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Blue Box: Korg Polysix, Analogsynthesizer


1982: Korgs Poly-Hype

Korg Polysix

Monophone Synthesizer waren schon recht nett, aber immer mehr Musiker wollten polyphon spielen – und vor gut 30 Jahren ging es damit erst so richtig los.

Okay, polyphone Synthesizer gab es auch schon in den Siebzigerjahren, aber die KORG PS-Serie war groß, kompliziert in der Bedienung und teuer. Der CS60 und CS80 von YAMAHA ebenso und der Moog POLYMOOG erst recht. Der Oberheim Four-Voice war zwar auch ein prima Synthesizer, aber Bedienung, Bespielbarkeit und Programmiermöglichkeiten: Naja, zumindest stark gewöhnungsbedürftig. Ein echter Hammer war dann erst der 1978 erschienene Sequential PROPHET-5 von der damals noch jungen und kleinen Firma Sequential Circuits. Hier gab es erstmals das, was für alle folgenden polyphonen Synthesizer als Leitbild dienen sollte: überschaubare Klangerzeugung nach MINIMOOG Struktur, Polyphonie (hier 5-stimmig) und volle Programmierbarkeit mit vielen Speicherplätzen! Die Musikwelt war begeistert, doch das Ganze hatte damals auch seinen Preis: 13.500,- DM!

Somit blieb auch das für viele nur ein unerreichbarer Traum …

A further star is born

… bis zum Jahre 1982: Hier kam der KORG POLYSIX auf die Welt. Als Bruder des gleichzeitig erschienenen MONOPOLY ist der POLYSIX ein recht einfacher 6-fach polyphoner Single-VCO-Synthesizer mit 32 Speicherplätzen und einem Superverkaufsargument: Er kostete nur 3400,- DM! Und nun als erschwinglicher PROPHET-5-Ersatz betrachtet (obwohl er das in Wirklichkeit natürlich nicht ganz war), erfolgte ein unglaublicher Sturm auf die Musikläden. Jeder wollte so ein Ding haben und somit wurde der POLYSIX ein MEGA-Erfolg mit über 50.000 verkauften Einheiten!

Konzept

Es sollte ein neuer Haupt-Synthesizer für die nachwachsende Band-Keyboarder-Generation geschaffen werden, der folgende Features bieten sollte:

  • Standardsounds wie Orgel, Streicher, Bläser, E-Piano usw. überzeugend anbieten
  • polyphon spielbar (6-stimmig)
  • mehrere Speicherplätze für Sounds
  • einfach in der Bedienung,
  • günstig im Preis

Somit ist die Struktur mit einem VCO (+Suboszillator), VCA, VCF und einer Hüllkurve sowie einem einfachst-LFO simpel, aber wirksam gelungen. Für ausgefuchstere Bass-, Lead- oder Effektsounds gab es ja den MONOPOLY (was auch entsprechend als „ideales Paar“ beworben wurde). Des Weiteren gilt hier vieles, was schon im MONOPOLY Bericht gesagt wird, auch für den polyphonen Bruder: Man bediente sich der besten zu dieser Zeit verfügbaren Bausteine, den VCO-, VCF- und VCA-ICs des US-Amerikanischen Herstellers SSM. Denn eben solche integrierten Schaltkreise fanden auch im legendären PROPHET-5 Verwendung. Sie hatten also eine hervorragende Reputation, wurden dort aber aufgrund hoher Ausfallraten später durch CURTIS-Chips ersetzt.

Beim Erzeuger geht’s los

Signalerzeugung und -fluss sind auch hier wieder nach klassischer subtraktiver Minimoog Manier aufgebaut.

Ein rein analoger VCO (SSM2056) erzeugt die Standardschwingungsformen Sägezahn (fallend), variable Pulsbreite und Pulsbreite moduliert.

9_vco.jpg

Die Fußlagen werden per Stufenschalter zwischen 16’, 8’ und 2’ eingestellt. Ein vom Master-Oszillator abgeleiteter Suboszillator stellt eine Rechteckschwingung mit festem Pegel entweder eine oder zwei Oktaven darunter bereit. Er ist aber auch ganz abschaltbar.
Eine stabile Stimmung stellt sich nach wenigen Minuten ein. Einen Tune-Schalter wie bei ROLANDs JUPITER-6/8 gibt es hier nicht. Ein Rauschgenerator ist auch nicht vorhanden.

