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Abgefahren, Kompakt Kassetten, die Zukunft des Musikvertriebes?

Abgefahren, Kompakt Kassetten, die Zukunft des Musikvertriebes!

24. Juni 2024

Wir schreiben das Jahr 2024. Der Autor dieses Artikels nennt ein Nakamichi Dragon, ein Braun C2 und ein Fisher CR-7700 sein eigen. Und als letzten Zugang eine Fostex E-16 Bandmaschine. Das DAT Tape wurde dann allerdings übersprungen und gleich auf MD und Nachfahren gesetzt.

Insofern war kräftiges Augenreiben angesagt als in der YouTube Playliste Mary Spenders Post „Cassette Tapes. The Future Of Music?“ auftauchte.

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WFT?!

Ich versuche mal meine Verwunderung in einen Satz zu packen, ein Aufnahmeformat aus dem letzten Jahrtausend, soll die Welt retten? Echt jetzt? I’m serious too. Das nehme ich doch gerne mal auseinander in allerbester Schweini/Sedlaczek Manier. Einwurf bitte.

CR-7000

Die Infrastruktur

Obsolete und technische überholte Aufzeichnungsmedien kosten Geld, die Preise für Eisenoxid Bänder gehen ab ca. 5 € los. Allerdings haben diese Typ I Bänder auch den Nachteil, das ihr Abrieb und Dynamikverhalten eben grade so „durchgehen“. Regelmäßiges putzen der Köpfe ist Pflicht.

Nakamichi Dragon

Typ II Bänder kosten nun etwas mehr setzen aber wie Typ III und Typ IV Bänder voraus, dass unser Tapedeck hierauf aufnehmen kann, sprich ich die Bandsorte einstellen kann.

Generell ist aber doch so, das Typ II bis Typ IV Kassetten neu nur in kleinsten Dosen zu bekommen sind.

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Somit bleibt das technisch schlechtere Eisenoxid Band das Medium der Wahl.

Nehmen wir mal an unser Masterband ist ist fertig, die GEMA Anmeldung ist erfolgt, Budget ist eingeplant und jetzt wollen wir überspielen und vervielfältigen. Nun denn, es gibt drei Anbieter in Deutschland.

Braun C2

Okay und wie kann sich der Konsument das anhören? Neugeräte gibt es tatsächlich. Allerdings große Auswahl hat man nicht. Mutige Zeitgenossen suchen den Gebrauchtmarkt auf. Ich behaupte ab 500€ wird man fündig.

Die Argumente

Ein Argument ist der physische Besitz des Tonträgers und der Ausdruck der Verbundenheit mit dem Künstler. Okay, deshalb kaufe ich keine Kassette. Manchmal möchte man Musik mitnehmen und da ist die Kassette eher unpraktisch. Schon mal 40 Tapes geschleppt und dann das richtige gesucht und nach 39 Versuchen gefunden.

Fostex E-16

Andererseits. Höre ich meine Musik bei Spotify, Deezer und Co. gehört mir die Musik nicht, ich bezahle für ein Abo und kann Musik hören. Ebenso können Spotify und Co die Preise der Abos erhöhen. Und sie können Musik auch von den Plattformen nehmen. Okay, sich auf Spotify und eine Plattform zu verlassen ist nicht eben der cleverste Flex.

Zwischruf: Daniel Ek, berechtigter Einwand.

Daniel Ek, der CEO von Spotify, hatte behauptet, dass Musikproduktion heutzutage so gut wie kein Geld kosten würde und dafür einen Shitstorm kassiert.

Mary, ich bin immer noch nicht davon überzeugt, das die Kassette die Zukunft ist.

Die Kassette ist ein kostengünstiges Erinnerungsstück, mit dem du einen Künstler unterstützen kannst. Okay kling gut, nehmen wir mal an die Kosten für die Herstellung betragen 150 $, für 20 Stück und wir verkaufen dann 20 Einheiten für je 10$, ergibt einen Umsatzerlös von 50$. In Spotify Streams sind das etwa 88.000 für 300$.

Mary, ich bin immer noch nicht überzeugt. Wenn ich meine Musik auf 5 Plattformen release und auf allen 88.000 gespielt werde kommen ich schon auf 1500$ Umsatz. Implikation, ich bin mein Label, Vertrieb.

Eine Kassette verbindet dich physisch mit dem Künstler.

Pro und Contra

Es ist natürlich eine Milchmännchenrechnung, zu den Einstandskosten kommen die Studiozeiten, Kosten für Studio, Technik, Strom, Love, Sex, Drugs, Rock and Roll kosten auch was. 762 Meter Halbzoll mit NAB gibts ab 149€. Und ich kann die Kassette eben nicht Highspeed vervielfältigen. Wenn ich das möchte benötige ich einen Spezialisten der Kleinauflage von Kassetten produziert. Die Rechnung sieht dann wieder anders aus.

Natürlich haben physische Tonträger ihren Vorteil, allerdings ist die Rechnung in Kleinauflage eben eine andere.

Was ist eure Meinung dazu Hype oder Latest Shit?

Natürlich sind für mit Tapedecks und Tapeloops im Studioalltag unverzichtbar. Grade wenn es um LoFi Beats und Sounds geht. Allerdings möchte ich nicht das meine Musik auch LoFi beim Hörer ankommt. Und mal ehrlich, wer beherrscht heute noch das Band spulen mit Bleistift oder kann was mit Hinterbandkontrolle, Azimut und BIAS anfangen. Geschweige wer hat noch einen Walkman oder gar Discman? Awesome Mixtape hin oder her.

 

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Forum
  1. Profilbild
    MartinM.

