width=

Championship: Die besten Mono-Analog-Synthesizer über 1000,- Euro

23. Juni 2018

Big Budget, big Sound?

Nachdem wir die besten monophonen Synthesizer unter 1000,- Euro beschrieben haben, sind nun die dicken Bretter dran, will sagen, wir widmen uns der Premiumklasse. Wichtiges Nebenkriterium: Die vorgestellten Synthesizer sind zum Erscheinen dieses Artikels als Neuware noch im Handel erhältlich.

Wir beginnen mit zwei Konzepten, die unterschiedlicher nicht sein können. Der Neuauflage des Moog Minimoog Model D, Reissue genannt und der Korg Neuauflage des ARP Odyssey Fullsize mit den Revisionen 1-3.

Und nun noch ein Wort zur Wertung der Charts und warum diese Modelle hier auftauchen. Der Minimoog Model D ist am Markt noch erhältlich und der ARP Odyssey Fullsize ist auch am Markt seit ca. Mai 2018 erhältlich, bei kosten eindeutig über 1000,- Euro und gehören somit ins Kandidatenfeld. Damit die Diskussion spannend wird, gibt es die Chartposition erst wieder am Ende.

Moog Model D Reissue

Ob es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, einen Moog Model D zu haben, muss hier nicht betrachtet werden, auch nicht, ob es denn ein Clone tut. Wie schrieb ein Kommentator so schön knackig und saftig, wie ein auf der Bioweide gezüchtetes Alpenrind. Das ist der Minimoog Model D. Dennoch der Moog Model D ist ein traditioneller Synthesizer, dessen sollte man sich bewusst sein. Moog hat hier nichts zugedichtet. Florian Anwander bring es in seinem Fazit zum Test auf den Punkt. Und mehr ist dem hier auch nicht hinzuzufügen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ARP Odyssey FS Rev. 1-3

Die Korgies kommen hier aus einer ganz anderen Ecke und legen hier keinen Klassiker aus der durchaus erwähnenswerten eigenen Geschichte auf, sondern hier die Fullsize-Version des ARP Odyssey. Hier liegt noch kein Test vor. Aber Korg stiftet hier auch ein wenig Verwirrung, Technisch sind alle Revisionen identisch. Optisch nicht. Da die Umschaltung der Revisionen 1 – 3 geschieht über VCF-Mode. Klanglich wäre anzumerken, der Autor hört kaum einen Unterschied, was nicht am Ohr, sondern an der Detailverliebtheit und sauberen Kalibrierung liegt. Selbst mit dem SQ1 als Sequencer gelingen alle Tricks und Soundverläufe, die wir aus den 80ern und 90ern kennen und auch lieben. Auch hier gilt: Achtung, wer so einen Synthesizer kauft, muss wissen, was er tut. Denn ist gibt keine Presets, stattdessen eine Handvoll Fader und ein Blockschaltbild.

Korg Arp FSQ

 

 

 

 

 

 

 

Studio Electronics

Zitat Falconi: „Am späten Nachmittag in einer ehemaligen Lagerhalle an einer der südlichen Ausfallstraßen von L.A.: Auf wahllos im Halbdunkel des Control Rooms A verteilten Polstermöbeln kauern ein paar leger gekleidete Typen mit Snapback Caps und Oversized Boots, aber ohne Regelschulabschluss. Dazwischen: ein paar krasse Babes.

In sechs martialisch anmutenden Racktürmen glimmen, in einer Nacht und Nebel-Aktion aus dem Trümmern der Wolfschanze geborgene, vier Dutzend New Old Stock-Röhren. Eiswürfelbereiter, Sechsmetermischpult, MPC.“

Dem Autor kommt hier Das Bild von John Carpenter beim Schrauben eines Soundtracks in den Kopf. Und wem Gevatter Tod hier einen Besuch abstatten möchte?

Studio Electronics – und da sollte ein Licht auf gehen – haben angefangen mit einem Sakrileg und sich aus der Zombierolle rausgewachsen und liefern hier mit dem Boomstar einen „Entscheidend ist ja, was hinten raus kommt. Yo.“ Synthesizer ab. Wer den Clone vom Clone möchte, greift zum Roland SE-02 und alle anderen zum Original.

Studio Electronics SE1X

Immer noch erhältlich und doch schon 8 Jahre auf dem Markt, das Bassmonster aus dem Hause SE. Hier gilt: Es war schon immer etwas teurer, einen guten Geschmack zu haben. Siehe Testbericht. Hier hielt der Autor fest: „Der austauschbare Name verkörpert dabei nichts weiter als pures Understatement. Denn wer sich schon immer gefragt hat, wie zum Henker Fatboy Slim, Dr. Dre oder Timbaland ihre ultradicken Bässe und brettharten Leads schrauben, tja, der kann sich nun endlich wieder etwas locker machen, denn die Jungs haben schlichtweg SEs in den Regalen stehen und somit der Konkurrenz gegenüber einen nicht ganz unerheblichen Vorteil. Die Geräte sind nämlich beileibe klanggewaltig – das kann jetzt schon vorweggenommen werden.“

 

Tom Oberheim SEM

Der Sound von Oberheim war für den Autor bestimmt von diversen Trance- und High-Energy-Titeln. Ab und an tauchten Simple Minds auf. Das war‘s dann auch mit Oberheim. Unter den Synthbauern war Oberheim immer „Der das stumpfe Messer durch die weiche Butter drückt“. Dies bitte nicht als Kritik verstehen. Der Klang des SEM ist sehr speziell und eigen. Und hat zwar eine Ahnenschaft zu den alten Oberheim Sachen, ist aber dennoch in erster Linie eigenständig. Hier noch mal der Testbericht.

