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Blue Box: Roland SH-101, STORY II


Roland SH-101

Software fällt jedoch in Kombination mit Moogs und Oberheims klanglich auch heute noch etwas zurück, während die Integration des Roland Sounds in einen musikalischen und ästhetischen Gesamtzusammenhang dem Anwender weniger abfordert. Das ausgewogene Klangbild ohne Überbetonungen im Bass- und Höhenbereich dürfte möglicherweise für diese Akzeptanz mitverantwortlich sein.

... und manchmal auch blau

… und manchmal auch blau

Dabei ist der Roland SH-101 durchaus ein Spätentwickler. Sein kleiner computerisierter Bruder MC-202 brachte ein Jahr später gedanklich eine Kategorie von Synthesizer-Sequencer-Kombinationen ins Spiel, die man heute wohl als Groovebox-Vorläufer bezeichnen würde. Die Klangerzeugung ist sehr nahe an der des SH-101, ebenso das noch etwas weniger bekannte CMU-810 Modul, welches als Computermusik-Klangerzeugermodul gedacht war, jedoch seiner Zeit so weit voraus war, dass sich die CMU-Serie vor MIDI nicht durchsetzen konnte. Das kam erst Ende der 80er wirklich in Fahrt. Ebenfalls bereits 1982 gab es schon im Juno und Jupiter 6/8 Polyphonie mit eben diesem Roland-Sound, welcher besonders damals schneller Freunde fand. Speziell die Junos hörte man sehr bald in sehr vielen Produktionen, und die Monophonen hatten jetzt keine große Chance mehr bis „Techno“. Sie waren schließlich bezahlbar und polyphon.

Technisch ist der SH-101 deshalb der Letzte seiner Art, jedoch brachte er den neu ersonnenen Arpeggiator und Sequencer mit ein und half enorm bei der Produktion mit weniger „Zusatzgelumpe“ drum herum. Es war einfach, und viele ganz neue Musikertypen konnten sich nun solche Instrumente leisten. Die SH-Serie war mit dem SH-7 eigentlich schon ad acta gelegt worden und in Form des SH-09 weitgehend sowas wie bewährt gewesen. Wer die technische Seite des SH-101 noch nicht kennen sollte, bekommt jetzt alle nötigen Informationen, alle anderen können dies überlesen.

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Klangbeispiele

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    Marko Ettlich RED

    Manche sagen, der 101 klingt nach Plastik. Nun wenn sie damit diesen klischeehaften Hackepeter-Bass-Sound meinen, dann mag das teilweise stimmen. Das ist hier kein Moog! Aber der 101 kann weitaus mehr. Mit etwas Geschick lassen sich wunderschöne, melancholische Lead-Sounds aus der Kiste zaubern, die an die früheren Vangelis und Kitaro Platten erinnern. Der 101 kann mächtig Druck machen ohne das Arrangement mit Fettheit zuzukleistern. Arpeggiator und Sequenzer sind einfach gestrickt und deshalb ideale Ideenlieferanten. Die Kiste macht einfach Spass! Leider wird der 101 auch immer teurer.

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        TB303

        oh,toll. ich sage die Sh 101. wie viele andere auch. na und? das man das immer thematisieren muss. hat was oberlehrerhaftes,der mit dem rotstift durchs leben zieht…
        toller synth. und der trigger sequenzer sehr geil.nutze DIE !! analogkiste ausserdem als cv mastertastertur für diverse module.. perfektes teil.

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    network-909

    Die gute alte 101… Schwer sich von dieser Kiste zu trennen, selbst bei den überzogenen Preisen heutzutage. Dazu klingt die Maschine einfach zu gut =)

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    phil_dr110 ••

    hatte ewig lange die mc- 202. sehr schönes teil. heutzutage benutze ich gerne den desktop- evolver für solche sachen. geht wunderbar, auch wenn es eine ganz andere maschine ist ;)

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    Alex_KIDD

    Hallo an die Gemeinde,

    sehr schöner Test.
    Weil hier die MC-202 erwähnt wurde, die scheint
    ja eine echte Alternative zu sein (kenne beide Geräte nicht)

    Ist denn bei der 202 die MIDI-Anbindung auch so problemslos oder gibts da Anzulänglichkeiten?

    Zurück zum SH101: Vom Sound her hätte ich ihn nicht erkannt, aber hängt sicher von der
    Art von Musik ab. Ob er nun ein „Musthave ist“
    muss ja jeder selbst wissen. Was gibt es sonst noch für Alternativen im preislich niedriger angesiedelt? (BraintecBass oder Deep-nine?)

    Weil jetzt in Ebay welche sind, meine Frage
    die Schieberegleraufsätze sind die selben wie
    bei der TR-707, oder irre ich da?

    freundlicher Gruß

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      moogulator RED

      Ja, der MC202 hat auch CV-in und ist damit auch MIDIfizierbar. Allerdings gibt es chromatisches Glissando über den Sequencer (quantisiert). Er ist mehr so das kleine Teil, was man mit TR606 und Co mitnimmt, wenn man Retro-Sound machen will.

      Roland-Sound in der Art gibt es nicht so viele, aber 303Clones natürlich EINIGE. Die meisten davon sind aber auch nur gebraucht zu bekommen.

      Faderkappen: sind andere als 707. Breiter.

      SH101 Sound muss man natürlich mögen oder nicht, schon ihn zu beschreiben ist nicht so einfach. Bei zu hohen Preisen: Vogel zeigen und abwarten.
      Der Charakter ist zB bei LFO „Frequencies“ ziemlich typisch. Im Forum nennt man das inzwischen „Liep™“. Es ist so wahnsinnig unschuldig.