    Na, toll. Da argumentiert eine nette Musikerin durchaus schlüssig gegen Streaming und ziemlich unschlüssig für Kassetten.

    Meine Argumente gegen Kassetten:
    – Das Spulen. Such mal einen Track auf einer Kassette. Das dusslige dreistellige Zählwerk, das es schon seit Ewigkeiten in jedem Player gibt, war noch nie von irgendeinem Nutzen.
    – Das Gehäuse. Ursache Nr. 1 für mechanische Probleme. Wenn das Band stockt und Salat produziert, ist das Gehäuse zu eng oder verzogen, eventuell wegen Hitze.
    – Das Label. Ein Aufkleber mit einem Loch für das Sichtfenster. Bietet Platz für zwei bis drei Zeilen Text. Gestaltungsfreiraum gleich Null. Schwer zu positionieren.
    – Die Hülle. Noch kleiner als das „Jewelcase“ einer CD mit entsprechend wenig Raum für grafische Gestaltung.
    – Die Player. Gehen schnell kaputt und sind kaum reparabel. Gummiteile, die für den Bandtransport sorgen, werden spröde und hart. Die Feinmechanik staubt ein, Öl verharzt,

    Mit selbstgebrannten CDs hätte man einen weit unkomplizierteren Tonträger. Auch CDs in Kleinauflage pressen zu lassen, war zumindest Anfang der 2000er sehr günstig. Herstellkosten so etwa 1,50 EUR pro Stück bei wenigen Hundert Auflage, inklusive gedrucktem Label (zweifarbig) und farbigem Cover.

    • Profilbild
      rio AHU

      @MartinM. Na na, das Zählwerk war schon vom Nutzen, sei es zum Überspielen und/oder um den Startpunkt bei Datasetten finden zu können. Und du vergisst in deiner ganzen Aufzählung den eigenen Sound von Tonbandgeräten – sei es auch nur ein Kassettendeck – im Gegensatz zum sterilen CD Sound. Andererseits sind die Aufnahmen von Tonbänder kaum auf längere Zeit haltbar.

      • Profilbild
        MartinM.

        @rio Ah, ich danke Dir! Gerade habe ich noch gedacht, es hat bestimmt Leute gegeben, die das Zählwerk genutzt haben. So wie einer meiner Schulkameraden, der beim Mitschneiden von Radiocharts zu jedem Song brav den Zählerstand aufschrieb und gar nicht glauben mochte, dass auf einem anderen Player (z.B. meinem) ganz andere Zahlen entstanden. Das Maß der Zählwerke war nicht die Bohne genormt. Es nützte nur dann etwas, wenn man nach jedem Gebrauch die Kassette auf den Anfang von Seite A zurückspulte und immer den gleichen Player benutzte. Sei mal ehrlich, in der Praxis hat man sich doch zwangsläufig an der Dauer des Spulens und vielleicht noch an dem winzigen Sichtfenster orientiert! Zehn bis fünfzehn Sekunden Spulen pro Song, würde ich sagen.
        Jepp, die Klangfärbung und der Frequenzbereich von Kassetten waren angenehmer als der neutrale Klang einer CD. Und seltsamerweise klingen von Tape auf CD übertragene Songs nicht mehr nach Kassette. Ich weiß nicht wieso.
        Oh, die Haltbarkeit überrascht mich heute noch! Meine Kassetten sind zum guten Teil 42 bis 49 Jahre alt. Das Bandmaterial ist immer noch gut.

    • Profilbild
      cosmolab

      @MartinM. Lieber MartinM, alles eine Frage des eingesetzten Gerätes! 😁

      1.
      – Das Spulen. Such mal einen Track auf einer Kassette.

      Kein Problem: Mein Onko TA-2870 (ca. 30 Jahre alt) kann sich stückweise vorwärts und rückwärts kraulen.

      – Das dusslige dreistellige Zählwerk, das es schon seit Ewigkeiten in jedem Player gibt, war noch nie von irgendeinem Nutzen.

      Kein Problem: Mein Onkyo TA-2870 zählt in Echtzeit – und zwar erstaunlich genau.

      – Das Gehäuse. Ursache Nr. 1 für mechanische Probleme. Wenn das Band stockt und Salat produziert, ist das Gehäuse zu eng oder verzogen, eventuell wegen Hitze.

      Im Autoradio mag das ein Problem gewesen sein – oder vielleicht mit den Kassetenplayern, die es in letzter Zeit noch zu kaufen gibt (die sind wohl fast alle von ausgesucht dürftiger Qualität). Aber ein 30 Jahre altes Mittelklasse-Tapedeck ist da unproblematisch – vorausgesetzt es hat ein Minimum an Wartung erfahren…

      – Die Player. Gehen schnell kaputt und sind kaum reparabel.

      Es gibt noch erstaunlich viele Ersatzteile – auch für 40 Jahre alte Geräte! Und gerade die Gummis oder Riemen sind das kleinste Problem (bestimmte Stellmotoren schon eher).

      – Mit selbstgebrannten CDs hätte man einen weit unkomplizierteren Tonträger.

      …aber das Aufnehmen hat „keinen Reiz“. Es macht einfach Spaß, das klanglich maximal Machbare aus einer Kassette rauszuholen (mit BIAS,Pegel, Dolby usw.) – und auch bei der Aufnahme „in Echtzeit“ zuzuhören. Herrlich „old-fashioned“!

      • Profilbild
        MartinM.

