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Blue Box: Oberheim Matrix-12 polyphoner Analogsynthesizer

27. Januar 2019

Das Matrix-Modulationsmonster

Für all jene, die dachten, wir hätten den Vintage-Samstag versäumt, hier nun wegen der NAMM-Reportagen bewusst verspätet, ein hoch interessanter Zweiteiler aus unserem BLUE BOX-Artikel-Archiv. Beide Artikel wurden umfangreich überarbeitet und mit neuem Bildmaterial versehen.

Vorwort

Mic Irmer, alias Moogulator, schuf uns 2013 mit dem nun folgenden Zweiteiler zum Oberheim Matrix-12 einen wahren Meilenstein unserer BLUE BOX-Serie. Wir haben diesen wunderschönen Artikel nun aus den Tiefen unseres Archivs geholt, überarbeitet und mit neuen Bildern versehen. Wir wünschen angenehmen Sound- und Lesegenuss. An dieser Stelle noch ein dickes Dankeschön an Richard Lawson von RLMusic, der uns einen Großteil der Bilder zur Verfügung gestellt hat.

Eure Vintage-Redaktion

Ein geschichtlicher Rückblick auf den Matrix-12

Oberheim war seit Ende der 70er Jahre die angesagte Firma für wirklich teure Synthesizer mit hochwertigem Klang ohne Kompromisse. Teuer bedeutet in etwa, den Preis eines Kleinwagens (12.000 DM) in Kauf zu nehmen.

Der Oberheim Matrix-12 war der erste dieses Namens und brachte 1985 eine Technik unter die Musiker, die bisher noch absolut neu war, nämlich die Modulationsmatrix. Technisch ist der Matrix-12 sehr weitgehend eine Verdopplung des Oberheim Xpanders, der im Jahr zuvor, 1984, seine Heizfäden warm laufen lassen durfte und gegenüber einem JX-Synthesizer aus gleicher Zeit extrem flexibel ist, aber auch den großen DX7 als Konkurrenz hatte.

Bei Oberheim brach eine neue Zeit an, genau wie bei Moog. Der Matrix wurde später in Japan weiter gebaut. Entwickelt wurde er von einem Team, nicht ganz so primär von seinem Namensgeber. Auch der Memorymoog wurde so ins Leben gerufen. Die Musiker wollten nun polyphone Synthesizer. Der Prophet-5 war bereits seit 7 Jahren bekannt – Monophonie galt als etwas von gestern und analog war auch nicht mehr sehr en vogue. Die Käufer waren eher die engagierten Studios. Es gab Synthesizer wie den Jupiter-8 und den DX7 oder Hi-End Sampler wie den Emulator II oder die Produktionsmaschine Synclavier. Preislich liegt der Matrix zwischen diesen. Technisch war es eher ein „mehr“ als ein „überhaupt möglich“. Das war die Zeit der Tonträger. Studiobesitzer war der Traum aller Musiker und Synthpop wurde jetzt sogar einem normalen Publikum zugänglich – Depeche Mode feierten diese Art Instrumente zwischen ihren großen Alben Construction Time Again und dem bald kommenden Album Black Celebration.

Man zeigte sich auch sonst jetzt gern mit Synthesizern. Der DX7 war definitiv der technisch Innovativere, neuere mit „dem neuen Sound“ und Sampler wurden jetzt langsam bezahlbar. „Bezahlbar“ lag im vierstelligen Rahmen (DM 3000 bis 4000), während Homerecording und MIDI-Studios aufkamen, da MIDI nun 2 Jahre bereits existierte. Es gab auch schon die günstigen Polyphonen wie den Korg Poly-61 und Polysix oder den Prophet-600. Sogar Akai und neue Vertreter wie Elka versuchten es mit der AX-Serie und dem Synthex mit analoger Technik. Die digitale Revolution begann schon 1-2 Jahre danach im großen Stil, was vielen Herstellern das Ende bereitete. Der Matrix-12 war der letzte richtige Oberheim. Gibson brachte unter dem Namen den günstigern Matrix-6 und 1000. Sie alle lagen bei einem Bruchteil des Preises. So war es notwendig, wirklich teuere Synthesizer mit besonderen Möglichkeiten auszustatten. Die Analogwelle war erst in den späten Neunzigern wieder stark genug, um Interessenten anzulocken – in einer kleineren Zahl und mit weniger finanziellem Einsatz. Was war also besonders?

