Blue Box: Moog Prodigy, Analogsynthesizer

1. Juli 2017

Minimoogs kleiner Bruder

Vorwort von Peter Grandl

Der Moog Prodigy war mein erster Moog. Und wir sprechen da nicht vom Erscheinungsjahr 1980, sondern vom Jahr 2012, als mir dieser wunderbare kleine Analogsynthesizer für ca. 900 Euro ins Haus flattert und seitdem zum festen Bestandteil meines Synthesizer-Parks gehört und immer gehören wird.

Sebastian Niessen hat mir damals meinen Moog Prodigy mit einer Eigenkonstruktion eines erweiterten MIDI-Interfaces aufgerüstet und das gute Teil dabei generalüberholt.

An den neuen Bildern mit denen ich diesen Artikel nun ergänzt habe, werden Sie an meinem Moog Prodigy im Bereich der Wheels zwei Kippschalter erkennen, mit denen man diverse Funktionen auslösen kann. Unter anderem versteckt sich hier ein ganz wunderbarer Zufallsgenerator, der – je nach Einstellung – diverse Parameter per Zufall („Stärke des Zufalls“ ist einstellbar) variiert. Selbst monotone Step-Sequenzen werden dadurch zu höchst lebendigen Sequenzen.

Und klanglich?

Vielleicht fangen wir kurz bei der Bedienung an. Ich besitze kaum einen Synthesizer, mit dem ich schneller zum gewünschten Klangergebnis komme als den Prodigy. Presets – zum Glück nein. Die Registrierung eines neun Sounds dauert nur wenige Minuten – und was dann aus den Boxen dröhnt, ist Freude pur.

Inzwischen besitze ich auch die ReIssue-Version des Moog Minimoogs, aber während Model D gerne nur auf einem Holztischchen post, ist Mr. Prodigy im echten Einsatz. Zum einen ist der Klangcharakter der beiden wirklich sehr ähnlich, zum anderen fehlt mir der dritte Oszillator und das Mehr an Modulationsmöglichkeiten nur sehr selten.

Verarbeitung

Der Prodigy war ganz klar ein Budget-Synthesizer … und das merkt man leider heute auch. Die Plastikpotis stehen weit aus dem Gehäuse, die Plastikschalter wollen heute oft nicht mehr so wie früher. Da war ein Minimoog schon mehr für die Ewigkeit gebaut. Aber das Gute … eigentlich gibt es an der Mechanik kaum etwas, was sich am Prodigy nicht reparieren ließe.

Gebrauchtmarkt

Auch heute, bei einem Gebrauchtmarktpreis von ca. 1.000 Euro, würde ich den Moog Prodigy den meisten Vintage-Monophonen vorziehen. Und selbst die unzähligen Newcomer – selbst aus dem Hause Moog – haben es meines Erachtens enorm schwer, gegen den Moog Prodigy zu bestehen.

Viel Spaß nun bei der Lektüre von Theos BLUE BOX Report zum Moog Prodigy.

Euer Peter Grandl

Modi- und MIDI-fizierter Prodigy

BLUE BOX Report von Theo Bloderer

Der Moog Prodigy wurde von 1980 bis 1984 hergestellt und zählte zu den erfolgreichsten Produkten des Unternehmens. Mehr als 11.000 Exemplare des kleinen Monophonen erblickten das Licht der Welt – ein Garant dafür, dass man auch heute noch den einen oder anderen Prodigy am Gebrauchtmarkt antrifft.

Kleiner Mini

Es gestaltete sich für Moog Music nie ganz einfach, den Erfolg des legendären Minimoogs in irgendeiner Weise zu wiederholen. Der Rogue beispielsweise war wegen bescheidener Abmessungen und teils stark eingeschränkten klanglichen Möglichkeiten kein wirklich ernstzunehmendes Instrument für den professionellen Live-Einsatz. Micro- und Multimoog wurden trotz extrem interessanten Modulationsmöglichkeiten (mit sehr eigenständigen Konzepten) keine Kassenschlager … vom Multimoog verkauften sich ganze 1.000 Stück! Auch dem modernen Moog Source war mit 7000 Exemplaren nur ein mittelmäßiger Erfolg beschieden. Die große Zeit der Monophonen schien um 1980 eben bereits verblasst, und auch die Konkurrenz aus japanischen Hallen war spätestens seit Korgs erfolgreicher MS-Serie überdeutlich spürbar.