        @cosmolab Okay, man verzeihe mir ein wenig polemische Übertreibung. Genau genommen habe ich auch das Zählwerk in meinem kleinen 4-Spur Multitracker von 1985 viel genutzt, um eben an den Anfang eines Songs zu kommen. Das ging mit einer „Return to Zero“ Funktion im nachfolgenden Tascam 8-Spur Recorder dann auch automatisch. Mit einigem technischen und dadurch finanziellen Aufwand kann man die Nachteile der Kassette sicher kompensieren. Zu einem echten Kassettenrevival fehlen dann ja nur noch Consumergeräte und Consumer-Leerkassetten mit all diesen Verbesserungen .
        Weckt mich, wenn es soweit ist.

        • Profilbild
          cosmolab

          @MartinM. Na – ich schätze, da können wir Dich ewig schlafen lassen. ;-)

          Was die gute Frau in ihrem Video bei ihren ganzen Berechungen ja schon ein wenig unterschlagen hat: Die Player sind vielleicht gar nicht mal das Problem – aber die Beschaffung von Kassetten wird finanziell immer mehr zum Problem. Selbst die Preise für Type-I Bänder steigen ja schon in weit über damalige Neupreise. Chromdioxid ist schon zu teuer – Type IV absurd und unbezahlbar.
          Ich denke, das verhindert ein Revival zuverlässig.
          Nur wer (so wie ich) mal vergessen hatte, seine Bänder wegzuhauen und jetzt noch eine Menge davon hat, dem mag das mit den Kassetten noch Spaß machen – weil´s halt praktisch nix kostet. Für die anderen wird es ein (zu) teurer Spaß…

      • Profilbild
        TimeActor AHU

        @cosmolab Als früherer autorisierter Onkyo Integra Händler stimme ich dir voll zu :-). Das TA 2870 war trotz des damaligen Preises ich meine es waren 1000,- DM eines unserer meist verkauften Tapedecks. Lässt sich auch immer noch reparieren.

        • Profilbild
          cosmolab

          @TimeActor Ahh – interessant – da wirst Du mich wahrscheinlich verstehen:
          Ich hab mir – erst vor etwas mehr als einem Jahr – ein TA-2570 „akquiriert“. Das war so ein Jugendtraum, denn seinerzeit war es gerade das coolste Tapedeck von Onkyo „mit den meisten Knöppen“. Und ich konnte mir sowas natürlich nicht leisten, damals musste ein TA-2550 reichen (immerhin – war aber da auch schon im Abverkauf).

          Das Ding ist ja noch einige Jahre älter als das TA-2870. Aber was mich wirklich geplättet hat – das Teil klingt (trotz des Alters) tatsächlich noch ein bissl besser, auch die Aufnahmen damit (auf dasselbe Band!). Es ist wirklich erstaunlich, aber vermutlich hatte die Technik schon Anfang der 90er tatsächlich ihren Zenith erreicht. Von da an wurde wahrscheinlich der technische Fortschritt nur noch zur Optimierung der Produktion (also „Entfeinerung“) genutzt, oder?

          • Profilbild
            TobyB RED

            @cosmolab , die Onkyo Decks sind auch gut. Das TA-2870 wurde auch von Nakamichi gefertigt. Und im Gegensatz zum Nakamichi Dragon werden keine absurden Gebrauchtpreise aufgerufen. Und Knackpunkt ist das Band auf das ich aufzeichne. Ich hab gestern mit einer Neukassette ATR Typ II Cobalt Silber aufgenommen und hernach mit einer Thats Typ IV. Man sieht nicht nur den unterschiedlichen Frequenzgang. Man hört ihn auch.
            Anfang der 90er Stand Phillips mit der DCC in den Löchern, der Spuk war 1996 vorbei. Ich finde und fand die DCC unpraktisch, genauso wie DAT. Genauso wie die Verrenkungen die man damals mit SVHS Bändern gemacht hatte, um digital aufzuzeichnen. Ich hab damals ein Paktikum machen müssen und bin im Lösch und Archivierraum gelandet. Und durfte S-VHS Bänder für Alesis Adat 8 Track löschen und formatieren. Oder archivieren oder aussondern. Damit man ja nicht durcheinander kommt, waren nur 2 Alesis Geräte im Raum. ;)

            • Profilbild
              cosmolab

              @TobyB …ha – großartig! =:-)

              Aber dass Nakamichi die Geräte für Onkyo gebaut hat – das war mir wirklich neu – interessante Sache! Dann hatte ich ja früher mal den richtigen Riecher – freilich ohne es zu wissen… ;-)

              Das erklärt wohl auch einige Ähnlichkeiten im Aufbau und bei den verwendeten Teilen bestimmter Modelle (z.B. die Stellmotoren).

              • Profilbild
                TobyB RED

                @cosmolab Die Onkyo Spitzenmodelle wurden bei Nakamichi gefertigt und viele der Ideen und Entwicklungen flossen von Nakamichi zu Onkyo. Accubias und Schaltbare Hinterbandkontrolle, MPX Filter. 3 Kopf, Capstan. Und das TA-2870 hat das Dragon überlebt und wurde länger hergestellt. Ich hab dafür 350-450€ bezahlt. Mehr würde ich heute auch nicht zahlen. Zumal der Service für die Kisten auch nicht günstig ist. Oder der Reparaturservice einem das Abschwatzen möchte ;-)

  2. Profilbild
    Flowwater AHU

    Ich bin auch jemand, der die »alten« Musikformate in Ehren hält: Das Wiedererstarken der guten alten »Platte« (Vinyl) finde ich toll. Ich habe mir von mehreren Künstlern Platten gekauft, und das obwohl ich (immer noch) keinen Plattenspieler besitze. Aber so eine Platte hat einfach was: Man hat da was in der Hand, evtl. gibt es einen Einleger und es kommen Erinnerungen an die Jugend auf. Man »zelebriert« das Musikhören, weil man erst einmal die Platte reinigen muss, den Tonarm aufsetzen und sich dann an die Hörposition zurück ziehen muss. Die Musik rückt wieder in den Vordergrund. Ich finde das großartig; eine dringend nötige Entschleunigung. Da stört die geringere Soundqualität auch nicht.