  • Die Modulationsmatrix mit 20 Einträgen – als „quasimodular“ angeboten.
  • 12 Stimmen – für einen Analogen sehr viel (6-8 war üblich).
  • Multimodefilter mit ungewöhnlichen Filtertypen.
  • aufwendiges Modulationsarsenal
  • teurer Sound

Grobe Struktur des Oberheim Matrix-12

  • 2 Oszillatoren mit FM-Möglichkeit und Sync, echte VCOs
  • Filter mit 15 verschieden geschalteten Filtertypen
  • 20-fache Modulationsmatrix und Namensgeber derselben
  • 5 Hüllkurven, DADSR
  • 5 LFOs, zusätzlicher Hauptvibrato LFO
  • 4 Ramps
  • 3 Tracking Generatoren

Zunächst bildete sich ein Team (die Namen kann man sogar auf dem Display abrufen), welches den  Matrix und zuvor den Xpander konzipierte. Alles sprach von Computern – hier wurde ein recht mächtiger „Computer“ eingebaut, der all diese vielen Quellen-Baugruppen erzeugt. 5 DADSR-Hüllkurven, 5 LFOs, 4 Minihüllkurven (Ramp), ein Verzögerungsmodul (LAG) und 3 Tracking-Generatoren. Es sind sogar mehrere Prozessoren. Bisher verteilte man die Stimmen per Computer und speicherte Sounds und auch einige Vorgänger hatten bereits Modulationsquellen per „Software“ hergestellt. Nur nicht so viele. Viele damalige und heutige Analogsynthesizer hatten schon früh Hüllkurven „mit Software-Hintergrund“. Heute sind Hersteller wie Dave Smith ebenfalls dazu übergegangen, auch Oszillatoren (Prophet-12) digital zu bauen oder mehr hybride Technik einzusetzen (wie Waldorf). Oszillatoren sind beim Matrix-12 jedoch noch komplett analog. Es handelt sich sogar um VCOs, nicht um DCOs wie im späteren Modell Matrix-6. Diese werden digital gesteuert, sind aber trotzdem analog (das wird gern falsch wiedergegeben). Hier jedoch werden sie noch analog gesteuert, weshalb der Xpander sogar noch CV-Eingänge hatte. Das ist leider im Matrix nicht mehr möglich.

Die Technik im Oberheim Matrix-12

Der Matrix-12 ist faktisch ein doppelter Xpander mit Tastatur, jedoch hat er einige Neuerungen und Unterschiede. Er hat normalerweise keine Einzelausgänge, er hat keine CV-Eingänge mehr pro Stimme und er hat 6 MIDI-Zonen statt 3. Diese Zonen lassen einen eigenen MIDI-Kanal, Spielbereich und Panoramaposition sowie Transposition zu. Außerdem gibt es wohl kaum einen Synthesizer, der so viele Stimmenzuweisungsangebote hat. Für analoge Synthesizer ist das wichtig, ob die Stimmen rotierend oder nach bestimmten Kriterien immer verschiedenen Tasten zugeordnet werden. Dazu gehört natürlich auch das Abspielen aller Stimmen (Unisono), nur kann man hier genau vorgeben, wie viele Stimmen was genau tun. Durch geschicktes Anordnen lässt sich sogar ein kleiner Sequenzverlauf aufbauen. Es gibt zudem auch Stimmroutinen im Master-Menü, die beim Kauf einmal durchgeprüft werden sollten (überall wird dann PASSED stehen).

