Blue Box: Roland Jupiter-4 Synthesizer

3. Oktober 2009

Rolands bester Jupiter?

Der Roland Jupiter-4 Analog-Synthesizer

Die Geschichte des Roland Jupiter-4

Rolands Jupiter-4 war doch tatsächlich „state-of-the-art“ im Jahre 1978!

Noch heute schwärmen Tanzmusiker von diesem ersten „leistbaren“ polyphonen Synthesizer und den – wenn auch kurzen – goldenen Zeiten, die mit ihm anbrachen. Während Prophet-5 und andere Polyphone umgerechnet weit über 5000 Euro kosteten, war der Jupiter-4 um bescheidene 2000 Euro erhältlich.

Aus heutiger Sicht scheinen die „Fakten“ des Instruments dennoch nicht sehr spektakulär. Der Jupiter-4 verfügt über vier Stimmen mit jeweils einem VCO, VCF, VCA sowie zwei Hüllkurven. Des Weiteren gibt es einen Arpeggiator, Rolands typisch umfangreiche Controller-Sektion, 10 Presets, 8 „freie“ Programmspeicher und ein Meer an bunten Knöpfen.

Doch interessant: Kaum ein Instrument hat sich in den letzten Jahren derart zum Geheimtipp und „gesuchten“ Instrument entwickelt wie der Jupiter-4. Aus musikalischer Sicht hätte ich dem Gerät schon längst einen „deutlicheren“ Erfolg gewünscht, doch bis vor nicht allzu langer Zeit konnte man den Jupiter-4 am Gebrauchtmarkt für günstige 250 Euro erwerben.

Die Rolle des hässlichen und ungeliebten Entleins war immer des Jupiters Schicksal. Sound und Aussehen („Was kostet die Orgel da?“) ließen ihn bereits ab 1980 – ein Jahr vor Produktions-Ende – sehr altmodisch erscheinen. In den 80er und 90er Jahren siedelte das Image des Jupiter-4 irgendwo zwischen „plump klingender Synthesizer“ und „völlig unbrauchbares Instrument“. Der Jupiter ist grundsätzlich gerne verstimmt, seine (nicht allzu hübsch tönenden) Presets lassen sich kaum verändern, die typisch klobige spät-70er-Jahre Roland Tastatur verleitet keineswegs zum „Spiel mich!“ Syndrom, und eine Ansteuerung des Synthesizers via CV/Gate oder gar MIDI war natürlich nie vorgesehen bzw. ist eben nicht vorhanden.

Doch um die Sache ein wenig würzig zu machen behaupte ich nun, dass von allen Jupiters ausgerechnet der Jupiter-4 den mit Abstand stärksten Klangcharakter hat. Er ist nicht der „Beste“ (in ihrer Ehre verletzte Jupiter-8 Besitzer dürfen sich wieder setzen), aber er hat den eigenständigsten Charakter. Ohne Zweifel.

Was macht den Roland Jupiter-4 so besonders?

Er hat vier Stimmen. Nicht irgendwelche Stimmen. Diese sind fast immer „out-of-tune“, sie stimmen eben nie (oder zumindest selten). Aber gerade das ermöglicht einen so hervorragend musikalisch-natürlichen Klang. Spielt man viermal dieselbe Note, ergeben sich vier unterschiedliche Klänge (im „polyphonic mode“, natürlich). Es stört nicht – ganz im Gegenteil: Soli klingen auf diese Art und Weise wesentlich natürlicher.

Er rauscht. Ursprung dieses Rauschens ist Rolands wunderbarer Stereo-Chorus (hier ENSEMBLE genannt). Derselbige muss natürlich eingeschaltet sein, um zu rauschen. Trotz des einzelnen VCOs klingen die Stimmen dann jedoch schön breit und sie „wandern“ im Stereobild – wie in vielen der angefügten Klangbeispiele zu hören ist. Teil des Chorus-Effektes ist somit eine Art Auto-Panning.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Hüllkurven sind extrem perkussiv. Sie zählen zu den schnellsten mir bekannten Envelopes.