    Ähnliche Argumente gelten für die CD: Auch hier hat man etwas in der Hand, etcpp. … alles nur ein wenig kleiner. Und klanglich schon so gut, dass man eigentlich nix Besseres benötigt. Deswegen wird meine eigene Musik – solange ich die Kohle habe – auch als CD angeboten.

    Bei der Kassette gelte Ähnliches … nur finde ich die Klangqualität gegenüber CD – ganz grob ähnlicher Formfaktor – einfach ungenügend. Ich habe großen Respekt vor Labels wie »Seil Records« (Bandcamp), die nahezu ausschließlich auf dem Medium Kassette veröffentlichen. Aber genau das hat mich – merkwürdigerweise – auch vom Kauf abgehalten. Ich hätte die Musik von denen teilweise echt gerne physisch … nur eben nicht auf Kassette.

    • Profilbild
      Aljen AHU

      @Flowwater Du hattest offensichtlich noch nie mit einer auf sehr gutem Deck bespielten hochwertigen Metall-Cassette das Vergnügen. Oder gar mit einer Thats!, die fast schon surrealen Headroom bot. Dolby C HX Pro versteht sich von selbst. Bei improvisierten Blindtests hielten die meisten Leute die Bandaufnahmen für die CD, so überzeugend war die Qualität.

      Bandsalat gab es bei Leuten, die ihre Tapedecks nie reinigten (Tonwelle, Andrucksrollen, Tonköpfe). Über akustische Qualität beklagten sich Leute, die mit eingeschaltetem Dolby B aufnahmen und mit ausgeschaltetem abspielten. ;) oder solche, die eh nur fertig bespielte Klapperware kauften.

      • Profilbild
        TobyB RED

        @Aljen , wo du Recht hast. Entsprechende Bänder im C2 oder Nakamichi Dragon und die Sonne geht auf. Und da ist schon das erste Problem. Bekomm mal Typ II,III oder gar IV Kassetten. Dann Ersatzteile wie Riemen. Das fängt zwar teilweise bei 15€ für C2 an, hat aber keinen Taug. Original Nakamichi Dragon geht dann ab 150€ los. Hinzukommt, regelmässiges reinigen der Kôpfe. Neue Leerkassetten gibts entweder nur als Typ I oder Typ II Cobalt Silber von ATR, mit dem Typ II kommt das Nakamichi gut klar. Das Braun C2 nicht so. Thats Typ IV gibts noch gebraucht als NOS in OVP zu kaufen. Ich hatte beim Kauf des Nakamichi Dragon zwei im Karton. Wenn ich Tape Glue brauche nehm ich immer noch Tape oder jetzt auch Halbzoll Reel2Reel. Selbst wenn ich so einen Lofi Beat tracke hat der Wumms und sitzt sauber im Mix. Allerdings und das sollte man nie vergessen Echtzeit in Analog heisst eben es dauert wie es dauert.

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        Flowwater AHU

        @Aljen Das hatte ich tatsächlich nicht. Wir hatten uns als jugendliche Kassetten-Decks von Technics vom Munde abgespart – keine Ahnung, was das genau war – und das war schon aus der Erinnerung ganz gut. Gekauft haben wir uns auch mindestens »Chrome«-Kassetten (Typ 2) und auch mal ausprobiert »Metal« (Typ 4). Als dann aber die CD kam war das schon noch mal ein anderes Hörerlebnis. Aber Du hast absolut Recht: So ein Nakamichi-Tapedeck kenne ich nur von Hörensagen.

        Die Frage ist allerdings, wie viele heute neu verkaufte vorbespielte Kompakt-Kassetten sind denn dieser bessere Bandtyp? Ich tippe mal auf: Keine. Und dann hat natürlich die CD die Nase ziemlich weit vorne.

        • Profilbild
          TobyB RED

          @Flowwater , neu und vorbespielt sind die Typ I Bänder. Mit Typ II Cobalt Silber geht die Rechnung von Mary Spender nicht mehr auf. Typ III und Typ IV bekommst du praktisch nicht mehr neu. Typ I ging wenn es Original BASF Material war. Auch die Weiterentwicklungen. Offtopic, ich von der BASF sogar noch Minidisc’s und HiMD mit 1 oder 5 GB. Das Nakamichi Dragon war ein günstiger Zufallsfund. Heute wollen Leute dafür so ab 4k€ haben. Während ein Braun C2 mit Dolby HX Pro ab 200 losgeht.

          • Profilbild
            cosmolab

            @TobyB Mal ne neugierige Frage: Was sind denn diese „Typ II Cobalt Silber“ Bänder?
            Ist das „neu kaufbares“ Material? Ich hätte gedacht, dass sowas inzwischen gar nicht mehr hergestellt wird…

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              TobyB RED

              @cosmolab , doch gibt es. Die alten Anlagen der BASF laufen und laufen noch. Nur eben nicht mehr bei der BASF/EMTEC. Guck mal bei Thomann ATR Magnetics Cobalt Silver Type II Cassette, Es gibt auch noch RTM. Die ATR CoAgII sind gut, mit dem Nakamichi Dragon passt das, das Braun C2 mag die nun wieder nicht. Es gibt auch Halbzoll und Reel2Reel Material neu. Allerdings sollte man sich das gut überlegen, da gehen die Preise ab 150€ los.

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      MadMac

      @Flowwater Ich habe auch noch meine alten LPˋs, obwohl ich das meiste später auf CD nachgekauft habe. Allein die Haptik, so ein Cover aufzuschlagen, Texte und Credits ohne Lupe lesen zu können, ist ein Erlebnis. Mal schauen, ob ich meinen alten Pioneer Plattenspieler widerbeleben kann.

