Blue Box: Sequential Circuits Pro-One, Analog-Synthesizer

Der Pro-One heute

Als Universal-Analogsynthesizer der Kategorie „leistbarer Monophoner“ ist Sequentials Pro-One nach wie vor die erste Wahl. Seine breite Klangpalette überzeugt in praktisch allen musikalischen Richtungen, die Modulationsmatrix ist einzigartig und für lustvolles Klangforschen ist der eingebaute Sequencer eine hervorragende Unterstützung. Da sich die Qualitätsmängel puncto Hardware nur auf gewisse äußere Merkmale (meist ohne nennenswerte praktische Folgen) beziehen, dürfte ein gut erhaltenes Instrument bei respektvollem Umgang noch viele Jahre zuverlässige Dienste tun (und gut erhalten ist – meine Einschätzung – ein Großteil der heute verfügbaren Sequential Pro-One).

Sequential Circuits Pro-One

Sequential Circuits Pro-One

Als weiterer positiver Punkt wäre die große Verbreitung des Instruments zu nennen (wenngleich Pro-Ones in den letzten Jahren zunehmend rarer geworden sind). Am Gebrauchtmarkt werden ca. 800-1000 Euro für den Pro-One gefordert (Stand August 2008, siehe dazu laufend die Amazona.de Syntacheles). Angesichts der facettenreichen klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten ist dies noch immer ein – wenn nicht günstiger, so doch zumindest „fairer“ Preis für diesen außergewöhnlichen Synthesizer.

Wer übrigens eine – in etwa vergleichbare – Alternative zum Pro-One aus selbem Hause sucht: Der Sequential Six-Trak wäre ein „würdiger“ Rivale! Zwar bietet dieses Instrument mit einzugebenden Parameternummern und nur einem Value-Regler nicht denselben Direktzugriff bzw. (analogen) Programmier-Komfort wie der Pro-One, doch können via Midi alle (!) Klangparameter – von Tonhöhe bis Modulationstiefe, sogar die einzelnen Teile der Envelopes, einfach alles – gesteuert und moduliert werden. Filter FM ist ebenso möglich wie das Überlagern von bis zu sechs (!) Klängen. Sequencer und Arpeggiator sind auch hier an Bord (wenngleich durch MIDI nicht mehr so zwingend notwendig), ebenso wie ein umfassender Soundspeicher. Auch ist die Tastatur (4 Oktaven!) soft und angenehm zu spielen. Wichtigster Punkt ist aber der Sound: Die vielseitigen Klänge des Six-Trak (von Bässen über Prophet-Solo-Sounds bis hin zu äußerst extremen Effekten) haben mich immer sehr an den Pro-One erinnert…

Modifizierter Pro-One...

Modifizierter Pro-One…

Nachtrag: Optische Veredelungen

Wer seinen Sequential Pro-One optisch veredeln möchte (was, zugegeben, keine sehr schlechte Idee wäre), sollte sich mal die Informationen von Synthwood (USA, Link: http://synthwood.com/pro-one/) zu Gemüte führen. Beim derzeit günstigen Dollar-Kurs wäre ein neues Holzgehäuse samt hintergrundbeleuchteten Wheels sicher eine lohnende Investition. Wer es – auf einer anderen Ebene – extrem elegent haben möchte, sollte sich die Bildergalerie von CustomSynth (England, Link: http://www.customsynth.co.uk/html/gallery_1.html) näher ansehen. Die dort abgebildeten Modifikationen (wie z.B. ein weißer Roland JD-800, ein völlig umgebauter JX-3P mit angeschrägtem Bedienpanel und integriertem Programmer, oder eben auch ein weißer Pro-One in hellem Holz) lassen so manchen Synthesizer-Enthusiasten sicher ins Schwärmen geraten…

Redaktionelle Info:

  • Der Artikel wurde auf Basis eines älteren Artikels mit neuen Bildern versehen, inhaltlich ergänzt und aktualisiert. Aktualisierung und Ergänzungen: Peter Grandl
Fazit