Eines der Jupiter-4 Highlights: Der LFO

Der LFO lässt sich bis über 80 Hz hochfahren. Metallisch-schräge Modulationenseffekte des Jupiter-4 sind unglaubliche Klanggebilde. Hier sei ein Abstecher zu den Hörbeispielen sehr empfohlen. Hinter vielen FX-Sounds hätte wohl kaum jemand einen Jupiter-4 vermutet.

Der Roland Jupiter-4 Aufbau im Detail

VCO

Der VCO einer Stimme verfügt – ähnlich wie bei Roland SH-1/2/9 – über einen zuschaltbaren Sub-Oszillator. Das ist für voluminösere Sounds sehr angenehm. Nachdem die Fußlage des VCO nur bis 16“ geht, ist der Sub-Oszillator natürlich gerade für den Bass-Bereich besonders von Bedeutung.

Die Oszillator-Sektion

Die Pulswelle kann moduliert werden – entweder manuell oder via LFO, wobei der Grad der Beeinflussung in vier Stufen festgelegt ist.

VCF

Auch hier bewegen wir uns auf bekanntem Roland-Terrain: Regelbar sind CutOff, Resonanz (bis Selbstoszillation des Filters), Intensität der Modulation durch LFO oder ENV (+/-).

Die Filter-Sektion

Parallel zum LowPass Filter gibt es ein manuell justierbares HighPassFilter. Keyboard-Tracking (KYBD FOLLOW) lässt sich wiederum über einen vierstufigen Schalter festlegen. Im Vergleich zum Jupiter-8 klingt das Filter des Jupiter-4 aggressiver und animalischer – vor allem bei hohen Resonanzwerten. Die Abteilung

Modifier

umfasst einige sehr nützliche Details. Unter TRIGGER ist ein S/H-Modul versteckt, welches auf das VCF wirkt – unabhängig vom LFO! Die Geschwindigkeit kann – wie beim Arpeggiator – extern oder intern erfolgen. Bei DELAY/BEND lässt sich der Frequenzumfang des LFO – wie zuvor erwähnt – bis auf 80Hz erhöhen. In der Position WIDE kommt der LFO also immerhin in den Audio-Bereich! Gerade dieses Feature ist bei Roland Synthesizern sehr, sehr selten anzutreffen. Kein Jupiter-8 LFO kann das. Ergebnis derart hochfrequenter Modulationen sind vocal-ähnliche, ringmodulator-ähnliche, metallische Klänge. FX vom Feinsten. Die

Spielhilfen

sind typisch für Vintage Roland Synthesizer. Aber nicht nur VCO und VCF lassen sich steuern, auch der VCA kann über Pitchbend kontrolliert werden (so auch zu finden beim SH-7). Dabei wird via Kippschalter festgelegt, ob der Pitchbend direkt auf das betreffende Modul wirkt oder ob er die Intensität der LFO-Modulation (auf das Modul) steuert.

Die Spielhilfen des Roland Jupiter-4

Außerdem lässt sich über zwei Potis der globale Wirkungsgrad von BEND SENSITIVITY und LFO MODULATION einstellen. Schade, dass diese Controller Sektion bei SH-1/2/5/9 sowie bei Jupiter-6/8 nicht ebenso umfangreich zu finden ist wie beim Jupiter-4. Für ausdrucksstarke Soli und extreme Klangveränderungen ist sie unersetzlich – gerade weil VCF und (!) VCA gleichzeitig via Pitchbend gesteuert werden dürfen. Die

Anschlüsse

des Jupiter-4 sind wie folgt: Stereo-Ausgang (Stereo-Chorus!) und Phones-Output – jeweils mit getrennter Level-Einstellung Low/Medium/High.

Die Anschlüsse des Jupiter-4

Des Weiteren gibt es einen Sustain-Pedal Anschluss sowie CV-Eingänge für VCF, VCA und eine EXT CLOCK IN-Buchse für den Arpeggiator bzw. das bereits erwähnte S/H-Modul.

Nachrüstungen zum Jupiter-4

Es gibt einige Jupiter-4 mit erweiterten Speicherplätzen im Umlauf. Sie bieten z.B. 64, manche Modelle gar 128 Memories. Sehr praktisch, denn Eines ist zu bedenken: Einmal abgespeicherte Sounds lassen sich nicht wieder verändern! Viel Speicherplatz ist also von Vorteil, um selbst kleinste Variationen eines via „Panel“ erstellten Basis-Klanges jeweils gleich als neuen Sound abzuspeichern.

