Championship: Die besten Polyphonic Vintage-Synthesizer

30. April 2016

Vintage, Polyphon, Analog - die Besten.

V-Polys Start

Es ist schon erstaunlich, wie viele Beiträge sich in 16 Jahren auf AMAZONA.de im Archiv angesammelt haben.

Mit unserer Reihe CHAMPIONSHIP ALLE TESTS – EINE CHART wollen wir das Archiv zum Leben erwecken und Ihnen auch dazu einen Mehrwert bieten.

Als einziges deutschsprachiges Musiker-Magazin trauen wir uns nun schon seit über 10 Jahren, in unseren Charts ein Ranking abzugeben. Wer sind den nun wirklich die Besten der Besten aus einer Produktkategorie und wie würde eine TOP TEN aussehen? Natürlich kann es niemals eine objektive TOP TEN Liste geben, wir denken aber, dass Sie zumindest die Meinung von Fachleuten interessieren könnte – auch wenn sich diese am Ende mit Ihrer Meinung nicht zu 100% deckt. Gerade für Einsteiger ist so eine Chart doch eine ganz gute Einkaufs- oder Orientierungshilfe.

Selbstverständlich wird es unsere CHAMPIONSHIP demnächst auch mit aktuellen Produkten geben. Mit Gitarren, DJ-Mixern, PA-Boxen und vielem mehr.

Heute stürzen wir uns ganz bewusst auf polyphone Vintage-Synthesizer, da diese seit einigen Jahren einem enormen Hype unterliegen. Man hat fast den Eindruck, je mehr aktuelle polyphone Analogsynthesizer den Markt erblicken, desto höher wird der Preis für die betagten Altmeister.

Aber mal ehrlich? Klingen die Klassiker besser als die Newcomer? Haben die Aktuellen nicht viel mehr Features wie USB. MIDI, Software-Editor etc.? Sind die Neuen nicht zuverlässiger und weniger reparaturanfällig?

Ich persönlich habe tatsächlich den Eindruck, dass die Klassiker besser klingen als die Neulinge. Aber das heißt jetzt erst mal nicht viel. Bei einem Keyboarder wie mir, der die 80er noch live miterlebt hat, schwingt da sicherlich viel Sentimentalität mit. Ich darf also zu Recht als befangen bezeichnet werden.

Aber natürlich haben die Neuen mehr Features und sind in der Regel auch zuverlässiger.

Und trotzdem gibt es Musiker (und vor allem Sammler), die eine bestehende Vintage-Sammlung erweitern bzw. sich eine neue Vintage-Sammlung zulegen wollen. Genau für diese beiden Zielgruppen ist die Lektüre unserer verlinkten BLUE BOX Reportagen und unsere Chart gedacht.

Aber nicht nur die verlinkte Chart, sondern auch die folgende Liste stellt ein Ranking dar. Ganz oben begonnen mit dem unserer Meinung nach, besten polyphonen Vintage-Analogsynthesizer und unten eben dem am wenigsten attraktiven dieser Kategorie.

In dieser Liste nicht berücksichtigt wurden:

  • Expander / Dektop Units
  • Hybride wie (PPG)
  • Sampler (z.B. Prophet 2000 etc.)

Für diese Sparten gibt es in absehbarer Zeit eigene CHAMPIONSHIP Listen.

Wie wünschen viel Spaß beim Schmökern und beim Diskutieren.

Ihr Peter Grandl

Der Alesis Andromeda MOD

PS:
Ist der Alesis Andromeda Vintage? Ich sag doch, wir werden gleich heiß in die Diskussion einsteigen ;-)

PS2:
We aml auf eine Synthesizer Zeitreise gehen möchte, der liest bitte folgenden spannenden Artikel zum Vergleich „Vintage Polyphone zu neuen Polyphonen“

Forum
  1. Profilbild
    costello  RED

    Nette Liste, die naturgemäß Fragen aufwirft. Warum den P-600 doppelt berücksichtigen; macht das Gigli-Upgrade daraus wirklich einen neuen Synthesizer? Dann doch eher dem T8 die Ehre geben, der die wohl beste Synthi-Tastatur hat. Persönlich hätte ich den Polysix höher eingestuft. Hinter dem Juno 60 scheint ja communis opinio zu sein (nicht meine :-) , aber sicher vor dem Juno 106. Der Juno 60 war der Jupiter 8 des kleinen Mannes, der Korg der Prophet 5. Und irgendwo in dieser Liste müsste auch der Yamaha CS-70 M auftauchen, auch wenn er nur noch einen schwachen Abglanz der alten CS-Herrlichkeit bot.

