Blue Box: E-Mu Emax I, Sampler

E-Mu hat dem Emax während seiner Produktionszeit einige Updates spendiert

Updates für den Emax

Der Emax hat später verschiedene Updates erhalten. Größtes Manko war natürlich der interne Speicher mit einer Größe von nur 512 kB. Man konnte eine Bank mit maximal 100 Presets  (0-99) laden. Das klingt ja erstmal toll. Aber die beschränkte RAM-Größe schmälert die Aussagekraft ganz erheblich. Meist passten eben nur ein paar Presets in den Speicher und bis die drin waren, vergingen knapp 30 Sekunden.

Deshalb wurde vor allem von Musikern, die den Emax live einsetzen wollten, die HD-Version begeistert begrüßt. Die interne Harddisk bot 20 MB, konnte den Inhalt von 36 Floppy Disks in separaten Bänken aufnehmen und hatte eine sensationelle Ladezeit von nur dreieinhalb Sekunden.

1989 setzte E-Mu mit der Plus-Version noch eins drauf. Die verfügte neben der Harddisk noch über eine SCSI-Schnittstelle. Damit konnte der Emax dann noch auf viel größere Soundmengen auf CD-ROM zurückgreifen. Die erste für den Emax maßgeschneiderte CD-ROM hat meines Wissens OMI (Optical Media International) angeboten.

Die additive Synthese SE war musikalisch sicher die interessanteste Erweiterung.

Synthesis Enhanced

Zuvor hatte E-Mu aber bereits den Emax aufgerüstet mit SE. SE steht für Synthesis Enhanced. Anscheinend wollte Tony Dean, ein Tüftler aus dem E-Mu-Team, ein paar Fingerübungen in der Programmiersprache C machen. Dave Rossum erinnert sich:  „Tony found it easy and fun to write the SE synth. His demonstration convinced us it was a nice, simple enhancement to the product. It was originally called Spectrum Interpolation Digital Synthesis. But at the time, there was a major health concern in the US, Sudden Infant Death Syndrome. So we had to avoid calling it “SIDS”, instead it was generally called “Spectrum Synthesis”. (Interview auf AMAZONA.de)

Nach Einführung von SE wurden alle Emax-Sampler automatisch damit ausgestattet. Bei früheren Instrumenten – so wie bei meinem – konnte SE über ein Software-Update hinzugefügt werden. SE rüstet den Emax mit additiver Synthese aus. Während bei der subtraktiven Synthese durch Filtern dem Klang etwas „weggenommen“ wird, baut die additive Synthese aus einfachen Sinusschwingungen einen komplexen Klang auf. Der Emax bietet 24 Sinusschwingungen als „Oszillatoren“, die durch mehrstufige Frequenz- und Lautstärkehüllkurven geformt werden können. Das ist aber noch nicht alles: „You can also set the pitch of the sound’s fundamental and the pitch ratio for each of the remaining harmonics.“ (Bob O’Donnell: „Emax SE HD“ in Music Technology, Juni 1988)

Von Marko Ettlich gibt es ein sehr verdienstvolles Video, das zeigt, wie die Sache in der Praxis läuft.

Den PPG eingespart

Weil es nervtötend sein kann, so viele Parameter einzeln einzugeben, hat E-Mu dem Emax ein paar Hilfestellungen mit auf den Weg gegeben, die „Spectrums“ und „Time Splices“ heißen. Der Emax SE bietet 95 Spektren an, in denen von der Frequenz, über die Amplituden bis zu den Oberschwingungen alles schon enthalten ist. Wer mag, kann sich auch seine eigenen Spektren erstellen.  Time Slice bringt nun zusätzlich den Faktor Zeit ins Spiel. Dadurch können die Spektren dynamisch verändert werden. Ein bisschen erinnert mich das an das Durchfahren der Wavetables beim PPG: „You could put a sine wave Spectrum at Time Slice 1 and a more colourful brass-like Spectrum at Time Slice 24, then select the Interpolate Function from the 10-option Spectrum Synth menu and the Emax will do all the dirty work of filling in the other 22 Time Slices for you.“ (Bob O’Donnell: „Emax SE HD“ in Music Technology, Juni 1988)

Mit der Spectrum Synthese kann der Emax Klänge erzeugen, die sehr an die PPG-Wavecomputer erinnern

Die Emax-Librarys enthielten für Käufer der SE-Version reichlich Material, um sich anzuhören, wie das klingt. Und ja, es klingt ausgezeichnet. Nicht nach Sampler, nicht nach herkömmlichen Synthesizer, sondern es geht tatsächlich sehr in die Richtung PPG-Wavecomputer oder auch Vektorsynthese. Vor allem Metallisches und Glockenähnliches ist da zu hören. Die Bedienung über das Zweizeilen-Display ist allerdings alles andere als komfortabel. Zeitaufwändig ist es auch. Ein weiteres Feature „Transform Multiplication“ bäckt zwei verschiedene Samples quasi zusammen, wobei alle Frequenzen, die beide Samples gemeinsam haben, verstärkt und die anderen unterdrückt werden. Die „Backzeit“ kann schon mal 40 Minuten betragen, und das Ergebnis steht in den Sternen…

Manche Funktionen beim Emax dauern auch gerne mal etwas länger als nur einen Moment

Emax – Music for the Masses

Am 18. Juni 1988 fand im Rose Bowl-Stadion von Pasadena das legendäre 101. Konzert von Depeche Modes „Music for the Masses“-Tour statt. Zum letzten Konzert der Tournee pilgerten mehr als 60.000 Fans (andere Quellen sprechen gar von über 70.000). Der Auftritt lieferte für Dylan-Filmer D.A. Pennebaker das Material für die Konzertdokumentation „101“. Alle drei DM-Keyboardspieler können in dem Live-Film mit ihren Emax in HD-Ausführung bewundert werden.

Alles eine Soße?

Pennebaker ist berühmt für seinen Film „Don’t look back“ aus dem Jahr 1967, der Bob Dylans Großbritannien-Tournee aus dem Jahr 1965 zeigt. Es waren die letzten Konzerte auf denen Dylan als reiner Akustikmusiker auftrat. Ein größerer Gegensatz ist wohl kaum denkbar: Vom Freewheelin‘ Bob Dylan zur elektronischen Musik Depeche Modes. Andererseits: The times they are a-changin‘. Als Dylan damals kurz danach die Eletroklampfe in die Hand nahm, wurde er erst einmal ausgebuht. Ein rundes Vierteljahrhundert später ersetzten nun Sampler herkömmliche Instrumente. Pennebaker wusste mit den Depeche Mode-Songs zunächst nur wenig anzufangen. Freimütig räumte er ein: „Am Anfang klang für mich alles gleich“. Immerhin gelang es ihm, das Konzertfilmklischee zu brechen, indem er eine Gruppe Jugendlicher begleitete, die von der Ostküste im Bus zum Konzert anreisten.

Einmal quer durch den Garten

Und die Fans hätten den Vorwurf „Einheitsbrei“ wohl weit von sich gewiesen: Die Tournee bot einen formidablen Überblick über das Schaffen der Band, ihren Reifungsprozess und ihre Veränderungen im Sound. Die Setliste variierte zwar im Laufe der Tournee. Der Schwerpunkt des Konzerts lag aber eindeutig auf dem 1987 erschienenen Album “Music for the Masses”, von dem die Band  nicht weniger als acht Titel darbot: “Never let me down again”, “The things you said”, “Behind the wheel”, “Pimpf”, “Pleasure little treasure”, “Nothing” “Sacred” und “Strangelove”.  Vom 86er Album “Black Celebration” gab es das gleichnamige Eröffnungsstück des Albums zu hören, weiter “Stripped”, sowie die zwei Fragezeichen: “A question of time”, “A question of lust” . Auch das 84er Album „Some great reward“ war recht prominent vertreten mit “Somebody”, „Blasphemous Rumours“, „Something to Do“, „Master and Servant“ und “People are people”.

Erinnerungen an das Jahr 1988. Depeche Mode hat das 101 Konzert aus Pasadena auch als CD herausgebracht.

Analog hat ausgedient

Auf dem Album “Construction time again“ von 1983 hatte sich Depeche Mode erstmalig mit der damals noch recht neuen Sampletechnik beschäftigt. Der Emax musste hierzu die Sounds von  “Everything counts“ und „Pipeline“ (letzteres Stück war nur am Anfang der Tournee im Programm) wiedergeben. Ursprünglich waren diese Songs auf dem Emulator I und einem NED Synclavier II  eingespielt worden, das Daniel Miller, Chef des Mute-Labels, angeschafft hatte. Die einzige Komposition, die nicht von Martin Gore stammte, war der Depeche Mode-Evergreen „Just can’t get enough“ von Vince Clarke. Der Song stammt vom Debutalbum „Speak & Spell“, auf dem Depeche Mode noch ausschließlich mit Analogsynthesizern arbeiteten. Aber auch die berühmte Melodielinie von „Just can’t get enough“, die Vince Clarke ursrpünglich auf einem Roland SH-1 gespielt hatte, wurde digitalisiert und in den Emax-Speicher geladen. Analog war damals halt nicht so besonders angesagt.

Der Emulator war das Arbeitstier, dem Depeche Mode auf ihrer ausgedehnten Music for the Masses-Tournee vertrauten.

Alan Wilders Emax-Sounds

Diese Sounds sind heute auf dem Markt erhältlich und unter Emax-Fans heißbegehrt: Alan Wilder hat 2011 in einer Auktion zwanzig durchnummerierte und handsignierte Zip Disketten versteigert. Gestopft voll mit den Klängen, die er auf der „Music for the Masses“-Tour und später auf der „Devotional“-Tour von 1993 eingesetzt hat. Auf dieser späteren Tournee war das Instrument freilich nicht mehr der Emax I, sondern der 1989 erschienene Nachfolger Emax II.

In den Anmerkungen zur Auktion beschreibt Wilder, wie viel Arbeit die Vorbereitung auf eine solche Tournee bedeutete. Viele Klänge entstanden ja erst durch langes Tüfteln im Studio, durch Schichten von Sounds und ausgiebiges Processing: “I spent many hours (days!) programming each member’s keyboards for the tours, painstakingly trying to recreate as accurately as possible the sounds we formulated and used on the records. The Emax was a perfect tool for the live re-creations.”

