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Besuch auf der High End Messe 2022 in München

Man hat mich gewarnt: Besuch auf der High End Messe 2022

6. Juni 2022

Und so begab ich mich am 21.05.2022 auf die High End 2022 Messe in München. Auf dieser Messe feiert sich die High Fidelity Szene jährlich selbst. Obwohl man mich im Vorfeld gewarnt hatte, konnte man mich nicht davon abringen, diese Messe zu besuchen. Alles was mit Sound zu tun hat, empfinde ich als spannend. Dazu gehören auch die Erzeugnisse des Home-Entertainment-Marktes. Es geht also um Produkte, welche die Musik mit einem schönen Klang wiedergeben.

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Musikhören macht schließlich Spaß. Es ist unglaublich, welch ein Aufwand betrieben wird, um eine schöne Aufnahme zu erstellen. Diese verlangen nach geeigneten Geräten, um die Mühe der Musiker und Toningenieure hörbar zu machen. Es ist eine wunderbare Erfahrung für Körper, Geist und Seele, wenn subjektiv schön empfundene Musik sehr gut aufgenommen wurde und diese mit entsprechenden Equipment abgespielt wird. Einfach ein Traum!

Damit Musik auch in Zukunft bestmöglich wiedergegeben wird, gibt es die High End Messe. Hier werden alle Gerätschaften angeboten, die der Hörer und die Hörerin braucht, um sich Hörgenuss zu verschaffen. Anfangs war ich noch fasziniert von all den unglaublich schönen und absurden Design-Objekten, die nicht nur Hörgenuss versprechen, sondern sich gleichzeitig wie Skulpturen im Musikzimmer platzieren lassen.

Als ich aber die Preise sah, wurde mir schlecht. Die High End 22 war vergleichbar mit einer Luxusautomesse. Wie bei Luxusautos bekommt man den Eindruck, dass die High End 22 nichts vom Trend zur Verkleinerung im Home-Entertainment mitbekommen hat. Auf der High End Messe regierten Produkte nach dem Motto, je größer, desto besser.

Ich frage mich, wo man diese Objekte unterbringen soll? Wahrscheinlich verfügt das Klientel über das notwendige Kleingeld, die entsprechenden Räumlichkeiten gleich mitzufinanzieren.  Wenn der Markt es verlangt … Jeder darf mit seinem sauer erarbeiteten Geld anstellen, was er möchte.

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Mein Unwohlsein steigerte sich aber bald. Das hatte aber nichts mit Lautsprecher oder Plattenspielern zu tun. Schwierig wird die High End Messe, wenn Kunden Sand in die Augen gestreut wird. Es hat mich überrascht, was für eine große Rolle Elektrizität auf dieser Messe spielte. Nach Ansicht mancher Aussteller kommt guter Klang nur zustande, wenn die Strom-, Boxen- und Cinch-Kabel mindestens einen Durchmesser von 10 cm verfügen und am besten vom Boden entkoppelt werden.

Dazu werden allerlei Gerätschaften angeboten, die den Strom „richtig“ zum Fließen bringen, weil die High End Stereo-Anlage sonst nicht richtig arbeiten kann und damit niemals der wahre Klang einer Aufnahme wahrgenommen werden kann.

Was zahlt man also für 1,5 m Kupferkabel, 8 cm Durchmesser, das mit Kohlefaser umwickelt ist? Ein paar hundert Euro? Niemals! Unter 2500 Euro geht gar nichts! Es hat mich überrascht, wie viele Anbieter Kabel und vergoldete Stecker verkaufen. So sieht wohl die Elektroabteilung im Baumarkt für Millionäre aus. Gewiss sind gute Steckdosen und Kabel wichtig und es ist sinnvoll, auf eine gewisse Qualität zu achten, aber auf der High End wird vermittelt, dass man mit „dicken“ Kabeln noch besseren Klang erzeugt.

Unangenehm wurde es, wenn sich einige der Anbieter dem Klischee entsprechend verhalten: Eine unglaubliche Arroganz schlug mir entgegen, wenn man ganz einfache Fragen stellte. Überhaupt war es überraschend, dass über Geld und Preise kaum geredet wurde. Wenn ich fragte,musste kompliziert nach einem Schnellhefter gesucht werden. Anscheinend ist die Kundschaft der High End 22 trotz aller Krisen zahlungskräftig. Dieser Zirkus war wirklich sehr gut besucht.

Überraschend war, dass ich plötzlich bekannte Marken auf der High End entdeckte. RME hatte einen eigenen Stand. Die Interfaces von RME wirkten wie ein Fremdkörper auf der High End Messe, weil sie minimalistisch und funktionell angelegt sind. Es waren auch Produkte von SPL und Zähl zu sehen.

Offenbar gelingt es dem Markt für professionelles Audioequipment, in den High-Fidelity Markt einzudringen. Überraschend auch die vielen Anbieter von Akustik-Elementen, die für das Musikzimmer natürlich besonders schön gestaltet sind, damit sie Objekten gleichen und weniger dem funktionellen Charme in einem Tonstudio ausstrahlen. Wie man weiß hört, das Auge mit. Nach 2,5 Stunden habe ich es nicht mehr ausgehalten. Man hatte mich im Vorfeld gewarnt.

Ultraschall Waschanlage mit Föhn für Schallplatten, irgendwas mit 3K-Euro.

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Forum
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    TobyB RED

    Die Kabel sind aber nicht linksgedrallt. ;) Ich bin mal aus so einem HighEnd Laden rauskomplimentiert worden, weil es wagte ein Ortofon Tonabnehmer System an einem Thorens haben zu wollen.

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        TobyB RED

        Lachen ist immer gut. Als ich meine Dolby Atmos Mimik hier in Betrieb genommen habe, hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Wegen der Integration und Anbindung und dem Einmessen des Raumes, blieben für MacOS zwei AVR über. Letzlich hatte ich mich für den RX-V683 von Yamaha entschieden. Und als Boxen Mordaunt Short in 7.2 Set up. Ich musste mich sowas von rechtfertigen vor dem Verkäufer 😁

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      k.rausch AHU

      He he. Bei mir waren es zwei 2-Wege Boxen nach Hörvergleich, wo es der Verkäufer derart nicht nachvollziehen konnte, dass ich die „besseren“ nicht haben wollte. Das Bezahlen an der Kasse war verbunden mit seinem mitleidigen Lächeln. Hatte er wenigstens gemerkt, dass es wir Musiker sind, die die Exoten darstellen und nicht Audiophile. Moment, doch, die sin oft genauso durchgeknallt wie Musiker. Selbstironie findet man bei denen auch hier und dort. Und Geld. Also lauter Spaßmachsachen.

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        TobyB RED

        Ich glaube wir gehen in den gleichen Laden ;-) Mordaunt Short verkaufen die nicht mehr. Der neue heisse Schice sind PMC Speaker. Ich meinte dazu neulich recht lakonisch, normal hängt so was im Tonstudio oder Kino. Ich saniere grade das zweite Paar RFT BR25 als Jahresprojekt. Wenn mein Mix schlecht klingt, erwarte ich das die Box das so reproduziert. Und in der Hinsicht ist die BR 25 gnadenlos.

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          cosmolab

          ..ohh!
          Ist zwar „slighty de-railing“, aber bzgl. BR25:
          Woran leiden denn die Dinger in der Regel so?

          Ich bin neugierig, weil ich die auch mal hatte, so bis vor ca. 25 Jahren. Ich weiß nicht mehr, wo die hingekommen sind (was mich wurmt). Sie waren meine ersten selbst gekauften Boxen und seinerzeit wahrscheinlich das Beste, was ich kriegen konnte – ohne es wirklich zu wissen.
          Was ich aber weiß – nach etwa einem halben Jahr fing eine Box an zu schnarren. Die Reparatur lief auf Garantie – fast „zum Glück“. Aber es hat geschlagene 1,5Jahre gedauert (nämlich praktisch über meine gesamte Armeezeit hinweg), bis ich das Teil dann tatsächlich wieder bekommen hab… =;-)
          War das ein „Serienfehler“?

