Blue Box: Crumar BIT ONE, Bit 99, Bit 01, Analogsynthesizer

10. Mai 2008

A little BIT crazy.

Der Crumar BIT 99

Der Crumar BIT 99

In Zeiten wie diesen muss man sich schon sehr nach der Decke strecken, um “gute” Analoge zu leistbaren Preisen am Gebrauchtmarkt ausfindig zu machen. Manche Kandidaten, wie etwa der ARP-2600, scheinen im Moment gänzlich von der Bildfläche verschwunden, und auch einen Memorymoog oder Jupiter-8 trifft man zunehmend seltener an. Das klingt nach dem idealen Zeitpunkt, um sich den kleinen, unscheinbaren – aber klanglich erstaunlich guten – Instrumenten zu widmen. Crumar alias BIT ONE bzw. BIT 99/01 gehören in diese Kategorie.

Vielleicht erhellt sich das Gemüt mancher “Ach ne, nicht C-r-u-m-a-r !!!”-Denker etwas auf, wenn der Name Mario Maggi fällt. Allen wohl bekannt als hoch geachteter “Vater” des Elka Synthex, hat Maggi auch die Crumar BIT-Serie entworfen. So wundert es auch nicht, wenn einige geniale Features wie der (Zufalls-) Stereo-Modus bei den BITs zu finden sind. Andere Dinge – wie z.B. den hohen qualitativen Standard der Synthex-Hardware – sucht man rund um die BITs hingegen vergeblich, auch das ist richtig.

Crumar alias BIT…

wollte das MIDI-Zeitalter in neuem Gewand beginnen. Zwar hatte der Crumar Spirit aus dem Jahre 1983 schon eine MIDI-Bohrung samt Beschriftung vorzuweisen, doch für MIDI selbst hat es dabei nicht gereicht. So gibt es auch keinen Crumar-Synth, der (werksmäßig) über besagte Schnittstelle verfügt. Mit Einführung der ersten MIDI-Keyboards änderte Crumar seinen (offiziellen) Namen in BIT (wohl, um im professionellen Musiker-Lager vom Orgel-/Multikeyboard-Image loszukommen). Daher auch BIT ONE, BIT 99 und BIT 01. Zuweilen können diese Instrumente auch andere Bezeichnungen tragen, wie etwa “Unique”, oder LEM, aber alles, was “klar und einfach” wäre, wäre ja nicht italienisch. Die Unique-Instrumente wurden unter besagter Bezeichnung in den USA verkauft… z.B. Unique DBE (E für Expander) = BIT 01. Und nachdem Crumar in den späten 80er Jahren zunächst von LEM aufgekauft (und dasselbige später von GEM alias GeneralMusic übernommen) wurde, produzierte man noch für einige Monate die BIT-Instrumente unter LEM-Namen weiter. So finden sich also eine Vielzahl von Namens-Bezeichnungen für ein- und dieselben Instrumente. Angefangen hat die Geschichte mit dem…

Unique DBE = Crumar Bit-01

Unique DBE = Crumar Bit-01

Mit dem BIT ONE fing alles an

Dieses erste Gerät der Serie aus dem Jahr 1984, entspricht grundsätzlich in Punkto Klangarchitektur allen weiteren BIT-Variationen. In Folge hat sich – neben wichtigen MIDI-Erweiterungen und ein paar anderen Details – klanglich nicht viel geändert. Der BIT ONE ist ein 6-stimmiger analoger Synthesizer auf DCO-Basis. Das 1984 auf den Markt gebrachte Instrument hat pro Stimme 2 DCOs, 2 LFOs, 1 VCF, 1 VCA sowie 2 ENVs vorzuweisen. Damit ist der BIT ONE (und, da wie gesagt kaum strukturelle Änderungen, auch die gesamte BIT-Familie) in etwa mit einem Roland Juno-60/-106, Roland JX-8P, Matrix-6, Siel Opera-6 / Kiwi, Korg DW-6000/-8000 gleichzusetzen. Natürlich nur “in etwa”. Von den umfassenden Modulationsmöglichkeiten eines Oberheim Matrix ausgehend wollen wir erst gar keinen Vergleich wagen, und auch die 16 Wellenformen eines DW-8000 können hier nicht “in ein Paket geworfen” werden. Doch die Richtung stimmt so ungefähr, und das ist nun jenes Umfeld, in dem Crumar alias BIT sich zur Mitte der 80er Jahre hin am Markt gegen ähnliche “hybride” oder “spät-analoge” Synthesizer durchsetzen musste.