So überrascht es zu hören, dass der „Spätzünder“ Moog Prodigy beinahe die Popularität des Minimoogs erreichte – und das in einem sehr kurzen Produktionszeitraum von etwas über 3 Jahren (gegenüber der mehr als 10-jährigen Herstellungszeit des Mini). Vielleicht war es gerade das sehr „klassische“ Konzept des Prodigy, verbunden mit einem Minimoog-ähnlichen Sound, was Moog-Fans zum Kauf des Instruments animierte. Sicher spielte auch der Preis eine Rolle, denn während der Mini für viele Musiker nach wie vor unerschwinglich teuer war, wurde der Prodigy laut Originalpreis von 1980 für schlanke 645 USD angeboten. „Kleiner Mini“… da ist sicher ein Funke Wahrheit darin.

Hardware

Echter Moog-Sound zum sehr günstigen Preis musste natürlich ein Kompromiss-Konzept darstellen. Im Falle des Prodigy wurde an der Klangarchitektur (etwas) und an der Hardware (noch etwas mehr) gespart. Jene massiven Potis des Minimoog (bzw. der Moog Modularsysteme) wurden ja schon längst nicht mehr für neuere Synthesizer-Modelle verwendet. Die Plastikpotis des Prodigy sind „ok“. Sie sind grundsätzlich einigermaßen solide und in etwa mit den Potis des (beinahe ebenso erfolgreichen) Sequential Pro-One vergleichbar. Die etwas eigenartig geformten weißen Kippschalter sind auch von „durchschnittlicher“ Qualität. Sie haben in ihrer Führungsschiene meist etwas „Spiel“ und stehen deshalb nicht selten in einem leicht schiefen Winkel (nach oben oder nach unten) zur Schaltrichtung. Doch das sind Kleinigkeiten. Schmerzlicher sind die minimalen Anschlussmöglichkeiten der frühen Prodigy-Modelle …

Ursprünglich gab es nur einen simplen Audioausgang, mehr nicht. Zwar bot sich dem schönen Moog-Logo rückseitig dadurch deutlich mehr Platz, doch aus musikalischer Sicht betrachtet war dies für viele Künstler sicher keine optimale Situation. Mangels CV/Gate blieb der frühe Prodigy im Studio selbstredend ein Waisenkind, ohne Anschluss zum Rest des Equipments.

Das änderte sich jedoch mit der zweiten Version des Prodigy, welche über eine ganze Reihe an Buchsen verfügte: CV/Trig In und Out (S-Trigger, leider), OSC IN, VCF IN, SNYC IN (genial!) und natürlich wieder AUDIO OUT. Die Anschlüsse dieser späten Prodigy-Version lassen sich absolut sehen!

Und damit weiter beim Thema Hardware: Die Tastatur ist gut spielbar, wenngleich bescheidene 2,5 Oktaven sicher nicht des Keyboarders Herz höher schlagen lassen. Klassisch „Moog“ sind die Wheels geblieben – einfach, aber funktionell. Insgesamt lässt sich dem Prodigy eine „gelungene“ Reduzierung der Hardware attestieren. Der Rotstift wurde in keinem Bereich zu hart angesetzt und so stellt der Prodigy (vor allem die spätere Version mit den erweiterten Anschlüssen) einen sehr ernstzunehmenden Analogsynthesizer von zumindest „guter“ Qualität dar.

Aufbau und klangliche Möglichkeiten

Der „kleine Mini“ bietet 2 VCOs, die – ganz in Moog-Tradition – sehr warm und füllig klingen. Jeder VCO verfügt über Sägezahn, Dreieck und Rechteck, was als ausreichende „Basis“ bezeichnet werden kann. Leider ist die Oktavwahl sehr minimalistisch ausgelegt, und da das Keyboard mit nur 32 Tasten ebenso eingeschränkt ist, steht man im Bassbereich sehr schnell an der Grenze des Machbaren.

Klanglich würde der Prodigy noch Ressourcen nach unten hin bieten, doch sind diese von Werk aus (leider) nicht auszuschöpfen. Selbst das Pitchen der Gesamttonhöhe mittels TUNE und Wheel in den tiefsten aller möglichen Bereiche ist noch immer nicht wirklich „tief“. Da fehlt eben die zusätzliche Oktave des Keyboards eines Minimoog oder der 6-fach (!) Oktavschalter der Oszillatoren des Minimoog (beim Prodigy sind es ganze 3 Fußlagen!).

