlich auch rumstehen, aber eben auch die Presetschleudern. Geschäftlich hat es ihm nicht geschadet, wie man heute weiß ;-)

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        Dirk Matten  RED

        Zu uns haben sich alle reingetraut, Vertreter der ernsten Musik und der Schlagermusik. Denen ging es wohl in erster Linie um die Beratungsqualität und Glaubwürdigkeit.

        Einen Buchla Synthesizer gab es bei mir nicht, wohl aber ein Roland System 700, einen Moog 12 und einen Moog IIIp, die aber eher didaktischen Zwecken dienten. Ich kann mich an Kunden erinnern, die meinen Laden deshalb als für sich geeignet empfanden, da bestimmte Geräte eben nicht angeboten wurden. Wir waren halt kein Musikgeschäft wie das von dir erwähnte in Berlin, sondern ein Spezialladen für Synthesizer und ich habe mir den Luxus erlaubt, nicht alles mitzumachen. Geld hat mich nicht interessiert, wohl aber die Kunst. In der Rückschau bin ich damit mehr als zufrieden.

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          costello  RED

          Ich glaube, der Jochen ist studierter Volkswirt oder Betriebswirt. Mit den aktuellen Dollar- und Yenkursen konnte er immer gut jonglieren. Aber für einen Edgar Froese war das sicher nicht genug. Es gab damals in Berlin auch noch einen Laden in der Nähe vom Ernst-Reuter-Platz, dessen Name mir leider entfallen ist. Da standen die ganz kultigen Teile – Oberheim 4-Voice, Mellotron. Dieses Geschäft hat sich – ähnlich wie das Music Market in der Schöneberger Martin-Luther-Str. – leider wirtschaftlich nicht halten können. Am Ende hat sich doch der Mann mit dem fixen Taschenrechner durchgesetzt.

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            Dirk Matten  RED

            Habe einige Semester BWL in Köln studiert, war aber nicht meine Welt. Bin lieber zu Herrn Müller vom Elektronischen Studio und Heinz Schütz vom Tontrickstudio des WDR gefahren. War bei dem Mitarbeiter, der die Schranke zum Hof bediente, schon bekannt und durfte meinen Käfer dort immer abstellen.
            Mein Geschäft hat sich über sehr viele Jahre ganz hervorragend getragen, bis schleichend 1999 durch Wegfall der Geschäftsgrundlage für ein Spezialgeschft Schluss war.

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              costello  RED

              Ganz klar, lieber Dirk, echtes Herzblut und Begeisterung ist das, was in jedem Beruf am meisten zählt. Und Musiker spüren das sicher noch einmal in besonderem Maße. Die haben sich sicher damals bei euch ernstgenommen und gut aufgehoben gefühlt. Aber ein paar Semester BWL studiert zu haben, das war sicher auch nicht verkehrt. Denn von der Begeisterung alleine wird der Kühlschrank nicht voll.

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                Dirk Matten  RED

                Ich bin das unwissentlich reingerutscht. Mein Traumberuf war damals A&R-Manager bei einer Plattenfirma.

                Wikipedia dazu:
                Artists and Repertoire, meistens in der abgekürzten Version A&R genutzt, ist ein Begriff aus der Musikwirtschaft. Damit wird der redaktionelle Teil einer Plattenfirma bezeichnet. In der A&R-Abteilung gehen beispielsweise die Demotapes von sich bewerbenden Künstlern ein. Die A&R-Manager suchen nach neuen musikalischen Trends, die für die Plattenfirma kommerziell verwertbar sind. A&R-Mitarbeiter treffen die Entscheidung darüber, Künstler unter Vertrag zu nehmen, und sind für ihre Betreuung zuständig. Auf diese Weise geben A&R-Manager dem Plattenlabel ihr Profil.

                Durch die stetig gewachsenen Marketingmaßnahmen der Tonträgerfirmen hat sich auch das Berufsbild des A&R-Managers über die Jahre stark gewandelt. So muss er sich neben den kreativen Dingen auch Budgetierungen von Marketing und Promotionkosten zuwenden sowie mehrmals pro Jahr Verkaufserwartungen bezüglich der Tonträger seiner Künstler im Rahmen von Berichten (Previews) abgeben.
                https://de.wikipedia.org/wiki/Artists_and_Repertoire

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            iggy_pop  AHU 1

            Der Laden in der Nähe vom Ernst Reuter Sprudel wird womöglich der von Cyborg Electronics gewesen sein, wo man auch die BME-Teile kaufen konnte.

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              costello  RED

              Das ist möglich, aber der Name war auf alle Fälle „damals“ (also Ende 70er, Anfang 80er) ein anderer…

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        Dirk Matten  RED

        Ich kann mich noch gut an eine Anekdote erinnern, die mir damals Edgar Froese erzählte. Der von dir erwähnte Inhaber des Laden rannte Edgar auf die Straße hinterher und rief: „Was muss ich machen, um dein „Matten + Wiechers“ zu sein?“ Antwort: „Das musst du selber wissen.“ Hat dann bei mir den Roland Jupiter-8 bestellt.

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      L. Lammfromm  

      Zum „Das Lied von Manuel“: Anke Engelke im Chorgesang. Wenn man so will, ein Stück Zeitgeschichte.

      Tja, und für den damals jungen Synthkäufer halt „Asche, Asche, Asche“.

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      micromoog  AHU

      Im „Manuel“ YT Clip ist übrigens noch eine heute sehr bekannte Persönlichkeit zu sehen…

      Who the f… is Anke Engelke?

      Edit: Wurde bereits schon erwähnt

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          Dirk Matten  RED

          Es zeigt doch die vom Hersteller anvisierte Käuferschicht dieses Synthesizers. Karlheinz Stockhausen hat auf jeden Fall keinen besessen. Die von dir erwähnten Künstler sind Ausnahmen, auch das gehört zur Wahrheit.

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            costello  RED

            Das weiß ich ja, deshalb habe ich ja auch so ungefähr jeden Namen aufgeschrieben, dessen ich habhaft werden konnte zur Ehrenrettung des kleinen ARPs ;-) Aber wie Du schon geschrieben hast: Es kommt am Ende immer drauf an, was man daraus macht.