Wer mit Analogsequenzern oder MIDI-CV-Konvertern arbeitet, dem sei die CV/GATE-Nachrüstung des Jupiter-4 empfohlen. Matthias Becker liefert in seinem ersten Buch „Synthesizer von gestern“ eine Anleitung dazu – mit Foto und Grafik. Jedenfalls sollte jede Erweiterung fachmännisch umgesetzt werden – eine sehr persönliche Meinung. Obwohl der Jupiter-4 punkto Design nie sehr ausgewogen, keineswegs hübsch und auf gar keinen Fall modern gewirkt hat, müssen spätere Eingriffe diesen Zustand ja nicht unbedingt verstärken.

CV+Gate: Modifikationen könnten auch etwas eleganter aussehen …

Schließlich – und gerade dieser Punkt dürfte an der enormen Popularität des Jupiter-4 seit wenigen Jahren wesentlich beteiligt sein – gibt es MIDI Interfaces für das Instrument. So z.B. von Kenton Electronics. Ich habe ein solches Interface vor vielen Jahren installieren lassen und bin regelrecht begeistert, wie präzise der Jupiter-4 auf Velocity-to-VCF Modulationen etc. reagiert. Die dynamische Beeinflussung des „analogen Monsters“ (klanglich gesprochen) ermöglicht sehr professionelle, sehr ausgefallene Klänge. Doch der Haken ist der Preis. Mit Einbau dürfte das Kenton-Kit für den Jupiter-4 kaum unter 500 Euro zu bekommen sein.

Dazu gibt es seit zwei Jahren eine Alternative. Aus Tschechien. CHD Elektroservis hat ein Jupiter-4 MIDI Interface für unter 100 Euro entwickelt. Freunde berichten, dass der Einbau grundsätzlich kein großes Problem ist und das Kit gut funktioniert. Es ist „einfacher Natur“ und kann vor allem Note On/Off verarbeiten. Darüber hinaus gibt es jedoch auch ARP Clock Rate und Pitch Bend Übertragung. Gerade der letzte Punkt dürfte insofern interessant sein, da man so – über MIDI-Steuerung des Benders – VCF bzw. VCA beeinflussen kann, womit man wieder beim dynamischen Spiel angelangt ist. So gesehen ist der Preis von 85 Euro (ohne Versand und ohne Einbau) sehr, sehr attraktiv.

Quelle kreativer Inspirationen: Der Arpeggiator

Hier eine kleine Anmerkung aus persönlicher Erfahrung mit CHD Elektroservis Kits. Ich habe das TR-808 Kit erworben und vom Fachmann meines Vertrauens einbauen lassen. Interessanterweise ergaben sich nach Einbau Doppeltrigger-Effekte – die Bass-Drum spielte immer mit der Snare und Maracas und HandClap waren immer zusammen. Eine nähere Untersuchung des Interface ergab, dass die Platine in laienhaftester Weise gefertigt wurde. „Schlimmer als bei den Chinesen“ – die Worte des Technikers werden lange in Erinnerung bleiben. Alle Leiterbahnen mussten nachgebessert werden und verteuerten den Einbau erheblich. In Summe hätte ein Kenton MIDI Kit für die TR-808 letztlich gleich viel gekostet – und wäre natürlich punkto Features noch umfassender gewesen. Das nur am Rande. Vom CHD Elektroservis Jupiter-4 Interface habe ich bisher indes gute Dinge gehört. Vorsicht ist jedoch immer angesagt.

Ein Wort zu den Roland Jupiter-4 Presets

Die 10 Factory-Presets sind … nun ja, eine Sache für sich. Wie gut, dass man nicht auf sie allein angewiesen ist und Platz für „eigene“ Sounds hat. Dennoch sind ein paar Leckerbissen unter den Presets: BASS klingt richtig schön trocken (gewiss meinte Peter Forrest auch diesen Klang, als er vom „meaty sound“ des Jupiter-4 sprach), und STRING finde ich besonders exzellent.

Die Presets des Roland Jupiter-4

Auch die „Gelben Knöpfe“ (TROMBONE, SAX und TRUMPET) sind als Leadsounds gar nicht sooo schlecht – so lange man dabei nicht im Entferntesten an die ihnen zugedachten (originalen) Instrumente denkt.

