Dieses Instrument startete als Lego-Idee
Manche Geräte sehen im Rückblick aus, als wären sie von Anfang an genau so gedacht gewesen. Beim Ableton Push war der Weg allerdings ein ganz anderer, denn einer der ersten Prototypen entstand nicht in einem fertigen Gehäuse, sondern auf einer Lego-Platte. Gebaut wurde dieser frühe Entwurf von Jesse Terry, der später bei Ableton eine wichtige Rolle in der Hardware-Entwicklung übernahm. Er kombinierte Teile vorhandener Controller, Taster, Regler, Elektronik und Materialien wie Holz und Kunststoff. Praktisch dabei war vor allem, dass es die Lego-Steine möglich machten, Bedienelemente immer wieder neu anzuordnen.
Vom Bastelprototyp zum Instrument Ableton Push
Ableton Push sollte von Anfang an mehr als ein üblicher MIDI-Controller sein. Die Idee war nämlich, Ableton Live nicht nur über die Maus, die Tastatur und den Bildschirm zu steuern, sondern auch mit den Händen zu spielen. Beats, Clips, Melodien, Akkorde und Sequenzen sollten direkt über eine eigene Oberfläche entstehen können und gerade dafür war der Lego-Prototyp hilfreich: Buttons konnten verschoben, Abstände verändert und Bedienwege ausprobiert werden, ohne jedes Mal ein neues Gehäuse bauen zu müssen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Hardware-Design für Ableton Live mit Lego-Steinen
Klar ist, dass bei einem Gerät geprüft werden muss, ob die Idee im Alltag bestehen kann, bevor es im Laden steht. Bei Ableton Push ging es deshalb nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch um Aspekte wie Tempo, Haptik und das Gefühl beim Spielen. Das später bekannte 8×8-Padfeld wurde schließlich zu einem der wichtigsten Merkmale, denn es eignete sich nicht nur für Drums, sondern auch für Tonleitern, Akkorde und Melodien.
Wie aus der Idee ein eigenständiges System wurde
Aus dem frühen Lego-Modell entstand zunächst der Push 1, der gemeinsam mit Akai Professional entwickelt wurde. Später folgte dann der Push 2 mit einem größerem Display und einer engerer Einbindung in Ableton Live. Mit Push 3 ging Ableton sogar noch einen Schritt weiter, denn diese Generation gibt es auch als eigenständige Version, die nicht dauerhaft an einen Computer angeschlossen sein muss.
Dass dieser Weg einmal mit Lego-Steinen begann, macht die Geschichte des Controllers besonders spannend. Aus einem improvisierten Versuchsaufbau wurde später ein Instrument, das heute aus der Arbeitsweise vieler Produzenten sicher nicht mehr wegzudenken ist.











Alleine schon wegen des vorgegebenen Formats ist es naheliegend, mit LEGO zu arbeiten.
Danke für den Bericht!
Noch besser wäre es natürlich, wenn die darunter liegende Logik und Software dann auch entsprechend intuitiv zu bedienen ist. Da gibt es für Ableton noch Raum für Verbesserungen.
Der Prototyp macht einem eigentlich nochmal die Entwicklung der Grid-Controller klar: Die kleine 2-Personen-Firma Monome hat 2006 mit den Monome Grid Controllern angefangen. 2009 kamen dann Novation Launchpad und Akai APC 40 auf den Markt und haben diesen Controller-Typ einer breiten Masse zugänglich gemacht. Und das Launchpad diente dann als Prototyp für den ersten Push, der 2013 veröffentlicht wurde und von diesen Controllern am meisten Funktionen hat. Für mich ist dieser Controller-Typ seit 2010 ein treuer Begleiter beim Musikmachen. 🧡
Mega interessant zu sehen und zu lesen, vielen Dank für den spannenden Artikel!