      Ich habe letztens in einem alten Karton Dutzende von MCˋs wiederentdeckt. Und einen Walkman mit dem Namen Beatboy. Wußte gar nicht, das ich mal einen hatte. Also Batterien rein und das erste Demotape reingeschoben. Hat alles noch funktioniert. Ich habe bis spät in die Nacht in die Tapes reingehört. Die Bänder sind trotz der langen Zeit noch absolut top. Das war ein unglaubliches Erlebnis.

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      cosmolab

      @Flowwater > Bei der Kassette gelte Ähnliches … nur finde ich die Klangqualität gegenüber CD
      > – ganz grob ähnlicher Formfaktor – einfach ungenügend.

      Wie TobyB und Aljen schon geschrieben haben: Es ist eigentlich erstaunlich, wie gut eine Kassette dann doch klingen kann! Aber da muss dann das Tapedeck oder der Player auch schon ordentlich sein. Für ungeschulte Ohren wäre die Qualität wahrscheinlich durchaus ausreichend, um es als „CD“ durchgehen zu lassen (im direkten Vergleich dann wahrscheinlich nicht mehr).

      Ich kann mich sogar an ein-zwei CD-Kopien aus den späten Achtzigern erinnern, die mir auf Kassette besser gefielen. Die Aufnahme klang von Kassette einfach „runder“ und nicht so hart und knallig wie auf der CD. Warum – das wusste ich damals natürlich noch nicht: Ich hatte einfach die Aussteuerung ein bissl übertrieben und kam dadurch in den Genuss von Bandkompressionseffekten… ;-)

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @cosmolab Ich hab’s oben kurz an @Aljen geschrieben, aber das gilt eben auch hier: Natürlich kann die Klangqualität gut sein. Vorbespielte Kompakt-Kassetten werden dieser aber, vermutlich, nicht haben.

        Und dann kommt natürlich noch Abrieb hinzu, evtl. magnetische Felder irgendwo (da es so gut wie keine Röhren-Monitore mehr gibt, unwahrscheinlicher), Bandsalat, der gleich die komplette Aufnahme vernichtet, klebrige Soft-Drinks auf den Kassetten, usw.

        Was die »rundere« Aufnahme auf Kassette anbelangt: Ja, auch das glaube ich Dir unbenommen. Die Frage sei allerdings erlaubt, ob man nicht das selbe Ergebnis – nur besser – auch erreicht, wenn man zwischen CD-Player und Verstärker einen halbwegs guten EQ schaltet. Gerne auch mit Röhre oder von Neve und PiPaPo. Kein Witz: Ein sehr guter Freund von mir – seines Zeichens Klassik-Liebhaber und HiEnd-Fan – hat sich einen SPL »Vitalizer« genau aus dem Grund gekauft.

        Was die Nostalgie angeht: Da komme ich auch nicht gegen an, da ich das selber irgendwie cool finde. Deswegen liebe ich auch nach wie vor Platten/Vinyl. 🙂

    • Profilbild
      TimeActor AHU

      @Flowwater “ … nur finde ich die Klangqualität gegenüber CD – ganz grob ähnlicher Formfaktor – einfach ungenügend…“

      Da kann ich nicht zustimmen. Bei Verwendung von Metallcassetten SONY, Thats (Taiyo Yuden) wo Metallpartikel zum Einsatz kamen und kein Oxyd) und entsprechender Maschine mit Bandeinmessung und guter Aussteuerung (ein bissl in den Sättigungsbereich) wie z.B. Sharp Optonica RT 9100 (ca. 2000,- DM) oder Pioneer CT-F 1250 (ca. 1500,- DM) war die Klangqualität sehr hoch – vom Nakamichi Dragon (ca. 4000,- DM) gar nicht zu sprechen…

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @TimeActor Lass´ ich alles angehen. Nur welche Summen rufst Du denn da gerade auf, um eine gute Klangqualität zu erreichen? Lass´ ich auch angehen, wenn jemand HiEnd-Nerd mit viel Nostalgie im Hintergrund ist. Echt, kein Problem (ich bin da auch nicht ganz gefeit vor). Nur kommt man mit einer CD eben einfacher zu einem guten Klang. Und mir ging es mit Bezug zu diesem Artikel auch um die käuflich erhältlichen CCs, die sicherlich nicht diesen Qualitätsstandard haben.

  3. Profilbild
    [P]-HEAD AHU

    Auch dieser Artikel wird es nicht schaffen einen Hype um die Kassette zu entfachen. Coolness ja, Nische ja, aber das meiste spricht einfach dagegen. Vor allem die Klangqualität. Wer aus dieser Ära kommt, so wie ich, und seine ersten Demos auf Kassette überspielen musste, der hat schnell gemerkt, das es so richtiger Mist war. Ein Segen, als DAT auf den Markt kam.
    Also, die Kompakt-Kassette ist nicht das Gleiche wie VInyl oder CD.
    Am besten mit 96kHz die Produktion fahren und teures Equipment nutzen und dann auf Kassette überspielen. Bravo!

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @[P]-HEAD
      > Am besten mit 96kHz die Produktion fahren […] und dann auf Kassette überspielen. […]

      LOL Ja! 😂

    • Profilbild
      TobyB RED

      @[P]-HEAD , nix gegen schöne rasselnde LoFi Sounds. Nur wird das auf Dauer arg teuer. Wer freiwillig Tonköpfe putzen möchte und entmagnetisieren hebe bitte die Hand. Und da spreche ich noch nicht mal vom Faktor Zeit. Offline Bouncen ist nicht. 45 Minuten dauern halt 45 Minuten. ;-) Und ein Tape vom Nakamichi Dragon klingt halt anders als ne CD oder Digitalformat.