VOICE schließlich erinnert stark an JM Jarres Vocal-Flächen aus Oxygene und Equinoxe. (JM Jarre hat übrigens nach wie vor den Jupiter-4 auf seinen Tourneen dabei, wenngleich es generell nicht viel über das Instrument aussagt. Bei seinem Zürich-Konzert im Frühjahr 2009 war der weiße MacBeth M5 beispielsweise on stage, dabei aber nicht einmal angeschlossen …).

Alle anderen Presets des Jupiter-4 dürften maximal zur Fingerakrobatik (Knopf An/Aus) nützlich sein. Jegliche Versuche, damit Musik zu machen könnten kläglich scheitern …

Unisono

Kurz sei darauf verwiesen, dass sich die vier Stimmen des Jupiter zu einem Unisono-Klang bündeln lassen. Damit bekommt der Jupiter-4 analoge Kraft „mit Gänsehaut-Effekt“ – unisono klingt er absolut brachial. Meiner Meinung nach verweist er damit sogar Jupiter-8 oder Jupiter-6 auf die billigeren Plätze.

Die vier Stimmschrauben der Oszillatoren sind auf der Rückseite versteckt

Tuning

Jeder Oszillator kann auf der Rückseite des Instruments ge-/verstimmt werden. Ich drehe an den (hinter kleinen Schutzkappen versteckten) Schrauben nie. Die „out-of-tune“-Melancholie eines Jupiter-4 ginge sonst verloren. Aber wer auf auditive Reinheit Wert legt (sofern dies bei einem Synthesizer der Klasse Jupiter-4 überhaupt möglich ist): Bitte sehr!

Meine Roland Jupiter-4 Geschichte

Der Jupiter-4 ist insofern ein ganz „persönliches“ Instrument, da er mein erster „Analoger“ war (bzw. ist). Zufällig natürlich. Das Instrument stand Ende der 80er Jahre eben so rum, bei einem Bekannten. Da ich nach dem „Erstkontakt“ den Bekannten immer öfters aufsuchte, um den Jupiter zu spielen, schenkte mir der nette Bekannte – zum Schutz seiner eigenen Privatsphäre – irgendwann das Instrument. Ich war natürlich begeistert – vom Geschenk und auch vom Klang des Geschenks. Doch wem auch immer ich den Jupiter-4 vorspielte – alle Zuhörer waren einer Meinung: „Weg mit dieser (öden) Kiste!“

Gut möglich, dass es an meiner schwachen Präsentation lag, aber einer Sache war ich mir dennoch von Anfang an sicher: Der Jupiter-4 ist ein Synthesizer mit enorm starkem Klangcharakter. Heute – 20 Jahre nach dem „Erstkontakt“ – bestätigt sich der Eindruck noch immer, eigentlich (im Vergleich zu manch anderen Synthesizern) sogar mehr denn je. Soll nicht heißen, dass der Jupiter-4 einfach nur „gut“ klingt. Sehr oft klingt er ja gar nicht „gut“, eher erbärmlich, manche Leute würden sagen „schlecht“. Aber eben unverwechselbar und – sehr eigen. Der Jupiter-4 vermag das Gehör noch zu überraschen mit „neuen“ – oder besser gesagt: „noch nicht so oft gehörten“- Sounds … das ist schon eine gewisse Leistung!

Der Roland Jupiter-Sound

Sehr schöne, trockene Bässe, ein ganz hervorragender Streicher-Sound, überraschende FX-Klänge, gute Lead-Sounds (die oft mittels Pitchbend erst zum Leben erwachen): Das sind die Highlights des Jupiter-4.

Roland Jupiter-4 Sounddemos on YouTube

Unser Autor Marko Ettlich zeigt im folgenden Video, was der Roland Jupiter-4 im Extremfall so drauf hat.

