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Blue Box: Rhodes Chroma, Analogsynthesizer


Big, Bigger, Chroma.

Rhodes Chroma A

Ein restaurierter Rhodes Chroma

Vorwort der Redaktion:
Es ist mitunter schwer, wirklich gute Bilder seltener Vintage-Klassiker zu bekommen. Entweder sind die Bilder zu dunkel oder zu niedrig aufgelöst oder der begehrte Klassiker ist in einem miserablen Zustand. Nun, für diesen Artikel hat uns Andrej Shenshyn nicht nur fast alle Bilder in hervorragender Qualität geliefert, sondern den Rhodes Chroma zuvor auch noch eigenhändig und sehr aufwendig restauriert. Ganz am Ende des Artikels gibt es auch eine VORHER – NACHHER Fotostrecke, die wir Ihnen unbedingt ans Herze legen.

Und jetzt geht’s los mit dem BLUE BOX Report von Theo Bloderer.

Ihr
Peter Grandl

RHODES oder doch ein echter ARP?

Es ist doch pure Ironie: Hätte ARP den Chroma etwas früher auf den Markt gebracht, wäre dem Unternehmen vielleicht der rasche Untergang erspart geblieben. Schließlich zählt das letzte Produkt aus ARPs Schublade zu den besten und auch erfolgreichsten polyphonen Synthesizern, die jemals entwickelt wurden.

Rhodes statt ARP (c by Andrej Shenshyn)

Rhodes statt ARP

Doch ARP hatte zu Beginn der 80er Jahre bereits eine sehr eigenwillige und unwiderrufliche Geschichte hinter sich. Nach den grandiosen Erfolgen des ARP 2500 und – mehr noch – des ARP 2600 sowie seines kleineren Bruders ARP Odyssey zu Beginn der 70er Jahre schwelgte die Führungsebene in neuen Gefilden. Andere Highlights wie der Omni (das meist verkaufe ARP Keyboard) konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „money maker“ in der Produktionslinie dünn gesät waren. Doch statt marktorientierter und gut abgestimmter Konzepte ergab sich das Management ab Mitte der 70er Jahre einerseits der langatmigen Produktpflege erfolgreicher Instrumente, der Herstellung multitimbraler Tasteninstrumente mit überhängendem Keyboard und Designkapriolen zwecks Nominierung für die goldene Zitrone (ARP Quadra), der Entwicklung waffentauglicher Systeme (ARP Centaur), dem vergeblichen Versuch, Gitarristen in die Welt der Synthesizer zu locken (ARP Avatar) sowie dem fröhlichen Leben mit Wein, Weib und Gesang – etwas salopp formuliert.

1981 war ARP – nach massiven Verlusten rund um den Avatar und noch massiveren Schwierigkeiten rund um Materialprobleme des 16-Voice Electric Piano – nicht mehr liquide und wurde schließlich vom Unternehmen CBS Musical Instruments (Vertrieb von Rhodes) aufgekauft, das die Herstellung bzw. den Vertrieb des ARP Chroma (sowie des ARP Electric Piano) übernahm.

Zwei Mini-Displays, das wars.

Zwei Mini-Displays, das war’s.

Der Rhodes Chroma war indes ein gutes Geschäft, wurden bei einer kurzen Produktionszeit von nur 2 Jahren (1982 und 1983) bzw. einer unwesentlich längeren Verkaufszeit (ca. 1983-1985) immerhin 3000 Chroma Keyboards und einige Hundert Chroma Expander auf den Markt gebracht. Was nicht heißen soll, dass der Chroma zu seiner Zeit „unglaublich beliebt“ war. Es gab technische Probleme (vor allem mit der Stromversorgung), und die Komplexität des Instruments schreckte viele Benutzer ab. Doch von der ersten Stunde an gestand man dem Chroma erstklassige Klangqualität zu. Heute, wo findige Chroma Nutzer ein stabile Stromversorgung und eine umfassende MIDI-Schnittstelle für den Chroma entwickelt haben, ist das Instrument wie kaum ein anderer Vintage-Synthesizer eine Klasse für sich.

Parallele zum Memorymoog: Zwei Displays

Parallele zum Memorymoog: zwei Displays

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Klangbeispiele

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ARP Chroma

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