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      costello  RED

      Und wo ich gerade dabei bin: wo ist die Korg PS-Reihe? 3100, 3200 und 3200. Das sind doch auch gesuchte Klassiker, teils schon mit Speicherplätzen, midifizierbar – wenn auch mit Aufwand. Und für mich eindeutiger Synthesizer als z.B. der Polymoog.

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        Tyrell  RED 2

        Oh ja, vollkomme richtig. Wurden hier vergessen. Wo würdest du die einordnen in der Liste?

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          costello  RED

          Wow, die PS-Geräte haben das Ranking ja noch mal ordentlich durcheinander gewirbelt.
          Freut bestimmt auch den Theo ;-)

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      Tyrell  RED 2

      Prophet 600 mit Gigli klingt wirklich anders. Klick auf den Gligli-Test und hör dir mal die Soundbeispiele an. Polysix und J106 scheiden sich natürlich die Geister. In der Techno-Äre der 90er haben stand der 106er extrem hoch im Kurs – natürlich auch wegen Midi. Ich persönlich mag den 106er auch lievber als den Polysix.

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        costello  RED

        Geht schon in Ordnung mit der Polysix-Einstufung. Ich wollte nur noch einmal eine Lanze für ihn brechen – war mein erster Polyphoner und ich habe ihn sehr gemocht.
        Heute wird er oft als reiner String-Synthesizer gesehen und damit unterschätzt. Viele P-6 sind halt irgendwann einer ausgelaufenen Batterie zum Opfer gefallen, was nicht gerade das Image gehoben hat.

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          TobyB  RED

          Hallo Costello,

          vermutlich wird der Korg P6 als Streicher eingesetzt weil es am einfachsten geht. Ich persönliche setze ihn lieber für Pluck, Pads und Chords ein, zuweilen auch für Leads. Ich denke die auslaufende Batterie kann man ihm nicht vorwerfen, das war halt mal Stand der Technik. Was ich hingegen beim P-6 schwierig erachte ist das Thema Wartung und Kalibrierung. Deshalb geht das Ranking da für mich in Ordnung.

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    dilux  AHU

    na, auf die diskussion bin ich ja mal gespannt :)
    meine wichtigsten diskussionspunkte:
    – ob-xa vor ob-x?
    – roland generell zu weit hinten, der jupiter 8 erst auf platz 7?
    – korg scheint mir etwas unterrepräsentiert, was ist mit der dw-serie, trident oder ps?
    und selbst unter „fachleuten“ gäbe es sehr abweichende platzierungen…

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      Tyrell  RED 2

      Trident und PS sind jetzt in der Liste. DW wird später in einer Liste zu den Hybriden auftauchen. OB-Xa finde ich tatsächlich persönlich besser als OB-X.

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    Marko Ettlich  AHU

    Bei mir würde das Ranking ganz anders ausfallen, aber jeder legt auf andere Dinge mehr oder weniger wert. Klangcharakter, Optik und selbst Haptik werden emotional bewertet und das ist immer subjektiv. Zum Glück.

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      Violator  

      Das sehe ich genau so wie Marco.

      Ich persönlich gebe auf solche Chart-Listen rein garn nichts, sorry.

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        Tyrell  RED 2

        Ich glaube, auch bei einer solchen Chart liegt der Sinn einfach am Spaß mal alle Produkte einer Kategorie in einer Liste zu finden. Quasi eine Marktübersicht. Insofern betrachte unsere Arbeit doch einfach als Service am Leser ;-)

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          Marko Ettlich  AHU

          Wer sich mit Synthesizern etwas auskennt, der macht aufgrund seiner eigenen Erfahrungen sowieso sein Ranking im Kopf. Für gehört der Andromeda aus mehreren Gründen hier nicht in die Vintage Liste rein. Ich weiß dass manch einer das anders sieht, aber Vintage geht für mich höchstens bis 1990. Tiracon 6V, Korg Trident und ARP Quadra fehlen dafür noch. ;)