Doch EINE Besonderheit lässt den Prodigy locker über sein großes Vorbild Mini erhaben wirken: der SYNC-Schalter. Diese Funktion ist das Tor zu genialen Analogsounds der allerfeinsten Klasse! Ich kenne wenige Monophone, die solch herrlich dramatische und farbprächtige Sync-Sounds zum Besten geben wie der Prodigy. Vielleicht wäre noch der Prophet-5 als besonderer Kandidat zu nennen (mit ebenso legendär schönen VCOs), doch im Bereich der kleinen Monophonen ist der Prodigy sicherlich einer der ausdrucksstärksten Sync-Spezialisten. (Ebenso der Moog Rogue übrigens, der sogar zwei verchiedene Sync-Modi anbietet).

Bei der späten Version des Prodigy gibt es, wie bereits erwähnt, einen externen Sync-Eingang. Genau diese Buchse in Verbindung mit dem besonders gut klingenden OSC-Sync ist die Tür zu unglaublich kreativen Klangwelten. Nehmen wir einfach an, der Prodigy wird von einem Step-Sequencer gesteuert. Kleines Pattern, 8 Noten, schöner Loop, Transponieren und Sequenzieren über die Tastatur – alles so weit „normal“. Natürlich muss auch das Filter mittels VCF-IN rhythmisch moduliert werden, keine Frage. Doch zu allem analogen Glück gesellt sich jetzt noch eine völlig unabhängige CV-Spur hinzu, welche die Stärke der farbenfrohen OSC-Synchronisation individuell mit jedem Step verändert. Das Ergebnis lässt sich nicht in Worte fassen. OSC-Sync bei wechselndem Frequenzunterschied zwischen VCO1 und VCO2 ergibt ja von aggressiv bis gläsern-zart eine breite Palette an ungewöhnlichen Klängen. Wenn sich diese Palette nun schrittweise in einer Sequenz „durchfahren“ lässt, so ist das ein musikalischer Leckerbissen der besonderen Art.

Das Filter des Prodigy ist selbstredend ein klassisches 24 dB Moog Filter. Keyboard-Tracking lässt sich nur „ganz, halb oder gar nicht“ zur Steuerung der Eckfrequenz nutzen. Doch die zugehörige Hüllkurve ist so zackig, wie man es von Moog gewöhnt ist (A – D/R und S: Decay und Release teilen sich ein Poti, wobei Release auch abschaltbar ist und sich dadurch eine ADS Hüllkurve ergibt). Gemeinsam mit der sehr kraftvollen und farbenfrohen (Eigen-)Resonanz ergibt sich eine respektable und absolut „klassische“ Filter-Abteilung des Prodigy.

Verhaltene Modulationen durch den internen LFO (max. 30 Hz) sind wohl zuweilen weniger wichtig als der externe VCF-CV Eingang, der die Frequenzsteuerung durch zusätzliche Module (wie High-Speed LFO oder VC ADSR) erlaubt. Gerade in Bezug auf kleine, leistungsstarke Monophone wie dem Moog Prodigy (oder auch dem Sequential Pro-One, Korg MS20, Korg MonoPoly, Oberheim OB-1, Roland Promars, ARP Axxe etc) ist die Erweiterung der vorhandenen musikalischen Möglichkeiten mittels eines (kleinen) externen Modularsystems unbedingt zu empfehlen! Schon ein gewöhnlicher High-Speed LFO erlaubt mittels VCF-IN Buchse bei hoher Resonanz FM-Sounds erster Güte, die selbst den kleinsten Monophonen zu ungeahntem Leben verhelfen. Ein bescheidenes Doepfer System beispielsweise würde ich jedem Besitzer von einem (oder mehreren) guten monophonen Analogen sehr empfehlen.

Neben den VCOs, dem simplen LFO, dem klassischen VCF und der verbleibenden zweiten Hüllkurve für den VCA ist der Prodigy grundsätzlich schon zur Gänze erklärt. An Spielhilfen stehen außer der (bescheidenen) Tastatur die beiden klassischen Minimoog-Wheels und ein Glide-Poti zur Verfügung

Praxis

Natürlich hat der „kleine Mini“ mit dem originalen Mini nicht viel zu tun. Dank guter analoger Oszillatoren und dem traditionellen Moog-Filter ist zwar ein gewisser „gemeinsamer“ Grundsound vorhanden, doch die Wärme, Breite und Tiefe eines Minimoog lässt sich nur durch einen Minimoog selbst (oder ein Moog Modularsystem) erzeugen. Der Prodigy spielt in der Olympia-Disziplin „Moog-Bässe“ zwar brav mit, platziert sich dabei aber sicher irgendwo im Mittelfeld. Darum geht es letztlich aber auch gar nicht, denn der Prodigy stellt musikalisch insgesamt dennoch ein wunderbares Instrument dar. Neben den (sehr guten) Bässen sind es – meiner persönlichen Einschätzung nach – vor allem die hervorragenden Sync-Sounds, die schnellen Hüllkurven und natürlich die (bei hoher Resonanz besonders gut klingenden) Filtersounds, welche den Prodigy zu einem lebendigen, erfrischenden und inspirierenden Instrument machen.