Mit dem BIT ONE war zunächst kein Rennen zu gewinnen. Der Hasenfuß hieß “MIDI” und stellte den ersten BIT auf eine harte Probe. Das Instrument arbeitete ausschließich im Omni-On Mode (es wurden alle eingehenden Note-Daten empfangen – MIDI-Kanäle gab es, so weit mein Gedächtnis noch reicht, nicht…) und umfassende MIDI-Hänger sowie andere Kinderkrankheiten waren keine Seltenheit. Schon ein Jahr später – 1985 – kam der Nachfolger auf den Markt.

Der Nachfolger BIT 99

Ebenfalls als Keyboard ausgelegt, verfügte der Crumar BIT 99 über bessere MIDI-Möglichkeiten (und generell: zuverlässigeres MIDI), bot eine Sound-Chain Funktion und andere kleine Neuerungen. ZWEI schöne Sachen des BIT ONE wurden jedoch weggelassen: Der an der Frontplatte platzierte Fader zum Verstimmen (De-Tuning) von DCO 2 sowie der Noise-Fader mussten dem Drehregler zum Einstellen der Velocity-Empfindlichkeit weichen.

Crumar Bit 99

Velocity Sensitivity

Natürlich ist Velocity äußerst wichtig, doch den genialen De-Tune-Direkt-Fader des BIT ONE habe ich als besonderes Highlight noch gut in Erinnerung. Genau dieses eine Feature (zusammen mit dem Noise-Fader) hatte musikalisch sehr positive Auswirkungen. Dennoch wird man heute mit einem – punkto MIDI sowie in anderen Bereichen – deutlich zuverlässigeren Instrument namens BIT 99 auch ohne (direkten) De-Tune- bzw. Noise-Regler wohl eher zufrieden sein. Wer die etwas billig anmutende Tastatur eines BIT allerdings gänzlich umgehen möchte, sollte eventuell die Rackversion Crumar Bit 01 ins Auge fassen, die ebenfalls 1985 in die Musikläden kam.

Die Rackversion Bit 01

Dieses sehr handliche 19”-Synthesizer-Rack war in Studiokreisen äußerst beliebt. Wie auch bei der Keyboard-Version waren zwei Farbvarianten erhältlich: Schwarz und Weiß.

Crumar BIT 01

Ein Blick auf die weiße Variante des BIT 01

Während die weiße Version in Form des Keyboards etwas unpassend wirkt (ähnlich einem weißen Steinway-Flügel, ohne hier einen Prestige-Vergleich anstreben zu wollen), sieht Weiß bei der Rackvariante sehr nobel aus. Auch sind die Buttons beim BIT 01 (aus verständlichen Gründen) deutlich kleiner, gleichzeitig aber auch besser zu bedienen. Sie haben zumindest einen exakten “Druckpunkt”, während die Schalter von BIT ONE / -99 deutlich zu groß geraten und wohl eher “wabbelig” denn “exakt” zu bedienen sind. Man drückt hier eben etwas herum, und irgendwie erkennt das Instrument dann schon, was man will. Wirklich “professionell” fühlt sich das Handling bei den Keyboard-BITs nicht an, bei der Rackversion hingegen schon.

Keyboard & Rackversion in schwarz.

Nun, da alle BIT-Synthesizer – so “Daumen mal Pi” – dieselbe Klangarchitektur haben, ist die Frage nach den…

Die Besonderheiten der Crumar Bit Serie

sicherlich eine sehr zentrale Überlegung. Einige der frühen BIT-Instrumente hatten noch SSM-Filter integriert, die allerdings später von CEM-Chips abgelöst wurden. Doch das nur am Rande…

Der Stereo-Modus ist eines der echten BIT-Bonbons. Wie auch beim Elka Synthex zu finden, wechselt der Sound dabei zufällig den rechten/linken Kanal. Diese Funktion ist extrem einfach und klanglich äußerst effektvoll.

