BLUE BOX: Oberheim Matrix 6, 6R, 1000 & Marion Prosynth

Oberheim Matrix Gallerie

Von Timm Brockmann haben wir eine wunderschöne Oberheim Matrix-6 Galerie zugesandt bekommen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen:

Fazit

Für den Pop-Produzenten, der eine riesige Library braucht und sich nicht ums Editieren kümmert und sowieso noch ’ne Menge anderer Klangerzeuger sein Eigen nennt, ist der MATRIX-1000 wohl die beste Empfehlung. Denn obwohl die Brillanz nicht ganz an den PROSYNTH heranreicht, steckt er doch allemal irgendwelche VST-Imitationen in Vielseitigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Höhenreichtum locker in die Tasche. Um es genau zu sagen, die fehlenden Höhen sind gerade mal im direkten AB-Vergleich hörbar. In der Mischung vor einem guten Exciter fällt auch dem Profi kein Unterschied mehr auf.

Wer auf Knöpfe steht, kann sich zudem eine waschechte Hardware-Remote-Control von Access zulegen. Diese erlaubt den direkten Zugriff auf die wichtigsten Parameter.

Für den Vintage-Freak bleibt nach wie vor der MATRIX-6 oder 6r eine sehr empfehlenswerte Sache. Er verfügt über die absolut gleiche Klangerzeugung wie der MATRIX-1000. Darüber hinaus lassen sich aber Klänge layern, splitten und über einen Stereoausgang nach außen leiten. Dazu kommt natürlich noch die komplette Editierbarkeit, die der MATRIX-1000 nur über einen Editor oder den oben erwähnten Access-Controller erlaubt.

Der ProSynth ist quasi die Weichspülversion des Matrix-6 mit HiFi-Klangcharakter. Er klingt edler, dafür aber auch nicht mehr so kraftvoll wie seine Vorgänger. Insgesamt erinnert sein Klangcharakter eher an einen VA wie z.B. den JP8000 und weniger an einen klassischen Analogsynthesizer. Aus diesem Grund hat er in der Wertung auch am schlechtesten abgeschnitten, obwohl er an und für sich ein gut klingender Synthesizer ist.

In der Wertung liegt der Matrix-6/6R über seinem Nachfolger Matrix-1000 auf Grund der besseren Bedienoberfläche und der Möglichkeiten, auch Stacksounds zu erzeugen. Prinzipiell erzeugen aber beide Geräte denselben Sound.

Plus

  • Stand lt. Syntacheles-Liste Mai 2016:
  • Marion Pro Synth: ca. 300 €
  • Marion MSR-2: ca. 600 €
  • Oberheim Matrix 6: ca. 560 €
  • Oberheim Matrix 6R: ca. 600 €
  • Oberheim Matrix 1000: (weiße Version) ca. 460 €
  • Oberheim Matrix 1000: (schwarze Version) ca. 500 €
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Die kleinen Oberheimis – relativ günstig zu bekommen, aber großartig im Klang. Ich bin der Meinung ein Matrix gehört in jeden Haushalt. Die analoge Herkunft läßt sich nicht verleugnen, ein Matrix klingt auch ohne Weichspüleffekte großartig voll und kräftig, während die meisten virtuell-analogen Synths mit abgeschalteten Effekten wie ein billiges Plug-In klingen.

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    AMAZONA Archiv

    Ich fand den MSR-2 richtig schlecht. Gutes Konzept dahinter, aber lausig ausgeführt. Langsame Hüllkurven sind m.E. das absolute Killerargument für einen analogen. Zudem ist MSR-2 ein typischer Kandidat für: man nehme einen Synth eines bekannten Herstellers der nur sieben mal verkauft wurde und lobe diesen in den Himmel. Dito und noch besser: Chroma Polaris, die beschissenste Gurke, die ich je spielte, kommt aber bei einigen Foren immer wieder ganz oben an. Matrix 1000 find ich Klasse, will man Stereo oder Layer, kuft man zwei davon, der knallt und ist jeden Penny wert. Ich hatte mal die Gelegenheit mit Tom ein längeres Gespräch zu führen und bin so gut wie sicher, dass er sagte, der 1000er ist nicht mehr sein Ding gewesen, er war noch in der Firma mehr nicht.