Mein Prodigy benötigt nach dem Einschalten ca. 5 Minuten Aufwärmphase, bis die VCOs ihre Stabilität erreicht haben. Ein solches Detail finde ich sehr angenehm, denn es ist Garant dafür, dass der Sound auch im laufenden Betrieb immer einer gewissen „Natürlichkeit“ unterliegen wird. Und „natürlich“ bzw. „musikalisch“ (gut) klingt der Prodigy ohne Zweifel. Dabei finde ich die weniger Moog-typischen Sounds der Prodigy-Klangpalette besonders exzellent. Es sind jene gläsernen, beinahe zerbrechlichen Sync-Modulationen („Steuerung der Klangfarbe per Hand“ mittels Pitch-Wheel oder „Steuerung der Klangfarbe Step by Step“ via externem CV-Sequencer), die dem Prodigy eine ungeahnte Eigenständigkeit verleihen. Auch die cremigen Lead-Sounds softer Art (den Ohren nach eher einem Sequential oder Oberheim zugehörig) finde ich sehr „besonders“. Dass es daneben natürlich all jene erquickenden Bass- und -Sequencer-Klänge der soliden Moog-Tradition gibt, ist natürlich sehr willkommen.

Redaktionelle Info:

  • Der Artikel wurde auf Basis eines älteren Artikels mit neuen Bildern versehen, inhaltlich ergänzt und aktualisiert. Aktualisierung und Ergänzungen: Peter Grandl

YT-Videos

Im Netz finden sich natürlich unzählige Videos. Wir haben zwei für euch herausgesucht:

Und hier ein Video von AMAZONA.de-Autor Marko Ettlich.

Fazit

Der Moog Prodigy ist ein Klassiker. Zwar wird er allgemein nicht als solcher genannt, doch ist sein Sound ebenso zeitlos wie auch vielfältig und – musikalisch nicht zu leugnen – von sehr hoher Qualität. Am Gebrauchtmarkt ist er des öfteren anzutreffen, meist zu Preisen um 900 – 1.200 Euro (Stand Juli 2017, siehe dazu auch laufend die Amazona Syntacheles). Die zweite Version des Prodigy, jene mit den erweiterten CV-Anschlüssen, ist sicher die zu empfehlendere Version. Auch gibt es zahllose Moog Prodigys mit nachträglichen Modifikationen… Manche Modelle wurden sogar mit Mini-Klinken zu einem, wenn auch überschaubaren, Modularsystem erweitert. Die sehr vorteilhafte Ergänzung des Prodigy mit externen Modulen (LFOs, VC ADSRs, VC Panning, Analogsequenzer, etc.) sei abschließend nochmals als empfohlene Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten des „kleinen Mini“ verstanden…

Plus

  • hervorragender, authentischer Moog-Sound
  • enorm leichte Registrierung
  • im Vergleich, immer noch günstiger Gebruachtmarkt-Preis

Minus

  • Verarbeitung ist etwas dürftig

Preis

  • ca. 900,- Euro bis 1.200,- Euro (Stand Juli 2017 Syntacheles-Liste)
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Der kleine Moog, aber ganz groß im Klang. Für Bässe der Wahnsinn und die schneidigen Sync Sounds des Prodigy sind ja sowieso berühmt. Habe meinen kürzlich mit CV/Gate Anschlüssen nachrüsten lassen und jetzt kann er schön mittickern.
    Schönes Review! Danke.

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    costello  RED

    Interessante Modifikation! Den Zufallsgenerator hätte ich gerne mal gehört :-)
    Lustigerweise ist bei „Weitere Artikel zu diesem Artikel“ der Yamaha CS 40 M dabei. Das war mein Lead-Synthesizer, bevor ich ihn durch den Prodigy (auf der Bühne) ersetzt habe. Keine Schlepperei mehr, tolle Instant-Bässe und cremige Leads und dann – ein, zweimal am Abend auf Sync. gestellt. Da flogen die Boxen weg. Ein großartiger Synthesizer und sicher näher am Mini-Sound dran als Voyager, Phatty, Substanz 37 etc.