Ohne weitere Oszillatoren entfallen hier natürlich auch jegliche Sync- oder crossmodulierte Sounds.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    DietmarB ••

    Ich muß da mal was korrigierend anmerken: Die im Polysix verwendeten SSM-Chips (2055) sind die verbesserten Nachfolger derer, die im ersten Prophet-5 Einsatz fanden (2050, Hüllkurvengenerator) und gerne ausfielen.

    Weiteres: Die damals noch verwendeten Speicherakkus laufen gerne aus und zerstören meist das komplette CPU-Board. Wer das Ding sowieso MIDIfizieren will kann die Restschaltung nachbauen, denn im Polysix kommen 2 maksenprogrammierte 8048-MCUs zum Einsatz, eine für Tastatur und Arpeggio, die andere für Bedienfeld und Klangerzeugung. Diese werden beim MIDI-Kit von Andreas Hausensteiner, der eine Platinenversion des DIY-Interfaces eines Schweden genmacht hat, komplett durch eine Z80-CPU ersetzt. Der Speicherchip im Polysix ist ein 2114, also ein 1kx4bit, der im Nibble-Mode bestückt wurde – alles aus Spargründen. Hier hatte ich mir damals ein 8Bit SRAM eingebaut und somit doppelte Kapazität, allerdings nur halb genutzt, mit einem umschaltbaren Datenbustreiber hätte man auch die Kapazität vervierfachen können, indem man die brachlienden 4 Bit per Umschaltung nutzt.

    Wer einen Polysix mit spinnenden LEDs auf dem Bedienfeld angeboten bekommt, der nimmer tönt: Klassisches Symptom des Akkusäureschadens und kommt einem Totalschaden gleich.

    Gruß, Dietmar

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    Alex_KIDD

    Der Polysix ist ein unklomplizierter Synthesizer,er klingt gut, er kann eine Menge und er ist bezahlbar.Wenn ich die SynthesizerSixtrak, Juno-6 und Polysixmiteinander vergleiche, so bekommt der Polysix die bestenStrings hin, weich, voll undbreit. Die analoge (Mono)Effektsektion wertet den Synth auf und ist DER charakter im Sound.Die Effekte lassen sich nicht nur zuschalten, sondern auch in der Intensität regeln.Im Gegensatz zum Juno ist der Effekt zwar nur Mono, aber eben justierbar.Auch die Hüllkurven sind schön zackig.Ich mag den Polysix.Meiner Meinung ergänzen sichdie 3 genannten Synthies sehr gut.Was mir nicht gefällt ist die Tastatur.Als analoger Polysynth nur zu empfehlen.

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    dynamind

    Der Polysix hatte zwar keine Midibuchse aber man konnte ihn – soweit ich mich erinnere – mit anderen Korg Geräten über eine „sync“ Buchse die aussah wie eine Midi Buchse triggern. Jedenfalls hatte ich in den 90ern mal eine Kombination aus Drumcomputer KPR-77 die den Polysix antriggerte und einen MS-10 den ich irgendwie – ich weiss gar nicht mehr wie – auch noch eintriggerte (Syncbuchse hatte der nicht). Die KPR-77 klang aber meiner Meinung nach nicht besonders (wenn ich die Claps manchmal irgendwo erkenne stösst es mir immer noch auf) und weil das Display des KPR manche Teile nicht anzeigte war auch die Programmierung schwierig – insgesamt also keine Ideallösung aber das beste was ich aus diesen Zufallskäufen machen konnte.

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      Pflosi

      Der P6 hat keine DIN Buchse, aber einen Triggereingang für den Arpeggiator. Der KPR 77 hat zwei Trigger Ausgänge (Low und High Tom). Ich nehm mal an dass du einen dieser Trigger für den P6 Arpeggiator benutzt hast, und den anderen für den MS10 Trigger Input (es wird dann immer die zuletzt per Keyboard gedrückte Note gespielt, sofern nichts am VCO cv in des MS10 (oder 20) anliegt). Man beachte, dass sämtliche dieser Trigger (P6, KPR 77, MS10 + 20) in bekannter Korg Manier als S-Trigger angelegt sind, für die Einbindung zB mit Roland Equipment muss man die Triggers also „umwandeln“ (der ESP des MS20 kann das zB).

      Gruss!

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        Son of MooG AHU

        Ich hatte meinen MS-10 auch in dieser Weise angetriggert, allerdings durch einen Soundmaster SR-88. Dessen Trigger-Ausgang lieferte „normalen“ V-Trigger, der auch vom Clock-In des Arpeggiators meines Juno-6 akzeptiert wurde. Beim DDM-110 funktionierte das genauso (auch wenn dafür die Claps geopfert werden mussten)…

  5. Profilbild
    c.hatvani AHU

    Zu seinem Erfolg dürfte auch beigetragen haben, daß die Strings (durch die regelbare Ensemble-Schaltung) so gut waren, daß selbst die besten String Ensembles (Solina, Logan, Crumar) einfach überflüssig wurden.