Und hier noch einige Brot und Butter Sounddemos:

Fazit

Ein mit CV/GATE oder MIDI aufgerüsteter Jupiter-4 ist ein äußerst professioneller, analoger Synthesizer. Das Instrument ist grundsätzlich – wie alle frühen Roland-Synthesizer – extrem zuverlässig, äußerst robust und bestens verarbeitet. Wenngleich die Presets keineswegs das Potenzial des Jupiter-4 aufzeigen (ein Phänomen, das sich immer wieder bei Instrumenten – bis heute – findet … man denke an den Alesis Andromeda), ist der Klang des ersten Jupiter Synthesizers über alle Zweifel erhaben. Das haben in den letzten Jahren viele Musiker erkannt, was zum deutlichen Anstieg des Gebrauchtpreises führte. Der Marktwert des Jupiter-4 liegt aktuell bei ca. 650 bis 1000 Euro, je nach Zustand und Ausführung (mit/ohne CV/Gate bzw. MIDI). Wenngleich viele der modernen analogen Synthesizer bereits in dieser Preisklasse zu finden sind, bietet der Jupiter-4 noch immer einige Vorteile, die nach wie vor nicht überboten werden konnten. Das Instrument ist einerseits von hochwertigster Bauweise, wie man sie heute am Markt so gut wie überhaupt nicht vorfindet (mit kleinen Ausnahmen). Andererseits ist der Klangcharakter des Jupiter-4 derart „eigen“ und „besonders“, dass es auch dafür – bisher – keinen ernstzunehmenden Ersatz gibt.

Plus

  • sattester, analoger Sound der Marke "Urgewalt"
  • eigenständiger Klangcharakter
  • hochwertiger LFO und versteckte S/H Funktion
  • günstiges MIDI-Interface von CHD Elektroservis erhältlich
  • 8 Speicherplätze

Minus

  • fehlende CV/Gate- bzw. generelle Ansteuermöglichkeit von Werk aus
  • harte Tastatur mit Schwäche für Doppel-Trigger-Effekte
  • relativ schwache Preset-Sounds und (von Werk aus) nur 8 eigene Speicherplätze

Preis

  • Laut Syntacheles 3/2015:
  • ca. 1800€
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Der artikel gefaellt mir wirklich sehr gut, da der JP 4 wirklich ein toller synth ist und hier mal entsprechend gewürdigt wird.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ihr solltet allerdings aufhoeren den leuten zu suggerieren, dass die alten synthies nichts mehr wert und fuer nen appel und nen ei zu haben sind! Einen JP4 für 250,- euro ist lächerlich! Davon nehme ich sofort 3 Stück. Ein preis von 500,- bis 700,- euro ist mittlerweile eher realistisch.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Das solltet Ihr auch mal in eurer synthacheles- sonderangebotsliste beherzigen! Nur weil mal jemand keinen plan hat und zu günstig ein gerät verkauft wird das sofort in eure berechnung mit einbezogen. Vor kurzem hat ein bekannter von mir einer Schule für 700 Euro einen EMS AKS abgekauft. Die hatten keine ahnungund haben das teil bei ebay zum Sofort-Kaufen eingestellt. Das ist weder markttypisch noch irgendwie für den gebrauchtkauf eines EMS relevant. es handelt sich hier mittlerweile um raritäten die immer wertvoller werden. das sollten alle beteiligten, bei aller schnäppchen macherei mal berherzigen.dirk

  4. Profilbild
    Tyrell  RED 1

    Hallo Dirk, der aktuelle Durchschnittspreis beträgt zwischen 300 und 500,– Euro. Wer heute für einen Jupiter 4 700,– Euro bezahlt ist selbst Schuld. Wir berücksichtigen sehr wohl "Billigangebote" von Unwissenden und lassen diese NICHT in die SynTacheles-Liste einfliesen. Meißt wird uns vorgeworfen, die Liste sei teurer als die aktuellen Preise. Wir schicken Dir gerne ein Mail, wennn wir wieder mal einen Jupiter 4 für unter 300,– Euro sehen. (Was übrigens vor ca. 10 Tagen auf eBay der Fall war).
    Grüße, Peter