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    AMAZONA Archiv

    Ich kann dem nur zustimmen. Ein wirklich göttlich klingender kleiner Synthesizer. Besitze seit langer Zeit den Prodigy – gefunden auf dem Sperrmüll (!) bei mir um die Ecke. Was die Leute heutzutage alles so wegschmeissen… =)

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        TobyB  RED

        Hallo Costello,

        ich habe vor zwei Wochen für 40€ bei Neufundland in FFM einen funktionierenden Korg EX 800 gekauft. Der wiederrum wurde beim Entrümpeln eines Kellers gefunden. Momentan liegt der zwar auf dem OP-Tisch zur Sanierung, da an den Organen nichts defekt ist, wirds eher eine kosmetische OP. Es ist also doch noch möglich im Jahre 2017 ;-)

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          costello  RED

          Schöner Fund, Toby! Auf Dachböden und in Kellern liegt sicher noch mancher Schatz versteckt. Aber einfach so auf der Straße? Bei den Regenfällen, die wir zur Zeit in Berlin haben,wäre das allerdings auch jammerschade. Da wäre die Elektronik im Nu hin :-)

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              komabot

              Um die Elektronik würde ich mir weniger Sorgen machen…eher um das Holz.
              Solange der nicht „unter Spannung“ auf der Strasse steht^^
              Manch einer steckt die Platinen seiner Synths auch mal in die Waschmaschine…Ich meinte natürlich Spülmaschine^^

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                TobyB  RED

                ich kenne ja noch „ab die Platinen ins Isopropanol oder destilliertes Wasser Ultraschallbad und dann in den Trockenschrank“ aber Waschmaschine? Nehmen die dann auch Tabs und Klarspüler? Das Zeug holt doch den Goldrand vom Teller. Kupfer und Zinn brauch man ja nur scharf angucken, da läuft das an. Und einige Bauformen von ICs und Halbleitern sind nun nicht als wasserdicht bekannt. Dann kann ich gleich mit dem Hammer meinen Synthesizer stimmen…

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    AMAZONA Archiv

    Das war der erste Moog, der mir gefiel. Ja der Preis zählt für mich auch dazu. Auf das Entscheidende reduziert, die Bedienung fand ich allerdings auch wackelig. Aber die Amis haben zu der Zeit nur so arm verarbeitetes Zeug in dieser Preisklasse geboten. Noch besser als das traurige rotbraun hat mir allerdings die helle Version gefallen, den gabs doch auch, oder verwechsle ich da was?

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      c.hatvani  AHU

      Die erste Prodigy-Serie hatte schönes, helles Holz. Die späteren Exemplare hatten dann die Interface Buchsen, aber dafür eine dunkelbraune Lackierung auf dem Holz, die schnell abblätterte…

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    Filterpad  AHU

    Ich muss merkwürdigerweise immer an die Band denken, die davon ihren Namen hat. Irgendwie muss die kleine Kiste es ihnen besonders angetan haben. Ob der überhaupt in einen dieser unzähligen Songs auftaucht, sei mal dahingestellt.

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      iggy_pop  AHU

      „Prodigy“ heißt nur „Wunderkind“, und ob Liam Howlett bei der Namensgebung wirklich an gleichnamiges Moog-Produkt gedacht hat, halte ich eher für eine schöne Legende, aber ob’s stimmt…?
      ARP hatten mit dem „Pro-Digy-X“ (Pro-DGX) schon wesentlich eher ein Produkt auf dem Markt, das ähnliche Wortspiele erlaubte.

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        dilux  AHU

        der prodigy war wohl liam howletts erster synthesizer und tatsächlich scheint er die band danach benannt zu haben, habe das schön öfter im web gelesen…bei wikipedia wird das, glaube ich, auch erwähnt.

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          A.Vogel  AHU

          Ich hab irgendwas im Hinterkopf, dass er den Prodigy im Aufnahmestudio gesehen hat und den Namen geil fand.
          Soweit ich weiß, wurden die ersten Sachen fast ausschließlich mit der W30 aufgenommen.

