Krise bei Bamboo Artists sorgt für Unruhe in der Musikbranche
In der deutschen Musikszene sorgt aktuell ein Unternehmen für große Diskussionen: Das Berliner Artist Management und Label Bamboo Artists steht nach mehreren Medienberichten stark in der Kritik, denn innerhalb kürzester Zeit haben einige Mitarbeiter und auch mehrere bekannte Künstler die Zusammenarbeit beendet. Im Raum stehen Vorwürfe zu einem stark belastenden Arbeitsumfeld und strukturellen Problemen innerhalb des Unternehmens. Bamboo Artists wurde 2021 gegründet und entwickelte sich recht schnell zu einer festen Größe im deutschen Pop- und Rap-Bereich. Mit Acts wie beispielsweise Ski Aggu, 01099 und Zartmann gelang es dem Unternehmen, vor allem die junge Szene anzusprechen, weswegen die aktuellen Entwicklungen umso mehr für Schlagzeilen sorgen.
Bamboo Artists: Berichte über das interne Arbeitsklima
Laut mehreren Berichten herrscht beim Label ein Arbeitsalltag, der stark von Druck und hohen Erwartungen geprägt gewesen sein soll. Ehemalige Mitarbeiter berichten beispielsweise von sehr langen Arbeitstagen, erwarteter permanenter Erreichbarkeit und wenig Raum für Erholung. Auch der Führungsstil von Gründer und Geschäftsführer Leander Kirschner wird dabei immer wieder kritisch gesehen und von Beteiligten als sehr fordernd und emotional beschrieben. Mit dem schnellen Wachstum des Unternehmens wurden interne Spannungen immer sichtbarer, erste Abgänge betrafen dann offenbar erfahrene Teammitglieder, deren Aufgaben anschließend auf noch weniger Schultern verteilt wurden, was die Belastung für das verbleibende Team weiter erhöht hat. Parallel dazu trennten sich auch mehrere prominente Künstler vom Artist Management und Label.
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Rücktritt des Geschäftsführers bei Bamboo Artists
Ende November zog Leander Kirschner schließlich Konsequenzen und erklärte seinen Rücktritt als Geschäftsführer von Bamboo Artists, was öffentlich mit persönlichen Gründen begründet wurde. In Branchenkreisen wird der Schritt aber klar im Zusammenhang mit den veröffentlichten Vorwürfen und dem weiter wachsenden öffentlichen Druck gesehen. Das Unternehmen kündigte anschließend eine umfassende Neuausrichtung an und sprach hier vor allem von strukturellen und kulturellen Veränderungen, wobei konkrete Informationen zu neuen Führungsmodellen oder personellen Nachfolgen bisher ausstehen.
Bedeutung für die Musikbranche
Die aktuelle Situation von Bamboo Artists hat über das einzelne Unternehmen hinaus eine größere Debatte angestoßen, denn Fragen nach fairen Arbeitsbedingungen, verantwortungsvoller Führung und mentaler Gesundheit der Mitarbeiter rücken stärker in den Mittelpunkt der Musikindustrie. Vor allem junge Firmen mit schnellem Wachstum stehen immer wieder vor der Herausforderung, wirtschaftlichen Erfolg mit nachhaltigen Strukturen zu verbinden. Unabhängig vom weiteren Verlauf zeigt die jetzige Situation, wie wichtig transparente Kommunikation und belastbare Arbeitsmodelle sind.

































Interessant das so eine Betriebsstruktur einen Presseartikel wert ist (nicht auf Amazona bezogen), was heutzutage zur völligen Normalität gehört! Oder überrascht das wirklich jemanden? Schade ist es dennoch, das selbst die Musikbranche nicht davor verschont bleibt.
@Filterpad Bin zwar „nur“ in der Medizin aber da ist das normal, wenn ich Sonntag nach 72 Stunden nach Hause gehe und mich mit schlecht gelaunten und überarbeiteten Patienten und Kollegen rumgeschlagen habe? Mimimimi. Bin da bei dir, daß sowas es in die Presse schafft. Extrawurst anyone?
@Kazimoto Ja! So sind die Zeiten. Schade nur das dies die wenigsten wahrhaben wollen bzw. zugegeben.
