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Blue Box: Sequential Circuits Prophet-600


Der billige Prophet

MIDI und SONSTIGE ANSCHLÜSSE

In der letzten Software-Version 8 verfügt der Prophet-600 über die Möglichkeit, Programmwechselbefehle zu empfangen und zu senden. Außerdem lassen sich Empfangs- und Sendekanal frei einstellen, jedoch nicht speichern. Ein geschickter Fachmann kann das ePROM aber so einstellen, dass der einmal gewählte Sende- und Empfangskanal immer gleich bleibt. Hier geht mein besonderer Dank an Rudi Linhard, der das bei meinem Prpeht-600 bewerkstelligt hat.

Neben einer MIDI In und Out Buchse gibt es noch einen Monoklinkenausgang für das Audiosignal sowie einen Fußschalteranschluss für die Steuerung des Sequencers und Arpeggiators. Über ein Cassetteninterface lassen sich auch auf herkömmliche Weise Sounddaten auf Datenträger und zurück spielen.

Wo der Prophet-5 noch einen klassischen CV/GATE-Anschluss für eine der 5 Stimmen hatte, gibt es beim Prophet-600 leider nur noch einen Filter-CV-Eingang.

BEDIENUNG

Es gibt nur wenige Synthesizer, die so übersichtlich und auf der anderen Seite trotzdem so flexibel sind wie der Prophet-600. Die Folientaster an meinem Gerät funktionieren immer noch einwandfrei, nur die Potis haben schon mal Aussetzer.

Klein aber fein: der Prophet 600

Klein aber fein: der Prophet 600

SOUND

Nun, da scheiden sich die Geister. Matthias Becker hat in seinem SYNTHESIZER VON GESTERN Buch u.a. geschrieben, der Prophet-600 sei sehr gut für Streicherklänge und weiche Pads geeignet. Da bin ich anderer Meinung. Klar kann er das, aber andere können das besser. Der König in Sachen Weichspülung bleibt da für mich in dieser Preisklasse der Roland Juno 106. Klar kann man damit auch Streicherklänge und Pads erzeugen, aber nicht in der Güte, wie einem das mit anderen analogen Synthesizern gelingt. Ansonsten ist aber der Prophet-600 dem Juno 106 in Sachen Vielseitigkeit weit überlegen.

Der Prophet-600 klingt für mich immer hart und rau. Da sehe ich auch seine Stärken. Durchsetzungsfähige Poly-Sounds, brutale Unisono- und Sync-Sounds sowie warme Bläser. Seine Hüllkurven sind zwar nicht so schnell wie die eines klassischen Moog Synthesizers, trotzdem bekommt man damit tiefe Bässe hin, die in der Magengegend für ordentlich Wirbel sorgen aber eben nicht die knackigen Walking-Bässe, die sich im Mix nach vorne drängen

Auch Klangeffekte beherrscht der Prophet-600 sehr gut, auch ohne Noise! Die Poly-Modulation macht’s möglich. Die Klangbeispiele beweisen das.

Der Sound ähnelt dem des Prophet-5 schon sehr, trotzdem sind die Unterschiede nicht „minimal“ wie Matthias Becker schreibt, sondern eher deutlich.

Ich würde nach wie vor einen Prophet-5 jederzeit einem Prophet-600 vorziehen. Bedenkt man aber den günstigen Preis eines Prophet-600 (der noch dazu midifiziert ist), so ist dies ein zuverlässiger Analogsynthesizer und eine echte Alternative.

Wegen der „hörbaren Treppchenbildung“ bei manuellen Filter-Eingriffen würde ich mir keine Gedanken machen. Live sind die Treppchen im Mix kaum zu hören – und im Studio lässt man die Hüllkurven werkeln, da sind die Treppchen praktisch unhörbar.

 

FAZIT

Wo Sequential Prophet drauf steht, ist auch Sequential Prophet drin. Der Prophet-600 ist ein gut klingender, übersichtlicher und vielseitiger Analog-Synthesizer zu einem angemessenen Gebrauchtmarktpreis (ca. bei 700 Euro). Für einen gut erhaltenen und midifizierten Prophet-5 kann man schon mal das Dreifache hinblättern.