Außerdem kann die Funktion jeder LED und Stimme getestet werden. Auch alle 12 Stimmen und Resonanzen können justiert werden. Das ist besonders bei starken Temperatur- oder Feuchtigkeitsunterschieden zu wiederholen. Heutige Analoge stimmen sich in der Regel unauffällig nebenbei oder arbeiten generell anders oder sind bereits hybrid. Im Oberheim arbeiten vorrangig die berühmten Curtis Chips. Das Panorama wird fest eingestellt, da es über einen Multiplexer gesteuert wird, weshalb man es noch nicht ohne Geräusche im Betrieb verändern konnte. Beim Matrix-6 war das bereits anders. Der Matrix-6 und 1000 hat allerdings viel weniger Modulationsquellen und hat weiter integrierte Curtis-Bauteile mit mehr als nur einer Baugruppe pro Chip. Im Matrix-12 verbaut wurden Chips mit jeweils genau 4 Filtern – sie sind allesamt Tiefpass-Filter, welche je einpolig (4×6 = 24 dB pro Oktave) sind. Durch Phasentricks und entsprechender Verschaltung erreichte man genialerweise alle Typen und Kombinationen: Tief-, Hoch-, Bandpass, Notch aber auch Phasenschieber (=„Allpässe“) sowie Kombinationen dieser Typen, auch Exotisches wie 2pol-Notch und 1pol-Phasenschieber Kombinationen. Generell und speziell diese Phasen-Typen sind bis heute recht einmalig im Klang. Die Bedienung erfolgt über drei sehr angenehm wirkende grüne Displays. Was der Matrix nicht hat, ist einen Arpeggiator. Schade.

Sandwich-Platinen – Netzteil ausgebaut – oben rechts: EPROMS und CPU

Die Klangerzeugung

Zwei Oszillatoren liefern maximal gleichzeitig Puls, Sägezahn und Dreieck. Zuschaltbar ist auch weißes Rauschen als Quelle im zweiten Oszillator. Unabhängig können sie vom zusätzlichen Vibrato-LFO moduliert werden oder von der Keyboard-Steuerung abgetrennt werden, um fest auf einer Tonhöhe zu bleiben (für FM- oder Drumsounds). Natürlich gibt es auch eine harte Synchronisation zwischen den Oszillatoren, die sagenhaft klingt. Sehr feine Dreieck-Syncs und auf den Punkt gebrachte Schneidezähne hat man ihm mitgegeben. 63 Halbtöne können die beiden VCOs voneinander trennen und getrennt gemischt werden. Die Pulsbreitenmodulation ist ebenfalls jeweils unabhängig pro VCO möglich. Auch das Portamento wird getrennt pro Oszillator aktiviert. So kann auch nur ein Oszillator allein gleiten, der andere jedoch nicht. Dies bringt gerade für Sync- und FM Sounds interessante Ergebnisse im Moment des Legato-Spiels (gehalten). Ein schneidender Effekt beim Ziehen über mehrere Töne hinweg ist dann hörbar, während normales Spiel ohne „Sync“ bleibt. Ein eher seltenes Merkmal.

Die Oszillatoren und das Filter können vom zweiten Oszillator moduliert werden. Damit ist Filter-FM und auch Oszillator-FM möglich (FM = Frequenzmodulation = schnelle Modulation durch einen Oszillator anstatt eines LFOs). Dies sind die experimentelleren und metallischen Sounds mit hohem Wiedererkennungswert und so in die Synthesizer-Geschichte eingegangen. Zu bedenken ist, dass die Dreieckschwingung für die Frequenzmodulation als Quelle verwendbar wird – unabhängig von der Schwingungsformwahl! Diese Wahl ist gut, denn diese hat den kleinsten Obertonanteil, aber es ändert auch nichts den FM-Ergebnissen, wenn die Schwingungstypen geändert werden.
Wer generell einmal Filter-FM ausprobieren möchte, sollte dies mit starken Resonanzwerten tun. Der große Vorteil gegenüber anderen Synthesizern ist, dass FM über den kompletten Tastenumfang gleich ist und somit tonal spielbar bleibt. Damit ist diese Abteilung nicht nur für das Erzeugen von ein wenig Dreck oder Glockenspeck. Das konnte auch der 16 Jahre jüngere Andromeda noch nicht. Selbstverständlich handelt es sich um lineare FM, um sie überhaupt gezielt steuern zu können.

Die Filter sind sicher die weichsten und schönsten, die je in einem Synthesizer gefunden werden konnten. Außerdem dünnt das Filter bei hohen Resonanzwerten nicht aus. Das ist zwar „mathematisch“ nicht ganz korrekt, aber bei vielen Musikern sehr beliebt, da der Bass auch ein Bass bleibt, wenn die Resonanz hochgedreht wird.