(von Peter Grandl)

Mit dem Sequential Pro-One erwirbt man quasi die monophone Version des Sequential Prophet-5, ohne dessen technische Anfälligkeit. Der Pro-One gehört definitiv zu den großen monophonen Vintage-Klassikern und ist dank der Modulationsmöglichkeiten in der Klangvielfalt den meisten seiner damaligen Wettbewerbern überlegen. Klanglich ist der Pro-One ein Charakter-Synth. Seine Sync- und Leadsounds sind unverwechselbar, ebenso seine knackigen Sequencer-Sounds.

Plus

  • extrem vielseitiger und hochwertiger Analogsound
  • eigenständiger Klangcharakter
  • Sequencer und Arpeggiator
  • CV/Gate und Clock-In

Minus

  • keine hochwertige Verarbeitung, billige Potis
  • Kein MIDI

Preis

  • Lt. Syntacheles-Liste ca. 1.800,-€ Euro (Stand: November 2016)
Klangbeispiele
Forum
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    Dreitagebart

    … bis zu 1000 EURO für einen gebrauchten PRO-ONE? Gibt es wirklich Leute, die soviel dafür bezahlen? Solchen Kandidaten kann ich nur empfehlen, sich vorher mal den Prophet 08 anzuhören, der ist zwar wesentlich teurer, dafür aber neu, achtstimmig und soundmäßig meiner Meinung nach keinen Deut schlechter als der PRO-ONE bei sehr ähnlichem Klangcharakter.

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    Bloderer  RED

    Die Preise sind im Moment sehr hoch, das stimmt. Doch einen "Wert"-entsprechenden Aspekt möchte ich relativieren: Polyphonie ist grundsätzlich ein etwas irreführendes Argument, da es musikalische Qualität zu implizieren versucht. Doch dieser Zusammenhang ist nicht gegeben. Viele Pioniere der elektronischen Szene haben ihre Meisterleistungen auf großteils monophonen Instrumenten erbracht. Gerade die Reduktion auf jeweils EINE Stimme (was bei mehreren Instrumenten natürlich wieder einen polyphonen Klangeindruck ergibt) ist ein (mühsamer, aber lohnender) Weg zu kreativen, abwechslungsreichen und durchdachten Kompositionen.

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    Bloderer  RED

    (Fortsetzung): Der Pro-One erzeugt auch nur eine Stimme, und die ist in beinahe jeder Facette kompromißlos gut. Nun ist es zu hinterfragen, ob eine singuläre Stimme des Prophet 08 dieselbe Dynamik, Präsenz und analoge "Aggression" wie der Pro-One aufzuweisen hat (oder eben nur mit "ähnlichem Klangcharakter" – das ist der Punkt). Der Prophet 08 bietet sicher seine eigenen Stärken und musikalische Möglichkeiten, doch einen Vergleich zum Pro-One würde ich nicht wagen…

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    AMAZONA Archiv

    Der Pro-One ist für mich einer der besten und leistungsfähigsten Mono-Synths überhaupt. Besonders Vince Clark setzte den Pro-One auf dem ersten Yazoo Album exessiv ein. Der Pro-One macht einen enormen Druck unten rum den so nur noch der Minimoog oder der Taurus toppen kann. Berühmt sind auch die schneidigen Sync Sounds des Pro-One. Dank der Polymodulation sind aber auch sehr abgedrehte Klänge möglich. Kurzum ein sehr vielseitiger und vorallem ausgezeichnet klingender Synth.

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    AMAZONA Archiv

    Ein hervorragendes Instrument! Der Filter erinnert mich teilweise an den Synthex. Auch die ENVs verrichten hier sehr gute Dienste. Der Sound hier ist sehr beeindruckend..

