Der Klanggestalter der frühen Rolling Stones
Heute wäre Brian Jones 84 Jahre alt geworden. In vielen Rückblicken wird er vor allem als tragische Figur der Rockgeschichte beschrieben. Wer sich jedoch intensiver mit den frühen Rolling Stones beschäftigt, erkennt schnell, dass Brian Jones weit mehr war als ein Gründungsmitglied mit komplexer Biografie. Er prägte die Band in ihrer entscheidenden Anfangsphase musikalisch, konzeptionell und klanglich. Zu seinem 84. Geburtstag werfen wir deshalb einen Blick auf seinen musikalischen Lebensweg.
Worum geht es? Würdigung von Brian Jones zum 84. Geburtstag mit Fokus auf seinen musikalischen Beitrag zu den Rolling Stones.
- Gründungsphase: Brian Jones prägte die frühen Rolling Stones organisatorisch und musikalisch maßgeblich.
- Blues-Einfluss: Sein Slide-Spiel und seine Orientierung am amerikanischen Blues formten den Bandsound der Anfangsjahre.
- Instrumentenvielfalt: Er integrierte Sitar, Dulcimer, Marimba, Mellotron und weitere Instrumente in den Rockkontext.
- Klanggestaltung: Statt großer Soli setzte er prägende klangliche Akzente in Arrangements und Produktionen.
- Vermächtnis: Trotz späterer Machtverschiebungen bleibt sein Beitrag auf den Aufnahmen von 1962 bis 1968 deutlich hörbar.
Inhaltsverzeichnis
Erste musikalische Schritte von Brian Jones
Brian Jones wurde 1942 in Cheltenham in England geboren. Sein Elternhaus war musikalisch geprägt, weshalb er schon früh mehrere Instrumente kennenlernte, beispielsweise Klavier und Klarinette. Die frühe Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Klangquellen schärfte sein Gehör und sein Verständnis für musikalische Strukturen. Als Teenager wandte er sich zunehmend der Gitarre zu und entdeckte parallel dazu den amerikanischen Blues. Künstler wie Muddy Waters, Elmore James und Robert Johnson wurden zu zentralen Bezugspunkten für ihn. Besonders das Slide-Gitarrenspiel von Elmore James beeindruckte ihn. Jones experimentierte mit offenen Stimmungen wie Open E und Open G. Diese erleichtern das Spiel mit dem Slide und erzeugen einen vollen Akkordklang.
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Ende der 1950er- und zu Beginn der 1960er-Jahre entwickelte sich in London eine Blues-Szene. Dort trafen sich Musiker, die den amerikanischen Blues nicht nur kopieren, sondern leben wollten. Brian Jones bewegte sich in diesem Umfeld, spielte eine Zeit lang unter dem Namen Elmo Lewis und baute sich einen Ruf als engagierter Blues-Gitarrist auf.
Die Gründung der Rolling Stones
1962 initiierte Brian Jones die Gründung einer eigenen Rhythm-and-Blues-Band. Er schaltete dazu eine Anzeige in der Fachzeitschrift Jazz News und suchte gezielt Musiker, die sich für den amerikanischen Blues interessierten. Zu den ersten Mitstreitern gehörte Ian Stewart. Später stießen Mick Jagger und Keith Richards dazu. Brian Jones gab der Band den Namen „The Rolling Stones„, was eine Anspielung auf einen Song von Muddy Waters war.
In der frühen Phase der jungen Band war Jones organisatorisch stark eingebunden und kümmerte sich beispielsweise um Proben, Auftritte und das Repertoire. Die Band spielte vor allem Cover-Versionen von Blues- und R&B-Liedern. Musikalisch war Brian Jones in dieser Phase eine zentrale Figur, denn seine Slide-Gitarre und sein Gespür für authentische Blues-Phrasen gaben der Band ein Profil, das sie von vielen anderen britischen Bands unterschied.
Brian Jones als Gitarrist: Instrumente, Technik und Sound
In den frühen Jahren spielte Brian Jones verschiedene Gitarrenmodelle, etwa Firebird-Modelle von Gibson, eine 12-saitige Rickenbacker und eine Fender Stratocaster. Auch Vox-Gitarren kamen zeitweise zum Einsatz, was im Kontext der britischen Beat-Szene der 1960er-Jahre keine Neuheit war. Bei Slide-Parts kam häufig eine E-Gitarre mit offener Stimmung zum Einsatz, um den typischen singenden Ton zu erzeugen.
Als Verstärker wurden vor allem Vox AC30 Amps verwendet. Auch Fender-Verstärker fanden im Studio Verwendung. Der Klang von Brian Jones war in der frühen Phase stark vom Blues geprägt. Er setzte auf ein sehr dynamisches Spiel und auf Vibrato mit dem Slide. Seine Parts dienten häufig dazu, Atmosphäre zu schaffen und die Songs stilistisch zu verankern.
Das Zusammenspiel von Brian Jones und Keith Richards
Das Gitarrenspiel der frühen Rolling Stones lebte vom Zusammenspiel zweier Gitarren. Während Keith Richards häufig breite Riffs spielte, ergänzte Brian Jones eher mit Rhythmusfiguren, Slides oder Gegenlinien. In Songs wie „The Last Time“ oder „It’s All Over Now“ entstand durch diese Aufteilung ein sehr dichter Klangteppich durch Gitarren.