Interessanterweise ist der Klang und auch das Ausdünnungsverhalten auch bei technisch auf den exakt gleichen CEM-Chip aufgebauten Filtern nicht identisch. Andere Hersteller haben sogar erstaunlich „kalt“ klingende Beschaltungen gebaut. Und viele davon bieten nicht annähernd die Vielfalt der Filtertypen. Die möglichen Kombinationen der Filtertypen und Flankensteilheiten sind diese:

  • Tief- und Hochpässe (1-4 Pol, 1-3 beim Hochpass)
  • Bandpass (2 & 4 Pol)
  • Notch (2 Pol)
  • Allpass/Phasenschieber (3 Pol)
    und Kombinationen aus:
  • Hochpass (2-3 Pol) und Tiefpass (1 Pol)
  • Notch (2 Pol) + Tiefpass (1 Pol)
  • Phasenschieber (3 Pol) mit Tiefpass (1 Pol)

1 Pol entspricht jeweils 6 dB pro Oktave Filterwirkung, welche weniger stark filtern, aber unverbrauchter klingen. Phasenschieber sind faktisch ohne Filterwirkung (deshalb Allpass), sie eigenen sich für Pads und Texturen und verändern lediglich die Phasenlagen der Sounds. Dennoch hat auch hier die Resonanz eine deutlich betonende Wirkung und ist in Zusammenarbeit mit FM zu sehr schönen und weichen Flächen zu überreden.

Zu jener Zeit wollte man den Klang gern unverzerrt, klar und hochwertig genießen. Das ist schwerer als hart und böse. Heute sind viele Synthesizer mit Sättigungsabteilungen versehen.

Eine Besonderheit des Filters ist, dass die Resonanz bei 63 (dem Maximum) in die Eigenresonanz geht, bei 62 jedoch ein relativ großer Schritt zu dieser besteht. Natürlich ist die Resonanz modulierbar, wie das meiste in diesem System. Dennoch ist das Filter sonst sehr gut skaliert wie ein einziger Sweet-Spot. Alle Einstellungen klingen immer gut und die Filterfärbung ist bereits bei niedrigen Resonanzwerten zu hören und damit sehr gut genutzt. Die Auflösung der meisten Parameter ist in 100-127 Schritten gegeben.

Modulationskonzept

Alle Quellen wie LFOs oder Hüllkurven haben einen eigenen Pegel (Amp). Heute haben die meisten Synthesizer ihre Modulationsquellen als nicht regelbar aufgebaut. Ihr Einfluss wirkt erst am Ziel über die Matrix eingestellt. Anders ist es hier. Jeder LFO, jede Hüllkurve hat einen Pegel, der auch modulierbar ist. Der große Vorteil dieses Konzeptes ist, dass Kombinationen von verschiedenen Quellen aufeinander wirken können oder dass eine Hüllkurve sehr schnell und einfach beispielsweise über die Anschlagdynamik steuerbar gemacht werden kann. Man benötigt keine Elemente, die solche Verknüpfungen erledigen. Die besondere Magie liegt jedoch in der Kombination mehrerer Quellen wie etwa einem LFO und einer Hüllkurve. Ein LFO soll durch eine Hüllkurve gesteuert werden, jedoch soll er auch verstummen, wenn die Hüllkurve durchlaufen ist. Mit dem zuvor beschriebenen Konzept ist das kein Problem. Mit anderen benötigt man Verknüpfungsoperatoren oder einen Sideschain-Eingang.

Neben diesem Grundprinzip muss man noch wissen, wie die Modulationen erstellt werden. Jeder Parameter kann über einen Taster erreicht werden – das geschieht durch einfaches Drücken eines Tasters, denn alle Parameter sind in Gruppen eingeteilt wie Filter, VCOs etc. Drückt man diesen Modulationstaster, bekommt man statt der Parameternamen die maximal 6 Modulationsquellen zu sehen, die genau diesen Parameter modulieren sollen mit ihrer Intensität (neg/pos). Ist ein Parameter durch mindestens eine Quelle moduliert, so wird das durch einen Punkt angezeigt, sodass man nicht in jeden Eintrag hineinsehen muss, um festzustellen, ob er gerade moduliert wird oder nicht. Die Quelle selbst wird über eine Reihe Taster am oberen Rand bestimmt.