Crumar Bit One

VC LFO, ein echtes Highlight…

Eine weitere Besonderheit: Alle Welleneformen der DCOs lassen sich auf Wunsch gemeinsam aktivieren. (Obwohl, das ist dennoch ein alter Hut, kennen wir schon seit dem Prophet-5…). Natürlich gibt es auch NOISE als Klangquelle. Hier komme ich nicht umhin, das BIT 99 User Manual (Juni 1985) zu zitieren:

„Rauschen – eine weitere Klangquelle, welche zwischen „0“ (wohltuende Ruhe) und „63“ (donnerndes Rauschen) mit den Zwischenstufen Säuseln, Zischen, Blätterwald und Meeresrauschen programmiert werden kann. […]“ Einfach genial.

Weiters wäre die Modulationsfähigkeit der LFO-Geschwindigkeit zu nennen. Das ist (selbst heute) nicht unbedingt Standard bei einem polyphonen Synthesizer, und musikalisch natürlich sehr interessant. BIT 99 / 01 erlauben VC LFO Speed über die Velocity. Zugegeben, das konnte auch schon der Yamaha CS-80, doch hier sprechen wir von deutlich günstigeren Crumar / BIT Synthesizern mit nicht annähernd so gutem Ruf. Damit sind wir aber schon bei einem DER zentralen Besonderheiten der Crumar / BIT Serie angelangt, beim Thema…

Velocity

Über die Tastatur (bzw. auch über MIDI, da Velocity-Werte empfangen werden!) lassen sich folgende Parameter steuern:

  • LFO 1 / 2 Speed
  • DCO 1 / 2 Pulse Width
  • VCF Envelope Amount (sprich: Steuerung Filter Frequenz)
  • VCF Envelope Attack Time (!)
  • VCA Envelope Amount (sprich: Steuerung Lautstärke)
  • VCA Envelope Attack Time (!)

Hier heftiges Kopfnicken meinerseits – das ist doch ganz ordentlich, oder? Die Veränderung der Attack-Zeit über die Tastatur ist zudem eine Besonderheit, die (ebenfalls bis heute) nicht allzu viele Instrumente vorzuweisen haben. Vor allem die Verbindung von Attack- und Filter-Frequenz-Steuerung hat es – gerade für ausdrucksstarke Solosounds – in sich. Damit also endgültig zur Frage nach dem…

Der Sound der Crumar Bit´s

Nun, ich finde die BITs erstaunlich exzellent. Etwas Grundrauschen ist zuweilen mit dabei, das stimmt, aber zu einem gewissen Teil ist das gar nicht so unangenehm und sehr “retro”. (Auch kann man mit moderner Studiotechnik Grundrauschen im Audiopfad leicht unterdrücken). BIT ONE/99/01 klingen sehr voluminös, sehr “rund” und vor allem “warm”. Nachdem es Double / Layer Sounds gibt, MUSS man natürlich auch darauf zurückgreifen. Zu den schönsten klanglichen Erlebnissen im gesamten Universum zählen ja schließlich zwei minimal unterschiedliche (analoge) Sounds im Stereo-Bild. Zwar reduziert sich dadurch die Polyphonie der BIT-Synthesizer auf schlanke 3 Stimmen, doch „ok“ – die Frage ist, was man daraus macht. Für funkige und groovige (monophone) Sequenzer-Linien reicht es allemal! Besonderheiten wie VC Attack und VC LFO Speed erweitern den Horizont dann natürlich noch um ein paar zusätzliche Grade. Hier ist es vor allem der eigenen Experimentierlust und dem eigenen Forscherdrang zuzuschreiben, welche Ergebnisse und Entdeckungen möglich sind. Lebendige Sequenzer-Arpeggio-Sonstwie-RHTYHM-Sounds gehören sicher zur Stärke der BIT-Synthesizer. Das sehr angenehme Verhalten der (schnellen) Hüllkurven kommt hier der Musik noch weiter positiv entgegen – die angefügten Klangbeispiele sollen das verdeutlichen.

Im Bit One / 99 / 01 befinden sich 12 DCOs

Flächensounds können (gerade im Double-Modus und bei unterschiedlich eingestellten VC-LFO-Werten rechts/links) sehr dynamisch kommen. Natürlich nur mehr 3-stimmig, etwas schade. Dennoch sind die musikalischen Ergebnisse meist äußerst gelungen.

