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Blue Box: Sequential Circuits Pro-One, Analog-Synthesizer


Charakter-Modulation inbegriffen

Vorwort der Redaktion

Nun ist es also soweit, auch der Sequential Pro-One wurde nun geklont – und glaubt man dem Urteil unseres Autors Johannes Kothe, auch noch mit Bravour. Nun, solch positive Bewertungen gab es auch schon zu Zeiten des Arturia Prophet V – und wie wir uns heute eingestehen müssen, zu Unrecht. Wie auch immer man nun dem U-He Repro_One gegenüber steht, zwei Dinge stehen aktuell sicher fest: 1. Die Software-Emulationen werden besser und besser – der Abstand zu den Originalen immer geringer. 2. Das Original bleibt das Original – und das hat eben nicht nur etwas mit der Reproduktion des Klanges zu tun. Wir haben uns erlaubt, den Blue Box-Report zum Sequential Pro-One von Theo Bloderer aus dem Jahre 2008 nun nochmals ganz oben zu platzieren. Aus heutiger Sicht vor allem interessant sind die damaligen Kommentare, die sich über den damaligen Gebrauchtmarktpreis von fast 1.000 Euro beschwerten. Ich habe soeben einen Pro-One nach langer Suche in einem Top-Zustand für 1.800 Euro erworben – und das entspricht in etwa dem Mittel des heutigen Gebrauchtmarktpreises.

Ich wünsche noch einen musikalischen Vintage-Samstag
Euer Peter Grandl

Sequential Pro-One - monophoner Klassiker

Sequential Pro-One – monophoner Klassiker

BLUE BOX Report Sequential Pro-One von Theo Bloderer (2008)

Die Letzten werden die Ersten sein. Sagt man halt so. Und im Falle Sequential Pro-One trifft das fast zu. Sein großer Kollege Prophet-5 ist und bleibt zwar (neben dem noch größeren Bruder Prophet T8 und dem Ausnahmesynthesizer Prophet VS) der große Star aus der amerikanischen Synthesizerschmiede, doch gleich anschließend folgt dieser Winzling. Seiner klanglichen Stärke und Ausdrucksfähigkeit wegen ist er DER monophone Pflichtsynthesizer für jeden Elektroniker.

Seine Pflichten nicht erfüllt zu haben schien zunächst hingegen Dave Smith, als er 1981 mit dem Pro-One den ersten und einzigen Monophonen aus dem Hause Sequential auf den Markt brachte. Seit dem Erscheinen des Prophet-5 im Jahre 1978 warteten nämlich unzählige Musiker sehnsüchtig auf einen weiterentwickelten Nachfolger des erfolgreichen Propheten.

Der 1980 erschienene Prophet-10 war zunächst eine erste Enttäuschung, da er wegen seines etwas unzuverlässigen Innenlebens und seiner unhandlichen Größe wenig Akzeptanz finden und – abgesehen von der doppelten Stimmenzahl und dem eingebauten Sequencer – keine Neuerungen gegenüber dem Prophet-5 anbieten konnte. So wurde der Riese auch nur in kleiner Stückzahl (ca. 400 Instrumente) hergestellt bzw. verkauft.

Die langersehnte Neuentwicklung kam erst im Jahre 1983 auf den Markt – ein auf Basis des Prophet-5 weiterentwickeltes Instrument mit anschlagdynamischer Holztastatur und umfangreichen MIDI-Möglichkeiten namens Prophet-T8. Allerdings kam diese Entwicklung entschieden zu spät, weshalb das Instrument im „Jahr des DX-7“ keine Chance hatte (noch dazu bei einem Neupreis von sagenhaften 13.000 DM).

Verständlich, dass das Erscheinen des Low-Cost-Synths Sequential Pro-One zwei Jahr zuvor – 1981 – für einiges Aufsehen (und aufs Erste wohl auch Unverständnis) sorgte. Doch die Musiker erkannten schnell den Wert dieses Monophonen, der sich auch zum meistverkauften Produkt der Firma Sequential etablieren sollte: In den wenigen Produktionsjahren bis 1984 wurden immerhin 10.000 Pro-One hergestellt…

Der Pro-One bietet etwas nüchterne, aber grundsätzlich zuverlässige Hardware

Der Pro-One bietet etwas nüchterne, aber grundsätzlich zuverlässige Hardware

Aufbau

Der Sequential Pro-One besitzt eine 3-oktavige Tastatur und – klassisch Sequential – zwei Plexiglas-Wheels. Das Instrument verfügt weiters über:

  • 2 VCOs (mit Sync)
  • 24dB VCF
  • LFO
  • Mixer (VCO1/2/Noise)
  • 2 Env (ADSR)
  • Glide (Portamento)
  • Modulationsmatrix
  • Sequencer
  • Arpeggiator
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Klangbeispiele

Leser-Stories zu diesem Produkt

  1. Profilbild
    Dreitagebart

    … bis zu 1000 EURO für einen gebrauchten PRO-ONE? Gibt es wirklich Leute, die soviel dafür bezahlen? Solchen Kandidaten kann ich nur empfehlen, sich vorher mal den Prophet 08 anzuhören, der ist zwar wesentlich teurer, dafür aber neu, achtstimmig und soundmäßig meiner Meinung nach keinen Deut schlechter als der PRO-ONE bei sehr ähnlichem Klangcharakter.

  2. Profilbild
    Bloderer RED

    Die Preise sind im Moment sehr hoch, das stimmt. Doch einen "Wert"-entsprechenden Aspekt möchte ich relativieren: Polyphonie ist grundsätzlich ein etwas irreführendes Argument, da es musikalische Qualität zu implizieren versucht. Doch dieser Zusammenhang ist nicht gegeben. Viele Pioniere der elektronischen Szene haben ihre Meisterleistungen auf großteils monophonen Instrumenten erbracht. Gerade die Reduktion auf jeweils EINE Stimme (was bei mehreren Instrumenten natürlich wieder einen polyphonen Klangeindruck ergibt) ist ein (mühsamer, aber lohnender) Weg zu kreativen, abwechslungsreichen und durchdachten Kompositionen.