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              Dirk Matten  RED

              http://ele.....eige_1.jpg
              Kollege Wiechers, bekennender Unterhaltungskünstler, legte Wert darauf, dass der PRO/DGX auch in der Anzeige verteten war. Wäre auch Geld mit zu verdienen. Er wollte u.a. Mundharmonikas im Schaufenster dekorieren, da käme ja schließlich auch Laufkundschaft vorbei.
              Grausam. Ich habe meinen EMS VCS3 und das Moog Modularsystem reingestellt.
              http://www.....trasse.jpg
              „Rüschenhemd und Goldkettchen“ wollte ich nicht in meinem Laden sehen. Ich weiß gar nicht, was ich mit dem Gerät gemacht habe. Weggeworfen?

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                costello  RED

                Dirk, ich fasse es nicht, jetzt rückst Du mit den Schätzen raus :-) Ich frage bei einem kanadischen Blogbetreiber die Erlaubnis an, seine Scans zu benutzen und Du hast diese wunderbare Anzeige vom Synthesizerstudio Bonn mit allen damals aktuellen ARP-Geräten inkl. Preisen. Die hätte man doch wirklich in den Beitrag integrieren können mit dem Hinweis: „Aus Dirks Giftschrank “ ;-)

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                    costello  RED

                    Und falls Du doch noch Deine Autobiographie und die Geschichte des Synthesizerstudio Bonn in Buchform aufschreiben solltest, bestelle ich hiermit schon mal ein Exemplar vor :-)

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                      Dirk Matten  RED

                      Definitiv nicht. Bin kein Schriftsteller.

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            costello  RED

            Hi Toby, das ist das Set mit ARP Quadra und Synclavier. Hier eine Aufnahme vom „In the cage“-Solo von 1975, wo man schön den ARP Pro Soloist raushört: Beginnt etwa bei 3:20 ff
            http://bit.ly/2FtRqaf

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              TobyB  RED

              Hi Costello,

              weisst doch Jahrgang 1970 ;) was hätte ich mit 3 Jahren von Genesis denn schon mitbekommen. Meine erste Genesis Platte war Abacab. Ich find sie gut.

              Beide Versionen haben ihren eigenen Reiz. Die aus den Siebzigern ist natürlich näher am Prog/Artrock, während die 80er dann schon sehr die Anfänge des Stadionrocks aufzeigt. Meine persönliche Präferenz sind natürlich die Achtziger ;-)

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    Atarkid  AHU

    Wunderbares Geschreibe! Danke dafür. Bei dem ARP verhält es sich wie mit einer Gitarre. Da brauchts keine 3000 Sounds. Das ist ein tolles Instrument das „richtig“ gespielt werden möchte. Da interessiert eher das Gespielte bei tollem Sound. Und diese Sounds werden dann auch nicht langweilig. Im Gegenteil!…

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    AMAZONA Archiv

    Das erste Musikbeispiel klingt schon mal total geil. Aber wenn mich meine Ohren nicht täuschen klingt es etwas detuned.

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      costello  RED

      Hi amazonaman, die Fuzz Guitar I spiele ich gerne mit dem Pitch Effekt über die auf volle Empfindlichkeit eingestellte Aftertouch-Tastatur. Wenn Du dann ein Stakkatomotiv mit richtig Druck spielst, pitcht sich der Sound immer am Anfang auf die eigentliche Tonhöhe. Na, und das CP 70 klingt natürlich auch immer etwas detuned. Ansonsten verweise ich auf Steely Dan ;-)

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    Dirk Matten  RED

    Dabei muss ich immer ein bisschen weinen.

    Was ist ein Synthesizer?
    Es beginnt ja erst interessant zu werden, wenn Ungewöhnliches passiert. Je weiter die Entfesselung, die Auflösung in Funktionen getrieben wird, um so interessanter und vielseitiger ist ein Synthesizer, um so berechtigter trägt er diesen Namen.
    Wir befinden uns immer noch im Anfang des Kunststoff-Zeitalters der Weltgeschichte der Töne und Klänge, in dem, wie in jeder Entwicklung, am Anfang der Missbrauch steht, die Imitation von bereits Dagewesenem, bis mit dem neuen Stoff auch die neue Form entsteht.
    Der echte Synthesizer ist aber kein Musikinstrument in diesem Sinne, er ist vielmehr ein System zur Entfesselung und des Sezierens, der operativen Auftrennung aller nur denkbaren Nervenpunkte am komplizierten Organismus eines Tones oder Schallereignisses und ihrer Wiederzusammenfügung in beliebiger Gesetzlosigkeit. Je willkürlicher, je komplizierter, je unberechenbarer dieses System arbeitet oder bearbeitet werden kann, desto reizvoller und interessanter ist es. Zumindest für den, der das sucht, was bisher noch kein Musikinstrument zu bieten vermochte, den Vorstoß in einen unbegrenzten Raum von Möglichkeiten, in dem man fasziniert und resigniert zugleich die Hilflosigkeit unserer Vorstellungskraft erkennen muss.

    Heinz Funk, „Funkschau“, Ausgabe 23, 1973

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      costello  RED

      Dir muss beim redigieren ja förmlich das Herz geblutet haben ;-) Ja, in der Weise, wie beispielsweise ein Morton Subotnick den Synthesizer eingesetzt hat, wurde und wird er leider viel zu selten eingesetzt. Aber ohne die Verwendung in der Popmusik hätten die elektronischen Klangerzeuger wohl nie mehr als ein Nischendasein geführt. Insofern ist auch ein Gerät wie der ARP Pro Soloist legitim. Zumal ja hinter den simplen Presetwippen eine geniale Klangerzeugung steckt, die viel mehr ermöglicht, als man zunächst erwarten würde.

