Cool: Die BBC stellt 33.066 Sounds kostenlos zur Verfügung
Die BBC hat ihren Kunden und Kundinnen einen Teil ihrer Sound-Bibliothek zur Verfügung gestellt.
Derzeit stehen 33.066 Tonaufnahmen zur Verfügung, die in 23 Kategorien eingeteilt wurden. Bei den meisten Klängen handelt es sich um Geräusche, die in unserem Alltag vorkommen. Einige Kategorien lauten übersetzt Applaus, Flugzeuge, Militär, Atmosphäre, Glocken, Uhren, Tiere, Elektrogeräte, Schritte, Sport usw. Wie man sieht, handelt es sich hauptsächlich um die alltägliche Geräuschkulisse, die uns umgibt. Man kann sich gut vorstellen, dass diese sogenannten Foley-Sounds im Rahmen von Dokumentationen, Serien, Spielfilmen, Hörspielen usw. hergestellt und benötigt wurden.
Es ist sehr interessant, dass die Sounds teilweise sehr gut dokumentiert wurden. Beispielsweise ist da zu lesen: Cathedrals – St. Paul’s Cathedral bells, pealing ends – 1972 (2B1, reprocessed). Mit diesen Informationen ist es im Vorfeld schon möglich einzuschätzen, ob der Sound zu den klanglichen Bedürfnissen passt. An der Jahreszahl 1972 kann man ablesen, dass auch historische Klänge im Tonarchiv der BBC zu finden sind. Deshalb kommen auch Geräusche vor, die schon fast aus unserem Alltag verschwunden sind, wie z.B. das Geräusch einer Wählscheibe eines Telefons, die man in der Kategorie Electronics findet. Es handelt sich um die Kategorie, an der die Zeit wohl am schnellsten nagt. Kirchenglocken und Restaurant-Atmosphären verändern sich über die Jahre und Jahrhunderte nur wenig oder überhaupt nicht. Eine Studie hat in diesem Zusammenhang übrigens herausgefunden, dass Stadtvögel aufgrund des Verkehrslärms lauter singen als Vögel auf dem Land.

Screenshot Pro Sound Effects Website: Zur kommerziellen Nutzung müssen die BBC-Sounds gekauft werden.
Die Klänge können als Wave-Datei oder MP3 heruntergeladen werden und das, ohne etwas zu bezahlen. Die BBC wünscht sich, dass sie als Quelle angegeben wird. Selbstverständlich gilt das nur, wenn man keine finanziellen Interessen mit den BBC-Tonaufnahmen verfolgt. Allgemein gesprochen meint die BBC damit, wenn die Files in einem monetarisierten Kontext auftauchen, verkauft werden oder Zugang gegen Bezahlung angeboten wird, oder wenn sie durch Werbung finanziert oder kommerziell gesponsert wurden. In diesem Fall müsst ihr die Audio-Files auf der Prosoundeffects-Website erwerben. Pro Datei werden 5 Dollar verlangt. Die genauen Nutzungsbedingungen findet ihr in den FAQ. Wenn die Sounds also im Rahmen eines Schulprojektes eingesetzt werden oder ihr Tracks online zum Hören bereitstellt und nicht durch Werbung finanzieren lasst, sollte es keine Probleme geben.
Interessanterweise hat uns auch schon Yello-Mastermind Boris Blank in unserem 2024-Interview verraten, dass er gerne auf die Sounds der BBC zurückgreift, und selbstverständlich muss er für diese Klänge im Rahmen einer Veröffentlichung bezahlen, was auch im Interview thematisiert wurde.
Macht ihr alle eure Sounds selbst? Greift ihr auf die BBC zurück oder auf andere Quellen? Schreibt es uns wie immer in die Kommentare.



































Danke für den sehr guten Beitrag, ich werde mich nun auf Suche begeben.
