12 Millionen Menschen erleben virtuelles Konzert
Mit einem digitalen Auftritt hat Bruno Mars im Januar gezeigt, wie Musikpräsentation heute aussehen kann: Der Musiker trat virtuell auf der Gaming-Plattform Roblox auf und erreichte dort ein weltweites Millionenpublikum, wobei das Konzert nicht als klassisches Bühnenformat angelegt, sondern fest in eine bestehende Spielwelt eingebunden war. Was einem als eher ungewöhnlich erscheint, könnte in Zukunft ein gängiges Konzept werden.
Bruno Mars sorgt für Rekordzahlen auf Roblox
Während des Auftritts waren über zwölf Millionen Nutzer gleichzeitig aktiv, was für ein virtuelles Solokonzert auf dieser Plattform den neuen Rekord aufstellt. Zuschauer aus sämtlichen Ländern nahmen teil, entweder direkt im Spiel oder über begleitende Streams. Bruno Mars präsentierte eine Mischung aus neuen und bekannten Songs, was dadurch weniger wie eine Promo-Aktion, sondern vielmehr wie ein bewusst inszeniertes Community-Ereignis wirkte.
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Bruno Mars zeigt neue Wege der Künstlerpräsenz
Der Erfolg des Konzerts verdeutlicht, wie stark sich Musikvermarktung verändert hat, denn Plattformen wie Roblox sind längst nicht mehr nur Online-Spielen vorbehalten, sondern auch zu sozialen Räume geworden. Der US-amerikanische Sänger nutzte dieses Umfeld gezielt und setzte bei seinem virtuellen Konzert viel auf Interaktion. Beispielsweise gab es digitale Extras und sammelbare Inhalte, die das Publikum zu einem aktiven Bestandteil des Events machten.
Virtuelle Konzerte gewinnen weiter an Bedeutung
Das Beispiel zeigt, dass virtuelle Live-Formate bald fest zur Musiklandschaft gehören könnten, denn sie ergänzen klassische Live-Auftritte und eröffnen die Möglichkeit, globale Zielgruppen ganz neu zu erreichen. Nicht nur für Künstler, sondern auch für Labels und Veranstalter entsteht damit ein zusätzliches Format.

































Konzert, wohl eher ein Witz. Ein bekannter Künstler und eine Plattform die täglich 150 Mio. aktive User hat, da relativieren sich 12 Mio. ganz schnell. Travis Scott hatte bei Fortnite angeblich 28 Mio., das war eine ganz andere Nummer.
Was erleben wir jetzt?
Die nächste Stufe der Entmenschlichung?
War und ist Musik nicht der soziale Austausch, das gemeinsame erleben ja auch das gemeinsame Spielen?
Konzerte sind auch ein Erlebnis. Inzwischen allerdings zu irrsingen Preisen.
Jetzt dann als Pseudo Erlebnis auf dem Bildschirm.
Na dann Prost.
“There not enough liquor in the world”, um sich das schön saufen zu können.
@TomH Ich kann deinen Einwand durchaus verstehen. Für mich wäre das auch nichts. Aber: Wenn Künstler nicht ständig neue Möglichkeiten entwickeln, um Einnahmen zu schaffen, wird es bald keine Musiker mehr geben. Man kann schlicht nicht mehr davon leben. Konzerte werden immer teurer und die Einnahmen für die Musiker immer geringer. Die Kosten sind seit der Pandemie geradezu explodiert. Für viele Bands stellt sich deshalb die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer Tournee, bei der ggf. später Konzerte abgesagt werden müssen, weil der Vorverkauf nicht stimmt. Die ganze Finanzierung gerät dann schnell in eine Schieflage.
Musiker gehen deshalb schon seit einiger Zeit dorthin, wo die Menschen in ihrer Freizeit sind. Und wenn das nun einmal eine virtuelle Welt ist, dann geht man eben dort hin. Die Aktion ist sicherlich mehr als Werbeaktion zu Versuch zu sehen, zeigt aber, dass es unter Umständen funktionieren kann. Während der Pandemie haben viele Künstler Online-Konzerte gespielt und nicht wenig Geld an den Kartenverkäufen verdient. Später gab es dann dazu ein passendes Live-Album und Video, das über die eigene Internetseite verkauft wurde. Das Geld ist direkt in die Kasse der beteiligten Künstler geflossen. Vor der Pandemie hat niemand an so etwas überhaupt gedacht.