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            gaffer  AHU

            W-30, ich sags doch. Der Geldbeutel bestimmte die Wahl der Instrumente, das war für mich ein unterdurchschnittlicher Sampler

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    iggy_pop  AHU

    Ich habe nie den Kult verstanden, den die Leute um den Taurus 1 machen, von wegen: Da wackeln die Wände, was für’n Bass und dergleichen — der Prodigy spielt auf Taurus-Niveau: Pitch Wheel nach ganz unten, Tuning nachregeln, schon geht er eine Oktave weiter nach unten. Auch den etwas drahtigen Charakter des Taurus fängt der Prodigy sehr gut ein. Sieht aber wahrscheinlich lustiger aus, einen Pedalsynthesiser mit Fäusten zu traktieren, und wo käme jeder Rush-, Genesis- oder Yes-Fan hin, statt der Pedale etwas anderes vor sich stehen zu haben?
    Ich habe lange Zeit die Möglichkeit vermißt, den zweiten VCO für Sync-Klänge mit der Hüllkurve oder dem LFO steuern zu können — seitdem ich Odyssey und Prophet 5 habe, bin ich froh, die Sync-Funktion nur per Pitch Wheel steuern zu können. Auf diese Weise lassen sich sehr expressive Soloklänge erzeugen, die weit jenseits dessen liegen, was mit anderen Geräte möglich ist.
    .
    Der Prodigy ist einzige Synthesiser, der seit fast 30 Jahren bei mir steht und nie auf die Verkaufsliste gewandert ist — mein erster.

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      fritz808  

      du sprichst mir aus der seele. der taurus war wie ein klotz am bein, wo hingegen der prodigy vor allem live ein klanglich überzeugender und schnell zu bedienender synthesizer war. leider habe ich meinen vor vielen jahr verkauft. jetzt wo ich diesen bericht lese, kochen da alte gefühle hoch…. mal sehen ob man da aktuell was findet.

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      Marko Ettlich  RED

      Der Prodigy schafft nicht annähernd die Tiefe und Wuchtigkeit des Taurus 1. Auch nicht mit Pitch Wheel runter. Wenn dem Taurus 1 irgendetwas gefährlich werden könnte, dann der Source.

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    TimeActor  AHU

    Vieles (Sequentiel Circuits, Quasimidi, Korg, Yamaha, Roland, PPG) schon mal besessen – aber noch nie einen Moog. Nach damaligem Erscheinen eine kurze Zeit mal einen Source vom Kumpel ausgeliehen.Grundsätzlich hätt ich schon gern mal einen und daher die Frage an die geschätzten Moogist´s hier auf Amazona „Hand aufs Herz“ – brauche ich unbedingt mal einen Moog? ;-)
    Meine Musikrichtigung im groben ist Berlin School. Besonders hätte es mir der Multimoog angetan wenn ich an Schulzens Gezwitschersounds der frühen Jahre so denke.

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      iggy_pop  AHU

      Für Schulzes Gezwitscher braucht man einen EMS, für Schulzes Soloklänge einen weißen ARP Odyssey mit Compact Phasing und Revox-Echo, der Multimoog ist für mich eher Robert Schroeder, und ob man einen Moog für Berliner Schule braucht? Ja, klar — einen IIIp mit sechs Sequenzern und acht Kabinetten, dann macht das Sinn.
      .
      Mit einem Prodigy macht man nichts falsch, wenn man mit den Beschränkungen leben kann — lustiger als der Source, aber — leider — ohne internen Sequenzer.

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          iggy_pop  AHU

          Schnulze hatte damals einen Micro Moog — das bekommt aber mit so manch anderem modernen Gerät um Längen besser hin.
          .
          Blubber, blubber, zisch — klingt fanatisch frisch.

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            c.hatvani  AHU

            Daß Du den Sound des Micromoog um Längen besser mit aktuellen Synths hinbekommst, wage ich zu bezweifeln… der Grundsound des Micromoog ist einzigartig. Und für Klaus Schulze’s Getzwitscher eignet er sich prima, aber auch für unglaubliche Bässe.