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Mit dem Übergang zu eigenen Kompositionen und intensiver Studioarbeit ab Mitte der 1960er-Jahre verlagerte sich die Rolle von Brian Jones zunehmend. Er begann, eine Vielzahl von Instrumenten einzusetzen, um den Songs zusätzliche Elemente zu verleihen.
Sitar und Marimba im Rockkontext
Eines der bekanntesten Beispiele für den Einsatz der Sitar in der Rockmusik ist der Song „Paint It, Black“. Das Instrument, das Brian Jones hier spielte, prägt den Song mit seinem charakteristischen, leicht metallischen Klang und ist damit ein zentrales Element des Arrangements.
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In „Under My Thumb“ übernahm dann die Marimba eine zentrale Funktion. Brian Jones spielte das bekannte Motiv, das den Song strukturell trägt. Auch in „Out Of Time“ ist die Marimba zu hören.
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Dulcimer und Mellotron
Für „Lady Jane“ griff Brian Jones schließlich zum Dulcimer, der einen sehr feinen Klang erzeugt. Der Dulcimer-Part verleiht dem Song eine besondere Textur, die ihn deutlich von klassischen Rock-Arrangements unterscheidet.
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Für „She’s a Rainbow“ setzte Brian Jones ein Mellotron ein. Das elektromechanische Tasteninstrument arbeitet mit Tonbandstreifen, die beim Drücken einer Taste abgespielt werden. Dadurch entstehen Streicher- und Chor-Klänge mit leicht schwebender, instabiler Qualität. Vor allem in der psychedelischen Phase der Rolling Stones war das Mellotron ein Instrument, das häufig zum Einsatz kam und auch von späteren Alben der Beatles ist es sehr bekannt.
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Weitere Instrumente im Studio
Brian Jones spielte zudem regelmäßig Mundharmonika, beispielsweise in „Not Fade Away“ oder „2120 South Michigan Avenue“ und übernahm auch Parts an der Orgel, unter anderem auf einer Vox Continental.
Er experimentierte mit Cembalo-Sounds und baute verschiedene Percussion-Instrumente in die Arrangements der Band ein. Diese Vielseitigkeit war für den Klang der Band entscheidend. Dank der klanglichen Ergänzungen, die Brian Jones für jeden Song suchte, wurde das Gesamtbild eines Liedes oder Albums bewusst abgerundet und der Klang der Band hob sich deutlich von anderen ab.
Interne Spannungen bei den Rolling Stones
Mit der wachsenden Dominanz des Songwriting-Duos aus Mick Jagger und Keith Richards verschob sich das interne Gleichgewicht der Band. Während Brian Jones weiterhin musikalisch viel beitrug, lag die inhaltliche und strategische Ausrichtung zunehmend in anderen Händen. Dadurch lagen auch die Entscheidungen irgendwann nicht mehr bei ihm. Gleichzeitig kam es zu persönlichen Spannungen innerhalb der Band, weshalb sich die Rolling Stones 1969 von Brian Jones trennten. Mick Taylor übernahm seine Rolle als Gitarrist.
Brian Jones’ Tod und Einfluss
Am 3. Juli 1969 wurde Brian Jones tot in seinem Swimmingpool in Sussex aufgefunden. Damit wurde das Ende eines Kapitels in der Geschichte der Rolling Stones markiert. Musikalisch bleibt sein Beitrag zur Band aber bis heute hörbar. In den Aufnahmen von 1962 bis 1968 ist Brian Jones an zahlreichen entscheidenden Stellen präsent. Und zwar nicht in großen Solo-Parts, die im Vordergrund stehen, sondern vielmehr in feinen klanglichen Entscheidungen, die ganze Songs und Alben prägen.
Er war kein dominanter Frontmann und nicht der Hauptautor der späteren Klassiker der Band. Sein bedeutender Beitrag liegt jedoch in der Aufbauphase der Band und in der Erweiterung ihres Klangspektrums. Er integrierte Instrumente wie Sitar, Dulcimer, Marimba oder auch das Mellotron in die Rockmusik einer Zeit, in der sich dieses Genre gerade definierte. Zum 84. Geburtstag von Brian Jones lohnt es sich deshalb, die frühen und mittleren Alben der Rolling Stones erneut zu hören. Wer auf Details achtet, wird feststellen, wie oft Brian Jones das Klangbild mitgestaltet hat.
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Brain Jones würde heute seinen 84. Geburtstag feiern. Im Video die unschuldige Marianne Faithfull.
Hier sein Einsatz des Mellotrons:
https://www.youtube.com/watch?v=WOWvT5dPGJE
Und das Mellotron isoliert:
https://www.youtube.com/watch?v=ILq8kMBOUcM
Und noch einmal mit einer digitalen Version des Mellotrons:
https://www.youtube.com/watch?v=OWHvhv9gxjE
Written as a message of gratitude to their fans for the public support towards them during the drug arrests of Jagger and Richards, the recording features guest backing vocals by John Lennon and Paul McCartney of the Beatles.
Quelle: Wikipedia
@Dirk Matten Das dritte klingt richtig gut, Dirk.
Ich mochte ihn. Ich mag auch Satanic Majesties Request, obwohl das schon die benebelte Phase von ihm war. Ohne ihn keine Stones, ganz klar.