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    AMAZONA Archiv

    Mir standen mal eine geraume Zeit der Prosynth und der OB-X für einen Direktvergleich zur Verfügung. Interessant, dass der Grundsound des modernen Prosynth exakt mit dem des alten Schlachtschiffs OB-X übereinstimmt. Das klingt erstmal positiv. Selbst die Hüllkurvengeschwindigkeiten beider Oberheims stimmen überein, wie immer man das werten mag. Kann der Prosynth also einen OB-X ersetzen? Leider nein, denn jetzt kommt der Haken:

    Der Prosynth bietet pro Stimme zwar einen 12db- u. 24dB-Filter (der OB-X „nur“ einen 12dB-Filter, wobei man hier ein 24dB-Filter nicht wirklich vermisst), doch klingen diese im Vergleich mit dem OB-X-Filter saft- und kraftlos. Ich störe mich außerdem an Synthesizern, deren Lautstärke bei erhöhter Filter-Resonanz hörbar abnimmt, wie es beim Prosynth leider der Fall ist. Das 12dB-Filter im OB-X klingt ungleich edler, bei erhöhter Resonanz wird hier der Klang reicher und nicht ärmer.

    Auch im Vergleich mit anderen Synthesizern, wie z.B. dem Roland Juno 60, machen die Prosynth-Filter keine gute Figur. Keine Ahnung, warum Tom Oberheim es nicht geschafft hat, die Filter-Qualität des OB-X in den Prosynth zu übertragen. Mich würde interessieren, wie die Prosynth-Filter im Vergleich mit anderen Oberheims abschneiden.
    Wer den OB-X Sound will, kommt scheinbar nicht umhin, sich einen OB-X zu kaufen. Den OB-X Sound aus RUSHs „Tom Sawyer“ (nur als Beispiel) bekommt man mit dem Prosynth jedenfalls nicht hin.

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    AMAZONA Archiv

    Nochwas zum Matrix 6 bzw 6R: Es gibt da ein sehr unschönes Problem welches schon manchen Besitzer zur Weißglut getrieben hat: nach einer Weile haben manche Stimmen plötzlich unterschiedliche Timbres. Die Ursache sind die von Oberheim verbauten Billichfassungen für die CEM3396. Die verdrecken regelrecht und die Beine der Pins werden schwarz und haben dann Übergangswiderstände statt Kontakt. Lösung: die Chips vorsichtig aus der Fassung hebeln und die Beinchen ebenso vorsichtig mit einem Radiergummi säubern. Nachdem ich das aber alle 3 Monate machen mußte entschloß ich mich zu einem radikalen Eingriff: Die Billigfassungen aus der Platine ausgelötet und durch Präzisionsfassungen ersetzt – Ruhe war.
    Besitzern von Atari MegaSTs ist dieses Problem (TOS-ROM-Chips) nicht unbekannt und hat da exakt die gleiche Ursache. Da gabs dann aufmal Streifen aufm Schirm und die Kiste fror ein.

    Der Matrix 6R hat an der Frontseite eine Remotebuchse. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen Anschluß für einen Programmer, der aber nie erschien. Das Ganze ist eine serielle Schnittstelle die über einen der VIAs 6522 (iirc PB6, serieller Port) angeschlossen ist. Ob die Firmware da irgendwas mit anstellt hab ich dann nimmer rausgefunden. Platz im ROM wäre jedenfalls gewesen um da nochwas dazuzubauen, man müßte letztlich ja nur Steuercode und Werte abfragen und diese dann an die interne MIDI-Verarbeitung leiten (Sysex Controlchanges). Wollt ich mal machen, aber dann hatte ich keine Lust mehr und das Ding verkauft:)

    Gruß, Dietmar

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    AMAZONA Archiv

    Ich habe mir den ProSynth damals neu gekauft, und bin immer noch sehr zufrieden damit. Die Anleitung ist leider sehr dürftig und die Werksounds zeigen nicht annähernd das Potenzial des Synths auf. Auch die Hüllkürven sind nicht superschnell. Aber das macht alles nix, denn der Synth ist vor allem eines: gnadenlos komfortabel zu editieren (für einen 1HE Synth). Sehr durchdachte Menüstruktur, zwei hochwertige Alpha Dials, Quick-Access Menüstruktur, da macht das Soundbasteln wirklich Spaß.

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      YC45D  

      Ja gut,die Presets zeigen nicht annähernd das des Prosynth,aber bitte wo hört man denn einmal wirklich das Potential des Synth?
      Nirgendwo eigentlich,bei youtube nicht,in den Foren existieren auch keine Beispiele.Vielleicht könntest du ja mal hier im Forum etwas vom Prosynth hören lassen,bin sehr gespannt darauf…

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      division  

      Ich habe meinen ProSynth damals auch neu gekauft und bereue es bis heute in keinster Weise. Bei dem Vergleich mit einem VA mußte ich fast lachen! Der 24db ProSynth Filter ist sowas von fett und schmatzig! Die Hüllkurven sind beim Matrix 1000 genauso lahm, das einzige was den 1000er schneller erscheinen läßt ist, ist der Note-On Klick (Dirac-Impuls), den man hinzuschalten kann. Einen über die Bucht erworbenen Matrix 1K habe ich nach einigen Jahren wieder verkauft. Bei dem kann man ja noch nicht einmal (auch nicht mit Programmer) den Filter Cutoff während des Sustains verändern. Dies ist nur über die Mod-Matrix möglich! Völlig panne…

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    mjon

    Also ich bin der Meinung das der 1000er anders klingt als der 6er hatte mal einen 1000er und hab jetzt einen 6er und bin der Meinung das ein 1000er räumlicher klingt. würde gern mal einen Test machen. den gleichen sound auf verschiedenen matrix synths programmieren und vergleichen.