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      AMAZONA Archiv

      Niemand braucht einen Moog. ;) Die Syncsounds kamen bei mir immer aus einem JP-8000/8080. Berliner Schule hat wohl eher was mit Sequenzern und deren Gebrauch zu tun. Dazu ein paar neue alte Vintage-Bodentreter und fertig ist das Gemüse. Das geht dann auch mit den Korg Volcas. Die haben bis auf die FX alles in einem. :)

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        TimeActor  AHU

        Ja ich weiß sehr wohl das Berliner Schule auch was mit Sequenzen und noch ein bisschen mehr zu tun hat! ;-) mache die Art von Musik schon seit den 80ern –
        Ich habe das dazu geschrieben weil oft bei solchen Fragen an den Fragesteller die Frage nach der Musikrichtung gefragt wird..hehe. Ist eine nicht ganz ernst zunehmende Frage gewesen – war a little bit provokativ gemeint. Insofern…braucht man wohl nicht unbedingt einen wenngleich es wahrscheinlich ganz nett ist, wenn man einen hat…könnte man das so interpretieren? :-)

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          AMAZONA Archiv

          War mir ebenfalls nicht ernstlich das Thema. ;) Ich habe ja auch einen volldefekten „quoten“ Moog Prodigy auf dem Schrank stehen. Ebenfalls vom Sperrmüll. Wir sind damals zum Spaziergang ausgerückt und ich konnte meinen Augen kaum trauen. Meine Frau verbietet es mir den zu verkaufen, was bei Synths nur selten vorkommt. Wir waren damals frisch zusammen und er ist eine quasi gemeinsame Erinnerung an die Zeit. Mal eine ganz andere „Funktion“ eines Moog. :) Vielleicht schicke ich den mal zum Doc.

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    AMAZONA Archiv

    Ja, der Prodigy scheint einer der wertstabilsten Synthesizer zu sein, denn heut zahlt man eigentlich den Neupreis dafür und das ist doch schön, wenn man nach all den Jahren eigentlich keinen Wertverlusst damit hat.

    Klar, dass kann sich natürlich auch zeitweise ändern, denn Anfang der 90er habe ich auch so manchen analogen von den Musikhäusern fast geschenkt bekommen, da diese Geräte einfach keiner mehr haben wollte und nur noch D.I.G.I.T.A.L. die Devise war.

    Traurig sind dagegen die digitalen Geräte heute, die teilweise 90 Prozent und mehr von Ihrem ursprünglichen Wert verloren haben.

    Mahlzeit

    Grüße an alle Elektroniker

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      mdesign  

      wertverlust ist nur ärgerlich, wenn du tatsächlich verkaufst. wertzuwachs nutzt dir nur, wenn du tatsächlich verkaufst. für die musik spielt der marktwert keine rolle.

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    gutzufuss  

    Ich habe selbst einen Moog Prodigy besessen, und der Begeisterung des Autors stimme ich uneingeschränkt zu. Insbesondere was den Sync-Sound betrifft. Hierzu möchte ich jedoch noch eine Anmerkung machen. Der MFB Dominion X (ob mit oder ohne SED-Filter) kann das meines Erachtens tatsächlich genauso gut, auch wenn er etwas anders klingt. Ich habe beide Geräte ausführlich nebeneinander getestet.

  10. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wirklich ein kleines fieses Biest, das aber ganz sanft sein kann.
    Sehr interessant fand ich, dass von den vieren, dieim Laufe der Jahre durch meine Hände gingen, keiner auch nur ansatzweise wied er andere klang. Ich hatte mal drei gleichzeitig, und jedes wahr unverwechselobar. Moog hatte wohl ordentliche Toleranzen in den Bauteilen und/oder der Fertigung.
    Heute hab ich noch einen, und der bleibt auch hier.

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich habe meinen auch auf dem Sperrmüll gefunden. Allerdings funzt er net und steht auf dem Schrank. Das Netzteil wurde wohl ausgeräumt. Keine Ahnung ob da jemals noch Töne rauskommen werden. Der Syncsound soll z.B. bei „Funky Shit“ zu hören sein. https://www.youtube.com/watch?v=VfxlPxUf5e0
    Letztlich ist bei denen aber immer alles im Akai S1000 gelandet. Zumindest ab dem Album „The Fat of the Land“ oder sogar ab „Music for the Jilted Generation“. Hab da gute Erinnerungen dran. Sehr psychedelisches und gleichzeitig hartes Album. Roland W30 war davor. Edit: Habe gerade nochmal in beide Alben reingehört. Da merkt man mal wieder wie viel Schrott einem heute durch die Ohren gejagt wird.

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    moogist  

    Ist der Sync-Sound des Rogue genauso gut wie der des Prodigy? Was mich am Rogue reizt ist, dass Sync per Envelope steuerbar ist.

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      Martin Andersson  RED

      Habe vor längerer Zeit meinen Rogue mit einem Prodigy verglichen und habe mich für den Rogue entschieden. Meiner Meinung nach klingen die Sync Sounds sehr ähnlich, und dank Sample&Hold und „Contoured Sync“ (Sync über die Envelope gesteuert) ist der Rogue noch etwas flexibler als der Prodigy.

