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Blue Box: Sequential Six-Trak


Preiswert oder billig?

Hardware

Dass Sequential Circuits 1984 bereits in Turbulenzen und der Six-Trak – wie viele andere Produkte aus dem Hause – als „günstiges“ Instrument konzipiert war, ist deutlich zu spüren. (Übrigens ist der Six-Trak bereits eines jener amarikanischen Instrumente der Marke „Made in Japan“).

Die weißen (oder vielfach auch beigen) Gummi-Taster des Six-Trak sind ein echter Schwachpunkt. Das Gummi wird im Laufe der Jahre – wohl abhängig von Lagerung, Pflege und Abnützung des Instruments – wabbelig. Die Taster beginnen auf Drücken nicht mehr – oder nur noch durch Gewalteinwirkung – ihren Dienst zu verrichten.

Die quer über das Instrument verteilten (und auch unter der Tastatur befindlichen) Gummi-Taster sind eine Schwachstelle des Six-Trak

Die quer über das Instrument verteilten (und auch unter der Tastatur befindlichen) Gummi-Taster sind eine Schwachstelle des Six-Trak

Das ist speziell beim Six-Trak (aber auch beim Sequential MAX und Sequentials TOM bzw. DRUMTRAKS) unangenehm, da die wichtige Soundanwahl (bzw. Parameter-Eingabe) am Instrument ausschließlich über diese Gummi-Taster erfolgt. Letztlich gibt es hier zwei mögliche Lösungen: Eine Reinigung der Verbindungspunkte von Gummitastern zum Mainboard kann Abhilfe schaffen (vielfach hat sich hier ein Schmutzfilm abgelagert). Wenn auch das nichts nützt und das erodierte Gummimaterial offensichtlich keine Kontaktpunkte mehr herstellen kann, müssen die Pads komplett erneuert werden.

Die wenigen vorhandenen Potis sind von mittlerer Qualität und entsprechen jenen des Sequential Pro-One bzw. Prophet-600. Sie sind also etwas leichtgängig, mitunter leicht wackelig, doch ansonsten grundsätzlich zuverlässig.

Die Potis sind von der Qualität dem Pro-One entsprechend

Die Potis sind von der Qualität dem Pro-One entsprechend

Ein paar sehr positive Aspekte der Hardware: Die Tastatur ist ausgesprochen angenehm zu spielen (deutlich besser als beim Pro-One) und umfasst 4 Oktaven. Die Holz-Seitenteile sind aus Massivholz (im Gegensatz zu – sagen wir – einem Korg Polysix) und machen aus dem (hoffentlich gut gepflegten) Six-Trak ein optisch sehr ansprechendes und beinahe „modernes“ Instrument. Der Six-Trak ist zudem überraschend leicht und mit nur 71,5 cm Breite äußerst platzsparend.

Klangarchitektur

Grundsätzlich ist die Klangarchitektur sehr klassisch aufgebaut. Pro Stimme verfügt der Six-Trak über einen VCO mit den Wellenformen Sägezahn, Dreieck und Pulswelle. PWM kann manuell oder via LFO erfolgen. Als weitere Klangquelle dient NOISE, das in einem kleinen Mixer mit dem OSC-Signal gemischt wird. Das LPF verfügt über Regelmöglichkeiten der Frequency, Resonance, des Key-Trackings sowie der Modulation durch LFO, durch den VCO (!) bzw. durch seine eigene Hüllkurve. Diese ist als ADSR ausgeführt und in einer zweiten Version für den VCA vorhanden.

Alle Parameter auf einen Blick (zum Vergrößern klicken)

Alle Parameter auf einen Blick (zum Vergrößern klicken)

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    laubi

    wenn nun der sixtrack als eine der wenigen echten Alternativen zum pro-one gehandelt wird – ist für mich die Zeit gekommen, endlich mal die neuen Analogen mit ins Spiel zu bringen, denn:
    die eingeschränkte Benutzeroberfläche, Parameter via Midi CC, keine ultraschnellen (hardware-) Hüllkurven, die dritte Hüllkurve… das gibts zum Beispiel auch alles im (poly-)evolver… wo zumindest auch soundmäßig in der Analogabteilung das PROphetische Händchen von Papa Dave nicht geleugnet werden kann…