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        Dirk Matten  RED

        Das ist meine Arbeit. Deine Texte lese ich immer sehr gerne und selbstverständlich kann ich deine Darstellung durchaus nachvollziehen, kenne durch meinen Beruf seit 1971 die ganze Spannweite. Mich haben eigentlich nie die Geräte interessiert, wohl aber die Menschen, die damit etwas anzufangen wussten, wie sie dachten und arbeiteten. Ist doch viel spannender, sich mit Stockhausen, Kraftwerk, Heino, Andy Borg, um einmal die Eckpunkte zu nennen, austauschen zu dürfen. Bin dafür sehr dankbar.

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    TobyB  RED

    Hallo Costello,

    sauber! Pro und Contra richtig synthetisiert. Bei der On the Run Sequenz hattest du mich. Telstar und die Trumpet sind ein Traum. Insbesondere Funky Trompet. Die Kiste hat definitiv ihre Qualitäten, auch wenn sie divahaft daher kommt. Was mir hier besonders gefällt, ist die Bandbreite die ich mit dieser Kiste bedienen kann. Von Spacefunk, Spacedisco zu Progrock findet man selten. Dagegen stinken manche Stranger Synths echt ab. Fazit, die Kiste ist immer noch up to date.

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      costello  RED

      Hi Toby, wenn man sich bei anderen Synths in der 5. Untermenü-Layer-Schicht verliert – dann einfach den Pro Soloist anschalten -und spielen, spielen, spielen. Macht sagenhaften Spaß. Und stilistisch vielseitig ist die Kiste noch dazu.

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        TobyB  RED

        Hallo Costello,

        ja Menütieftauchen, ich liebe diese pragmatischen Verrenkungen, betriebswirtschaftlich wertvoller Programmierer und Ingenieure. Je älter ich werde, stelle ich fest, ich tauche nicht gerne. Die Vielfalt arbeitest du ja gut heraus. Wie gesagt on the run. :-)

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    Dirk Matten  RED

    Um Stockhausen zu zitieren: Eigentlich geht es gar nicht um den Klang, sondern was man damit macht …

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    fritz808  

    … und ich wollte euch den schonmal ans herz legen, damit ihr darüber schreibt. ihr könnt wohl gedanken lesen. das teil steht hier neben mir und ich sehe es wie costello .. und traumhaftes instrument.

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      costello  RED

      Hi Fritz808, ich hätte gerne schon viel früher geliefert, weil mir kaum ein anderer Synthesizer so am Herzen liegt. Aber mein Pro Soloist brauchte ja erst die „Stromkur“, um wieder zu atmen und zu klingen ;-)

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    vco5

    Nachdem ich mir gewisse Erfahrungen beim Bau eines Modularsystems erworben hatte, habe ich mir vor etwa 12 Jahren einen kaputten Pro Solist bei Ebay für ein Apfel und ein Ei, wie man so schön sagt, gekauft. Alte Presetschleuder, kein Problem.
    Nach dem ersten Aufschrauben war ich erst mal völlig überrascht. Eine Masse Digitalschaltkreise, nicht meine Stärke…
    Ohne Service Manuale geht nix. Nach vielleicht 2 Wochen freizeitliche Studie, hatte ich in etwa begriffen, wie das Ding funktioniert und nach weiterer Fehlersuche hat das Teil wieder funktioniert, ein OPV war kaputt. Nur klangen die Sounds vollkommen anders. Zufällig habe ich auf Rudi Linhards Webseite die Prom Kodierung der Sound gefunden, und konnte feststellen, das alle im Eimer waren. Man beachte, wenn ich mich richtig erinnere, 256Bit Prom.
    Habe sogar aus den USA noch welche bekommen, und Rudi war im direkten Kontakt so freundlich, und hat mir die Prom programmiert. Damit hat der Solist wieder funktioniert, und irgendwann habe ich ihn, leider, wegen etwas Anderem verkauft. Lange Rede, kurzer Sinn: bis auf die Prom und evtl. die Filterblöcke sind eigentlich noch alle Bauteile zu bekommen und Service geht auch noch. Wenn man den Service bezahlen muss, sieht das mit dem Gerätepreis schon anders aus. Schaltungstechnisch anders, aber echt toll gemacht. Und die Bodenplatte hatte ich gegen Sperrholz ausgetauscht. Die ist wirklich „schrecklich“ und hat keinen Einfluss aud die Gerätestabilität.

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      costello  RED

      Hi VCO5, danke für Deinen Erfahrungsbericht. Ja, der ARP Pro Soloist ist schon speziell aufgebaut. Und ein defektes Gerät „auf Verdacht“ zu kaufen, kann hier teurer kommen, als bei manch anderem Synthesizer. Schade, dass Du ihn nach all der Mühe, die Du investiert hast, wieder weggeben hast :-(

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        vco5

        So ist das eben, Fehler merkt man meist erst später….und muss dann damit leben.
        Gruß.

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      TobyB  RED

      Hallo VCO,

      zur Herstellungszeit war die Digitaltechnik und Steuerung sehr innovativ. Ich meine zu der Zeit hat man „halbwegs“ noch auf einer PDP 8 oder PDP 11 musiziert und geheizt. Und selbst die Großrechner waren begrenzt in ihren Fähigkeiten.