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    costello RED

    Praktisch sofort nach Erscheinen für DM 3.350,– beim Berliner Sound&Drumland gekauft. Wunderbarer Synthesizer! Nach Konzerten wurde ich manchmal gefragt ob ich einen Prophet 5 spiele. Das Filter! Polymod kann der Polysix natürlich nicht, aber bei einfachen Padsounds ist er dank der SSM-Chips sehr dicht am Prophet dran. Die Strings sind dank der Ensemble-Schaltung nur göttlich. Unisono-Mode für fette Leads. Ein toller Arpeggiator. Einen Rauschgenerator hätte ich vielleicht gerne noch gehabt. Der Polysix hat mich nie im Stich gelassen, hat sogar einen Sturz vom Ständer überlebt, musste nur 3 Tasten kleben. Mir hat er immer besser gefallen, als die Roland Juno-Reihe. Aber das Problem mit der Batterie hat an seiner Reputation gefressen.

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    Marko Ettlich RED

    Ein wundervoll klingender Synthesizer mit fantastischen String-Sounds. Aber obwohl er immer auf seine Strings reduziert wird, kann der P-6 weit mehr. Tolle Vibrafon-ähnliche Klänge, runde und weiche Bässe und ordentliches FX Gewabber. Er klingt immer voll und schön. Zum Glück gibt es mittlerweile Ersatzplatinen für akkugeschädige P-6.

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      Tyrell RED

      Wie würdest du die klanglichen Unterschiede zwischen Polysix und Juno 60 beschreiben? Ich bin immer am hadern, mir einen von beiden doch noch zuzuegen.

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        Marko Ettlich RED

        Trotz ähnlichem Konzept ist der klangliche Grundcharakter beider Synths sehr unterschiedlich. Ich habe bei YT ein Video, wo ich beide mit praktisch identischen Klangeinstellungen gegenüberstelle. Da hört man die Unterschiede recht gut. Ich würde es so sagen, der Polysix klingt nach 70er Jahre Disko und der Juno nach 80er Pop. Ich mag beide sehr gern. Hatte auch den Mono/Poly lange Zeit hier, aber dessen Klang mochte ich nicht. Ist halt immer Geschmackssache.

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            costello RED

            Schöner Vergleich. Ich finde, der Roland klingt eine Spur mehr „polished“ als der Polysix, der etwas harscher und unberechenbarer rüberkommt. Und der Roland klingt halt nach Roland, während der Polysix bei Korg ein neues Kapitel aufschlug. Aber beide Instrumente klingen großartig.

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        costello RED

        Auf den Punkt gebracht: Der Polysix war der Prophet 5 für Arme und der Juno 60 der Jupiter 8.

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    iggy_pop AHU

    Den Mono/Poly fand ich immer besser und klanglich um Längen ergiebiger — der PolySix hat einen einzigen (Grund-)Klang in leichten Abwandlungen (eben im Rahmen dessen, was das Teil an Zugriffsmöglichkeiten und Klangarchitektur mitbringt), der Ensemble-Effekt in seinen Variationen muß immer an sein, sonst klingt es ziemlich „meh!“, und die nach fast 40 Jahren gerne mal sterbenden Tastaturkontakte sind neben dem leckenden Speicherakku die Haupt-Achillesferse des P6.
    .
    Der PolySicks, der hier mal stand, hat mich so kalt gelassen, daß ich ihn gleich durchgereicht habe und keinen Sinn darin sah, viel Zeit und Geld in die Überholung der Tastatur und den Einbau eines MIDI-Interfaces aufzuwenden.
    .
    Wem habe ich jetzt schon wieder nicht nach dem Mund geredet und ans persönliche Totem gepißt? Anfeindungen gerne per PM, aber nicht hier im Forum, das wird langsam langweilig.

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      costello RED

      Hi Iggy, wenn Du den Polysix gleich durchgereicht hast, dann hast Du Dich vermutlich nicht lange genug mit ihm beschäftigt. Denn dass er nur einen Grundsound hat, stimmt so nicht. Siehe auch Markos Post weiter oben. Superbrass, Superstrings, Superpads, Vibraphone, Effekte mit Selbstresonanz sehr schön. Ein Modulationsmonster ist er natürlich nicht. Aber den Rest erledigt er wirklich erstklassig.