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            plicktzah

            Bei meinen, gebraucht gekauft, ca. 25 Jahre alt, waren die Sicken der Tieftöner zerbröselt. Scheint wohl ne recht häufige Krankheit bei BR25 zu sein.

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              Stephan Merk RED

              Ich hatte mal eine RFT-Anlage gehört bei einem Kollegen aus Berlin. Weiß nicht wie die hieß, waren aber auch so 2-Wege-Regalboxen. Er selbst bei uns auch Techniker und kam auch aus dem Radio-Ferndehbereich und erzählte immer, wie geil das Zeug war. Ich konnte das nicht glauben, weil bei DDR-Produktionen denke ich immer an die Kaufhausmarken. Aber denkste, ich weiß nicht, welche das waren, aber verarbeitung und Sound waren überraschend positiv.

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                cosmolab

                Najaaa, das erinnert mich ein bissl an den Spruch aus „Herr der Ringe“: „aus Geschichte wird Legende – aus Legende wird Mythos“. ;-)
                Sagen wir mal so – es gab sicher Geräte, die einigermaßen clever konstruiert waren. Bis in die 60er waren sie wahrscheinlich sogar auf der Höhe der Zeit. Spätestens in den 80ern war aber der Zug abgefahren – einen CD-Player aus DDR-Produktion hat es beispielsweise nicht mehr gegeben.
                Immerhin gab in der zweiten Hälfte der 80er nochmal einen interessanten Schub, auch designmäßig. Man konkurrierte aber eher mit dem besseren „Schneider-Hifi-Turm“ aus dem Quelle- Katalog.
                Die eine oder andere Perle (auch designmäßig) hat´s aber gegeben. Und ich bin wirklich platt, was heute für so ein Pärchen BR25 für Preise aufgerufen werden… da ärgert es mich doppelt, dass ich meine verbumfidelt habe… ;-]

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                  TobyB RED

                  Konsumgüterproduktion hatte in der DDR und im Ostblock nicht den Stellenwert. Dennoch haben einige Produkte den Fall der Mauer überlebt. Zum Beispiel der Tesla NC 500 Plattenspieler. Lebt als Pro Ject weiter. Ich hab in der Lehre zB. einen Prototypen für einen UKW FM PLL Tuner entwickelt. Mit Microcontroller Steuerung, Alphanumerischer Frequenzeingabe. Hat auch funktioniert. Hab ich im ersten Lehrjahr entwickelt. 1987. Sollte 1992 in Produktion gehen. ;-) Zusammen mit einem damaligen Kollegen haben wir auch passend dazu einen Vorschaltverstärker und eine Endstufe entwickelt. Die Endstufe werkelte dann in einem Jugendclub. Dafür gabs keine Bonuspunkte. Die gabs nur für die Modifikation eines Elektromotors(ehem. Scheibenwischermotor), Der wurde zu einen Zweiphasigen Hybridschrittmotor mit Ansteuerung gepimpt. Dieses wurde dann in der Magnetband Speichereinheit des EC1035 bei Zess Jena verbaut. für „Highendige“ Datenspeicherung hat man in der DDR auch mit Vinyl LPs experimentiert.

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                TobyB RED

                Stephan, in der DDR gabs solches und solches Zeug. Die standen bei RFT durchaus in Konkurrenz zu Tesla und anderen Herstellern. Die BR 25 und ähnlichen Boxen sind halt ein Sonderfall. Die kamen eben auch im DDR Rundfunk und Fernsehen zum Einsatz. Und auf die Idee eine Glühbirne als induktiven Widerstand zu verbauen, muss man erstmal kommen. Ich hatte zu den ersten BR 25 auch noch eine S3000. Die hab ich verkauft. Ich hab ein Fisher 7700 HiFi System, eine Braun Atelier. Und ein Nakamichi Dragon. Irgendwann reichts der Frau ;-)

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                  Stephan Merk RED

                  Interessant, tja der Kelch ging an mir vorbei. Habe einen Radiosammler als Freund, den frag ich mal, was der praktisch von RFT kennt. Wie ich vermute, nahezu alles, der sammelt vom Tonband bis zum Transistor alles. ;)

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            TobyB RED

            Prinzipiell waren die BR25 für die Ewigkeit gebaut. Das erste Paar war ein Erbstück und werkelt jetzt an einer Braun Atelier. Das zweite Paar hab ich auf einem Flohmarkt entdeckt. Die Sicken überleben in der Regel unsachgemäße Lagerung und Betrieb nicht. Solange das Holz nicht gequollen ist, kann man alles fixen. Der Sickentausch kostet pro Treiber ca. 50€. Hochtöner ca. 20€. Teurer wird es, wenn die Frequenzweiche defekt sein sollte. Das kann man noch selber fixen, ist allerdings mit einer Lampe als Induktivität tricky. Man kann das mit einer Ersatzspule kompensieren. Wird man vermutlich eher finden wie eine DDR Kfz Lampe.

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    NDA

    Contenance, contenance, mein lieber Sven!

    Lassen Sie uns an dieser Stelle doch eine kleine Designstudie mit [pseudo- 😉] psycho-analytischen Anleihen durchführen, um ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse der erlauchten Klientel zu gewinnen.

    Die beiden dezenten Standboxen in rot & blau und ihrer elegant geschwungenen Formgebung erscheinen mir dazu geradezu prädestiniert. Wecken diese nicht Assoziationen an ähnliche Spielzeuge des einschlägigen Fachhandels – diese natürlich in wesentlich kleiner Ausführung – , die bei ihren Besitzer*Innen vergleichbar prickelnd-lustvolle Emotionen und good vibrations hervorrufen sollen? So gönnen wir den Herrschaften doch diese erlesenen Freuden.

    Ich wünsche noch einen wunderschönen Pfingstmontag mit Spargel, Lachs, Champagner und was meinetwegen sonst noch alles dazugehört.

    😉

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    Markus Galla RED

    Ach ja, das war zu meiner Zeit als Autor bei der Tools4Music schon immer eine „Freude“, wenn besonders audiophile Hersteller als Grenzgänger ihre Produkte haben testen lassen. Es grenzte an Magie, was dort oft versprochen wurde. Besondere Freude hat mir damals das Schreiben eines recht entlarvenden Artikels zu HiDef-Audio gemacht. Übrigens: Die Kabel, die man dir gezeigt hat, können in Zukunft gut für den Anschluss einer Wallbox in der Garage genutzt werden. Was ich da für 40 Meter Kabel berappen durfte…..

    Kannst du noch Bildunterschriften unter die Produkte schreiben, damit man weiß, was man da sieht? Das wäre toll. Gut gefällt mir der Schallplattentoaster (diese Waschanlage).

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      MartinM.

      Hm … „Schallplattentoaster“ … das wäre womöglich sogar eine echte Produktidee mit Marktchancen. So eine Art CD-Brenner, der Schallplatten herstellt (auch wenn das von Dir jetzt anders gemeint war). Das könnte man vielleicht mit einem Laser, der eine Rille in eine Art Rohling hineinbrennt, realisieren? Mit Vinyl als Kunststoff würde das wohl nicht gehen, aber es müsste ohnehin nur irgendein schwarz einfärbbares Material sein, Hauptsache die Haptik so eines Rohlinges stimmt. Dann könnte man sich Schallplattenunikate ganz nach Gusto herstellen auch von Musik, die es längst nicht mehr auf Platte gibt.
      (Wie wurden oder werden eigentlich goldene Schallplatten hergestellt? Das sind ja wohl kaum gewöhnliche Vinylscheiben mit Blattgold drauf, oder? Nur so ein Nebengedanke…)

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        Sven Rosswog RED

        Es gab ne Vinylschneide Maschine von Vestax für den Hausgebrauch und auch immer mal wieder Kickstarter zu dem Thema. Allerdings glaub ich mich zu erinnern, dass die Vestax auch 5000 Euro gekostet hat. Billig geht das wohl nicht, aber geträumt habe ich davon.