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    iggy_pop  AHU 1

    „Es gibt Nutzer beider Geräte, die Stein und Bein schwören, dass die soundmäßigen Unterschiede nicht weiter gravierend sind.“ — Zu denen gehöre ich: Ich hatte Pro-Soloist und Pro/DGX (beide Versionen) hier nebeneinander stehen und die klanglichen Unterschiede lagen eher in mechanischen Unzulänglichkeiten begründet (kratzende Slider, prellende Tasten, ausgenudelter Aftertouch-Strip). Der späte Pro/DGX hatte sogar noch die berüchtigte Filtermodifikation verpaßt bekommen, was lediglich dazu führte, daß er etwas brillianter als die beiden unmodifizierten Vorgänger klang. Nichts, wofür ich mir jetzt an den Hintern packen würde (oder nochmal den Aufwand einer kompletten 4075-VCF-Modifikation über mich ergehen lassen würde).
    .
    Es gibt vom Pro-Soloist nicht nur die hier gezeigte Variante mit weißer Beschriftung, sondern auch eine mit goldfarbenem Aufdruck, ähnlich wie die anderen ARPs aus jener Ära.
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    Einige Klangfarben lassen sich annähernd mit dem 2600 nachbauen (wohl auch ein Grund, weshalb Tony Banks irgendwann auf den 2600 umgestiegen ist).
    .
    Der Aftertouch-Mechanismus ist ein Filzstreifen mit eingebautem Druckwiderstand, der leider nach 45 Dienstjahren gerne die Grätsche macht und nur noch erratisch — wenn überhaupt — anspricht. Es gibt zum Glück Austauschteile in den USA, die Abhilfe leisten. Ich habe zwei Pro/DGXe damit wieder zum Laufen gebracht. Ärgerlicher sind da die oftmals verbogenen und prellenden oder gar nicht mehr ansprechenden Keyboardkontakte, die schneller korrodieren als das Auge sehen kann.
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    Von allen Presetschleudern dieser Ära ist der ARP m. E. die am schönsten und am organischsten klingende.

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      costello  RED

      Danke iggy für Deine Einschätzung, da Du beide Geräte kennst. Ich habe den Pro/DGX nämlich noch nicht selbst unter den Fingern gehabt. Aber von meiner Erfahrung mit dem Axxe kann ich mir gut vorstellen, dass der DGX auch prima klingt. Viele Pro Soloists sind allerdings, wie Du schreibst, ziemlich abgerockt. Einen, der ziemlich zerkratzt war und mit abgeriebener Beschriftung, habe ich ja auf Seite 4 abgebildet. Das ist der, der jetzt so schön silbern glänzt.

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      costello  RED

      „Von allen Presetschleudern dieser Ära ist der ARP m. E. die am schönsten und am organischsten klingende.“ Das sehe ich ganz genauso!

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        iggy_pop  AHU 1

        Die verwendete Digitaltechnik macht es wohl heute auch so schwierig, den Pro-Soloist zu MIDIfizieren. Ich wollte bei meinem Pro/DGX bloß CV und Gate nachrüsten lassen, was wohl schon zu unerhört aufwendigen Eingriffen in die Elektronik geführt hätte.
        .
        Die Kombination aus Pro/DGX, Mellotron, Elka Rhapsody 610 und Rhodes ist für mich persönlich der Bringer — bei der Wahl meines Pro/DGX fiel meine Entscheidung bewußt für dasselbe Modell, das auch Edgar Froese verwendet hat.
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        Der frühe Pro/DGX im Pro-Soloist-Gehäuse ist klanglich im Prinzip deckungsgleich mit dem Pro-Soloist; der spätere Pro/DGX klang für mein Empfinden etwas weniger „fuzzy“ und gerader, aber unverkennbar nach Pro-Soloist.

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          costello  RED

          Die ARP Pro Soloist-Sounds, die sich Tangerine Dream für ihre Mellotrons aufnehmen ließen, um sie polyphon genießen zu können, bietet übrigens GForce für die M-Tron Pro library an.
          Zur Midifizierung habe ich auch nur die Tauntek-Seite gefunden.

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            iggy_pop  AHU 1

            Danke, die Tauntek-Seite kannte ich noch nicht — mein Kenntnisstand, was MIDI für den Pro-Soloist angeht, ist bei 2013 stehengeblieben.

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    k.rausch  RED

    Ha, klasse geschrieben und auch hinsichtlich Infotiefe dem kleinen ARP würdig. Ich hatte den lange unterschätzt und links liegen lassen. Erst vor gar nicht langer Zeit habe ich den mal nach entsprechendem Anlass gründlich erforscht. Sehr clever gemacht alles, selbst die puren Presets, also auch ohne Aftertouch, haben bereits klitzekleine Bewegungen drin. Da ist mal eine ganz sanft abflachende Filterfahrt, dort eine Idee Amplitudenmodulation, anderswo eine Art OSC Overdrive. Nicht schlecht! Super Audio Tracks übrigens, da hast du ein paar Nächte drangehängt, Meister Costello :)

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      costello  RED

      Danke Klaus! Für mich sind die Amazona-Artikel immer ein willkommener Anlass, mal wieder „das Band“ anzuschmeißen und was aufzunehmen :-)

  11. Profilbild
    Ton-yb  

    Wow! Was für eine tolle Liebeserklärung an diesen kleinen, einzigartigen Synthesizer.
    Ich gratuliere Dir zu Deinem Artikel, Costello. Du bist damit dem Schätzchen voll und ganz gerecht geworden.

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      costello  RED

      Hi Ton-yb, herzlichen Dank für Dein nettes Feedback. Und natürlich für den Supertipp mit der „Stromkur“, mit der ich meinen ARP wiederbeleben konnte. Ohne diesen Ratschlag von Dir hätte ich den Artikel in dieser Form gar nicht schreiben können. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in diesem Jahr vielleicht wieder etwas gemeinsam auf die Beine stellen könnten. Du ahnst schon, wovon ich spreche ;-)

  12. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Und wieder etwas gelernt, vielen Dank. Angangs hatte ich mich ja gewundert, warum für einen Preset-Synth so viele Seiten verbraucht werden, aber das lag einzig an meiner Ignoranz. Das Ding hat mehr drauf, als ich ihm zugetraut hätte…

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      costello  RED

      Hi Son of Moog, ich weiß ja eigentlich, dass man mit den Zeitressourcen seiner Mitmenschen achtsam und sparsam umgehen soll. Aber was soll ich machen? Das ist nun einmal mein Lieblingssynthesizer und über den kann ich hier nur einmal schreiben. Da kann dann nichts mehr die Tinte halten ;-)

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    Synclavier  

    Ein schöner, leidenschaftlich geschriebener Testbericht mit vielen tollen Storys. Vielen Dank dafür! Ich war auch so einer, der durch Genesis auf den ARP Pro Soloist und auch auf die anderen ARP Synthesizer aufmerksam wurde, noch vor dem Minimoog (Yes und E.L.P. fand ich immer aufgeblasen, Pink Floyd kamen später). Und natürlich hat hier ein berüchtigtes Album namens „Selling England by the Pound“ mit „The Cinema Show“ eine gewisse Rolle gespielt. ;-)

    Ich gebe es auch zu: Ich mochte diesen dünnen Sound immer schon, und auch auf „The Lamb“ gab es wie Du schon erwähntest einiges Experimentelles.

