7. Dezember 2015

DOC ANALOG: CASIO FZ-20M – Die Geschichte hinter der Geschichte

casio.swiss_

Im April 2009 konnte ich recht günstig für CHF 200 einen Casio FZ-20M erwerben. Motivation war vor allem das spezielle und technisch eingeständige Filter. Ein paar Disketten lagen bei und über hood.de bin ich einige original und noch versiegelten Casio Factory-Disks erwerben. Nun galt es nur noch, ein passende SCSI-Platte zu finden.

Zumindest dachte ich mir das in meinem jungendlichen Leichtsinn so. Ich habe mir also einen SyQuest EZ 135 Drive in der SCSI Version mit einigen Medien besorgt. Ich kannte dieses Gerät aus Studentagen, wo ich wunderbar unter Windows und Linux an meinem PC nutzen konnte. Am FZ-20M tat es aber keinen Mucks. Nach etlichen Anläufen und verschiedenen Suchmustern mit Kombinationen aus Casio, SCSI und FZ-20M, die immer in irgendwelchen Mutmassungen endeten bin ich dann über das Youtube Video von Chris Strellis gestolpert, wo er den Casio mit einem Bernoulli Laufwerk zeigt. Von Chris habe ich dann im 2. Anlauf eine funktinierende CASIO HDD OPERATOR Disk bekommen, aber auch das hat mit dem EZ 135 Drive nicht funktioniert.

Nach dem Hinweis, dass es ein Apple Laufwerk sein müsste, habe ich nach solchen Ausschau gehalten und einen MAC SE20 auf eBay geschossen. Leider kam dieser recht zerbröselt in der Schweiz an und das interne Laufwerk wollte ebenfalls nicht. Das war so im März 2011. Im Juli 2011 habe ich dann eine Apple SC40 Platte und eine MicronNet Platte von einem Apple User bekommen, der diese Geräte aufbewahrt hatte und nun hoffte, jemandem damit eine Freude zu machen. Das tat ein der Tat. Beide Platten liessen sich mit dem CASIO FZ20M Sampler formatieren und auch nutzen, die SC40 stellte 21 Sound-Bänke zu je 2 MB bereit, die MicroNet kam auf 40 Sound-Bänke. Man konnte zwar bis 61 Bänke von der Kapazität her erreichen und auch speichern, nur einlesen klappte nicht. Casio hat damals wohl nur mit den SC20/40/80 von Apple gearbeitet und getestet.

Die Platten machten einen Höllenlärm, meine Familie dachte immer, ein Jet würde starten, wenn ich die Platten jeweils in Betrieb nahm.

Juni 2012 habe ich mal über den Kauf eines Microtech pcd-47B oder pcd-50B SCSI Cardreaders nachgedacht und mit dem Vertrieb gesprochen, aber es dann nicht gewagt. Irgendwann bin ich dann auf das SCSI2SD Projekt gestossen. Dort wurde auf die Apple Kompatibilität verwiesen und im Handbuch konnte ich sehen, dass man eien Vendor String angeben konnte. Aus grauer Vorzeit konnte ich mich an eine Gemeinheit von Apple erinnern, dass dort im Festplattentreiber auf einen String getestet wurde, der nur auf von Apple hergestellten oder vertribenen Platten in der Firmware enthalten war. So konnte man verhindern, dass normale PC Platten an einem Mac liefen und die eigene Hardware teuer verkaufen. An einem Mac konnte man das im Treiber patchen, im Casio FZ-20M aber leider nicht.

Dies schien nun die lange gesuchte Lösung zu sein. Also habe ich im April 2014 bei Michael McMaster ein SCSI2SD bestellt. Das hat dann nach entsprechender Konfiguration mit einem Apple String auch funktioniert, aber leider kam es immer wieder zu Fehlermeldungem vom Casio. Mit Michael haben ich das intensiv angeschaut und im Sommer 2014 viel getestet, Betas probiert und Log-Files ausgetauscht. Am Ende war die Lösung eher banal. Der Casio FZ-20M stellt an seinem DB25 Verbinder kein Termination Power an Pin 25 zur Verfüngung. Das steht auch klipp und klar im Handbuch (wenn man es dort denn finden und beachten würde). Also musste nur JW TERMPWR auf dem Board geschlossen werden und alles schnurrte froh vor sich hin.

Ich habe es noch mit dem EZ 135 Drive versucht und diesem Termpower besorgt, aber dort war nichts zu machen. Online habe ich dann noch einen Hinweis gefunden, dass Apple wohl seit den Tagen des Apple II kein TERMPWR an Pin 25 zur verfüngung stellt. Somit haben externe Platten aus dieser Zeit dann dafür Sorge tragen müssen.

Bei mir im FZ-20M ist nun noch ein HxC Floppy Emulator installiert, so kann ich die Online verfügbaren Sample-Sets laden. Sollte ich noch Disketten bekommen, so bin ich im Besitz eines HP Desktop Rechners, der witzigeweise der einzige mir bekannte Rechner ist, der Casio FZ formatierte Disketten lesen und schreiben kann. Es handelt sich um einen Compaq/HP d530 SFF mit REV 0R Mainboard und einer Mitsumi Floppy.

Floppy: Mitsumi D63119 Model D353M3D-5055 Compaq PN# 176137-M32
Board: SP# 323091-001 AS#305374-001 REV 0R

Mit diesem Gerät konnte ich für Omniflop ein Profile erstellen und der Entwickler von Omniflop hat das in sein Tool auch eingebaut, das war so im May 2012 und ab V3.0b von Omniflop.

Fazit
Das HDD OPERATOR Disk-Image ist mittlerweile in der Casio Yahoo Group verfügbar und ebenfalls bei den Quickimages von HxC dabei. Wer also nun seinen Casio FZ-20M mit einer SCSI2SD Karte ausrüsten mag, hat alle Infos und Komponenten zur Hand.

Die Platte im MicronNet Gehäuse ist übrigens eine Seagate ST4766NM, ein 5.25 Klopper mit voller Bauhöhe. Am Casio FZ-20M bleibt dann das meiste der so um die 660 MB ungenutzt...
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