Neuer Gigant auf dem Musikmarkt
Bertelsmann baut sein Musikgeschäft deutlich aus, indem die Konzerntochter BMG mit dem US-Unternehmen Concord zusammengeführt werden soll. Damit entsteht ein neuer großer Player im internationalen Musikmarkt, der direkt hinter Universal, Sony und Warner anzusiedeln wäre. Das neue Unternehmen soll weiterhin unter dem Namen BMG auftreten und in Zukunft das weltweit größte unabhängige Musikunternehmen sein. Bertelsmann wird voraussichtlich 67 Prozent halten, die bisherigen Concord-Eigner 33 Prozent. Der Abschluss des Deals wird für Ende 2026 erwartet, sofern die Behörden dem zustimmen.
Internationale Stars im Katalog von BMG und Concord
Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Musikunternehmen mit riesigem Gewicht im Rechtegeschäft, denn zusammen kontrollieren BMG und Concord dann Rechte an mehr als vier Millionen Songs und Aufnahmen. In den Katalogen finden sich große Namen wie beispielsweise Tina Turner, Paul Simon, Kylie Minogue, Bruno Mars, Miles Davis, R.E.M., Creedence Clearwater Revival und Phil Collins. Concord gehören außerdem wertvolle Musical- und Theaterrechte, wie die von The Sound of Music und Hamilton. Der Hauptsitz des neuen Unternehmens soll in Nashville liegen, der europäische Sitz bleibt in Berlin.
Bertelsmanns Position am Markt
Der riesige Deal zeigt, welchen Stellenwert Musikrechte inzwischen haben, denn Streaming, Social Media, Film, Werbung und neue KI-Anwendungen sorgen dafür, dass große Kataloge immer stärker in den Fokus rücken. Wer also viele Rechte bündelt, kann gegenüber Plattformen, Studios und Technologieunternehmen deutlich besser auftreten. Für Künstler, Songwriter und Produzenten könnte die neue BMG vor allem mehr internationale Reichweite und größere Investitionsmöglichkeiten bieten.
Bedeutung des BMG-Concord-Deals für die Musikbranche
Die geplante Fusion gehört definitiv zu den größten Bewegungen innerhalb der Branche. Es entsteht mit BMG nicht nur einen Rechteverwalter, sondern vor allem ein riesiger und globaler Gegenspieler zu den drei Majors Universal, Sony und Warner auf. Für die Branche ist das ein deutliches Signal: Musikrechte bleiben eines der begehrtesten Güter im Entertainment-Geschäft.

































Ich habe bei diesen ganzen Musik Deals und Zusammenschlüssen ein ziemlich ungutes Gefühl weil sich dadurch immer mehr Macht und Kontrolle in wenigen großen Konzernen sammelt die dann riesige Musikkataloge besitzen und darüber bestimmen was überhaupt noch gehört wird und wie Musik klingen soll das wirkt auf mich immer weniger wie freie Kunst und immer mehr wie ein durchoptimiertes Geschäft bei dem nur noch Klicks Algorithmen und Vermarktbarkeit zählen und wenn dann auch noch KI ins Spiel kommt die auf diesen gigantischen Datenmengen trainiert wird entsteht für mich das Gefühl dass echte handgemachte Musik immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird und am Ende vielleicht nur noch ein sehr enger künstlich erzeugter auch KI Mainstream übrig bleibt, billiger billiger billiger
@NONAME Bro told the truth! 👍👍👍
@NONAME Man muss sich davon frei machen, dass Major Companies etwas mit Musik oder Kunst zu tun hätten. Es sind Firmen wie alle anderen Unternehmen auch, deren einziger Sinn und Zweck es ist, Gewinn zu erwirtschaften. Der Aufbau von Künstlern, wie es früher einmal war, wurde längst aus dem Aufgabenbereich entfernt, heute geht es mehr oder minder ausschließlich um die Verwaltung und Vermarktung des Back-Katalogs.
Es bleibt dem Konsumenten frei, ähnlich wie bei Bio-Produkten auf Leistungsmerkmale wie „100% KI-frei“ zu achten und seinen Konsum / Einkauf auf solche Künstler zu beschränken. Da es dem Großteil der Musikhörer jedoch völlig egal ist, wie Musik erzeugt wurde oder woher sie kommt, wird nur ein ganz kleiner Prozentsatz an „echten“ Künstlern übrig bleiben, die sich dann um die Brotkrumen prügeln können, welche vom Mainstream übrig gelassen werden.
@Axel Ritt Gute Musik allein macht noch keine erfolgreiche Band aus. Das Musikgeschäft ist auch ein Unterhaltungsbusiness, bei dem Menschen ihrem tristen Alltag entfliehen wollen. Fans suchen nicht nur Songs, sondern echte Persönlichkeiten, Geschichten, Konzerte und Emotionen. Genau deshalb bauen Menschen eine Verbindung zu echten Künstlern auf und nicht zu einer Maschine. Eine Band lebt von Auftritten, gemeinsamen Erlebnissen und echter Bühnenpräsenz. KI Musik kann zwar technisch gut klingen, aber sie hat keine Persönlichkeit, keine Geschichte und keine echte Verbindung zu den Fans. Menschen wollen ihre Vorbilder aus Fleisch und Blut sehen und gemeinsam Konzerte erleben. Deshalb werden echte Bands langfristig immer die besseren Karten haben. Dazu kommt, dass vom Streaming allein heute kaum noch eine Band leben kann. Streaming ist oft nur noch ein kleines Zusatzgeschäft, während Konzerte, Merchandise und echte Fanbindung immer wichtiger werden. Welch ein Glück.
