Championship: Die besten Studiokopfhörer

28. Dezember 2018

Die beste Alternative zum Monitor? Richtige Kopfhörer!

die besten studiokopfhörer

Die besten Studiokopfhörer

Obwohl Kopfhörer von vielen Herstellern mittlerweile mehr als Lifestyle-Produkt vermarktet und designt werden, spielen die entsprechenden Pendants im Studiobereich eine große Rolle. Besonders für all diejenigen, die nicht über separate Studioräume verfügen, ist richtiges Abhören in der Regel ein Problem. Entweder sind oder können die Räumlichkeiten nicht akustisch präpariert werden oder die Nachbarn fühlen sich abends gestört. Auch wenn ein Kopfhörer diese Probleme nicht hundertprozentig lösen kann, kann er doch eine sehr gute zweite, alternative Abhöre darstellen.

Passend dazu bieten wir hier bei AMAZONA.de regelmäßig Einzeltests an. Dazu kennen viele Leser unsere Charts, in denen wir die besten Produkte einer Sparte in eine Reihenfolge bringen. Diese muss nicht immer jedermanns Meinung abbilden, schon gar nicht im Bereich der Kopfhörer, denn letztlich ist Hören eine sehr subjektive Angelegenheit. Dazu haben wir unsere Charts kürzlich wie folgt in drei Preisgruppen aufgeteilt:

Die Charts und alle darin enthaltenen Kopfhörer findet ihr am Ende dieses Artikels aufgelistet. Darüber hinaus findet ihr alle aktuell erhältlichen Kopfhörer, die wir bei AMAZONA.de getestet haben, mit ihren Einzeltests verlinkt. Vorab einige generelle Informationen zum Thema Kopfhörer, welche Arten gibt es und wo werden diese am besten eingesetzt. Ebenso stellen wir euch kurz die drei aktuell Erstplatzierten jeder Chart vor. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen.

Ein OFFENER Kopfhörer hat auf der Außenseite keine Abschottung der Schallwellen, es dringt also alles ungedämpft nach außen. Der Vorteil ist, dass sich das Klangbild extrem luftig und frei entwickeln und eine hervorragende Räumlichkeit vermittelt werden kann. Allerdings sind diese Kopfhörer nur am Mischpult zum Mischen oder Mastern geeignet, als Monitorhörer für die Musiker taugen sie nicht, da der austretende Schall allzu deutlich von den Mikrofonen wieder aufgenommen wird.

Der offene AKG K812 Pro

Der offene AKG K812 Pro

Vorteilhaft ist im Regieraum hingegen, dass man sich bei aufgesetztem Hörer noch unterhalten kann, im Gegenschluss dringen aber auch wieder unerwünschte Außengeräusche in den Hörer ein (wenn die Musiker miteinander reden etc.). Akustisch gesehen sind offene Kopfhörer leichter zu beherrschen als die geschlossenen Typen, da man hier mit weniger Reflexionen der Muscheln zu kämpfen hat. Darüber hinaus ist der Bassbereich bei offenen Typen tendenziell eher schlank und man schwitzt beim längeren Tragen nicht so sehr um die Ohren herum, da die warme Luft ungehindert austreten kann.

Der GESCHLOSSENE Kopfhörer ist exzellent für die Studioräume geeignet, da hier der Schall nur sehr mäßig nach außen tritt und somit kein großes Problem für Aufnahmen mit Mikrofonen darstellt. Man kann sie in Aufnahmesituationen relativ laut machen, was gerade Musiker im Rock-Bereich durchaus zu schätzen wissen. Der Bassbereich kommt meist druckvoll, bei billigen Kopfhörern dieser Bauart führt das dann gerne zu Matsch und Mulm.

ATH-m70x

Der geschlossene ATH-M70x

Für das Monitoring im Live- und DJ-Bereich ist dieser Typ die einzig vernünftige Wahl, denn ein geschlossener Hörer lässt nicht nur die Geräusche von innen nach außen wenig durchdringen, er isoliert auch in Gegenrichtung vernünftig. Nachteilig ist der Wärmestau um die Ohren herum (zumindest bei ohrumschließenden Typen) und manche mögen den „Voll-auf-die-Ohren“-Effekt nicht so gerne, denn geschlossene Kopfhörer klingen prinzipiell sehr direkt und wenig zurückhaltend.

Der HALBOFFENE Kopfhörer versucht, beide Bauweisen in ihren Vorteilen zu verbinden: Mehr Bass als beim offenen Typen, aber ein überzeugenderes Panoramagefüge gegenüber dem geschlossenen System. Durch die verhaltenere Isolation kann man sich auch bei aufgesetztem Hörer noch einigermaßen unterhalten, als Monitorhörer für die Musiker sind sie aber nur bedingt geeignet (zumindest bei offenen Mikrofonen), es dringt doch noch eine Menge Sound nach draußen.