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    Organist007  

    Mein erster synth ! 1980 um 7.000 oesterreichsche Schilling gekauft. In den 90igern wieder verkauft, da das modulationsrad defekt war. Ein schwerer fehler !

    Heute troeste ich mich mit einem mfb dominion1.

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    Pike

    moin. für alle experimentierfreudigen: es gibt im netz mehrere modifikationen für den prodigy, die relativ leicht umzusetzen sind. das simpelste ist, den kleinen metallstift der das pitchwheel blockt rauszunehmen. einfach den synth aufmachen. den kleinen metallstift am pitchwheel entfernen. danach kannst du supertief runtergehn. bis der oszillator knackt
    sonst einfach mal suchen nach filter fm mod und external audio input. ist für jeden der einen lötkolben bedienen kann locker machbar. auf eigenes risiko natürlich. was mich nervt, ist dass die resonanz in den tieferen frequenzen abstirbt. also leider keinen fetten bassdrums wie beim arp 2600. der mini konnte es auch wenn ich mich richtig erinnere. eine mod, die envelope auf den sync zu schicken wäre gut, aber dafür hab ich bisher keinen vorlage gefunden.kommischerweise ist der prodigy das einzige gerät dessen marktwert stabil geblieben, und nicht durch die decke gegangen ist.

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      Dirk Matten  RED

      Der Moog Prodigy kostete bei mir in der Version mit den zusätzlichen Anschlüssen DM 895,-. Ich habe innerhalb des Produktionszeitraums mehr als 500 Stück verkauft, immerhin rund 5% der Weltproduktion. Wie liegt heute der Gebrauchtpreis in Euro?

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          Dirk Matten  RED

          Also quasi verdoppelt. Nicht durch die Decke gegangen?
          Zitat aus dem Testbericht: ca. 900,- Euro bis 1.200,- Euro (Stand Juli 2017 Syntacheles-Liste)

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            Pike

            nicht verdoppelt im sinne von: ein ms20 kostete damals, anfang der 2000er jahre 300 euro. heute locker 1000,- von daher hat der prodigy nichts zugelegt. see?

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              A.Vogel  AHU

              Mein Erfahrungshorizont:
              Ich hab Mitte bis Ende der 90er zahlreiche Prodigys für 150 – 250 DM ge- und für um die 500 DM wieder verkauft.
              Zig TB303s übrigens auch, die allerdings bei demselben EK für knapp 1.000 DM pro Stück rausgegeben.
              MS20 waren damals recht stabil um 500 DM; Ausreißer und Dachbodenfunde gabs immer mal wieder.

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                Atarkid  AHU

                Ging mir auch so, die Zeiten sind leider vorbei. Und dabei war ich noch so dämlich nix davon zu behalten ^^… 808 gabs auch relativ günstig, wenn man an den richtigen Stellen gekuckt hat.

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            costello  RED

            Ganz so einfach liegen die Dinge nicht.
            895 DM entsprechen (gerundet) 458 Euro.
            Berücksichtigt man die historische Inflation von 1984 (das letzte Produktionsjahr des Prodigy) bis heute, dann müsste das Gerät heute im Laden 810,33 Euro kosten. Damit bewegen sich die derzeit aufgerufenen Preise sehr genau im Rahmen von Preissteigerung, bzw. Kaufkraftverlust.
            Die Einbeziehung der Inflation relativiert auch die hohen Preise von ca. 7.500 bis 8.000 Euro, die etwa für einen Jupiter 8 verlangt werden. Dieses Instrument müsste heute 10.600 Euro kosten. Geradezu geschenkt ist ein Oberheim Ob-Xa für 4000 bis 4.500 Euro, der wegen ungünstigem Dollarkurses damals umgerechnet bis zu 7.500 Euro gekostet hat. Der müsste heute 15.000 Euro kosten. Ist halt alles relativ :-)

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    Thomas Columbo  

    Ein toller Synth (mein erster), aber ich würde den Hype (und den Preis) nicht zu hoch schrauben, der Prodigy klingt super aber ist halt von den Möglichkeiten arg beschränkt, versteh nicht wie man mehr als 1000 EUR dafür bezahlt (700 EUR wären mE ok), ist doppelt soviel wie der damals neu gekostet hat, und das Ausfallrisiko ist ja aufgrund seines Alters nicht zu ignorieren, und so selten ist er nun auch nicht.

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