Ich habe den Eindruck, dass Majors nur noch ihren Katalog abernten, anstatt in neue gute Musik zu investieren.
Wer heute als Musiker/Band online erfolgreich wird, braucht im Grunde nur ein fünftel des Umsatzes, wie mit einem Major Deal und hat das gleiche Einkommen, mit Potential nach oben. Und wie es in der Branche heißt, wer heute noch einen Major Deal angeboten bekommt hat es bereits geschafft. Die Frage lautet, ob man dann noch bereit ist 80% seiner Einnahmen an ein Major abzutreten, ich würde das auf keinen fall machen.
Ein Stück weit hat es jeder Einzelne selbst in der Hand, wen und wie er Musiker/Bands unterstützt. Es müssen ja nicht immer die Großen sein die gehört werden. Die meisten Releases bleiben unentdeckt, weil das Marketing entweder nicht vorhanden oder zu gering ist, um (große) Aufmerksamkeit zu erreichen.
Es gibt ausserhalb der Mainstream Wege auch heute noch immens viel gutes an Musik zu entdecken, vorausgesetzt man begibt sich auf die Suche. Ein gutes Beispiel ist und bleibt Bandcamp.
@Mixit
> Ich habe den Eindruck, dass Majors nur noch ihren Katalog abernten, anstatt in neue gute Musik zu investieren. […]
Das ist auch genau so.
> […] braucht im Grunde nur ein fünftel des Umsatzes […]
Man kann eine einfache Rechnung aufmachen, wie viel man benötigt, um leben zu können. Einfach mal Miete, Krankenkasse, Einkauf für Lebensmittel etc. zusammen rechnen. Das mal 12 und man hat den Jahresbedarf. Dann noch Geld für Equipment oben drauf packen (geht ja auch mal was kaputt und man will auch mal was Neues haben). Und natürlich die liebe gute deutsche Steuer. Dann landet man ganz schnell bei EUR 40.000 pro Jahr (mit allem drum und dran). Dann bist Du aber beim absoluten Minimum mit nur sehr geringen Toleranzen für irgendwas (man wird auch mal krank). In einer Band käme dann vermutlich noch die Miete für einen Probenraum oben drauf. Das Ganze dann mal 3 bis 5 … also EUR 120.000 bis EUR 200.000. Das will erst einmal erwirtschaftet werden. Das ist nicht nur nicht einfach, sondern eher eine Mammut-Aufgabe.
Das Problem sind – wie in der gesamten Wirtschaft – die extrem hohen Abgaben, die wir hier in Deutschland so haben.
@Mixit Früher lagen bei einer Plattenfirma das Scouting (A&R), die Produktion (in eigenen Studios oder Vertragsstudios), das Marketing, die Verwaltung des Back-Katalogs.
Marketing bestand aus der Bemusterung von Presse und Radiosendern mit Singles und Alben. Es wurden Anzeigen geschaltet, großflächige Plakate erstellt und in den Städten aufgehängt, Interviews in den Medien organisiert, Listening Parties und vieles mehr. Alles in Absprache mit Künstler und Management.
Ich konnte früher sagen, wann ein neues Album meiner Lieblingsbands kam. Es gab das berühmte Blätterrauschen in den Medien: Plötzlich wurden regelmäßig Songs aus dem Back-Katalog im Radio gespielt, Gerüchte einer Tour gestreut oder der Künstler tauchte plötzlich als Special Guest bei Konzerten anderer auf.
Heute?
Interviewtermine werden seltener, denn der Künstler und sein Management nutzen Social Media. Anzeigen? Plakate? Selten. Ab und zu trudeln bei uns mal MP3s von irgendeinem unbekannten Künstler mit unbekanntem Label und noch unbekannterem Management zur Bemusterung ein, die stilistisch überhaupt nicht zu AMAZONA passen.
Das Interesse, Geld in neue (oder alte) Künstler zu investieren, ist gering. Axel macht für Jäst mehr auf Social Media als es ein Label je tun würde. Auch bei Major Artists ist das so. Bei vielen könnte ich dir noch nicht einmal sagen, bei welchem Label sie gerade sind. Früher wusste das jeder Fan.
Die meisten langfristig international erfolgreichen BMG Künstler sind m. E. im Rentenalter.
@Markus Galla Gute Zusammenfassung wie es einmal war 🙂.
Ich weiß noch wie es war, mit CD-Demo’s bei Labels hausieren zu gehen. Netzwerken in der Szene war damals wichtig, aber oft auch regional begrenzt. DJ’s, Musik- und Szene Magazine waren eine wichtige Anlaufstelle sowie Labels die einzelne Tracks auf eine Compilation aufgenommen haben, usw.
Der Trend heute geht klar in die Selbstvermarktung, wohl auch weil es die einzige Chance für viele ist. Zugegeben sind das Chancen, die wir damals nicht hatten, dafür wird heute der Markt mit Content geflutet.
Die Selbstvermarktung legt auch offen, was ein Label alles geleistet hat, um einen Künstler zu promoten. Vieles ist nicht zu unterschätzen. Songwriting, Recordings, Mixing, Mastering, Layout, Design, Promotion, Socials, Videos, ADS Kampagnen, usw., da kommt schon was zusammen. Kostet alles etwas, vor allem Zeit und der Tag hat nur 24h.
Es war früher schon nicht einfach mit Musik etwas auf die Beine zu stellen, heute auch mit den vielen Möglichkeiten online, erscheint es jedoch zunehmend schwieriger, sich noch aus der Masse etwas hervorzuheben, um überhaupt gesehen zu werden.
Und Majors haben den Glanz vergangener Zeiten verloren.