Tutorial für Background-Sänger

In einigen Fällen scheinen die Klänge direkt von den Mastertapes der Alben extrahiert worden zu sein. In der Regel sind mehrere Sounds über das Keyboard des Emax gemappt. Wurde ein bestimmter Perkussionssound nur über einen eingeschränkten Bereich von fünf Tönen benötigt, dann finden sich auch nur genau diese 5 Töne im Preset. So lässt sich perfekt nachvollziehen, wie die Arbeitsteilung bei Depeche Mode damals lief: “This collection covers most of my own sounds for the two tours, although I did play live drums on some songs. I tried all these out recently and discovered how much fun it is to work out the various parts we all used to play.”

Einige Parts wurden sogar speziell nur für Probenzwecke auf die Sampler aufgespielt: “I even found some guide sounds which weren’t actually performed live but were used to demonstrate parts to others. For example, I discovered some guide vocals for Condemnation which were sampled to help routine our girl backing vocalists during the rehearsals.”

Alan Wilder hat übrigens nicht nur ein paar Sounds versteigert. In einem beispiellosen Kehraus hat er sich von Instrumenten wie einem Steinway-Flügel von 1915  und zahllosen Vintage-Synths (vom Minimoog über ARP Odyssey bis zum OB-8) getrennt, dazu Tonnen an Mikrofonen, Outboard, Memorabilia wie goldene Schallplatten und Bühnenklamotten: „My needs have altered a bit since laptops, soft synths and plug-ins have come to the fore, and even though I’m emotionally attached, passing on some vintage gear and historical items seemed like a good way to start“.

Ich hege stille Bewunderung für den Mann…ich stecke immer noch in der Jäger & Sammler-Phase.

Ein Meilenstein des Hip-Hop: Pauls Boutique. Der Emax war das Hauptarbeitsmittel. Auch wenn sich die Produzenten etwas anderes gewünscht hätten.

Pauls Boutique und das goldene Zeitalter des Samplings

Es sage niemand etwas gegen Kompilationen in der Art von „1001 albums you must hear before you die“ oder „Rolling Stone – die 500 besten Alben aller Zeiten“. Ich bin dadurch in Vor-Spotify-Zeiten auf eine Menge Musik aufmerksam geworden, die ich sonst wohl links liegen gelassen hätte. So auch das zweite Studioalbum der Beasty Boys „Pauls Boutique“ aus dem Jahr 1989. Die Beasty Boys hatten auf ihrem Erstling „Licensed to Ill“ Rap mit rauen Beats und Hard Rock-Riffs gemixt. Es war das erste Rap-Album, das in den US-Charts ganz an die Spitze kletterte. Die Beasty Boys waren zu clever, für ihr zweites Album die gleiche Formel noch einmal hervorzukramen. Sie probierten einen kompletten Imagewechsel: Die Ära der krakelenden Party-Rapper ließen sie hinter sich und legten als Nachfolgewerk „eine psychedelische Collage voller funky Beats und krasser stilistischer Brüche“ vor. (Rolling Stone, 2015).

Hilfe von den Dust Brothers

Dabei bekamen sie Hilfe: von den Dust Brothers, einem Produzentenduo, das Spaß am Samplen gefunden hatte. Mike Simpson („E.Z. Mike“) erinnert sich: „Every once in a while we put something together that seemed just too dense and too busy and too crazy for a rapper to rap on, and we put these tracks aside as instrumental Dust Brothers tracks. Then the Beastie Boys wandered into the studio, and heard one of these tracks, and they loved it. That’s how the album got started.“ (Paul Tingen: „The Dust Brothers. Sampling, Recording & the Boat Studio“ in SoS, May 2005)

Bis dahin war die Sample-Technik in Hip-Hop-Produktionen eher sparsam angewandt worden, etwa für Drum-Loops. Das bahnbrechend Neue war, dass auf dem zweiten Album der Beasty Boys „Pauls Boutique“ komplette Songs aus Samples zusammengesetzt wurden. Die kreative Arbeit bestand zu einem Gutteil darin, Hunderte von Platten durchzuhören, um verwendbare Teile zu identifizieren. „Everything was a collage. There was one track on which the Beastie Boys played some instruments, but apart from that everything was made of samples.“

Dabei half den Musikern und den Produzenten ein wahrhaft enzyklopädischer Überblick über die populäre Musik. Dass Samples von den Commodores, den Isley Brüdern, Curtis Mayfield, James Brown, Sky & the Family Stone in einen Hip-Hop-Kontext passen, leuchtet unmittelbar ein. Aber auch Led Zeppelin, Pink Floyd und sogar die Beatles wurden abgesampelt. Das hatte sich noch niemand getraut. Es gibt heute ganze Webseiten, die sich der akribischen Erforschung und Auflistung der verwendeten Samples widmen.

Mit einem simplen Emax I HD produzierten die Dust Brothers die Samples für das Jahrhundertalbum der Beasty Boys. Insgeheim träumten sie von einer DAW.

Lieber Pro Tools als Emax

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass  E.Z. Mike bei der Arbeit an den Samples nie wirklich happy war: „We did all of Paul’s Boutique on an Emax HD, which was mono and 12-bit and had a 22 kHz sampling rate. So we had plenty of experience of the primitive domain of early sampling: low bit rate and low sampling rate. But we’ve never been in love with the degraded sound of those early machines, we were always trying to make samples sound better.“ (Paul Tingen: „The Dust Brothers“, in SoS, Mai 2005)

Da könnte man meinen, die Beteiligung an diesem phantastischem Album würde dem Emax allein schon einen Platz im Keyboard-Olymp sichern. Doch die Beteiligten sahen das wohl etwas differenzierter. Die gesamte Produktionssituation hatte etwas von einer Bastelstunde. So kam eine primitive Sequencer-Software namens Texture zum Einsatz; eine genauso primitive JL Cooper PPS1-Sync-Box sollte Computer und Band im gleichen Takt laufen lassen. Dazu gesellte sich noch ein Allen & Heath-Mixer mit rudimentärer Automation. Im Prinzip liefen auf allen Kanälen die Samples volles Rohr – und wurden dann je nach den Erfordernissen des Songs über die Mute-Funktion stummgeschaltet.

Davon träumten die Dust Brothers insgeheim, als sie sich mit dem Emax abquälten

E.Z. Mike zieht ein ernüchterndes Fazit: „We had Pro Tools in our heads before it even existed. Since both John and I came from a computer background, we knew what computers were capable of, and we were kind of bombed that the samplers were still so lo-fi or hard to use.“

Das Album schlug zunächst nicht wie eine Bombe ein, die Plattenfirma verbuchte es als Flop. Tatsächlich entfaltete Pauls Boutique seine Wirkung erst langsam.

Ein gefundenes Fressen für Urheberrechts-Anwälte

Und natürlich wurde die Frage aufgeworfen: Kann man sich so ungeniert quer durchs musikalische Gemüsebeet bedienen. Tatsächlich war nur bei einem Teil der Samples die Rechte vorher geklärt worden. Erst im Jahr 2015 wurde eine Klage der Plattenfirma TufAmerica gegen die Beasty Boys endgültig abgewiesen. Es ging um ein illegales Sample der Band Trouble Funk. Die Klage wurde aus rein formaljuristischen Gründen eingestellt. Klar ist: Heute könnte das Meilensteinalbum „Pauls Boutique“ schlicht nicht mehr entstehen. Urheberrechtsfragen werden inzwischen sehr ernst genommen. Eine solch genialisch-anarchische Sampleorgie würde heute von hochspezialisierten Anwälten für geistiges Eigentum sofort stranguliert werden. Und das Einholen der Lizenzen würde die Produktionskosten für ein solches Album in astronomische Höhen treiben. So bleibt Pauls Boutique ein Unikat und der Emax der Sampler, mit dem es produziert wurde. Auch wenn die Macher dabei Blut, Schweiß und Tränen vergossen und von einem noch nicht erfundenem Zauberwerkzeug namens Pro Tools geträumt haben.

Die Produktion von „The real thing“ lief leicht chaotisch ab. Faith no more bescherte das Album gleichwohl mit Epic seinen größten Hit

„Plinky chords“ vom Emax – Faith no more

Ein weiteren Auftritt hat der E-Mu Emax I auf „Faith no more’s“ drittem Album „The real thing“. Das Album wurde weltweit vier Millionen mal verkauft und kletterte in den USA bis auf Platz 11. Faith No more war damals eine Garagenband, die Produktionsbedingungen ein wenig chaotisch. Der neue Sänger Mike Patton hatte ganze zwei Wochen Zeit, die Songtexte zu schreiben. Produzent Matt Wallace soll – den Tränen nahe – seine Mutter angerufen haben, ob sie ihn nicht im Immobiliengeschäft unterbringen könnte.

Die Equipmentliste der Band hätte zwar jeder High Schoolband zur Ehre gereicht. Aber für eine Studioproduktion? “They had Bordin’s Yamaha drum kit and Wallace’s Slingerland Radio King snare drum, Gould’s Gibson Grabber bass going through a Peavey guitar head, Martin’s Gibson Flying V guitar and half-stack Marshall amp, Bottom’s E-mu Emax keyboard and the studio’s piano. ‘We had no options,’ Wallace said. ‘That was it.’” (Classic Track: Epic, Faith no more“, Mix, 2. Juli 2015)

Immerhin drei Tage der teuren Studiozeit verwandte die Band auf die Produktion des Songs “Epic”: „In the final recording, the piano outro is Bottom playing the miked-up studio piano for the melodic top end, and Gould playing plinky chords on the direct-recorded 8-bit sampling Emax keyboard.”

Die Singleauskoppelung „Epic“ sollte der größte Hit der Gruppe werden.

Nine Inches Nails haben praktisch alle Drumsounds auf „Pretty hate machine“ mit dem Emax aufgenommen. Ein Emulator 2 stand auch im Studio.