 

 

 

 

 

 

Korg MS-20M Kit

Mick Moogulatur schrieb: „Endlich finden sich hier die Synthesefähigkeiten, die man so lange vermisst hat. Er macht sie so selbstverständlich, als wären sie immer da gewesen. Jetzt suchen wir nach eine polyphonen Version oder einer ganz modularen. Bis dahin ist das hier die Beste und Interessanteste.“ Wer hier wieder mit Nostalgiewelle anfängt, denkt zu kurz. Diese Neuauflagen sind notwendig. Und Korg liefert hier ab.

 

Macbeth Elements

Wer diesen Synth schon mal anspielen durfte, weiß was feuchte Hände bekommen bedeutet. Dieser Synth hat seine Eigenheiten und Kanten, weil er nicht nach einem straffen Marketingplan, sondern nach den subjektiven Gesichtspunkten von Ken Macbeth selbst konzipiert wurde.

Forum
    • Profilbild
      costello  RED

      Der Two Voice ist ja zumindest in der Chart mit drin, sind ja im Prinzip zwei SEM in einem Gehäuse plus Tastatur plus Sequenzer. Beim GRP A2 gebe ich Dir recht; aber der ist nicht mal bei Schneiders Laden derzeit gelistet, den müsste man wohl direkt in Italien bestellen (derzeitiger Preis 1.200 Euro plus Mehrwertsteuer).

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo,

        Der Two Voice ist auf Grund des Wortes „polyphonic“ ursprünglich nicht in der Liste gewesen. Der GRP A2 ist in Deutschland wohl in München verfügbar. Und sonst wohl eher Warteliste bei GRP.

  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Dem 14 gönne ich den 1. Platz, aber dem Minimoog Reissue die „Best Buy“-Plakette aufzukleben, wundert mich etwas. Abgesehen vom Kult-Faktor ist er doch eher ein sehr teurer Simple-Synthesizer mit nachgereichtem LFO (nicht falsch verstehen; ich mag Moog). Weitaus vielseitigere Synthies wie der Pro 2 tummeln sich dagegen im Mittelfeld. Dass MFB am analogen Revival beteiligt ist, erstaunt mich nicht so sehr wie die Tatsache, dass sie mit dem Dominion 1 (nicht die aus dem Gamma-Quadranten) im Bereich über 1000,-€ vertreten sind. Als man sich mit den Mk ll-Gehäusen für Ur- und Microzwerg von den Plastikwannen verabschiedete, deutete sich schon ein Image-Wechsel an, der mit den Tanz-Tieren und Dominion Club fortgesetzt wurde. Dennoch bleiben auch die neuen Eurorack-Module sehr preiswert…

    • Profilbild
      costello  RED

      Beim Minimoog denke ich manchmal: den kaufen sich irgendwann die alten Knacker (also Leute wie ich ;-) weil sie denken, er gehört nun mal dazu, um dann festzustellen, dass der Prodigy eigentlich völlig ausgereicht hätte.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Ein Minimoog ist ein Minimoog. Ich hatte den KARP Oddy FS in der Liste, unter den Top 5, weil es schon noch ein Unterschied zum Desktop KARP ist, klanglich weniger aber das Spielgefühl ist gegenüber dem MiniKARP wesentlich besser. Würde ich Fusion, Funk, Prog machen, sehe es anders aus. Wobei ich bei Grandmother auch überlege und den eigentlich gut finde, im Sinne von Habenwill. Für mich reicht bis dato noch die Mother 32. Aber ich ertappe mich schon, wie ich die einfach anstöpsel und dann als Soundmodul nehme.

  2. Profilbild
    lightman  AHU

    Für mich wäre der Dominion auf dem ersten Platz bei den ü-1000ern, selten so einen toll klingenden und vor genialen Funktionen nur so strotzenden Synth zum Test gehabt. Ich wollte ihn eigentlich in einem Track verwenden, stattdessen hab ich vier Tage lang nur daran rumgeschraubt und haufenweise Samples gemacht. Mit dem Teil kann man so richtig auf Reisen gehen.

  3. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Den Dominion sähe ich auch oben, ganz weit. Hab‘ da zwar nur die Review und Demos von Sonicstate im Kopp. Aber was ich da hörte, hat mich echt geflasht.

    • Profilbild
      lightman  AHU

      Mir gefällt vor allem, daß der Dominion kein Clon von irgendwas ist, sondern ein klanglich wie funktionsmäßig eigenständiges Instrument. Paraphonie, ein super-multi-Filter, das auch auf 6db gehen kann, der Sequenzer, Modulationsmöglichkeiten ohne Ende, und dann erstmal die auch roh richtig gut klingenden VCOs, FM, rauf und runter ein geniales Teil. Mit dem Gerät könne ich ein ganzes Album machen.

  4. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    „Wie schrieb ein Kommentator so schön knackig und saftig, wie ein auf der Bioweide gezüchtetes Alpenrind.“ — Wo holt Ihr Eure Kommentatoren her?
    .
    Hmmm… Rindsviecher. Am liebsten schön knusprig mit einer scharfen Soße.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.