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    AMAZONA Archiv

    ich war einer der ersten Käufer des J4 (gelernt auf AKS, Minimoog D und Eigenbauten). Ich teile Theos Schwärmerei für dieses Instrument. Einiges habe ich (Berufsmusiker, Komponist, Instrumentenbauer) nicht mehr so gut hinbekommen wie mit dem J4. Zum Beispiel: Halb offener Sägezahn, kurzes Antippen eines doppelt verminderten Septakkords so tief wie möglich (c es ges a). Dann, bei zeitlich entsprechend temperiertem Glissando, eine Taste in der obersten Oktave anschlagen und halten: Was da geschieht, ist einfach – nun, ich benutze das Wort nicht, da meine generation gelernt hat, es nur in der Bedeutung \

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    AMAZONA Archiv

    hallo peter, ich muss dir leider recht geben. da ich mich von meinem jupiter4 mit dieter kampfhofer midi getrennt habe, es aber sofort bitter bereute.
    musste ich feststellen, dass die angebote bei ebay in der regel bei knapp 400 endeten. ich habe jetzt wieder einen ;-) dirk

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    AMAZONA Archiv

    hallo
    kann mir jemand einen jupi4 vermitteln? wäre suuuuper interssiert!!!

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      AMAZONA Archiv

      Ich habe noch einen JP4 rumstehen, den ich vor 24 Jahren gebraucht (800DM) erworben habe und einige Jahre in einer Band eingesetzt haben. Das Instrument ist in Ordnung (Orginalzustand, nicht modifiziert), sieht aber natürlich gebraucht aus.
      MBU

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      rbschu

      Ich habe bereits weiter unten schon mal kommentiert. Wenn Du immer noch einen Jupiter-4 suchst, schau mal im Musiker-Board unter Flohmarkt. Da gibt es einen. Mittlerweile sind die Dinger aber wesentlich teurer als hier geschildert. Es sind ja auch 10 Jahre vergangen (jetzt: 2017) und nun kostet ein guter Jupiter-4 über 5.000 €.

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    AMAZONA Archiv

    hm bin selber schuld das ich mir einen durch die lappen gehen lassen habe, ende letzten jahres…
    sorry das ich keine produkt kommentare abgebe, wuerde nur bitten sich bei mir zu melden wenn ihr mir einen jupiter 4 vermitteln koennt.. gerne mit midi aber auch einfach.
    dblonde@gmx.net

    vielen dank

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      rbschu

      Wenn Du immer noch einen Jupiter-4 suchst, schau mal im Musiker-Board unter Flohmarkt. Da gibt es einen. Mittlerweile sind die Dinger aber wesentlich teurer als hier geschildert. Es sind ja auch 10 Jahre vergangen (jetzt: 2017) und nun kostet ein guter Jupiter-4 über 5.000 €.

  9. Profilbild
    Alex_KIDD

    Ich habe den JP4 auch mal gehabt, habe ihn aber schnell
    wieder verkauft.

    Die Tastatur ist ziemlich übel, sie ist schwergängig und sehr träge (gut ich spiele nur normale Synthesizertasten)

    Die Faszination bei den 4 Stimmen, nun gut der JP4 eiert eigentlich immer, aber einen speziellen charakter kann ich ihm
    nicht zusprechen. Der Ensemble klingt nicht schlecht als
    Stereoeffekt, aber im Juno-6 klingt der Chorus breiter

    Aber ich denke für Pads ist er auch nicht unbedingt geeignet.

    Im Effektbereich ist er natürlich sehr interessant, LFO
    und so weiter.

    1.000 Euro sind wohl die Standartpreise derzeit, für mich
    unverständlich.
    Kult hin oder her, ich finde die Preise unverschämt (klar kann man sagen, kauf oder kauf eben nicht)
    Aber ist so ein „Habenwollen“ noch normal?
    Gut, ich denke jeder der Liebhaber ist, wird ein Kribbeln in den Fingern haben, wenn ein Liebling mal bei ebay oder so
    auftaucht.
    Aber zb. 5.500 Taler für einen JP8 ohne Midi, wo ist da die Relation?
    Software scheint mir keine Lösung zu sein, die Preise werden immer toller und leider manche Verkäufer unehrlicher dazu.

    Gut, ich schweife ab vom Thema:-)

    JP4
    + LFO sehr flexibel
    + sehr gute Verarbeitung der Potis und Fader
    + Klang

    -Tastatur

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    Dreitagebart

    Klasse-Bericht und aussagekräftige Soundbeispiele, Respekt ! Mir allerdings hat der Jupi 4 nie so recht gefallen wollen, ich hatte den damals auch, habe ihn dann aber gegen den JX-8P eingetauscht (ok ok ok ich weiß „Äpfel und Birnen). Für macht der JX einfach bessere Analog-Flächen und Bläser, ich habe ihn heute noch im Studio.