    Später nutzte Banks dann den 2600 und dann den Quadra. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob er auf seinem ersten Soloalbum „A Curious Feeling“ (speziell bei „After the Lie“) den 2600 oder doch den Pro Soloist einsetzte. Weiß das jemand? :-)

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      psv-ddv  AHU

      Ich weiss es auch nicht ganz genau aber sein Keyboard Setup hat 1979 bei „A Curious Feeling“ sicher keinen Prosoloist mehr beinhaltet. Das Album lag ja zwischen „And then there were three“ und „Duke“. Da hat sich sein Sound stark in Richtung Polysynths bewegt. Am Start hatte er damals abgesehen vom offensichtlichen CP70 hauptsächlich den Polymoog, Prophet 5, Roland RS202 und einen CS80. Den Arp 2600 hat wohl entgegen der Legende nur ganz spärlich eingesetzt. Ich habe mal ein Interview gelesen, wo er darauf eingeht und sagt, daß ihm das Patchen zu umständlich war. Der letzte grosse Auftritt seines Prosoloist fand wohl auf „Wind and Wuthering“ statt (Wot Gorilla?, All in a mouses night, etc.).

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        psv-ddv  AHU

        Habe mal nachgesehen: Also im Booklet der 2009er „Curious Feeling“ Ausgabe sieht man auf den Fotos synthmässig nur den Arp2600, den Polymoog und den Roland RS. Da würde ich am ehesten auf den 2600 als Solosynth tippen. Das muss aber nichts heissen.

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          iggy_pop  AHU 1

          Der 2600 ist auch das Soloinstrument für „Follow you, follow me“ (deutlich zu hören beim Parallelintervall, das gegen Ende hinzukommt). Patchen muß man den 2600 nicht, um ihn spielen zu können — das dürfte einem Synthesiserspieler wie Banks sehr entgegengekommen sein.

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            psv-ddv  AHU

            Ja, bei „Follow…“ spielt er den 2600 gut sichtbar im Video.
            Die Semimodularität hat ihm aber live bei Soundwechseln nicht viel geholfen. Da er die Presets des Prosoloist gewohnt war und schnelle Klangwechsel integraler Teil seiner Kompositionen sind, kann ich mir schon vorstellen, das er das nicht so dolle fand. Er hat ja tendenziell sein Studiosetup auch Live verwendet und das war damit eben nicht so einfach möglich. Mangelnde Livetauglichkeit war auch der Grund, warum der extrem empfindliche Polymoog nicht lange im Setup blieb.

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              costello  RED

              Stimmt absolut. Live war Tony mit dem ARP 2600 gar nicht happy: „If you take a 2600 on stage, a lot of its subtleties get lost. You have to compromise every tone you use.“ (Keyboards, 1976)

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      costello  RED

      Hi Synclavier, der Solosound von „After the lie“ ist schon ziemlich fett und hat so ein „Glitching“. Da würde ich sehr auf den 2600 und die Duophonie tippen. Den gleichen Verdacht hattest Du vor vor 5 Jahren auch – wenn Du, wie ich vermute, unter dem gleichen Namen auch im Genesis-Fanclub angemeldet bist. Da hattest Du Dich seinerzeit selbst korrigiert, der 2600 wäre nur monophon. Aber man konnte ihn über das Keyboard 3620 tatsächlich auch zweistimmig spielen.

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    psv-ddv  AHU

    Sehr schöner Artikel! Vielen Dank dafür.
    Neben den im Artikel aufgezählten Klassikern finde ich Tony Banks Prosoloist Sound im Stück „Entangled“ am beeindruckensten. Der hohe, tremolierende Melodiesound der über den Mellotron Chören schwebt und selbst eine Stimme zu sein scheint, das ist der Arp Prosoloist. Wow!

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      costello  RED

      Der berühmte „Mäusesopran“. Tony Banks hat aus diesem Synthesizer wirklich alles rausgeholt, was rauszuholen war.

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    iggy_pop  AHU 1

    Das Demostück „Flute“ fand ich übrigens sehr schön — die Kombination mit Mellotron-Geigen ergibt gleich so einen Sonntagmorgenklang zum Brötchenholen im Urlaub.
    .
    „Fuzz Guitar 2“ erinnerte mich irgendwie an Steve Hackett von der Harmoniefortschreitung — „Voyage of the Acolyte“ oder dergleichen.

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      costello  RED

      „Sonntagmorgenklang zum Brötchenholen im Urlaub.“ Das finde ich ein sehr nettes Kompliment, danke! Fuzz Guitar II – da war ich vom Bassmotiv bei Lilywhite Lilith von TLLDOB inspiriert.
      Ach ja: Steve Hacketts „Voyage of the Acolyte“. Das war damals ja das erste Lebenszeichen von Genesis nach dem Weggang Gabriels und wurde allein deshalb schon dankbar aufgenommen. Es hat auch starke Momente, auch ungewohnte, wie etwa bei „A tower struck down“. Aber ich dachte damals schon, dass Genesis als Band immer viel stärker waren als nur die Summe der einzelnen Musiker. Das gilt übrigens auch für Tony Banks, dessen Solo-Platten ich nicht besonders mag. Zu schwülstig und keyboardlastig.