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    Was mir an den „Matrixen“ sehr gefällt, ist die Tatsache, daß bei zunehmender Cutoff der Klang in den Tiefen nichts an Fülle und Druck verliert.

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    iggy_pop  AHU

    Tom Oberheim arbeitet seit 1961 an Synthesizern? Das würde ihn ja auf dem Zeitstrahl noch vor Donald Buchla und Bob Moog einordnen. Halte ich für ein Gerücht.
    Laut eigenem Bekunden begann Oberheim in den späten 1960ern, Effektpedale für Gitarristenfreunde zu entwickeln, die einen Leslie-Sound haben wollten, ohne jedes Mal einen 147 zum Gig schleppen zu müssen. Angeregt durch ein paar Schaltungen, die er in Elektronikmagazinen fand, baute Oberheim etwas, das irgendwie Leslie-artig klang, aber de facto ein Phase Shifter war — der auch prompt eines der ersten Produkte in Oberheims Sortiment wurde, neben dem Ringmodulator, der ursprünglich für Freunde in der Filmindustrie entwickelt worden war. So verwundert es nicht, daß Oberheims Ringmodulator-Prototyp im Soundtrack zu Planet der Affen zu hören ist. Die Sache mit den Effektpedalen entwickelte sich zum Selbstläufer, Oberheim baute fortan seine Produkte für Maestro/Norlin — bis Norlin in finanzielle Schwierigkeiten geriet und den Stöpsel ziehen mußte.

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      Tyrell  RED 12

      Du hast Recht. Das war unsauber formuliert. Ich habe die Stelle geändert und ergänzt.

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    iggy_pop  AHU

    Aus der Not machte Oberheim eine Tugend, entwickelte ein kleines Zusatzmodul zu Mini Moog und ARP Odyssey, das mit Oberheims eigenen Digitalsequenzer DS-2 angesteuert werden konnte, und fertig war das SEM. Um weiterhin im Norlin-Vertrieb bleiben zu können, kombinierte Oberheim mehrere SEMs mit einer polyphonen Tastatur von Dave Rossum (E-Mu Systems), und fertig waren Two, Four und Eight Voice. Der Rest ist Geschichte.
    Bevor Oberheim selbst Synthesizer baute, war er als ARP-Händler tätig, entwickelte für den 2600 das LFO-Keyboard, wirkte an Konzerten mit als Synthesizerbediener, aber das war deutlich nach 1961.

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    Sodawasser

    @Peter Der fließende Übergang von Dreieck zu Sägezahn (sowie deren Modulation) ist entgegen deiner Behauptung auch im Matrix 6/6R/1000 möglich (Parameter = WAVESHAPE) Viele Grüße

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    AMAZONA Archiv

    zu den langsamen Hüllkurven, es gab eine andere Hauptplatine mit einem 2.0 OS, dort sind die Hüllkurven doppelt so schnell.

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    AMAZONA Archiv

    also genauer war es glaubs
    ASM 1.13 MSR2 1.09
    leider sind das ganz andere boards.. dh. Rom wechseln geht nicht..

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    8 Bit Fighter  

    Ich musste auch bei diesem Artikel die ganze Zeit lachen. Drin werden Klischee’s wie Vangelis und Toto – Sounds aus der Schublade geholt.Das Sahne-Häubschen sind natürlich solche Behauptungen wie: “ die fehlenden Höhen sind gerade mal im direkten AB-Vergleich hörbar. In der Mischung vor einem guten Exciter fällt auch dem Profi kein Unterschied mehr auf „.
    “ Insgesamt erinnert sein Klangcharakter eher an einen VA wie z.B. den JP8000 und weniger an einen klassischen“.
    Diesen Artikel kann überhaupt nicht ernst nehmen. Er ist einfach nur ein Witz. Bitte mehr davon ! denn Lachen ist gesund !

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    Ashatur  AHU

    Ich hab gerade mal auf E -bay geschaut und da ging ein Prosynth für 790 über den virtuellen Ladentisch…

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