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            TobyB  RED

            Hallo Marko,

            und ab 1990 das ist dann neovintage ;-) Ich seh da schon einige die auf ihre Weise in eine andere Liste gehören,Korg Wavestation, T Serie, MS2000, Yamaha SY Serie,Roland JV JD, JP, diverse Waldörfer. Und diverse andere. Man darf ja nicht vergessen, das jüngere Musiker Baujahre die Zeit vor 2000 auch schon als vintage bezeichnen. ;-)

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                TobyB  RED

                Hallo Marko,

                avec Cointreau. Ich schaff ja aus Alibigründen immer noch neues Equiment an. Aber ich jag das auch immer durch die analoge Vintage Ecke, klingt einfach fetter. Eigentlich müsste man noch eine Liste Vintage Effektgeräte haben, mein erster Platz das Instant JMJ Soundpedal Electric Mistress und Small Stone ;-) Ich hab am WE mit einem jungen Keyboarder(26) einer Top40 Coverband gesprochen, der meinte das er mit seiner Yamaha Motif XF8 Vintage Sound hinbekommen würde und das dieses alte Equiment gar nicht mehr nötig ist. Ich hab mir nur gedacht mach mal ;-)

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                  Marko Ettlich  AHU

                  Der OB-6 scheint ja auch für viele der Vintage Oberhammer zu sein. ;-) Was alles retro klingen soll. Vintage und Retro sind Modebegriffe geworden mit denen sich heute viel Geld machen läßt.

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                    TobyB  RED

                    Hallo Marko,

                    ich hab den OB 6 im Setup noch nicht vermisst. Meine Matrix 1000 würde mir schon eher abgehen. Zumindest wenn ich mal wieder so einen 90er Trance-Disco Kracher am Wickel habe. Ich hätte zwar gerne eine Matrix 12, aber wozu gibts Amazona-Workshops und Sampler ;-) Andersrum ärgere ich mich, das ich eine Roland D 50 erst dieses Jahr gekauft hab, ich finde mit den richtigen Akkorden kann die mehr als Pad und Orgeln. Es ist alles sehr subjektiv.

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                    costello  RED

                    Ich konnte den OB-6 jetzt auch ausführlich antesten. Ich mochte ihn auf alle Fälle mehr als den P-6. Es gab tiefe Bässe, breite Flächensounds, abgefahrene Effektsounds und auch der Arpeggiator wusste zu gefallen. Aber der ganz große Gänsehauteffekt wollte sich nicht einstellen. Dreht man an den Knöpfen, merkt man schnell, dass Suboszillator und Effekte einiges zum Klang beisteuern. Und dann die vier Oktaven – das ist (wie schon beim P-6) der absolute Spaßkiller.

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    Filterpad  AHU

    Vor 10 Jahren hätte ich meiner Meinung nach den Alesis Andromeda A6 noch nicht in die Liga der Vintage-Synths aufgenommen, aber jetzt? Aufgrund seiner „Poly“-Spielweise, der Hybridtechnik (auf analog aufgebaut) und nicht zuletzt der vielen Potis, finde ich es in Ordnung. Wie gerne würde ich mal einen Jupiter 8 oder OB-X spielen wollen. Den Andromeda wollte ich mir schon zulegen, gab es aber damals (ca. ~2007) schon nicht mehr offiziell zu kaufen.

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    MidiDino  AHU

    Grundsätzlich würde ich Marko Ettich zustimmen: Eine solche einfache Liste sagt wenig aus. Und noch einmal Korg: Ich persönlich vermisse den Korg ‚Monopoly‘, der zwar aufgrund einer nur handschriftlichen Speicherungskapazität keine weite Verbreitung fand, aber von Pro-Usern wegen der 4 OCS und der Modulationsmöglichkeiten geliebt wurde. Ich persönlich schätze zudem besonders die Klangvielfalt, die bis ins Metallische reicht.

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    swissdoc  RED

    Die Crumar Bit fehlen, und wenn Andromeda, warum nicht auch SunSyn?

    Gefühlt geht Vintage bis zur vom DX7 induzierten Delle, es gab in dieser Zeit noch ein paar Analog-Boliden, danach kam lange Zeit nichts.

    In dieser Sichtweise wäre der Andromeda draussen und Vintage ist er zwar vom Klang aber nicht vom Schaltungsdesign.