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        Filterpad AHU

        Dieser Waschgang macht meines Wissens nach auch tatsächlich Sinn. Ich sah mal vor einiger Zeit einen TV-Bericht über einen Händler für gebrauchte Vinyl. Alle Platten wurden vor dem Verkauf von einer ähnlichen Maschine wie dieser gewaschen. Das Klangergebniss war verblüffend. Hier also auch noch mit Trockner und Ultraschall. Bei den Geräten für Brillen und Schmuck funktioniert das extrem gut. Besitzen wir selber! Mal abgesehen von dem Preis glaube ich voll und ganz, dass dieses Gerät klasse funktioniert und für intensive Vinylfans eine Anschaffung wert ist. Abgesehen davon ließ ich den Bericht zum dritten mal durch. Danke für die kurzweilige und gelungene Unterhaltung.

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          Aljen 1

          So ein Wachgang ist aber genauso wirkungsvoll mit einer Knosti für 40 Euro erledigt. :-)

          Die Reinigungsflüssigkeit kommt entweder von der Drogerie (Spiritus-Fensterreiniger + Aqua dest.) oder aus Polen („Spirytus rektyfikowany“, 96 vol. % Ethanol, ½ Liter für gerechnet 10 Euro bei Lidl Polska). Plus 1 Tropfen Spüli. Zum Filtrieren der Flüssigkeit nimmt man Kaffeefilter.

          Ist halt ein wenig Handarbeit und Sauerei, aber wenn du sauber gearbeitet hast, ist der akustische Effekt in der Tat schon mal verblüffend.

          So eine Plattenwaschmaschine mit Motor und Saugbürste kostet auch nicht die Welt, die Preise beginnen bei knapp 400 Euro. Muss ja nicht Svaroschiz-vergoldet sein.

        • Profilbild
          Stephan Merk RED

          Kommt drauf an, das Analog-Forum ist voll davon. Habe mal einen Podcast über so ein Waschsing gemacht und der Klang nachher war schlimmer als vorher und ich habe mich eigentlich an die Anweisung gehalten. ;) Mein Fazit war, es gibt Tücher, eine spezielle Mischung aus destilliertem Wasser, Alkohol und ein Tröpfchen Entwicklungslösung aus der analogen Fotozeit, dann braucht es nur die richtigen Tücher und dann geht das auch. Der Gedanke bei den Reinigungsmaschinen ist ja das Absaugen der Flüssigkeit. Die bilige, die ich damals hatte, klang wie ein 30-Euro-Staubsauger und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Motor für Flüssigkeiten geeignet war. Vom Format eine querliegende Lautsprecherbox mit Spindel oben drauf, unten ein Ablassloch, was drin war, keine Ahnung. Ich habe sie dann verschenkt und wenn es schlimmm knistert, nehme ich das Zeug von Dynavox mit Tuch, einfach abreiben und das reicht. Wer knacksende Platten nicht will oder meint, die knacken nicht, soll sich SACDs kaufen.

  4. Profilbild
    Flowwater AHU

    Hehehe … ich meine … hehehehe … wirklich schöner Bericht. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Du Dich noch sehr vornehm zurück gehalten hast.

    Weil es hier so schön passt: Der Gute Wytse von »White Sea Studio« hat einmal ein Video auf YouTube über eine sog. »Audiophile Anlage« auseinander genommen (»Reaction Video«). Sehr sehens- und schmunzelnswert (wobei ich niemanden verurteile, wenn der Besitzer damit glücklich wird, dann halt):

    https://www.youtube.com/watch?v=mimaImLrmfU

    Zu dem sog. »Stromtank«: Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass ein reiner Gleichstrom, in dem halt von Haus aus nichts an irgend welchen Wellen vorkommt, durchaus auch den Klang beeinflusst. Ob das so dramatisch ist, dass man das als Privatmann benötigt, sei dahin gestellt. Hier ein Video zu dem Thema von »The Soundphile«. Wenn Igl Schönwitz sagt, dass er in seinem Studio tatsächlich etwas hört, dann glaube ich ihm das durchaus:

    https://www.youtube.com/watch?v=qtCptYIxA0g

    Und hier noch ein Video von »Darko Audio« zu der automatischen Plattenwaschanlage, die wohl auch ziemlich gut ist … den Preis mal komplett beiseite gelassen:

    https://www.youtube.com/watch?v=fPPwsV3DVMo

  5. Profilbild
    smuehli

    Hihihi, das deckt sich ziemlich mit meinen Erfahrungen auf den Süddeutschen HiFi-Tagen in Stuttgart vor 2 Jahren. Was da an Säuen wieder und wieder durchs esoterische High-End-Dorf getrieben werden …. Mann mann mann ;-)

  6. Profilbild
    manomym

    Vielleicht sieht die Zukunft teurer Stereoanlagen ja so ähnlich aus wie im Lenbachhaus München vor ein paar Jahren: Sie hatten in einem Raum eine astronomisch teure Anlage aufgestellt, und die Musik von Colourbox gespielt. Da war der Gedanke auch: gemeinsames Musikhören auf einer unerschwinglichen Heim-Stereoanlage in bestmöglicher Qualität (Eintritt war frei). Hat mir gefallen. Kabel für über 2500 Euro werde ich mir trotzdem nicht kaufen :)

  7. Profilbild
    Markus Galla RED

    Vermutlich würde das nicht so einfach mit Hausmitteln funktionieren, weil der Laser mit hoher Leistung arbeiten müsste, um da Material herauszufräsen. Ich könnte mir hingegen vorstellen, dass 3D-Drucker in der nahen Zukunft Rohlinge herstellen könnten. Es existieren ja bereits hochpräzise Modelle. Eine Software müsste dann die Rillenstruktur berechnen und in ein 3D-Modell wandeln, was sicherlich möglich wäre.

    • Profilbild
      MartinM.

      Tja, ob das Material und die Auflösung von 3D Druckern dafür ausreicht?
      Die Hersteller von Schallplatten beteuern ja nach wie vor, dass sie zwangsläufig für den gesamten Herstellungsprozess 40 bis 50 Jahre alte Maschinen benutzen müssen, obwohl sie so langsam durchhaben müssten, dass das Schallplattenrevival keine kurzfristige Erscheinung ist. Da wird immer noch die gewissermaßen „Ur-Rille“ mechanisch auf einen Stahlrohling gekratzt oder graviert und dann umständlich mit einem Mikroskop abgefahren und kontrolliert. Das müsste zeitgemäß doch mit Software vorberechnet werden können.
      Ja, eine Pressform aus Stahl würde wohl einen ziemlich starken Laser erfordern. Ich phantasiere ja nur über einen „Plattenbrenner“ für Einzelexemplare, der irgendwelche Kunststoffrohlinge bearbeitet — nicht notwendigerweise Vinyl. Dafür müsste die Leistung eines Lasers ähnlich denen in DVD- oder CD-Brennern doch ausreichen?
      @Sven: So eine Vinylschneidemaschine arbeitet vermutlich mechanisch mit einer Nadel oder etwas ähnlichem? Dann ist das natürlich noch immer so umständlich wie dunnemals.

  8. Profilbild
    mdesign AHU

    kapitalismus ist, wenn es zur nachfrage auch ein angebot gibt. der außenstehende lächelt, die zielgruppe freut sich über die erfüllung ihrer wünsche. sind wir als musiker doch mal ehrlich: diese art von luxusangeboten findet doch auch bei uns ihre gläubige anhängerschaft. ob nur schmidt-synthesizer und die reissues moog modular oder auch schon moog one und ob-x8 dazugehören, kann nur jeder für sich entscheiden. der außenstehende wird die faszination genauso belächeln und die sound-unterschiede zurecht für minimal und unnötig halten. machen die geräte trotzdem freude? mir schon, auch wenn ich nur anhöre und nicht kaufe.

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      Aljen 1

      „kapitalismus ist, wenn es zur nachfrage auch ein angebot gibt.“

      Nein, für dieses Verhältnis gibt es ein deutsches Wort: Marktwirtschaft.