    • Profilbild
      MadMac

      @[P]-HEAD Komme auch aus dieser Ära. Wie haben auf DAT gemastert und von dort die Copies für die Plattenfirmen etc. wieder auf MCˋs gezogen. Die A&Rˋs hatten in ihren Büros auch nur Tapedecks. DAT war eine große Erleichterung.

      • Profilbild
        cosmolab

        @MadMac DAT ist ja auch Klasse – theoretisch.
        Aber praktisch braucht es leider eine sehr komplexe Mechanik. Und diese altert leider offenbar sehr viel schlechter als die eines guten Kassettendecks: Ich hatte schon 3 DAT-Recorder. Jeder der drei machte irgendwann mal Probleme (dropouts, Clicks, Bandsalat, Bandfraß usw.). Einen konnte ich nur noch wegwerfen (ein SV-DA-10 mit einer eigentlich sehr angesehenen Laufwerksmechanik – dieselbe wie in der Panasonic SV-Serie.) Bei dem einen, den ich noch habe, spiele ich die Bänder nur mit großer Vorsicht ab, weil auch der schon DATs „gemordet“ hat (wenn auch selten). Und ich fürchte, dass sowas heute Keiner mehr reparieren kann.
        Meine Kassettendecks sind dagegen weit davon entfernt, solche Probleme zu machen.

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          MadMac

          @cosmolab Ich habe das Ende von meinem DAT mehr nicht erlebt, habe mich vom Recorder schon vorher getrennt. Ich habe später immer wieder gerne auf das alte Tascam 244 Portastudio zurückgegriffen. Das Tape lief mit doppelter Geschwindigkeit. War keine schlechte Alternative.

    • Profilbild
      Nvelope

      @[P]-HEAD Richtig – genau meine Meinung !

      Aber die Geräte-Industrie arbeitet sicher schon an der Entwicklung einer neuer Generation von High-End-Cassettenabspielern – klar: mit dem “as close as possible“-Original-Sound der alten!!!

      Und auch um den CD-Nutzern noch ein analoges Feeling zu verabreichen, wird’s wohl auch bald Edel-CD-Player mit zuschaltbarem Vinyl-Knistern sowie Rauschgenerator samt nachgeschalteten 31-Band-Equalizer geben – mit 99 Varianten dieser ‚Knistereffekte‘, um auch wirklich jeden Vinylisten zufriedenzustellen.
      Klar: das kostet zusätzlich ’ne Stange Geld – aber was tut/bezahlt man nicht alles, um “den besten Vinyl-Sound ever“ zu geniesen …

  4. Profilbild
    ollo AHU

    Was denke ich funktioniert, wenn die Kassette durchnumeriert und dadurch einzigartig für die Sammlung ist und dazu ein Link, wo der Song auch als Wave runtergeladen werden kann.

    Dann ist der Sammler zufrieden aber auch derjenige, der vernüftigen Sound will.

    Ansonsten ist die CD immer noch mein Lieblingsmedium, klingt gut, Platz für Cover und Inlays, nimmt aber nicht zu viel Platz weg. Leider gibt es die Musik die mich interessiert, kaum auf CD.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Was mich verwundert ist, dass nicht erwähnt wird, dass das Material der Bänder toxische Bestandteile enthält / enthalten kann (Cobalt zum Beispiel, sollte man weder berühren noch einatmen).

    Mal ganz zu Schweigen davon, dass die Cassette ein weiteres Stück Wegwerfplastik ist, was nicht ewig hält und von allen Tonträgerformaten wohl das anfälligste ist und daher auch am schnellsten im Müll landet (eigentlich Sondermüllkriterien erfüllt).

    Ein solches Produkt derart unkritisch (vom ökologischen Faktor her gesehen) zu hypen, finde ich ein bisschen fahrlässig. Ich denke man sollte unbedingt darauf hinweisen, dass Cassetten nicht nur schön sondern eben auch „giftig“ sind (bzw. giftige Substanzen enthalten).

      • Profilbild
        svebur

        @Aljen Ich kann zwar nicht für den oberen Leser sprechen, aber ja – ich hab doch so einige Kassetten in den Müll geschmissen, die irgendwann einfach auf waren. Oder weil jemand auf ’ner Party ein Getränk drauf verschüttet hatte. In der Kombination gab es dann auch mal gerne Bandsalat, wenn man das nicht rechtzeitig bemerkt hatte.

        Und dann gab’s auch Leute, an die man keine Tapes verlieh und von denen man keine Tapes in seinem Deck haben wollte, weil die dafür berüchtigt waren, bei Gastgebern mit „Ey! Mach mal mein Tape rein.“ für Unterbrechungen in der Unterhaltung zu sorgen.

        Und weggeworfene Tapes hab ich damals oft gefunden. In Clubs, auf Raststätten, in der Fußgängerzone und ab und zu als Baumschmuck im Wald. Aber das liegt nicht am Medium – manche Leute schmeißen halt egal was irgendwo hin.

    • Profilbild
      MadMac

      Zum Thema Anfälligkeit; Ich habe mittlerweile diverse CDˋs, die nach dem Einlegen in den Player Probleme beim Einlesen der Daten haben. Der Player spuckt die Dinger nach einiger Zeit einfach wieder aus. Meine alten Tapes aus den Achtzigern haben das Problem nicht. Man hört immer etwas. Ein Merkmal der digitalen Welt ist, entweder es funktioniert oder eben nicht. Null oder Eins. Dazwischen gibt es nichts. 😉

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    Tai AHU 3

    Ich werde, sollte ich je Musik veröffentlichen, diese auf Draht veröffentlichen. Schneiden mit der Zange möglich und der unglaubliche, eigene Sound werden die Käufer überzeugen.