Hier findet man auch die einfachen Quellen wie Anschlagdynamik, Aftertouch und Controller und die schon erwähnten Hüllkurven, LFOs etc.

Die 5 gleichzeitig nutzbaren freien MIDI-Controller kann man in einem Hauptbereich vordefinieren. Es sind aus heutiger Sicht nicht allzu viele, aber sie reichen aus. Darüber hinaus kann jeder Parameter per SysEx-MIDI-Befehl in Echtzeit aufgezeichnet werden. Für jede Modulationsverbindung kann noch eine absichtliche Quantisierung (grobe Stufenrasterung) aktiviert werden. Dies ist die „alte“ Darstellung so wie im Xpander. Neu hinzu kommt jedoch eine Liste von bis zu 20 Verbindungen dieser Art im Menü für die Festlegung des Soundnamens, genannt Die Matrix! Hier sieht man fein Quellen, Ziele und Intensität. Etwas, was selbst weniger Kundige in aktuellen Synthesizern sicher schon gefunden haben, hier ist der historische Ursprung und dies war eine technisch bahnbrechende Leistung von Oberheim bis heute.

Die Übersicht ist hier sicher gegeben, das Steuern von Parametern direkt an der Quelle hat jedoch den Vorteil, fließender arbeiten zu können, ohne immer in einen „Plan“ zu gucken und sich durch die einzelnen Modulationseinträge zu scrollen – aber hier gibt es ja beides! Country UND Western! Macht man eine Verbindung auf diese oder jene Weise, ist das für den Synthesizer egal. Es gibt maximal 20 Verbindungen und wenn diese verbraucht sind, war es das. Das zeigt das Display auch entsprechend an. Das ist relativ viel. Auch für heutige Verhältnisse. Durch die oben geschilderte Technik, dass jede Modulationsquelle selbst einen Pegel hat, lassen sich Modulationsverbindungen einsparen oder ungewöhnliche Modulationsverbindungen herstellen. Es gibt heute aber teilweise Hersteller, die diese Möglichkeit wieder einführen.

Zum Abschluss sei noch gesagt, dass alle Oberheims Release-Velocity beherrschen. Sie messen nicht nur die Anschlagsgeschwindigkeit, sondern auch die Loslassgeschwindigkeit. Nur wenige nutzen diese, aber sie ist vorhanden und relativ selten zu finden.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    t.bechholds  AHU

    toll, danke mic. du liebst die kiste, ich liebe die kiste. der olymp der synthesizer. ein unglaubliches meisterwerk…. beten wir , dass er den neumodischen ökostrom auf dauer akzeptiert :)

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    AMAZONA Archiv

    Dieses Monstrum kann man auch auf fast allen Jam & Spoon Platten hören! Schade dass dies (Preislich und Auktionstechnisch) ein nahezu unerreichbarer Traum ist. Ich wünschte, ich hätt‘ einen!

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      t.bechholds  AHU

      preislich ist der oberheim ereichbarer denn je ! 2.500 euro sind mit ein bisschen glück aufzubringen. viel geld, aber die 13.500 DM von 1985 waren richtig heftig ! irgendwann wird die maschine preislich weglaufen… vermutlich.

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    Cocoman

    Schönes Portrait – bis auf die Soundbeispiele…
    Wer ihn nicht kennt würde sich über die berühmten Pads, Strings und Brasses sicherlich freuen.
    Leider ist die Plastikfront um die Displays und Taster herum sehr oft schon angegriffen. Auf den ersten Bildern ist zu sehen, wie sich die Plastikfront bereits vom Haftgrund gelöst hat. Das ist oftmals nicht mehr zu retten..
    Um gegen 28 Jahre alten Nikotin/Schmutz zu wirken, kann ich Kunststoffreiniger / Versiegelung für KFZ-Armaturen empfehlen. Dabei darf auf keinen Fall Feuchtigkeit in die Taster bzw. zwischen Plastikfront und das darunter liegende Metall gelangen. Also Zeit mitbringen..

    Den VFD-Display-Ersatz gibt es von Steve Lenham bei Benden Sound Technology:
    http://www.....obvfd.html
    einfach mal anschreiben – Steve produziert auf Nachfrage in Schüben. Das Paket beinhaltet u.a. auch eine Einbauanleitung.

