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Blue Box: Oberheim OB-SX MKI und MKII, Analogsynthesizer

Aufbau der Stimmen des Oberheim OB-SX

Jede der 4 bis 6 Oberheim OB-SX Stimmen ist klassisch aufgebaut: 2 VCOs, VCF, VCA und 2 ENVs. Mehr braucht es zum klassischen Oberheim-Sound schließlich nicht. Global gibt es noch einen LFO und diverse Performance-Hilfen. Editiert werden kann der OB-SX in folgenden Punkten:

  • Stärke des Portamento (polyphon!)
  • LFO-Geschwindigkeit
  • VCO-Detuning
  • Filter Cutoff Frequency
  • VCF & VCA Envelope Attack Time (nur gemeinsam)
  • VCF Envelope Decay Time
  • VCA Envelope Release Time

Eine sehr persönliche “Wunschliste” würde dem Oberheim OB-SX theoretisch eine zweite Poti-Reihe spendieren und folgende Parameter hinzufügen: OSC Sync (wohl als Schalter Ein/Aus), LFO Stärke, VCF Resonanz und VCF Envelope Release Time. Erst dann wäre – aus meiner Sicht – der OB-SX das, was er sein sollte: Ein genial gut klingender Oberheim-Synthesizer (was der Fall ist) mit Zugriff auf die „wichtigsten“ Klangparameter (was nicht bzw. nur eingeschränkt der Fall ist).

Oberheim OB-SX im Verbund mit Sequenzer Oberheim DSX

Schade, dass Tom Oberheim das Konzept des „Preset-Synthesizers mit minimalen Eingriffsmöglichkeiten“ so konsequent umgesetzt hat. Eine zweite Poti-Reihe hätte der Übersichtlichkeit keinen Abbruch getan und würde es dem User erlauben, viele der hervorragenden Presets noch besser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Gerade den fehlenden Zugriff auf die Filter-Resonanz spürt man deutlich. Oder die fehlende Möglichkeit, Oszillator-Synchronisation ein- bzw. auszuschalten. Ein anderer (und nicht seltener) Wunsch ist das Absenken der LFO-Modulation auf „Null“. Einige der herrlichen Presets haben ein leichtes Vibrato, das man sich zeitweise auch gerne „wegdenken“ würde. Schließlich macht ein gutes Vibrato als Effekt nur dann Eindruck, wenn es als Gegenüberstellung im Klang auch „kein“ Vibrato – sprich: eine Klang-Gerade – gibt. Der permanente Effekt ist jedoch zum Einen unnatürlich und zum Anderen auf Dauer nervtötend. Über das Mod-Wheel (oder besser gesagt: den Oberheim-typischen Lever) hat man schließlich nur die Möglichkeit, ein LFO-Signal zu verstärken, nicht aber es wegzunehmen.

Controller-Sektion mit den beiden Levers

Performance

Während die Zugriffsmöglichkeiten sehr bescheiden sind, sind die Performance-Features des Oberheim OB-SX ausreichend vorhanden. Neben Auto-Tune (sehr wichtig) gibt es eine HOLD Funktion, sowie – damit in Verbindung stehend – CHORD Memory. Allen gut bekannt: Vollgriffige Akkorde können „gespeichert“ und mit nur einem Tastendruck abgefeuert werden. Sehr schön. Schließlich aber darf bei einem so potenten Instrument wie dem OB-SX UNISONO nicht fehlen. Dann ertönen – je nach Ausstattung des Instruments mit 4, 5 oder 6 Stimmen – bis zu 12 VCOs gleichzeitig. Und spätestens ab diesem Punkt ist man sich im Klaren, wie sehr frühe Oberheim Synthesizer für „geballte Kraft“, für „analoge Energie“ stehen.