Habe schon grosse Library vom Fairlight CME via iPad und der Version für VST…
Ich brauch’s weniger, aber eine tolle Sache! Ich habe Anfangs oft Songs mit Pistolenschüssen etc. gefertigt. Aber das kam weniger gut an. Der Trend ist auch irgendwie vorbei! Ebenso die „Klassiker“ Walgesänge, Regenschauer oder Astronauten-Funksprüche im Chillout/Ambient kann keiner mehr hören. Es sei denn, dezent und wirklich thematisch passend im Song verbaut. Aber als Füllstoff zieht das nicht mehr meiner Ansicht nach. Trotzdem: Immer noch besser wie KI Gesang. 😁
@Filterpad „[…] hört sich an wie ein Field-Recording während einer Norovirus-Infektion.“
You made my day! 😆😛😎
@Filterpad
> […] Ebenso die „Klassiker“ […] Regenschauer […]
Öhm … äh … öh … 🤔😳
Danke für den Tipp!
Black-necked Crane klingt fast wie ne Virtuelle Trompete :)
Cool finde ich auch die scuba underwater atmospheres. Könnte mir gut vorstellen, da mal
was zu lizenzieren.
tolles Angebot zum Durchhören und Inspiration finden. Für mich als Sounddesigner leider wenig nützlich, wenn man am Ende 5$ pro Datei zahlen muss. Stattdessen nutze ich ein Abo von Soundly, dann muss ich am Ende auch nicht prüfen, welche Sounds am Ende im Projekt gelandet sind. Und falls man doch etwas spezielles braucht, was man nicht mal eben selbst aufnehmen kann, kann man immer kleine Libraries dazukaufen.
Nur stellt sich mir stets die Frage, wer überprüfen soll, ob ich für verwendete Klänge bezahlt habe. Sobald man layert und filtert, wird das nicht ein Ding der Unmöglichkeit?
@Tom Techno Wer das überprüfen soll? Na, der Musiker bzw. Autor des Contents höchstselbst. Dementsprechend dann fair vorzugehen bietet sich schon an, oder?
@Aljen Absolut, ja. Seitdem ich mit Sounddesign Geld verdiene, habe ich für alles bezahlt, was ich nutze. Und ich lege jeder und jedem nahe, das gleiche zu tun.
Die Frage ist eher technischer Natur, wie sich einzelne Sounds oder Atmos prüfen lassen. Ein Song ist auch automatisiert erkennbar, aber ein Schuss, Vogelzwitschern oder Motorengeräusch, gefiltert und im Pitch geändert, eingebettet in einen Mix? Unwahrscheinlich. Und ich glaube auch nicht, dass BBC Ressourcen einsetzen wird, um seine freigegebenen Sounds in neuen Song Releases zu suchen und nach dem Kaufbeleg fragt.
@Tom Techno KI kann bzw. wird das in den meisten Fällen locker können …
Danke für den Beitrag! Zu deiner Frage: Ich versuche generell so viel wie möglich selbst aufzunehmen. Es gibt aber auch immer genügend Geräuschquellen die man einfach nicht in seiner Umgebung findet und wenn es etwas sehr spezifisches ist bin ich auch gerne bereit dafür zu bezahlen. Das durchhören der Library macht schon mal Spaß :)
Wer Royality Free Samples in guter Qualität sucht: Sonniss Game Audio ;)
Danke für die Info, ansonsten kann ich noch freesound.org empfehlen, kennt sicher der ein oder andere schon.
Die Meldung liest sich, als wäre das jetzt ein neues Angebot. Aber diese Sounds der BBC stehen ja schon seit mehreren Jahren zur Verfügung.
Hat die BBC das jetzt aktuell nochmal kommuniziert?
Hat sich da jetzt was am Angebot geändert?
(oder wurde Amazona erst jetzt darauf aufmerksam, was ja auch ok ist?)
@I-0000-BassSolo Macht nix. Klänge sind beinahe unbegrenzt haltbar. 😘
Das scheint mir vor allen auch für Videomenschen interessant zum nachvertonen. Allein schon, dass die Aufnahmen vom BBC sind, sollte für eine fantaastische Aufnahmequalität stehen. Und selbst wenn man die Rohklänge jetzt nicht im Ersten Augenblick für musikalische Zwecke nutzen kann, wird man doch bestimmt einiges mit den Untermenüs der gängigen Sampler daraus zaubern können.
Bei „Für lau“ wird mir hier bitte nicht gemeckert.😄