      Auf jeden Fall sinnvoller und funktionsfähiger als Sozialismus, welches bedeutet, dass zur Nachfrage passende Angebote grundsätzlich entweder verknappt oder gar nicht vorhanden sind respektive die Nachfrage gleich als böse propagiert wird.

      Was dazu führt, dass selbst unter extremen sozialistisch-kommunistischen Diktaturen ohne die Marktwirtschaft auf Dauer nichts läuft, und sei es in Form eines Schwarzmarktes. Siehe Nordkorea in den letzten 10 bis 20 Jahren.

      Hehe, das ist aber auch nur die eine Seite. Die andere ist, erst ein Angebot zu schaffen und anschließend die Nachfrage dazu. Halb so wild, wenn das Angebot aus wirtschaftlichen Kreisen kommt. Richtig gemein dagegen, wenn so ein Angebot de facto politisch aufgezwungen, die Nachfrage durch Wegnahme von Alternativen erzwungen wird.

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        TrainGuy

        Mit Angebot/Nachfrage ists ja sone Sache: Meine Nachfrage ist beispielsweise weitaus umfassender als das Maß der Angebote, die ich mir leisten kann. Oder anders: Die Nachfrage bestimmt das Angebot, solange sie solvent ist.

        Was die schönen & luxuriösen Dinge anbelangt: Dass sich eine reiche Person A nen schnieken synth oder Plattenspieler gönnt, macht Person B nicht arm. Also: Why not? Lieber so, als dem Luxus, der Schönheit und dem Reichtum schlechthin den Kampf anzusagen (wie es ja doch vielen beliebt).

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          mort76

          Damit Person A reich ist, müssen schon von vornherein einige Bs arm sein.
          Die arm/reich-Schere ist ja keine Einbildung. Die öffnet sich nie nur zu EINER Seite.

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            TrainGuy

            Behauptet denn das Scheren-Modell einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Reichtum der Einen und der Armut der Anderen? Eine solche Argumentation würde ich mir dann gerne einmal zu Gemüte führen.

            Die Bedingung der Möglichkeit von Armut überhaupt liegt in dem gesellschaftlichen Rahmen, in der Form von Vergesellschaftung: Der bürgerlichen Ordnung dient die Armut geradezu als Triebfeder, der prinzipielle Ausschluss vom Reichtum ist ein konstitutionelles Merkmal dieser Ordnung.

            Armut ist demnach ein gesellschaftliches (und in marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaftsformen notwendiges) Problem. Und damit ist es keines, dem man mit Apellen an das Konsumverhalten von Individuen beikommen könnte. Derartige Apelle müssen in letzter Konsequenz zu unheilvollen Ressentiments führen.

            Oder etwas kürzer (und, zugegeben, polemischer):
            Ob jemand mit seinem 911er zur High-End-Messe fährt, um sich den neuen Stromtank Quantum anzuschaffen, oder ob er mit dem Fahrrad bei der Superbooth vorfährt, um mal bei den kauzigen Originalen reinzuschauen, ist unerheblich dafür, wie hoch der Hartz4-Satz ist.

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    Stephan Merk RED

    Ihr Lieben, lasst mich als fast blinder Mensch mit zwangsweisen 46 Jahren Hörerfahrung etwas dazu schreiben: HiFi hat mich immer interessiert, ich hatte Kimber Cable, Phonosophie-Leisten, die B&W Nautilus 803, meine schlechtesten Lautsprecher, die ich je selbst nach Tuning hatte und so weiter. Ich hatte hier in Marburg im HiFi-Studio Acoustics einen Verkäufer, der konnte verkaufen. Was, davon verstand er nichts, das machten seine technisch geschulten Mitarbeiter. Im Nachgang kann ich nur lachen und als ich kurz vor der altersbedingten Schließung 2012 aus Freundlichkeit anrif und nach dem Sennheiser HD 800 fragte, war die Antwort: „Den haben wir nicht, das ist doch so ein billiger Kopfhörer oder?“ – Ohne Worte. Seitdem habe ich HiFi bis auf Teufel und Nubert den Rücken gekehrt und bleibe bei analytischen Monitoren. Darauf klingen billieg Produktionen zwar scheiße, aber das ist mir lieber als teures Zeug, das sich im Leben nie rechnen wird. Aber auch im Pro-Audio-Bereich wird geschwurbelt, machen wir uns nichts vor: Wandler für 2.000 Euro mit zwei Eingängen etc. Wer Musik liebt und immer wieder hört, entdeckt auch nur deshalb 1000 neue Dinge, weil man es glaubt. Der Glaube ist das psychoakustische Elixier und macht glücklich, nur darum geht es doch. Pedantische Plattentoaster werden Musik niemals genießen können, weil sie sich stets und ständig im Wege stehen.

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      Ragutini

      1984 fühlte ich mich bei Acoustics unten am Steinweg recht gut beraten und trotz meiner eher bescheidenen HiFi-Ansprüchen ernstgenommen. Der Verkäufer wusste, wovon er sprach, ohne Aufdringlichkeit oder elitäre Arroganz.
      Damals suchte ich kleine Boxen für’s Wohnzimmer und hab mich schließlich für die MD Quart 280 (Zweiweg mit Titankalotte) entschieden und bin bis heute ausgesprochen zufrieden mit ihrem transparenten, ausgewogenen Klang. Wie gesagt – bescheidene Ansprüche. :-)

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        Stephan Merk RED

        … und dies absolut zurecht. Ich kam 1989 hierher, da war der Laden noch solide. Das veränderte sich aber mit der Zeit, vor Allem nach dem Umbau. Ich erinnere mich da noch an einige Anekdoten, mit einem Schulfreund bin ich hin und er wollte einen CD-Player kaufen. Er schaute sich einige Onkyos an, dann einen Sony, aber etwas teurer. Er fragte, ob er den mal hören darf, Jochen holte den vom Regal, er hörte ihn, hörte aber keine nennenswerten Unterschiede und meinte, so viel wollte er dann doch nicht ausgeben. Die Herabschätzigkeit lag in der Luft, am Ende kaufte er seine Onkyo Integra bei Siebert. Als ich meine Audience A9 von Dynaudio zu Gunsten der Nautilus 803 verkaufte, versprach er mir, kein Problem, er würde sie für mich verschicken. Als wir sie ihm dann brachten und er sich wieder erinnerte, wie groß die waren, fast derselbe Blick wie beim CD-Player. Ach ich könnte da jetzt noch einige Geschichten schreiben. ;) Ich kam zwar gut mit ihm aus, er prägte den Begriff Beratungsdiebstahl und ich bekam auch mal mit, wie einer anrif, weil er seinen DVD-Player vom Medimaxx nicht bedienen konnte. An dieser Stelle war er doof und kanzelte die Leute ab, ich hätte gesagt: Klar, wir kommen vorbei und machen das, das kostet Sie aber 200 Euro plus Anfahrt. Genauso die Kunden, die dann im neuen Laden im Forum Marburg an den Mini-Anlagen standen, die nicht von T+A kamen…

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    Green Dino AHU

    Man braucht da glaub noch die passenden Edelsteine und Energetisierungsgerätschaften um die letzten 0,1% rausholen zu können. Um CD Klang z.B. noch etwas wärmer zu machen, Störungen fernzuhalten usw.

    Resonanzsäckchen sind da glaub ganz gut. ;)

    Preise? Nur auf Anfrage natürlich. *Hust Hust* (Mindestens Dreistellig, oft Vierstellig.)