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        iggy_pop AHU

        Du weißt doch, es ist internetweit bekannt, daß ich keine Ahnung habe und meine unqualifizierten Äußerungen nur zum Zwecke der Aufmerksamkeitsgenerierung absondere.

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      Violator ••

      Ich sehe das auch so wie „iggy_pop“.
      Beim Polysix hast einen Grundklang mit leichten Variationen.
      Bei mir stand dieser Synth auch nicht lange im Studio.

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    Pflosi

    Netter Bericht!

    Eine kleine Korrektur allerdings: die VCOs sind keine SSM chips, sondern „diskret“ aufgebaut unter Zuhilfenahme von Opamps. Angeblich soll es sich lohnen, diese Opamps auszutauschen, was meinem an Batteriesäureschaden leidenden P6 aber noch aussteht…

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      DietmarB ••

      Ich wüßte nicht, warum man diese Opamps austauschen sollte, handelt es sich dabei um selektierte Bauteile, kann man an den Farbcodes erkennen.

      Der MonoPoly verwendete Oszis von SSM, und zwar die mit Heizung, und den mußte man vorglühen wie einen alten Diesel.

      Die SSM Filter und Hüllkurven im Polysix sind 2044 und 2056, Nachfolger der im Prophet eingesetzten Chips, und im Gegensatz zu diesen wesentlich zuverlässiger. Wenn ich einen defekten Polysix in die Finger bekam, dann hatte er einen ausgelaufenen Varta-Akku mit Folgeschäden.

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    gaffer AHU

    Ja, er hat in der Geschichte der polyphonen Synths eine wichtige Position: die erste. Soweit ich weiss, war’s der erste wirklich erfolgreiche polySynthie, danach der DX 7, D 50 und vielleicht der letzte war die M1. Ihr seht, damit sind die 80er komplett abgedeckt, dass die Reihenfolge, vor allem in der Beliebtheit heute eine ganz andere ist, hängt mit dem Zeitgeist zusammen. Nicht zuletzt auch damit, dass man damals (fast) jedes Jahr einen Riesenschritt nach vorne kam und gar nicht die Zeit hatte alle „Seitenentwicklungen“ genauer mitzuverfolgen. Korg hatte durch diesen Erfolg auch etwas den MIDI Einstieg sowie den zu den digitalen Synths verschlafen, auch der Nachfolger Poly61 hatte (zuerst) kein MIDI, die DWs, heute geachtet, wollte fast niemand.

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      Violator ••

      Ohhhh, der DW-8000 ist ein „Lecker-Synth“!
      Das wissen bloß die Wenigsten!
      Ein DW-8000 ist mir 1000 mal lieber als ein Poly-61 oder ein Polysix.

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    Zaxxon

    Moin. ja ist ein schickes Teil hatte selbst mal einen. Damals in den 90ern für 100 DM gekauft :) leider gibts den nicht mehr aber das ist eine andere Geschichte ;( Das Teil wird leider auf der Rückseite ziemlich heiß, ein Freund von mir hatte auch einen und hatte da auch irgendwann mal Probleme mit der Wärme und Thema Batterie. Soll wohl auch so ne Macke vom Polysix sein. Aber empfehlen kann ich den auch, der kann schon eine Menge netter Sounds. Ich kenn das Teil in und auswendig, aber warum jetzt auf dem Legacy Plugin rumgehackt wird, kann ich nicht nachvollziehen, ich finde den eigentlich gut umgesetzt und klingt schon sehr nach Polysix. Und wenn es etwas Dreckiger sein soll dann verschmutzt man das Plugin eben ein wenig. Voila ;)

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    psv-ddv AHU

    Wirklich ein robuster Synth mit gutem, solidem Grundsound. Mehr aber auch nicht. Ich würde einen Prophet 6 jederzeit vorziehen, obwohl ich kein Fan von dem Teil bin. Habe den Polysix lange Zeit live gespielt. Das Fehlen einer Glide/Portamento Schaltung hat mich immer sehr geärgert. Der klangliche Vergleich mit einem Prophet 5 hinkt komplett. Nicht nur wg. fehlender Polymod Section. Der Prophet spielt auch bei einfach gestrickten Klängen in einer ganz anderen Liga. Das gilt sowohl für Rev 1,2 als auch für 3. Die Behauptung die „alten“ SSMs (2020,30,40,50) seien anfällig kann ich nicht unterschreiben. Vielleicht gab es da am Anfang mal eine fehlerhafte Charge. Mein P5r2 verrichtet seit fast 40 Jahren ohne SSM Ausfälle seinen Dienst. Der Grund für den Wechsel zu Curtis war die mäßige Temperaturstabilität und Unabhängigkeit von den Emu Lizenzen. Alles andere sind Urbane Legenden.