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      Tyrell  RED 2

      Danke für den Tip mit dem Crumar. Den hatte ich tatsächlich vergessen (und nun nachgetragen). Sunsyn taucht bald in einer eigenen Liste auf mit reinen Expandern. Ansonsten hast du natürlich vollkommen Recht. Habe die Liste auch mit einem „Augenzwinkern“ zusammengestellt ,-)

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        swissdoc  RED

        Stimmt, Du hast Expander ja ausgeschlossen. Wenn man noch nach fehlenden Synths schaut, so könnte man den Kawai SX-210 und den Teisco SX-400 nachreichen.

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    AMAZONA Archiv

    Nur mal, um eine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen:
    Was bedeutet denn „vintage“?
    – Alle Geräte vor 19XX?
    – Alle Geräte, die analog aufgebaut sind?
    – Alle Geräte, die nicht mehr in Produktion sind?
    – Alle Geräte, die so tun als wenn sie alt und/oder analog sind?
    Oderoderoder….?
    Und kommt mir jetzt bitte nicht mit dem (deutschen) Wikipedia-Artikel, der sich hinsichtlich der elektronischen Instrumente auf das Merkmal „analog“ stützt…..

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      dilux  AHU

      vintage beschreibt wohl schon einen zeitraum, vieleicht analog zum oldtimer beim auto? dann wäre also alles bis 1986 vintage, was natürlich den andromeda ausschliessen würde. in der überschrift werden ja noch zwei weitere kriterien genannt, polyphon, wobei hier 4 stimmen die untergrenze bilden, siehe four voice und jupiter 4, und analog, wobei der gesamte stimmenstrang gemeint ist, wie peter in seiner antwort zu meinem ersten posting erklärt, sonst würde ja auch der ppg fehlen. da scheint wohl noch eine hybrid-chart in plannung zu sein.

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        TobyB  RED

        Hallo Dilux,

        bei Wikipedia gibts einen lustigen Artikel dazu.
        „Elektronische_Musikinstrumente“ demnach ist eine Roland MC 303 auch Vintage ;-) Ich hab meine MC 303 damals sicher nicht gekauft, weil ich dachte die wird Vintage. Sondern weil die Kohle dafür gereicht hat. Und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was eine Yamaha CS1x zu einem Vintage Synthesizer macht. Zumindest klanglich nicht. Ich glaube nicht das es da eine scharfe Abgrenzung gibt.

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      Tyrell  RED 2

      Früher oder später kommt man da immer ins Schleudern. Wir haben zumindest über die Kategorien BLUE, GREEN und BLACK-BOX für uns eine halbwegs plausible Trennung beschlossen. Aber logo – ganz genau genommen ist selbst nach unserer Unterteilung der ANDROMEDA nicht Vintage und fällt ins Niemandsland. Aber hey…. was solls :-)

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        k.rausch  RED

        Diese Kategorisierung ist schon ein guter Ansatz. In der Autowelt unterscheidet man zwischen OldImer, Youngtimer und Neo Classic. Daran orientiert, wäre der Andromeda ein Neo Classic und die ganzen Mitte 80er bis frühe 90er Dinger Youngtimer. Alles davor Vintage. Der DX7 schrammt quasi an der Grauzone rum und markiert in etwas die Grenzposition.

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          TobyB  RED

          Hallo Klaus,

          nach der Definition des §2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung ist alles was älter als 30 Jahre ist ein Oldtimer. Ich würde den DX7 schon zu Oldtimern zählen. DX7IIFD und DX7 Centennial sind für mich Youngtimer. Zumal gegenüber dem Ur Modell an den letzteren noch einige Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen wurden. Welche die Nachfolger aufwerten.

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    iggy_pop  AHU

    Crumar Trilogy?

    Das läuft wohl eher in der Rubrik „Gutgemeint“ oder „Wie gewollt, aber nicht gekonnt“.

    Von allen Sparsynthesizern der frühen 1980er zweifellos einer der schlimmsten.

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    t.bechholds  AHU

    Ich sehe Oberheim mit seinem außergewöhnlich tiefen Sound auf den vorderen Rängen. Den CS80 finde ich gar nicht soo sensationell. Den JX8P halte ich für einen der bestklingendsten polyphonen Analog-Rolands.
    Aber eigentlich braucht man sie alle.