    Was will man machen, der Boden ist Lava…

  11. Profilbild
    Holk

    Da stellt sich mir doch gleich die Frage wie viel Arroganz Dir noch entgegengeschlagen wäre, hättest Du behauptet im Auftrag von Jeff Bezoz unterwegs zu sein, der plane, ein Online Magazin mit Webshop-Links für High-End Liebhaber in’s Leben zu rufen ;-)
    Nicht nur der Integrität wegen: Im Endeffekt nimmt man dann doch lieber die unglaubliche Arroganz als schleimiges Geseier :-)
    Danke für Deinen Bericht. Nach „Sexspielzeugen“ für das Musikgenusszimmer mit entsprechender Verkabelung (gibt es die auch mit Nieten besetzt?) ist der Schallplattenreiniger das passende Statement zum Abschluss -> denn mit „Ultraschall“ lässt sich dieser esotherische Zirkus sicher gut zusammenfassen.
    (Und wenn wir mal nicht wissen wohin mit dem Geld, gründen wir eine Fake-Firma und mieten dort einen Stand, um dann „auf Basis von Elon Musk’s Neuralink-Technologie“ dort Implantate anzubieten, die die menschliche Hörgrenze deutlich anheben …)

  12. Profilbild
    moinho AHU

    Zur Frage, wo man die Objekte unterbringen soll, eine vergleichbare Situation aus meinem Mindset:
    Wenn ich mal in ner Immobilie wohne, wo ich nen Raum hab, in dem sich ein Flügel auch richtig wohlfühlt, dann wirds ein Yamaha C7. Ist meine Fertigkeit als Pianist dem Instrument angemessen? Freilich nein, aber im Vergleich zu der erwähnten Immobilie ist der C7 eher Portokasse also was solls…

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      Stephan Merk RED

      Also wenn es wirklich teuer oder gut sein soll, einfach mal bei Nubert schauen. Der teuerste Lautsprecher ist die nuPyramide 717 (Rundstrahler), ich meine 5.600 Euro pro Stück. Dann zwei nuPower A und die nuControl 2 dazu, so kommt man auf rund 18.000 Euro für alles. Das finde ich für das, was ich in Schwäbisch Gmünd gehört habe, richtig preiswert. Alternativ ein D’Appolito, wie die nuVero 170 oder 140, klingt für meine Ohren auch fantastisch aber bei mir wurden es die nuPro X-8000. Auf der Musikmesse hatte ich damals den Pressemenschen getroffen, der für PSI Audio arbeitet und der ist auch für Nubert electronic unterwegs. Damals war ich am Überlegen und das war vor unserer Einladung ins Werk, er hatte mir die nuPro X-8000 ans Herz gelegt und meinte, sie würde für einen volldigitalen Lautsprecher wenig rauschen. Als ich sie dann bestellte, war ich überrascht, die war so ruhig und da rauschte nix. Der Sound, Fantastisch, Analytisch, aber zugleich musikalisch und lebendig. Mein Grundgedanke: Wenn ich nur noch Platten analog höre, sollte alles möglichst lange im Signalfluss digital bleiben. Ich bin ja kein nuFan, also mir sind Marken eigentlich egal, aber was die machen, gefällt mir.

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    emulator

    Also ich höre Musik immer bei Vollmond, da die kosmische Strahlung das Abstrahlverhalten der Lautsprechermembrane positiv beeinflusst.

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      Aljen 1

      Gut möglich, dass die Maschine ein reiner Abspieler ist. Es gab vor so zwei Jahren so einen Anlauf schon, von Thorens, wenn ich mich nicht irre. Ein Open Reel Tonbandgerät, das nicht aufnehmen kann. Den Witz erkläre mir jemand. Auch der Preis von rund 11.000 Euro verrät mir die Pointe nicht.

      PS ich sehe grad, das Ding auf dem Foto hat doch einen REC-Knopf. Nun gut. Sieht trotzdem aus wie aus einem Alptraum von Stefan Kudelski nach dem Besuch im Legoland und anschließend zu schwerem Abendessen.

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    growl

    Gerade in Musikerforen finde ich Sparwitze, Nicht-Kennen und auch Arroganz gegenüber der Hifi Branche immer besonders bemerkenswert, also von Foristen, die Jahre und Jahrzehnte mit Klangoptimierung verbracht haben. Man müsste ja nur mal die eigenen Argumente (alles unnötig und esoterischer Humbug) auf sich selbst anwenden… Natürlich gibt es im High End sehr viel, das sein Geld nicht wert ist bzw einfach nicht (herausragend oder überhaupt) gut klingt. Aber es gibt halt auch sehr gute Produkte, die nochmal vielleicht nur 2% mehr beitragen, die eigene Idealvorstellung zu realisieren. Aber so ist das auch in vielen Top Studios und noch mehr bei Top Mastering Engineers. Und wahrscheinlich bewirken die 2% für deren Zwecke in vielen Fällen mehr, als bei anderen, sich den nächsten Synth zu kaufen. Aber das ist natürlich nie und nimmer unnötige Esoterik.

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      Stephan Merk RED

      Nun ja, bei mir ist es exakt umgekehrt. Seitdem ich eigentlich nur noch Produkte aus dem Pro-Audio-Bereich nutze, wobei die Grenzen fließend sind und ich als Funkamateur nun auch technisches Grundwissen mitbringe, ärgere ich mich schon im Nachhinein über manch rausgeschmissenes Geld. Beispiel Kabel: Die HiFi-Leute müsste man ob der RCA-Stecker einfach schon abschaffen, XLR und Neutralität kosten extra, im Studio Standard. Ich bin mir ziemlich sicher, würde man von manchen Mittelklasse-Monitoren die Marke abkratzen und die teuersten Kabel anschließen, könnte man sie als besonders rare High-End-Lautsprecher manch Kunden gnadenlos unterjubeln. Esoterik ist eine Sache, aber machen wir uns nichts vor: Die Händler sind gut geschult, die Hersteller erzählen ihnen, auf was sie hören sollen, dann gibt es noch die lyrischen Tests in HiFi-Magazinen und welcher Kunde hat die Größe zu sagen: Sorry, ich hör hier nix. Ein Funkamateur hat mal mit einem Kumpel Boxen gebaut und zur Stereoplay eingesandt, die meinten, das sei der beste Lautsprecher, den sie je im Hörtest hatten. Auf die Frage, ob man darüber dann nicht mal berichten wolle kam zurück, das hängt von der Werbefläche ab, ansonsten wäre das für die Redaktion nicht relevant. Aber so funktioniert das, immerhin darf man auch nicht vergessen, dass Kabel das neue Gold der späten 80er waren. Man schaue mal den YT-Kanal von Meister Jambo.

  15. Profilbild
    Aljen 1

    Hehe, da muß ich gleich an den HiFi-Händler bei uns in der Gegend denken. Als ich bei ihm – wenn schon, dann richtig – vor rund drei Jahren meinen Plattenspieler kaufte, da wollte er mir aller Ernstes einen elektrischen Umschalter von 33 ⅓ auf 45 RPM als Erweiterung gleich mitverkaufen. Kostenpunkt: 1.300 Euro, der Preis gilt wohlgemerkt zusätzlich zu dem Plattenspieler. Der Umschalter beinhaltet auch einen anderen Netzteil, der laut Händler sofort und absolut wahrnehmbar den Klang verbessern soll.

    Auf meine vorsichtige Frage, was da noch großartig besser sein soll als der Klang des Plattenspielers, den mit sein Angestellter gerade stundenlang vorführte und dann für mehr als 3.000 Euro verkaufte, bekam ich nur einen „nun ja…“-Blick und die trockene Bemerkung, das Top-Modell der drei Plattenspieler, die dieser traditionsreiche Hersteller bietet, würde bei knapp 25.000 Euro liegen. Immerhin inklusive Tonarm und Tonabnehmer. Selbst dieser wäre noch ausbaufähig. O-Ton: „Aber wir können Ihnen auch nach und nach Ihren Einsteiger-Spieler auf ein vernünftiges Niveau aufrüsten, das geht auch über Jahrzehnte noch“.

    Er wollte mir dann auch noch eine seltene, auf magische Weise den Klang verbessernsollende Nadelreinigungsflüssigkeit verkaufen. Ich glaube nicht, dass ich schnell wieder in dem Laden antanze.

