Kostenloses Archiv mit 10.000 Konzertmitschnitten
Die Geschichte von Aadam Jacobs ist ein Fall, der sich über viele Jahrzehnte hinweg entwickelt, denn was er in den 1980er mit einem Kassettenrekorder begann, wird jetzt zu einem offenen Archiv mit über 10.000 Konzertmitschnitten, die er online kostenlos zur Verfügung stellen möchte. Aadam Jacobs war schon früher Stammgast auf Konzerten in und um Chicago und fing schon als Teenager an, Shows mitzuschneiden. Über die Jahre entstand so eine Sammlung, die heute Audioaufnahmen von Auftritten von Nirvana, R.E.M. oder Depeche Mode umfasst und das oft aus einer Zeit, in der diese Bands noch am Anfang ihrer Karriere standen.
Aadam Jacobs’ einzigartiges Live-Archiv
Der besondere Reiz dieser Sammlung liegt darin, dass viele Mitschnitte Bands in kleinen Clubs zeigen, statt in späteren großen Produktionen. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa eine frühe Nirvana-Aufnahme aus dem Jahr 1989, auf der man eine Band hört, die wohl noch in der Findungsphase ist. Einige Mitschnitte sind bereits über das Internet Archive veröffentlicht worden und können dort unter dem Stichwort „Aadam Jacobs“ gefunden und angehört werden.
Eine Besonderheit daran ist sicher, dass die Mitschnitte nicht nur Musik abbilden, sondern auch ein gewisses Gefühl für die Konzertkultur der damaligen Zeit transportieren. Gerade die hörbare Nähe zum Publikum, wie etwa bei einem Auftritt von Tracy Chapman aus dem Jahr 1988, wenig technische Nachbearbeitung und ein Sound, der direkt aus dem Moment heraus entsteht, machen diese Aufnahmen aus. Es lohnt sich also, sich durch das bisher veröffentlichte Archiv zu hören.
Spannende Einblicke für Synthesizer-Fans
Auch für Keyboarder und Synthesizer-Fans lohnt sich ein genaueres Hinhören, denn viele der Aufnahmen stammen aus einer Phase, in der analoge und frühe digitale Keyboards das Klangbild ganz besonders geprägt haben. Wer sich für Vintage-Sounds interessiert, findet hier eine Menge Inspiration und bekommt ein Gefühl dafür, wie diese Instrumente damals tatsächlich eingesetzt wurden. Empfehlenswert ist etwa ein Mitschnitt von Depeche Modes Konzert von 1985.
Rechtliche Einordnung von Aadam Jacobs Archiv
Ganz ohne offene Fragen kommt das Projekt allerdings nicht aus, denn ein Großteil der Aufnahmen entstand ohne offizielle Genehmigung. Rechtlich bewegt sich das Ganze also in einem sehr sensiblen Bereich. Allerdings trägt Aadam Jacobs durch das Veröffentlichen seiner großen Sammlung dazu bei, dass ein Stück Musikgeschichte erhalten bleibt, das sonst vermutlich verloren gegangen wäre. Alle bisher veröffentlichten Aufnahmen seines Archivs sind hier zu finden.



































Wow, habe eben mal in ein paar Songs aus einer Jesus Christ Superstar Aufführung reingehört. Echt erstaunlich für Kasettenaufnahmen!
Ich hoffe mal, dass hier tatsächlich keine Urheberrechtskeule gegen die Veröffentlichungen geschwungen wird. Ich finde ebenfalls, dass hier Musikgeschichte von Liveauftritten der Künstler konserviert wird, auf die man sonst nie zugreifen könnte.
Absolut Gold, Danke für den Artikel hervorzuheben ist auch der gute Musikgeschmack von Jacobs bei der Wahl seiner Konzertbesuche
Großartig.