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Blue Box: Yamaha, SK30, Symphonic Ensemble Synthesizer


Multikeyboard

SK30

SK30

Das SK30 Symphonic Ensemble 

DM 4.400 waren für das Yamaha SK30 Multikeyboard auf die Theke des Musikalienhändlers zu legen, damals 1981/81. Das war viel Geld. Elektronische Geräte waren einfach unglaublich teuer. Drei Sommerferien lang musste man irgendeinen der typischen Schüler-Jobs nachgehen, bis diese Summe auf dem Sparbuch vollständig eingezahlt war. Allerdings war das SK30 im Vergleich zu Einzelinstrumenten, in Form einer einmanualigen Orgel, einem polyphonen Synthesizer und einem einfachen monophonen Leadsynthesizer, gut ein Drittel billiger. Und weil die Elektronik der treibende Kostenfaktor war, fiel ein ausladendes Gehäuse noch nicht so ins kalkulatorische Gewicht; außerdem baute man damals eben so. Dementsprechend imposant wirkt das SK30 heutzutage.

Die Bedienelemente sind zeitgenössisch groß, um nicht zu sagen, klobig. Das SK30 ließ sich eben auch von Personen mit kleinen Sehschwächen sicher bedienen. Das zielsichere Ertasten des Einschaltknopfes ist der mit Abstand komplizierteste Bedienvorgang. Die Seuche namens „Incredent/Decrement-Button“ war noch nicht ausgebrochen. Soweit der optische Eindruck. Was ist das SK30 nun genau?

Der Aufbau 

Das SK30 vereint eine 9-chörige Orgel, einen polyphonen 7-stimmigen Synthesizer, eine Strings-Sektion (ebenfalls 7-stimmig ) und einen monophonen Lead-Synthesizer. Diie Orgel ist ebenfalls maximal 7-stimmig Polyphon.

Der Musiker bekam somit alles Wichtige (bis auf das Klavier) in einem Gehäuse in die Hand, so argumentierte Yamaha damals. Schauen wir uns mal das Bedienfeld an:

Vibrato

Vibrato

Links befindet sich der Mixer/Output-Block. Hier wird das Lautstärkeverhältnis der einzelnen Sektionen zueinander , sowie die Gesamtlautstärke festgelegt. Daneben positionieren sich die Regler für die Feinabstimmung der Tonhöhe. Poly-Synthesizer und Solo-Synthesizer haben hier ihr eigenes Potentiometer. Das ist toll und unterscheidet dieses Instrument diesbezüglich z.B. vom KORG Trident, dessen einzelne Sektionen sich nicht gegeneinander verstimmen lassen.

Unterhalb finden wir die recht einfach gehaltene Vibratro-Einheit, welche auf den Polysynthi geroutet ist. Sie erzeugt die Schwingungsform Sinus mit einem Frequenzbereich von langsam bis zu „etwas schneller“ und ein Delay für ein verzögert einsetzendes Vibrato. Hier wird aber jetzt nicht gemeckert, denn ich habe nie behauptet, dass wir hier einen ARP 2600 vor uns haben!

Der Polysynthesizer ist naturgemäß, bei den sogenannten Multikeyboards, wie es eben das SK30 eines ist, sehr rudimentär gehalten. Hier gibt es jedoch wirklich zwei Tongeneratoren, welche gegeneinander verstimmt werden können. Sehr schön! Im Detail sieht das folgendermaßen aus:

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Onkel Sigi RED

    Toller Bericht über einen wenig bekannten Analogboliden. Das selbergeheinzte Soundbeispiel „K.S. on the wing“hat Du echt lecker gebastelt.

    Dickes Lob aus der „VEB Tonküche“.

    Onkel Sigi

  2. Profilbild
    metabeat

    Jau, „Berliner Schule auf Mescalero-Shit trifft auf fliegende Schweine!“ trifft da auf den Punkt. Solch schwülstiger Bombast war mal voll angesagt und „K.S. on the wing“ könnte glatt von einem 1975er Tangerine Dream Album stammen. Etwas, was die Welt aber nicht mehr braucht und damals m.E. total überbewertet wurde. Es ist primitive Einfachmusik, die nur durch Technologie nach irgendwas klingt. Wer sich teuere Geräte leisten konnte und ein teures Tonstudio kannte, gab damals eben den Ton an. Wobei ich deine Leistung nicht abwerten will: Du hast das wahrscheinlich nur mal schnell hingerotzt, als Beispiel eben, für eine Soundästhetik, die selbst meine Oma als altbacken bezeichnet.

    • Profilbild
      DanielT ••••

      Richtig Metabeat. Das ist nur Deine Meinung.

      Und auch wenn ich kein Freund des Krautrocks bin ist der Klang einfach richtig klasse.

      Heutzutage muss ich mir dagegen Tonnen lieblos produzierter Stücke im NI, Reason usw. Gewand anhören.

      Das ist die richtige Qual. Früher konnte wenigsten nicht jeder seine 0815 Ideen dem Rest der Menschheit vor die Füße knallen.

