Französische Klangikone verstorben
Die französische Komponistin Éliane Radigue ist am 23. Februar 2026 in Paris im Alter von 94 Jahren verstorben. Mit ihr verliert die elektronische Musik eine eigenständige und gleichzeitig kompromisslose Person, denn über Jahrzehnte hinweg hat sie abseits von aktuellen Trends eine Klangsprache entwickelt, die bis heute spürbar ist.
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Geboren wurde Éliane Radigue am 24. Januar 1932 in Paris und kam in den 1950er Jahren mit der aufkommenden Musique Concrète in Berührung. Sie arbeitete im Umfeld von Pierre Schaeffer und Pierre Henry und lernte den experimentellen Umgang mit Tonbändern und Geräuschen kennen. Während viele Komponisten eher auf Kontraste und Dramaturgie setzten, interessierte sie sich für minimale Klangveränderungen und für langsame musikalischer Prozesse.
Éliane Radigue und der ARP 2500
In den 1960er und 1970er Jahren begann die Musikerin mit analogen Synthesizern zu arbeiten, insbesondere mit dem ARP 2500, der zu ihrem zentralen Werkzeug wurde. Ihre Stücke aus dieser Phase bestehen häufig aus lang anhaltenden Klangflächen und Werke wie „Adnos“ oder „Trilogie de la Mort“ gelten heute als Meilensteine des elektronischen Minimalismus.
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Éliane Radigue setzte weniger auf Effekt, sondern mehr auf Geduld und klangliche Präzision. Gerade im Kontext einer sehr stark männlich geprägten Studioszene behauptete sie sich in vielen Bereichen und arbeitete häufig alleine und unabhängig von institutionellen Strukturen.
Éliane Radigue in der Gegenwart
Ab den 2000er Jahren wandte sie sich verstärkt akustischen Instrumenten zu und es entstanden neue Werke für Cello, Harfe, Bläser und kleine Ensembles. Auch hier blieb ihr Fokus unverändert: Minimale Bewegungen im Klang, exakte Abstimmungen und lange Spannungsbögen. Ihr Einfluss ist heute in vielen Bereichen spürbar, beispielsweise in experimenteller Elektronik und vor allem im Ambient- und Drone-Bereich. 2019 wurde ihr Lebenswerk mit dem Giga Hertz Preis des ZKM Karlsruhe ausgezeichnet. Éliane Radigue hat gezeigt, dass elektronische Musik nicht immer laut oder spektakulär sein muss, um relevant zu sein. Ihre Musik steht vielmehr für Konzentration, klangliche Konsequenz und eine künstlerische Haltung.




































Ach mei … ! 😢
Da ich großer Fan von Oora auf YouTube bin, schaue ich mir natürlich seine Videos an. Dort erwähnte er vor ca. 3 Jahren, dass es eine französische Künstlerin gibt, die Musik mit einem ARP 2500 macht: Éliane Radigue. Nie den Namen gehört. Er erwähnte auch, dass ihre 3stündige Komposition »Trilogie de la Mort« deswegen so faszinierend ist, weil dort quasi nur ein einziger Ton über den gesamten Zeitraum morpht und sich ständig in etwas anderes verwandelt. Da ich auf ungewöhnliche Sachen stehe, habe ich gleich mal auf Bandcamp nachgesehen … und tatsächlich: Das gibt es dort … und schnappi. Drei Stunden! Da braucht man man schon Hörfleisch auf den Trommelfellen. Aber ich stehe ja auf ungewöhnliche Sachen (OT: ich liebe zum Beispiel auch den russischen Film »Stalker« von Andrei Tarkowksi). Für mich eine faszinierende Erfahrung … wobei ich zugeben muss, dass ich während der drei Stunden nun nicht ausschließlich der Musik (wenn man es denn so nennen will) gelauscht habe.
R.I.F. Madame,
Sie haben der Musikwelt wertvolle Impulse gegeben,
mehr als alles, was man in den letzten 25 Jahren in den Charts gehört hat.