@Filterpad Hab mal geschaut, ist ja die Berliner-Blase, da wundert mich nichts mehr. Die werden dort mittlerweile in der 5 Generation vom Rest der Republik alimentiert, das kommt davon, wenn man außer heißer Luft nichts produziert. So, habe gleich Feierabend, danke für die Unterhaltung. Überlege ob ich zur Entspannung noch ein paar E-Scooter in den Rhein schmeißen gehe.
@Kazimoto diesen beitrag finde ich widerlich.
@Schneum …bzw. verstehe die kommentare nicht.
daher grundsätzlich: ich bin strikt gegen die gängige, extreme ausbeutung von (lohn)-abhängigen und der heroisierung dieser praxis. egal ob im kreativgewerbe oder der medizin oder sonstwo.
dass sich die musiker offenbar aus diesem grund von dem label verabschieden, finde ich bemerkens-und nachrichtenwert und hätte ich denen speziell garnicht zugetraut…
in der branche in der ich tätig bin, gehen den künstlern, auch den explizit sozial engagierten, generell die weiteren umstände der produktion ihrer werke gerade am allerwertesen vorbei.
@Kazimoto Mich wundert, dass die fleischgewordene Staatsquote in „Failed City“ die Firmen Neumann und Adam Audio noch nicht mit irgendwelchem woken Scheiß wie Code of Conduct oder Fake-Bewerbungen mit anschließender Klage wegen angeblicher Diskriminierung kaputtgekriegt oder vertrieben hat.
@bluebell Ich glaube der Woke-ismus ist schon wieder aus der Mode, momentan schmeissen die doch alle Möbel aus dem Fenster um endlich „frugal“ Leben zu können. Nach gut durchschlafender Nacht würde ich aber sagen, Bamboo Artists? Wer oder was sind die? Da fand ich die Nachrichten gestern Abend auf der Heimfahrt lustiger. Da wurde über einen Müllwerker in Bratislava berichtet, „der das 4 Jahr in Folge mit einem geschmückten Müllwagen durch die Stadt fährt“. Ernsthaft. das ist eine Meldung Wert? Was habe ich gelacht. Mitten in einer Welt voll Krieg, Angst und anderen Shitnews sowas. Wie geil! 😄
@Kazimoto haha😀
Go woke, Go Broke.
hoffentlich, hat genervt…
muss wieder nach Bratislava!
@Kazimoto Und du findest, das alles sollte man einfach hinnehmen, weil es anderen Leuten AUCH so geht?
Wenn man miese Arbeitsbedingungen kritisiert, ist das Mimimi?
Das faßt im Grunde zusammen, was hier schiefläuft: Wir richten uns gegeneinander, wärend die Oberschicht sich an uns bereichert…dabei wäre nun Solidarität wichtig!
@mort76 Ich bin da bei dir, hinnehmen muss keiner was, erst Recht nicht gegeneinander arbeiten. Wir sind aber eine sehr asoziale Gesellschaft oder interessiert irgendeinen die Arbeitsbedingungen bei Amazon? Reden ja um sich besser zu fühlen, am Ende kauft aber jeder dort ein oder schlimmer, bei Temu oder Shein. Lieferkette, Umwelt, Ausbeutung, alles egal. Brecht sagte, vor der Moral kommt immer das Fressen, dieser Spruch begleitet mich neuerdings immer mehr. Und glaub mir, meine „Moral“ hat mich schon Jobs gekostet, soweit daß ein Chef mich zwischen Weihnachten und Neujahr auf die Straße gesetzt hat, nur weil ich die Arbeitsbedingungen zu Recht bemängelt habe. Mit 54 mache ich solche Stunts nun seltener.
Es scheint, als würde es unabdingbar, sich der neuzeitlichen kapitalsüchtigen Sklaverei hingeben müssen… Aber gibt es nicht noch mehr, als sich von einem machtgierenden Millieu abhängig machen zu wollen?
Blöde ist, wenn Menschen in Angestelltenverhältnissen ihre Stimmen unterwefend betonen, weil ein paar Meinungsmachende behaupten: „Die Bürger müssen endlich mal wieder leistungsbereiter werden!“ Solche Aussagen wirken auf mich irgendwie durchtrieben…
Wo gute Leistung zerstört wird, sieht man Aktuell gut am Beispiel des Gleisverkehrs. Oder leider auch im Bereich Kultur und musische Kunst.