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      costello RED

      Vielleicht fehlten den Konzertbesuchern damals ja auch ein bisschen die Vergleichsmöglichkeiten ;-) Aber „In the air tonight“ klang ziemlich überzeugend. Und Kim Carnes „Bette Davis Eyes“ auch (das war soweit ich mich erinnere sogar ein Werkspreset). Betonung liegt natürlich auf P5 für Arme.

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        mdesign ••

        ja, der polysix war halt der erste bezahlbare – wenn auch immer noch teure – polyphone. ich hab ihn 1982 direkt bei einführung auf der musikmesse in frankfurt bei meinem ebenfalls anwesenden musikhändler bestellt. er nahm dafür eine korg CX3 und – tatsächlich! – einen minimoog in zahlung. letzterer entpuppte sich für ihn als ziemlicher ladenhüter, fast unverkäuflich. mein fender rhodes piano wurde etwas später gegen einen poly 61 getauscht, weil der endlich zwei oszis hatte. nun hatte ich nur noch synths, keine anderen keyboards mehr. aber die beiden korgs mussten am ende doch einem oberheim OBXa weichen.

        so war das damals, ständig gab es etwas neues, besseres. ich war mit dem sound des polysix nie hundertprozentig zufrieden, synths aus dem radio klangen einfach besser, fetter, auch transparenter. trotzdem wird mir beim erinnern warm ums herz – der polysix war für mich halt der anfang von allem: vorher war piano, orgel, monosynth, dann war endlich synthesizer pur. ich glaube, das ging vielen damals so.

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          costello RED

          Schön beschrieben. So ging’s mir auch, hatte ein Wurlitzer, eine Crumar-Orgel und einen Yamaha CS-15D, den ich gegen einen CS40M ersetze (Tonnenschwer aber nur duophon). Da war der Polysix eine Offenbarung, zusammen mit einem Prodigy ein sehr vielseitiges Set dabei leicht zu transportieren. Hat unheimlich Spaß gemacht damals und deshalb wird er immer einen Platz in meinem Herzen haben. :)

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    phil_dr110 ••

    Ein schönes Instrument, besonders für Flächen, aber er konnte auch gläsern singen. War auf Dauer aber nicht so wichtig für meine Musik, also habe ich ihn weitergereicht.
    War in den 90ern auch kein Problem, denn damals bekam man alle Kisten für kleines Geld.
    Wenn ich diese Klanganmutung mal brauche, reicht auch mir der Legacy- Polysix.
    Ansonsten spiele ich lieber mit anderen instrumenten…

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    PeterLustich

    Ich bin auch ein riesiger Fan vom Polysix. Dass das Plugin nicht an die Hardware rankommt, habe ich schon sehr oft gehört, weshalb ich immer wieder mal bei ebay vorbeischaue… Und doch nie einen Polysix erstanden habe…
    Es gibt allerdings eine Extension für Reason. Meine Frage an euch: kann jemand sagen, ob denn die Reason Variante dem Original nahe kommt? Ich habe zwar nicht vor, auf Reason umzusteigen, aber vielleicht denke ich nochmal darüber nach, mit Cubase werde ich schliesslich doch nicht warm…

  16. Profilbild
    k.rausch RED

    Als virtuelle Version ist der Polysix auch im Korg Kronos vertreten. Da macht er übrigens eine super Figur und ich finde ihn da sogar besser als im Original. Der Ensemble Effekt macht den Sound nicht ganz so verwaschen und mehr Polyphonie ist auch ganz schön.

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    Thomsen

    Hallo Amazona-Welt!

    Ich habe den Polysix Artikel zum Anlass genommen, mich zu registrieren :-). Ich mag meinen Polysix sehr. Ist mittlerweile bereits mein zweiter P6 – der Erste bekam irgendwann den gefürchteten Batteriesäureschäden, worauf ich ihn als defekt an einen Freund verkauft habe. Nachdem dieser ihn von einem genialen Spezialisten aus Düsseldorf komplett hat wieder herstellen lassen, habe ich einen Zweiten P6 erstanden. Grundsätzlich in einem super Zustand, aber auch hier hatte die Batterie, ohne dass es sichtbar gewesen wäre, bereits „gearbeitet“ (wurde zwar ausgetauscht aber wohl zu spät). Auch mein P6 wurde in Düsseldorf wieder komplett hergestellt und läuft seit ca. 5 Jahren perfekt. Sehr schön klingt der Filter auch mit Cutoff über den Trigger Eingang (getriggert vom Eurorack). Der Sound ist in meinem Ohren voller Charakter und das Instrument steht immer sofort im Mix. Es klingt einfach immer eigen und gut. Den einfachen Sägezahn mag ich dabei noch lieber als mit PWM oder gar mit dem Ensemble Effekt. Eine ganz leichte Pitch Modulation macht sich auch super. Klingt sofort nach STRANGER THINGS!