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    Wellenstrom  AHU

    Wie immer ein ausgesprochen schönes Feature von Dir. Adäquat durchleuchtet, mit spannendem historischen Abriss und einer musikalischen Annäherung an die Seele des Instruments. Gute Klangbeispiele. Aber ehrlich gesagt, erwarte ich das auch gar nicht anders vom Voodoopriester des Synthesizers auf amazona. ;-)

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      Dirk Matten  RED

      Ein auf den musikalischen Rückschritt hin konzipiertes Musikinstrument. Dieser Aspekt fehlt mir in dem Text.
      Übrigens genauso wie der ARP Omni. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ein Kunde aus Berlin den ARP Omni schriftlich bestellte, das Teil wurde geliefert und ich erhielt ein bitterböses Schreiben, was für ein Scheiß Gerät das sei, er hätte vorausgesetzt, dass Geräte, die auf unserer Preisliste aufgeführt wären, einen gewissen Anspruch an Synthesizer erfüllten. Ich habe die Preisliste geändert und mir das gemerkt.
      Einige Kunden fragten beim Besuch meines Ladens auch nach solchen Instrumenten und auf meine Antwort, dass ich das nicht führen würde, wurde durch die Bank geantwortet, dass man genau deshalb hier sein.

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        Wellenstrom  AHU

        Naja, diese Meinungsäußerungen sprechen eher für die Beschränktheit der Musiker als gegen den ARP Omni z.B.
        Es gibt ja genügend Beispiele, wie gewinnbringend dieser in diversen Produktionen eingesetzt werden konnte.

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          costello  RED

          Hallo Wellenstrom, ich sehe das genauso: Ich finde mit 40 Jahren Abstand sollten diese Diskussionen, was ein „echter“ Synthesizer ist, wirklich obsolet geworden sein. Das erinnert mich an endlose Diskussionen mit meinem Bruder, der sich in seiner aktiven Zeit mit Modularsystem und EMS-Synthesizer vergnügte, und alle meine Synthesizer mit Tastatur immer als „Orgel“ bezeichnete – auch den OB-Xa. Ist ein Polymoog, weil er mit Dividertechnik arbeitet, weniger musikalisch als ein Memorymoog? Mir hat ein Freund zum Geburtstag eine Hohner Melodica geschenkt. Das kann eine Kinderquäke sein, oder in den Händen von Donald Fagen ein tolles Instrument. Ich übe noch ;-) Übrigens danke für die Blumen. Der ARP Pro Soloist lag mir halt besonders am Herzen.

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          Dirk Matten  RED

          Ich hatte für mich uns meinen Laden eine klare Trennlinie zu einem Musikgeschäft mit Keyboard-Abteilung gezogen. Das war meine ureigenste Überzeugung und spiegelte sich im jahrelangen Erfolg der Firma wider.

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            psv-ddv  AHU

            Der Minimoog, bei Euch im Laden sehr prominent ausgestellt, ist im Vergleich zu ’nem Buchla 200 auch eine Alleinunterhalterorgel. Von den Geräten die Ihr in den 90gern sonst noch so vertickt habt will ich garnicht reden.
            Ein klassischer Pianist hält alles Elektrische für Teufelszeug. Ein 60ger Jahre Ostküstenlabormusiker hielt Musik die nicht in hexadezimaler Form definiert war für veraltet. Is doch relativ. Daher finde ich diese Diskussion beschränkt und affektiert. Erlaubt ist was Spass macht!

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              Dirk Matten  RED

              Mir kommt es darauf an, zu welchem Zweck diese Geräte entwickelt wurden und wen sie ansprechen (sollten). Der ARP Soloist zielte ganz klar in Richtung Orgelaufsatz für Alleinunterhalter, was man beim Minimoog wohl nicht sagen kann.
              Leider gab es kein Schild wie beim Metzger: Wir müssen draußen bleiben. Dafür hatten wir aber eine große Schiefertafel vor der Tür, übrig geblieben von der ehemaligen Inhaberin des Lebensmittelladens, neu mit Kreide beschriftet: Minimoog – heute nur DM 2.995.
              Nennen wir es Business-Art.

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                psv-ddv  AHU

                Nö, der zielte auf Rock/Fusion Keyboarder, genau wie der Minimoog. Schau Dir doch einfach mal die ARP Werbung von damals an.
                Anschliessend vielleicht die Motivation von Moog eruieren damals den Minimoog herauszubringen. Die gehörten beide auf ne Hammond Orgel.
                Eure Werbestrategie fand ich immer absolut erstklassig.

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                  Dirk Matten  RED

                  Ich finde keine Werbung zu dem Gerät, aber ich besitze die Demoschallplatte. Ab 5.41: https://www.youtube.com/watch?v=AKk5dt0vGbY
                  Das Gerät sprach von der Anwendung und den Klängen in erster Linie Alleinunterhalter an – nicht meine bevorzugte Zielgruppe. So wurde er auch von der für den europäischen Markt außer England tätige Großhandelsfirma MCH in Bodegraven, Holland an traditionelle Orgelgeschäfte platziert. Das war eine Welt, mit der ich nichts zu tun haben wollte, zu groß waren die mentalen und kulturellen Unterschiede. Habe mich lieber mit jungen Künstlern und Bands beschäftigt, die ebenso empfanden, nachzulesen im Gästebuch meiner Homepage unter http://www.....de/gb.html

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                    costello  RED

                    Natürlich gibt es Werbung zum Pro/DGX – auf Page 7 seitenfüllend platziert. Dort sind 12 Topacts der damaligen Zeit aufgeführt, die den ARP eingesetzt haben. Nochmal: Der ARP Soloist war für die Heimorganisten konzipiert, dann waren die ARP-Leute selbst überrascht, welchen Bedarf sie da auch im Profilager auslösten. Und haben den Pro Soloist und speziell den Pro/DGX dann entsprechend aufgemotzt. Das entscheidende ist aber, dass dieses Instrument aufgrund der ausführlich besprochenen technischen Spezifikationen (speziell im Filterbereich) Klänge erzeugt, die auf herkömmlichen Synthesizern so nicht oder nur schwer nachgebildet werden können. Gordon Reid, der viele Workshops zur subtraktiven Synthese geschrieben hat, hebt beispielsweise die Flöte hervor. Der Telstar-Sound ist ein anderes Beispiel. Man muss an einem Odyssey eine Weile schrauben, bevor man so einen Pulssound mit diesem Twang hinbekommt. Aber egal, als was der kleine ARP auch immer mal an den Start gegangen ist – er ist heute ein Vintage-Klasiker, der sich mit seinen einzigartigen Klängen in der Geschichte der populären Musik verewigt hat.