Die Charts für die Kopfhörer bis zu einem Preis von 200,- Euro wird von einem „alten Bekannten“ angeführt, dem Beyerdynamic DT-770 Pro. Altbekannt schon alleine deshalb, da der DT-770 Pro schon lange erhältlich ist und auch heute noch in vielen Studios oder bei Live-Produktionen seine Qualitäten unter Beweis stellt. Mittlerweile sind vom DT-770 Pro drei unterschiedliche Modelle erhältlich, diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Impedanz. Preislich gibt es dagegen kaum Unterschiede, alle drei Varianten gehen für einen Preis um 120,- Euro über die (virtuelle) Ladentheke.

die besten studiokopfhörer

Die Studiokopfhörer Charts der mittleren Klasse zwischen 200,- und 500,- Euro wird vom Ultrasone Signature Studio angeführt. Zu der Signature-Serie gehören mittlerweile vier Modelle, wovon die Studioausführung das für uns beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Neben der Verarbeitung und dem mit zwei Kabeln und Soft-Case gut ausfallendem Lieferumfang überzeugt der Signature Studio mit einem satten Sound. Wie für Ultrasone üblich, kommt hier die S-Logic Plus Technologie zum Einsatz. Hierüber erfahrt ihr im Test des Signature Studio mehr.

die besten studiokopfhörer

Unsere Charts für alle Studiokopfhörer oberhalb von 500,- Euro wird seit einiger Zeit vom Beyerdynamic T1 angeführt. Dies ist ein absoluter Oberklasse-Kopfhörer, der mit besten Materialien überzeugt. Die Audioqualität ist beim T1 2nd Generation extrem gut, wodurch er sich – auch im Hinblick auf den aktuellen Preis von 759,- Euro – vor allem für Profis oder Hi-Fi-Enthusiasten anbietet.

die besten studiokopfhörer

In der folgenden Auflistung findet ihr nun alle getesteten und aktuell erhältlichen Kopfhörer. Unsere drei Charts verraten euch, welchen Kopfhörer die AMAZONA.de Studio-Redaktion ganz vorne sieht, diese findet ihr zunächst in der Reihenfolge Kopfhörer bis 200,- Euro, 200 – 500,- Euro und ab 501,- Euro. Danach folgen alle Kopfhörer unabhängig von ihrer Preisklasse, die die Tests mit zwei oder weniger Sternen abgelegt haben.

Forum
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    MidiDino  AHU

    Ich zumindest kann die Frage und These „Die beste Alternative zum Monitor? Richtige Kopfhörer!“ durchaus mit „Ja“ beantworten. Weil mein Projekt-Studio in meinem Büro liegt, das seinerseits Bestandteil meiner Wohnung ist, Lärmentwicklungen also von außen wie auch von innen drohen, ist eine Abhöre durch Kopfhörer zu bevorzugen.
    Mein Kopfhörer ist zwar linear ausgerichtet, jedoch schon etwas alt, ein AKG K 240 mit 55 Ohm; er taucht in den gelisteten Besprechungen gar nicht mehr auf …
    Dennoch ist er weiterhin nutzbar, auch zur Abhöre meiner und anderer Musik.

  2. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Die Lehrmeinung »Nie mixen unter Kopfhörern« lässt sich heute sehr oft nicht halten.
    Viele Sounds können nur mit Kopfhörern entstehen: Filmton, Spielesounds, FoH-Mix, Kunstkopf und oft auch 3D-Sound etc. .
    Ferner hat sich das Musikkonsumverhalten zum Kopfhörer hin sehr stark entwickelt. Siehe die Verbreitung im Stadtbild. Wegen dem Hörverhalten sollte der Mix auch besser für Kopfhörer gemixt sein.
    Es gibt viele Rock/Pop-Perlen, die über Kopfhörer seltsam schlecht klingen. Bei klassischer Musik gelingt das deutlich besser.
    Seltsam das es keine Tools gibt um den Mix unter Kopfhörern besser in den Griff zu bekommen. Außerdem ist ein Kopfhörer die erste Investition in eine günstige Abhöre, beommt man/frau heute für unter 200 Euro einen sehr guten Kopfhörer, der einem Monitorpaar von ca. 800 Euro entspricht.
    Das WhiteSeaStudio hat ein Video über die Schwierigkeiten des Kopfhörermixens mit eningemesssenden Kopfhörern bei YouTube eingestellt.

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      Stephan Merk  RED

      Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Wobei das Finden guter Lautsprecher fast unproblematischer ist, als den Abhörraum akustisch zu optimieren, was für die Beurteilung unerlässlich ist. Da sind Kopfhörer wesentlich unkomplizierter und die Klangbeurteilung gelingt mir im Ergebnis damit deutlich präziser. Man könnte böswillig behaupten, dass psychologisch gut gewählte Hitakkorde ohnehin erfolgversprechender sind, als ein gutes Mastering. Ich habe nicht nur das Gefühl, dass sich viele mit wenig zufrieden geben, so ein Smart Speaker wird ja auch nicht akustisch optimiert aufgestellt, sondern dass man in der breiten Masse auch kein Interesse mehr an Qualität hat. Musik dudelt hauptsächlich irgendwie als Hintergrundbeschallung oder alternativ als überlauter Klangbrei. Vielen reicht das, was die Hipster-Marken anbieten und Design geht oftmals vor Klangqualität. Dabei muss guter Sound nicht einmal teuer sein.