E-Mu Emax I – Liebling der Industrialbands

Nine Inches Nails sind eine weitere Band, die den Emax eingesetzt haben. „Pretty Hate Machine“ aus dem Jahre 1989 gehört zu meinen absoluten Lieblingsalben aus dieser Zeit. Trotz der massiven Gitarrenparts war es eigentlich ein verkapptes Synthpop-Album. Und Trent Reznor war der „king of the goth dance floor“. In einem Video erinnert sich Chris Vrenna an die Aufnahmen: „We had an Emulator 2, Emax, PPG Wave, Oberheim Expander…“  Vrenna teilte sich damals mit Trent Reznor das Sampeln sowie das Programmieren der Keyboards. „On ‚Pretty Hate Machine‘, all the drums were sampled from other people’s records using an E-Max.” (Bob: Gourley: „Nine Inches Nails“, Chaos Control Digizine 1992)

Clock DVA verwendete den Emax auf dem 1989er Album „Buried Dreams“, um die düsteren Songs mit Klang- und Sprachsamples aus Filmen wie „THX 1138“, „RoboCop“ oder „Das Ding aus einer anderen Welt“ anreichern zu können.

Auch die Liner Notes zu St. Etiennes erstem Album Foxbase Alpha verweisen auf den Emax. Pete Wiggs spielt neben einem Sequential Prophet-5 einen Emax I Sampler. Die britische Band mixte auf dem 1991 erschienen Album Houseklänge mit einem Schuss 60er Jahre-Pop und verband die Songs mit Samples aus Filmen.

1993 wird der E-Mu Emax I auf der Equipmentliste zu Tom Waits Album „The Black Rider“ erwähnt. Die Liste lässt sich fortsetzen: Japan, Los Prisioneros, Meat Beat Manifesto, Cabaret Voltaire, Mouse on Mars, Orbital, Skinny Puppy, Steve Roach, Tony Toni Tone, U2 und KMFDM – sie alle haben den Emax eingesetzt.

Aber auch im Video von Eurodance-Star Ice MC zu „Easy“ kann der Emax bewundert werden. „Easy“ ist jetzt nicht mein Lieblingssong, aber der Keyboarder sieht cool aus.

Klangbeispiele
Forum
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    Br

    Samstag morgens BlueBox zurück in die 1980er. Für mich der schönste Teil des Wochenendes. Oft schau ich schon um 5.00 Uhr ob etwas neues in der Blue Box ist. Die heutige Ausgabe ist besonders schön. Kompliment an den Verfasser!

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      costello  RED

      Danke! Du kannst aber getrost ein Stündchen länger schlafen. Die Blue Box-Artikel am Samstag werden immer um 6 Uhr morgens veröffentlicht ;-)

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    Der_Brechreiz  

    Ich wollte eigentlich eine Sp1200 aber konnte mir nur einen Emax leisten…Das war das Beste was mir passieren konnte..

    -Ruhig mal Übersteuern beim Samplen..
    -Die niedrigen Frequenzraten bringen herrliche Artefakte zum Vorschein
    -Flächen reinsample n und Filter &Chorus druff (Ultranova klingt schön kalt!!)
    -42khz ist erstaunlich sauber
    -Herrman seib hat auf seiner Webseite Unmengen von Emax Images
    -Ruhig mal die Demosongs der Factorydisks abspielen…

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      costello  RED

      Danke Numitron! In den E-Mu Libraries habe ich ganze Vogelvolieren entdeckt, aber auch afrikanische Raubtiere von der Tüpfelhyäne bis zum Löwengebrüll. Man kann sich stundenlang wegträumen in den Amazonas-Urwald oder die afrikanische Savanne :-)

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    lightman  AHU

    Der Mirage war mir damals wegen seines rauhen Klangs lieber. Anhand der Einlassung von Dave Rossum sieht man, daß ihm Ensoniq seinerzeit ganz schön zugesetzt hat, weshalb er auch kein gutes Haar am Mirage ließ. E-Mu hieß für mich damals Emulator, und das hieß viel Geld, das ich nicht hatte. Den Emax hatte ich erst später auf dem Schirm, als er in einem Laden vorgeführt wurde, er klang edler als der Mirage und man hatte bei der Bedienung nicht so das Blindflug-Gefühl, was vor allem am auf dem Gehäuse aufgedruckten Funktionsfluß lag, ansonsten reizte er mich nicht wirklich zum Kauf.

    Ensoniq behielt bei mir die Oberhand, bis der E-MU ESI-32 rauskam, den ich intensiv im Studio benutzte, danach gings dann mit den Akais weiter. Allerdings… der ESI-32 und die ersten Akais sind alle schon längst wieder weg, der Mirage ist geblieben.

    Würde mich gerne mal mit einem Emax und meinem Mirage hinsetzen und die beiden einstigen Konkurrenten in schöner Eintracht miteinander vergleichen. Leider sieht man die Emaxen nicht so häufig im Gebrauchtverkauf.

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      costello  RED

      Hi Lightman, ohne Mirage kein Emax, soviel steht fest. Fand ich bei meinen Recherchen auch spannend, wie Dave Rossum gezwungen war, sich mit „crappy technology“ auseinanderzusetzen. Ich glaube beim Drumulator hat E-Mu auf das geschmähte „drop sample pitch shifting“ dann selbst zurückgegriffen, wenn ich mich nicht irre.

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        lightman  AHU

        Crappy oder nicht, der Mirage hat den Etablierten ganz schön was vorgezwirbelt. Ich finde mich in seinem Sound wieder, das Gerät ist mir ans Herz gewachsen und wird nach wie vor verwendet. Muß ihm mal einen Floppy-Emulator spendieren, lange wird’s das alte Laufwerk nicht mehr machen (verrichtet nun schon seit über 30 Jahren seinen Dienst und hat ab und zu Dropouts).

        Ich vergaß, mich für deinen wirklich gelungenen und schmissig geschriebenen Artikel zu bedanken. Alte Sampler aus der Mirage-, Emulator- und Emax-Generation haben es mir angetan, die Technologie hat mich damals fasziniert und tut das auch heute noch auf eine gewisse Art, ich würde niemals meine Hardwaresampler durch Software ersetzen. Ich mag es, hart am Eisen zu arbeiten.

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    psv-ddv  AHU

    Mal wieder ein Knallerartikel Costello! …und mit Sicherheit die beste und ausführlichste Würdigung der Emaxe, die im Netz zu finden ist.
    Wäre mal interessant zu erfahren, wer das grossartige Industriedesign der Gehäuse zu verantworten hatte. Beim Emulator 1 war es ja das berühmte Büro „Frog Design“, das auch den Apple II entworfen hat. Das Farbthema beim Emax ist leider etwas speziell aber beim Emax II kommt dann das grossartig gestaltete Gehäuse voll zur Geltung. Meiner Meinung nach eine echte Schönheit.
    Ich muss zugeben, dass ich als stolzer EII Eigner die Emax Sampler lange aus dem Blick verloren hatte. Nachdem ich bei Freunden aber die Gelegenheit hatte meinen Klangeindruck aufzufrischen, muss ich sagen Emax und Emax II sind grossartige, charakterstarke und inspirierende Musikinstrumente. Diesbezüglich zeihe ich den Emax II sogar dem EIII vor, der mir zu aalglatt und langweilig klingt.
    In einem Punkt muss ich Dir aber widersprechen: Die Reparatursituartion sieht für den EII erheblich besser aus als für die Emax Sampler. Der EII ist aus einzelnen standard Bauteilen aufbaut, die sich recht einfach ersetzen lassen. Die Emaxe beinhalten, wie Du richtig schriebst, Emu’s custom Chips. Wenn die abrauchen hilft nur ein weiteres Spendergerät. Das “ Abrauchen“ ist zwar unwarscheinlich aber nicht ausgeschlossen und mir sind keine anderen Ersatzteil Quellen bekannt. Ich empfehle also den Emax Fans sich über einen backup Emax Gedanken zu machen. Sonst könnte die Freude ein jähes Ende nehmen.

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      costello  RED

      Vielen Dank! Das mit dem Apple Design ist sehr interessant, war mir bisher nicht bekannt. Bei der Reparatur-Situation beim EII hatte ich mich ja auf die Einschätzung von Marko bezogen („IC-Grab“). Und im Interview mit Mark Kretschmer kam ja auch raus, dass es einzelne spezielle Bauteile gibt, bei denen es schwierig wird. Aber das gilt ja auch für andere wunderbare Instrumente wie den ARP Quadra. Ich bin da fatalistisch. Spaß an der Kiste haben, solange sie läuft, wenn was kaputt geht zusehen, ob man’s reparieren kann. Und wenn nicht…auch gut. Alle Instrumente doppelt anschaffen, käme mir nicht in den Sinn. Die Erfahrung hatte ja schon Tony Banks bei seinen Tourneen gemacht, bei denen er für die wichtigen Keyboards immer Ersatz mitführte: „Das Original funktionierte wunderbar, das Ersatzinstrument dagegen war defekt.“ :-)

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        psv-ddv  AHU

        Hey Costello, habe mal kurz recherchiert, man findet leider keine näheren Infos zu den Frog Design Arbeiten für E-mu. War wohl ein zu kleiner Kunde.
        Deine Einstellung sich keine Sorgen um Defekte zu machen und die Kisten einfach zu nutzen kann ich gut nachvollziehen und ich finde sie weise :)
        Das mit dem EII als IC-Grab ist Schwachsinn, der Herr Ettlich kennt sich mit Elektronik anscheinend nicht aus. Ist ja auch nicht schlimm, aber Gerüchte sollte man dann nicht in die Welt setzen. Der EII ist sehr überschaubar aufgebaut. Das Einzige was schwer zu bekommen ist, sind die Filter und das gilt gleichermassen für den Emax wobei hier noch S&H ICs (SSM2300) hinzu kommen. Die Eulen sind nicht was sie scheinen ;)

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          costello  RED

          Markos Emulator II-Artikel ist ja ein Lobgesang auf dieses tolle Instrument. Beim Thema „Erhaltung“ mahnt er halt etwas Realitätssinn an und den finde ich eigentlich bei jedem Vintage-Instrument sehr gerechtfertigt, zumal wenn es 3.000-3.500 Euro kostet. Er zitiert ja auch lediglich „böse Zungen“ und formuliert recht vorsichtig „ganz unrecht haben sie damit nicht“. Soweit ich weiß, restauriert er seine Instrumente selbst und deshalb denke ich mal, dass er – anders als ich zum Beispiel – auch von der technisch-elektronischen Seite etwas versteht. Ja, für die SSM-Chips gibt’s anders als für die CEM-Chips noch keinen modernen Ersatz. Aber das Risiko ist mir der Emax einfach wert :-)