    • Avatar
      babo

      der polyevolver baut ja auch auf
      einem bzw zwei chips pro stimme
      auf: die neuen chips klingen nicht
      ganz so weich dafür voluminöser.
      die möglichkeiten mit dem stepsequenzer und den delays sind
      genial – allein als effektgerät der wahnsinn! und das mischen der
      dcos mit den vs-samples ist auch
      vom feinsten. und zumindest ein
      paar controller lassen sich auch
      ruten. den prophet 08 habe ich
      nicht selbst, er erscheint aber
      in der rackversion sehr fair vom
      preis – dave smith geniesst wirklich meinen vollen respeckt.
      nur die netzteile sind scheiße.
      der letzte theotrack ist wie meistens klasse.

  2. Avatar
    Alex_KIDD

    Ich besitze den Sixtrak.
    Sooo langsam sind seine Hüllkurven nun auch wieder nicht,Standartsachen meistert der kleine.
    Controllerbox ranhängen und schon kanns losgehen. Das man am Gerät nicht viel programmieren kann hat mich nie gestört.
    450 Euro ist er allemal wert, bei gutem Zustand.
    Er ist prima als Ergänzungssynth
    (ich habe ihn im Verbund mit Polysix und juno60).
    Er nimmt auch nicht so viel Platz weg und die Verarbeitung geht auch in Ordnung.
    Viel Synth für moderates Geld

    mfG

  3. Avatar
    pulswelle

    Seit ich den Sixtrak vor einigen Jahren günstig aus einem Nachlaß erworben habe ist er mein absoluter Liebling geworden. Ich nutze ihn als Lead und Bass-Synth im Verbund mit einer Wavestation, einem SY99 und einem Micro-Q als Live Instrument. Kürzlich wollte ich ihn abziehen und durch einen Poly-Six ersetzen, um ihn Dank Midi zu Hause an den Rechner anzuschließen. Nach genau einer Übungssession haben mir meine Bandkollegen den Poly-Six um die Ohren gehauen, trotz nahezu
    gleichwertigen Klängen, und mich quasi gezwungen den Six Track wieder in den Übungsraum zu holen.

  4. Profilbild
    • Profilbild
      Bloderer RED

      … vor allem fällt der Doepfer Dark Energy (und der Vermona Mono Lancet) preislich in die Sequential Six-Trak Kategorie. Beide – Doepfer wie Vermona – sind hervorragend verarbeitete, gut klingende Analogsynthesizer. Auch wenn sie monophon und nicht 6-stimmig sind, würde ich diese Instrumente als aktuelle Alternative einem Six-Trak vorziehen. Ihre CV Ein- und Ausgänge sind gut durchdacht (beim Mono Lancet natürlich nur mit entsprechendem Modular Dock) und es sind klanglich hervorragende Instrumente, die zudem bautechnisch deutlich besser sind als jeder Six-Trak (mit Ausnahme der ungeliebten externen Netzteile, das ist jedoch in der handlichen Bauweise eines Dark Energy bzw. Mono Lancet leider nicht anders möglich).

  5. Profilbild
    DietmarB ••

    Zum Thema Made in Japan: Die Tastatur stammt von Mitsubishi, sieht man auf dem Bild auch. Ob das aber als Beweis dafür ausreicht, daß der ganze Synth dort gebaut wurde? Ich glaub nicht. Dann wäre die Fertigungsqualität besser.

  6. Profilbild
    Marcus_Kiel

    Der Sixtrak war mein erster Synth. Gekauft 1987 mit mühsam gespartem Taschengeld. Ich habe tatsächlich die Einfalt besessen, 5 Jahre ausschließlich dieses Teil mit seinem Sequencer zu nutzen, mit einer uralt Echolette, für die ich die Bänder selbstgebastelt habe. Man hörte immer die Nahtstelle. Und wißt Ihr was…ich war nie kreativer! Jetzt liegt er abgerockt mit kaputten Gummitastern auf dem Dachboden. Wer weiß,
    wie lange noch…….

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Sequential Six Trak

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