    Der Matrix-12 galt ja immer als großer Bruder des Xpanders. Habe mal gelesen, dass die Band Toto damals 4 Xpander im Verbund betrieben hat. Leider habe ich keine Infos darüber gefunden was das für klangliche Besonderheiten ergeben hat. Vielleicht ist das ja ein Thema für Bericht Teil 2?
    Legendär ist übrigens das String-Pad aus Toto´s „Africa“…

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      TobyB  RED

      Hallo Cocoman,

      der Oberheim Matrix 12 wurde nicht in der Original Version von Toto IV, insbesondere nicht bei „Africa“ verwand. Ich habe hier 2 DVDs „Seven Stages of Rock“ und „10 Classic Albums of the Last Century“ von BBC/Arte in denen die Beteiligten den Entstehungsprozess erläutern. Bei Africa wurden die Klänge mit einer Yamaha CS 80(Flächen und Hooks) und einer Yamaha GS 1(Marimba’s) erstellt. Mag sein das Toto bei späteren Versionen und Live auf den Oberheim Matrix 12 setzten, aber 1982/1983 bei der Albumproduktion definitiv nicht.

      Dermaßen alte Geräte mit Kunststoffreiniger zu traktieren ist extrem unsinnvoll, erstens Plaste und Kunstoffe aus den Achtzigern sind i.d.R aus Verbundwerkstoffen, heutige Reiniger sind in der Wirksamkeit um einiges potenter als Reinigungszeug aus der Dekade. Wenn man sowas reinigen muss nimmt man einen leichten neutralen Reiniger(unparfumierte Seife) und alles ausser Mircofasertücher. Vorher hat man das zu reinigende Teil vorsichtig demontiert. Jedes Material hat entsprechend seiner physischen Eigenschaften andere Reinigungsverfahren, das gilt es zu beachten.

      Kunststoffreiniger mögen wegen mir im Autocockpit Verwendung finden aber ich traktiere doch so ein Ding nicht mit Zeug. Es kommt ja auch keiner auf die Idee Glas-Oberflächen mit Scheuermilch zu reinigen…

      Mich erinnert das in die Putzfrau im Museum, die da dort ein Bild putzen wollte.

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        Cocoman

        Hi TobyFB,
        ch hatte nicht den Matrix-12, sondern den Xpander mit Toto in Verbindung gebracht. Aber Du hast auf jeden Fall recht. Allein schon weil „Africa“ von ´82 ja unmöglich mit nem Xpander von ´84 geschrieben sein kann;)…ganz zu schweigen vom M12 der ja erst ´85 auf den Markt kam. Da hatte ich mich nicht klar ausgedrückt. Ich habe in einem Porcaro-Interview lediglich einmal die Info aufgeschnappt, dass die Pads mit nem Xpander gespielt wurden. Das musste sich auf live, etc. beziehen. Vom Sound her kommt sogar das Factory Preset M02 „TOTAHRNS“ (Matrix-12 Factory Preset Bank) bereits sehr nah an den CS-80 Sound dran.

        Das mit der Reinigung hätte ich nicht hier bestimmt nicht erwähnt, wenn es bei mir schief gegangen wäre. Daher verstehe ich Deinen Kommentar nicht recht.
        Der Beweis steht hier.. der M12 erstrahlt in vollem Glanz wie neu. Das Gerät kam stark verschmutzt aus einem Raucherstudio und sah noch schlimmer aus als das Exemplar auf Seite1/Foto1 dieses Berichtes.
        Wer sich die Oberfläche mal genau anschaut sieht, dass ein Auseinandernehmen / Abmontieren der Kunststoff-Front nicht möglich ist ohne Schäden an der bedruckten Oberfläche unter der durchsichtigen Kunststoff-Front zu hinterlassen. (Ich lasse mich von experimentierfreudigen gerne eines besseren belehren.)
        Da habe ich also die Finger von gelassen. Mag sein, dass irgendeine Chemietheorie dagegen spricht es anzuwenden, aber es funktioniert und ist ja dazu konzipiert worden das heiligste Plastik der Autofans schonend zu reinigen: das Armaturenbrett.
        Deine Empfehlung „neutraler Reiniger / Seife“ klingt recht allgemein – aber wie Moogulator schon sagte: „your choice“. Ich würde wirklich nichts außer Kunststoffreiniger versuchen, Seife schon gar nicht.
        Als erfolgreiche „Museumsputzfrau“ kann ich empfehlen: auf Autoglas funktioniert auch Haushaltsglasreiniger. Auf Xpander/M12 Kunststoff-Fronten: „Kunststoff Reiniger / Kunststoff Versiegelung von Nigrin. „Reinigt porentief + schonend“.