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    AMAZONA Archiv

    Der Pro-One ist ohne Zweifel eine klasse Mono-Maschine!
    Jedoch hat er starke Konkurrenz aus eigenem Hause, Dave Smith MEK ;)
    Da einfach mal die digitalen OSCs abschalten, sounded superklasse.
    Dabei ist der MEK moderner & gar nicht soo teuer.

    Wozu also überteuert nen alten Klassiker kaufen, wenn man für
    ähnlich viel Geld einen modernen Klassiker ins Haus holen kann ! ;)

    just my 2 cents …

    • Profilbild
      Bloderer  RED

      … ja, das stimmt. Mono Evolver Keyboard (oder Desktop) sind gute Instrumente und bieten sehr viel für's Geld! Ein 1:1 Vergleich von MEK und Pro-One wäre mal interessant…

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      AMAZONA Archiv

      Sehe ich nicht so. Die Stärken bei den Evolver-Synths liegen bei den digitalen Sachen.Die analoge Ecke schlappt dagegen ziemlich ab.
      Kein Ersatz zum Pro-one, leider.

      Jörg

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    AMAZONA Archiv

    Der MEK kann gar kein Ersatz für einen ProOne sein, weil die analogen Osz. nur Sync können. Im ProOne lassen sich beide Osz jedoch frequenzmodulieren!

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Beim Evo lassen sich die Oszis durch die schnellen LFOs auch frequenzmodulieren. Ein Ersatz für einen Pro-One ist ein Evolver dennoch nicht. Der Evo ist meiner Meinung nach einer der innovativsten und bestklingenden Synths der heutigen Zeit. Der Pro-One hingegen ist ein Klassiker der analogen monophonen. Am besten beide haben ;)

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    Neven Dayvid

    Also ich finde, für 1000.- Euro lohnt sich der Synthesizer, wenn man einen weitestgehend kompromisslos implementierten Monosynth haben will. In Doepfer-Modulen würde das ganze mehr kosten.
    Ich habe das Vergnügen, einen ProOne zu spielen, bei dem die Tastatur mit neuen Bushings aus Silikon ausgestattet wurde, besser als ab Werk, da die Tasten nicht mehr so klappern.
    So eine Modifikation ist auf jeden Fall zu empfehlen.
    Der Sound ist erstklassig, nur an der Hardware wurde seinerzeit etwas arg gespart. Man kann halt nicht alles haben, und gerade aktuelle Instrumente scheinen mir da von den Potis her auch etwas wackelig zu sein…hallo Little Phatty.

  10. Profilbild
    Piet66  RED

    Ein schöner kompakter Mono-Synth mit vielen klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten. Leider ist mein Gerät nicht ganz so stimmstabil wie z.B. der (ältere) Odyssey MKIII. Getriggert durch eine TR-808 ist es eine wahre Freude, den Pro One beispielsweise für Bass-Linien einzusetzen. Der sehr einfach zu bedienende Sequencer ist genial, ermöglicht er doch z.B. Bass-Läufe in Echtzeit zu transponieren. Ein inspirierendes Instrument, bei dem es einfach immer wieder grosse Freude macht, sich damit zu beschäftigen.

  11. Profilbild
    Filterspiel  AHU

    Optischer Downgrade mit blauen (!) LEDs in den Wheels. Dabei habe ich eine lange Liebe zu LEDs i.A. und ursprünglich auch zu den blauen, gab es sie doch für Jahrzehnte nicht zu kaufen. Dann mussten sie aber (ob farblich sinnvoll oder nicht) in alles eingebaut werden und „schreien“ den Besitzer oftmals sogar im Stand-by an.

    Das hat der Pro-One nicht verdient.

  12. Profilbild
    Chick Sangria  

    „Derzeit günstiger Dollarkurs“? Von wann ist der Text? Vor zwei Jahren waren es 1:1,4, jetzt sind wir bei 1:1,05…

  13. Profilbild
    Tyrell  RED 1

    Ich spiele mich gerade mit dem kleinen Wunderzwerg und bin nach wie vor begeistert!!!

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