Nun, Allrounder ist der BIT ONE/99/01 dennoch keiner. Sehr mager sieht es in der Effektkiste aus. FX-Sounds zählen also nicht so sehr zu den Stärken (bei einem Großteil der Konkurrenz aber – Oberheim ausgenommen – auch nicht). Pfiffige Brass-Soli gelingen auf Roland- und Korg-Synthesizern leichter, zumal hier die wichtigen Controller-Elemente wie Pitchbender oder Joystick effektiver einzusetzen sind. (Die etwas unüblich, da übereinander, angeordneten Wheels der BIT-Synthesizer waren seit jeher ein Lieblingsthema von Kritikern).

Etwas eigenwillig: Die Wheels des Bite One / Bit-99

Damit sind wir schon bei der zentralen (aktuellen) Abhandlung der

Hardware

angelangt. Beide Keyboard-Versionen BIT ONE und BIT 99 zeichnen sich durch etwas hartgängige und “wabbelige” Buttons aus. Das Pitch-Wheel “rastert” sehr hart im Mittelpunkt ein und „springt“ dann beim Überwinden der Nullstellung förmlich in seine neue Position. Vielleicht liegt es ja an meiner mangelnden Feinmotorik, doch scheint mir dieser Controller nicht unbedingt leicht bzw. sensibel steuerbar. Auch wird die Tastatur punkto Ausgewogenheit niemals einen Preis gewinnen, und so kann als Resumée gelten: Die Keyboard-Versionen der BITs werden dem italienischen Ruf betreffend mittelmäßiger Hardware sehr gerecht.

Die Bedienelemente des Bit-99

So überrascht es auch nicht, dass die Rack-Version BIT 01 heute sicherlich zu den meistgesuchten Stücken der BIT-Familie zählt. Technisch gesehen sind BIT-Instrumente großteils “ziemlich” zuverlässig. Auch ein Siel Opera-6, Korg DW-6000/8000 oder Oberheim Matrix-6 stellt keinesfalls hardwaremäßige Höchstleistung dar, und so reihen sich die BITs ohne viel Aufsehen in die Riege der “Mid-80ies-Durchschnitts-Instrumente“ ein.

Rückseite des Bit-99

Die BIT-Familie heute…

Da ein BIT 99/01 für bescheidene 150 bis 300 Euro zu haben ist, sind Fragen nach der “ultimativen” Hardware jedoch ohnehin in den Hintergrund zu stellen. Wer leistbare analoge Klangerzeuger mit viel Charisma in seinem Studio haben möchte, sollte einen Crumar/BIT 99 bzw. BIT 01 zumindest antesten. Zugegeben, die Programmierung aller Parameter mittels nur zweier „Value Up/Down“ Buttons ist nicht die eleganteste Lösung für kreative Musiker, und auch die zuweilen sehr grobe Rasterung von MIDI-CC-Werten in nur wenigen Stufen dünkt nach heutigen Maßstäben nicht nach „Profi-Liga“.

Displays der Bit-Serie

Dennoch: musikalisch bringen die Instrumente angenehme Wärme, viel “analogen Charme” und teils sehr inspirierende “Electronic-Textures” ins Studio. Wer daraus genug kreatives Potential schöpfen kann, wer die musikalische „Tiefe“ seines BIT-Synthesizers erkennt und selbiges Instrument fortan gerne als festen Teil des Studio-Equipments betrachtet, der sollte die Gunst der Stunde nützen und sich vielleicht gar noch ein Zweitgerät zulegen. Ersatzteile werden rar, und zwei lauffähige Modelle garantieren “zumindest ein funktionierendes“ Instrument – auf sehr lange Sicht gesehen. So hätte man – für ein paar hundert Euro – charmanten analogen Sound (gepaart mit MIDI) als fixen Bestandteil im Studio, und zwar “lebenslänglich” (bzw. fast, wir drücken jedenfalls fest die Daumen)…

Die Crumar Bit-Serie on YouTube

Klangbeispiele
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    AMAZONA Archiv

    Die BIT Serie von Crumar ist reichlich unterschätzt, zu Unrecht wie ich finde. Es sind keine Schönheiten aber der Klang läßt so manchen VA blaß aussehen.

