Blue Box: Oberheim OB-1, Analogsynthesizer

8. September 2012

Oberheim OB-1

The most beautiful synthesizer.

Das ist meine ganz persönliche Meinung. Der Oberheim OB-1 überzeugt durch elegantes Äußeres und durch genialen Klang. Wie eben alle frühen Oberheim-Synthesizer.Diese erste Serie begann ab 1974 mit SEM, Two-Voice, Four-Voice (von Monstermaschinen wie Six-/Eight-Voice oder angeblich existierenden 12-Voices wagen wir gar nicht zu sprechen), OB-1 und ab 1979 OB-X (der technisch und klanglich eher zu den Oberheims der ersten Stunde zählt, wenngleich die zweite Version des OB-X optisch bereits den nachfolgenden OB-Instrumenten angepasst war).

Version 1 des OB-1

Version 1 des OB-1

 

Abgelöst wurde diese Serie ab 1980 von OB-Xa, OB-SX und OB-8, bis dann 1984/85 die letzte Analog-Garde mit Xpander und Matrix-12 ihren Siegeszug antrat… Allen analogen Oberheim-Synthesizern ist eines gemeinsam: genialer – wenn auch sehr unterschiedlicher – Klang. Die erste Serie (beherrscht von den Schaltkreisen des SEM) besticht durch wilde, enorm druckvolle Sounds. Vor allem das Filter ist hier einmalig. Auch die OB-Synthesizer tragen noch Merkmale dieser Kraft in sich, klingen aber schon etwas „gezähmter“ (OB-X ausgenommen, s.o.).

Version 2 des OB-1

Version 2 des OB-1

Dafür bieten sie Features wie Split-/Dual-Mode oder bessere Modulationsmöglichkeiten, was die klangliche Vielfalt insgesamt erweitert. Die zuletzt genannten Modulationsmöglichkeiten sind in der Matrix-Serie (daher wohl der Name) dann auf ein technisches Höchstmaß perfektioniert. Nur gilt auch hier: der Klang wurde wiederum ein wenig „braver“ und kann sich in punkto Durchsetzungsvermögen und Kraft nicht an den Vorfahren rund um das SEM messen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    DietmarB  

    Ich muß meine oben im Text zu findenden Ergänzungen etwas korrigieren.

    Als erstes habe ich ein Bild aus der gleichen Serie bzw von gleichen Fotografen gefunden, der das besagte elrad-Titelbild beisteuerte:

    http://www.....ch3-07.png

    Dort sieht man sehr schön die Tastenburg und auch den OB-1 zwischen den beiden Stapeln. Keyboarder in dieser Epoche war allerdings nicht Detlef Schmidtchen, sondern Hannes Folberth, wie auf der Bandwebseite zu lesen und hier im Bild auch deutlich zu sehen:
    http://www.....ch3-11.png

    Auch hier wieder rechts oben der OB-1 deutlich sichtbar.

    Zu Styx habe ich auf Youtube alte Videos entdeckt, wo Dennis DeYoung eher einen 4Voice spielt als einen OB-1, bei den neueren Konzerten hat er einen OB-8 dabei. Leider sind die Videos immer von vorne aufgenommen und man sieht die alte Tastenburg nie im Detail.

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    babo

    im anhang werden die sem-basierenden synth wegen der discretenbauweise gegenüber dem ob-x gelobt. aber auch der obx, bzw. seine voicecards sind bis auf
    die beiden hüllkurven discret aufgebaut. die env,s sind die selben wie im pro one und ob-1 – also schnell! der ob-x filter ist 12 db im gegensatz zum ob-1: 24 db
    aber beide sind diskret aufgebaut. immer wieder mit freude an Ihren artikeln artikeln

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    Marko Ettlich  RED

    „Der brachialere Klang der alten SEM-Module gegenüber dem OB-X und den
    späteren Geräten lag ja hauptsächlich daran, daß im SEM und den 4/8
    Voice Maschinen noch diskrete Bauteile!´“

    Der OB-X ist ebenfalls bis auf die Hüllkurven (CEM 3310) diskret aufgebaut und verfügt über einen sehr ähnlichen, ungezügelten Klang
    wie die früheren SEM Modelle.
    Erst die späteren OB Modelle OB-Xa und OB-8 wurden mit Curtis Chips bestückt und klingen deshalb anders.

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    Marc

    Großes Lob für diesen in Wort und Bild ausführlichen und informativen Artikel. Eine Frage hätte ich aber noch zur Filtersektion. Die frühe Version des OB-1 besitzt einen Fine-Tune Poti, die spätere nicht mehr (nur noch die Lochabdeckung!). Ergeben sich daraus irgendwelche klanglichen oder funktionalen Einschränkungen bzw. Unterschiede zur früheren Version?

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    Oli

    Ich habe eine Frage zu diesem Synth. Ist es so, dass bei den gespeicherten Sounds die meiseten Parameter nicht meher bedient werden können? Dass also die gespeicherten Sounds so bleiben wie sie mal abgespeichert wurden und nur im „manaual mode“ die Filter usw. bedient werden können? Danke und Gruss

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      babo

      zur speicherung beim ob1: einmal gespeicherte sounds können nach aufruf dann nur noch mit den controllern links des keyboards manipuliert werden. beim obx gibt es dann auch den edit mode, in dem man die gespeicherten sounds in allen seinen parametern verändern kann.

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    el-folie  

    Alter Schwede – was ein fetter, geiler, erdiger, dreckiger Sound! Warum kann kein Hersteller mehr sowas heute auf die Reihe kriegen… Vergleiche mit anderen, modernen Synthies/Plugs will ich gar nicht erst ansprechen – sieht sowieso jeder anders, weil jeder andere Ohren hat – aber meiner Meinung klingt nahezu alles Moderne kalt, scharf und eindimensional gegen diese alte Kiste und viele viele andere alte Kisten. Meine Fresse – alleine der Leadsound am Schluß, diese „Cremigkeit“ im Sound der langsamen Verstimmung – einfach wunderschön :)

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      Saxifraga  

      Ich halte mal fest: Du kannst also den „analogen“ Sound klar in einem über’s Internet gestreamten Sample erkennen? Na dann lade diesen Sound doch in deinen Sampler und fertig! Leih dir einen OB-1 und sample ihn wie ein Piano und schon hast du „cremigen“ Sound wie ihn heute keiner mehr hinkriegt.

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    ukm  

    Klingt einfach klasse, das Teil. Daran gemessen ist die komplette moderne Technik trotz einiger Fortschritte bisher grandios gescheitert. Das Gehirn lässt sich eben nicht ver… .
    Wahrscheinlich hat man bei jedem Kauf moderner Geräte die Hoffnung, da könnte mal wieder so etwas dabei sein. Stattdessen bekommt man 1000+n mehr oder weniger brauchbare Sounds, die auch ihre Berechtigung haben können, aber so recht vom Hocker reißt das wohl keinen mehr.
    Leider ist mit dem Verschwinden dieser Geräte auch die Musik abhanden gekommen, die eben diese Sounds so richtig zur Geltung bringen konnte.

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