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            psv-ddv  AHU

            Ja, klaro, ist das bei vintage Kisten immer ein Problem. Da sieht es aber beim EII eher besser aus als bei anderen Boliden der gleichen Grössenordnung. Der EII ist eines der Instrumente um die ich mir diesbezüglich am wenigsten Sorgen mache. IC-Grab klingt im Bezug auf den EII nach ’ner Bild Schlagzeile als nach einem Fachkommentar. Daher meine Vermutung, dass er sich nicht auskennt. Was sollen denn da Besitzer echter digitaler IC-Gräber wie z.B. K250, GS-1, DX-1, Acxel, Synclavier oder Fairlight sagen ? ;)

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    AMAZONA Archiv

    Hehehe, wenn der Costello schreibt, und man das liest, dann ist das in etwa so, als wenn man als Fußballfan vom Sessel anno 2018 direkt in die Endspielstadien der WMs von ’54. ’74,’90, ’14 versetzt würde. Diese Leidenschaft in der Schreibe ist einmalig. Er könnte mir selbst ’ne Yamaha Tischhupe vom Trödel als Steinway Piano verkaufen. Tolle Gabe! Auch wieder einmal hervorzuheben die Klangbeispiele, mit viel Augenzwinkern, Musikalität und Humor.
    Wieder sehr umfangreich und gut aufgearbeitet, mit viel Infos und ohne unnötige Längen.
    Zum Emax. Potthässlich, aber (zumindest aus damaliger Sicht) absolut brauchbar.

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      costello  RED

      Vielen Dank Wellenstrom! Das Design polarisiert. PSV-DDV schreibt von „großartigem Industriedesign“, Du nennst das Ding „potthässlich“. Ich würde sagen, es ist zweckdienlich und das ist ja schon eine Menge wert. Beim zweiten Punkt würde ich Dir aber widersprechen wollen. Ein Emax ist wie ein Emulator auch heute noch brauchbar und ergänzt mit seinen Klängen wunderbar analoge und hybride Synthesizer. Er bringt Atmosphäre in den Song, kann aber auch sehr prägnant sein. Und wenn man nunmal auf diesen „gay-ass stupid new age or 80s rock“ (Zitat Rob Zar) steht, gibt es nichts Schöneres als einen Emax :-)
      P.S.: Die Soundpalette von „Tin Drum“ ist da auch mit dabei ;-)

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        psv-ddv  AHU

        Na ja, schön finde ich nur den Emax II. Beim Emax ist leider das Farbkonzept und die Gehäusegraphik etwas im Zeitgeist hängen geblieben. Ich vermute mal das trägt massgeblich zum „Potthässlich“ kommentar bei. Laien unterscheiden erstmal nicht zwischen Form, Farbe und Graphik sondern sehen das Objekt als Ganzes. Eine Fähigkeit die unter Design Profis oft schmerzlich vermisst wird.

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          costello  RED

          Hatte mich auch schon gewundert. Dieses Einheitsgrau und die blassen Plastiknippel machen den Emax I wirklich nicht zu einer Stilikone. Aber arbeiten kann man damit ganz gut. In diesem Sinne: zweckdienlich.

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            psv-ddv  AHU

            Das Design der E-mu Sampler finde ich seit jeher faszinierend. Es ist ungewöhnlich für Elektronische Musikinstrumente von extrem hoher gestalterischer Qualität und zieht sich vom erwähnten Emulator I über den EII bis hin zum EIII, dessen Rackversion ich als eines der schönsten Rackinstrumente überhaupt sehe. Danach wird es langsam duster um das E-mu Design. Der EIIIXP ist noch ok aber dann kommen schlagartig nur noch medioker gestaltete Geräte von Emu.
            Die Emax Sampler sind hervorragend entworfen, ihrem Platz im Portfolio entsprechend nur etwas einfacher und spielerischer um den Platzhirschen EII, EIII nicht zu nahe zu kommen. Man schaue sich beim Emax nur mal die Integration der Buchsen in die rückseitigen Lüftungsschlitze an, die versetzten Rillen der Diskettenablage oder die elegante Seitenansicht, die das Paneel visuell trennt und den Emax schlanker macht. Die vielkritisierten Knöpfe sind auf keinen Fall „billig“ das sind Sonderanfertigungen, speziell für den Emax die sich meiner Meinung nach auch funktional sehr gut schlagen. Nur bei der Emax Rackversion kamen einfache Standardknöpfe zum Einsatz. Wie auch immer irgend jemand bei E-mu hatte ein tolles Gespür für Design.

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          AMAZONA Archiv

          @psv-ddv
          „Laien unterscheiden erstmal nicht zwischen Form, Farbe und Graphik sondern sehen das Objekt als Ganzes. Eine Fähigkeit die unter Design Profis oft schmerzlich vermisst wird.“
          Also, wenn deine Fähigkeiten, Songs zu schreiben, zu mischen und zu veröffentlichen, deinen arroganten Aussagen in etwa nahe kommen, dann müsstest du mehr Hits haben als die Beatles und Michael Jackson zusammen genommen. Wüsste nicht, dass ich ein Laie wäre. Solch eine Aussage verbitte ich mir. Natürlich kann ästhetisches Empfinden IMMER contra rein funktionalem (Design) Aufbau eines Gerätes stehen. Da muss man nix schön reden oder Andere abqualifizieren. Hier gibt es einige Kritikpunkte (Buttons, Anordnung und Farbgebung der Schrift, Displayfragen etc.)

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            psv-ddv  AHU

            :))) Dachte ich mir schon, das Du das in den falschen Hals bekommst. Entspann Dich mal. Nicht Industriedesign o.Ä. studiert zu haben ist ja nun wirklich keine Herabwürdigung in einem Musikerforum.
            Das Du den Begriff Laie als eine solche empfindest lässt allerdings tief blicken.
            Wenn Du mal abseits von Selbstwertdefinitionen liest was ich schrieb, erkennst Du vielleicht, dass ich lediglich eine vernünftige Erklärung für Deinen undifferenzierten und seinerseits durchaus arroganten „potthässlich“ Kommentar geliefert habe.
            Aber der Artikel von costello ist viel zu schön um sich hier rumzustreiten. Da bin ich raus.

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        AMAZONA Archiv

        @ costello
        Der Emax I selbst wird von Japan aber zu Zeiten ihres offiziellen Bestehens nicht benutzt worden sein. Kam ja auf dem Markt, Jahre nachdem sich die Band auflöste. Könnte allerdings sein, dass er aktiv beim Rain Tree Crow Projekt zum Einsatz kam, bei diversen Barbieri Projekten etc.

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          costello  RED

          Das stimmt. Rain Tree Crow ist die richtige Spur: „Along with his Ensoniq VFX and Prophet 5, Barbieri used an Emax, D50 and the System 700. All were set up as if for a live performance – routed through various effects processors and then to the studio desk.“ (Music Technology, Mai 1991) https://bit.ly/2qstoTo

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    Sudad G  

    Toller Bericht, der mich an meine Teenagerzeit und meine ersten Samplingversuche erinnert.
    Voller Ehrfurcht durfte man auf jeder Frankfurter Musikmesse die neuesten Samplerboliden aus dem Hause Emu bewundern. Irgendwann hat es dann wenigstens zu einem gebrauchten Ensoniq EPS gereicht, den ich heute manchmal noch vermisse und der – ähnlich wie der Emax I – trotz 12 Bit einen extrem druckvollen Sound hatte.

    Die Sampler von damals hatten einfach einen eigenen und dennoch genialen Sound. Oftmals waren sie mit besseren D/A-Wandlern, analogen Filtern und OPs am Ende der Signalkette bestückt als die gehypten Workstations aus jener Zeit. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie oft wir Klänge aus der Korg M1 oder aus einem Roland U-110 in den Emax, EPS oder DSS-1 gesampelt haben und anschließend darüber wieder abgespielt haben, weil die Sounds dann einfach mehr Druck und Punch hatten.

    Für die „Depeche Mode und Emax Freunde“ unter uns hier noch ein wirklich schönes Video über den Emax mit Alan Wilder, der Jahre später Disketten in seinen Emax lädt und sich an alte Zeiten erinnert:

    https://www.youtube.com/watch?v=-3_0zGw3gj8

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      costello  RED

      Danke für Dein nettes Feedback und den Video-Link! Was Du da schreibst über abgesampelte Rompler wie M1 und Roland U-110-Klänge deckt sich komplett mit meiner Erfahrung. Ein paar harmlose Synth-Klänge von meinem alten Roland RD-500-Piano bekommen plötzlich richtig Punch und über die gratis dazu gewonnenen Artefakte eine ganz besondere Aura.

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    fritz808  

    wunderbare samstags-lektüre. ich freue mich inzwischen regelrecht darauf am samstag vormittag die neueste vintage-story lesen zu dürfen. an den Samstagen, an denen ein neuer blue-box-artikel ausbleibt, wird zumindest im amazona-vintage-archiv gestöbert.

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      costello  RED

      Merci Fritz 808! Langsam werden die noch nicht vorgestellten Vintage-Geräte allerdings rarer. Ein paar Geschichten kann ich noch erzählen ;-) Aber warum nicht bei dieser Gelegenheit einen Aufruf starten: Wer in Berlin wohnt und zum Beispiel einen Prophet T-8 oder Prophet 10 besitzt oder auch einen Multimoog (das wären einige der großen Kisten, die im Amazona-Vintage-Archiv noch fehlen) und Lust auf eine Zusammenarbeit hätte, kann sich gerne bei mir melden.

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        Numitron  AHU

        In wien wurde vor ein paar Jahren ein Prophet 10 bei der klangfarbe (größtes musikgeschäft in Österreich) verkauft. Vielleicht können die weiterhelfen und der Besitzer schreibt einen Artikel.

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          costello  RED

          Ach Numitron, schon wenn jeder Amazona.de-Leser hier seine Schätze vorstellen würde, dann würde es garantiert bald keine Lücken im Archiv mehr geben. Dann würde Lightman zum Beispiel über seinen Mirage schreiben usw. Aber viele scheuen dann doch den Aufwand. Und sind dann ganz froh, wenn Recherche und Schreiben ein anderer übernimmt. Aber etwas zu ihrem Instrument erzählen, eigene Sound-Files beisteuern und einen Nachmittag dransetzen für die Fotosession – das ist schon viel eher möglich. Siehe Amazona.de-User Ton-yb mit dem Synclavier und dem ARP Quadra.