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    Dreitagebart

    @RetroSound … da hast Du absolut Recht. Genau wie viele andere Synthesizer dieser Zeit bläst der BIT so manchen VA vom Podium (oder aus dem Studio) .. Grüße

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    AMAZONA Archiv

    Der Bit one hat zwar zwei LFO`s pro Stimme, die laufen aber leider immer im Gleichschritt. Beim Sound Beispiel 3 hört man das deutlich heraus. Es kann aber auch sein dass er nicht zwei LFO für jede Stimme(also insgesamt 12 LFO) sondern insgesamt nur zwei LFO für alle 6 Stimmen hat.Wie auch immer, das nervt.

    Jörg

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    AMAZONA Archiv

    Theo, Du hast es auf den Punkt gebracht, lausige Hardware, guter Sound, nettes Aussehen, damals kam der nicht gut weg, zu unrecht, finde ich auch, genauso wie die Kiwi/Siel Kisten, bei denen man froh war, wenn sie 2 Velocitystufen erkannten, die Potis bei Bedienung am Gehäuse blieben, die aber ganz gut klangen.

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    Nun, dass jetzt auf einmal ausgerechnet der Bit One gefeiert wird verstehe ich nicht. Offenbar kommen mittlerweile -nach den ganzen echten analogen Top Synts wie Mini D, 2600, M Modular, etc- die absoluten, analogen Nieten zum Zuge. Motto: Hauptsache Retro Feeling ;-)

    Sorry guys, der BIT One ist und bleibt ein wirklich bescheiden klingender Synth , der zudem einen Spaßfaktor von "Below Zero" hatte

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      Bloderer  AHU

      Wie in der Einleitung des Tests zu lesen geht es darum, abseits der "Klassiker" (die du auch genannt hast), günstige – und doch musikalisch wertvolle – Instrumente aufzuzeigen. Wenn der Bit One nach deinen Ohren bescheiden klingt, ist das ok. Ich stufe die DCO-Sounds des Bit jedenfalls als angenehm warm klingend, und vor allem im Dual-Modus, als sehr überzeugend ein. Spaßfaktor "Below Zero" würde ich punkto mittelmäßiger Hardware und wenig intuitiver Bedienung als "Towards Zero" sicher unterschreiben. Doch MIDI und Velocity machen wieder einiges wett…

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      Hab ich anfänglich auch mal so gesehen – inzwischen sehe ich den Klang des Bit99 aber anders. Man muß sich eben ein wenig mit ihm beschäftigen. Besser als andere würde ich nicht sagen, auf jeden Fall aber lebendiger als andere Synths aus der Zeit (und zu dem Preis).

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    Früher war alles besser – heute könnte locker alles noch besser sein! Die Zeit ist reif für neue Vintage-Synthesizer – also los!

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      Es gibt doch Neuauflagen von Moog oder DSI…
      Oder der Solaris von J.B., der ist auch geil, wenn auch "nur" wieder ein VA, aber was für einer…
      Die echte analoge Technik ist halt erheblich teuer und hat nur an speziellen Stellen gewisse Vorteile. An anderen auch Nachteile, z.B. tendenziell mehr Rauschen… Die überwiegende Anzahl Sounds kann man auch mit digitalen Emulationen wie z.B. Minimax, div. VSTi's oder – pfui – auch mit Samples überzeugend produzieren und das reicht vielen offensichtlich völlig aus.
      So nebenbei, es hebe hier jeder die Hand, der in den letzten 14 Tagen einen eigenen neuen Analogsound "from scratch" programmiert hat…

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    AMAZONA Archiv

    Ich halte die BIT-serie ebenfalls für sehr unterschätzt und habe mich ebenfalls schon oft gefragt, warum die kisten so günstig (rel. zu so manch‘ anderen DCO-basierten synths) am gebrauchtmarkt anzufinden waren/sind. Obwohl der klang nicht ganz so rund wie etwa bei einem juno-106 oder polysix ausfällt, so klingen die BIT’s schon sehr ordentlich – vor allem für elegante bass-seq.s gut einzusetzen.

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    Sorry, aber die Bedienung ist sowas von schlecht, imho kann man auf diesen plus und minus Tastern nicht mal draufbleiben, nein man muss hundert mal draufdrücken um alle Parameter anzufahren oder es wahr so, dass man drauf bleiben konnte, aber dann etwa 3 sekunden hatte! Fazit: Katastrophe!!! So ein Rad wie beim Moog Source hätte hier wahre Wunder getan, aber das Gerät so alleine für sich, ist für mich uneditierbar. Und da stellt sich die Frage, gibt es gute Möglichkeiten die Teile vom Computer aus zu editieren?