    Ich habe es im Job noch erlebt, dass Dutzende von Kasetterecordern eine Wand bildeten, ähnlich wie ein Marshall-Stack, montiert auf einem Rollwagen. Die wurden eingesetzt, um nach Vorträgen den Zuhörern noch schnell eine Kopie des eben gehörten zu verkaufen.

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    Filterpad AHU

    Danke für diesen köstlichen Artikel. MC braucht meiner Meinung nach wirklich keiner mehr. CD dagegen finde ich mit das sinnvollste Medium. Schade das sich die Minidisc nicht behaupten konnte, denn diese würde noch mehr Platz geben. Stattdessen, wir wissen es alle, kam mp3.

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    richard AHU

    Gut ein nettes Gimmick sind MC´s sicher. Inzwischen kann man sie ja auch bei großen Künstlern wieder kaufen. Ich denke allerdings das es wie beim Vinyl ist; als Merch kaufen schon ein paar Leute MC´s, aber hören werden nur wenige die Dinger. In den USA werden inzwischen mehr Vinyl als CD verkauft und das obwohl weniger als die Hälfte der Käufer einen Plattenspieler besitzt

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      Aljen AHU

      @gs06 Dazu fällt mir jetzt spontan nur eine Wendung ein: Selbst schuld.

      ;)

      Ernsthaft, Bandsalat wollte mir nie gelingen. Vielleicht, weil ich immer Isoprop als Geheimzutat greifbar hatte. Und stets gute Markenbänder kaufte.

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    Marco Korda AHU

    Anders als die meisten meiner Vorkommentatoren oute ich mich als Fanboy der MC. Meine Abspielgeräte funktionieren auch nach > 40 Jahren einwandfrei (Yamaha, Technics) und die bespielten Kassetten sind immer noch in gutem Zustand. Ich muss auch nicht nachwickeln, was in meiner Erinnerung eine frustrierende Bleistifttätigkeit gewesen ist, die ich heute romantisiere.

    Der Sound ist natürlich LoFi, aber mit eigenem Charme und Wärme. Es gibt auch Unfälle, die klingen harsch und böse, alles hat seinen nostalgischen Wert, wie LP ja auch. Es gibt sogar einen (neuen) Markt dafür, mit dem man garantiert nicht reich wird. Aber Spaß macht es haptisch deutlich mehr. Ich krieg mein Spotify einfach nicht zu fassen… 😎

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    DSL-man RED 12

    Vor ca. 10 Jahren fanden meine Kinder (damals ca.4 -5 Jahre alt) in meinen alten Kinderzimmer eine Kassettentasche voller alter 90Jahre Rave und Techno Musik.
    Meine Kids hatten kein Plan, was diese Plastikteile sind.
    Da nirgends mehr ein tapelaufwerk verbaut war, wurde auf Kleinanzeigen ein gutes altes Pioneer Tapedeck gekauft 30€.
    Der Hype um die Tapes war sehr schnell verflogen als meine Kids auf ihre 24bit verwöhnten Ohren dann verrauschte 160bpm Rave Musik ertragen mussten.
    Interessanter war aber eher, was wohl auf den alten VHS Kassetten von mir sein könnte. (Sie werden es nie erfahren 😂, bloß gut das ich kein Scartanschluss mehr am TV habe)

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      TobyB RED

      @DSL-man , ich hab da so eine kleine Box, Scart auf HDMI 😁 Ich glaub aber hättest du so eine Kiste nötig, würdest du sie selber löten. 😇

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    bluebell AHU

    Alles lebt wieder auf, auch Vinyl, Cassetten und sogar Spulen-Bandgeräte und bespielte Medien dafür. Und sicher gibt es dafür Liebhaber. Aber Liebhaber machen keinen Massenmarkt.

    Da es nur wenig Geld kostet, würde ich 1:1 Kopien vom digitalen Master-WAV anbieten wenn ich jung wäre und mir das Musikmachen noch so wichtig wäre wie damals. Als Bonusartikel für Liebhaber. Was muss man denn schon vorhalten? 5 Cassetten und ein Tape-Deck.

    Als Standbein zum Broterwerb würde ich es allerdings nicht ansehen. Nicht mal darauf hoffen.

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    zirkuskind

    Ich bin hier wohl (zusammen mit bisher nur einem Mitkommentierenden) der einzige, der nur Vinyl und Kassetten kauft?
    Ja klar ist es kein Massenmarkt oder Mainstream(tauglich), aber das hat mich eh noch nie interessiert. Früher nicht, und heute auch nicht. Früher wars Radio, MTV, Fernsehen, heute Spotify und Co. Nein danke.

    Es gibt super Labels, Vinyl natürlich schon immer, und seit ein paar Jahren kommen vermehrt welche hinzu, die MCs veröffentlichen.

    Ich habe mal mit meinem Kollektiv Venetian Snares gebucht, als wir den vom Flughafen abholten und er ins Auto stieg, staunte der nicht schlecht und freute sich aber wie Bolle, dass man da Tapes einlegen musste. Zu recht.

    Und wer noch nie ne heiße Affaire mit nem eigen für diese zusammengestelltem Tape beglückte, hat echt was verpasst. Setzt natürlich voraus, dass der oder diejenige so cool ist und ein Tapedeck hat.

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      svebur

      @zirkuskind Schallplatten kaufe ich gelegentlich teilweise neu oder gebraucht. Genauso wie CDs oder digital von Bandcamp. Kommt immer drauf an – Genre, Laune, welche Formate es überhaupt gibt, ob ich Bock auf Import habe etc.