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    swissdoc  RED

    Ich suche noch einen Ersatz-Volume-Knopf für meinen EMAX. Sollte jemand einen übrig haben oder jemanden kennen, der jemanden kennt, der einen übrig hat, bitte melden. Vielen Dank!

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    AMAZONA Archiv

    Schöner Artikel, hast Dir viel Mühe gegeben :-)

    3 Synthiefavoriten habe ich: Korg 800DV, Logan Vocalist und den Emulator II. Und dazu die SP-1200.
    Sehr aussergewöhnliche bis obskure Klänge sind mit diesen Instrumenten möglich, die sich vor allem vom Einheitsbrei heutiger Kisten stark unterscheiden. Hoffentlich liest das mal der Uli Behringer ;-)

    Die Bedienoberfläche des Emulator II finde ich – wie bei der SP-1200 – bedeutend attraktiver. Einen übersichtlichen Sampler, mit vielen Editierfunktionen, und dies möglichst ohne aufwendige Menüverschachtelungen, ist seit jeher ein Megawunsch von mir. LoFi mag ich sehr. Aber auch Multitimbral.
    Vielleicht könnte man so einem ja Stereo-Option und einen großen modernen Speicher spendieren.

    Ich würde ja gerne mal wissen, wieviele Leute sich so einen Klon wünschen würden. Bestimmt nicht wenige Leute, oder? ;-)

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      costello  RED

      Danke Venusianer! (Die Sprachkorrektur wollte daraus gleich Venezianer machen ;-)
      Der Logan Vocalist ist wirklich ultrarar. Marko Ettlich hat glaube ich einen in seiner Sammlung oder hatte ihn zumindest. Ja, das wäre ein Traum: Ein Instrument mit dem Soundcharakter eines Lofi-Sampler aber großem Speicher, Stereo etc. Wenn Dave Rossum doch einfach bei den späteren Geräten nicht auf digitale Filter gesetzt hätte…

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        AMAZONA Archiv

        Ich fände es ja toll, wenn z.B. über Amazona tolle Ideen zu einem Klon zusammengestellt würden, so dass man nicht nur einen 1:1 Klon bekommt, sondern sogar eine Kopie, die ganz nahe am alten Sound dran ist, aber dennoch mit Zusatzfunktionen aufwartet, so dass man sagen könnte, dass der Klon sogar das Original übertrifft ;-)

        Das Gleiche beim Logan Vocalist. Fantastische Klänge, aber wenn man dieses Gerät mit Zusatzfunktionen aufwerten könnte, wie sie z.B. in der Software von Synth Magic gegeben sind, dann könnte das eine Wahnsinnsjahrhundertmaschine werden. Um die Software nutzen zu können, braucht man die Vollversion von Kontakt 5.21 oder höher. Hat nicht jeder. Besitze ich zwar, bin selber aber mehr Hardwarefan, muss handfest fummeln können. Bin aber in diesem genialen Fall auch für Hybrides empfänglich.

        Vielleicht löst so eine spezifische Konstruktionsdebatte ja einen zusätzlichen Hype aus, so dass auch nicht so bekannte Synthies, die aber superbes Soundpotenzial besitzen, auch bei den Herstellern wieder Begeisterung und Mut zur modernisierten Neuauflage Anreize schaffen. Gerade Behringer kann da mit humanen Preisen für Begeisterungsstürme sorgen ;-))

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    Soundreverend  

    Danke Costello auch von mir! Auch danke dafür, dass ich nun meinen Emax, den ich gerade erst in den Keller geschafft hatte, wieder hochholen muss :-) Hatte eh kein gutes Gefühl dabei.

    Ich finde das Design übrigens gelungen und schön. Und halt E-mu. Der Emax II ist fällt für mich aus der Reihe weil eben nicht E-mu grau. :-) Eigentlich komisch. Proteus, Drumulator, SP12 etc, alle grau…

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      costello  RED

      Danke für Dein nettes Feedback. Da konnte ich mit meinem Artikel ja noch das Schlimmste verhindern: Emax im Keller! Kopfschüttel!! Hole das gute Stück wieder an die frische Luft und nehm gleich paar neue Samples auf :-))

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      psv-ddv  AHU

      @ Soundreverent: Da hast Du recht, der Emax II fällt aus der Reihe. Der ist zwar schon grau aber eben sehr dunkel, fast anthrazitgrau. Ähnlich dem Proteus I. Ich glaube E-mu wollte damals weg vom klassischen Grau um moderner zu wirken. Der Übergang in die 90ger Jahre zeigte schon Wirkung. Der Emax II hat ja ansonsten exakt das gleiche Gehäuse wie der Emax. Da musste man sich was einfallen lassen um das Gerät auch auf der Bühne klar unterscheidbar zu machen. Die Wiederauflage der SP1200 wurde ja dann auch schwarz.

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        costello  RED

        Diese Unterscheidbarkeit von Emax I und II war Dave Rossum extrem wichtig. Der Emax I war für ihn ja eine Art Ausrutscher, für den er sich fast schämte. Der Emax II dagegen wurde als würdiger Spross der Familie angesehen. Da war die andere Farbgebung tatsächlich entscheidend. Im Nachhinein hat sich Rossum ja sogar geärgert, nicht gleich auch den Namen geändert zu haben.

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          psv-ddv  AHU

          Macht Sinn, wobei ich Dave Rossum da in seiner Ablehnung auch nicht so ganz verstehe. Meinem Eindruck nach ist der Emax II eine ganz klare, gradlinige Weiterentwicklung des Emax. Digitale Filter hin oder her.
          Ich musste mich übrigens neulich, nach einer Jam Session mit dem Emax II, wirklich sehr stark zusammenreissen ihn mir nicht zuzulegen…die Vernunft hat vorerst gesiegt.

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            costello  RED

            Dann ist für Dich das digitale Filter kein K.o.-Kriterium? Als Tack-Gerät nimmt er auch gar nicht so viel Platz weg ;-)

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              psv-ddv  AHU

              Hör auf, hör auf, sonst muss ich mir doch noch einen zulegen :)
              Nee, der digitale Filter des Emax II gefällt mir sogar gerade gut. Ich will das hier nicht weiter im Detail öffentlich ausführen, sonst treiben wir die Preise nur noch weiter hoch ;))

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    Son of MooG  AHU

    Toller Artikel, und auch der Mirage wird als Initiator des Low-Cost-Samplings gebührend erwähnt, über den ich auch sehr gerne einen solchen Artikel lesen würde. Als langjähriger Immer-noch -Sampler erfahre ich immer mehr, was ich nicht über diesen Sampler weiß. Wurde der Emax ll nicht auch von Orbital genutzt (auf „Snivilisation“ & „Inside“ und live)?
    Der Begriff „Mullets“ bezieht sich wohl eher auf die gleichnamige Comic-Strip-Serie:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Mullets
    oder eine Sitcom-Serie:
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Mullets

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      costello  RED

      Danke Son of Moog! Stimmt, über den Mirage gab’s auf Amazona.de noch keinen Artikel. Kann ja noch werden…Mit Snivelisation und Emax II liegst Du wohl richtig. Diverse Gearlists aus dem Jahr 1994 listen sowohl die Keyboard- als auch die Rackversion des Emax II für Orbital auf. Und bei den „Mullets“ bezieht sich der Name der Comicserie eben genau auf diesen Frisurtyp. Musst Dir nur mal die beiden Helden ansehen – haben die allerschönste Vokuhila-Frisur.

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    wolftarkin  

    Gebt mal „emax“ in die Bildersuche einer Suchmaschine ein. eww.. :-O Muss ich dieses Jahr auch noch hin.
    Sach mal costello, eigentlich hätte ich wichtigeres zu tun. Und dann kommt hier wieder so ein Artikel.
    Zu lang und zu gut. ;-) Danke!

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      costello  RED

      Ist doch schön wenn der Sampler einen zugleich an die perfekte Zahnhygiene erinnert :-)) Danke wolftarkin, und ich gebe Dir völlig recht: Der Artikel ist definitiv zu lang. Ich hätte den Teil mit der Analogallergie weglassen können. Aber der hat mir halt besonders viel Spaß gemacht ;-)

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    Sudad G  

    Was ich an Vintage-Samplern auch oft mag, ist die Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche beim Editieren von Samples. Mangels Graphik-Display mussten da teilweise recht intelligente Algorithmen für das Auffinden von Nulldurchgängen für Schneiden und Loopen implementiert werden. Die Autoloop-Funktionen beim Emax und auch die beim EPS (Bidirectional-Crossfade-Loop) waren echt der Hammer. Damit konnte man Strings und Pads loopen, die man heute mit Kontakt nur schwer gelooped bekommt.

    Was ich mir heute als Remake eines Vintage-Samplers wünschen würde, wäre ein einfach zu bedienender Sampler mit analogen Filtern und einem druckvollen Sound.
    Anstelle eine Floppy-Laufwerkes eine USB-to-Device Schnittstelle und schöne Autoloop-Funktionen.
    So eine Arte Emax I, Prophet 2000 oder Ensoniq EPS in neu und ohne Schnick-Schnack.
    Vielleicht macht das ja mal ein Hersteller.
    Die heutigen Geräte können so viel, dass man oft den Überblick verliert und das Intuitive Arbeiten oder Musizieren oftmals behindert wird. Anstatt 2-3 Spezialisten zu entwickeln hauen die meist alle Kundenwünsche (Anm: Von denen sie meist der Überzeugung sind, dass sie das sind) in eine Kiste mit dem Ergebnis, dass in vielen Studios dann doch immer noch die einfacheren Kisten von damals stehen wegen des Sounds und der Bedienung.