Das Teil ist robust und kompakt gebaut. In meinem Modell musste bis heute noch nicht einmal die Speicherbatterie gewechselt werden.

Der eingebaute Arpeggiator und Step-Sequencer machen außerdem richtig Spaß. Was will man mehr?

 

Zusatzinfo

Von unserem Leser Jens Lüpke erreichten uns noch folgende interessante Infos:

1. Bei Eprom-Version 6.0.8 gibt es die Möglichkeit, Klänge per SysEx zu senden (RECORD drücken + halten und die ‚ 2‘  drücken, dann wird der Klang des aktuell aufgerufenen Speicherplatzes als SysEx gesendet (37 Bytes).

2. Hinter der UNISON-Funktion verbirgt sich auch eine Chord-Memory-Funktion. Spielt man keine Taste und schaltet auf den Modus, erklingen alle 6 Stimmen zusammen. Spielt man einen Akkord (und hält ihn) und schaltet während dessen auf die UNISON-Funktion, wird der Akkord gespeichert und ist mit einer Taste spielbar.

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    RetroSound

    Der kleine Bruder des Prophet-5 macht auch heute noch eine gute Figur im Studio. Ich finde er wird zu Unrecht etwas wenig beachtet. Der Klang steht dem 5er wirklich nicht viel nach. Wer also einen soliden, sehr gut klingenden Analogen sucht, sollte sich den P-600 einmal näher ansehen.

  2. Avatar
    Tom

    EIn schöner und ehrlicher Bericht zum Prophet 600. Die softwareerzeugten Hüllkurven (sorry, wenn ich hier klugschei**, aber es heißt: KURVE mit "V", diese Schreibweise mit "F" hat sich so langsam quer durch die Foren verbreitet und tut in den Augen weh ;-)) sind auch das Manko des Prophet T8, der ebenfalls niemals den Punch eines Prophet 5 erreicht. Für kleines Geld bekommt man mit dem Prophet 600 trotzdem eine gutes Stück Sequential Sound.

    • Profilbild
      Jauly

      Was mich besonders interessiert: lassen sich die schrecklich lahmen hüllenkurven des Prophet 600 modden? ich weiß, software…. aber trotzdem wirds da drin wo mal analog :)

  3. Avatar
    fenchelteefee*

    Pünktlich zum Amazona Artikel kann nun auch ich den kleinen Propheten mein Eigen nennen. \r\nFaznination Pur: Brachiale Analogtechnik trifft hier auf bedienungskomfort und natürlich einen Hauch von Nostalgie, was nicht unwesentlich zum Sympathiefakor des kleinen Riesen beiträgt. Das Gerät ist qualitativ top, lässt sich herrlich intuitiv handeln und ist zu dem ein echter Hingucker. Hatte übrigens das Vergnügen, den 600 gegen seinen \

  4. Avatar
    sonicwarrior

    @Micromoog:

    Der Juno 60 hatte aber noch kein MIDI, die Änderung zum Juno 6 waren die Speicherplätze!

    Wer war also der rätselhafte MIDI-Partner zum Prophet 600?

  5. Profilbild
    Tyrell RED

    @ Micromoog
    Asche auf mein Haupt. Du hast natürlich Recht. Es war der Jupiter 6 und nicht der Juno 106!!!

    @Tom
    Peinlich , peinlich. Verspreche sofortige Linderung Deiner Augenschmerzen :-)

    @sonnicwarrior
    Micromoog hat vom JUPITER 6 gesprochen, nicht vom Juno 6 :-)

  6. Avatar
    Tom

    Hallo Peter und vielen Dank für die Korrektur des Textes *grins*… nun bitte noch die fette Zwischenüberschrift korrigieren – zack zack! ;-)

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    swissdoc

    Je nach Quelle war es der Roland JX-3P der auf der NAMM Januar 1983 mit dem Prohet 600 via Midi Kontakt aufnahm…

    Dave Smith sagt:
    It is hard to believe that MIDI is 20 years already. And, it is still version 1.0! I still remember working with Roland, Korg, Yamaha, and Kawai to develop the original specification back in 1982; it was a very good collaboration between companies in both countries in the days before email. It was a thrill to first connect the Prophet 600 with the Roland JX-3P at the January 1983 NAMM show, and have it work perfectly.