      Also ein wenig Respekt mehr vor der alten Schule. Klangtechnisch (MP3, Softsynths usw) ging es die letzten 15 Jahre eher bergab…

      • Profilbild
        Joghurt AHU

        Wegen „Früher konnte wenigsten nicht jeder seine 0815 Ideen dem Rest der Menschheit vor die Füße knallen“:

        Schau dir mal den Film „PressPausePlay“ (schreibt man wirklich zusammen) auf vimeo an. Ein wirklich netter Film welcher genau das aufgreift.

    • Avatar
      wusician

      Ich würde eher Deinen Kommentar als „hingerotzt“ bezeichnen.

      Kompliment an VEB Soundengine für den sehr guten Artikel.

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      lectrolurch

      Ach so, ja?
      und weil heute etwas mehr beats verbraten werden und alles übern Rechner automatisiert vonstatten geht, ist es anspruchsvoller?

  3. Profilbild
    Janmueller

    Habe einen alten Yamaha SK10, der bei mir nur rumsteht – was wäre der denn heute wert? Finden sich für solche Geräte Käufer?

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      t.bechholds AHU

      Ich kenne das SK10 nur aus dem Prospekt. Es scheint so zu sein, dass das SK10 statt FM Tonerzeugung die übliche Frequenzteiler-Technik nutzt.
      Verkaufen kann man solche Geräte immer. Auch ist der mögliche zu erzielende Verkaufspreis recht hoch. Solche Keyboards finden immer ihre Liebhaber. Ich würde mal schätzen, dass es 100 – 150,- € über ebay bringen könnte…. ausprobieren

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        k.rausch

        Dass der SK30 in der Organ Section mit FM arbeitet, war mir bis dato neu. Ist aber ein interessantes Detail, über das ich gerne genauer Bescheid wissen möchte. Yamaha selber listet seine Technologieschritte hier http://www...../chron.php und erst ab 1981 wird offiziell FM eingesetzt (GS1 und 2, CE 20 und 25), während davor die PASS Technology speziell bei den Orgeln benutzt wurde. Der Sound ist auch etwas eigen und unterscheidet sich gegenüber Hammond und anderen Fabrikaten. Zwar schreibt vintagesynth.com auch von „früher FM“, aber auf der Seite sind nicht alle Angaben wasserdicht. Wo hast du deine Info her und ist die detaillierter?

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          Theo M

          Bevor man einen solch schwergewichtigen Test verfasst, sollte man als Tester mal einen Blick ins Service-Manual wagen. Darin ist von FM nämlich keine Rede, sondern tatsächlich vom Gegenteil (Filter für die einzelnen Chöre). Das FM-Gerücht hat übrigens Vintagesynth.com verbreitet, die ja bekannt sind für derartige Fehlinformationen. Vom SK50D (Listenpreis über 8000,-DM), das vor allem als Live-Keyboard-Synthesizer konzipiert wurde, gäbe es deutlich mehr zu berichten als diesen einen mageren Satz am Schluss. Völlig unverständlich ist, dass das Thema TOUCH RESPONSE, über das sowohl SK30 als auch SK50D im Bereich des Lead-Synthesizers verfügen, völlig ausgespart wurde. Gerade damit ist ein besonders ausdrucksstarkes Spiel möglich – Vangelis und CS-80 lassen grüßen.

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            Theo M

            Habe gerade gelesen, dass „Aftertouch“ doch Erwähnung fand. Hatte ich glatt übersehen. Sorry!

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          k.rausch

          Wow, du hast dir ja ne Menge Mühe gemacht, um dieses Detail zu verifizieren. Danke!

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          t.bechholds AHU

          Ok. Die üblichen Verdächtigen sind von der FM Theorie, auch bei Nachfragen, nicht abzubringen. Die Tastatur ICs enden ebenfalls auf den Endziffern 22, evt. deshalb. (Denkbar wäre ja aber auch eine analoge Verschaltung von FM) Meine Anfrage bei Yamaha D wurde etwas schwammig beantwortet. Deshalb habe ich über einen Kontakt im Synthesizerforum eine Japanerin gebeten, sich bei Yamaha durchzufragen. Offizielle Antwort: Kein FM. im Sinne der DX Synthesizer. Ich habe den Test bezüglich der FM Passagen editiert.

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            k.rausch

            Wow, du hast dir ja ne Menge Mühe gemacht, um dieses Detail zu verifizieren. Danke!

  4. Profilbild
    Pfau_thomas

    Sehr schöner bericht .
    Ich habe seit kurzem einen Yahmaha cs 40 M repariert und programmiert.
    Der Yahmaha SK 30 würde zum antriggern ja da fast dazu gehören.Schade das sie die Zweimanualige SK 50 D Version nicht erhähnten.

    • Profilbild
      t.bechholds AHU

      Das SK50d erwähne ich nur kurz. Es ist im Prinzip nicht mehr als ein SK30. Synthesizer und Orgelsektionen sind gleich. Es gibt eben „nur“ diesen 3-chörigen zusätzlichen Bassgenerator. Das SK50d ist (leider) auch nicht in meinem Besitz.

  5. Avatar
    tarkus83

    Vielen Dank für den schönen Bericht!
    Auch der Beispieltrack hat mir sehr gefallen :)

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