Neben den bereits genannten Mod-Lever gibt es noch den Pitch-Lever. Je nach Einstellung kann ein Ganzton (Narrow) bzw. eine Oktave (Broad) nach oben / unten gepitched werden – und das sehr exakt. Auf Wunsch kann dies auch nur einen der beiden VCOs ansprechen, was z. B. das „Spielen“ von Sync-Sounds mittels Lever erlaubt. Zusätzlich lässt sich über Octave Up / Down der Klang nochmals 12 Töne nach oben / unten verschieben. Der verfügbare Frequenzbereich ist beim OB-SX demnach ausreichend zugänglich (auch ohne Frequency-Potis der VCOs).

Anschlüsse des Oberheim OB-SX

Einsam sitzt sie da, die MONO-Buchse des OB-SX. Zwar kommt aus dem Instrument eine wirklich erstaunliche analoge Kraft zutage, doch genau diese Buchse stellt noch einen wesentlichen Unterschied zu den größeren Oberheim OB-Instrumenten dar. Während bei OB-X / Xa / 8 jede Stimme im Panorama justiert werden kann, fehlt dem OB-SX diese Möglichkeit.

So gesehen ist der vorhandene Mono-Ausgang völlig ausreichend, wobei jedoch gerade die Stimmenregelung im Panoramabild zu den absolut besten Features vieler Oberheim-Instrumente zählt und beim Oberheim OB-SX definitiv schmerzlich fehlt.

Neben Audio-Out gibt es noch CV/Gate IN (für eine Stimme des OB-SX) und OUT, einen Sustain Switch, Modulation Pedal Eingang, Filter CV-IN sowie den 37-poliger Stecker zum Anschluss des DSX Sequenzers.

Klang und angefügte Soundfiles

Der Klang des OB-SX kann durch Mark und Bein gehen – Gänsehaut-Stimmung ist beim Spielen häufig angesagt. Wie bei allen Preset-Instrumenten dürfte auch beim OB-SX ein Teil der vorgegebenen Sounds nicht unbedingt in das persönliche Beuteschema passen. Doch DIE Sounds, die übrig bleiben, sind allererste Sahne und eine Goldgrube für sich.

Die angefügten Klangbeispiele wurden teils mit, teils ohne Effekte aufgenommen, einige live, andere mit Sequenzer eingespielt. Da der hier vorgestellte Oberheim OB-SX kein MIDI hat, diente Oberheims DSX zum Aufnehmen kleinerer Ideen. Nebenbei bietet dieser hervorragende Sequenzer die simple Möglichkeit, jede beliebig aufgenommene Spur über CV (& Gate) auszugeben, um so z. B. das Filter des OB-SX über VCF CV-IN dynamisch anzusteuern.

Um als Gegenüberstellung die klanglichen Vorzüge der größeren OB-Synthesizer aufzuzeigen (Panorama-Modus der Stimmen, völlig freien Zugriff auf die VCO-, LFO- und Noise-Sektion, etc.) wurde ein Ausschnitt von Jean-Edouard Miclots „Erreur Spatiale“ hinzugefügt.

Die Anschlüsse sind das Entscheidende beim DSX: 8 x CV/Gate Out machen den Sequenzer äußerst flexibel und universell einsetzbar …

Der junge Franzose verwendete für sein galaktisches Epos ausschließlich den Oberheim OB-Xa (und einen Vocoder). Die Klangwelten, die er mit nur einem Instrument schafft, beeindrucken sehr.

Fazit

Er zählt sicher zu den Geheimtipps in analogen Gefilden, der kleine polyphone Oberheim. Wer den gewaltigen Analog-Klang der brachialen (und dennoch nicht unbedingt übertriebenen) Sorte liebt, sollte den OB-SX vorsorglich auf die Haben-Wollen-Liste setzen. Schließlich verfügen frühe Oberheim-Synthesizer über eine natürliche Klanggewalt, die heute ihresgleichen sucht. Letztlich stellt der OB-SX aber auch einen „bezahlbaren“ polyphonen Oberheim dar. Während für OB-X / Xa / 8 gut und gerne 1.700 bis 2.600 Euro (je nach Modell, Zustand und Ausstattung) berechnet werden müssen, sollte der OB-SX nicht mehr als 900 bis 1.100 Euro kosten. Dafür bietet er den „klassischen“ Sound auf ganzer Linie, ist äußerst kompakt verarbeitet und eignet sich als Performance-Instrument auch heute noch ganz exzellent.