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    costello  RED

    In einem aktuellen Zeitungsbericht über den Berliner Wohnungsmarkt kam ein Experte zu Wort, der meinte: „Wer vor drei Jahren nicht gekauft hat, weil die Preise ihm zu hoch erschienen, der ärgert sich heute.“ Keine Sorge, mir ist nicht warme Mai-Sonne zu Kopfe gestiegen und ich weiß auch noch, dass das hier amazona ist und kein Immobilienportal. Aber die Parallele liegt auf der Hand: auf ebay sind derzeit tatsächlich ein Jupiter 8 und ein Memorymoog für gut 10.000 € im Angebot. Wenn jemand eine ziemlich komplette Sammlung hat und ihm fehlt jetzt noch „seine“ Blaue Mauritus unter den Synthies, wird er vielleicht sogar so viel ausgeben.
    Mich interessiert eure Meinung: bei welchen Polyphonen der Vintage-Ära seht ihr noch ein (halbwegs) nachvollziehbares Preis-Leistungsverhältnis? Auch in Abwägung der Tatsache, dass heutige Spitzensynths inzwischen auch bei 3.000,00 Euro und mehr liegen.

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      TobyB  RED

      Hallo costello,

      ich sach ja immer, Budgetdisziplin ist alles. Und solange das Finanzamt den Jahresabschluß abnickt ist alles gut. Ich betrachte das recht leidenschaftslos, für mich sind das Werkzeuge mit denen ich Musik mache. Demzufolge sehe ich einfach was ich brauche und ob es a) ins Budget passt und b) bringt mich das klanglich weiter. Momentan ist der Markt für die gebrauchten Vintage Kisten heiß. Ich habe vor Wochen eine Korg Polysix für 1250€ gesehen. Definitiv zu teuer. Oder eine Juno 106 für 1200€. Ich habe sie beide für weitaus weniger bekommen. Muss aber dazusagen das die P6 kurz vor Tod war und ich ein halbes Jahr lang warten musste bis sie wieder ging. Das gleiche geht grade mit den Kisten aus den 90ern los, kostete eine M1 gebraucht ca 150€ vor einem Jahr, sind wir mittlerweile bei 250€ aufwärts. T3 ab 250€ aufwärts, ich hab heute bei ebayKleinanzeigen eine für 1000€ gesehen. Für mich geht das Preis Leistungsverhältnis bei einer D50 z.b. für 350€ ok. 1200€ für eine Polysix nicht. Oberheim Matrix 1000 für um 450€ ist auch okay. Generell muss man halt gucken wie man einkauft und halt auch handeln. Und bloß keine Geräte mit Promibonus kaufen. Man darf halt nicht vergessen, die diese Vintage Synths Pflege und Liebe wollen. sonst holt die der Synthreaper fix.

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      Tyrell  RED 2

      Ganz klar, für mich: ALESIS ANDROMEDA – undd jetzz sag blos nicht „der ist nicht Vintage“ ;-)

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        Ashatur  

        Ach gib ihm noch 5 jahre dann ist auch er Vintage ^^ bei Polyphonen war ich immer etwas vom cremigen Oberheim Sound angetan nur meine Geldbörse nicht ^^ Die Yamaha CS Reihe fand ich auch sehr schön…und einen von den Jupitern hab ich leider noch nicht unter den Fingern gehabt.

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      k.rausch  RED

      Diese Frage stellt sich nicht mehr jeder, der an Vintage Synthesizern interessiert ist. Mancher stellt sich einen direkt nach dem Kauf ins Archiv und spielt nichtmal drauf. Andere merken im Laufe der Zeit, dass ihre derzeit wertvolle Sammlung es gar nicht mehr ist, wenn die Dinger ohne Spielbetrieb vor sich hinmodern und beim ersten Einschalten nach Monaten Pause nur noch Murks von sich geben. Das sind also durchaus auch andere Aspekte, die jemanden Mondpreise bezahlen lassen. In anderen Vintage Bereichen ist es nicht minder irrational und was Vintage ist, bestimmt ein eigenes Szeneregelwerk, schau mal in die Gitarrenabteilung. Von Autos erst gar nicht zu reden, ein VW Bulli aus den 50ern in Zustand 1 geht teils über 100K Euro. Preis-Leistungsverhältnis? Nein, andere Maßstäbe. Sowas blüht der Vintage Keys Welt auch noch, die ist lediglich noch nicht ganz so in die Jahre gekommen :)