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                      Dirk Matten  RED

                      Bitte nicht falsch verstehe, ich wollte lediglich im historischen Rückblick darstellen, wer vom Hersteller und Vertrieb (aus meiner damaligen Sicht) als Zielgruppe angepeilt wurde. Und hier auf AMAZONA.de ergänzend, dass ich als Gründer des weltweit ersten Synthesizerspezialgeschäfts diese nicht als eine von mir bevorzugte Kundschaft sah. Geld hat mich nie interessiert.

                      Von mir zum Montagmorgen ein fröhliches „Maria Dolores, ohoho, ohoho …“

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        costello  RED

        Hallo Dirk, ich habe diesen Aspekt sehr wohl aufgegriffen (Antithese zu den Modularsystemen), sehe das aber nicht als Rückschritt, sondern ganz im Gegenteil als logische Weiterentwicklung. So wie später die speicherbaren Synthesizer. Da haben sie sich bei SC ja auch gewundert, wenn die frühen P5 zur Reparatur reinkamen und die 40 Speicherplätze noch genauso belegt waren, wie bei Auslieferung. Es gibt Musiker, die wollen einfach spielen und andere wollen schrauben. Modularsysteme bedingen eigene musikalische Ausdrucksformen. Deshalb diese sich gleichsam mikroskopisch und langsam entwickelnden Klangverläufe bei der Berliner Schule. Jazz, Pop- und Rockmusiker können mit diesen Limitierungen wenig anfangen. Da muss der Synthesizer einfach einen Sound liefern, wie das Fender, die Hammond, das Mellotron.

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          Dirk Matten  RED

          Die Prophet-5, die zu uns zur Reparatur kamen, hatten alle eigene Programme. Da hat sich wohl die Kundschaft unterschieden. Möglicherweise hat die amerikanische Kundschaft die eigenen Programme vor der Einsendung zu Reparatur gesichert und durch die Werksprogramme ersetzt. Ich kenne einen Musiker, der seinen OB-Xa mit einem Vorhängeschloss gesichert hatte, damit niemand den internen Schalter umlegt, um die Programme auszuspielen und zu stehlen: Edgar Huschenbeth.

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        iggy_pop  AHU 1

        Von allen Instrumenten, die ich jemals hatte, war der ARP Omni Mk. 1 das grausigste überhaupt — in meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich das Gerät 1991 gebraucht gekauft in der Annahme, daß es toll sein müsse, weil „ARP“ draufstand. Ein fataler Irrtum. Wenn es nicht kaputt war, klang es scheiße, und wenn es scheiße klang, wünschte ich mir, daß es so schnell wie möglich wieder kaputtgehen möge…
        .
        Ich weiß noch, wie ich im Sommer 1997 dem Käufer mit einer Mischung aus Faszination und Grausen hinterherschaute, als er mit dem Omni unter’m Arm in den Bus stieg und wieder heim nach Dänemark fuhr…

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          psv-ddv  AHU

          Lustige Story und Herr Matten war anscheinend sogar beim Kauf und späteren Verkauf Deines Omni anwesend, wow! ;-)
          Vielleicht war es einfach nur der falsche Synth für den avisierten Anwendungsbereich, soll vorkommen, wenn man sich nicht auskennt…
          …ich habe zum Beispiel meinen Wave2.3 dafür gehasst, dass er für Auftritte mit einer Progressive Rock Band ganz klar zu wenig Portamento Funktionalität aufwies, die LFOs grob gerastert und das Teil insgesamt irgendwie nicht sahnig genug klang. Ich war halt noch jung.

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            iggy_pop  AHU 1

            Nein, Dirk war nicht zugegen, weder beim Kauf, noch beim Verkauf. Wohl aber bei den mahnenden Worten, wenn ich mich richtig erinnere — die ich aber in den Wind schlug. Arroganz der Jugend.
            .
            Dirk fotokopierte mir aber netterweise einen Schwung ARP-Prospekte und schickte sie mir. Die habe ich heute noch irgendwo.

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    LeSarrois

    Tolle Story. Das sind die Artikel, die mich vor vielen Jahren zu Amazona gebracht und mit dem Vintage-Suchtfaktor infiziert haben, der mich inzwischen fast täglich hierher führt. Und schon eine ganze Stange Geld gekostet hat :-) Letzten Freitag hatte ich die Möglichkeit, Mr. Gary Numan live in Luxemburg zu sehen. Voller Vorfreude auf den rohen, analogen Sound des Meisters war ich angereist. Und verließ den Ort des Schaffens mit zwiespältigen Empfindungen. Leider konnte ich das Bühnen-Equipment kaum identifizieren, aber offensichtlich dominierten digitale Klangerzeuger und Softwareinstrumente den Abend (Mr. Numan himself nutzte einen Virus TI, kein Polymoog weit und breit). Und so klang denn auch die Mischung über das Soundcraft VI6: Perfekt, clean, ultrasauber, Hi-Fi – Langweilig. Schade. Ein Hoch auf die grobe Vintage-Welt…Schade, dass die tollen Stories wegen der natürlich begrenzten Zahl der Klassiker endlich sind.

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      costello  RED

      Hallo Le Sarrois, vielen Dank für Dein nettes Feedback. Ja, der Suchtfaktor ist groß, eigentlich müsste man bei jedem Testbericht vor Risiken und Nebenwirkungen (fürs Bankkonto) warnen ;-)
      Mit den Elektronik-Acts live ist das heute wirklich oft nur die halbe Freude. Bei einem Ultravox oder Gary Numan-Konzert war man damals ja schon beeindruckt, wie die alle ihre Kisten synchronisiert bekamen. Heute weiß man nicht, ob das alles von der Festplatte kommt, ein Teil des Zaubers ist dahin. Was Deine Sorge angeht, die Vintage-Stories könnten bald zur Neige gehen – das eine oder andere Schätzchen harrt schon noch seiner Vorstellung.