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      costello  RED

      Dave Smith hätte mit dem Prophet X die Chance gehabt, genau so ein Instrument abzuliefern. Stattdessen hat er es nur zu einer Abspielstation für eine bestehende Sample-Kollektion gemacht. Sehr schade. Mit der Einfachheit und Beschränkung auf das Wesentliche gebe ich Dir absolut recht. Vieles beim Emax läuft fast schon intuitiv. Das war genau mein Kummer mit dem Roland-Sampler, auch weil ich nach der Speichererweiterung kein Geld mehr für einen Bildschirm übrig hatte, der die Bedienung sicher vereinfacht hätte. Aber selbst das Booten und Anwählen des CD-ROM-Laufwerks ist beim S-760 eine echte Aktion. Beim Emax habe ich dagegen richtig Lust darauf, alles auszuprobieren und auszuloten.

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        AMAZONA Archiv

        Da hast Du Recht, costello. Der Prophet X ist leider kaum mehr als ein Sampleplayer geworden, der vor allem durch die Softwaresounds besticht. Und das für solch einen hohen Preis.
        Wenn Behringer hier mal ansetzen und das umsetzen würde, was er hätte sein können: ein echter Sampler mit tollen Editiermöglichkeiten für die Hälfte des Preises.
        Einen umfangreich/sinnvoll und dennoch leicht zu programmierenden Sampler (Spaß muss die Editieroberfläche machen!) wünschen wir uns doch alle. Sowas steht noch aus!
        Den Waldorf Quantum kann ich mir leider nicht erlauben, aber falls Behringer da mal was Eigenes entwickeln will… am besten in Absprache mit dem Zielpublikum. Ein kostengünstiger Sampler mit einer superben Bedienoberfläche, wahlweise LoFi- und HiFi-Qualität, Stereo-Option, Multitimbral, analoge Filter….
        Eine Kiste, die die alten 80er Sounds kann, aber auch möglichst Neuartiges, Fremdartiges, Gespenstisches, Vocoder und dergleichen, alles untereinander mischbar. Musik für Leichenhallen und Geisterstädte, wie auch für exotische SciFi-Großstädte, in denen die Autos fliegen, Beamer zum Alltag gehören und ausserirdische Monster-DJs zu hypnotischen Ritualwaves meditativ einladen.
        Uli Behringer, bitte übernehmen!

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    lightman  AHU

    Im Prinzip wünsche ich mir einen Mirage oder Emax mit Echtzeiteingriffsmöglichkeiten. Hifi brauche ich nicht unbedingt, dafür gibts andere Geräte (Akai, usw.). Beim Mirage kann ich beispielsweise das Filter durch den LFO modulieren, was auch prima klingt, aber eben nicht wirklich über die Oberfläche. Klar, ich kann die Funktion Filter Cutoff anwählen und dann die HEX-Werte mit den + und – Tasten verändern, aber da sind dann natürlich dicke Stufen drin, das geht in manchen Tracks, in den meisten anderen aber nicht.

    Echtzeiteingriff, jeder Regler sendet CCs, informativeres Display, vielleicht noch eigener Sequenzer/Looper. Original Sound ohne reingeschwiemelte Konzessionen, aber knackig-schneller, moderner Zugriff, das wär’s für mich.

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      costello  RED

      Das ist beim Emax ähnlich: Eine Veränderung des Filters Cutoffs und speziell der Resonanz über den Daten Slider geht mit Stufen einher. Das kann man bei Klangbeispiel 7 „Emax Filter “ auch hören. Allerdings kann man das Filter auch auf eines der Räder legen und dann gibt’s keine Stufen (Beispiel 2, Emax 1000 mm lens). Freilich hat man dann nur noch ein Rad übrig und muss sich zum Beispiel zwischen Modulation oder Tonhöhenkontrolle entscheiden. Allerdings kommen dann noch die Fußkontroller dazu, deren Zahl ich allerdings gerne klein halte, sonst wird’s am Boden unübersichtlich ;-) Aber jede Menge Echtzeiteingriffe – dazu ein moderner großer Speicher und ein Display mit mehr als nur zwei Zeilen, das wär’s doch.

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      Numitron  AHU

      Vielleicht nicht 100% was du suchst, aber hast du einmal die sp404 (sx) [a] probiert?
      Start- und Endzeit über potis ähnlich wie beim s612, viele gute Effekte (bitcrusher ist mein Favorit), bis zu 120 Sounds parallel verwendbar (12 Pads x 10 Bänke), lange samplezeiten, kompakt, batteriebetrieben. Besonders in der fingerdrumming und LOFI-Fraktion beliebt. Die sp 303 könnte auch interessant sein, aber man sollte schauen dass eine Smart Media Karte dabei ist.

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        costello  RED

        Die Roland Sample Player sind schon feine Geräte aber doch in erster Linie für Drum-Samples, lange Loops und One- Shots geeignet. Ich will auf meinen Sampler ja in Pet Shop Boys-Strings schwelgen ;-)

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      Son of MooG  AHU

      Ja, das wäre auch meine Wunschvorstellung für den noch ausstehenden Behringer-Sampler, ein Mirage mit Deepmind12-ähnlichem Panel. Die Krönung wäre dann noch ein Disketten-Laufwerk, das wie der Oberheim DPX Emu- & Mirage-Samples laden kann. Ich habe hier kistenweise Disketten mit eigenen Samples, die ich nicht erst noch wandeln und kopieren will, aber damit gehöre ich wohl zu einer schwindenden Minderheit…

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        lightman  AHU

        Nee, ist bei mir genauso, da türmen sich Datenträger für S2000, Mirage, XP-80, Atari ST, usw… sind alle zusätzlich als Images auf dem Laptop gesichert, man weiß ja nie. Jau, ein Nachbau mit Diskettenlaufwerk wäre echt der Knüller, aber ich glaube nicht, daß uns jemand den Gefallen tut. :)

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    Numitron  AHU

    Hab wieder das daft punk album „discovery“ gehört. Dort sind ja viele Samples mit sehr niedriger Bit- und Samplerate drauf. Ich schätze die haben auch noch alte lofisampler verwendet.

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      costello  RED

      Hi Numitron, auf Discovery war wohl auf alle Fälle die E-Mu SP-1200 beteiligt. An anderer Stelle las ich, dass Daft Punk von E-Mu auch den E III einsetzten. Sogar mein etwas ungeliebter Roland S-760 gehörte zum Equipment von Daft Punk, Unmengen von Analog-Synthesizern, E-Pianos von Rhodes und Wurlitzer, aber das alles wurde durch Tonnen an Outboard geschickt und oft stark verzerrt, so dass das ursprüngliche Instrument teilweise gar nicht mehr herauszuhören ist.

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        Hectorpascal  AHU

        Das möchtet ihr so denken wollen aber Discovery ist ein Emagic Logic Produkt. Klar kam hier und da Outboard zum Einsatz aber zu mindestens 80% ist es Logic. Der Rest ist Ensoniq DP4, Talkbox und der ein oder andere Kompressor. Das wurde aus meiner Erinnerung heraus sogar so kommuniziert und die beiden haben es genossen eine moderne Produktionsumgebung zu haben. Man hört es auch aus dem Album heraus. Mit „Human After All“ wollten die wieder mehr „Old School“ gehen aber das Album war ein Satz mit X. Schon eine Ironie das deren bestes Album mit größtmöglicher Computerunterstützung gelungen ist und angeblich alles sooo nerdig gewesen sein soll. Das war mit Homework bestimmt noch so aber die haben damals darüber null nachgedacht sondern ihren Spaß gehabt. Es lebe der Punk!
        P.S. Es gab sogar ein Logic Discovery in Version 3, ein Schelm wer böses darüber denkt. :)

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          costello  RED

          Ja, Emagic Logic (ab 2002 dann Apples Logic) war bei den Daft Punk-Alben wohl immer dabei. Aber auch jede Menge analoger Kram. Das erwähnte Wurlitzer 200 A ist auf Digital Love zu hören. Ein VP 330 auf Human after all etc. “On ‘Digital Love,’ you get this Supertramp vibe on the bridge,” remarks de Homem-Christo. “We didn’t sample Supertramp, but we had the original Wurlitzer piano they used, so we thought it would be more fun to have the original instrument and mess around with it. We use mainly vintage synthesizers…“ Ich glaube Daft Punk gehört zu den Bands, die wirklich jedes Stück Analog Gear, dessen sie habhaft wurden, irgendwann verwurstet haben ;-)

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            Hectorpascal  AHU

            Ich kann dir nicht widersprechen und natürlich entstammen einige „Signature Sounds“ aus deren Sammelsurium. Genau das wird bei Daft Punk aber total überbewertet und Gearheads werden eines Tages noch eine Religion darüber gründen. :) Viel wichtiger ordne ich die verwendeten Samples ein und die konnte man mit Logic ganz einfach verwursten. Ich fand Discovery sehr gut aber auch hochglanzproduziert. Hier mal die Samplelist zur Erinnerung:
            https://www.youtube.com/watch?v=3XaqDcg8KEo

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              costello  RED

              Ich mag Daft Punk auch sehr gerne, bin aber absolut kein Experte für diese Band. Aber mit dem Hang zur Mystifizierung und dem Name-Dropping haben Du und Lightman sicher recht. Das fand ich bei der Recherche zu den Beasty Boys und den Dust Brothers auch sehr aufschlussreich – dass die über die Limitierungen ihres Loft-Samplers geflucht haben und sich eigentlich nach so etwas wie ProTools sehnten. Da wird heute sich er auch vieles glorifiziert, was die Musiker damals eher unpraktisch fanden. (Ich finde meinen Emax trotzdem toll :-)

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              TobyB  RED

              Hallo Hector,

              die letzte Popreligion waren die The Justified Ancients of Mu Mu.
              https://bit.ly/2zoS0jS

              Ich find Daft Punk ehrlich gesagt banal. Das ist für mich einfach stumpfes Abgesample und Verwurstung. Dann doch lieber JAMMs :D Aus einer Idee drei Alben zu machen, muss man erst mal können.

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            lightman  AHU

            Jo… da ist viel Legendenbildung mit dabei, auch bei so manchen anderen Acts. In der Bio lesen sich obskure alte Synths, Sampler und Drummies halt besser als Logic oder Cubase, und auch wenn ich nicht abstreiten will, daß Daft Punk & Co. sowas mal verwendet haben, wird das Wesentliche wohl in der Box erledigt.