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      Bloderer  AHU

      … ja, das ist sicher. Der JX-8P hat schöne, „zuverlässige“ Flächen / Leadsounds – und auch die angenehme analoge Dichte & Wärme, nebenbei noch MIDI und 6 stabile Stimmen (mit jeweils 2 DCOs). Hier kommt der Jupiter-4 nicht mit. Für sehr „knackige“ Sounds und Effektklänge hat er hingegen ein ungeahntes Potenzial.

      Interessanterweise hat er mich von Anfang an sehr an den ARP-2600 erinnert, betreffend seiner „trockenen“ (aber reizvollen) Bässe, seiner scharfkantigen Hüllkurven und einfach seines Charakters wegen. Dafür muss man aber (fast) alle Presets übergehen, direkt zur eigenen Sounderstellung wechseln und auch dort einiges an Zeit & Geduld investieren. Dann hat man Chancen, die „andere“ Seite des Jupiter-4 kennen zu lernen.

      Dennoch sind die Erfahrungen vieler (ehemaliger) Jupiter-4 Besitzer wie deine: Sie haben den „Zugang“ zum Instrument nicht gefunden. Zu einem Teil könnte es – neben den „nicht so unmittelbar abrufbaren, überzeugenden Analogsounds“ – mit der schwachen Interface-Situation zu tun haben. Die unkomplizierte Integration des Instruments im Studio bzw. seine Koppelung mit Sequenzern etc. würde für viele eine wichtige Hürde nehmen. So aber ist erstmal eine CV/Gate Modifikation oder ein MIDI Kit nötig, was den meisten Usern in Anbetracht des „nicht so unmittelbar abrufbaren, überzeugenden Analogsounds“ eben auch nicht ganz lohnend erscheint. Damit dreht sich die Sache ein wenig im Kreis und schon steht der Jupiter-4 (in vielen Fällen) wieder auf der Verkaufsliste.

      Die Gebrauchtmarkt-Preise – wie in einem weiteren Kommentar eines Lesers anbei erwähnt – übersteigen inzwischen vielfach die Schmerzgrenze von Jupiter-4 Interessenten. So dürfte der Synthesizer auch noch in Zukunft für Kontroversen, Diskussionen und „geteilte Lager“ sorgen. Doch das ist ganz OK, immerhin hat es der Jupiter-4 in den letzten Jahren geschafft, musikalisch die eine oder andere Lorbeere zu erhalten – womit er sein Image etwas aufbessern konnte.

  11. Profilbild
    moogulator  RED

    Na, als Flächensynth ist der Jp4 nicht gemacht, aber wer Synthpop oder DAF mag oder Clubsound macht, der wird ihn lieben. Ich hab deshalb den Jp4 UND den Promars (gemodded allerdings, 2 Subs und VCO2 einstellbar).
    Muss man lieb haben. Der LFO ist gut, die Hüllkurven sensationell. Und das sag ich nicht oft.

  12. Profilbild
    Neven Dayvid

    Interessant, wie weit die Meinungen auseinandergehen. Ich habe den JP-4 nämlich wiederholt als Flächensynth im Industrial und Ambient eingesetzt. Er kommt halt aus der Frühzeit der Polyphonen, als noch nicht alles so normiert war wie bereits ein paar Jahre später mit der JX Reihe. Man muß aber liebevoll und geduldig vorgehen und damit klarkommen, daß er sehr launisch ist. An manchen Tagen ist er göttlich und inspirierend, an anderen verstimmt und langweilig. Manchmal sample ich ihn auch in Absynth und layere das zwecks höherer Polyphonie mit dem Original. So kann man extrem dichte, fette, orchestrale Texturen erzeugen, die durch die leichten internen Verstimmungen sehr schön schweben.

    Hier kann man ihn als Flächensynth hören:

    http://www.....B000066FQH

    Auf den Stücken „Hava Yollari“ und „Hinterland“.