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      costello RED

      Hallo Thomsen, der Polysix ist doch ein hervorragender Grund sich bei Amazona.de zu registrieren :) Herzlich willkommen im Forum! Ich finde auch, dass der Klang Charakter hat; ergänzt Dein Modularsystem sicher super. Ich finde es schade, das der Korg immer so im Schatten des Juno 60 stand. Von der Verarbeitungsqualität mag das nachvollziehbar sein (die tückische Batterie), vom Sound her nicht. Für mich hat der Juno immer diesen strähnigen Chorus-Klang, der Polysix kann auch klar und gläsern klingen. Ein Super-Vintageteil!

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    iggy_pop AHU

    Vor dem Hintergrund, daß 1981 polyphone Synthesiser unglaublich teuer waren, ist der Erfolg von Geräten wie dem Polysicks oder dem Juno-6/60 nachvollziehbar. Aber heute…?
    .

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      costello RED

      „Polysicks“ sind die bedauernswerten Exemplare mit ausgelaufener Speicherbatterie, stimmt’s?
      Du hast natürlich recht, diese Teile muss man im historischen Kontext sehen. Das war damals wirklich eine Offenbarung. Unter DM 10.000,– – wegen teurem Dollar teils noch deutlich drüber – war ja nix zu bekommen. Über mein Roland Space-Echo klang der Polysix wirklich gut. Es zwitscherte wie bei Spliff, auch gestimmte Ölfässer (damals für die obligatorische Reggae-Nummer ganz wichtig) war drin ;-)
      Aber heute wiederbeschaffen? Wohl eher nicht. Aber ehrlich: weder Ulis DM, noch Daves Produkte üben auf mich – trotz tausend mehr Klangformungsmöglichkeiten – den Zauber und die Begeisterung aus, wie damals der Polysix. Die lassen mich alle völlig kalt.

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        iggy_pop AHU

        „„Polysicks“ sind die bedauernswerten Exemplare mit ausgelaufener Speicherbatterie, stimmt’s?“
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        Ja, Batterieschaden, Tastaturkontakte, defekte Taster und Potis, die mit Kontaktspray ins Jenseits gesprüht wurden…
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        Sentimentalität gibt einer Sache natürlich noch einmal eine völlig andere, beinahe irrationale Qualität — da findet man irgendwas toll, weil es eine besondere emotionale Qualität hat, nicht, weil die Sache an sich toll ist.
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        Aus diesem Grund habe ich auch ein oder zwei Geräte behalten — eigentlich brauche ich sie gar nicht mehr, weil sie nicht mehr in die Musik passen, die ich mache(n will), aber weil sie mich an besondere, prägende Momente erinnern, bleiben sie.
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        Die meisten modernen Geräte machen mich irgendwie nicht an, was aber in Ordnung ist. Auf diese Weise komme ich nicht in Versuchung, irgendwas Dummes zu tun.
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        Es sind auch nicht die Limitierungen und die Beschränkung auf einen einzigen Grundklang mit Variationen, die mich beim Polysix abtörnen — der PS-3100 ist noch viel größer und viel limitierter und vom Klang her noch dünner, aber dort bin ich bereit, mit den Limitierungen zu leben (wenn ich auch zugeben muß, daß gut und gerne 7.500 Euro für ein guterhaltenes Exemplar ein bißchen viel Geld für ein bißchen viel an Limitierungen ist).

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      HX

      Wenn man so eine Weile hier in Amazona mitliest ensteht der Eindruck als wenn eigentlich alle alten Synthis damas wie heute unersetzlich sind.

      Und obwohl wir im Prinzip immer Rechteck und Sägezahn durch ein Filter hören, klingt JEDER anders (was natürlich jedweden Nachbau zu einem sinnlosen Unterfangen macht).

      So weit so hobby, aber 800 – 1000 EUR für einen Polysix – „ein kleiner Preis“?