            Name-dropping und Mystifizierung hat schon immer mit zum Spiel gehört, gerade Letzteres haben die Dafties mit ihren Masken nahezu perfektioniert. Tja, Kiss haben das schon weit vorher gemacht und sind auch ganz gut damit gefahren, wa… :)

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    iggy_pop  AHU

    „Mullets“ — in Berlin hätte man die früher wahrscheinlich „Jenickschußbremse“ genannt.
    .
    Emax war für mich damals in egal welcher Ausführung unerschwinglich, so wurde es dann (ein nur unwesentlich weniger unerschwinglicher) Prophet 2000.
    .

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      costello  RED

      „Genickschussbremse“ – den Ausdruck kannte ich noch nicht :-) Kannst Du Dich eigentlich noch erinnern, was der Emax damals tatsächlich in DM gekostet hat? Ich habe – anders als beim Mirage – leider keine Angabe gefunden. Müssten aber beim damaligen Dollarkurs mindestens um die 7000 Märker gewesen sein.

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        k.rausch  RED

        Preise Emax: Für Emax II wurde im November 1990 ein Verkaufspreis von 6.380,– notiert (Keyboards Keyboard-Börse), der Emax steht im „Key Report“ (Ausgabe 1992) mit Listenpreis 6.000,– drin. Alles Deutsch Mark natürlich :)

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          costello  RED

          Danke für die Info, Klaus. Das ist ja ein Anhaltspunkt. Der Dollar-DM-Kurs hat sich Ende der 80er immer mehr in Richtung 1 zu 2 entwickelt. Das kommt also hin. Die HD-Geräte waren dann sicher teurer. Was mich nur wundert sind die über 13.000,– DM die Peter für seinen Turbo Emax II mit interner Festplatte ausgegeben hat. Aber Speicherplatz war damals verdammt teuer. Ich erinnere mich, dass der Preis für meinen Roland S-760 durch die Speichererweiterung damals auch in schwindelnde Höhen rückte.

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            iggy_pop  AHU

            Ich wollte es gerade schreiben, irgendwas um die 7.000 DM — das war weit jenseits von Gut und Böse für mich.
            .
            Mein Prophet 2000 kostete 1990 gebraucht 1.490 DM — dafür ging die Kohle, die ich zwei Jahre lang gespart hatte, komplett drauf, genauso wie das Geld zum 18. Wenigstens bekam ich von Klaus Hoffmann-Hoock Kopien seiner wirklich hervorragenden P2000-Library.
            .
            Interessanterweise stieß Klaus seine 2000/2002 um 1991 ab und ersetzte sie durch einen Emax 2. Lange ist’s her.

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              costello  RED

              Und hast Du ihn noch – den Prophet 2000? An dem dürfte ja einige nostalgische Erinnerungen hängen. Vom Bedienungskomfort schätze ich mal, dass der 2000 eher in die Richtung von meinem ollen Roland-Sampler geht.

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                iggy_pop  AHU

                Für dieses Maß an Nostalgie hatte ich irgendwann keinen Platz und auch keine Lust mehr übrig… das war mit einer der Gründe, weshalb ich seiner überdrüssig geworden war (Nostalgie hin oder her — er ist dokumentiert, das muß reichen). Ich habe mir vor dem Verkauf die wichtigsten Klänge in den E4 gesampled, das muß reichen.
                .
                Der Bedienungskomfort des 2000 geht eher in die Richtung einer Prostatauntersuchung. Kann man mögen, muß man aber nicht.

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                  costello  RED

                  Amazona.de wandelt sich langsam zur zweiten Medical Tribune: Von Zahnbehandlung (Wolftarkin) bis zur Urologie alles dabei ;-)

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            k.rausch  RED

            Peters damaliger Kaufpreis kann wegen des teuren Zubehörs zustandegekommen sein. Masterbits bot die 2 MB Expansionboards für Emax II für 1498 Mark an, das summiert sich dann bei voller Ausbaustufe. Dazu vielleicht noch weitere Anschlüsse plus Festplatte und CD-ROM Player, und zack war man mit der Verdoppelung des ursprünglichen Einstandspreises dabei :)

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              Dirk Matten  RED

              Preisliste Synthesizerstudio Bonn
              1. September 1989

              EMAX II TURBO
              16-Bit Digital Sampling System
              Keyboard oder Rack-Version
              32 Audio Kanäle, 16-stimmig stere0
              4 MB Speicher, 40 MB Harddisk

              DM 13.400,-

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    AMAZONA Archiv

    Super schöner Bericht über den Emax Kollege Costello. Ich lese deine Reviews immer mit großer Freude. Der Emax ist es auch wert so ausführlich behandelt zu werden.
    Emulator II und Emax sind beide toll. Ich würde nicht den einen über den anderen stellen wollen.
    Was die Meinungen über den Emax II betrifft, da will ich nicht streiten. Das sind subjektive Geschmacksfragen. Beide haben Vor- und Nachteile. Du kannst also mit Peter und mir einen trinken gehen ohne dass wir uns die Synths um die Ohren hauen werden. Aber, für mich bitte eine Faßbrause. ;)

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      costello  RED

      Danke, lieber Marko! Ich hoffe, gerade auch durch die Einbeziehung Deiner schönen Videos ist es eine ganz runde Sache geworden und man bekommt eine Vorstellung von den Möglichkeiten des Samplers. Mir macht der Emax einfach nur Freude, inklusive Samplen und Klänge verbiegen – und das war bei meinem Roland S-760 leider gar nicht so. Dann freue ich mich auf einen Superbooth-Frühschoppen bei Pils und Fassbrause :-))

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        AMAZONA Archiv

        Der Emax macht einfach Spass. Ich sample mit ihm oft meine analogen Saurier und verwurste die Sounds dann. Die Arbeit mit den Emus ist ungeheuer inspirativ. Ich freue mich dass du jetzt auch einen hast. Superbooth Frühschoppen geht klar. :)

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            AMAZONA Archiv

            Ich glaube Peter liebäugelt mit allem was nicht bei drei auf dem Baum ist. :D ;)

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              costello  RED

              Da tun sich Sampler ja bekanntlich nunmal schwer mit – also mit dem auf Bäume klettern :-))

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    TobyB  RED

    Sehr schön Mr C,

    Was wäre die Musikwelt ohne die Arcostrings. In meiner Plattensammlung würden dann für mich ziemlich wichtige Scheiben fehlen. :)

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      costello  RED

      Danke Toby! Ja, die Arco Strings sind toll und auch heute noch kann man in diesem sattem Streicherklang förmlich schwelgen. Ich fange dann automatisch an, PSB-Harmonien zu spielen ;-)

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        TobyB  RED

        Ich hab da eher diverse Crossoverbands von Anfang der 90er im Kopf :-D Arcostrings waren damals sehr in ;-) Wobei die in der Regel am Anfang des Songs abgefeuert wurden, siehe Paradise Lost „Icon“ von 1993. Ist eines der 100 Alben die ich mit auf die Insel nehmen würde. A) weil ich Icon und Host für unterschätzte Alben halte. B) Korg M1 und eben Arcostrings. Das ganze gipfelte bei PL dann im Album One Second wo für eine Metalband, dermassen viele Synths und Flächen blubbern. Das es mit Host für das depeche modigste aller Metallalben noch gereicht hat. ;-)

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          costello  RED

          Ich kenne tatsächlich drei Alben von PL: Host ist dabei, Faith divides us… und Tragic Idol. Mal aus der gutsortierten Musikbücherei in Berlin-Steglitz ausgeliehen. Ich nehme an, die frühen Alben sind die besseren?

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            TobyB  RED

            So pauschal kann man das nicht sagen, PL haben ja im Laufe ihrer Karriere mehrere Stile angerissen und gestreift. Host würde ich als sehr Electropoppog bezeichnen. Andere Alben sind sehr doomed oder gothic. Ich finde halt solche Bands wie PL, Faith no More oder The Gathering schon wichtig, weil da der Samplereinsatz, die 303 oder das M1 im Bandkontext ganz natürlich funktionierten und die Tastenjungs nicht verschämt in der Ecke standen.

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              costello  RED

              Ich mach ja nicht mehr live. Aber verschämt in der Ecke rumstehen war nie mein Ding ;-)

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                TobyB  RED

                Hehe, ist doch aber so. Warum benutze ich im Studio einen Sampler oder Synthie, wenn ich dann live vorhab, den in die Ecke zu stellen. Macht keinen Sinn ;) Ich mach bald wieder live. Programmier grade alles. :)

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    AMAZONA Archiv

    Als Besitzer eines ESi-32 sollte ich mich nicht unter die Kommentatoren mischen die mit den „großen Geräten“ im Nacken ihre Erfahrungen austauschen. Trotzdem will ich hier als Dackel unter den Doggen kurz mal mein piepsiges Stimmchen erheben. EMU-Sampler klingen einfach „richtig“. Ich habe etwas Ähnliches bisher nur bei der W-30 erlebt, die halt, nun ja … Roland ist. Sehr gut. Aber der EMU macht es wirklich phantastisch.
    .
    Nur selber-samplen ist bei den Dingern was für Masochisten mit schwarzem Gürtel. Aber für Menschn wie mich hatte EMU ja später auch was im Petto …

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      costello  RED

      Hi Polyaural, ich bin ja noch ein absoluter E-Mu-Novize, aber Deine Einschätzung, dass die E-Mu-Sampler richtig klingen, würde ich teilen wollen. Ich hatte auch erst über einen Racksampler wie den ESi-32 nachgedacht. 32 Stimmen! Auch eine Riesen-Library und der Preis ist natürlich unschlagbar. Letztlich war ich dann durch Markos Emax-Videos infiziert. Für mich war halt der E 2 die Schallgrenze, die ich absolut nicht durchbrechen wollte. Und der Emax ist verdammt nah dran.

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        AMAZONA Archiv

        Auf jeden Fall die richtige Wahl. Ich habe leider keinen Platz für weitere Keyboards, und überhaupt — nur so als Hobby und zum Meditieren wäre ein Emax sicherlich over done. Eigentlich müsste ich reduzieren.
        .
        Ach ja, der Artikel fetzt. Aber richtig …

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          costello  RED

          Danke polyaural! Ich war diese Woche übrigens für einen Beitrag bei einem jungen italienischen Musiker, der seine (sehr) umfangreiche Sammlung auch reduzieren will. Nur der Matrix 12, der Prophet 5, der Jupiter 6, der Minimoog und der SH-101 dürfen bleiben. Dazu die 808, die 909 und ein bisschen Modularkram. Weniger ist mehr sagte er. Ich nickte stumm :-)

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            lightman  AHU

            Ich habe knapp zwei Jahre mit dem ESI-32 gearbeitet und fand ihn gut, im Vergleich zu den Akais läßt er sich flüssiger bedienen und klingt ziemlich edel. Die Tastenanordnung rund um das Display ist gelungen und läßt mit etwas Übung sämtliche Arbeitsgänge schnell vonstatten gehen, der Workflow ist sehr logisch. Macht Spaß, das Teil.