    Mist, ich hätte da mit meinem alten Fahrrad vorfahren sollen statt mit dem damals neuen Jahreswagen. ;-) fällt mir im Nachhinein ein.

    Ehre, wem Ehre gebührt: Der Angestellte des Händlers (ich nenne immer noch keine Namen) hatte im Übrigen m.E. Recht viel Ahnung, konnte bei der Vorführung auch mit Musik dienen statt mit Demo-Feuerwerken. Es stellte sich im Laufe der Vorführung heraus, dass der junge Mann ausgebildeter und erfahrener Tonstudio-Produzent war. Er zeigte auch die Schwächen der jeweiligen Lösungen auf, es war auf jeden Fall mehr eine Vor- als eine klassische Ver-Führung.

    Ändert nix an der Tatsache, dass der gekaufte Plattenspieler das Wenige, was er kann, wirklich gut macht. Doch das würde wohl auch für viele andere Vertreter dieser Art zutreffen. Immerhin verlieren diese Dinger kaum an Wert, ich könnte ihn zum damaligen Neupreis problemlos verkaufen, da der Hersteller seinerseits turnusmäßig die Preise massiv erhöht(e).

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      Stephan Merk RED

      Nun ja, die Schallplatte ist, egal was ich auch versuche, stets ein kompromissbehaftetes Medium. Ich liebe Platten, weil sie organisch und haptisch sind, Musik irgendwie erfahrbar machen. Heute würde ich Download einer CD immer vorziehen, aber in jedem Fall die Schallplatte voran stellen. Aber ob dieser Erkenntnis habe ich für mich beschlossen, dass ich nur die Stellschrauben verdrehe, die es sich lohnt und das mit preislichen Obergrenzen. Abtastsystem, Kabel, Preamp. Ein langsam und ruhig drehendes Laufwerk zeigt Hanpin mal abseits aller Fertigungstoleranzen, ist machbar und läuft. Habe aktuell einen Stanton STR.150 und einen TEAC TN-4D. Die internen Preamps bei Beiden sind die Schwachstelle, aber dafür sind sie bequem angeschlossen, der Preamp des TEAC wird umgangen. Weil ich aber zuweilen etwas faul bin, liegen die besten Scheiben im FLAC-Format im Archiv und lassen sich auf Knopfdruck schnell abspielen. Mit der Neuauflage von „Blue Monday“ von New Order habe ich mal einen Klangvergleich gemacht: Original-Maxi von 1983 aus der Bucht, Remaster-Maxi und VBR-Version von Amazon. Die Platten dann schön akkurat in FLAC kopiert und dann in einem File alle Versionen zusammen gebaut, ein Part hiervon, ein Part davon. Das Ergebnis war erstaunlich und die Unterschiede waren hörbar, aber jede Version hatte so ihren eigenen Charakter.

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    Aljen 1

    Was ich vergaß, hole ich nach: Danke für den Bericht! Sehr erfrischend, dass sich ausgerechnet jemand vom Fach nicht scheut, „der Kaiser ist doch nackt!“ zu rufen.

    Übrigens, wer ist der Herr auf dem Werbeplakat der Veranstaltung? Muß man den kennen? Wie schön war doch die Werbung für Highend vor ein paar Jahren… da fuhr ich durch ganz München durch und überall blickte absolut cool abgebildete Kari Bremnes von den Billboards herunter. Those were the days…

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      ctrotzkowski

      ..die Frage nach dem „Herrn auf dem Werbeplakat“ ist insofern mindestens als Rhetorische Frage ausgesprochen gültig. In seinem DVD Kompenduim „The Art Of Sound Engineering“ hat Alan Parsons sich seinerzeit recht unterhaltsam (auch) über HiFi Esotherik lustig gemacht.
      Dass er oder sein Management ihn hier nun als Galeonsfigur unter ihren Klüverbaum gehängt haben, wirkt ein wenig wie Albert Einstein auf der Scientology Werbung :-)

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        Aljen 1

        Ok, danke für die Klärung. Ich werde wohl in der Mehrheit sein, wenn ich sage, Alan Parsons sei mir als Person viel, viel weniger bekannt als als eine Studio-Legende. :) Im weiteren Verlauf gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.

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          ctrotzkowski

          :-) ist bestimmt auch sowohl eine Generationen-Frage als auch welcher Stil-Richtung man anhängt :-)

          Wenn er bei den letzten (soundtechnisch revolutionären) Beatles-Alben „Abbey Road“ und „Let it Be“ (aber eben auch federführend bei Pink Floyd’s „Dark Side of the Moon“) die Hand an den Reglern der hochheiligen Abbey Road Studios hatte, dann wird es verständlich, warum er in den 70ern und 80ern mit seiner eigenen Musik im Radio immer nur als „der Tonmeister der Beatles“ anmoderiert wurde. Aber so wurde er für die Generation Schallplatte der vermutlich einzige Tonmeister, den Popmusik-Konsumenten auch mit Namen kannten.

          Für seinen Modegeschmack hingegen ist er eher nicht berühmt (aber immer noch sehenswert):

          https://www.youtube.com/watch?v=jgnZMZCKoa8

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            Aljen 1

            Also ich wusste gar nicht, dass Parsons die Beatles produzierte. Schon wieder eine Bildungslücke. Die ich in diesem Leben wohl kaum schließen werde, weil das gesamte Werk der Beatles bei mir nie Gehör fand. Aus irgendwelchen Gründen ging und geht mir diese Musik komplett am Arsch vorbei. Ich könnte ein paar berühmte Schnulzen von denen erkennen, was war’s.

            TDSoTM ist natürlich einen ganz andere Hausnummer. Und als alter Edgar-Allan-Poe-Begeisterter kam ich auch mit dem Debütalbum von Parsons ganz gut klar. :)

            Schallplatten hat noch ein Conny Plank ganz ordentlich produziert, wenn ich mich recht erinnere. War auch kein Unbekannter. ;) Die CD kam erst ein paar Jahre später und mit ihr ein Ivo Watts-Russell, der so einiges auf den Kopf stellte. Andere Geschichte. Hoffentlich „schaffen“ es die beiden _nicht_ auf die Highend-Messeplakate.

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              ctrotzkowski

              Insofern Du Dich für Tontechnik und die Historie interessierst – Die Beatles haben natürlich das Problem, daß ihre Beatle-Mania Phase den Leuten irgendwann aus der Ohren heraushing (und ihnen selber wohl auch). Durch die extremen finanziellen Ressourcen, die sie damals hatten, war ihre Aufnahmetechnik zu der Zeit abolute Avant-Garde – daher kommt man unabhängig davon, ob man die Musik wertschätzt, tontechnisch kaum an ihnen vorbei. Ob es um das erste Drum-Overdub eines komerziellen Stückes geht (Strawberry Fields, auch durch die damals innovativen Mellotron Flöten stilprägend), wuchtig-experimentelle Orchester-Tracks in Popsongs (A Day in a Live) – das sind auffällige Beispiele dafür, welcher Aufwand ihnen damals möglich war, und was kaum ein anderer produzieren konnte.
              Aber ganz allgemein von der Aufnahme- und Mixing-Qualität: Die Alben „Abbey Road“ und „Let It Be“ klingen auch aus heutiger Sicht so gar nicht nach 1969 (und beide sind lustiger Weise fundamental anders produziert – Geroge Martin vs. Phil Specto ). Daher findet man wohl Stücke dieser Alben auch nie auf „Best of 60s“ Samplern. Daher Tip: Aus tontechnischer Sicht einfach mal in die Alben reinhören und vergleichen, wie andere Produktionen der 60s klangen :-D

  17. Profilbild
    cardonc

    Zu viel Geld zu haben, hat nicht unbedingt mit Intelligenz zu tun. High Fidelity beschrieb einmal das Bestreben Tonaufnahmen so authentisch wie möglich wieder zu geben. Was beschreibt der Begriff High End? – Eine unfassbare Menge Geld das Neureiche investieren in Geräteskulpturen, die den Bezug zur Musik verloren und sich verselbständigt haben. Die Summen sind zum Teil so exorbitant, dass man sein Leben Lang jeden Tag hochkarätige Konzerte besuchen könnte. Und hier wird die Absurdität deutlich, denn es geht nichts über persönlich live erlebte Musik.