      Kassetten muß ich gestehen, habe ich höchsten auf Konzerten mal von kleineren Bands gekauft, wenn die noch keine Platte hatten. Ansonsten waren Kassetten für mich eher was für Mixtapes. Und ja – die mach ich immer noch gerne und ein Tapedeck fürs Auto hab ich auch noch : )

      Ganz kurz zum Artikel von TobyB:

      Grundsätzlich finde ich die Idee für kleinere Bands ganz gut, Tapes selbst zu machen und z.B. mit nem Download zu verbinden. Dann haben auch Leute ohne Tapedeck was davon.

      Deine oben genannten Tapedecks klingen sicherlich toll – würde die gerne mal in Aktion erleben. IMHO konnte man damals auch im nicht so teuren Preissegment Decks finden, die gut klangen und lange hielten.

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        TobyB RED

        @svebur , aus meiner Sicht spricht der Faktor Zeit und Kosten gegen Tape und Reel 2 Reel. Meine drei Tapedecks hab ich aus nostalgischen Gründen. Und wer schon mal ein Braun C2 oder Nakamichi Dragon warten durfte, Riemenwechsel, Azimut, einmessen, weiss das es eben Zeit kostet. Neue Tapedecks gibt es nur in Form des Tascam 202 MKVII, ich kenne jedenfalls kein anderes. Und leere Tapes gibts von ATR und RTM. in Typ I und Typ II. Für Typ III und Typ IV kenne ich keinen Anbieter. Bei Reel2Reel sieht ähnlich aus, eine gebrauchte Fostex E-16 o.ä. bekommt man. Aber Bandmaterial in guter/sehr guter „Studioqualität“ kostet. Hinzukommt die Integration in den Aufnahme Prozess und der Faktor Zeit.

        Für Kleinauflagen fertiger Kompaktkassetten kenne ich Tapemuzik aus Leipzig, Ich hab mit denen mal einen Termin gemacht und werd mir die Produktion ansehen. Ev, kommt dann noch mal was hier bei amazona.de.

        Man muss das betriebswirtschaftlich immer im Zusammenhang und Kontext bewerten. Wenn ich Zeit und Budget für Tape habe und einen Markt sehe, kann kann man das testen. Wenn das funktioniert, ist das Tape aber immer nur Teil einer Kette. Und Teil einer Strategie.

        • Profilbild
          svebur

          @TobyB > Für Kleinauflagen fertiger Kompaktkassetten kenne ich Tapemuzik aus Leipzig, Ich hab mit denen mal einen Termin gemacht und werd mir die Produktion ansehen. Ev, kommt dann noch mal was hier bei amazona.de.

          Das wäre klasse. Ich finde solche Artikel auch wie diesen immer interessant.

  13. Profilbild
    blackfrancis

    Offtopic. Ist die Amazona-Redaktion so dünnhäutig? War ich unhöflich? Unsachlich? Mein Kommentar wurde hier ohne einen Hinweis gelöscht.

    Kenne ich anders, macht keine Lust auf weitere Äußerungen. Schade.

  14. Profilbild
    Baeno

    Kassette sind doch super. Klar, die Audio-Qualität stimmt nur, wenn man gut gepflegte, anständige Recorder benutzt.
    Aber die Kassette wahr, im Gegensatz zu Vinyl und CD, von Anfang an als Medium gedacht, dass man selbst bespielen konnte. Deswegen haben so viele 80s und 90s Kids schöne Erinnerungen an Tapes. Mixtapes zum Geburtstag oder für die Liebste. Musik direkt aus dem Radio aufnehmen; bei mir die hr3-Clubnight. Musik quasi ohne Konsequenzen, bis auf den Qualitätsverlust, kopieren. Das war bis zu MP3s einzigartig.
    Und ja ich weiss, CDs kann man auch selbst brennen, aber mit viel mehr Aufwand als einfach „record“ zu drücken.
    Und ich hoffe, dass alle mit CD-Sammlung wissen, dass auch ihr Vergnügen nicht unendlich ist. CDs verlieren ihre Daten, wann weiß niemand genau, aber es wird passieren.

  15. Profilbild
    franzfarian

    die diskussionen um die beste klangqualität ist doch müßig und seit jahrzehnten entschieden, und darum geht es doch auch gar nicht. es geht um emotionen, kulturtechniken und erinnerungen. und wenn die zielgruppe die „generation kassette“ ist, und diese sich gerne neue kassetten kauft, ist ein perfekter markt adressiert. nur bitte versuche mir niemand zu erklären, dass analog das neue digital ist.

  16. Profilbild
    dabazz

    Tages, das hieß bei mir früher zuerst magische Radiomomente festhalten (und diese Magie spürte man bei jedem Abspielen) und später Punk, Reggae, Arabische Musik oder Experimentelles. Es war immer irgendwie „aufmüpfige Musik“ die auf Tape ankam oder landete.

    Die Diskussion hier dreht sich um „Praktisch oder nicht“, HiFi, etc und was man bei Spotify doch alles verdienen könnte. Für Leute, die mit Standardmusik Geld verdienen wollen, ist es auch besser, sie versuchen irgendwo ein paar Krümel vom Verteilungstisch zu erwischen. Das mit den Tapes machen meist Leute mit einer ganz anderen Attitüde. Da geht es eher um Statements, Minikunstwerke in die entsprechend Liebe gesteckt wird und sowas…

  17. Profilbild
    rauschwerk

    Die Kassette rockt, ähnlich wie eine Vinyl-Platte. Seit ca. zwei Jahren biete ich auch Kassetten an und die Leute freuen sich sehr darauf.

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