Plus

  • fulminanter Oberheim-Klang
  • gutes Performance-Instrument
  • handlich und kompakt

Minus

  • Eingriffsmöglichkeiten in den Klang zu beschränkt
  • keine Panorama-Funktion der Stimmen, Mono-Ausgang

Preis

  • ca. 900 - 1.100 Euro (nur gebraucht erhältlich)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tyrell  RED 3

    Niemand geringerer als Prince hat den OB-SX übrigens in den ersten Alben seiner Karriere umfassend eingesetzt. Zu dieser Zeit auch live. Lisa von seiner Band „The Revolutions“ hat dem OB-SX sagenhafte Klänge entlockt die sehr gut zu hören sind auf 99, oder Little Red Corvette etc.

  2. Profilbild
    BiAge

    Ein schöner Artikel über diesen leider wenig beachteten Synth. Auch für mich als ehemaligen User steht das musikalische Potenzial des SX außer Frage.
    Interessant ist die immer wieder aufkeimende Debatte, ob der SX nun dem OB-X oder dem OB-Xa näher steht. Zumindest aus technicher Sicht kann dies jedoch eindeutig beantwortet werden. Ein Vergleich der Voice-Karten macht sehr unspektakulär deutlich, dass die klangrelevanten Schaltungen von SX und Xa fast deckunggleich sind. Im Grunde fehlt beim SX lediglich der 2. Filter (CEM3320) für das 4-pole-VCF. Die Schaltungen der 2-pole-Filter sind absolut identisch.
    Der OB-X hingegen weicht auch bei VCO und VCF wegen der diskreten Schaltung deutlich ab.
    So gesehen ist der SX quasi ein Xa im 2-pole-Filter-Modus.
    Allerdings wird weder beim SX noch beim Xa ein CEM3360 als VCA auf der Voice-Karte eingesetzt. Hier kommen die bekannten CA3080 OTAs zum Einsatz.
    Der riesige technische Mehraufwand beim Xa entsteht nicht nur durch die Speicherfähigkeit der Einstellung sondern auch dadurch, dass viele Funktionen doppelt vorhanden sind, um Split- und Double-Sounds zu ermöglichen.

    Ich hoffe, ich konnte etwas zur Klarstellung beitragen.
    Beste Grüße
    BiAge

  3. Profilbild
    Oberheimopa

    Jetzt full 32 Parameter Zugriff für Oberheim OB-SX wie OBX , jetzt möglich mit CC-MIDI Einsteck-Plug für die 32 Pin-Buchse hinten – Für zB Behringer BCR 2000 der 32+56 neue Sounds abspeichert und mit dazu seine Sysex free Midimapping und Parametermaske oder auch mit anderen Midi Controllern editieren .Zu bestellen und neue Sounds hören oder mehr informieren bitte bei……. http://www.midisoft.de http://WWW.MIDISOFT.DE

    • Profilbild
      Oberheimopa

      KANN EIN OB-SX ZUM NAHEN OBX WERDEN HEUTE ? JA-ER KANN- MIT MIDISOFT CC MIDI 32 VOLL PARAMETER:
      MIT DISKRETEN VCA JA-
      ALLSO WIR SPIELEN DEN OB-SX MIT DEM CC-MIDI VON http://WWW.MIDISOFT.DE UND DEM BEHRINGER BCR 2000 MIT 32 RAM-SOUNDS & 56 RAMSOUNDS UND SIND DEM OBX IN DER TAT NÄHER ALS DEM OBXa WEIL DER OB-SX AUCH WIE OBX DISKRETEN VCA HAT & ANDERE BAUTEILE ALS OBXa – DIE MIT KLANG-ENTSCHEIDENT SIND – MAN SOLLTE BEIDE HERAUSHÖREN OBX & OBXA – WIR MACHTEN DEN A-B VERGLEICH –
      MIT DEM CC MIDI HABEN WIR NUN EINEN GUTEN OBX-FOURVOICE ERSATZ

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