    Georg.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      @swissdoc: Ich befürchte, das war damals nicht nur 20 Jahre her, sondern Smith achtete nicht so sehr auf das andere Modell, er weiss aber noch: Roland. Bin ziemlich sicher, dass im Winter 82/83 nur der P 600 und der Jupiter 6 MIDI implementiert hatten. Den JX 3 P gab es noch gar nicht, der kam wie der DX 7 erst 83. Klar könnte ein Proto gewesen sein.

      @Peter: die Ruhe vor dem Sturm dauerte für den P 600 nicht mal ein Jahr, bereits im Frühjahr 83 wurde auf der Messe die 3 DX Modelle DX1, DX7 und DX9 vorgestellt und selbst die verzögerte Auslieferung erst im Sommer blockierte doch alle Verkäufe auf dem Synthmarkt, bis der 7er in vernünftigen Stückzahlen lieferbar war.

  8. Avatar
    Rhodes

    Hallo zusammen,

    da ich den P-600 noch besitze aber selten nutze: Weiß jemand, wie lange der interne, festgelötete Akku hält, wann man diesen wechseln sollte und vor allem: wo man einen Ersatz herbekommt ? Ansonsten haben einige Schalter Kontaktprobleme. Hilft da Kontaktspray ?

    Danke vorab für Hilfe
    Gruß
    Rhodes

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  10. Avatar
    Jochen

    Moin Moin / Hi there
    Ich besitze immer noch einen Roland Juno 106, die Sounds (gemixt mit Yamaha DX7 MIDI, auch so ein nicht tot zu kriegender Grossvater)kommen immer wieder gut an. Nun hat Juno 106 seinen Dienst für 2 Stimmen aufgegeben, sind also nur noch 4 gleichzeitig zu spielen – aber denkste – es werden regelmässig Tasten still gelegt, je nachdem auf welche der Stimmen gerade zugegriffen wird. Das nervt! Ich hatte nach Ausfall der ersten Stimme eine Reparatur durchführen lassen aber kurze Zeit später viel wieder eine aus and dann die zweite gleich hinterher. Wer weiss Rat? Gibt es die Ersatzteile noch irgenwo auf irgedwelchen 3rd hand Märkten?. Meldet Euch falls Ihr dazu etwas wissen solltet.

  11. Avatar
    Jochen

    Moin Moin / Hi there
    I am still possessing a Roland Juno 106, its sounds (mixed with Yamaha DX7, another never dying ”Grand Pa” among old fashion keyboards) are still appreciated. Now Juno has given up service of 2 of the 6 voices, that is, only 4 voices can be played simultaneously – but far apart from the truth. Keys seem to activate the voices by another pattern, in other word the 2 voices fail very unpredictably. That’s annoying too much! In fact, after the first failure I had it repaired but shortly after that, another voice failed and after a while the 2nd failed. Hell, I dunno what happened. Who has an advice how to go on? Are there special spare parts markets (2nd or 3r hand), any one in Germany or England who has got the clou about all that? Drop a note if you folks has an idea.

  12. Avatar
    Elektronalin

    Hallo Leute,

    der Prophet 600 war mir vom optischen her immer zu simpel oder vielleicht zu aufgeräumt. Weis nicht, aber ich persönlich bevorzuge doch lieber den 5er, auch wenn ich noch nie einen gespielt habe. T8 und 600 schon, aber der 600er war für mich zu steril und ich hatte keinerlei Inspiration mit ihm zu arbeiten, aber das ist erstens Geschmackssache und zweitens sieht man anhand meiner Erfahrungen mit dem Aussehen von so manchem Gerät, wie wichtig auch das Äußere eines Synths sein kann. Ich liebe bunt! EMS Synthi-E, EMS Polysynthi, EDP Wasp und solche Kameraden. RMI Harmonic Synthesizer ist GEIL! Aber den wird man wohl niemals kaufen können. Na ja, jeder hat seinen Geschmack. Grüße an alle!