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      Ja, man kann den Bit01 und Bit99 mit SysEx steuern, den One noch nicht, soweit ich weiss. Es gibt aber keine Parameter-Changes, nur einen Bulk Dump des ganzen Sounds, für den PC gibt es auch einen Freeware Editor mit Sourcecode.

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      Bloderer  AHU

      Wie gesagt, punkto Taster & Druckpunkt (Werte-Eingabe) ist der Bit-01 Racksynthesizer deutlich besser in der Bedienung…

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    Der BIT hat eine recht eigene Sound-Aesthetik und ein paar gute Sounds. Nicht mehr, nicht weniger. Da die DCOs von VCOs getrieben werden, ist er nicht so starr im Klang wie ein Matrix 1000, das Gebritzel im Bass hat Stil und Charakter, man muss es aber mögen, weg bekommt man es nicht immer. Die Envelopes sind eher steppy und die Bedienung ist eine Katastrophe, zum Schrauben ist das nichts. Einer der wenigen Synths mit einem CEM3328 Filter.

    Empfehlung des Tages ist die CD Music for Crumar BIT01 von Fabrizio Marzi
    http://www.....Bit01.html

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      Die Musik ist toll. Auch die Soundbeispiele zu den Analogsynths wissen zu gefallen und zeigen sehr schön wie weit die Softwareprogrammierer noch von der Realtät entfernt sind.

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        Ha, mich würde mal interessieren ob Nichtsyntheisten wie Gitaristen und Schlagzeuger usw blind einen Unterschied zwischen guten Analog- Emulationen (die Virus und Nord-Sachen sind keine Emulationen sondern eigene Charakter-Schweine) wie es die Creamware/Soniccore und die Arturias sind von echten Analog-Synths heraushören.

        Ich glaube es nicht. Meine Erfahrung ist:
        Ein digitaler Minimax ist dichter am alten Minimoog dran als ein moderner analoger Little Phatty.

        Jörg

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        Ich denke im direkten A/B Vergleich werden die Unterschiede – so es welche gibt – schon deutlich.
        Die Synthfreaks erkennen die Geräte meist an spezielleren Patches, z.B. klingt extreme Filter-FM bei einer VA Simulation i.d.R. anders.
        Viele einfachere "Brot und Butter" Patches dürften dagegen ohne A/B Vergleich kaum zu unterscheiden sein und im finalen Mix noch schwerer. Ich denke wesentlicher als die Frage ob man den Analogen direkt heraushört ist die Frage ob man auf die speziellen 5% von Sounds Wert legt, die wirklich nur ein Analoger auf seine spezielle Art von sich geben kann.

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        Naja, ich finde die Beispiele hier rein von Sound her gesehen ziemlich gewöhnlich. Der Filter scheint mir auch eher schwachbrüstig und uninteressant.
        Ich sage es nur sehr ungern und mit Widerwillen, aber das ist wirklcih ein HW Synth auf den ich bedenkenlos verzichten kann. Da würde ich mir wirklich eher ein VSTi kaufen obwohl ich die Dinger wirklich auch nicht besonders mag…

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    AMAZONA Archiv

    swissdoc schreibt der matrix 1000
    wäre starr, gibt es da einen unter-
    schied zum matrix 6r? der 6r startet mit unterschidlicher phasen-lage, und klingt so auch
    ohne modulation nicht starr.
    der matrix 6r von oberheim ist mit
    sehr guter hardware gesegnet und
    meistens nur 50 euro teurer als der matrix 1000. sehr schöne und
    hilfreiche seite, klasse

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      Soweit ich mich erinnere, gibt es 2 Versionen des Matrix 1000 die sich geringfügig unterscheiden… eine mit schwarzen und eine mit hellem Frontpanel… zusätzlich mit dem Baujahr kann man dann gewisse Rückschlüsse ziehen… Empfehle eine Recherche im Netz, obiger Kommentar gilt meines Wissens nur für eine Variante…
      Ansonsten viel Glück, wenn Du einen Matrix 6R suchst… der steht zwar relativ billig in den Listen nur wird er selten angeboten… Der 1000er erscheint eher mal bei eBay…

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      Matrix 1000 und Matrix 6/6r sind mit den gleichen CEM Chips aufgebaut (gut, das Gehäuse um das Die herum ist wohl anders). Der Unterschied liegt aber darin, dass beim M1000 die CPU die DCOs clockt und beim 6er kommen 3 analoge HROs zur Anwendung, die heruntergeteilt werden. Das ist beim 6er damit Ähnlich wie beim Bit. Ich habe zwar den M1000 vs. M6 Test selber noch nicht machen können, aber beim Bit klingt es voller als beim M1000.