      In Ebay Kleinanzeigen war gestern ein MKS80 für 950 EUR drin, ich gebe zu, kurz überlegt habe ich auch, aber eigentlich ist auch das immer noch zu teuer, aber zumindest mal wesentlich reasonabler als sich dafür eine SH101, Juno 106 oder Polysix zu kaufen …

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        costello RED

        Wenn ich heute 18 wäre und mit der Musik neu anfangen würde, dann würde ich mir selbstverständlich irgendetwas von den neuen Teilen kaufen. Die Auswahl ist riesig, der Gebrauchtmarkt auch – es muss also nicht mal teuer sein. Wenn Du hier von den Polysix-Erstkäufern liest, die sich dann irgendwann einen Prophet oder OB-Xa gekauft haben, kannst Du ja unschwer auf das Alter rückschließen. Keine „heurigen Hasen“ darunter ;-) Und wenn Du damals die Geburtsstunde von diesen ganzen Synthesizern miterlebt hast, die ja wirklich noch „game changer“ waren, dann können Dir die Minimoog-Nachbauten – von wem auch immer – kein müdes Lächeln entlocken. Aber das heißt doch nicht, dass das nicht auch Superinstrumente wären – mit Garantie! PS: 950 Euro für einen MKS 80 sind wirklich günstig. Das würde ich mir überlegen…

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          lightman AHU

          Ich hab seinerzeit zwei Einsteigern diverse ältere Geräte anempfohlen, die damals noch nicht so sehr vom Retrohype betroffen waren, die hatten dann aber soviel technische Probleme damit, daß es mir hinterher leidtat und ich mir schwor, bei entsprechenden Empfehlungen nur noch auf aktuelle Hardware zu setzen. Die alten Teile sind toll, aber wenn mal der Wurm drin ist und man vielleicht schon grenzwertig viel Geld für die Kisten ausgegeben und dann nix mehr für Reparaturen übrighat, wirds ziemlich nervig, das kann vor allem Neulingen den Spaß an der Hardware gründlich verderben. Zum Glück braucht heute meiner Meinung nach keiner mehr alten Synths oder Drummies nachzujagen, zumindest wenns ums Musikmachen geht, aktuell ist die Auswahl an Neugeräten riesig, da ist für jeden Geschmack und Geldbeutel was dabei.

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              Wellenstrom AHU

              Amen! Denn so isses auch. Natürlich haben die Klassiker ihren Charme und mögen hier und da inspirieren. Aber es spricht wirklich nix – überhaupt nix – gegen aktuelle Geräte. Es sei denn, man fände hier im großen Stil geplante Obsoleszenz vor.

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                costello RED

                Hi Wellenstrom, ich muss zugeben, den letzten Satz verstehe ich nicht. Beziehst Du Dich auf heutige Anbieter? Von manchen Boutique-Geräten mal abgesehen, die vielleicht wirklich eine Modeerscheinung sind, hoffen doch auch heute die Hersteller sicherlich, den einen oder anderen Klassiker zu kreieren.

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                  Wellenstrom AHU

                  Ja, klar. Ich hoffe es ja auch. Aber im Consumerbereich – vom Auto über den Fernseher bis hin zur Waschmaschine – haben sich ja die Zyklen der Nutzbarkeit schon im Laufe der Jahrzehnte verkürzt. Ich behaupte nicht, dass wir das so auch im Synthesizerbau haben – aber ich meine, wenn dem so wäre, dann wäre es schon ein Grund, ggf. abzuwägen. Ich sage nicht, dass es so ist. Und eine Gefahr besteht natürlich auch – Schnickschnack in Sachen Computeranbindung, der betreibssystemabhängig ist und ggf. keine zukünftige Unterstützung erhalten könnte.

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                      Wellenstrom AHU

                      Komischerweise habe ich da bei reinen Softsynths weniger Sorgen. Da zeigt mit die eigene Erfahrung, dass es mit Upgrades/Updates alle Paar Jahre immer noch funzt. Da besteht das Problem in erster Linie nur, wenn Softwareschmieden dicht machen (siehe Linplug), oder wenn – wie im Fall von NI – Synthentwicklung hier und da eingestellt wird (Pro 5, B4 z.B.). Aber da ist der Konsument auch gefragt, ob er solche Entwicklungen mitmacht. Ich war da ziemlich konsequent. Bei mir kam dann von NI (außer Guitar Rig im Paket mit der DAW) auch nichts mehr auf den Rechner. Wenn der Konsument danach handelt, dann überlegen sich die Produzenten in Zukunft zwei mal, ob sie mal eben was einstampfen oder nicht.