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      costello  RED

      Danke für euer Feedback. Toby, Du hast völlig recht: angesichts des überhitzten Marktes sollte man eine gewisse Coolness an den Tag legen und niemals denken „Das ist die letzte Gelegenheit, meinen Lieblingssynthesizer zu kaufen“. Das führt zwangsläufig immer zu einem überteuerten Kauf. Und sich diese schönen Geräte als Vitrinenstücke hinzustellen und „vermodern“ zu lassen, wie Klaus das Verhalten mancher Sammler beschreibt, erscheint mir bei Musikinstrumenten geradezu ein Sakrileg. Gegen den Preis-Leistungstipp von Peter wäre nichts zu sagen, aber da sind wir beim Blick auf derzeitige ebay-Preise auch bei 3000 €. :-)

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      iggy_pop  AHU

      Die Roland JXe sind sicherlich noch gutklingende Geräte, die erschwinglich sind — die Meinungen über die klanglichen Qualitäten von DCOs vs. VCOs gehen allerdings weit auseinander.
      Alles andere ist das Hipster-Pendant zu einem teuren Singlespeed-Fahrrad, einem teuren Elektromobil, einem Kinderwagen aus der Weltraumforschung, einem veganen Lebensstil und einer teuren Eigentumswohnung in einem gentrifizierten Stadtviertel: Wenn man schon alles hat und nicht mehr weiß, was man mit seiner Zeit und seinem Geld anfangen soll, kauft man halt einen Vintage Synthesizer. Oder einen Buchla.

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        costello  RED

        Hallo Iggy, Deine Hipster-Analogie fand ich sehr lustig, musste wirklich schmunzeln. Und die derzeitige Marktübertreibung bei Vintage-Synths spiegelt das ja auch ein gutes Stück weit wieder. Aber es gibt schon noch einige, die diese Teile nicht als Yuppie-Accessoire nutzen, sondern ganz handfest damit Musik machen wollen. Danke für den Tipp mit den JXen. Nachdem ich Arp (Axxe), Moog (Prodigy, Opus 3) und Oberheim (Matrix 1000) bereits auf Budget-Niveau abgedeckt habe, wäre das vielleicht eine Möglichkeit, günstig an den typischen Roland-Sound zu kommen.

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          iggy_pop  AHU

          Ich glaube, die Anzahl derer, die noch mit diesen Geräten produzieren, ist deutlich geringer als die Anzahl derer, die sich sowas aus Spaß an der Freude hinstellen (können). Und diejenigen, die die alten Geräte als Produktionsmittel sehen, sind auch meist diejenigen, die an der aktuellen Preissituation verzweifeln, weil sie da nicht mithalten können — und zwangsweise auf minderwertigere Geräte ausweichen müssen, die als Folge davon auch immer teurer werden.

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            TobyB  RED

            Hallo Iggy,

            und was macht man dann als Ausweg aus dem Dilemma? Neues Equipment ist halt auch nicht immer erste Wahl. Plugins sind auch nicht jedermanns Sache. Und Klaus hat ja angedeutet wohin die Reise gehen könnte, siehe Gitarren und Oldtimer. Mir fällt halt bei ebay und Co schon auf das Vintage oft als Preisaufschlagsargumente herhalten muss. Ich guck halt nach Alternativen. Und Promibonus und Vintage sind für mich keine Argumente. Dementsprechend handel ich dann. Und manchmal schüttel ich auch nur den Kopf. Wie hier, eine Korg T3 für 1000€
            https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-musikinstrumente/korg-t3/k0c74

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              iggy_pop  AHU

              Wenn ich das wüßte, würde ich Lotto spielen.
              Oder an der Börse zocken.
              Oder Pillen gegen Doofheit erfinden.

    • Profilbild
      gmahler

      Einen Alpha Juno bekommst Du immer noch zwischen 200- 350 Euro. Das ist ein polyphoner Brot-und-Butter-Synth, der ein breites Spektrum abdeckt und super klingt. Keine Ahnung, warum bei dem der Preis immer noch so tief hängt, während für einen J4 mittlerweise fast das Zehnfache verlangt wird. Für die Mittelklasse wie Juno 60/Polysix sind 700 – 900 Euro ein annehmbarer Preis. Wenn es kein Problem für Dich ist, mit einem Editor zu arbeiten, dann hol Dir einen Matrix 1000/6R um die 500 Euro. Ich habs zweimal probiert. Sound super, Bedienung schwierig. Wenn ich die Wahl hätte zwischen dem neuen OB6 für 3k und nem Xpander würde ich den Xpander nehmen.

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