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        Ja, der M6(R) klingt gegenüber dem M1000 bei gleichen Patches subjektiv im positiven Sinne "schwammiger & schwebender", was evtl. auf die genannten technischen Unterschiede zurückzuführen ist

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    AMAZONA Archiv

    zu dem thema crumar und günstige
    nicht-klassiker gäbe es noch den
    trilogy anzuführen – er ist voll
    polyphon und jeweils 2 töne pro
    oktave werden – für alle 4 oktaven
    gemeinsam – auf je eine (gesammt 4)
    voicecards gerutet, die je einen
    vcf, vca, und 1 envelope chip besitzen.(übrigens dieselben wie prophet 5) mit diesem synth lassen sich teppiche der oberheimschen art für deutlich
    wenniger geld legen.

  12. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich habe seit ein paar Tagen einen zweiten Bit99, da ich den Sound doch sehr vermisst habe. Mein Erstgerät schwächelt ja nun schon über ein Jahr, d.h. nur noch 2 von 6 Stimmen sind zu hören.
    Ich habe mir noch einen gekauft, weil kein anderer Synth in meinem Fuhrpark (alle aus 1983-1987) ähnlich klingt. Poly61m, JX-8P, DW-6000 und Juno-2 haben zwar jeweils ihre Eigenheiten, aber nur den Bit99 kann ich zielsicher raushören. Der lebt einfach, Statik im Klang ist ihm fremd.

  13. Profilbild
    gabkog

    ich weiß, ich bin spät dran; aber das wollte ich auf jeden fall hier lassen, falls noch ein bit-owner oder -interessierter hier vorbeikommt:

    also ich habe einen bit01 und der klingt einfach super; es wurde hier schon auf den punkt gebracht: der sound des bit01 „lebt – null statik“ und er klingt einfach fett. ich habe ua einen juno 106 und finde der bit klingt vieles besser. außerdem sind die soundmöglichkeiten um vieles weiter: vor allem deshalb, weil der bit 2 lfo hat …

    und ganz wichtig, weil hier oft zu lesen/hören ist, dass der bit mühsam zu bedienen ist: also zunächst mal ist das geschmacksache … mich zb stört das nicht so, wenn man eine nummer eingeben und den parameter einstellen muss/kann. mit der zeit kennt man die nummern auswendig und da geht das „von selbst“ … AUSSERDEM: es gibt im netz sogar ein AU-plugin (soweit ich weiß auch vst)!!!! das funktioniert super. sowas gibt es nicht einmal für so manche aktuellen/neuen synths … zb habe ich für meinen nordrack2 noch kein AU-plugin gefunden. wenn man mit dem AU-plugin arbeitet, dann hat man einen echten, analogen und superfetten synthesizer, mit der selben (raschen) mausbedienbarkeit wie ein „normaler virtueller“ plugin synth, aber wahrscheinlich noch um einiges billiger (ich habe meinen bit01 um eur150 excl versand gekauft). und das mit dem preis muss auch berücksichtigt werden. ich finde es „unfair“ einen synth, den man um eur 150-250 bekommt mit synths zu vergleichen, die das 3 bis 10 fache kosten …

    jedenfalls für das geld, der beste analoge den ich kenne; und: für den gibt es sogar noch ein AU-plugin.

  14. Profilbild
    bitbit

    ich habe ebenfalls einen bit one, der eigentlich immer gute dienste geleistet hat. nur seit einiger zeit rauscht er wie verrückt. manchmal geht das rauschen weg, nachdem es einige mal geknackt hat.

    kann mir zufällig jemand bitte einen tip geben, woher dieses rauschen kommt und wie ich es abstellen kann? liegt es eventuell an der batterie?