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      Codeman1965 AHU

      < "Zu viel Geld zu haben, hat nicht unbedingt mit Intelligenz zu tun." >

      Bemerkenswerte These.

      < "Die Summen sind zum Teil so exorbitant, dass..." >

      Ist sicherlich relativ.
      Wenn Jemand auf den Tausender nicht achten muss und es ihm Freude bereitet, kann er sich den Kram doch holen, Esoterik hin oder her.

      < "... , denn es geht nichts über persönlich live erlebte Musik." >

      Es gibt eine Menge Konzerte/Gigs/Events, da ist die Akustik einfach unterste Schublade. Das tut dem Erlebnis vllt. keinen Abbruch, aber erstklassig produzierte Musik über hoch auflösende Komponenten zu hören, ist noch mal ’ne ganz andere Geschichte.
      Ob man dafür solche Gerätschaften wie die hier vorgestellten braucht, sei mal dahingestellt.

      Letztendlich kann ja Jeder mit seiner Kohle machen, was er will, ob er ins All fliegt, Tomahawk-Steaks mit Blattgold frisst oder sich ein Audiokabel für zwei Mille kauft.
      Damit kurbelt er zumindest die Wirtschaft an… :-)

  18. Profilbild
    AMOS omb

    Gutes HIFI ist durchaus bezahlbar und dann kommt irgendwann die Frage was wirklich Sinn macht. Aber ist das nicht im Musikerbereich sehr identisch? Aber jeder kann ja mit seinem Geld machen was er für nötig hält, wenn er es sich dann halt leisten kann. Übrigens wer sich noch gut mit älterem HIFI auskennt, kennt vermutlich auch den älteren Herren Alan Parson vom Werbeplakat.

    • Profilbild
      Jazzheini

      Natürlich ist guter Klang auch mit wenig Kohle erreichbar. Ein revidierter DUAL aus den 70ern, eine gebrauchtee britische Elektronik, ein paar gute LS-Kabl für 10 Euro den Meter und ein paar Boxen für 800 Euro das Paar, und du kannst hervorragend Musik hören. Aber die High-End ist ja auf einem ganzen anderen Level angesiedelt. Da geht es ja weit über alles Gewohnte hinaus.

      Das Problem stellt sich woanders ein. Irgendwann ist die Anlage so gut, das du die Produktionsfehler hörst, die schlappe Abmischung, die Güte einer LP-Pressung oder die eilig zusammengeschusterte Produktion. Sprich: du hörst quasi in die andere Seite rein.

  19. Profilbild
    JM4

    Ich finde den Artikel ja übertrieben gallig. Allerdings ist die High End Society in ihrer offenen Arroganz gegenüber dem musikalischen Plebs und Pöbel – sprich: uns! – alles andere als unschuldig an dieser Wahrnehmung als esoterisch und abgehoben. Und so ist es kein Wunder, dass auch hier der Branchenaufreger schlechthin, nämlich das Thema Kabel Anlass zum Lästern gibt. Bei den oben gezeigten Exemplaren kann auch ich – Verteidiger der These: ja, Kabel haben etwas mit dem Klang zu tun – mir nur verwundert die Augen reiben. Verwundert und amüsiert. Denn die andere Seite der Medaille ist ja, dass der Kaufbereitschaft ein paar Arbeitsplätze gegenüberstehen, und das ist ja auch nicht so verkehrt.

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    funkapolitan

    „Die spinnen, die Audiophilen!“ (Obelix zu High Fidelix in ‚Asterix und Stereopatra‘)

    Aber letztlich ist es wohl auch eine Frage des Geldes…

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      JM4

      Genauso, wie es eine Frage des Geldes ist, sich eine Fender Custom ST für 10TE zu holen, wenn aus einer Squire Bullet für einen Hunderter die gleichen Licks rauskommen. Oder gibt es doch einen Unterschied? Ich tausche meinen Flügel jedenfalls nicht gegen eine Bontempi Orgel vom Flohmarkt ein, obwohl die auch C-Dur kann.

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        funkapolitan

        Vielleicht wurde ich da missverstanden – mit einem dickeren Geldbeutel stände hier statt eines Rega P1 auch ein Rega P10 Plattenspieler oder noch ganz ein anderer.
        Und aus der teuren Strat kommt nicht nur der bessere Sound, sie lässt sich auch besser spielen. Dennoch denke ich, dass diese Audio-Cracks übertreiben und eine gewisse Arroganz an den Tag legen. Aber das Schöne ist ja, jeder wie er mag und kann.

        • Profilbild
          JM4

          Und dieser Punkt, wo wir sagen: das ist noch vernünftig, und da wird’s abgehoben, ist halt bei jedem anders. Einmal down the rabbit hole, und es ist schwer, noch anzuhalten.

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          Aljen 1

          „Und aus der teuren Strat kommt nicht nur der bessere Sound, sie lässt sich auch besser spielen.“

          Das ist ja der Jux dabei. Kennt man auch aus anderen Bereichen, ob Beruf oder Liebhaberei. Selbst wenn es tatsächlich messbare Leistungssteigerungen gibt, sie werden immer mit logarithmisch extrem ansteigender Preiskurve erkauft.

          Obendrauf gibt es tatsächlich diese Esoterik-Grenzregionen, wo ich manchmal über mich selbst den Kopf schütteln kann. Ich kenne das ziemlich gut aus der Fotografie. Einige schwören auf Leica, was ja heute Panasonic ist. Ich besitze selbst ein oder zwei Objektive (nicht von Leica) „mit Charakter“, bei denen ich ums Verrecken nicht erklären kann, wie sich der besonderen Bildeindruck ergibt. Ja, aus dem Zusammenspiel von Brennweite und relativer Öffnung, klar, aber das alleine erklärt es nicht komplett, denn es gibt Vergleichsobkelt(iv)e, die es trotz gleicher Parameter nicht bringen.

          Gut, es gibt auch Geräte, die keine Pendants hatten und haben, ich sag nur Canon L 200 mm f/1.8. Das Ding gab es nur einmal (bzw. grad mal 6.000 mal weltweit) und kommt wohl kaum wieder (es ist eines von diesen absoluten Charakter-Bilddarstellern). Bei diesem lässt sich alles technisch erklären. Bei anderen nicht.

          Das ist er, der Hang zum Luxus, der uns schon meckern läßt, wenn die Schaltpads in einem Audi A4 quattro aus Plastik sind und sich als einziges Element im Auto auffällig nach Plastik anfühlen.

  21. Profilbild
    Herr Rakete

    Die Tatsache, das ich den Herr auf dem Bild für Vangelis gehalten habe zeigt mir ganz deutlich, wie wenig ich mit HighEnd Audio und klassischer EM anfangen kann. Und das ich ein grottiges Gesichter-Gedächtnis habe.
    Der Artikel öffnet mir eine fremdartig anmutende, neue Welt. Schön & verstörend zugleich. Danke dafür.

    Eine Gewisse Arroganz schwang bei den Mitarbeitern entsprechender Boutiquen allerdings immer mit, wenn man als „uneingeweihter“ ihre heiligen Hallen betreten hat. Wer mal als smart Fahrer in nem Mercedes Center war kennt das Gefühl ;)

    High End fühlt sich für mich auch ein bisschen wie Homöopathie an. Der eine schwört drauf, der andere hat noch nie so viel Geld für Zucker bezahlt.
    Am Ende gilt: Wer heilt hat Recht.