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      moogulator  RED

      Diese Pads und so weiter kennt man ja, und ein wenig davon is im letzten Beispiel auf Startnummer 3, der Oberheim, der Tom..

      Aber Toto, da betziehst du dich ggf. auf dieses Keyboards-Interview einem älteren Heft (80er), dort sieht man einen Polyfusion und eben einige Xpander. Ziemlicher Aufwand für Standard Brass Pad?

      Aber wer unbedingt Stringpads will, kann ich noch mal machen. Ich mag’s gern das zu zeigen, was man eher NICHT so oft erwähnt und den Rest findest du sooo oft zitiert woanders. Aber selbstverständlich gibt es tolle Flächen von extremer Weichheit, Schönheit und so,

      Langweilen oder Kurzweilen..
      your Choice.

      Ja, das mit dem Display erwähnte ich. Finde das super, dass sich jemand dem angenommen hat. Ansonsten sind die beiden Xpander/M12 heute ansich reparierbarer und haltbarer als zB ein Andromeda. Klingt auch feiner. So man das überhaupt gegeneinander stellen will.

      Aber deinen Einwand hab ich registriert. Man möchte wohl gern auch ein paar Standards..

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        Cocoman

        Hi Moogulator,

        ja, das Standard-String-Pad-Paket wäre natürlich für alle jene gut, welchen hier der Xpander/Matrix-12 das erste mal ins Auge fällt. Es ist ja auch legendär..:) klar, da kann man sich auch auf die Suche machen.

        Bzgl. der 4 Toto-Xpander habe ich mich in der Tat auf das Keyboards-Interview von ´87 bezogen. Porcaro´s Äußerung zum „Africa“-Sound habe ich allerdings irgendwoanders aufgeschnappt.. wie oben erwähnt: mit Xpander von ´84 und Matrix-12 von ´85 kann sich die Aussage zu „Africa“ von ´82 nur auf den späteren Live-Sound bezogen haben.
        Dennoch würde es mich interessieren, was genau der Sinn von 4 Xpandern in Reihe sein konnte (abgesehen von der Möglichkeit 4 verschiedene Presets gleichzeitig per Midi abzurufen)..bzw. gab es da überhaupt einen anderen Sinn?

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          TobyB  RED

          Hallo Cocoman,

          wenn es funktioniert hat, solange das Plaste nicht wegläuft :-) Rauchergeräte zu restaurieren ist halt immer der Härtefall. Dennoch bevorzuge ich die sanftere Methode der Reinigung.

          Meine alten Schätzchen würde ich definitiv anders reinigen.

          Toto haben in der nachfolgenden Zeit die Expander tatsächlich eingesetzt, ich kann mir vorstellen das die Yamaha GS 1 und die CS 80 Live ziemlichen Ärger verursachen und der Sound der Expander lässt sich schon so bearbeiten, das die für das ungeübte Ohr ähnlich klingen. Bei wesentlich weniger Problemen.

          Man müsste mal den Herrn Paich fragen, Ich kann mir nur vorstellen das die in der Studioproduktion verwendeten Synths, im Live-Betrieb nicht ohne waren.

          Vier Expander in „Reihe“ würde ich machen, wenn ich vertrackte Sounds layern möchte und ein Expander nicht das Ergebnis bringt. Frühere Keyboarder Generationen waren da ziemlich kreativ. Toto haben das dann ja mit Brian Eno beim Soundtrack zu „Dune“ auf die Spitze getrieben.