  3. Profilbild
    Bloderer RED

    (Fortsetzung): Der Pro-One erzeugt auch nur eine Stimme, und die ist in beinahe jeder Facette kompromißlos gut. Nun ist es zu hinterfragen, ob eine singuläre Stimme des Prophet 08 dieselbe Dynamik, Präsenz und analoge "Aggression" wie der Pro-One aufzuweisen hat (oder eben nur mit "ähnlichem Klangcharakter" – das ist der Punkt). Der Prophet 08 bietet sicher seine eigenen Stärken und musikalische Möglichkeiten, doch einen Vergleich zum Pro-One würde ich nicht wagen…

  4. Avatar
    RetroSound

    Der Pro-One ist für mich einer der besten und leistungsfähigsten Mono-Synths überhaupt. Besonders Vince Clark setzte den Pro-One auf dem ersten Yazoo Album exessiv ein. Der Pro-One macht einen enormen Druck unten rum den so nur noch der Minimoog oder der Taurus toppen kann. Berühmt sind auch die schneidigen Sync Sounds des Pro-One. Dank der Polymodulation sind aber auch sehr abgedrehte Klänge möglich. Kurzum ein sehr vielseitiger und vorallem ausgezeichnet klingender Synth.

  5. Avatar
    Rauschwerk

    Ein hervorragendes Instrument! Der Filter erinnert mich teilweise an den Synthex. Auch die ENVs verrichten hier sehr gute Dienste. Der Sound hier ist sehr beeindruckend..

  6. Avatar
    Tricky

    Der Pro-One ist ohne Zweifel eine klasse Mono-Maschine!
    Jedoch hat er starke Konkurrenz aus eigenem Hause, Dave Smith MEK ;)
    Da einfach mal die digitalen OSCs abschalten, sounded superklasse.
    Dabei ist der MEK moderner & gar nicht soo teuer.

    Wozu also überteuert nen alten Klassiker kaufen, wenn man für
    ähnlich viel Geld einen modernen Klassiker ins Haus holen kann ! ;)

    just my 2 cents …

    • Profilbild
      Bloderer RED

      … ja, das stimmt. Mono Evolver Keyboard (oder Desktop) sind gute Instrumente und bieten sehr viel für's Geld! Ein 1:1 Vergleich von MEK und Pro-One wäre mal interessant…

    • Avatar
      Klanggeist

      Sehe ich nicht so. Die Stärken bei den Evolver-Synths liegen bei den digitalen Sachen.Die analoge Ecke schlappt dagegen ziemlich ab.
      Kein Ersatz zum Pro-one, leider.

      Jörg

  7. Avatar
    Cornel

    Der MEK kann gar kein Ersatz für einen ProOne sein, weil die analogen Osz. nur Sync können. Im ProOne lassen sich beide Osz jedoch frequenzmodulieren!

  8. Avatar
    von mir

    Beim Evo lassen sich die Oszis durch die schnellen LFOs auch frequenzmodulieren. Ein Ersatz für einen Pro-One ist ein Evolver dennoch nicht. Der Evo ist meiner Meinung nach einer der innovativsten und bestklingenden Synths der heutigen Zeit. Der Pro-One hingegen ist ein Klassiker der analogen monophonen. Am besten beide haben ;)

  9. Profilbild
    Neven Dayvid

    Also ich finde, für 1000.- Euro lohnt sich der Synthesizer, wenn man einen weitestgehend kompromisslos implementierten Monosynth haben will. In Doepfer-Modulen würde das ganze mehr kosten.
    Ich habe das Vergnügen, einen ProOne zu spielen, bei dem die Tastatur mit neuen Bushings aus Silikon ausgestattet wurde, besser als ab Werk, da die Tasten nicht mehr so klappern.
    So eine Modifikation ist auf jeden Fall zu empfehlen.
    Der Sound ist erstklassig, nur an der Hardware wurde seinerzeit etwas arg gespart. Man kann halt nicht alles haben, und gerade aktuelle Instrumente scheinen mir da von den Potis her auch etwas wackelig zu sein…hallo Little Phatty.

  10. Profilbild
    Piet66 RED

    Ein schöner kompakter Mono-Synth mit vielen klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten. Leider ist mein Gerät nicht ganz so stimmstabil wie z.B. der (ältere) Odyssey MKIII. Getriggert durch eine TR-808 ist es eine wahre Freude, den Pro One beispielsweise für Bass-Linien einzusetzen. Der sehr einfach zu bedienende Sequencer ist genial, ermöglicht er doch z.B. Bass-Läufe in Echtzeit zu transponieren. Ein inspirierendes Instrument, bei dem es einfach immer wieder grosse Freude macht, sich damit zu beschäftigen.

  11. Profilbild
    Filterspiel AHU

    Optischer Downgrade mit blauen (!) LEDs in den Wheels. Dabei habe ich eine lange Liebe zu LEDs i.A. und ursprünglich auch zu den blauen, gab es sie doch für Jahrzehnte nicht zu kaufen. Dann mussten sie aber (ob farblich sinnvoll oder nicht) in alles eingebaut werden und „schreien“ den Besitzer oftmals sogar im Stand-by an.

    Das hat der Pro-One nicht verdient.

  12. Profilbild
  13. Profilbild
    Tyrell RED

    Ich spiele mich gerade mit dem kleinen Wunderzwerg und bin nach wie vor begeistert!!!

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Sequential Pro-One

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
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