  22. Profilbild
    mottilie 1

    Für mich gehören diese Hifi-Experten, die ganz offensichtlich das Gras wachsen hören können, ja auch eher in die Rubrik Spinner.
    Aber sind Musiker, Toningenieure, Produzenten etc. da großartig anders?
    In einem großen deutschen Musikerforum handelt ein Beitrag von einem kleinen Hersteller von Gitarren-Pickups. Da ist dann von „richtungsvermessenen“ Anschlusskabeln die Rede. Also von den paar Zentimetern Draht, die die Pickups mit den Potis verbinden. Und das nicht etwa ironisch, sondern ernsthaft: der Kunde würde das hören!
    Und was ist mit der ewigen Diskussion über Tonhölzer? Oder die Frage, inwieweit Nitrolack oder French Polishing Auswirkungen auf den Klang haben?
    Auf wieviel Scheiben ist nochmal ein POD von Line6 zu hören? Abgemischt und gemastert natürlich auf Premium-Equipment.
    Oder bei Gitarristen die Frage, ob Röhre oder Transe. Und hat man dann den besten, tollsten, am supersten klingenden Röhrenamp gefunden, macht man was? Richtig, man hängt einen Tubescreamer davor, um den Sound zu veredeln!
    NOS-Röhren? Klingen ja um Welten besser als Standard, da ist man gerne bereit für eine 12AX7 den zwanzigfachen Preis zu bezahlen.
    Usw usw…
    Was will ich damit sagen? Spinner gibt es überall und wird es immer geben. So gesehen ist dieser Artikel eigentlich überflüssig. Aber die Fotos sind schon geil ;-).

    • Profilbild
      mort76

      „Aber sind Musiker, Toningenieure, Produzenten etc. da großartig anders?
      In einem großen deutschen Musikerforum handelt ein Beitrag von einem kleinen Hersteller von Gitarren-Pickups. Da ist dann von „richtungsvermessenen“ Anschlusskabeln die Rede…usw“

      Das ist ja wohl kaum repräsentativ für den Musiker ansich.
      Wer kauft das denn wirklich?
      Die wenigsten.
      Die High-End-Freaks definieren sich aber nunmal gerade dadurch, daß sie sowas kaufen.

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        mottilie 1

        Das ist ganz bestimmt nicht repräsentativ. Doch High-End-Freaks sind sicher ebensowenig repräsentativ für den Musikhörenden an sich. Aber um repräsentativ geht es doch auch gar nicht.
        Ich bin mir ziemlich sicher, dass es unter diesen High-End-Freaks auch jede Menge gibt, die nicht 5k Euro für einen Meter Kabel ausgeben, und dieses dann auch noch auf schwingungsgedämpften Halterungen montieren. Auch wird es wahrscheinlich nicht wenige geben, die 50k für ein Gerät A bezahlen, statt vielleicht nur 25k für ein Gerät B. Aber das nicht, weil Gerät A eventuell doch einen Hauch besser klingen könnte, sondern weil sie Gerät A ganz einfach geiler finden, optisch und/oder haptisch.
        Mal im Ernst, so ein Lamborghini-Dock wie auf dem Foto oben stellt man sich doch nicht ins Wohnzimmer, weil es gut klingt. Sowas stellt man sich ins Wohnzimmer, damit sich der Lamborghini in der Tiefgarage nicht so einsam fühlt.
        Bei dem heutigen Stand der Technik geht es ab einer bestimmten Preisregion doch auch gar nicht mehr um besser oder schlechter, sondern nur noch um den persönlichen Geschmack. Dass das schweineteure neue Kabel dann tatsächlich doch noch ein bisschen besser klingt, hat doch eher psychologische Gründe. Und das ist eben nicht nur bei den High-End-Freaks der Fall.
        Die 10000€ Gibson aus dem Custom-Shop klingt doch auch besser als die 600€ Epiphone von der Stange. Oder etwa nicht? ;-)

  23. Profilbild
    bluebell AHU

    Es wird im High End HiFi-Bereich ja nicht ein Produkt verkauft, sondern Lifestyle. Ähnlich wie bei Designermöbeln.

    Ein Wohnzimmer ist nunmal 100 qm groß und 4 m hoch, mit Blick in den Privatpark durch eine von unten bis oben verglaste Seite.

    Wer dieses Wohnzimmer nicht hat, soll es mit dem Produkt verbinden. Natürlich ist jedem klar, dass sein Wohnzimmer nicht größer und der Ausblick nicht erhabener wird, wenn man ein paar teure Lautsprecher oder ein unbequemes Designersofa reinstellt, aber auf einer unbewussten Ebene passiert da schon was.

  24. Profilbild
    RichiRich

    Nachdem nun alle auf uns HighEnd Freaks einprügeln, will ich hier einmal eine Lanze für uns Audiophile brechen.
    Ich habe den Luxus gegen Ende meines Berufslebens, mir die Freiheit solcher Objekte zu gönnen. Ich habe ein analoges Studio mit Röhre und großem Desk, auch wenn ich nie mehr als mich selber aufnehme. Und unser Wohnzimmer wird von einer Highend-Anlage dominiert, wo andere eine Schrankwand haben.
    Es ist einfach die Freude am Hören, am haptischen umgehen mit Sound und Technik.
    Dasselbe gilt auch für HighEnd-Anlagen. Ich liebe die Technik, ich liebe (in unserem Falle, meine Frau teilt diese Leidenschaft) analoge Röhrentechnik und Highend-Plattenspieler, das Glimmen der Röhren im Dunklen, der rotierende Plattenteller, die raumfüllenden Boxen.
    Ja, ich war auch geschockt von den Kabelpreisen. Der Verkäufer meinte, er leiht mir die Edel-Kabel aus und ich könnte beim Hören selbst entscheiden, Der direkte A/B Vergleich in den eigenen Räumen war für jeden mit musikalischem Hintergrund direkt hörbar. Auch wenn das Geschrei (wie hier im Forum) groß ist. Nicht schreiben – HÖREN!! in der Praxis, nicht im Showroom, kann ich da nur sagen.
    Es geht nicht darum Geld zu verbrennen, anzugeben oder einen auf „Dicke Hose“ zu machen.
    Es geht um die Liebe zur Musik, zum Klang und für einen Moment im dunklen Alltag um das Licht, das von so einer Anlage ausgeht

  25. Profilbild
    Jazzheini

    Ich finde den Artikel furchtbar, denn der Autor hat einfach nicht verstanden, worum es bei einer High-End Messe geht. Eben um die letzten 5% des Machbaren, um den Grenzbereich. Natürlich gibt es da auch Spinnereien, aber das bleibt nicht aus und ist nicht schlimm. Das man da keine Mini-Hifianlagen sieht oder Bluetooth-Speaker, ist selbstverständlich. Da geht es nicht um den Massenmarkt. Soll es auch garnicht. Deswegen ist es ja High-End, und nicht HiFi. Und ja: Leute die da kaufen haben oft viel Geld, oder sparen lange dafür.

    Lautsprecher:natürlich sind die groß. Eine gewisse Größe bringt eben auch einen besseren Klang. Ich habe selber mit einem High-End Studio als Designer zusammen gearbeitet (ich hab die Werbung gestaltet) und ich kann aus eigenem Hörerlebnis wirklich sagen, das es da einen Unterschied gibt. Asphärische Hörner von ACapella sind definitiv das beeindruckendste, was ich in meinem Leben gehört habe. Auch wenn mit der passenden Anlage dann 40.000 Euro zusammen kommen. So what, andere kaufen sich blöde Autos dafür.

    Ansonsten erinnere ich mal an den Schmidt-Synth, den Moog One 16, oder das Gehype um den Oberheim …

    • Profilbild
      wolftarkin AHU

      Was macht denn dein Lautsprecherkabel für 10€ pro Meter zu einem guten Lautsprecherkabel?
      Und ist es besser als mein Kupferkabel für 1,40€ pro Meter?
      Und hast du schon was mit C37 lackiert? 😎

      • Profilbild
        Jazzheini

        „Und ist es besser als mein Kupferkabel für 1,40€ pro Meter?“
        Vermutlich. Sowas kann man raus finden, indem man es ausprobiert.

        Aber ich schlage was anders vor: wenn du meinen Post kommentierst, beziehe dich doch einfach darauf, was ich schrieb. Ist auch freundlicher.

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