Ähnlich ist das auch mit MP3-Downloads von Konzertmitschnitten direkt nach dem Konzert. Innerhalb von 24 Stunden gibt es das fertig gemischte Konzert zum Download, eine CD kann zusätzlich bestellt werden. Eine tolle Sache, die Bootlegs überflüssig gemacht hat und dem Rechnung trägt, was die Leute wollen. Auch Streaming-Dienste, die sich auf solche Konzertmitschnitte spezialisiert haben, gibt es. Das Geld fließt direkt in die Kasse der Künstler.
Entmenschlichung? Klar! Aber wenn es ein Weg von mehreren ist, die eigene Musik einem riesigen Publikum zu präsentieren und darüber vielleicht dann auch die Konzertbranche, CD-Verkäufe usw. wieder anzukurbeln, einfach machen. Besser als herumzusitzen und zu jammern wie schlecht doch die Welt gerade zu Musikern ist.
@Markus Galla „Ähnlich ist das auch mit MP3-Downloads von Konzertmitschnitten direkt nach dem Konzert. Innerhalb von 24 Stunden gibt es das fertig gemischte Konzert zum Download, eine CD kann zusätzlich bestellt werden.“
Das habe ich noch nicht gehört. Finde ich gut. Denn wie ein Musiker mal sagte: Livealben sind für mich nur interessant, wenn ich selbst auch auf dem Konzert war. Extremer Standpunkt, hat aber was. Das habe ich selbst nur einmal erlebt. Robert Fripp von King Crimson hat viele Liveaufnahmen gesammelt, auch von Bootlegs und dann veröffentlicht. So fand ich ein Konzert in Heidelberg, das damals viel Eindruck bei mir hinterlassen hat, plötzlich als Audioaufnahme wieder. Eigentlich ein offizielles Bootleg.
Nun, Bruno wurde zu Beginn seiner Karriere als zweiter Michael Jackson gehandelt. Aber zwischen ihm und M.J. liegen nicht nur Welten, sondern große Galaxien. Trotzdem ein nicht unsympathisches Kerlchen. Spätestens seit er bei Wetten dass? mit dem kleinen Fangirl vom Publikum gesungen hat, ist er beim deutschen Publikum angekommen. Auch seine Nummer mit dem Korea-BlackPink Star „APT“ fand ich durchaus witzig. APT ist übrigens ein Trinkspiel, kein Scherz! Wenn neue Vermarktungsmöglichkeiten in der Musik erscheinen, wissen wir, alles kein Zufall, sondern kalkuliertes Business. Einen guten Einblick in’s Business hat man gestern in Sat1 gesehen bei dem Milli Vanilli Film. Zugegeben, ich habe schlechteres erwartet! Ein durchweg guter Streifen. Und weil es gerade so schön ist: Wetten dass? kommt wieder, mit den Kaulitz-Brüdern. Man darf gespannt sein (oder auch nicht)!
Was damals beim virtuellen Liveevent von Jean Michel Jarre konzeptionell noch sinn ergab und nebenbei technisch sehr gut umgesetzt wurde, macht bei einem so Guten Lievemusiker wie Mars nicht vollständig Sinn. Aber ja: Kann man machen – muß man aber nicht.
Aber die Topact merken natürlich schon auch, dass viele Fans nicht mehr bereit sind 150 und 190 Euro für ein Ticket hinzulegen um dann zu hoffen, dass man ein wenig mehr als 90min show bekommt.
Ich würds nicht schlechter reden wollen, als es ist…aber wie Opus es schon besungen hat: live is life.
Das ist ein durchaus ein zwiespältiges Thema. Ich kann das gut nachvollziehen, wenn Artists neue Wege gehen, um über die Runden zu kommen.
Wenn ein virtuelles Konzert dazu führt, dass Bands oder Künstler wieder etwas mehr finanziellen Boden haben, dann ist das eben ein Weg in der heutigen digitalen welt.
Wenn eine Tour derart hohe Kosten verursacht, dass Künstler selbst kaum noch etwas davon haben, dann müssen Alternativen her. Tour zu teuer, CD Verkauf auf dem Rückzug, Downloads ebenso und Streaming wird schlecht bezahlt, was bleibt da noch?
Da sich ohnehin die Menschen zunehmend in der digitalen Welt aufhalten warum dann nicht das virtuelle Konzert? Er wird wohl nie die Stimmung, das Gefühl und die Energie eines Live Konzertes ersetzen können, doch wenn es eine Alternative darstellt, why not.
Wenn die VR Brille erwinglich in der Masse angekommen ist, gibt es vielleicht auch mehr Möglichkeiten und eine andere Form der Akzeptanz für virtuelle Konzerte.
Eines steht wohl fest, wer heute noch mit der Musik sein täglich Brot verdienen will muss wirklich in allen Bereichen kreativ sein und bereit sein, die Komfortzone zu verlassen.