  13. Avatar
    Alex KIDD

    Hallo an die Gemeinde,

    ich interessiere mich für den 600er, hab da aber noch ein paar Fragen.

    -wieviele Speicherplätze hat der
    Prophet denn?
    -PWM auch über LFO für gute
    Streicherklänge?
    -wie "gut" ist die Synthesizer Tastatur
    -was beim Gebrauchtkauf beachten?

    ich hab einen Juno106 und den Juno6, allerdings nervt mich langsam der Chorus (nicht wegen dem Rauschen)

    ist der Prophet 600 ein guter Kontrast zum Juno auch in Sachen Pads/Streicher/Bläser?

    THX:-)

    • Avatar
      Jenzz

      Aloha .-)

      Der P600 hat 100 Speicherplätze, PWM über LFO ist machbar.
      Die Tastatur ist die gleiche wie z.B. beim Korg Polysix, ist ganz ordentlich.

      P600 ist mit Juno kaum zu vergleichen, allein schon wegen der 2 Osz pro Stimme und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten (Sync, etc…)

      Eine kleine Einschränkung ist vielleicht, daß manche Parameter / Knöpfe recht grob gerastert sind, was man bei entsprecheden Sounds durchaus hört… Die ADSR-Knöppe sind z.B. nur in 16 Stufen gerastert… In der Praxis zeigt sich allerdings, das dies nicht allzu problematisch ist.

      Achte darauf, daß Du möglichst ein Exemplar mit Betiebssystem-EProm Version 6.0.8 (letzte Version) findest (dazu muß das Instrument geöffnet werden), denn hier sind der MIDI-Sende/Empfangskanal einstellbar und der aktuell aufgerufene Klang lässt sich als SysEx-Datenpaket senden (geht in den vorherigen Versionen nicht).

      Jenzz

  14. Profilbild
    DietmarB

    Hier noch eine weitere Korrektur: Dave Smith hat den Prophet 5 im Alleingang entwickelt, lediglich die Software bzw der Algorithmus der Tastaturabfrage per Z80 CPU stammte von EMU.
    Der japanische Gegenspieler des 600 war natürlich der Jupiter-6.

  15. Profilbild
    DietmarB

    achja, und nochwas: Exzessiven Einsatz des 600ers macht Grönemeyers Keyboarder Alfred Kritzler auf dem 1984er Album „Bochum“, sehr schön zu hören zB beim Song „Amerika“ (der perkussive Synthi), ebenso die knalligen Bläser bei „Mambo“.

  16. Profilbild
    Lauri meyer

    hallo zusammen

    Hab ne kleine Frage.

    Bin an einer Prophet 600 dran. Meine Frage, Kann man die Software 8 auf alle Geräte updaten oder nur ab einer bestimmten Serial nummer?

    Dan noch eine andere Frage, bei ebay gibt es ja einen haufen an anbitern die von Japan aus synths an bieten. Hatt jemand mit denen erfahrung gemacht. Bin mir nicht so sicher wie seriös die sind..

    Besten Dank für die Infos. Und macht weiter so finde amazona.de einfach nur super!!!

    Lg
    Lauri

  17. Profilbild
    Carsten

    Hallo, ganz neu hier im Forum habe ich gleich eine Frage. Ich habe noch den alten P600 (nicht Gligli), weil ich auf meine 100 sounds, welche ich in jahrelanger Arbeit erstellt hatte nicht verzichten möchte ..
    Nun ergibt sich ein Problem: ein Oszillator war kaputt und glücklicherweise gab’s dafür noch im Fachhandel Ersatz. Nachdem dieser Osc dann frisch eingebaut wurde, stimmt dieser nicht mehr so ganz mit den anderen im Tuning.
    Kann man hier selbst Hand anlegen und intern diesen OSC ausfindig machen und nachstimmen? Die Verstimmung ist nicht groß, aber schon etwas anders als die anderen 5 OSC’s – auch nach Betätigen der ‚tune‘- Taste. Ich wäre froh über eine Nachricht welche weiterhilft. Danke.

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Sequential Prophet 600

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