      Roland hat noch nicht so viele Cloner gefunden. Aber was einigermaßen mittig klingt wäre schon mal gut. Mittig mischen ist zzt wegen Software kein Exotentum mehr. Einer der ersten, der das gemacht hat dürfte Robert Babicz sein.

      Einen SH101 habe ich nocht außerhalb der Roland-Familie nicht wirklich gefunden. Einige 303 Clones klingen aber ganz gut, sogar die alte Bass-Station ist gar nicht so übel diesbezüglich. Aber alles relativ. Für die SE (ATC Xi zB) Synthesizer gibt es ein 303 Filter, aber SE ist auch nicht grade billig zu nennen.
      Das blaue System von SMS ist ganz nett aber auch ein paar andere. Meist je nach dem, was man eigentlich damit erreichen will und ob es funktional/frequenzmäßig oder musikalisch identisch sein soll oder sogar komplett emuliert werden soll.

      Die Frage der klanglichen Ähnlichkeit muss man idR. selbst für sich beantworten.

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    Tyrell RED

    Meine SH war ziemlich wackelig im Tuning. Da musste ich alle 30 Minuten nachstimmen. Auf Dauer hat das so genervt das ich sie wieder abgegeben habe. Ich bin mit dem Freebass (ist die MAM MB33 MKII in der UK Ausführung mit Orange/Silberner-Frontplatte) als TB und SH-Clone sehr glücklich. Klingt sehr gut, ist voll analog und kostet gebraucht nur 100,– Euro. Logo – mit Midi!!

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      network-909

      Das wackelige Tuning kommt bei der 101 oft durch einen verschmutzten Power-Schalter. Klingt ulkig, merkt man aber sofort, wenn man bei so einer 101 leicht auf dem Power-Schalter rumdrückt, während man eine Note spielt, ohne dabei aber den Powerschalter ganz durchzudrücken und die Kiste auszuschalten. Dabei verstimmt sich die Kiste sofort ganz heftigst. Da braucht wahrscheinlich nur eine Fliege kurz drauf landen und die Kiste muss nachgetuned werden.
      Abhilfe schaffte bei mir: Powerknopf abziehen (ist nur draufgesteckt) und kräftig Kontaktspray rein (ohne hier die beliebte Diskussion wieder anzufangen, was man am besten in verschmutzte Schalter sprüht – von mir aus auch Haarspray :-).
      Alternativ hilft auch manchmal : Kiste ausschalten und Powerknopf ca. 10 Minuten lang ein- und ausschalten…

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      homeproducer

      ein bekanntes Problem des korrodierenden Einschaltknopfes. Ich hatte meinen kurzgeschlossen. Seitdem war das Tuning stabil. Leider hab ich den SH 100 irgendwann verkauft.

  6. Avatar
    homeproducer

    SH 101 war schon cool. Vor allem in Sync mit einer 909. Da konnte man tolle Basslines programmieren und die Resonanz voll aufdrehen. Das ergibt einen Sound, den ich so von keinem anderen Synth jemals gehört habe.

  7. Profilbild
    olivgrau

    So, nun zwitschert auch ein SH 101 bei mir. Ich hoffe ich bleibe von den hier geschilderten Problemen verschont! Hab‘ ihn für 800 aus der Bucht. :-D
    Parallel dazu stehen ja meist Angebote bei 1.299,- drin. Na, die haben einen langen Atem!

  8. Profilbild
    Flying C

    Was soll man zu diesem Gerät noch sagen? Zu seiner Zeit (1982) der billigste Synthesizer den man für Geld bekommen konnte, knapp unter 700 DM – das sind ca. 350 €. Bis heute in Zahllosen Titeln verwendet. Die Maschine mit der ich das „Handwerk“ erlernt habe. Unheimlich breites Klangspektrum, perkussiv, bassig, wabernd, vokal, heftige Reso…und immer so warm. Den unvermeidbaren Moog-Vergleich lassen wir mal weg. Roland. Roland Filter. Roland Sound. [Jaja, auf der Moog-Kaskade basierend ;) ] Bauteilbedingt kann der Sound verschiedener Modelle SEHR unterschiedlich sein, von „piepsig-brav“ bis „bassig böse“ und zurück ist alles dabei (à la 303) – ich weiss das auch nur, weil ich vor Jahren 3 101en zur Verfügung hatte. Auch in der Gegenwart benutze ich den SH-101 in nahezu allen (Acid-) Produktionen, dieser Synth ist -auch nach Jahren- immer wieder wieder für eine Überraschung gut!
    Das synthetische „Lachen“ im folgenden Track ist z.B. ein SH-101…(bei ca. 1:33, 2:35, etc.) Der MC-202 besitzt weitestgehend die klangerzeugung des SH-101, aber das ist eine andere Geschichte.

  9. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Ich hatte leider nie die Gelegenheit, günstig an einen SH-101 ran zu kommen und musste mich viele Jahre mit einem MS-10 begnügen (dessen Verkauf ich nie bereut habe). Mein MC-202 hätte sich bestimmt über einen 101 als Partner gefreut (für den zweiten Sequencer-Kanal). Allerdings gibt es doch heute genug Alternativen, wenn man es nicht so puristisch sieht. So bin ich sehr zufrieden mit meinen Dark Energy Mk I und Microzwerg Mk II, die sich dazu noch wunderbar in mein Modular-System einfügen lassen. Auch den Urenkel SH-201 mag ich; liefert er mir Flächen-Sounds, die unverkennbar Roland sind.

  10. Profilbild
    Everpure ••

    Das tollste an solchen Artikeln (nach dem Spaß, den es macht, sie zu lesen) ist, wie sehr Preisangaben Schnee von vorgestern sind. Aktuelle Angebote für SH-101 bei Ebay heute: 1500€ Vollkommen irre.

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