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Blue Box: Crumar Spirit, Analogsynthesizer

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Bob Moog

wird im Zusammenhang mit dem Spirit nicht selten genannt. Vielleicht war es ja dieses “Zugpferd”, das quasi für Beachtung in der Musikerwelt sorgen sollte: Der Spirit – eine Legende unter den Legenden, so in der Art. Natürlich hat Robert Moog am Konzept des Spirit mitgearbeitet. Und – nicht weiter verwunderlich – der Sound des kleinen Monophonen ist wie zu erwarten exzellent. Auch die Größe des Spirit ist fast der des Minimoog entsprechend, Breite exakt gleich, die Tiefe fast ebenso. Ließe sich das Panel des Spirit nun hochklappen, so hätte man in natura ja schon fast einen neuen Minimoog. Statt der zwei klassischen Wheels nun eben drei und mit erheblich leistungsfähigerem Filter. Doch die Realität war 1983 natürlich eine andere, der Erfolg des Spirit keinesfalls ein Ruhmesblatt. Wieviele Instrumente hergestellt wurden, ist nicht ganz klar, ca. 250 auf jeden Fall.

Crumar Spirit

Crumar Spirit

Gut und Böse

Das Gute am Spirit ist sein wunderbares Konzept. Zwei hervorragende VCOs, zwei leistungsstarke Filter, äußerst umfassende Modulationsmöglichkeiten und ein eingebauter Arpeggiator – um einige Highlights zu nennen. Das Böse ist nun die Hardware des Instruments. Klapperkiste pur, um es mal etwas übertrieben zu sagen. Klapprige Tastatur, wackelige Potis, ungenau arbeitende Fader. Einzig die großen, grauen Kippschalter scheinen wirklich zuverlässig und solide. Damit stellt sich also Grundfrage Nummer 1: Kann man bei exzellentem Sound mit äußerst mittelmäßiger Hardware leben? Schließlich hat die Freude am Instrument und damit an der Musik auch mit dem Spielgefühl zu tun, das im Idealfall von “Zuverlässigkeit” und “Alles ok” geprägt wird. Natürlich machen sich wackelige Potis auch technisch bemerkbar, z.B. durch störende Signalführung oder eben Kratz- oder Rauschgeräusche. Als kleiner Trost sei gesagt, dass sich das zumindest einigermaßen in Grenzen hält. Ein Komplett-Service eines Crumar Spirit wäre dennoch jedem Besitzer anzuraten.

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Crumar Spirit

Crumar Spirit

Schönes Konzept

Die beiden VCOs bieten Dreieck, Sägezahn und Rechteck in vierfacher (!) Ausführung. Beide Oszillatoren lassen sich synchronisieren, wobei VCO2 noch in der Oktavlage individuell zu verändern ist. Hier bietet er zudem die Einstellungen BASS (= LFO) und WIDE, was den Wirkungsgrad des zweiten Oszillators wirklich beachtlich steigert.

Das Filter ist in zweifacher Ausführung vorhanden und kann wahlweise mit 12 dB oder 24 dB genutzt werden. Insgesamt beginnt hier schon die Komplexität des Spirit deutlich zu werden, denn wirklich leicht zu durchblicken ist die exakte Funktionsweise der Filterschaltungen nicht. Dennoch, einige Dinge sind bestens vertraut: So gibt es etwa vier Filter-Modi – OUT (=LP), OVERDRIVE, BANDPASS und HIGHPASS. An das Bandpass ist eine (alternativ) niedrigere Resonanz und/oder eine (ebenso alternative) FORMANT Einstellung gekoppelt. Natürlich ist ein eigener ADSR-Hüllkurvengenerator vorhanden, der positiv oder invers verlaufend das Filter modulieren kann.

Die Modulationsecke drückt sich mit den Bezeichnungen MOD X und SHAPER Y aus. Hier findet man zwei LFOs, einen Arpeggiator, Sample/Hold, weiterhin noch “RED” NOISE und OSC B bei den Modulationsquellen.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    calvato