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        Franz Walsch  AHU

        Aus meinen frühen Jahren kenne ich noch Hörzimmer in Schallplattengeschäften, heute weiß kaum noch jemand was ein Stereodreieck ist.
        »Raumklang« ist wohl die einzige und oft auch aus der Raumnot geborene Alternative. Räume zu optimieren lohnt auch erst ab einer bestimmten Größe und Güte der Komponenten, ist aber für den Laien auch sehr schwierig.
        Durch die Konsumierung von MP3 etc. hat sich heute keine Qualität etablieren können. Wer mit mobilem Sound zufrieden ist, macht sich keine Gedanken über eine gute HiFi-Anlage oder Raumakustik.

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    Marcel Halbeisen  

    Ich bin schon lange auf der Suche nach einem Kopfhörer mit dem ich meine „Arbeitsweise“ nicht behindere. Das heisst er müsste kabellos sein da ich mich doch oft während des Krachmachens um meine Gerätschaften bewege. Ich habe schon die gängigen Sennheiser die mein Sohnemann zum zocken verwendet getestet, aber das Zeugs klingt einfach…. seltsam. Besonders nervend ist es, dass oft wenn es ganz leise ist, die Funkübertragung eingfach unterbrochen wird und dann erst wieder kommt, wenn ein gewisser Pegel erreicht wurde den man aber schon vorher hören würde. So was ist natürlich komplett unbrauchbar…
    Ich brauche keinen Hammer-Kopfhörer, denn es ist mir bewusst, dass es ohne Kabel nicht optimal ist. Aber einen guten Kopfhörer der immer empfängt wäre doch sehr hilfreich. Kennt da jemand von Euch etwas empfehlenswertes?

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        AMAZONA Archiv

        Kann mich dem anschließen. Auch mit den Sennheiser HD 25 ist ganz passables Mischen möglich (vor allem im Sommer unverzichtbar, wenn es heiß wird, ist es unter den ATM-50x zuweilen unerträglich, da ist die leichtere Bauweise der Sennheiser schon angenehmer).
        Trotz allem würde ich nie gänzlich auf die Monitore verzichten. Am Ende des Tages hört man dann doch manches auf den Monitoren differenzierter.

    • Profilbild
      Franz Walsch  AHU

      Ich wünsche viel Glück bei der Suche nach einem passenden Kopfhörer und damit meine ich nicht nur den Tragekomfort oder die Bedienung.
      Meine Erfahrungen haben dazu geführt komplett darauf zu verzichten. Ich hatte es häufig mit Störungen (Einstreuungen etc.) und Kompatibilitätsproblemen zu tun.
      Auch macht es keinen Spaß wenn der Akku oder die Batterie plötzlich leer ist.
      Die Probleme gibt es aber nicht nur mit Kopfhörern, sondern auch mit anderem Gerät z.Bsp. Tastatur.
      Mein Tipp wäre ein »BoseQuietComfort 35«

  4. Profilbild
    Sudad G  

    Wenn man in einem akustisch unbehandelten Raum arbeiten muss, ist das Abhören selbst über die besten Monitore ein absoluter Blindflug. Ein guter Studio-Kopfhörer in Verbindung mit einem Analyzer und etwas Erfahrung liefert da die wesentlich besseren Resultate. Ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Beim Komponieren bzw. Arrangieren höre ich dagegen lieber über Nahfeldmonitore ab.
    Als Kopfhörer verwende ich hauptsächlich den SHURE SRH-940 und den Ultrasone Signature Pro, sowie den AKG K702.

  5. Profilbild
    iltis30  

    Ich habe mein kleines Home-Studio im Arbeitszimmer bzw. Keller (Percussions). Mit dem DT770Pro kann man prima aufnehmen. Für das Arbeiten an Songs habe ich lieber meine Nahfeldmonitore. Einfach, weil dann kein Kabel am Kopf hängt und das Gefühl „freier“ ist.
    Wenn ich dann an Sounds feile, höre ich die über beide Wege an. Was erstaunlich unterschiedlich klingt. Wenn es dann auf Kopfhörer und Monitoren zufriedenstellend rüber kommt, wobei es nie gleich klingt, ist es soweit OK. Ich würde nicht auf eines von beidem verzichten wollen.
    Ich bin aber auch kein Mastering-Crack.

    Seit Weihnachten habe ich auch den DT990, der klingt auch wieder anders, aber grossartig offen und transparent. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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