  13. Profilbild
    Marko Ettlich  AHU

    Nicht selten hört man, der Jupiter-4 klingt dünn und langweilig. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären wie es zu so einem Gerücht kommen konnte. Der Jp-4 kann extrem wuchtig und bassig klingen wenn man möchte. Da kommen nur sehr wenige Synths mit. Er klingt sehr eigenständig, anders als die größeren Jupiter-Brüder und anders als die Juno- und JX-Serie. Die Hüllkurven sind sehr schnell und der weit in den Audiobereich hineinreichende LFO sorgt für exzellente Vocal- und FX-Sounds. Der JP-4 ist einfach unberechenbar und voller Leben im Klang. Der klingt jeden Tag etwas anders. Ein sehr cooles Teil! Mein Jupi-4 darf bei mir bleiben bis der Elektro-Tod uns scheidet.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      das sehe ich zu 100% genau so! würde meinen jupiter 4 NIE hergeben! habe noch einen juno 106. der jupiter 4 bläst den juno so dermassen weg dass alles zu spät ist. ich hab selten einen so fetten synthie wie den jupiter 4 gehört. kein wunder dass bei ebay die preise für das ding explodieren.

  14. Profilbild
    funsearcher

    1978 -mit 16 Jahren- bekam ich meinen Jupiter 4 fabrikneu von meinem Großvater geschenkt. Damals wurde Musik noch live gespielt – Notenkenntnis, Harmonielehre, Fingerfertigkeit und ein gutes Gehör waren Voraussetzung für Erfolg, Midi noch ein Wort, dass erst noch erfunden werden wollte. Leider ließ sich meine musikalische Karriere nur schwer mit meiner parallel laufenden Ausbildung vereinbaren. Daher nutzte ich meinen JP4 nur „at home“ als zusätzliches „Sound“-Gerät mit meiner Hammond B200. Es war damals einer der ersten mit 4-fach polyphonem, nie gehörtem Synthi-Sound – aber auch ein für mich damals unerklärliches Manko hatte das Gerät: Die 4 Oszillatoren arbeiteten nicht immer simultan – je nach Einschaltdauer (termischer Fehler?) musste sie an den 4 Trimmern der Rückseite von Zeit zu Zeit nachjustiert werden – tat man das nicht, so kam es vor, dass alle 4 Anschläge (drücken der selben Taste) sich der jeweils 4. Ton leicht getriggert (verstimmt) anhörte. Noch heute steht das Gerät ohne jeden Kratzer auf meiner B200- Erinnerung an eine schöne Zeit. Vielleicht stelle ich Ihn eines Tages als Leihgabe dem Museum der Fa. Roland zur Verfügung. – Oder jemand hilft mir, den thermischen „Fehler“ dauerhaft auszumerzen- dann kommt er vielleicht doch noch in seinen alten Tagen da hin, wofür er eigentlich geschaffen wurde: live on Stage

  15. Profilbild
    legoluft  

    Toller Bericht und super Klangbeispiele über einen der besten Analog-Synths überhaupt. Habe ihn 1989 (150 DM) gekauft und habe ihn immer behalten, im Gegensatz zu diversen Junos, SH’s und JX ‚en. Als ebenfalls herausragendes Merkmal muss aber auch der VCA Gain/Volume Regler erwähnt werden, da dieser überhaupt erst diese brutalen angezerrten Sounds im Unisono-Modus möglich macht. Unvergleichbar fett!
    Auf meiner Seite gibt es überigend seit vielen Jahren eine Anleitung & Beschreibung über den CV/Gate Umbau:

    http://leg.....iter4.html

  16. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Bei meinen ersten Gehversuchen in einer Kornwestheimer Studio-Band hatte ich das Vergnügen, mit den Studio-eigenen Jupiter-4 und Solina Strings spielen zu können (den Juno-6 hatte ich da noch nicht). Ich habe den Jupiter-4 hauptsächlich für (eigene) Bass- & Solo-Sounds genutzt, wo er mich voll überzeugt hatte. Aber auch für Flächen der etwas anderen Art zu gebrauchen; mit ihm lernte ich, mit nur 4 Voices umzugehen, sodass mir die 6 des Junos fast schon luxuriös vorkamen…
    Leider sieht er irgendwie zu klobig aus, um optisch zu gefallen…

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