            Allerdings habe ich ihn danach für einen Akai S2000 drangegeben, nachdem ich beide Sampler im Direktvergleich im Studio antreten ließ. Eigentlich ist der S2000 dem ESI-32 funktionsmäßig und von der Bedienung unterlegen, aber sein harscher, direkter, harter Sound hat mir für meine Musik damals mehr zugesagt.

            Ich weiß nicht, ob ich mich heute nochmal so entscheiden würde, es gibt Gelegenheiten, wo ich den ESI-32 und seine Möglichkeiten vermisse, aber potentielle Käufer sollten auf alle Fälle auch die Akais in Betracht ziehen, die Unterschiede im Sound können’s am Ende ausmachen.

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              lightman  AHU

              Nachtrag – Stichwort Akai: Wenn du auf den klassischen Samplersound stehst, solltest du unbedingt mal den S950 ausprobieren, viele Musiker schwören heute noch auf seinen druckvollen Sound!

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                lightman  AHU

                Nicht wirklich, wenn man sich daran gewöhnt hat, solange es noch einen ordentlichen Kontrast hat, ist alles gut. Der Arbeitsfluß ist logisch und es gibt diverse Hilfsmittel zum schnellen Durchsteppen der Parameterseiten, geht ganz gut von der Hand.

                Das Display bzw. OS bietet allerdings keine Möglichkeit des visuellen Editierens der Wellenform eines Samples, für Loops und dergleichen ist man auf Zahlenwerte und eben das Gehör angewiesen. Es gibt allerdings eine FIND-Funktion, die geeignete Looppunkte mit gleicher Amplitude aufzufinden hilft.

                Einzig das Alphadial-ähnliche Eingaberad mit innerem Dial und äußerem Ring kann etwas nerven. Bei allen 2000ern, die ich bisher gesehen und benutzt habe, ist das Dial ziemlich ausgeleiert, was es manchmal schwierig macht, Werte exakt zu treffen. Demgegenüber hat der äußere Ring meist so viel Widerstand, daß man alle Finger zum Drehen braucht, mir wäre weniger davon lieber, zumal der Grip auch zu Wünschen übrig läßt, der Ring rutscht gerne mal durch die Finger, wenn man nicht richtig hinlangt, und springt wieder in die Ausgangsposition.

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            AMAZONA Archiv

            Ich bin ja den Elektron-Sachen (Analog Keys, Octatrack, Analyg Rytm) ein Stück weit verfallen. Zusammen mit meinem Voyager, COTK und dem Juno 60 ist eigentlich alles gesagt was man zur elektronischen Musik sagen muss.

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      Numitron  AHU

      Die w30 ist ja auch ein Klassiker. Gerne verwendet bei früh 90er Rave.
      Das erste prodigyalbum ist größtenteils mit einer w30 gemacht worden.
      Liam hatte teilweise 5 Geräte als Backup.
      Hier bei diesem Video, hat jemand eine originalmaschine von prodigy ergattert und demonstriert sie: shorturl.at/jkqs5

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    TobyB  RED

    Mich würde jetzt gerne mal interessieren, wie das Auditorium den EII und EIII gegeneinander einordnen würde? Der EIII war ja nun mit dem F Chip ausgestattet.

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      psv-ddv  AHU

      EII: Inkonisches Design, legendärer Klang, war nicht umsonst ein grosser Erfolg für Emu.
      EIII: Wunderschönes Gerät, steriler Klang, war nicht umsonst ein Flop für Emu.
      Kenne beide Sampler aus eigener Erfahrung. Würde den EIII aber trotz der Kritik allen späteren Emu Samplern ab EIIIxp-> klanglich vorziehen.

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        TobyB  RED

        Hallo PSV-DDV,

        danke da weiß ich jetzt wo ich das ungefähr hinpacken kann. Habe grade einen E-MU ESI4000 auf dem Tisch und weiß wie der G-Chip und H-Chip klingt. Kann aber nichts gescheites zum F-Chip finden.

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          psv-ddv  AHU

          Der F-Chip ist mysteriös. Meine Vermutung ist, das er im E III lediglich für die Transposition der Samples verantwortlich war. Vielleicht hat er auch zentral die Verteilung der Stimmen an die Voiceboards übernommen. Wobei ich eher annehmen, dass es einen F-Chip pro Stimme gab. Die Stimmenarchitektur war ja ansonsten noch diskret mit DA-Wandler und Curtis Filter pro Stimme. Ich nehme an, die Hüllkurven wurden durch von der CPU gesteuerte VCAs realisiert. Der stimmendiskrete Aufbau ist hörbar. Durch sie hat der E III eine hohe analoge Dynamik und die Curtis Filter beleben den ansonsten eher langweilig sauberen Klang etwas. Dadurch klingt er besser als die Nachfolger. Man müsste sich mal eine EIII Voice Platine ansehen, dann wüsste man mehr. Spannendes Thema!

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            psv-ddv  AHU

            Ok, hab was gefunden: http://www.....ulIII.html
            Hier sieht man auf dem 3. Foto ganz gut den Aufbau.
            Unten links die CPU Platine, links auf der Platine vermutlich der F-Chip. Unten rechts das A/D Wandler Board mit 4 vergossenen Tiefpass Filtern. Darüber, noch im Käfig, zwei Voiceboards mit Wandlern, Filtern, VCAs für je 8 Stimmen. Unten gibt es noch einen Link zum Servicemanual darin sollte man eigentlich fast alles an Wissenswertem über den F-Chip finden. :)

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              TobyB  RED

              Hallo PSV-DDV,

              Soweit wie ich das verstanden habe, war der F-Chip nur ein Zwischenschritt. Deine Informationen reichen mir, damit kann ich was anfangen. :-)

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                psv-ddv  AHU

                Ja, das war eigentlich nur recht primitiver Versuchsballon für die späteren Emu Chips. Das digitale Filter war noch statisch. Siehe meine Erläuterungen weiter unten… Weist Du ob die späteren Emu Chips auch noch für Oversampling verwendet wurden?

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          psv-ddv  AHU

          Das ist jetzt wirklich spannend. Hab kurz mal im Service Manual quergelesen: Der F- chip sorgt im EIII sowohl für das Oversampling als auch für ein digitales Tracking-Filter! Zusätzlich werden 3 Pole des analogen Curtis Filters als zweites Tracking-Filter eingesetzt, laufen also immer In festgelegtem Abstand zur Transposition mit, während die restlichen 4 Pole als steuerbares Tiefpass Filter verfügbar sind.
          Das heist, der EIII hat sowohl digitale als auch analoge Filter im Signalpfad!
          …und das erklärt für mich auch den etwas zu sterilen Klang. Die hatten damals anscheinend soviel Schiss vor Aliasing Artefakten, das sie den Signalweg komplett überfiltert haben. Aus damaliger Sicht verständlich, da man möglichst sauberen Klang wollte, aus heutiger Sicht macht es den EIII klanglich aber weniger interessant.

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            psv-ddv  AHU

            Nach weiterer Lektüre: Korrektur, das Digitale Filter im F-Chip ist anscheinend fix bei 20kHz. Das Curtis Filter übernimmt das Tracking. Es gibt im EIII einen F-Chip pro Stimme. Also 16 Stück. Die übernehmen Das 1-fache Oversampling (doppelte sample Rate) und das digitale 20kHz Brickwall Filter. EIII Besitzer sollten sich also ähnlich wie auch Emax II Besitzer über ein backup Gerät Gedanken machen. Für diese custom E-mu Chips dürfte nur sehr schwierig Ersatz zu finden sein. Ausserdem erübrigt sich durch den oben beschriebenen Filteraufbau die Wiedergabe von importierten 96kHz Samples komplett (siehe Amazona EIII Bluebox), da alle Frequenzen über 20kHz im F-Chip rigoros digital beschnitten werden und nach der Transposition das Tracking Filter greift. Da kommt nix durch was man nicht auch bei 44,1kHz hören würde. Wie ich schon vermutet hatte, für Lautstärke und Panning sitzen in den Stereausgängen 3 integrierte VCAs der Curtis3387 ICs die über gemultiplexte 12Bit Wandler angesteuert werden. Das dürfte dem Klang insgesamt auch nicht gerade zuträglich sein.

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    VEB Synthesewerk

    Vielen lieben Dank für diesen tollen Artikel.
    Der EMAX steht auch schon lange auf der „haben-wollen-Liste“.
    Bis jetzt habe ich es nur bis zum E4X Turbo geschafft.
    Auch so ein geniales Teil :-)
    Das Einzige was mich an deinem Artikel stört, sind die vielen nicht übersetzten englischen Zitate.
    Diese bremsen den Redefluss doch etwas.

    Herzliche Grüße, Thomas.

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      costello  RED

      Hallo Thomas, herzlichen Dank für Dein nettes Feedback. Dein E4X Turbo ist ja noch einmal eine ganz andere Hausnummer mit 128 MB RAM, 128 Stimmen, da schaut der EMAX ganz verschämt drein. Aber durch das schöne analoge Filter ist er halt auch noch nicht obsolet geworden. Mit den englischen Zitaten sprichst Du natürlich einen heiklen Punkt an. Gerade, weil ich ja versuche immer ein bisschen zum zeitgeschichtlichen Kontext der Instrumente zu erzählen, „wildere“ ich oft in älteren Artikeln. Und dann finde ich es redlicher, die Zitate unverfälscht wiederzugeben. Bei Übersetzungen schleichen sich halt oft Ungenauigkeiten ein, oder so ein Urviech wie den „Mullets“-Typen hätte ich gar nicht adäquat übersetzt bekommen. Aber dass das den Lesefluss behindert, sehe ich absolut ein. Da werde ich nochmal in mich gehen :-)

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