    ….ich hatte auch einen. anfangs, als er heraus kam war er ja recht teuer, ich habe ihn dann im ausverkauf für 700.- DM gekauft. eine art hassliebe hat uns verbunden, den spirit und mich. zum einen finde ich ihn echt HÜBSCH. aber du hast recht, die potis waren unfassbar schlecht und er war wirklich nicht so leicht zu verstehen wie mein damaliger erst-synth, der juno6. und so richtig hab ich ihn nie zum klingen gebracht…. hab dann einen flanger von unserem gitarristen dahinter gehängt, dann gings & er hat mich dann über viele gig begleitet, bis nach & nach ein paar potis samt funktionen ausgesetzt haben. ich hatte nie geld (und lust) ihn reparieren zu lassen, hab ihn dann ende der 90er für 350.-DM wieder verkauft.
    PS: ich höre mir gerade das youtube-video an und muss sagen: gut dass er weg ist! genau SO klang das ding….. echt nicht mein fall :D

  2. Profilbild
    costello RED

    Guter Sound, nicht so tolle Hardware – das ließ sich damals auch von meinem Organizer T1 sagen. Irgendwie hat das auf den Ruf der Firma und ihrer Instrumente dann doch durchgeschlagen. Den Spirit habe ich, als er frisch im Laden stand, noch nicht mal angespielt. Zu Unrecht, denn wie man aus diesem feinen Report erfährt, kann er eine Menge und klingt auch durchaus eigenständig. Aber das wird keine Konsequenzen haben: Für 2000,- Euro fallen mir einige Synthesizer ein, die ich sofort kaufen würde – aber leider nicht der Crumar Spirit.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wie fast alles von Crumar, relativ schlechte Hardware Qualität gepaart mit richtig gutem Klang.

    • Profilbild
      studiodragon

      Sehe das nicht so, der DS 2 hat z.B. unter einer spitzen Tastatur auch sehr gute Regler und Potis. Und nach 30 Jahren funktioniert immer noch alles. Würde also hier eher von relativ guter Hardware gepaart mit guten Sound reden.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Waas? Das ist nicht von mir. Das war mein anderes ich :D

  4. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Das ist ein Superdemo: Es sorgt dafür, daß die Marktpreise nicht ins Uferlose wandern, so schlecht ist es gemacht.
    PCA schaffen es immer wieder, jedes Instrument grausig klingen zu lassen.
    Die paar Mal, wo ich den Spirit unter den Fingern hatte, habe ich mich immer gefragt, was das soll. Den letzten habe ich für 900 Euro stehenlassen — was heute aus kaufmännischer Sicht ein Fehler war.

  5. Profilbild
    studiodragon

    Beim Spirit hast du Recht, die Hardware hätte etwas besser sein können zumindestens die Potis und die Tastatur.
    Aber, vom Klang her und den Modularionsmöglichkeiten gibt es beim Crumar Spirit wirklich nichts zu meckern.
    Die Suche lohnt sich echt, wieder ein phantastisches Instrument, der dank geht an Bob Moog, Jim Scott & Tom Rhea und natürlich Mario Crucianelli wie auch Theo hier für deinen guten Bericht.

  6. Profilbild
    TimeActor AHU

    Mein ProOne war auch nicht der Verarbeitungssieger. Die dünne Frontplatte, die schlechte Tastatur…da war selbst die Verarbeitung beim MS10/MS20 besser und die Tastatur auch fand ich.

    • Profilbild
      changeling AHU

      Die MS-Serie ist doch nicht schlecht verarbeitet. Nur die Tastatur ist halt gruselig. Klapper, klapper.

      Ich finde bei dem Test die Betonung, dass der Spirit 4 Rechteck Wellenformen hat irgendwie witzig. Viele andere Synths haben dafür einen PW-Regler, was viel besser ist.

      Laut Frontplatte scheint der auch keinen Sägezahn zu haben (aufsteigende Flanke), sondern die umgekehrte Form (absteigende Flanke).

  7. Profilbild
    jaxson

    Hatte fast alles von Roland bis EMS…meine 3 Kellerräume sind bis heute mit den meisten je gebauten Synth bestückt, bin quasi ein Synthmuseum! Aber für keinen habe ich so lange braucht wie für den Crumar Spirit, da er so gut wie nirgendwo zu bekommen ist! Und das sieht man auch an den Preisen jenseits der 4000 euro Marke..Als ihn dann endlich hatte, wurde meine hohen Erwartungen auch bestätigt! Kein anderer Monophoner hat mir je besser gefallen! Die klanglichen Möglichkeiten sind unglaublich! Wenn mich jemand dazu zwingen würde, würde ich eher meinen Jupiter 8 oder mein komplettes Roland System 100 als Ihn abgeben! Bob Moog, you are the greatest!

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