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KeyLab-25-offen-2

 

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Das Gerät ist Class-compliant, das Analog Lab erhält man per Download bei Arturia, inzwischen per dem Native Instruments Service-Center ähnelnder Software. Soft- und Firmwareupdates verlaufen problemlos. Bei Inbetriebnahme werden zunächst in Lauflichtmanier sämtliche Leuchtelemente durchgeschaltet, recht helle blaue LEDs, die durch die halbtransparenten Tasterkappen hindurch leuchten. Und der Vollständigkeit halber: Der Record-Taster leuchtet selbstverständlich rot. Das Gerät wird im Host sofort erkannt, beim Namen genannt und ist sofort einsatzbereit. Das zweizeilige Display zeigt Informationen mit weissen Symbolen auf sattblau leuchtendem Hintergrund. Letzteres wohl aus Designgründen, denn die Lesbarkeit verschlechtert sich wegen des geringeren Kontrasts verglichen mit einem unbeleuchteten Hintergrund, ist aber deutlich genug und auch aus 45°-Winkel noch lesbar. Sobald etwas bedient wird zeigt die obere Zeile den Parameter, die untere den eingestellten Wert. Eine Beschreibung des Layouts spare ich mir, das ist auf Fotos ohnehin anschaulicher. Links oben sitzt der Krempel zur Geräteprogrammierung: Display, 2 Clickencoder, 13 Taster plus Transporttastern, rechts davon 11 Endlosencoder und 9 60-mm-Fader zur Softwaresteuerung. Das Keylab bietet 16 Presets wobei die Encoder und Fader bei jedem Preset zweimal belegt werden können. Die „Bänke“ werden dann per Taster angewählt. Eine Besonderheit bieten die Taster, die eine Transponierung der Tastatur um bis zu 2 Oktaven in beide Richtungen erlauben. Transponiert man um eine Oktave herauf oder herunter, beginnt der entsprechende Taster hektisch zu blinken, bei zwei Oktaven hysterisch. Da die LEDs she hell sind nervt das – und zwar richtig und auch noch nach 2 Jahren. Arturias Lösung bei den -brutes mit 5 separaten LEDs ist da deutlich besser. Tipp: Lack auf die Tasterkappenoberfläche, bei der Helligkeit ist das am Kappenrand austretende Licht ausreichend und es blinkt nicht ständig impertinent direkt in die Pupille.

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Mitgeliefert wird Analog Lab, folgend AL, dessen Beschreibung ich etwas verkürze, da diese schon häufig von qualifizierteren Personen getestet und beschrieben wurde. Deren positiven Urteilen zu Klang und softwareseitigen Eingriffsmöglichkeiten schliesse ich mich gerne an. Das GUI ist angenehm übersichtlich und logisch, der Browser mit vielfältigen Filterparametern hilft bei der Suche im Presetwust enorm, Eigenkreationen können als Preset abgespeichert werden – eine Luxuspresetschleuder sozusagen. Die Auswahl der editierbaren Parameter ändert sich von einem „Synth“ zum anderen, teils auch bei Presets desselben Synths, einen annähernd vollständigen Zugriff auf beispielsweise die Oszillatoren bekommt man jedoch nur mit den bei Arturia erhältlichen Vollversionen. Auch Eingriffe in Tonfolgen bei Arpeggien und Sequenzen sind nicht möglich. Ist eine AL-Instanz geladen wird diese sofort erkannt und gesteuert, optisch leicht nachvollziehbar sowohl auf dem Bildschirm als auch im KeyLab-Display und mit geringer Latenz – auch wenn ein anderes Plugin angewählt wurde. Wer also 3 Instanzen AL geladen hat und Dune zur Steuerung anwählt bedient bei jedem Bedienschritt diese 3 AL-Instanzen mit. Wer das nicht will (und wer könnte das schon wollen!), sollte entsprechend Midikanäle undoder -ports zuordnen und auch ruhig von der Möglichkeit der 16 Gerätepresets beim KeyLab Gebrauch machen. Was täglich nervt sind die teils erheblichen Lautstärkeunterschiede zwischen den Presets. Solange man bei der Emulation eines Geräts bleibt sind die Unterschiede gering, wer allerdings bei Wurlypresets unterwegs ist und dann ein Prophet V-Preset anwählt ohne die Lautstärke auf etwa ein Viertel zu reduzieren bekommt ordentlich eins auf die Ohren! Und ihr dürft mir glauben, man fällt immer wieder drauf rein… Für mich steht im Arturia-Pflichtenheft eine Normalisierung der Presetlautstärken ganz oben. Da das Entladen der Algorithmen eines „Synths“ und das Laden der Algorithmen eines anderen eine Verzögerung von einer bis drei Sekunden verursacht ist man schon hierdurch gewarnt. Insofern sollte AL live, falls überhaupt, mit wacher Übersicht genutzt werden, livefreestylesurfing durch AL-Presets kann desaströse Folgen haben. Am Keylab können übrigens 10 AL-Presets mit den 10 Programmierungstastern direkt angewählt werden.

Tja, die „Holzseitenteile“. Sie bestehen aus MDF mit Baumarktholzdekorpvcbügelfolie. Deren Austausch steht ein technisch unsinnig komplex geformtes Plastikteil entgegen, welches eine adäquat komplexe Ausfräsung im Holz der Seitenteile voraussetzt und zu deren Befestigung an den Gehäuseschienen unverzichtbar ist. Völliger Schwachsinn! Ein enormer Aufwand mit nur einem Zweck: Den Austausch des Seitenteilebilligschrotts gegen eine gefälligere Variante zu verhindern. Eloquent formuliert: Zum kotzen! Der Blick ins Gerät zeigt Reinigungsmittelrückstände auf der über die gesamte Gerätebreite reichenden, die Bedienelemente tragenden Hauptplatine (Selbst auf meinem Selbstgeknipsten erkennbar). Da ist wohl die Pressluft bei der Trocknung ausgegangen… Zudem, und das finde ich wesentlicher, sind hier etliche Lötpunkte in so fragwürdigem Zustand, dass dieser für mich bei einem Musiksignale erzeugenden oder verarbeitenden Gerät ein Rücksendegrund wäre. Die kleine I/O-Platine hingegen ist in jeder Hinsicht tadellos. Nun, sämtliche Bedienelemente funktionieren und letztlich ist das Ding nur eine Fernbedienung – mit diesbezüglich schalem Beigeschmack. Und die zwei Dutzend fragwürdigen Lötstellen waren schnell nachgelötet.

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Fazit
Auf der Funktionsebene bin ich zufrieden, kosmetische Kritikpunkte lasse ich aussen vor. Vom durch seine Massivität bedingten ersten Hui-Eindruck bleibt nach zwei Jahren nicht mehr so viel. Immerhin, alle Bedienelemente funktionieren unverändert, die Konstruktion der neuen Tastatur verspricht eine längere Lebensdauer als die des Vorgängers, für Virtuosen mit expressivem Schmackes möchte ich sie jedoch lieber nicht empfehlen. Das Analog Lab verstehe ich als gern genutzten Mehrwert. Wenn ich zum Urteil "befriedigend" komme liegt das daran, das ich für den Preis kein in allen Belangen für meine Ansprüche besseres Vergleichskeyboard finden konnte und kann. Meine Wahlmöglichkeiten sind hier allerdings begrenzt, da ich Plastikkram nicht mag und die meisten Masterkeyboards nun mal in solchem daherkommen.
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