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        Johnny Sunday

        Bitte??? Ein MKS80 für 950€ ? Na DEN will ich haben bitte!! Obwohl ein Polysix BESSER klingt finde ich (weil spezieller, tiefer, lebendiger, sahniger)

        Ich glaube nicht, dass es ein MKS80 war. Ich empfehle ohnehin den MKS30.

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    citric acid RED

    Toller Bericht zu einem sehr schönen Synth. Ich nutze ihn sehr gerne, genau wie sein Bruder Poly61 den ich mt midi bestückt habe. Ich liebe besonders die Chord Memory funktion. Simpel aber macht echt tolle sounds. Leider fressen die Polysix sehr viele SSM chips und die gibt rs ja leider nicht mehr so gut wie noch vor 10 Jahren.

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    Sudad G ••

    Den Polysix liebt man oder hasst man. Ich fande ihn für zwei Soundkategorien wirklich gut. Die fetten techno- bzw. trancigen Sawbässe im Unisono-Mode und die ultrawarmen leicht eiernden Pads, die halt ganz anders als die von Roland klangen. Der Polysix klang im Vergleich zu einem Juno-60 immer etwas älter und fertiger, aber auch manchmal cooler, so als ob das Pad von einer alten Vinyl oder einem alten Tape stammen würde – so retromäßig halt. Hatte was. Leider ist auch er das Opfer einer auslaufenden Batterie geworden, Zum Glück habe ich viele seiner Pads und Chordpads recorden können und gebe sie heute mit dem Roland S-750 oder dem Kontakt 5 wieder.

    Hier kann man das Polysix Pad sehr schön hören…im Break eines meiner Remixe ab 0:50.

    https://soundcloud.com/double-cheese-records/kelvin-sylvester-lee-wilson-youre-in-my-system-sudad-g-remix

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    SimonChiChi ••••

    Am Wochenend eging ein gute erhaltener bei ebay für 1300 über den Tisch. Kaum macht AMAZONA einen Blue-Box-Report, schon steigen die preise. Ich sehe also jeden Artikel von euch mit einem lahcenden und einem weinenden Auge :-(

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    Johnny Sunday

    Interessant, dass hier immer die, die gar keinen haben, sich am besten auskennen und deshalb meinen ein Polysix sei mau. Ich sag nur Ciao Kakao!

    Polysix ist ein grossartig klingender Synthi, der fast alle modernen Polys ernsthaft in den Schatten stellt.
    Er reiht sich mühelos ein zwischen Jupiter 8, Prophet 5, OB8, Prophet600, etc (zumindest bei mir)
    Und ja, er kann nicht viel (ein Juno 60 kann noch weniger), aber er klingt weitaus edler als ein Juno 60, da SSM. Ein Juno60 (und nur der) ist tatsächlich der einzige der aber dennoch mit Jupiter8 mithalten kann (in Punkto Klangästhetik), aber dies ist auch ein andere Klangwelt! Polysix hat tatsächlich Prophet 5 Güte. Ein derartige Tiefe, Phatness und Cremigkeit gibt es nicht für 1000€! Weit und breit nicht!!
    Hier noch wichtige Ergänzungen
    Das sensationellste Midikit für den Herrn Polysix (sowie MonoPoly) kommt von Tubbutech! Da können die alten Midikits nicht mithalten, und bei Herrn Linhard wird’s das wohl kaum mehr geben oder 1 Jahr Wartezeit? Ich finde einen Polysix in jedem Falle 1000€ wert. Aber nur für den der wirklich vintageflair im Sinne des Sounds mag. Alle anderen mögen sich an dem modernen für mich (nahezu!!!) komplett seelenlosen DSI Kram erfreuen.

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    Gul Dukat

    Ich habe auch einen Polysix und liebe ihn. Allein schon, weil es mein erster Synth war und viele Erinnerungen dran hängen. Ja, soundmässig ist er eingeschränkt und gerne hätte ich mehr Modulationsmöglichkeiten gesehen, aber was solls: Ich konnte meine ersten Synthpop-Stücke damit machen und das war cool.
    Der P6 hat Charakter und davon ne ganze Menge, das alleine macht ihn wertvoll! Man denke mal an solche 0815 Büchsen wie TB-303 (Plaste-Box), den Korg Micropreset, ein Yamaha CS-5 usw. Alles Teile, die sehr eingeschränkt sind – aber mehr Charakter als jedes Software-Plugin haben. Da reicht es schon, wenn so eine Vintage-Kiste nur einen Sound hinbekommt, den aber unverwechselbar. Das hat ja auch den Erfolg einer TB-303, Micropreset etc. ausgemacht.

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Korg Polysix

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