  15. Profilbild
    schammi

    Habe einen bit01 geschenkt bekommen. Der Vorbesitzer hatte das Ding hinter einem Schrank schlicht vergessen. Die „meterdicke“ Staubschicht entfernt. Und siehe da das Maschinchen funktionierte wie am ersten Tag. Der Klang ist wirklich nicht schlecht. So manches, labbrige VST-Plugin kann da nicht mithalten. In einer Beschreibung des bit01 las ich einmal folgendes:

    User interface

    What? Press ADDRESS button, type in the two digit parameter number, use
    +/- keys to change value. That’s the harsh charme of the mid ’80s.

    Ich mag Ihn.

  16. Profilbild
    Fabster

    PROBLEM: Rauschen

    Hallo zusammen!

    Ich hätte mal eine Frage. Ich bin seit heute stolzer Bit 99 Besitzer. Das Gerät ist in einem Top Zustand vom Erstbesitzer. Es gibt aber ein Problem. Der Synth gibt ein kostantes und sehr lautes Grundrauschen von sich!

    Woran kann das liegen und wie kann ich das beseitigen? überholen lassen?

    Ich bin dankbar für jede Anregung!

  17. Profilbild
    microbug  

    bei so alten Kisten die übliche Prozedur: Elkos tauschen und gucken, was ist an OpAmps drin, obs da rauschärmere gibt. Kann auch lohnen, die Widerstände im Signalweg gegen Metallfilm 1% Toleranz zu tauschen. Ist aber alles was für jemanden, der sich mit sowas auskennt.

  18. Profilbild
    sletman  

    Moin,
    ich hab ein kleines Problem mit meinem Bit 99: manchmal passiert es, dass ich das Teil anschmeiße und ein konstantes Dröhnen ist im Hintergrund, es scheint, als ob eine Note hängt, aber schräg. Hat irgendjemand hier eine Idee, woran das liegen könnte?!? Ich mag die Kiste, und es wäre schade, wenn ich sie nicht retten könnte, also hoffe ich auf sachdienliche Hinweise zur (Selbst-)Reparatur.
    Gruß,
    Micha

  19. Profilbild
    lowcust

    nur als kleine info zum bit one also nicht 01 oder 99, der bit one hat ssm2044 filter verbaut.

  20. Profilbild
    Moogfeld  

    Ich kann die Kritik einzelner Vorkommentatoren bezüglich der Bedienung des Bit99/01 hier nicht ganz nachvollziehen. Diese ist in der Praxis jedenfalls nicht besser oder schlechter als alle anderen „nach DX7 Synths“ wie z.B. Poly 800, DW 6-8000, Roland JX usw. usw. Mit den Augen der 80er betrachtet, war der Bit auf alle Fälle eine super Kiste: Split und Double Sounds, viele Speicherplätze, wertige Verarbeitung, prima analog Sound…. und ein damals ziemlich akkurater Preis. Das einzige was ich der Serie wirklich als Manko ankreide, ist der fehlende Chorus, der bei vielen Roland und Korg Synths ja bekannter weise wesentlich zum charaktervollen Sound beiträgt. Hier hätten die Entwickler ihrem Baby noch den letzten (wesentlichen) Feinschliff verpassen können — schade. Wer also den Bit wirklich fair beurteilen möchte, sollte einfach mal am Ausgang einen wertigen Chorus anschließen oder an den so hoch gepriesenen Geräten (Juno´s oder DW´s – die ich alle natürlich auch gerne mag) den selbigen mal ausschalten und einen qualitativen A-B Vergleich starten. Erst dann werdet ihr die wahren Qualitäten der Bit´s erkennen. Tipp: via Midi CC kann fleißig geschraubt werden (wenn auch in nicht so hoher Auflösung). Kurzum, eine absolut unterbewertete Spaßkiste mit dickem Sound !

  21. Profilbild
    Piet66  RED

    Ein erstaunlich gut klingender und einfach zu bedienender Synthesizer, der zudem recht pflegeleicht ist. Der Kopfhörer-Amp rauscht leider stark.
    Wer eine gut erhaltene *weiße* Variante besitzt und sie käuflich veräußern möchte melde sich bitte direkt bei mir.

  22. Profilbild
    belgium26

    Hi zusammen, das Au und Vst plugin funktioniert leider nicht unter Ableton Live 9… :(

    Ist das bei euch auch so? Hätte jemand evtl. eine Kopie des Handbuchs des Synths oder eine CC Liste?

    Lg

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