          Zu meinen Quellen, vor 4 oder 5 Jahren gab es Sonntagsmorgens um 11 auf Arte zwei Dokumentationen von BBC2 Seven Stages of Rock und Best Albums. Toto IV lassen sich in beiden Dokumentationen über die Entstehung ihrer Musik und des Albums aus. Wobei mein Highlight ist Thriller, wenn Quincy Jones erzählt was und wie die dort produziert haben. Oder Pink Floyd – Dark Side of the Moon. Nach einiger Lauferei habe ich mir dann beide DVD Boxen besorgt.

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              TobyB  RED

              Hallo Moogulator,

              Depeche Mode waren mit „Violator“ unter den besten Alben bei BBC 2. Vince Clark ist natürlich auch ganz weit vorne. Dem hatten die mal eine Sendung gewidmet in der er sein Studio erklärt hat.

              Auszüge sind hier zu finden http://www.....ne-at.html

              Oder Synth Britannia ist auch sehenswert http://www.....Xm8O5cKrhI

              Dreht sich zwar weniger um Oberheim Expander / Matrix aber es lohnt definitiv.

  4. Profilbild
    fritz808  

    der matrix 12 war mir immer zu klobig, bin daher vor jahren auf einen xpander umgestiegen. einer meiner lieblingssynthesizer. vor allem für breite lebendige flächen.

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      iggy_pop  AHU

      Idealerweise macht man das so wie Steve Roach Anfang und Mitte der 1990er: Zwei Xpander und ein Matrix 12, dann geht das. Wobei ich wahrscheinlich eher für zwei Xpander wäre, wegen der Flexibilität und der Möglichkeit der CV/Gate-Steuerung.
      .
      Allerdings stehe ich mehr auf den SEM-Klang bei Oberheim, oder die frühen OB-X(a). Daher habe ich Matrix 12 oder Xpander nie ernsthaft verfolgt als Objekte meiner Begierde.
      .
      Für das, was ein Xpander oder Matrix 12 heute kosten, bekommt man auf dem Sammlermarkt vielleicht gerade mal einen Prophet 5 Rev. 3. Da wäre der Oberheim wahrscheinlich die bessere Wahl, was klangliche Vielfalt angeht.
      .

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Meine Güte, da möchte man Strom oder Steckdose sein, um mit diesem Pfundskerl zu verschmelzen.
    Der Matrix-12 ist mein Lieblingssynthie von Oberheim. Den finde ich besser als den Xa. Da Behringer mit dem Xa aber schon eine Keyboardversion abliefern wird, und ich bezweifle, aber hoffe, dass da auch noch mehr von Oberheim gebehringert *g* wird, würde ich mich zumindest über einen Xpander Klon freuen. Die Größe finde ich prima! M.E. einer der besten Synthesizers überhaupt!
    Nachdem Neuaufleben dieses Artikels werden die Vintagepreise bestimmt wieder weiter hochgehen.
    Deshalb: Behringer, bitte übernehmen!

  6. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Gibt es neutrale Infos, wie nahe der Doepfer A-106-6 XP VCF dem Xpander bzw. Matrix-12 klangmäßig kommt (wenn überhaupt)?
    Release Velocity kannte ich bisher nur von meinem Ensoniq Mirage. Da wird es auch immer wieder gerne genutzt, um z.B. Flächen lebendiger zu spielen.

  7. Profilbild
    anselm  

    Auf youtube habe ich zwei Video gesehen wo eine Modifikation gezeigt wird. Die Hüllkurven werden von linear auf exponentiell umgeschaltet, was für mein Empfingen Xpander/Matrix12 nochmal deutlich aufwertet. Es klingt einfach subjektiv musikalischer.
    Der LFO ist danach ebenfalls zu höheren Frequenzen fähig.

    Offenbar wird dafür die Voice CPU 6809 ausgetauscht mit einer, die Teensy 2.0++ genannt wird.

    Matrix12 Mod – ADSR Expansion Exponential https://youtu.be/PiGzJP1l8wg
    Matrix12 Mod – LFO Expansion Max Frequency https://youtu.be/x_VTccphMy4

  8. Profilbild
    Violator  

    Xpander – wohl eines der besten analogen Klangerzeugungsmodule ‚ever‘.
    Da kann man sich nur freuen wenn man so ein „edles Kistchen“ hat.
    Und ich freue mich riesig! :-)

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