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      iggy_pop  AHU 1

      Gerd Neumann scheint in den letzten 15 Jahren damit zufrieden zu sein, wie Nine Inch Nails nach den Wechseljahren zu klingen, und ich glaube, dem Gerd ist es ziemlich wurscht, womit er seine Musik macht. Mini Moog und Polymoog waren halt damals verfügbar, also macht man was damit — zur Not hätte man wohl auch auf ’nem Kamm geblasen, wenn’s gepaßt hätte. Später hat er dann auch schmerzfrei zu Werksklängen von D50 und M1 oder vorgefertigten Drumloops gegriffen, wenn gerade nichts Anderes da war.
      .
      Von daher gehe ich mal davon aus, daß so altes Gerümpel beim Neumann allenfalls irgendwo im Schuppen vor sich in rottet wie seinerzeit der Mini Moog, der beim Entrümpeln vom Dachboden fiel. Nostalgische Gefühle hegt der wohl kaum…

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    L. Lammfromm  

    Costello, herlichen Dank für deinen beseelten und mit tollen Audiobeispielen ausgestatteten Artikel! Ich denke, den kann man sorglos „Benchmark“ für einen guten Vintage-Synthesizer-Artikel nennen!
    .
    Danke auch an die launige Kommentatorenschaft und ihre informativen Kommentare. So macht das Spaß! :D

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      costello  RED

      Danke! Ich empfinde es als Privileg für die Amazona.de-Leser schreiben zu dürfen, die mit kritischer Kennerschaft aber immer auch mit wohlwollendem Zuspruch die Arbeit der Autoren begleitet. Das ist sehr toll :-)

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    LeSarrois

    @Costello: Da hast Du absolut recht. Oha? Vorfreude ist doch die schönste Freude und ich wärme mich dann schon mal am Gedanken daran :-) Hab schon entdeckt, dass wir musikalisch ähnlich ticken. Tatsächlich durfte ich auch Ultravox ebenfalls in Luxemburg in Original-Line up bewundern und sie waren trotz digitaler Technik KLASSE. Für Interessierte in meiner Region sind die kleinen Locations dort erste Wahl. Es geht anscheinend auch anders…:-)

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      costello  RED

      Billy Currie ist einer meiner absoluten Helden! Wenn Du Ultravox magst, möchte ich Dir meinen Artikel zum Yamaha-Stringsynthesizer SS-30 ans Herz legen. http://bit.ly/2tO0CRJ Ultravox habe ich in letzter Zeit leider nicht mehr live erlebt. Aber was ich auf youtube gesehen habe, war in der Tat sehr atmosphärisch und überzeugend.

  20. Profilbild
    LeSarrois

    Hey, danke für den link :-) Tatsächlich war Ultravox zusammen mit Depeche Mode meine persönliche musikalische Sozialisation. Viele Jahre hatte ich diese Welt zugunsten gaingeschwängerter Indiesounds mental im Abstellraum gelagert. Über ein retrospektives Vinyl-Projekt kramte ich letztes Jahr die alten Klassiker wieder raus und bin total von den Sounds der End-Siebziger und Anfang-Achtziger angefixt. Ich liebe es und tauche seitdem komplett in diesem Sounduniversum ab. Kleiner Anspieltipp für Fans von Minimal falls noch nicht bekannt: Rational Youth – Cold War Night Life…Freue mich auf mehr tolle Tests der klassischen Elektronik:-)

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    spookyman

    Boaoooo…das ist mal ein Bericht. Super angenehm zum lesen, tiefgründig recherchiert, mit guten Audiobeispielen. Vielen Dank !

    Und ich kann voll zustimmen: der Sound vom ARP Pro Soloist ist ungemein melancholisch, auf einer sehr natürlichen und musikalischen Art. Tony Banks hat es auch noch bis zum Ende getrieben, in dem er das ARP (und das Mellotron) durch eine Leslie geschickt hat damit es „weniger elektronisch klingt“…

    https://www.keyboardmag.com/artists/retro-interview-with-tony-banks-of-genesis-1976

    Leider ist es heute nicht ganz einfach an einem Pro Soloist zu gelingen. Erstens wegen dem Preis (für 800 Euros habe ich leider schon lange nicht mehr gesehen) und auch aufgrund des Zustandes.

    Falls ich aber eines Tages ein ARP Pro Soloist zu einem korrekten Preis und im guten Zustand finde, werde ich wahrscheinlich zuschlagen.

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      costello  RED

      Hi spookyman, danke für für Dein nettes Feedback und den Hinweis auf die Verstärkung durchs Leslie.
      Für unter 1000,- € wird der Pro Soloist/Pro DGX schon mal angeboten. Der Zustand ist halt ein anderes Kapitel. Mein ARP war ja auch schon repariert worden und fiel später trotzdem wieder aus. Mal sehen, wie lange er jetzt läuft ;-) Aber musikalisch wird man auf alle Fälle reich entschädigt.

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        unifaun  

        Ich hatte seinerzeit (ca. 2005) das Glück, einen grundsätzlich funktionierenden Pro/DGX für 120 € zu erwerben.

        Leider habe ich ihn etwa 2 Jahre später – zwar mit Gewinn – aus Platz- und Finanzgründen wieder verkauft.

        Das ist daher mein größter Fehler in Bezug auf Equipmentkauf/ -verkauf. :-(

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          costello  RED

          Hallo Unifaun, den Fehler kannst Du doch noch korrigieren. Der kleine ARP bewegt sich ja noch in halbwegs erschwinglichen preislichen Regionen. Eine Superergänzung zu Deinem Kurzweil Forte :-)

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    Engholm

    Klasse Bericht ! Robbery, assault and battery… was benutzt Tony Banks da ? Hör den Track gerade in 5.1… Hammer ! Der Instrumentalteil alleine… was für eine geile Band das mal war.

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      costello  RED

      Das ist der ARP Pro Soloist – das Synth-Solo auf Robbery, assault and battery ist wirklich der Hammer. Na und dann mit 5.1-Surround – nice!

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